Archiv | Chuck RSS feed for this section

55 (Februar 2012)

17 Feb

NEU

Alcatraz

Auf der berühmten Gefängnisinsel Alcatraz fielen 1963 endgültig die letzten Schlösser in ihre Riegel, alle Gefangenen und das Personal wurden transferiert, die Anlage stillgelegt. So heißt es. Aber Mysteryproduzent JJ Abrams meint, die Sache wäre komplett anders gelaufen, und vor allem mächtig aus dem Ruder. Weshalb er diese Serie an den Sender ABC verkauft hat. Nach seiner Lesart verschwanden alle Bewohner von Alcatraz auf geheimnisumwobene Weise und tauchen nun, knapp 50 Jahre später, wieder in San Francisco auf. Die Schwerverbrecher verbrechen gewohnheitsmäßig natürlich erneut exakt so wie früher, weshalb die junge Polizistin Rebecca Madsen (Sarah Jones) sich gemeinsam mit dem Alcatraz-Experten Dr. Soto (Jorge Garcia, LOST) auf die Jagd macht, sie wieder einzufangen. Dies alles im Auftrag des undurchsichtigen Regierungsagenten Emerson Hauser (Sam Neill, Jurassic Park).

Mir gefiel der Einstieg in diese neue Serie sehr gut. Die Geschichten der wieder auftauchenden Tunichtgute waren spannend, die Ermittlungen packend, es wurden die genretypischen Verknüpfungen gewebt (wie etwa direkt zu Beginn, dass Madsen ihren eigenen Großvater jagt), die schon aus LOST bekannten Rückblenden gewährten tiefe Einblicke in die Charaktere der Insassen, Wärter und Führungspersonal. In personeller Hinsicht sorgte Jorge Garcia für die geekig goldigen Momente, die burschikose Sarah Jones agierte tough, zäh, aber dennoch sexy und am Ende einer Episode hatte Mr. Hauser immer noch eine Pointe im Ärmel, um den Zuschauer in allerlei Grübelei zu versetzen. Problem: das galt für die ersten beiden Episoden.
Schon ab S1E03 schwächelt das Ganze wegen der Konzentration auf den „Alcatrazzy of the Week“. Ist der aktuell gesuchte Mann aus den 60ern und seine Geschichte uninteressant, schleppt sich auch die Folge entsprechend dahin. Ständig neue, aufregende Geheimnisse oder Querverbindungen kann man ebenfalls nicht in jede neue Episode packen. Kurz: es droht ein wenig der Leerlauf und die Gewohnheit. Das ebenfalls stark fallbezogene „Person of Interest“ hat ein ähnliches Problem, kann aber bei Bedarf noch ein paar Twists in die Story bringen, wohingegen Alcatraz bei den Ermittlungen ein wenig zu sehr auf Schienen läuft. Und, liebe Inselvorgeschädigte, mal Hand aufs Herz: wer befürchtet nicht auch, dass das große Geheimnis der Wiederkehrer enttäuscht, weil es zu lange hinausgezögert wird, keinen Sinn ergibt und nie jemand mal die richtigen Leute zum richtigen Zeitpunkt befragt? Legt man die aktuelle Zuschauerakzeptanz zugrunde, bin ich wohl nicht der Einzige, der so denkt.

Wertungsdurchschnitt nach 6 Episoden: 5,07 Punkte (gut)
Tendenz: befriedigend – gut

Are You There, Chelsea?

Chelsea Handler (Laura Prepon) ist Kellnerin, hat gerne Sex, will keine Beziehung und könnte so manchen gestandenen Lokalbecherer locker unter die Theke saufen. Zusammen mit ihrer besten Freundin Olivia, dem Kneipenbesitzer und ex-Liebhaber Rick, dem kleinwüchsigen Kellnerkollegen Todd, ihrer christlich konservativen Schwester Sloane und ihrer sexuell unerfahrenen, aber hibbeligen Mitbewohnerin Dee Dee erlebt sie Abenteuer in New Jersey.

„2 Broke Girls“ haben es vorgemacht, „New Girl“ setzt es ebenfalls ein, „Are You There, Chelsea?“ will dem Ganzen die Krone aufsetzen. Es geht um neue Frauenrollen in der TV-Comedy. Frech, unverblümt, schräg, derb und verlebt statt süß, lieb und schmachtend auf Mr. Perfect wartend ist das neue Motto. Zunächst einmal freut es mich, Laura Prepon aus „That 70’s Show“ wieder in einer Serie zu sehen. Beim Piloten fiel mir allerdings als erstes auf, dass ihre Stimme nicht so recht für spritzige Voice Over-Erzählungen geeignet ist. Okay, geschenkt. Wenn der Rest stimmen würde. Aber das tut er leider nicht.
Der Pilot ging nach einigermaßen durch, aber die beiden nächsten Folgen haben mich schließlich zur Aufgabe gezwungen. Zu viele nicht zündende Pointen, alles zu krampfhaft auf freche Schnauze getrimmt und mindestens zwei Nebenfiguren, die ziemlich in die Hose gegangen sind – die Mitbewohnerin ist wohl als eine Art weiblicher Sheldon Cooper angelegt, allerdings ohne geekige Attitüde, sondern mit jungfräulichem „I Love Kitty“-Einschlag. Prädikat: auf Dauer extrem nervig. Und der kleingewachsene Kellner tut mir fast ein wenig leid, weil er von den Autoren wirklich die abgeschmacktesten Sprüche serviert bekommt. Meines Erachtens machen die „2 Broke Girls“ in dem Bereich ihre Arbeit viel besser, auch wenn dort nicht gleich alles Gold ist. Ich für meinen Teil kann auf „Are You There, Chelsea?“ jedenfalls prima verzichten. Sorry, Laura.

Wertungsdurchschnitt nach 3 Episoden: 3,33 Punkte (mäßig)
Sichtung eingestellt

House Of Lies

Einblicke in das Leben und Streben der Unternehmensberater Kaan, van der Hooven, Oberholt und Guggenheim serviert diese neue Show des Senders Showtime. Sex’n’Success stehen im Mittelpunkt, wenn die Anzugträger den Globus bereisen und Firmen auf clevere Weise vorspielen, sie hätten den ultimativen Geschäftsmasterplan im Gepäck. Der sie natürlich einiges kosten wird. Hauptfigur ist dabei Marty Kaan (Don Cheadle), der desöfteren die laufende Geschichte anhält und die sog. vierte Wand durchbricht, indem er dem Zuschauer Fachbegriffe oder Vorgehensweisen aus seinem Metier erklärt.

Schwierige Kiste. Ich schätze Don Cheadle als Schauspieler, die aus „Veronica Mars“ bekannte Kristen Bell sehe ich immer wieder gerne auf dem Bildschirm, die Show selbst will einen mit einem Vibe packen, wie ihn auch „Entourage“ oder „Californication“ versprühen. Erfolgsmenschen, die sich auch ausreichend nackte Tatsachen gönnen dürfen, weil die Serie nun mal auf einem PayTV-Kanal läuft. Lässige und coole Typen, in deren Haut man schlüpfen möchte. Und genau da liegt bei mir der Hase begraben. Denn so gerne ich ein Hollywoodstar wie Vince Chase wäre oder ein Autor/Rocker/Draufgänger wie Hank Moody, so wenig empfinde ich Sympathien für gelackte Unternehmsberater. Ähnliche Probleme hätte ich hierzulande mit einer Show über gewiefte Abmahnanwälte, abgezockte Großbanker oder mit allen Wassern gewaschenen Verwertungsgesellschaftern der GEMA.

Auch wenn in der Show mancher mächtige Boss als tumber Idiot bloßgestellt wird und die Truppe als Glücksritter angelegt sind, die sich aus jeder hoffnungslosen Situation retten, bleibt bei mir trotzdem immer dieser Graben, der es verhindert, dass mir die Charaktere ans Herz wachsen. Mir geht da nun mal die ultrakapitalistische „Erfolg um jeden Preis“-Mentalität eines Donald Trump ab, der sicher viel Spaß an der Show hat. Von daher lege ich die Serie vorerst mal auf Eis und werde vielleicht später nochmal reinschauen.

Wertungsdurchschnitt nach 2 Episoden: 4,0 Punkte (durchschnittlich)
Sichtung ausgesetzt

¡Rob!

Rob, ein durchschnittlicher Amerikaner, heiratet eine junge, attraktive Frau mexikanischer Abstammung und darf sich fortan – stets auf der Suche nach Anerkennung und Akzeptanz – mit der Großfamilie seiner Gattin auseinandersetzen. Die ihr Nesthäkchen natürlich viel lieber mit einem echten Latinomann verkuppelt hätten.

Rob Schneider – ein Name wie Donnerhall bei Kinofans. In dem Sinne, dass man die flachen Komödien, in denen er mitspielt, weiträumig umgehen sollte, bevor der Blitz in den Sessel einschlägt. Dementsprechend erwartete ich mir rein gar nichts von diesem TV-Comedyvehikel, zumal a) die Grundprämisse mit ihrer thematisierten Völkermentalitätsdissonanz wenig frisch anmutete und b) mir damals bei „Weeds“ das Mexiko-Setting mal den Spaß an einer ganzen Staffel versaut hatte. Entsprechend nickte ich den Piloten auch als nix Besonderes ab. Üblicherweise hätte ich der Show noch ein, zwei Episoden gegeben und sie dann von meiner Guckliste gestrichen. Ab S1E03 wird es auch leicht besser, aber die aktuell letzten Episoden haben mir sogar richtig gut gefallen. Das liegt jetzt nicht daran, dass Rob Schneider oder seine Partnerin Claudia Bassols überragend schauspielern würden. Nein, in der mexikanischen Familie liegt der Kern der Überraschung. Urgestein Cheech Marin als griesgrämiges Familienoberhaupt, Diana Maria Riva als lästernde Schwiegermutter und der herrlich schleimige, begriffsstutzige Schwager Hector alias Eugenio Derbez sorgen bei mir dafür, dass ich weiterhin einschalte. Die vierte und fünfte Folge haben bei mir 5,5 bzw. 5 Punkte einsacken können und damit Wertungen, die in dieser Season vielen der auf ein „befriedigend“ als Gesamtwertung zulaufenden neuen Comedyserien bisher verwehrt geblieben sind. Eine Show wie eine Piñata. Wenn man lange genug dagegen klopft, kommt etwas Gutes dabei heraus. Ich bin gespannt, ob „¡Rob!noch weitere solcher Überraschungen bietet.

Wertungsdurchschnitt nach 5 Episoden: 4,65 Punkte (befriedigend)
Tendenz: befriedigend

The River

Der bekannte Dokumentationsfilmer und Fernsehstar Dr. Emmet Cole verschwindet spurlos irgendwo in den Weiten des Amazonas. Seine in der Heimat zurückgelassene Familie ist gerade richtig schön am Trauern, da rauscht das Notsignal des Forschers durch den Äther. Frau, Sohn und ein komplettes TV-Produktionsteam machen sich mitsamt ungezählten Kameras auf den Weg, um auf Geheimnisse, Schrecken und vielleicht sogar irgendwann den Verschollenen selbst zu stoßen.

Neue Horror-Mystery-Show von den Leuten, die für die Paranormal Activity-Filmreihe verantwortlich zeichneten. Deren prägendste Eigenschaften sind bekanntlich lange Kameraufzeichnungen von Schlaf- oder Wohnzimmereinrichtungen, in denen meistens nichts, plötzlich aber dann doch etwas passiert. Das Erfolgsrezept liegt zum größten Teil darin begründet, dass man als Zuschauer in die Privatsphäre anderer eingeladen, dabei hautnah Zeuge schrecklicher Ereignisse wird und im Folgenden unruhig nachts durch die eigenen vier Wände schleicht. Funktioniert dieses Konzept des intimen Schreckens auch im Regenwald?

Kurze Antwort: nein, für mich nicht. Zum einen weiß ich als Kenner der Filme, dass schon aus Gründen des Budgets ausgefeilte Schockeffekte nicht drin sind. Mit von Geisterhand zugeschlagenen Türen, durchs Bild schwebenden Gegenständen oder hypnotisiert herumwandelnden Menschen zieht man eben im Dschungel keine Schlange vom Baum. Gore ist wegen der Sendezeit und des Senders ABC nicht drin, entsprechend hängen von der dortigen Flora keine blutigen Kadaver, sondern bös dreinblickende Puppen und Teddybären herunter. Zum anderen haben die Produzenten zur paranormalen Aktivität noch eine ordentliche Portion „Blair Witch Project“ beigemischt. Will sagen: Wackelkamera bis zur Schüttellähmung, authentische „being there“-Streifen inklusive. Wenn also etwas Dramatisches passiert, wie etwa das Auftauchen eines unheimlichen Wesen, wird man außer Gewackele nichts davon sehen. Dachte ich mir. Und so kam es denn auch. Den endgültigen Todesstoß erhält die Show durch wenig überzeugende Schauspieler (hallo, Herr Kretschmann), nervige Charaktere (hallo, Tochter des Mechanikers) und an den Haaren herbeigezogene Plots (hallo, im Mund steckende, englisch lehrende Libelle mit tiefer Stimme), die selbst mein trashgestählter Bruder nicht ertragen konnte. Wer diese Saison gescheiten Horror erleben will, möge sich „American Horror Story“ zuwenden.

Wertungdurchschnitt nach zwei Episoden: 3,0 Punkte (mäßig)
Sichtung abgebrochen und danach eingestellt

Touch

Alle Schicksalsstränge dieser Welt sind miteinander verknüpft, jeder Mensch auf eine gewisse Art mit den anderen verbunden. Es ist nur eine Frage des Zeitpunktes, wann alles zusammenkommt, an dem Personen in das Leben anderer treten, um deren zukünftigen Weg zu beeinflussen und entscheidend zu prägen. Der autistisch veranlagte Jake Bohm hat den mathematischen Code des Schicksals anhand der Fibonacci-Sequenz entschlüsselt, um den roten Faden aus dem chaotischen Knäuel unserer Existenzen herauszulösen. Das Problem: der Bub redet seit seiner Geburt kein Wort, sondern spricht exklusiv nur zum Zuschauer dieser neuen Mysteryserie. So darf sein alleinerziehender Vater Martin (Kiefer Sutherland, 24) den kryptischen Zahlen seines Sprösslings hinterherhecheln, um danach Zeuge der wundersamen weltweiten Verknüpfung berührender Ereignisse zu werden.

„Touch“ ist die neue Show von Tim Kring, dem Showrunner von „Heroes“. Wie dort stehen verschiedene Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen im Mittelpunkt, die die Schicksalszahlen zusammenführt. Allerdings fernab von Superheldenfähigkeiten oder der Bekämpfung von Bösewichtern, sondern in Form von emotional geprägten Geschehnissen, die aufgrund der Nummern bzw. ihrer Deutung Wirklichkeit werden.
Zu allererst fällt es mir schwer, mich an Kiefer Sutherland, also quasi Jack Bauer, in einer ungewohnt jammerlappigen Rolle zu gewöhnen. Zuschlagen darf er einmal, das berühmte „Dammit“ entfleucht ihm ebenfalls, aber sonst ist der Kerl ein armer Wicht. Kann sich ja noch ändern. Nicht ändern dürfte sich hingegen die teilweise anstrengend bemühte Art, mit der das Geflecht von Handlung und Wirkung zu einem tränenseligen Happy End geführt wird. Zufall gibt es laut der Show ja nicht. Aber gäbe es ihn, „Touch“ hätte ihn an vielen Stellen schon arg strapaziert. Wer die bisher ausgestrahlte Pilotfolge gesehen hat, wird verstehen, was ich meine. Ich lasse mal als Beispiel den rasend schnell und komplikationslos gelieferten Backofen im Kopf der Leser kreisen. Insgesamt befürchte ich, dass mich die esoterische Komponente der Show letztlich nicht überzeugen und die auf größtmögliche Schluchzer ausgelegte Schlusskompositon jeder Folge mit der Zeit kalt lassen wird. Eine Chance werde ich „Touch“ aber sicherlich noch geben.

Wertung nach Sichtung des Piloten: 4,0 Punkte (durchschnittlich)

WIEDER DA

30Rock (Season 6)

Alles wie gehabt bei 30Rock. Es guckt so gut wie keiner, aber es macht Spaß, hat tolle Ideen (wie die Parodie auf den Castingshow-Wahnsinn namens America’s Kidz Got Singing) und wird weiterhin solange für einen Emmy nominiert werden, bis die Amis endlich mal merken, dass die Show eine Perle des US-TV-Fernsehens ist, die auch mit den Jahren einfach nicht merklich an Qualität abnimmt. Was man beileibe nicht von allen schon länger präsenten Comedyserien sagen kann (siehe „Two And A Half Men“, „The Office“, „The Big Bang Theory“ und leider jüngst auch „How I Met Your Mother“).

Wertungsdurchschnitt nach 6 Episoden: 5,10 Punkte (gut)
Tendenz: gut – sehr gut

Justified (Season 3)

Endlich nochmal Clint Eastwood/Dirty Harry-Feeling. Denn Harlan County bekommt wieder Gerechtigkeit zu spüren in Form von Deputy Marshal Raylan Givens und seiner getreuen Dienstwaffe. Ich muss sagen, mittlerweile ist das Ding fast ein Selbstläufer. Vier Episoden habe ich gesichtet und alle waren gut bis sehr gut. Timothy Olyphant ist und bleibt eine coole Sau, Walton Goggins als Boyd Crowder hat immer ein krummes Ding am Laufen und ich freue mich jedes Mal, wenn die Kleinkriminellen Dickie Bennett (Jeremy Davies, LOST) und Dewey Crowe (Damon Herriman) am Jammern sind. Dazu setzt es noch frische, starke Charaktere mit interessantem Hintergrund. Es wird wie gehabt rundgehen im Hinterland von Kentucky. Ab 10. März übrigens auch hierzulande auf Kabel 1.

Wertungsdurchschnitt nach 4 Episoden: 5,35 Punkte (gut)
Tendenz: gut – sehr gut

The Walking Dead (S2E08)

Nach einer Pause von zweieinhalb Monaten melden sich die wandelnden Toten wieder an. Kommt nun der Schnitt, geht es nun bergauf, vielleicht sogar weg von der Farm und dem Campingfeeling mit dem langweiligen Gruppenbeziehungskrams? Der Auftakt lässt mich zweifeln, gibt aber auch Hoffnung. Die ersten Minuten leben noch vom starken Abschluss der letzten Folge, danach allerdings setzt es 30 Minuten Leerlauf, bevor „The Walking Dead“ mit einer sehr starken Szene in der Kneipe in beeindruckender Weise zeigt, dass noch packende Momente möglich sind. Wenn ich Punkte für die einzelnen Abschnitte geben müsste, wären es 5 Punkte für die ersten zehn Minuten, 3 Punkte für die folgende halbe Stunde und 5,5 für die letzten zehn Minuten. Macht als

Wertungsdurchschnitt für den Wiedereinstieg: 4,5 Punkte (befriedigend)

VORBEI

Chuck (Season 5)

Ach ja, Chuck ist nun auch endgültig Geschichte. Und wenn ich ehrlich bin, hat man den Schluss nicht zu früh gesetzt. Ohne Frage hat mir die Spy Comedy die Jahre hindurch viel Spaß bereitet, vor allem, wenn sie sich selbst nicht zu ernst genommen und den ihren nerdigen Anstrich betont hat. Langsam aber sicher jedoch gingen den Machern offensichtlich die Ideen aus. Die Intersect-Datenbank wurde fleißig upgedatet und herumgereicht, Sarah Walker hatte langsam ihren Unterwäscheschrank durch, Casey beendete schon automatisch jeden Satz mit einem Grunzen, jeder Darsteller bekam ein Liebchen verpasst und wenn man es auf Biegen oder Brechen weitergeführt hätte, wäre wohl Großvater Grimes oder Caseys Mutter demnächst in den Besitz der berühmten Brille gelangt oder es wäre zu dramatischen Diskussionen gekommen, wie Chuck und Sarah die Einrichtung ihres Hauses gestalten sollen.

Schon in der vierten Staffel gab es einige Durchhänger, die allerdings durch sehr starke Episoden ausgeglichen wurden und so doch noch für eine sehr gute Gesamtwertung sorgten. Bei Nr. 5 allerdings herrscht Mittelmaß; lediglich drei gute, eine sehr gute und eine überragende Episode stehen dieses Jahr zu Buche. Der Auftakt mit Morgan als neuen Intersect-User fiel in die letztere Kategorie, danach mischten sich jedoch viele durchschnittliche bis gar unterdurchschnittliche Episoden in den Serienablauf. Tiefpunkt dabei: S5E12, Chuck vs. Sarah, eine wirklich komplett vorhersehbare und unnötige Folge. Immerhin: zum Finale hat man alles richtig gemacht. Der Bogenschlag zur allerersten Episode, ein Auftritt von Jeffster, alle Nebenfiguren glücklich vereint und eine Schlusseinstellung der Marke „Hach ja“-Happy End.

Gesamtwertung: 4,57 Punkte (befriedigend)

Best of Season: S5E13 Chuck vs The End, S5E01 Chuck vs The Zoom

The Increasingly Poor Decisions Of Todd Margaret (Season 2)

Die gute Nachricht vorneweg: zum Ende der zweiten Staffel wird die berühmte Gerichtsverhandlung gegen Todd Margaret präsentiert, deren kurze Ausschnitte die Folgen der ersten Staffel einleitete. Gut möglich also, dass eine dritte Staffel den Weg Margarets zum roten Knopf Nordkoreas zeigt. Richtige Lust darauf habe ich allerdings nicht bekommen und damit zur schlechten Nachricht: das war irgendwie nix. „The Increasingly Poor Decisions“ wanderte von Anfang an stets auf dem schmalen Grat zwischen krasser Absurdität und schierer Blödheit, aber diesmal ist David Cross beim Schreiben zu oft von dort heruntergefallen und im Graben der Blödheit gelandet. Eigentlich konnten mir von den insgesamt 6 Episoden nur der Auftakt und das Finale so einigermaßen zusagen, der Rest fiel leider in die Kategorie „Puh. Nee. Lass sein“.

Gesamtwertung: 3,58 Punkte (unterdurchschnittlich)  

The Exes (Season 1)

Da kann ich mich kurz fassen. Old School Comedy mit bekannten Stars aus kultigen Serien wie „Seinfeld“, „Scrubs“ und „3rd Rock from The Sun“, die keinem weh tut, nicht nervt, aber eben auch längstens bekannte Konstellationen und Geschichten durchnudelt und vom Humor her viel zu bieder ist, um positiv aufzufallen. Halt was für die Fans von Newman und Turk.

Gesamtwertung: 3,75 Punkte (unterdurchschnittlich)

Advertisements

47 (Mai 2011)

27 Mai

Der 47. Seriencheck mit einer spektakulären Neuerung! Ab sofort erhält jede Serie, die ich über mehr als vier Episoden verfolgt habe, einen absoluten Abschlusswert. Und das funktioniert so: in meiner Datenbank beurteile ich jede Folge innerhalb einer Bandbreite von 1-6 Punkten (inklusive 0,5er-Schritten). Wer dabei 1-2 Punkte kassiert, beleidigt mich meist so gründlich in meinem Geschmack, dass er nicht über oben erwähnte vier Episoden kommt. 3 und 3,5 sind unter dem Schnitt, 4 durchschnittlich, 4,5 befriedigend, 5 gut, 5,5 sehr gut und 6 Punkte bilden die absolute Spitzenklasse.

Die durchschnittliche Wertung aller Folgen ergibt dabei zunächst nur einen Zwischenwert, denn alleine mit dieser Art der Berechnung wäre eine Serie mit 6 Punkten als Gesamtnote wohl ziemlich unmöglich. Deshalb verteile ich zusätzlich auf diesen Zwischenwert Bonuspunkte in Form von je 0,05 Punkten für jeden 5,5er bzw. je 0,1 Punkte für jeden 6,0er. Wer also Topunterhaltung liefert, kann auf diese Weise kleine Ausrutscher nach unten wiedergutmachen. Am Ende steht eine gnadenlos endgültige Prüfziffer, die zumindest ich ganz toll finde und die mir genau sagt, wo ich die jeweils aktuelle Saison einzuordnen habe. Hoffe ich mal.

30 Rock (Season 5)

Die Serie, die sich (weiterhin) immer wieder etwas Neues einfallen lässt. Der Einfallsreichtum von Tina Fey und ihrem Autorenteam kennt keine Grenzen und versorgt auch die mittlerweile fünfte Staffel mit Comedyhighlights. Manches Mal allerdings wird der Grad an Absurdität etwas überdreht (wie etwa im diesmaligen Staffelfinale), die besonderen Episoden wie die Live-Show oder die 100. Folge konnten nicht die ganz hohen Wertungen einfahren, wie überhaupt im Gegensatz zu früheren Staffeln nur einmal mein Humorzentrum voll in die 6 Punkte getroffen wurde. Dahinter lauern allerdings gleich 8 sehr gute bzw. 7 gute Ausgaben der The Girlie Show with Tracy Jordan, was auch dieses Jahr wieder für eine insgesamt hohe Wertung ausreicht. Der Dampfer 30Rock trotzt damit weiterhin wacker der mit ansteigender Laufzeit rauer werdenden See, auch wenn die Kapitäne Lemon & Donaghy ab und zu das Steuerrad kurz entgleiten lassen.

Absoluter Wert: 5,50 Punkte / Anzahl an Höchstwertungen: 1 x 6,0 ; 8 x 5,5

Gesamtwertung: sehr gut

Top of the Show: S5E12 Operation Righteous Cowboy Lightning

Better With You (Season 1)

Eine der Überraschungen dieser Saison und wenn ich lese, dass es letzen Endes nicht für eine zweite Staffel gereicht hat, möchte ich direkt und sofort die Beziehung mit ABC beenden. Better With You ist eine sympathische, klassische Couple-Comedy, deren Pilot mich zugegebenermaßen ziemlich kalt gelassen hat. Drei Paare, eines jung verliebt und heiratswillig, eines länger zusammen und in wilder Ehe lebend und schließlich die steinalt verheirateten Eltern der beiden Töchter – das erinnert an Til Death mit Brad Garrett und Joely Fisher und übernimmt als running gag auch dessen vergleichende Szenen im jeweiligen Beziehungsstadium. Der Unterschied: im Laufe der Show hat jedes dieser Paare seine Highlights. Als erstes packen einen die Altstars Kurt Fuller und Debra Jo Rupp, mit der Zeit kommt vor allem Josh Cooke mit seinem humoristischen Talent immer besser zur Geltung und spätestens ab der Mitte mag man den ganzen Cast mit seinen Schrullen und Macken. Der hohe absolute Wert zeigt, dass sich die Show auf einem konstant guten Niveau bewegte, was ich beileibe nicht von allen neuen Comedys 2010/2011 behaupten kann. Nur als Vergleich: Hätte sich ABC zwischen Mr. Sunshine und Better With You entscheiden müssen, wäre nach meiner Wahl Chandler draußen geblieben. Wirklich schade drum.

Absoluter Wert: 5,40 Punkte / Anzahl an hohen Wertungen: 2 x 6,0 ; 4 x 5,5

Gesamtwertung: gut

Top of the Show: S1E12 Better With A Cat, S1E20 Better With Crying

Breaking In (Season 1)

Kein Glück für Christian Slater, auch sein dritter Anlauf, als Seriendarsteller Fuß zu fassen, scheint in der frühzeitigen Absetzung zu enden. Breaking In ist allerdings dann auch zu schwach, um im Haifischbecken der Comedyserien zu überleben. Die Show leidet stellenweise deutlich an der übertrieben aufgetragenen Lässigkeit und Coolness, der Freund der Schlossknackerbraut nervte mich schon direkt mit seinem ersten Auftreten und Bret Harrison spielt mal wieder genau den Typen, den er schon in Reaper und That 70’s Show verkörperte. Auf der positiven Seite: Slater mit ein paar netten Sprüchen und einige richtig gelungene Geek-Referenzen (Star Wars, Star Trek, Goonies, Tron). Im Endeffekt aber doch zu wenig, um einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.

Absoluter Wert: 4,14 Punkte 

Gesamtwertung: durchschnittlich

Chuck (Season 5)

Wenn ich mit der Sichtung einer Show hintendranhänge, dann stimmt irgendetwas nicht. Bei Chuck lagerten stellenweise bis zu fünf Episoden auf der Wartehalde – eine vor ein paar Jahren noch undenkbare Situation, da freute ich mich auf jedes neue Abenteuer wie der Beißer auf James Bond. Aber mittlerweile hat man das Gefühl, so ziemlich alles gesehen zu haben, der Trend zur aufkommenden Serienmüdigkeit lässt sich nicht verleugnen. Woran es lag? Nun, das Auf und Ab der Agentenbeziehung wirkte gekünstelt und kam beileibe nicht an die frühere „Kommen Sie zusammen?“-Spannung heran, die Suche nach Chucks Mutter mit all ihren bemühten Wendungen rundum das Volkoff-Imperium entfachte wenig Kribbeln, zu oft hatte man zudem schon eine als mögliches Finale konzipierte Episode gesehen. Wo früher Topmission an Topmission aneinandergereiht wurde, schlich sich nun also auch Durchschnittliches ins Hauptquartier. Wobei es oft so war, dass die Folgen entweder rockten oder so begeisternd wirkten wie das Buymore-Personal, wenn Arbeit ansteht. Natürlich besaß die Show weiterhin genug Charme, Witz, attraktive Frauen und Geekyness, dass es für ein „sehr gut“ als Abschlussnote reichen würde, wenn auch weniger deutlich als gewohnt.

Das war meine Einschätzung, bevor ich die letzten drei Folgen der Saison sah. In eben jenen läuft Chuck zu absoluter Hochform auf: ein respektabler Twist um den Agenten X, putzigster Nerd-Humor, augenzwinkernde Momente und ein rundum gelungenes Happy End-Finale mit witzigem Ausblick auf die wohl wirklich endgültig letzte Staffel. Ach, ich freue mich doch wieder drauf.

Absoluter Wert: 5,87 Punkte / Anzahl an hohen Wertungen: 5 x 6,0 / 7 x 5,5

Gesamtwert: sehr gut

Top of the Show: S4E02 Chuck Versus The Suitcase, S4E10 Chuck Versus The Leftovers, S4E14 Chuck Versus The Seduction Impossible, S4E23 Chuck Versus The Last Details, S4E24 Chuck Versus The Cliffhanger

Community (Season 2)

Die von der Zahl der absoluten Highlights her beste Comedy-Show des Jahrgangs, da lasse ich mich jetzt auf keinerlei Gruppendiskussion ein. Wie das Team um Dan Harmon immer wieder wahre Perlen der Unterhaltung in ein 20-minütiges Sendeschema presst, verdient eine Auszeichnung jenseits kommunaler Bildungsstätten. Die Halloween-Episode, das Paintball-Western-Drama, die Mutter aller Rückblickfolgen, das Dungeons & Dragons-Epos – allesamt Klassiker, für die ich sofort den Doktorhut in den Ring geworfen hätte. Meta-Zeremonienmeister Abed hat hier mit seinen Mitstreitern wieder alles im Griff. Damit Pierce aber wieder etwas zu meckern hat, verweise ich auf die Handvoll lustloser Episoden, die die Show an der absoluten Höchstwertung vorbeischrammen lassen. Oder ich habe die darin besiedelte Anspielungsebene schlicht nicht verstanden. Mein Tipp: für solche Folgen einfach Soloauftritte von Mr. Chang oder Dean Pelton einbauen, dann klappt es zur Staffel 3 auch mit der Höchstpunktzahl. Von mir aus bräuchte diese Serie nie einen Abschluss zu schaffen.

Absoluter Wert: 5,88 Punkte / Anzahl an hohen Wertungen: 4 x 6,0 ; 9 x 5,5

Gesamtwertung: sehr gut

Top of the Show: S2E06 Epidemiology,  S2E14 Advanced Dungeons & Dragons, S2E21 Paradigms Of Human Memory, S2E24 For A Few Paintballs More

Fringe (Season 3)

Es passiert höchst selten, dass eine Show einen solchen Qualitätssprung hinlegt wie Fringe. Man beachte, wie ich den Begriff Quantensprung umschifft habe, weil dieser unter wissenschaftlichen Laien immer falsch angewandt wird. Dr. Walter Bishop wäre stolz auf mich und würde mir spontan eine bunte Stange Lakritze anbieten. Hatten die ersten beiden Seasons immer wieder storymäßige Ausfälle zu bieten (was mich letztes Jahr noch zu der Idee veranlasste, sich die besten Folgen einer DVD-Box selbst zusammenstellen zu dürfen, zusätzlich mit den schönsten Bloopers, ekligsten Herumschnippeleien und einem Minilabor inklusive Kuh nebst aufklappbarem Altar zur Huldigung von John Noble), ist dieses Mal alles auf einem Qualitätslevel. Wer immer auf die Idee gekommen ist, die Abenteuer der Fringe Division auf ein Paralleluniversum auszudehnen, darf einmal in den Isolationstank und eine Emmy-Verleihung zu seinen Ehren miterleben. John Noble hätte eine reale Nominierung spätestens mit dieser Saison verdient. Die Folgen sind dermaßen grandios, dass ich sogar die „Olivia redet wie Spock“-Nummer nach einem kurzen Kopfschütteln lustig fand. Zum Schluss noch ein Finale mit einem Schlusspunkt, der in seiner Wunderlichkeit an beste LOST-Zeiten erinnerte. Die perfekte Mischung aus Mystery, Weltuntergang und Humor. Selbst schwächere Folgen sucht man vergebens, was in einer wohl für einige Zeit unerreichbaren absoluten Wertung deutlich wird.

Absoluter Wert: 6,21 Punkte / Anzahl an hohen Wertungen: 4 x 6,0 ; 9 x 5,5

Gesamtwertung: überragend

Top of the Show: S3E05 Amber 31422, S3E06 6955 khZ,  S3E15 Subject 13, S3E18 Bloodline

How I Met Your Mother (Season 6)

Kids, i don’t care anymore about how i met your mother. Deal with it!

Ich warte wirklich auf diesen Einstieg, das kann eigentlich nur noch eine Frage der Zeit sein. Selbst die Autoren gönnen sich da einen Spaß, wie im Saisonfinale mit der kurzzeitig gezeigten, aber natürlich falschen Mutter. Die Show ist weiterhin spaßig, die Charaktere durch die Bank liebenswert und wer sich wie ich durch ein paar Episoden Mad Love gequält hat, weiß erst richtig wieder zu schätzen, was er an Barney, Ted, Marshall, Robin und Lily hat. Die paar durchschnittlichen Ausreißer werden immer wieder durch legendär komische Episoden wettgemacht und selbst auf der dramatischen Ebene konnte man -Stichwort: unerwarteter Todesfall- punkten (auch wenn ich die unmittelbar danach folgende Episode als schwächste der Staffel empfand).

Absoluter Wert: 5,71 Punkte / Anzahl an hohen Wertungen: 3 x 6,0 ; 7 x 5,5

Gesamtwertung: sehr gut

Top of the Show: S6E04 Subway Wars, S6E10 Blitzgiving, S6E13 Bad News

Justified (Season 2)

Marshall Raylan Givens ist auch dieses Jahr wieder heißer Anwärter auf den „coole Sau“-Award der US-Fernsehsaison. Der Mann fährt einen schicken schwarzen Schlitten, trägt lässig wie kein anderer seinen Stetson, bringt die Bösewichter mit Einzeilern ins Schwitzen und setzt seine Pistole gegen die Hinterwäldler Kentuckys ein, ohne groß nachzufragen. Da passt es schon ins Bild, dass Darsteller Timothy Olyphant in Rango dem animierten Clint Eastwood seine Stimme lieh. In der zweiten Staffel geht es düsterer zu, es fehlen mir etwas die auflockernden Episoden der ersten 13 Folgen, dafür bekommt der Zuschauer als durchgängigen Storybogen ein spannend inszeniertes Drama, an dessen Ende nur wenige Figuren unverletzt bleiben. Und der Boden für den Ärger in Staffel 3 ist schon beackert. Starke darstellerische Leistungen gibt es von Jeremy Davies (LOST) und Margo Martindale (Dexter) zu vermelden, das Qualitätsniveau ist durchgehend als gut einzustufen. Allerdings hätte ich mir mehr noch ein paar sehr gute Folgen wie jene zu Beginn bzw. zum Ende hin gewünscht. An den überragenden Piloten „Fire In The Hole“, den ich an dieser Stelle nochmals jedem Serienfan ans Herz legen kann, kommt allerdings keine Episode dieser zweiten Season heran. Wie üblich empfiehlt es sich auf Seiten wie addic7ed.com die passenden Untertitel zu laden, um vor dem dahingeschnodderten Dialekt der Hillbillies nicht gleich die Waffen strecken zu müssen.

Absoluter Wert: 5,15 Punkte / Anzahl an hohen Wertungen: 3 x 5,5

Gesamtwertung: gut

Modern Family (Season 2)

Die beste Comedyshow der letzten Saison enttäuscht auch dieses Jahr nicht. Es bleibt bei dem wunderbaren Kniff, dass von den kleinen Dramen rumdum um die drei Familien mindestens eines den direkten Weg ins Zwerchfell findet. Seien es die humorigen Macken der Dunphys, der Delgado-Pritchetts oder der Pritchett-Tuckers: den witzigsten Clan der Woche stellt mit schöner Regelmäßigkeit Modern Family. Das spiegelt sich auch bei den Punkten wieder, wo ich als schlechteste Bewertung gerade einmal ein „befriedigend“ verteilen musste, der Rest war gut bis überragend. Mit dem kleinen Unterschied, dass das Prädikat dieses Mal deutlich seltener (sprich: nur einmal) von mir gezückt wurde als noch in der ersten Staffel. Auch das Finale blieb etwas hinter dem letztjährigen zurück. Die Folge dieses Meckerns auf hohem Niveau:

Absoluter Wert: 5,83 Punkte / Anzahl an hohen Wertungen: 1 x 6,0 ; 10 x 5,5

Gesamtwertung: sehr gut

Top of the Show: S2E19 The Musical Man

Outsourced (Season 1)

Ja, ich habe es bis zum Ende gesehen. Nein, es hat nicht durchgehend Spaß gemacht. Bei weitem nicht. Viele Witze waren so lustig wie Plastikkotze auf der Kindergeburtstagstorte, um mal ein Bild aus dem Scherzartikelbereich zu wählen. Mein Bruder ist aber ein beinharter Fan von Gupta geworden und wollte daher jede Episode sehen. Neben ihm könnten von mir aus die Charaktere Rajiv und Charlie (alias Diedrich Bader) gerne in Nebenrollen anderer Projekte wiederauferstehen. Der Rest darf ruhig weiterhin relativ unbemerkt in Indien bleiben. Zurecht nach einer Staffel abgesetzt, denn für die große völkerverbindende Bespaßung hat es einfach wirklich nicht gelangt.

Absoluter Wert: 3,70 Punkte

Gesamtwertung: unterdurchschnittlich

Parks And Recreation (Season 3)

Bürgerinnen und Bürger dieser Welt! Pawnee bleibt eine Reise wert. Erleben Sie Ron Swanson, wie er Verwaltung einfach mal Verwaltung sein lassen kann und dies auch unablässig tut. Leslie Knope im Kampf um Bürokratie, Liebe und anderen Peinlichkeiten. Tom Halverford in seiner sagenumwoben hippen Discoklitsche. April und Mark, das Vorzeigepaar mit ohne Durchblick in allen Lebenslagen. Jerry, der die schönsten Bilder malt, infolge liebevollen Mobbings aber meist zu wenig zu Wort kommt. Und natürlich Li’l Sebastian, aber jetzt versagt mir die Stimme vor Schmerz und Anrührung….

Ich liebe die Charaktere von Parks And Recreation! Da schreiben sich die Geschichten quasi von selbst und gefallen in jeder Episode. Wo andere Shows in manchen Episoden absacken, liefern Amy Poehler und Kollegen durchgehend hohe Qualitätsarbeit. Also quasi das Gegenteil von dem, was ihre Charaktere anstellen. Die Neuzugänge der Saison, Adam Scott und Rob Lowe, ergänzen die Truppe dezent, aber perfekt. Bitte jetzt schon Akten anlegen für mindestens drei neue Verwaltungsjahrgänge.

Absoluter Wert: 5,61 Punkte / Anzahl an hohen Wertungen: 2 x 6,0 ; 5 x 5,5

Gesamtwertung: sehr gut

Top of the Show: S3E02 Flu Season, S3E11 Jerry’s Painting

Raising Hope (Season 1)

Die Show, deren Leistungskurve nach großartigem Start immer mehr ein Stückchen mehr nach unten ging. Als großer Fan von My Name Is Earl (dritte Season ausgenommen) war ich hocherfreut über das neue Projekt von Greg Garcia. Wieder sozial nicht überragend integrierte, aber liebenswerte Figuren. Wieder Geschichten mit Herz. Obendrauf noch ein schnuckeliges Baby und ein ahnungsloser Teenagervater als Hauptdarsteller, für genug Unterhaltungsstoff war also gesorgt. Leider schien die kleine Hope am Ende doch zu wenig an schauspielerischer oder stuntbezogener Performance aufbieten zu können, denn das Baby rückte immer mehr in den Hintergrund und bekam schließlich nur noch kurze Giggel-Szenen. Aus „Raising Hope“ wurde so „The Crazy Family Chance“, der Spaßfaktor sank von hoch auf ganz nett. Für die zweite Staffel erhoffe ich mir mehr Stories um die suboptimale Kindererziehung und weniger Maw Maw-Peinlichkeiten.

Absoluter Wert: 4,79 Punkte / Anzahl an hohen Wertungen: 3 x 5,5

Gesamtwertung: befriedigend

The Big Bang Theory (Season 4)

Durchgängiges Höchstniveau ist bei den verfilmten Sozialstudien der vier Nerds aus Big Bang Theory leider auch nicht mehr zu erwarten. Obwohl der Auftakt allerbeste Unterhaltung bot und mir richtig Hoffnung machte, die Schwächen der dritten Staffel auszubügeln. Danach aber schlichen sich immer wieder Episoden ein, bei denen mir die eingespielten Lacher für das Gebotene deutlich übertrieben vorkamen. Eventuell ein Fehler in der Lorre/Prady-Skript-Routine, vielleicht sollte Wolowitz da mal drüberschauen. Trotzdem wirft die Wissenschaftswerkschau immer wieder richtige Highlights ab, in denen das Nerdtum triumphiert und die SciFi/Fantasy-Anspielungsmaschinerie korrekt kalibriert ist. Was den Overflow an weiblichen Neuzugängen im Cast angeht, hätte mir Penny weiterhin genügt. Bernadette finde ich ziemlich überflüssig, Amy doppelt zu sehr Sheldon und Priya dürfte schnell in Vergessenheit geraten (ich musste eben selbst den Namen nachgoogeln).

Absoluter Wert: 5,31 Punkte / Anzahl an hohen Wertungen: 2 x 6,0 ;  6 x 5,5

Gesamtwert: gut

Top of the Show: S4E01 The Robotic Manipulation, S4E02 The Cruciferous Vegetable Amplification

The Event (Season 1)

Rasend schnell gestartet ist dieser 24-Mystery-Hybridbolide, wurde dann aber durch eine mehrmonatige Pause ausgebremst, verfing sich in teils übergroßen Logikschlaglöchern und rollte schließlich aus, weil die Fahrbahn zu Ende war. Ich mochte The Event zu Beginn mit seiner flotten Inszenierung, den nicht allzu lange verzögerten Auflösungen diverser Geheimniskrämereien, der Action und den mysteriösen Außerirdischen. Was NBC dann geritten hat, die Show wegen der fehlenden Zuschauer für gut 14 Wochen aufs Abstellgleis zu stellen, statt direkt abzusetzen, ist mir ein Rätsel. Mit dem Wissen, dass nach einer Staffel Schluss sein würde, erlahmt natürlich die Spannung und das Interesse. Erschwerend kam hinzu, dass nach der Pause der Sack mit den funkelnden faulen Eiern aufgemacht wurde, so dass man als Zuschauer am besten gar nicht mehr über das Gesehene nachdachte. Wirre Entscheidungen, unlogische Wendungen, zufällig passend gemachte Situationen – was bei 24 wegen der tickenden Uhr noch in einem bestimmten Rahmen gnädig übersehen werden konnte, brach nun in geballter Form über die Show herein. Wer bis zum Ende dranblieb, erhielt als Belohnung immerhin eine saubere Auflösung der Geschichte und eine dramatische letzte Bildeinstellung. Die symptomatischerweise gleichzeitig auch das Erzählgerüst für das heraufbeschworene Weltuntergangsszenario in Frage stellte. So bleibt von The Event nur die erwähnenswerte darstellerische Leistung von Zeljko Ivanek in der Rolle des Präsidentberaters Blake Sterling übrig.

Absoluter Wert: 4,72 Punkte / Anzahl an hohen Wertungen: 3 x 5,5

Gesamtwertung: befriedigend

The Middle (Season 2)

Dieter Thomas wäre stolz, denn die Hecks sind wieder ein Stückchen höher in meiner Serienhitparade geklettert. Liebenswertes, grundehrliches Mittelstandsfamilienchaos aus Indiana mit der wunderbaren Patricia Heaton und dem kauzigen Neil Flynn als herrlich geplagtes Elternpaar stehen auf dem Programm. Im Vergleich zur ersten Season hat sich die Anzahl der hochbewerteten Folgen gleich vervierfacht, auch wenn es noch nicht für die oberste Wertung gelangt hat. Aber wie ich Sue Heck kenne, wird sie alles daran setzen, diese Trophäe zu erreichen und sei es allein durch Ausdauer und Beharrlichkeit. [Beharrlichkeit]

Absoluter Wert: 4,97 Punkte / Anzahl an hohen Wertungen: 4 x 5,5

Gesamtwertung: gut 


The Office (Season 7)

Das Bemühen war da, in der letzten Staffel mit Steve Carell den Fans nochmals etwas zu bieten. Gerade die abschließenden Folgen hatten köstliche Momente, die an die guten alten Bürozeiten erinnerten (Creed Bratton und Dwight Schrute als Manager, wunderbar!). Demgegenüber standen jedoch in erschreckend hoher Zahl Langeweiler, die selbst Toby wie einen Dynamiker wirken ließen. Ich kann immer noch nicht verstehen, weshalb man die gut funktionierenden Charaktere der ersten drei Staffeln nicht weiterhin bedient, sondern Figuren wie Gabe, Andy, Holly, Jo Bennett oder Erin eingebunden hat, die zumindest bei mir überhaupt nicht gezündet konnten. Für den neuen Chef wünschte ich mir, dass er das Personal abbaut und mit bürgerlichem Namen Ricky Dene Gervais heißt. Aber daran zu glauben fällt mir schwer. Reinschauen werde ich sicherlich in die 8. Season, es kann aber gut möglich sein, dass ich diesmal nicht bis zum Ende dranbleiben, sondern eher die dritte Staffel nochmal anschauen werde.

Absoluter Wert: 4,57 Punkte / Anzahl an hohen Wertungen: 3 x 5,5

Gesamtwertung: befriedigend

The Simpsons (Season 22)

Die 20. Season war eine Ausnahme, dieses Jahr kann ich wie schon das Jahr zuvor den selben Textkasten verwenden. Zwei Must-See-Episoden (darunter natürlich die Treehouse of Horror-Ausgabe), nur vier gute und keine einzige sehr gute Folge, der Rest zwischen okay und erschreckend uninspiriert. Das Mittelmaß regiert, was sich letztlich auch in der Wertung ausdrückt. Die Simpsons bleiben die Show, die ich mir jedes Jahr komplett anschaue, obwohl sie die meisten unterdurchschnittlichen Folgen im Angebot hat. Nur wer sich über zwei Jahrzehnte einen Publikumsstamm sichern konnte, kann es sich erlauben, eine Saison mit einem derart lahmen Finale wie „The Ned-liest Catch“ abzuschließen. Besserung für die Fans der gelben Familie bringt wohl wirklich erst der nächste Film.

Absoluter Wert: 4,47 Punkte / Anzahl an hohen Wertungen: 2 x 6,0

Gesamtwert: befriedigend

Top of the Show: S22E04 Treehouse of Horror XXI, S22E08 The Fight Before Christmas

Bewertungen 

6 Punkte = überragend, Must See TV
5,5 Punkte = sehr gut, Einschaltpflicht
5 Punkte = gut, Mattscheibenglanz
4,5 Punkte = befriedigend
4 Punkte = durchschnittlich
3,5 Punkte = unterdurchschnittlich
3 Punkte = mangelhaft
2,5 Punkte = not worth seeing
2 Punkte = sofort absetzungswürdig

1,5 Punkte = weshalb schau ich das überhaupt?

1 Punkt = schockierend schlecht

43 (November 2010)

27 Mai

Die 43. Ausgabe des Serienchecks diesmal mit einem sehr beachtenswerten Neustart und einem Überblick plus kurzer Bestandsaufnahme über die Shows, die ich verfolge bzw. verfolgt habe.

The Walking Dead

Neue aMC-Serie zu einem Thema, das uns alle betrifft, nämlich Zombies. Es ist die ganz alltägliche Geschichte von Sheriff Deputy Rick Grimes: morgens steht er noch gemütlich auf, beballert amtlich einen fliehenden Bösewicht, fängt sich eine Kugel ein und als er nach einer stärkenden Ruhephase von ein paar Wochen schließlich im Krankenhaus aufwacht, sind so gut wie alle tot, untot oder extrem schlecht drauf. Sein ehemaliger Kollege Shane Walsh hat sich unterdessen seine Frau und Kind gekrallt, was Grimes aber noch nicht mal ahnt, sondern nur der Zuschauer erzählt bekommt. Ja, das Leben während der Apokalypse kann unschön sein.

The Walking Dead basiert auf den Comics von Robert Kirkman und wurde von Frank Darabont (der für einen meiner absoluten Lieblingsfilme, „The Shawshank Redemption“, Verantwortung zeichnet) in Szene gesetzt. Nun kenne ich weder die Vorlage, noch lechze ich begeistert jedem Untoten hinterher, der mir in Film, Fernsehen oder Fußgängerzone begegnet, aber um zu erkennen, dass diese Show großartig ist, brauche ich kaum mehr als einen Fingerbreit an Hirnmasse in der Kopfraum.

Kenner des Comics dürften den recht freien Umgang mit dem Quellenstoff bekritteln, klassische Zombieveteranen über die flotte Schlurfgeschwindigkeit der hier als Walker bezeichneten Wankfüßler ganz langsam den Kopf schütteln, aber für mich hat die TV-Aufbereitung alles, was es braucht: überzeugende Schauspieler, eine edle Produktion samt prächtig ausgestatteter Maskenabteilung, beeindruckende Bilder, spannende Story und natürlich Blut, Gore und anderes Ekelzeugs. Gerade bei letzterem erweist es sich als Vorteil für die Serie, auf einem Kabelsender gelandet zu sein. Zwei Folgen liefen bisher, zweimal zückte ich am Ende lächelnd-röchelnd die Höchstpunktzahl. Eine zweite Staffel ist schon gesichert und es müsste schon allerhand schiefgehen, wenn The Walking Dead nicht die beste Zombie-TV-Serie überhaupt werden sollte.

30Rock

Liz Lemon und Jack Donaghy halten sich tapfer in der 5. Staffel, was schon mal eine Leistung an sich ist. Es bleibt anspielungsreich humorvoll,  leider fehlen mir allerdings bisher die absoluten Höhepunkte, die aber noch im Laufe der Saison kommen können.

Better With You

Hat sich gesteigert, muss ich lobend feststellen. Die erste Episode hatte ich noch in der Kategorie „harmlose Relationship-Comedy mit zu wenig überzeugenden Jungdarstellern neben zwei alten Showhasen“. Aber die Autoren legten einige richtig schöne Episoden vor, in denen neben den Oldies Debra Jo Rupp und Kurt Fuller auch der Rest der Truppe überzeugen konnte. Wer also auf fluffig-leichte Unterhaltung mit Beziehungskrams steht, darf ruhig einschalten.

Boardwalk Empire

Definitiv eines der Highlights in der TV Serienlandschaft 2010. Auch wenn ich manchmal Probleme habe, die Figuren einzuordnen und das Nackedei der Woche mir stellenweise zu sehr in die Show gedrängt wird – „Boardwalk Empire“ verströmt den Charme der 20er und des Qualitätsfernsehens made by HBO.

Bored To Death

Legt im Vergleich zur ersten Staffel stetig zu und mausert sich langsam zu einer echten Empfehlung für Freunde schräger Comedy. Ein eher unterkühlter Start in die zweite Staffel, aber spätestens die Episode mit Ted Danson als bekiffter Waffenträger zeigte das Potenzial der Show und verdiente sich die erste volle Punktzahl auf meiner Bewertungsskala. Zach Galifianakis bleibt zudem eine Kategorie für sich.

Castle

Eine meiner aktuellen Auf-Halde-Serien, von daher nicht bewertbar. Die bisher gesehene Eröffnung der 2. Staffel war schon mal recht unterhaltsam. Ich hoffe auf weitere Firefly-Anspielungen im Laufe der Season.

Chuck

Leicht schwankende Qualität bei Chuck & Co. Der Handlungsstrang um die Mutter haut mich nicht um, die Beziehungsprobleme zwischen dem Agentenduo könnte man von mir aus auch eher flotter abarbeiten. Spaß machen zweifellos das neue Pärchen Grimes & Casey, die Buymore-Geeks hingegen kommen mir noch zu kurz.

Community

Und nochmal schwankende Qualität. Sehr gepflegter Einstieg mit Betty White als Gastprofessorin, danach erinnerte es mich stark an die Folgen der 1. Staffel, will sagen: Nette bis gute Unterhaltung, aber halt nicht der Knaller. Bis mit „2×04 Basic Rocket Science“ und vor allem „2×06 Epidemiology 206“ das Spaßpedal durchgetreten wurde. Darauf folgte eine schwache, jüngst eine wieder richtig gelungene Episode. Kann es sein, dass die Autoren aktuell mit Senor Chang nichts anzufangen wissen?

Desperate Housewives

Nach zwei Episoden aus meiner Guckliste geflogen. Kontinuierliche Fortsetzung der schwachen 6. Staffel, mit Handlungssträngen, die mich als Kerl nun wirklich nicht ernsthaft ansprechen konnten. So long, Wisteria Lane, es war mal ganz schön.

Dexter

Bin mit Dexter wieder nicht richtig glücklich. Schon letzte Staffel dauerte es, bis die Show dank John Lithgow zündete. Dieses Jahr läuft das Blut zu Beginn eher noch zäher statt flüssig, die Nebenschauplätze reichen von belanglos bis hattenwirschonmal. Erst in den letzten drei Episoden weckten die Ereignisse um Dex und seine neue Freundin mein Interesse. Ich hoffe, die Macher haben sich noch etwas richtig Großes aufgespart.

Fringe

[Achtung, Schreibmaschinen bereithalten, es folgt eine Durchsage an alle Bewohner dieser und sämtlicher angeschlossener Parallelwelten:]

Wie genial bitte ist diese Show geworden? Der Kniff mit der alternativen Fringe-Division ist grandios, die Geschichten ohne Fehl und Tadel, es kommt keine Langeweile wie bei früheren Füllerepisoden auf, die Show bolzt schon direkt Highlights heraus, als würde es Richtung Finale gehen. Meine persönliche Überraschung dieses Jahrgangs und neben „The Walking Dead“ die Serie, auf die ich mich unter der Woche am meisten freue.

How I Met Your Mother

Läuft ähnlich wie 30Rock weiterhin stabil, auch wenn sich zu Beginn einige schwächere Ausgaben einschleichen. Der Zahn der Zeit nagt eben auch dezent an Barney & Co. Immerhin, seit der sehr guten Folge „6×04 Subway Wars“ hält sich HIMYM wieder sicher in der Qualitätsspur.

Mike & Molly

Lange habe ich der Show ihre Chance gegeben, sie nun aber doch mit der  7. Folge abgesetzt. Die neueste Chuck Lorre-Produktion ist bei mir nie über die Einschätzung „ganz nett bis geht so“ hinausgekommen. Den Piloten fand ich recht akzeptabel, danach ging es aber einfach nicht weiter aufwärts. Ob die Hauptdarsteller nun dick sind oder nicht, am Ende zählen für mich die Drehbücher, die in Bezug auf meine Humortrefferquote eher schwach auf der Brust waren.

Modern Family

Läuft weiterhin großartig und hält insoweit das Niveau der ersten Saison, auch wenn ich bisher noch keine Folge mit der Höchstpunktzahl ausgezeichnet habe (allerdings bereits einige mit der zweitbesten Note). Ist aber sicher nur eine Frage der Zeit, bis Phil „The Dad“ Dunphy sich den ganz großen Bock leistet. Oder eben Cameron. Oder Jay. Ach, eigentlich sind alle dazu imstande.

Outsourced

Mein Bruder guckt es weiterhin und ich gezwungenermaßen halt auch. Aber nur wegen Gupta, den ich mir gut als Nebendarsteller in einer Hit-Comedy vorstellen könnte. Die anderen Figuren reizen mich überhaupt nicht, (okay, vielleicht gerade noch so der Assistant Manager), der Humor verpufft zum allergrößten Teil an mir vorbei, das Setting langweilt. Ich will endlich Parks & Recreation auf dem Sendeplatz wieder haben!

Raising Hope

Beste neue Comedy meiner bescheidenen Meinung nach. Goldiges Baby, herzlich kaputte Familie, quietschig drollige Nebendarsteller (ich sage nur Kate Micucci, die Ukulele-Lady aus „Scrubs“), schöne, immer mit einem Schuss Herzensgüte versehene Geschichten. Wer „My Name Is Earl“ mochte, hat hier äquivalenten Ersatz. Obwohl die Familie Chance mit dem Wort äquivalent sicher nichts anzufangen wüsste.

Running Wilde

It’s not Arrested Development. Muss man leider so festhalten. Nach einem verheißungsvollen Start trudelte die Show langsam, aber sicher Richtung Bedeutungslosigkeit. Mir fehlen die sympathisch-schrägen Elemente oder auch einfach die kaputten Typen, die die Show um die Familie Bluth seinerzeit hervorbrachte. Bei „Running Wilde“ bemüht sich Will Arnett zwar, seine Rolle als exzentrischer Millionär entsprechend zu befüllen, aber das alleine reicht nicht. Vor allem, wenn die restlichen Rollen auch einfach zu wenig mit echten, erinnerungswürdigen Charakteren besetzt sind. Sorry, Mitchell Hurwitz, dann lieber schnell wieder an den Schreibtisch zurück, um endlich den „Arrested Development“-Film ins Kino zu bringen.

$#*! My Dad Says

Auch bekannt als die Show, in der William Shatner ab und zu etwas Witziges sagt. Ich kenne den Twitter-Channel nicht, der hier als Vorlage diente, aber ich würde wetten wollen, dass ich genau sagen kann, welche Drehbuchteile ihm entstammen und welche nicht. Steht bei mir auch nur deshalb noch auf der Guckliste, weil ich Old Captain Kirk Bill weiterhin für eine coole Sau halte. Der Rest des Castes geht gnadenlos unter in der eigenen Bedeutungs- und Witzlosigkeit.

The Big Bang Theory

Ein überragender Start der amtlichen Geeks von CBS, was mir reichlich Hoffnung machte nach der doch qualitätsmäßig abfallenden dritten Staffel. Es scheint, als wüssten die Autoren wieder, was der Kernbereich der Show ist. Nämlich die Zuschauer mit abgedrehten Dialogen über Roboter, SciFi, Computern, Superhelden und anderem Nerdgold zu unterhalten. Mittlerweile haben sich auch ein paar Füllerepisoden eingeschlichen, aber mit Gastauftritten wie zuletzt jenem von Will Wheaton kann man einfach nichts falsch machen.

The Event

Ich mag sie weiterhin, diese Mischung aus „24“, Flashbacks und Mystery. Klar, wie schon bei Jack Bauers Abenteuern tun sich situationsbedingt ein paar Logiklöcher auf, aber wer sich davon den Spaß nicht trüben lässt, findet in „The Event“ spannende Unterhaltung. Auf meiner internen Bewertungsliste hat bisher jede Folge solide 5 Punkte einfahren können. Auch, weil die Show es schafft, mich als Zuschauer am Ball zu halten, mir keine nervigen Charaktere oder Ablenkungsmanöver zu präsentieren und jede Episode mit einem knackigen Ende zu versehen. Leider stimmen die Quoten mal wieder nicht. Anders als bei „FlashForward“ oder „V“ ärgert mich das in diesem speziellen Fall.

The Increasingly Poor Decisions Of Todd Margaret (Season 1)

Nach 6 Episoden schon durch und daher von mir auch mit einer endgültigen Bewertung zu versehen. Vielen dürfte der Charakter von Todd Margaret schlicht und ergreifend zu schmerzhaft doof sein, das ging mir an manchen Stellen auch so. Andererseits aber hat die von David Cross erschaffene Show stellenweise so harten Humor zu bieten, dass ich ein wenig darüber hinwegsehen kann. Wer also mit seinem eigenen Witzgeschmack den Ansatz „So krank, dass es schon wieder gut ist“ vereinbaren zu vermag, darf reinschauen. Andere können einen guten Punkt abziehen oder sich besser gleich davon fernhalten. In jedem Fall darf man bekritteln, dass der Schluss etwas zu abrupt kommt und vor allem den Vorspann überhaupt nicht erklärt. Wehe, die zweite Staffel ist noch nicht klar.

4,5 von 6 Punkten (befriedigend)

The Middle

Weiterhin der kleine unscheinbare Bruder von „Modern Family“, denn zumindest bei mir liegt diese Show immer um einen guten Wertungspunkt hinter der emmyausgezeichneten Nachfolgesendung. Wird sich auch dieses Jahr in einem soliden Bereich einpendeln, wie es aussieht.

The Office

Zumindest die ersten Minuten bis hin zum Vorspann versprühen ab und an noch das Flair der großen Unterhaltung, für die diese Show jahrelang stand. Aber dann folgen zu viele Minuten, die einen eindrucksvoll daran erinnern, dass die besten Bürozeiten schon lange hinter einem liegen. Auch die 7. Staffel schafft es nicht, in meiner Gunst wieder zu klettern. Ansätze waren da, wie bei der die Staffel eröffnenden Episode „7×01 Nepotism“,  und auch die aktuelle „7×08 Viewing Party“ war durchaus unterhaltsam. Demgegenüber stehen allerdings zu viele Folgen, die ich wirklich schmunzelfrei durchgestanden habe.

The Simpsons

Same procedure as almost every year. Die Halloween-Episode hui, der Rest meh. Einzig der Banksy-Vorspann blieb mir noch in Erinnerung.

Two And A Half Men

Wie zu erwarten: die Show wird der Quoten wegen durchgezogen (und um die Gehaltserhöhung von Charlie Sheen zu rechtfertigen), aber von früheren Großtaten ist man entfernt und pendelt sich im „naja, ist okay“-Bereich ein. Einziger Ausfall nach oben bisher: die aktuelle Episode „8×08 Springtime On A Stick“. Wer nochmal daran erinnert werden will, wie gut diese Serie mal war, braucht von der bisherigen Staffel eigentlich nur diese eine Folge zu sehen.

Weeds

Nach drei Folgen auf Halde gelegt. Der Start war zwar interessanter, weil das erzählerisch langweilige Mexiko-Setting verlassen wurde. Überragend packend gestaltete sich der Neubeginn allerdings auch nicht.

38 (Juni 2010)

27 Mai

Der Abschluss-Check für die US-TV-Saison 2009/2010. Manche Shows laufen ja noch, was allerdings durch ist, wird bewertet. Diesmal hänge ich tragischerweise mit diversen Shows hinterher; ein Rückstand, der angesichts der bevorstehenden Fußball-WM um so schwerer aufzuholen sein wird. Aber wenn ich dazukomme, wird nachgereicht. Hier schon mal der erste Schub an Eindrücken:

24 (Season 8)

Die letzte Mission von Jack Bauer ließ sich lange Zeit gar nicht gut an. Nach einem recht interessanten Einstieg verlief sich die Show in gepflegter Langeweile. Durch die Fanbrille betrachtet wurde ein Querschnitt der bekannten Ereignisse abgefeuert. Für mich als jemanden, der die 7. Staffel als Wiedergutmachung für die Grausamkeiten der 6. Season ansah, war das allerdings zu wenig. Vor allem hatte man alles schon mal in spannenderer Form gesehen. Nach den an Tiefpunkten reichen mittleren Episoden folgte allerdings der Umschwung. Jack Bauer auf einer Spezialmission, das Auftauchen des genial von Gregory Itzin gespielten, intrigierenden ex-Präsidenten Logan sowie richtig tolle Action- und Thrill-Momente entschädigten für den Leerlauf zuvor. Auch beim Finale ließ man nichts mehr anbrennen. Fazit: wer Jack in Bestform sehen will, gönne sich die Episoden des letzten Drittels. Könnte der deutsche Vertrieb die DVD-Box als Steigerung einer hierzulande ja liebgewonnenen Praxis nicht in drei Teilen veröffentlichen? Eine so verkürzte Box, quasi eine 8.3 (die ersten 16 Stunden könnte Chloe ja anhand einer Computergrafik veranschaulichen) würde ich ohne Zögern kaufen. Für meine Bewertung muss ich allerdings das Gesamtwerk mit seinen Schwächen zugrunde legen.

S8E01-S8E16 = 3,5 von 6 Punkten

S8E17-S8E24 = 6 von 6 Punkten = Best Of Season

Macht insgesamt 4,5 Punkte (befriedigend)

30Rock (Season 4)

Wenn es eine Show im amerikanischen Fernsehen gibt, die immer wieder frische Skurrilitäten im Angebot hat, dann ist es ohne Zweifel 30Rock. „Die haben sich was einfallen lassen“ ist nach Ende einer Episode oft der Spruch, den ich in tiefster Anerkennung bringe. So auch in der mittlerweile vierten Staffel. Alleine wie etwa das NBC-Dilemma um Conan O’Brien und Jay Leno in „Kohnani“ auf die beiden Hausmeister übertragen wurde, war bestes Drüberkippen hochwertigstens Senfs. Nicht verschwiegen werden darf allerdings, dass dieses Jahr die ganz großen Überfliegerfolgen ausblieben und sich mit „Winter Madness“ sogar ein echter Langeweiler ins Programm einschlich. Dennoch: 30Rock macht weiter Spaß und bleibt, solange die Kreativitätsquellen nicht versiegen, ein fester Bestandteil meines TV-Programms.

5 von 6 Punkten (gut)

Best Of Season: S4E04 Audition Day, S4E18 Kohnani

Better Off Ted (Season 2)

Gleich drauf eine weitere Serie mit herrlich abseitigen Einfällen. Die Bürocomedy erhält dieses Jahr von mir gleich zwei Preise: für ihre frühzeitige Absetzung den goldenen Arschtritt fürs US-Publikum (eine kleine Statue von mir, wie ich von hinten einem amerikanischen Couch Potato in den Allerwertesten trete, weil er wieder den falschen Kanal eingestellt hat) und die Auszeichnung für die Most Wanted DVD-Box – auf der hoffentlich mehr als die letztlich 12 ausgestrahlen Episoden der 2. Staffel enthalten sein werden. Ehrlich, wie kann man diese aberwitzig übertriebene Show mit der wunderbaren Portia de Rossi nicht mögen? Es mag ein bisschen unfair sein, dass ich hier einen halben Punkt gegenüber 30Rock drauflege, weil Tina Feys Show in einer vollen Staffel eben auch schwächere Episoden unterbringen musste. Nehmt es als Zeichen dafür, dass ich immer noch ein wenig bestürzt bin über die Kündigungen für Ted, Veronica, Linda, Lem & Phil. Better Off Ted läuft demnächst auf Comedy Central, zumindest auf dieses Wiedersehen kann man sich freuen.

5,5 von 6 Punkten (sehr gut) 

Best Of Season: S2E03 Battle Of The Bulbs, S2E09 The Long And Winding High Road, S2E10 Lust In Translation

Chuck (Season 3)

Diesmal muss ich mit Chuck ein wenig strenger sein. Auch die dritte Staffel bot wunderbar leichte Unterhaltung aus dem Agentenumfeld, sodass man sich unbesorgt auf eine vierte Season freuen kann. Die Höchstwertung kann ich diesmal jedoch nicht zücken. Die neue Verwendungsmöglichkeit des Intersect, der unseren Helden mit Kampffähigkeiten ausstattet, wurde zu sehr als Allzweckwaffe eingesetzt. Wo Chuck früher durch clevere Geekiness, charmantem Wegducken oder purem Glück aus bedrohlichen Situationen entkam, flogen diesmal durchgehend die Fäuste. Mir wurde das mit der Zeit zu repetitiv. Auch mit Agent Shaw als Chucks Nemesis konnte ich mich weder anfreunden noch anfeinden. Positiv zu werten ist sicherlich, dass das ewige Hin und Her in der Beziehung mit Sarah ein Ende gefunden hat. Im Finale wurden von Action über Humor über tolle Musik bis hin zu Jeffster und einem netten Twist zum Abschluss alles aufgefahren, was die Serie so beliebt macht.

5,5 von 6 Punkten (sehr gut)

Best Of Season: S3E03 Chuck vs. The Angel Of Death, S3E09 Chuck vs. The Beard, S3E15 Chuck vs The Role Models, S3E16 Chuck vs. The Tooth, S3E19 Chuck vs. The Ring Part 2

Desperate Housewives (Season 6)

Weshalb schaut man als Mann eigentlich Desperate Housewives? Für die ganz frühen Staffeln konnte ich das schnell beantworten: es war diese Mischung aus Humor, Drama und Mystery, die für mich geschlechterübergreifend funktionierte. Wenn Susan tollpatschte, Lynette über ihre Kinder seufzte, Bree sich an ihrer konservativen Steifheit verschluckte oder Gabrielle mal wieder das aufgehübschte Luder gab.

In dieser Staffel hätte ich allerdings auf die obige Frage mit der Schulter zucken und ein „Ich weiß es ehrlich auch nicht mehr“ entgegnen müssen. Größtenteils langweilige Episoden, charismafreie Charaktere, unlogische Aktionen, über die nicht mal ich hinwegsehen konnte, der wohl weinerlichste Serienkiller der Fernsehgeschichte und ein ziemlich blöder Psychopath markierten den absoluten Tiefpunkt der Show. Vom Finale hätte ich fast Falten bekommen. Es ist wohl wirklich an der Zeit, aus der Wisteria Lane auszuziehen.

3 von 6 Punkten (mangelhaft)

Fringe (Season 2)

Ach ja, Fringe. Leider auch dieses Jahr eine Serie, wo man sich den Zeitpunkt herbeiwünscht, an dem man sich die besten Episoden für eine eigene DVD-Box zusammenstellen kann. Wäre bei mir eine 13-teilige Sonderedition mit unglaublich überragenden Episoden (viele davon aus dem Story-Arc mit dem Paralleluniversum, an dem die Macher sichtlich ihren Spaß hatten), den schönsten Bloopers, ekligsten Herumschnippeleien und einem Minilabor inklusive Kuh nebst aufklappbarem Altar zur Huldigung von John Noble. Mittelmäßig bis schlecht wird Fringe immer dann, wenn ich mir so auf der Couch liegend denke, dass die Geschichte ebensogut bei Akte X vor 15 Jahren hätte laufen können. Was in dieser Saison gute 10 Mal der Fall war. Die Musical-Episode „Brown Betty“ hatte ihre netten Momente, ohne jetzt gleich vom Hocker zu reißen und die Überraschung zum Ende des Finals hatte ich schon gleich erschnuppert. Insgesamt wie schon im Jahr zuvor

5 von 6 Punkten (gut)

Best Of Season: S2E01 A New Day In The Old Town, S2E06 Earthling, S2E16 Peter, S2E19 The Man From The Other Side, S2E22 Over There Part 1

Gary Unmarried (Season 2)

Gary Unloved trifft es eher. Die erste Staffel fand ich sehr gefällig. Nicht die ganz hohe Kunst der Comedy, aber unterhaltsam für zwischendurch, eine kleine Überraschung der vergangenen Saison. Leider stimmten schon damals die Quoten nicht, sodass einige Veränderungen her mussten, die allerdings der Show in meiner Gunst nicht halfen – eher im Gegenteil. Ich mochte die Kabbeleien zwischen Gary und seiner Ex, die nun  zurückgefahren wurden für eine Geliebte und einen Job als Sportkommentator im Radio. Die ganzen Witze über Football und Baseball sind an mir als Banausen natürlich vollkommen abgeprallt. Auch die neuen Charaktere trafen mein Humorzentrum nicht mehr. Das Publikum urteilte ähnlich: Absetzung, aus und vorbei.

3,5 von 6 Punkten (unterdurchschnittlich)

LOST (Season 6)
Okay, dann halt einmal noch. LOST – die finale Staffel. Das Ende einer Ära. Die Serie hätte über Jahre hinaus Maßstäbe setzen können. Mit ihren Mysterien, ihren Charakteren, ihren Geschichten. Wenn, ja wenn man sich zumindest bemüht hätte, für Aufklärung zu sorgen. Mit fortschreitender Episodenzahl wurde auch mir klar, dass es nicht auf das große Enträtselungswunder hinauslaufen würde, dass es keinen Puzzlestein gab, den man einsetzen und plötzlich die ganze Show vor Begeisterung nochmal sehen wollen würde. Stattdessen ging es konsequent auf der Verheimlichungsschiene weiter. Der Man in Black blieb bis zum Ende ohne Namen, manches wurde wirklich lieblos erklärt (die Zahlen, die Stimmen, die Gestalt des Smokemonsters), anderes gar nicht mehr angerührt. Meine Stimmung kippte wie bei den meisten Zuschauern mit „Across The Sea“, als sich die epische Hintergrundstory der Insel als erzählerischer Flickenteppich entpuppte. So etwas darf einfach nicht passieren. Das Finale war ohne Frage emotional, wenn auch teilweise mit seinen Tränendrüsendrucksituationen zu überladen. Die bei vielen Fans nicht gerade wohlwollend aufgenommene Auflösung der Flash Sideways hätte ich besser akzeptieren können, wenn man als Zuschauer nicht für knapp die Hälfte der Staffel mehr oder minder wie ein Muli mit einer Karotte geködert worden wäre, die am Ende Richtung Himmel entschwebte. Hätte man da nicht früher auf den Punkt kommen und die Zeit mit ein paar Erläuterungen füllen können?

Die Bewertung fällt schwer: einerseits gefielen mir die Losties in etwas anderen Rollen, ich habe viele Episoden mit sehr gut bis überragend bewertet, aber eben auch nur im Hinblick auf ihre Generierung von Spannung – die letzten Endes ja ins Leere lief. Was ich nicht verzeihen kann, ist die Tatsache, dass die letzte Staffel dem Wiedersehenserlebnis älterer Folgen einen schmerzlichen Dämpfer verpasst. Ich habe testweise in frühere Episoden reingeschaut und wollte angesichts meines neuen Wissens bzw. weiterhin bestehenden Unwissens gar nicht mehr weiterschauen. Am Ende bleibt mit „Ab Aeterno“ eine runde, gelungene Episode, viele Verpuffungen und die trübselige Frage, was hätte sein können. Unterm Strich 4,5 von 6 Punkten, aber dennoch eigentlich nicht befriedigend. Ich nenn es mal für diesen Spezialfall „unter den Erwartungen“.

4,5 von 6 Punkten (unter den Erwartungen)  

Best Of Season: S6E09 Ab Aeterno

Men Of A Certain Age (Season 1)
Meine persönliche „special interest“-Show in diesem Jahr. Nach einer wenig attraktiven Pilotepisode wuchsen mir im Verlauf der Zeit die drei Typen mit ihren Problemen, ihren Erfolgen und ihrem Humor richtiggehend ans Herz. Men Of A Certain Age ist weder großes Drama noch knackig flott inszenierte Comedy, sondern ein ruhiger, einfühlsamer Einblick in das Seelenleben von Männern auf dem Highway des Lebens kurz vor der Ausfahrt namens „Midlife Crisis“. Je länger man dranblieb, desto mehr wurde man dafür belohnt. Wer noch fröhlich in seinen 20ern hüpft oder die 30 gerade mal so hinter sich gelassen hat, dürfte von der Wertung wahrscheinlich ein bis anderhalb Punkte abziehen. Ich hingegen freue mich auf die Fortsetzung.

5 von 6 Punkten (gut)

Best Of Season: S1E06 Go With The Flow, S1E07 Father’s Fraternity, S1E08 You’re Gonna Do That For The Rest Of Your Life?, S1E10 Back In The Sh*t

Bewertungen 

6 Punkte = überragend, Must See TV
5,5 Punkte = sehr gut, Einschaltpflicht
5 Punkte = gut, Mattscheibenglanz
4,5 Punkte = befriedigend
4 Punkte = durchschnittlich
3,5 Punkte = unterdurchschnittlich
3 Punkte = mangelhaft
2,5 Punkte = not worth seeing
2 Punkte = sofort absetzungswürdig

1,5 Punkte = weshalb schau ich das überhaupt?

1 Punkt = schockierend schlecht

36 (Januar 2010)

27 Mai

Der erste Seriencheck im neuen Jahr, diesmal mit ersten Eindrücken, abschließenden Bewertungen und Zwischenberichten.

24 (Season 8 Episodes 1-4)

Alle Jahre wieder schlampen diverse Personalagenturen und -abteilungen mächtig bei den von ihnen abgesegneten Neueinstellungen. Maulwürfe, Doppelagenten, Bösewichte und Kriminelle mit dubioser Vergangenheit gelangen in höchste Positionen bei Staat, Polizei, Firmenimperien oder Terrorabwehr. Und immer, wenn Jack Bauer eigentlich nur noch seine Ruhe haben will, beginnen diese Tunichtgute ihr schändliches Werk. So auch – Überraschung! – in der mittlerweile 8. Staffel von 24.

Sicher kann man nach vier Folgen noch keine entscheidenden Schlüsse ziehen, wohin es gehen wird. Entscheidend bei 24 ist und bleibt, ob die Spannung hochgehalten, die Logik einigermaßen intakt und die Beweggründe der Protagonisten verständlich bleiben. Wer große Umwälzungen fürchtet -und wer tut das noch ernsthaft bei der Show- darf beruhigt aufatmen. Dabei sind: viele neue Gesichter (u.a. Freddie Prinze jr., Katee Sackhoff) in der wie gewohnt personalmäßig ordentlich fluktuierenden CTU, Jack und Chloe als nicht auseinanderzubringendes Traumpaar der Terrorbekämpfung sowie die schon in der vorherigen Staffel mäßig unterhaltsame Präsidentin und ihre Entourage.

Die Rahmenhandlung beginnt mit dem Schutz eines demokratiefreundlich gewordenen Oberhaupts eines islamischen, nach Zugang zur Atomenergie strebenden Staates (ein gewisser Herr Ahmadinedschad dürfte entgeistert mit dem Kopf schütteln) und führt aktuell wieder zu dem bösen Russen, dem man erwiesenermaßen alles zutrauen darf. Die ersten Episoden enttäuschen keinesfalls, von A wie Action bis Z wie zünftige Folter ist alles drin. Doug Hutchinson (LOST, Akte X) gibt einen schaurigen ersten Unterbösewicht, Jack flucht und rettet, Chloe zickt und computert, lediglich mit Freddie Prinze jr. als gestähltem CTU-Mann habe ich noch so meine Probleme. Insgesamt ein ordentlicher Anfang; meine Erwartungen sind dieses Jahr jedoch höher als 2009, wo es nur galt, die schwache 6. Staffel vergessen zu machen.

Californication (Season 3)

Auch eine Serie wie Californication muss offensichtlich sparen. Ich kann mir lebhaft die Vorbesprechung zur dritten Staffel vorstellen; Duchovny sitzt mit freiem Oberkörper, einer Flasche Whiskey in der Hand und einer Fluppe im Mund beim Unternehmensberater. „Herr Duchovny“, setzt dieser an, „ihre Show fußt auf drei großen Säulen: allerlei Sex, vielerlei Drogen und coolen Machosprüchen. Dieses Jahr müssen wir wegen der schlechten Wirtschaftslage auf etwas davon verzichten“.

No way“, kommt die Antwort. „the man needs the boobies, the pussy and the booze. Now go and fuck yourself on your way out!“. Am Ende einigt man sich darauf, dass man einfach das Gehalt des Typen einspart, der bisher für die Story zuständig war.

In der Tat: storymäßig lassen sich die gesamten 12 Episoden in einem Satz zusammenfassen: Hank Moody vögelt sich durch die Uni und sondert, unterstützt von ein paar schrägen Freunden, Sprüche ab. Unterhaltsam bleibt das Ganze dennoch; wer also ohne tiefgründige Handlung leben kann, hat weiterhin seinen Spaß. Von den neuen Gesichtern blieb mir Kathleen Turner als sexuell verranztes, raucherstimmiges Vollweib in Erinnerung, Rick Springfield hingegen nahm ich seine Rolle als Sex- und Drogenwrack zu keiner Sekunde ab. Genausogut könnte man mir weismachen wollen, dass Jon Bon Jovi vor jedem Konzert in Tiereingeweiden badet.

Anders als der geschätzte Kollege bullion ziehe ich für die dritte Staffel noch nicht erbarmunglos viel Punkte ab – immerhin bringt das Staffelfinale spät, aber dennoch so etwas wie Handlungentwicklung in die Show. Für Staffel 4 muss aber wirklich eine Steigerung in diesem Bereich drin sein.

4,5 von 6 Punkten (befriedigend)

Dexter (Season 4)

Ein bisschen Sorgen machte ich mir schon um Amerikas beliebtesten Serienkiller. Nach der Freude über den Beginn und den Einblicken in Dexters neues Familienleben, ließ bei mir so um die Episoden 3-6 die gewohnte Euphorie nach. Schlecht war die Show freilich zu keinem Zeitpunkt, aber der neue Gegenspieler überzeugte mich noch nicht, sein Vorgehensmuster war wenig spektakulär, mancher Handlungsstrang in Reihen des Miami Police Departments wirkte gar uninspiriert.

Zur Hälfte allerdings erwachte die vierte Staffel mit einem Knall und trieb mich jede Woche bis zu ihrem fulminaten und lange nachwirkenden Finale voller Vorfreude vor den Fernseher. Alleine die großartigen schauspielerischen Leistungen von John Lithgow und Michael C. Hall rechtfertigen wieder einmal die volle Punktzahl. Auch wer der Show trotz ihrer Fiktivität kritisch gegenübersteht und ihr rechtfertigende Tendenzen in Sachen Selbstjustiz vorhält, wird anerkennen müssen, dass man eine Serie kaum spannender und nervenaufreibender inszenieren kann. Der 5. Staffel sehe ich mit riesiger Vorfreude entgegen. Dexter did it again.

6 von 6 Punkten (überragend)

Men Of A Certain Age (Season 1 Episodes 1-6)

Eine neue Serie auf TNT um das Thema Älterwerden, mit bekannten Darstellern wie Ray Romano (Everybody Loves Raymond), Scott Bakula (Enterprise) und Andre Braugher (House, MD). Drei Männer jenseits der 40 – einer verheiratet, einer geschieden, einer Single – stellen sich dem Alltag und den kleinen Sorgen und Nöten, die man(n) mit sich herumschleppen darf, so denn die Hälfte des irdischen Daseins abgezählt hinter einem liegt. Eine ruhige Show, ohne Zweifel mehr zum Schmunzeln und Nachdenken als zum Lachen oder Weinen geeignet. Die üblichen Coming of Age-Geschichten aus dem Umkreis von Highschool oder College haben mich nie sonderlich interessiert, da sind mir Joe, Owen und Terry altersmäßig eher am Herzen gelegen. Mit der ersten Folge konnte ich wenig anfangen, mittlerweile habe ich mich allerdings auf das gemächliche Erzähltempo eingestellt und fühle mit den Charakteren. Sicherlich keine Show für jedermann, aber für Serienfreunde, die einmal abseits der übliche Pfade unterhalten werden möchten, ein Reinschauen wert.

Chuck (Season 3 Episodes 1-4)

Chuck Bartowski ist wieder da und wie es ausschaut, kommt die Show endlich verdientermaßen auch bei einem größeren Publikum an. Bis heute verstehe ich nicht, wie man diese augenzwinkernde Agenten-Nerd-Kombination nicht lieb haben kann. Wo hat man sonst herrlich geekige Charaktere, grummelige Agenten, sexy Ladies, tolle Musik sowie ab und an gar sich hübsch inszeniert kloppende Frauen?

Nach den bisherigen Folgen geht bei mir der Daumen weiterhin nach oben, Chuck und seine Crew liefern einfach hochcharmante Unterhaltung ab. Die neue Entwicklung hinsichtlich Chucks Fähigkeiten in Verbindung mit dem Intersect verleiht der Show eine interessante Option und Schauspieler Levi die Möglichkeit, seine Figur auch etwas abseits des gewohnten Handlungsmusters agieren zu lassen. Allerdings besteht so auch die Gefahr, dass jede knifflige Situation auf die ein und selbe Weise gelöst wird, was zu Langeweile führen kann. Ich bin mir aber sicher, dass die kreativen Köpfe hinter den Kulissen es nicht dazu kommen lassen werden.

Zum Schluss noch der kurze Blick mittenrein in die Shows, die meiner Meinung momentan nicht so laufen, wie ich es mir wünschen würde:

Scrubs (Season 9 Episodes 1-10)

So recht trauen die Macher den neuen Gesichtern in ihrer Serie wohl doch nicht. Cox und Turk sind als helfende Altstars fest gesetzt, dennoch tauchen immer wieder aus heiterem Himmel J.D., Elliot oder Kelso auf. Das größte Problem habe ich weiterhin mit dem Charakter Cole (David Franco) – dessen unsympathische, auf Lässigkeit getrimmte Großmäuligkeit zielt weit an meinem Humorzentrum vorbei. Tut mir leid, aber so kriegt die Show von mir keine höheren Wertungsweihen verliehen. Schade um Kerry Bishe, die ihre Rolle als weibliche Nachfolgerin von J.D. sehr gut umsetzt.

Cougar Town (Season 1 Episodes 1-11)

Die erste Folge fand ich noch richtig spaßig, mittlerweile aber driftet mir das Ganze zu sehr auf die Desperate Housewives meets Comedy-Schiene ab. Hier und da gute Einfälle, aber insgesamt zündet es eben doch nicht so recht. Wie schon bei Scrubs komme ich mit zwei Charakteren nicht zurecht; die Prollblondine (Busy Philipps) als Freundin und der Ex-Ehegatte (Brian van Holt) verwässern mir so manchen lustigen Moment mit Courteney Cox. Aktuell liegen einige Folgen ungesehen bei mir auf Halde, was nie ein gutes Zeichen ist.

Big Bang Theory (Season 3 Episodes 1-13)

Irgendwie kommt sie dieses Jahr nicht so recht in Schwung, die Show um die vier Nerds. Kaum überragende Folgen, sondern viel Durchschnitt lässt sich aus meiner Wertungsliste ablesen. Liegt es daran, dass selbst Wollowitz plötzlich eine Freundin hat? Keine Spannung mehr im Verhältnis Penny – Leonard aufkommt? Oder sind den Autoren die Sci-Fi, Fantasy oder Superhelden-Referenzen ausgegangen? Selbst Sheldon schafft es nicht mehr, als Alleinunterhalter die großen Lacher einzusacken. Trotz gelegentlicher Highlights bisher die deutlich schwächste Staffel.

Desperate Housewives (Season 6 Episodes 1-13)

In der Wisteria Lane habe ich mich auch schon besser gefühlt. Als Kerl haben mich an der Show die lustigen Momente, die dramatischen Episoden und der mysteriöse Handlungsfaden am meisten interessiert. In der Hinsicht hat mich die 6. Staffel bisher wenig unterhalten. Viel Beziehungs- und Liebeskummerelemente, Eheprobleme, Cliquenzwistigkeiten – selbst das große, alles durchschüttelnde Ereignis der Staffel hat mich ziemlich kalt gelassen. Wohl weil ich mit meiner Einschätzung, wer wie aus der Katastrophe herausgehen würde, korrekt lag. Die Abteilung Mystery, in früheren Staffeln eines der tragenden Elemente, findet momentan gar nicht mehr statt und öffnet vielleicht kurz vor dem Ende nochmals ihre Pforten – sehr enttäuschend. Abschließend spricht es auch nicht gerade für die Qualität des Storybogens der Serie, wenn man eine komplette Folge einem hypothetischen „Was wäre gewesen wenn…“-Szenario widmet.

30 (Juni 2009)

27 Mai

Lange hat’s gedauert, hier nun der Rest des Serienchecks mit allem, was länger als 40 Minuten und auf meinem Beobachtungsschirm lief:

24 (Season 7)

Jack Bauers Albtraumtage zu bewerten ist keine einfache Angelegenheit. Gehört doch schon einiges an Kreativität und Akribie dazu, eine Story über 24 Stunden zu verteilen, die stets spannend und in sich schlüssig ist. Allzu beckmesserisch will ich an diese Sache nicht herangehen und mich etwa darüber auslassen, ob man in den Werbepausen wirklich so schnell von Ort A nach B kommen kann. In jedem Fall brachte Staffel 7 eine deutliche Steigerung zur Vorgängerin, bei der so ziemlich alles schief lief und die Show zu ihrer eigenen Parodie zu werden drohte. Der aktuelle Tag bringt einen Ortswechsel nach Washington, keine CTU mehr, aber dennoch eine gute Mischung aus alten und neuen Gesichtern, natürlich die bekannten Trademarks wie Folter, Maulwurf und drohende Gefahr für Jack bzw. den dagegen verblassenden Rest der amerikanischen Zivilisation. Grund zum Meckern lieferten die schwach agierende Präsidentin, die Motivationsgründe des Staffel-Gegenspielers sowie das dramaturgisch passende, aber nicht ganz nachvollziehbare Auftauchen des Super-Ober-Bösewichts pünktlich zum Finale. Einen Knall wie seinerseits zum Ende der 1. Season oder ein dickes Fragezeichen, wie es mit Jack wohl weitergeht gibt es nicht, man kann sehr wohl erahnen, wie sich die Zeit nach der finalen Uhrzeiteinblendung gestalten wird. Fazit: man kann 24 wieder ohne Bedenken schauen. Die Show erfindet sich nicht neu, ist aber ordentlich unterhaltsam.

5 von 6 Punkten

Over The Top: 6.00 PM – 7.00 PM, 7.00 PM – 8.00 PM, 10.00 PM – 11.00 PM, 11.00 PM – 12.00 AM
(der Ordnung halber, es dürfte wohl kaum jemanden geben, der sich 24 mittendrin und auszugsweise ansieht)

Battlestar Galactica (Season 4×11-4×21)

Achtung, ich beziehe mich mit meiner Wertung nur auf die zweite Hälfte der 4. Staffel und nicht der Show in ihrer Gesamtheit. Ich hatte es ja schon vor ein paar Monaten geschrieben: das Kribbeln vor dem endgültigen Abschluss der Saga war gewaltig, die Erwartungen hoch gesteckt. Dass man zunächst nochmal eine Rebellion in der Flotte durcherzählte, hätte es nicht unbedingt gebraucht, ging aber in Ordnung. Geärgert hat mich, wie in den Folgen vor dem dreiaktigen Finale die Langeweile und gestreckte, wenig interessante Dialoge Überhand nahmen. Vor allem die Rückkehr von Ellen Tigh war eine einzige Enttäuschung. Zum Ende raffte sich die Mischung aus Action, Charakterdarstellung und bewegender Momente allerdings wieder zu großer Form auf, auch wenn die dicke Auflösungswunderkerze nicht gezündet werden konnte. Vor allem über die Rolle, die Baltar und Number Six letztendlich zugeteilt wurde, darf man schon geteilter Meinung sein.

4,5 von 6 Punkten

Over The Top: Sometimes A Great Notion, No Exit

Breaking Bad (Season 2)

Auch Breaking Bad hat das Problem mit den Phasen, in denen mir zu wenig passiert. Der Vergleich mit dem Chemie-Experiment, das manchmal explodiert, manchmal aber nur still vor sich hinblubbert, trifft die Sache schon sehr genau. Die Abgründe, in die Walter White und sein ex-Schüler beim Zusammenmischen ihrer blauen Kristalldroge blicken, sind aber allemal ein Grund, die Show zu verfolgen. Drei nur zufriedenstellenden Episoden und dem Langeweiler „Over“ (S2x10) stehen sechs gute und drei wirklich überragende Folgen gegenüber. Hätte das Finale so geknallt, wie man es sich als Zuschauer beim Betrachten der bildgewaltigen Intros im Kopf ausgemalt hat, wären noch ein paar Zähler zusätzlich drin gewesen. Aber auch so ist der Boden für eine brodelnde dritte Staffel gut vorbereitet.

Streng betrachtet 5 von 6 Punkten, angesichts der überragenden Klasse einiger Episoden, für die ich fast die 7 hätte einführen müssen und der famosen Schauspielkunst von Bryan Cranston spendiere ich einen zusätzlichen halben Punkt. Wer vom Finale allzu enttäuscht war, darf den Aufschlag entfernen und einschmelzen.

5,5 von 6 Punkten

Over The Top: Grilled, Negro Y Azul, Better Call Saul

Brothers & Sisters (Season 3)

Der Walker-Clan präsentierte sich dieses Jahr fast durchgehend ohne Schwächen. Echte Langweiler-Episoden wie noch in Season 2 mit so ziemlich allen Episoden, in denen Danny Glover mitspielte, sind nicht vorhanden. Als der Storystrang um den verlorenen Walker-Sohn gesponnen und ausgebreitet wurde, war ich ja skeptisch: aber die Autoren haben dieses Jahr den Dramafaden straff gehalten und natürlich so oft wie möglich die Walkers zu einem ihrer berüchtigten Abendessen zusammengebracht, die für ihre peinlichen Ausgänge so bekannt und beliebt beim Zuschauer sind. Immer noch meine liebste Familien-Dramedy mit Übermama Sally Field, die Ilse Beimer aus der Lindenstraße weiter locker in die Tasche steckt. Schade nur, dass das deutsche Fernsehpublikum das nie mitbekommen wird.

5 von 6 Punkten

Over The Top: Bakersfield, Just A Sliver

Chuck (Season 2)

Freunde, jetzt wird der Platz aber knapp für die vollständige Over the top-Auflistung. Satte 14(!) der 22 Episoden erhielten von mir die Über-Auszeichnung. Will sagen: ich bin Fanboy und in Bezug auf diese Serie zu keiner objektiven Beurteilung mehr fähig. Was soll ich noch schreiben? Chuck ist witzig, nerdig und tollpatschig, hat mit seinen beiden Aufpassern Walker und Casey tolle Sidekicks, die Nebenstränge im Buymore sind immer für einen Lacher gut, die Musikauswahl ist großartig, die Show nimmt sich auf wunderbare Weise nie allzu ernst und geht einem manchmal sogar ein wenig ans Herz. Dass am Ende gleich zwei rundum gelungene Finals geliefert wurden (eines, mit dem die Serie zu Ende hätte gehen können und eines, das noch heißer auf eine Fortsetzung macht), zeigt, wieviel Potenzial in dieser Agenten-Action-Komödie steckt. Ich freue mich auf die dritte Staffel, die zwar kürzer ausfallen wird und mit weniger Budget auskommen muss – aber ich kann mir fast nicht vorstellen, dass da etwas schiefgehen kann. Because Agent Charles Carmichael knows his kung-fu.

6 von 6 Punkten

Over The Top: Chuck vs. The First Date, The Seduction, The Cougars, Tom Sawyer, The Ex, The T-Rex, The DeLorean, Santa Claus, The Third Dimension, The Suburbs, The Best Friend, The Predator, The Broken Heart, The Ring

Desperate Housewives (Season 5)

5 Jahre in die Zukunft gebeamt und doch die meiner Meinung nach schwächste Staffel der Serie abgeliefert. Gut möglich, dass die Show bei der weiblichen Zielgruppe voll eingeschlagen ist, als Kerl habe ich mich dieses Jahr aber größtenteils gelangweilt. Auch, weil die Geschlechtsgenossen diesmal außer Carlos vollkommen auf Memmentour sind. Allen voran der böse, böse Psychokiller, der die ganze Staffel über finster guckt und fiese Pläne ausbaldowert, die er am Ende doch fallen lässt. Ich hatte schon befürchtet, dass sie den Mann noch in die nächste Staffel rüberschleppen, so lahm kam der in die Puschen. Auf der positiven Seite stehen das gelungene Edie-Special sowie der Brand im Musikclub. Letzten Endes lautet die Bilanz jedoch: knapp ein Viertel gut, knapp die Hälfte in Ordnung, der Rest unterdurchschnittlich. Macht insgesamt

4 von 6 Punkten

Over The Top: City On Fire

Dollhouse (Season 1)

Ich lasse Wortspiele wie „Nicht so doll, dieses Haus“ gleich ganz außen vor. Aber so richtig begeistern konnte mich das neue Joss Whedon-Projekt eben doch nicht. Meiner Meinung fehlt der Show eine starke Hauptfigur, mit der man als Zuschauer mitfiebern kann. Eliza Dushku gibt zwar alles, kann aber die Show beioftmalshalbnacktemleibe nicht alleine tragen und bleibt wegen des Show-Konzepts nun mal ein im wahrsten Sinne des Wortes austauschbarer Charakter. Vom Rest des Castes fällt Dichen Lachman als Sierra angenehm auf, Fran Krantz als „funny man“ Topher Brink übertreibt es hingegen stellenweise doch ein wenig. Bleibt noch Alpha, dessen Charakter in „Briar Rose“ sehr gelungen eingeführt wurde, im Finale mir aber sehr diffus und verwirrend in Erinnerung blieb. Zweimal gab es dennoch die Höchstwertung, es ist also Potenzial vorhanden. Für die zweite Staffel bleibt noch einiges an Feinjustierung zu tun. Und bitte dann auch keine Totalausfälle wie „Stage Fright“ mehr produzieren.

4,5 von 6 Punkten

Over The Top: Man On The Street, Briar Rose

Fringe (Season 1)

Sie haben sich einen festen Platz auf meiner US-TV-Liste erobert, die Ermittlerin des FBI und ihre beiden unkonventionellen Kollegen. Der gute Ersteindruck mit der Mischung aus Akte X-Fällen und Ausflügen in die seltsame Welt des lustigen Wissenschafts-Opi Dr. Walter Bishop konnte die Staffel hindurch bestätigt werden. Selbst mit der kühlen Agentin Olivia Dunham wusste ich mich mit der Zeit anzufreunden. Wie beim offensichtlichen Vorbild wird später auch ein größerer Verschwörungshandlungsbogen in die Ermittlungen eingeführt, der mich sogar noch mehr zu überzeugen wusste. Eine höhere Wertung verderben allerdings diverse Füllerfolgen nach dem „Monster of the Week“-Strickmuster, bei denen das Budget nicht mal für ordentlich eklig zugerichtete Tatbeteiligte gelangt hat. So geht’s ja nun nicht. Besonders lobend sei hier allerdings das Finale erwähnt, welches die Tür für einige interessante Storymöglichkeiten mit Blick auf Staffel 2 öffnete.

5 von 6 Punkten

Over The Top: The Transformation, Ability, Bad Dreams, The Road Not Taken, There’s More Than One Of Everything

Heroes (Season 3 Eps. 14-25 /Volume IV:Fugitives)

Volume IV: Fugitives ist besser geworden als das vollkommen verkorkste Volume III: Villains. Ich weiß nicht, wie stark sich die beratende Tätigkeit des wiedereingestiegenen Bryan Fuller ausgewirkt hat, in jedem Fall ist die Story straff, die Seiten klar verteilt und die Charaktere bleiben größtenteils ihrer einmal eingeschlagenen Linie treu. Trotzdem ging es mir als Zuschauer so, dass mir die Figuren nach ihren teils desaströsen Auftritten zuvor ziemlich egal geworden waren und auch dieses Kapitel es nicht schaffte, die Begeisterung der Premierenstaffel wieder aufleben zu lassen. Wie das in der Zukunft gelingen könnte, zeigte immerhin „Cold Snap“ (3×20), die ich allen, die irgendwann in dieser Season aufgehört haben, ans Herz legen möchte. In dieser Episode stimmt nämlich alles: Humor, Drama, Action, Trauer. Davor und danach gelangte das Meiste allerdings wieder nicht über das Maß des „Geht in Ordnung“ hinaus. Für das Finale hat man sich nochmal angestrengt, der Ausblick auf das nächste Volume hat mich allerdings schließlich erneut ernüchtert. Meiner Meinung nach hat die Show nur eine Chance, wenn der Cast endlich um ein paar langweilig gewordene Figuren gestutzt wird. Mit schwer heldenhafter Mühe noch

4 von 6 Punkten

Over The Top: Cold Snap

LOST

LOST ist mir so ans Herz gewachsen wie Chuck, da erwarte bitte niemand ernsthaft viel mehr außer Lobeshymnen. Jede andere Show hätte das Thema „Zeitreisen“ mit großer Sicherheit in die Hose navigiert. Aber das Inseldrama knüpft selbst aus diesem Fallstrick einen unterhaltsamen Storyteppich, der dem Zuschauer spätestens mit Erscheinen des finalen Schriftzugs am Ende jeder Episode unter den Füßen weggezogen wird und ihn verdutzt, aber zugleich begeistert zurücklässt. Die Macher haben die Figuren im Griff, humorvolle Dialoge lockern ab und an die Spannung auf, man rätselt sich vor dem Fernseher die tollsten Theorien für das weitere Geschehen zusammen und freut sich einen ausgewachsenen Eisbären, wenn man richtig damit lag. Wieder war es allerdings so, dass das Finale nicht ganz die Krönung der Staffel darstellte. Die Eröffnungsszene konnte mit Blick auf die gesamte Folge natürlich brillieren. Allerdings wusste man dank der Zeitreisen ein wenig zu sehr, worauf es hinauslaufen würde, die Einführung von Jacob wirkte mir zu aufgedrängt und ein passend zum Showkonzept verwirrender Ausblick auf die letzte Season hätte für den richtigen Superknall sorgen können. Aber das sind wirklich minimale Randerscheinungen. LOST ist groß und bleibt groß.

6 von 6 Punkten

Over The Top: Because You Left, This Place Is Death, LaFleur, He’s Our You, Dead Is Dead, The Variable, Follow The Leader

Pushing Daisies (Season 2)

Ach ja, das lief ja auch noch. Leider viel zu kurz und zu endgültig. Zu Beginn kam ich nicht mehr so gut in das bunte Treiben rundum das Pie Hole hinein. Ein wenig fehlten mir diesmal die Vielzahl von Überfliegerfolgen, die die erste Staffel noch prägten, auch wenn ich kaum eine Episode mit weniger als 5 Punkten bewertete. Das Finale, das ausgerechnet bei den Serienkillern von Pro7 als Fernsehweltpremiere lief, stülpte der zuckersüßen Untotendetektivsaga ein ruckartiges, aber dennoch gelungenes und damit würdiges Ende über.

5,5 von 6 Punkten

Over The Top: The Legend of Merle McQuoddy, The Norwegians, Kerplunk

26 (Dezember 2008)

27 Mai

Ein Blick auf den aktuellen Zustand der von mir beobachteten Serienlandschaft. Was abgeschlossen ist, wird bewertet. 6 Punkte zücke ich übrigens schon dann, wenn der Großteil der Episoden bei 5 Punkten liegt und dazu noch einige Volltreffer dabei waren, oder anders gesagt: ich runde auf. Wer sich fragt, weshalb es selten mal unter drei Punkte geht, ganz einfach: wenn mir was nicht gefällt, guck ich es einfach nicht mehr.

24: Redemption

Jack Bauer hat mir mit der 6. Staffel von 24 ja schon ein bisschen weh getan. In dem knapp 90-minütigen Intro zur 7. Season ist nix mit CTU und Co, sondern stattdessen Dschungel angesagt. Nicht schlecht, aber auch nicht überragend. Eine routiniert eingetütete Mission des „Dammit“-Man.

4,5 von 6 Punkten

30 Rock

Frau Fey bereichert weiterhin zusammen mit Herrn Baldwin die Comedylandschaft. Überrascht mich immer wieder, auf welche schrägen Gedanken Tina und ihr Autorenteam kommen. Steve Martin als Gavin Volure war ganz große Kunst.

Brothers And Sisters

Nach der eher öden zweiten Staffel geht es wieder rund im Hause Walker. Eine gute Portion Drama und eine im Falle eines Zusammentreffens herrlich dysfunktional auftretende Großfamilie sind weiterhin die Herzstücke der Show.

Californication (Season 2)

Mir gefiel die erste Staffel besser, weil sie sich mehr auf Hank Moody und sein Umfeld konzentrierte. Die aktuellen zwölf Folgen haben mit Ashby zwar eine weitere Figur mit Kultpotenzial, dagegen drängen die für mich eher nervigen Runkles mitsamt ihrer Entourage zu sehr in den Vordergrund. Andererseits sind die in der Show gespielten Songs fast schon einen ganzen Punkt für sich wert. Ohne die Show hätte ich beispielsweise nie die Genialität eines Warren Zevon kennengelernt.

Davon milde gestimmt ziehe ich noch

5 von 6 Punkten

Nächstes Jahr mehr Moody, bitte!
Chuck

Chuck Bartowski alias Charles Carmichael ist der James Bond meines Herzens. Den anderen Typen mit seinem Quäntchen Trost habe ich nicht mal angeschaut. Wozu auch? Denn „Chuck“ hat einfach alles: Action, Agenten, Humor, Ladies, Nerdtum. Auch in der zweiten Staffel enttäuscht keine einzige Episode. Anschauen!
Desperate Housewives

Nach der kleinen Zeitreise konnten mich die Damen der Wisteria Lane nicht so recht begeistern. Zu viel Durchschnittsware in Form von wenig spannenden Erzählungen aus dem „neuen“ Leben der Protagonistinnen. Ab Folge 6 nimmt die Sache aber ordentlich Fahrt auf. Das könnte noch richtig gut werden.
Dexter (Season 3)

Was haben Dexter und eine gut gekühlte Blutkonserve gemeinsam? Beide werden einfach nicht schlecht. Schon die erste Folge beförderte unseren Kleckeranalytiker in ein dickes Schlamassel, das in eine ungewöhnliche Freundschaft, neue persönliche Entwicklungen und Herausforderungen mündete. Zugegebenermaßen konnte der Abschluss der dritten Staffel keinen Knaller mehr hervorbringen, aber die Show läuft auf einem so hohen Qualitätslevel, dass man darüber hinwegsehen kann.

6 von 6 Punkten
Entourage (Season 5)

Entourage ist Ari Gold. Wenn Ari rockt, rockt die Show. Und Ari hat auch in der 5. Staffel wieder mal keinen Fan enttäuscht. Wenn dann auch bei Strahlemann Vince nicht alles klappt und seine Gefolgschaft ein paar witzige Nebengeschichten beisteuert, bin ich mehr als zufrieden.

5,5 von 6 Punkten
Fringe

Wohl der beste Newcomer der bisherigen Saison. Wenn man seine Ansprüche an eine Serie, die von JJ Abrams produziert wurde, von „Heilsbringererwartungen“ auf „gute Mystery-Qualität à la Akte X“ zurechtjustiert, hat man seine Freude. Wie schon erwähnt, fand ich den Piloten nicht so toll, aber danach kam ich ganz gut auf meine Kosten. Der lustig zerstreute Wissenschaftsopi, ein bisserl Verschwörung hier, ein bisserl Ekelszenerie da – fertig ist die leckere Serienmahlzeit. Die abgedrehten Experimente kann ich nicht so recht ernst nehmen, dafür gefällt mir die Richtung, die die Show in den letzten Folgen eingeschlagen hat.

Gary Unmarried

Heitere, klassische Familiencomedy á la „Still Standing“. Hat bei mir mittlerweile „The New Adventures of Old Christine“ verdrängt. Die Qualität der ersten Episoden hat sich bestätigt. Garys Abenteuer kann man immer wieder dazwischen schieben.

Heroes (Volume III: Villains)

Die große Enttäuschung. Was haben Tim Kring und seine Gefolgschaft nur mit der Show angestellt, die ich in ihrer ersten Staffel noch so heiß und innig geliebt habe? Zuerst konnte ich die Folgen nur mit einem stoisch dahingemurmelten „Nicht drüber nachdenken!“ ertragen, danach entglitt die ganze Chose in dermaßen trashige Gefilde, dass ich mir mittlerweile sicher bin: da hat jemand bei Universal in die Tonne mit den angesammelten Comics gegriffen und das ganz unten liegende Exemplar erwischt und verfilmen lassen. Charaktere, deren Entscheidungen man nicht versteht, die wahllos von Gut nach Böse wechseln und ein absolut unnötiger Storybogen um eine Sonnenfinsternis haben mich Folge um Folge leiden lassen. Sylar und Hiro waren mal meine Helden, jetzt schüttele ich nur noch den Kopf, wenn ich sie auf dem Bildschirm sehe.

Bezeichnenderweise ist die beste Folge des Kapitels namens „Villains“ jene, in der ein paar Lücken zu den anderen zwei Staffeln aufgefüllt werden. Okay, der Puppenspielermann war auch noch cool. Vielleicht kann Volume 4 im Zusammenspiel mit dem zurückkehrenden Bryan Fuller noch etwas retten, storytechnisch scheint es weiter arg in Richtung „The 4400“ zu gehen. Wir alle wissen, wo diese Show am Ende angelangt ist…

3 von 6 Punkten

How I Met Your Mother

HIMYM hat seinen Weg gefunden. Barney und seine Freunde bringen sehr gute Comedy mit liebenswerten Figuren auf den Bildschirm. Wen interessiert da schon, wer wirklich die Mother aus dem Titel ist? Von mir aus darf die Show mindestens so lange laufen wie die seligen Friends.

My Name Is Earl

Earl hat sich prächtig von seinem Koma in Staffel 3 erholt. Keine peinlich schnarchigen Ausfälle, sondern Earl und Randy wieder in der Form, wie man sie in den ersten Staffeln geliebt hat. Damit hätte ich ehrlich gesagt nicht gerechnet.

Pushing Daisies

Aus und vorbei mit der Farbenspielerei. Sehr, sehr schade. Mir hat auch die zweite Staffel der überzuckerten, aber morbiden Detektivhatz wirklich viel Freude bereitet. Die aktuell letzte Folge zeigte zudem, dass es keines Falls der Woche bedarf, um eine großartige Episode zu produzieren. Bleibt nur zu hoffen, dass die Show ein würdiges Ende bekommt. Ich werde all die skurrilen Charaktere vermissen.

Rita Rocks

Für ein paar Folgen reingeschaut und als zu leicht befunden. Klassische Comedy, in der eine Hausfrau mit Freunden in ihrer Garage Rockmusik spielt und familiäre Abenteuer erlebt. Für die klassische Familiencomedy habe ich aber – siehe oben – Gary Unmarried und den Rock liefert David Duchovny in Californication eine gute Portion kantiger ab. Sorry, Miss Sullivan.

The Big Bang Theory

Abteilung Geeks made in USA. Weiterhin sehr unterhaltsam mit teils großartigen Episoden. Einen Sheldon im eigenen Freundeskreis hätte ich wahrscheinlich schon windelweich geprügelt. Im Fernsehen ist der Charakter aber überragend lustig, wenn man selbst eine geekige Ader besitzt.

The IT Crowd (Season 3)

Abteilung Geeks made in Britain. Sechs Folgen sind einfach zu wenig. Zumal mich die zweite nicht so sehr begeistern konnte wie restlichen. Dafür hat sich der in Staffel 2 eingeführte neue Boss Douglas Reynholm wirklich in mein Herz gespielt. Schlicht und ergreifend die beste UK-Comedy, die ich kenne. Eigentlich 5,5 aber weil es ja so selten Nachschub gibt:

6 von 6 Punkten

The Middleman (Season 1)

Im Sommer gesehen und weil da eh kaum was Gescheites läuft, fällt meine Wertung milde aus. Hat ein paar richtige Highlights, dann aber auch ein paar dezente Enttäuschungen. An den Protagonisten lag es nicht, eher waren es die Stories, die schwächelten. Wegen der teils liebevollen Überdrehtheit vergebe ich

4,5 von 6 Punkten

The New Adventures Of Old Christine

Nach vier Folgen aufgehört, weil sich die Show bei mir sattgelaufen hat. Wer weiter geschaut hat und schier begeistert von den Folgen danach ist, bitte melden. Vielleicht hole ich den Rest mal nach, aber wirklich nur, weil ich Julia Louis-Dreyfus toll finde.

The Office

Die 5. Staffel hat ihre Schwächen. So musste ich drei Folgen sogar mit für Office-Verhältnisse schmachvollen 4 Punkten bewerten. Die neue Personalleiterin und Liebegespielin von Michael Scott überzeugte mich nicht, Pam war zu weit vom Schuss, von der Schruteness von Dwight zu wenig zu sehen. Aber jetzt wird wieder alles gut, die letzten Episoden bekamen gewohnt verdiente 6 Punkte auf meiner Unterhaltungsskala.

The Simpsons

Alles wie immer. Treehouse Horror ist das Highlight, der Rest schwankt zwischen nett und langweilig. Eigentlich bewertet man die Simpsons auch nicht mehr, man schaut sie einfach aus Respekt weiter.

Two And A Half Men

Bislang eine Staffel ohne Fehl und Tadel. Wer einmal einen Narren an Charlie Harper und seinem trotteligen Bruder nebst Sohnemann gefunden hat, wird mehr als gut bedient. Nicht umsonst die in Amerika beliebteste Sitcom. Auf dem Niveau kann es gerne weitergehen.

Weeds (Season 4)

Das liegt schon länger her, dass ich die vierte Staffel gesehen habe. Ich erinnere mich an ein paar eher schwache Episoden und keinen echten Knaller. Es gab definitiv bessere Saisons für unsere Grashändler. Macht insgesamt gerade noch so

4,5 von 6 Punkten

Worst Week

Im Gegensatz zum britischen Original muss das amerikanische Pendant dummerweise mehr als 7 Folgen füllen. Was dafür sorgt, dass die peinlichen Szenen etwas zu sehr ausdünnen oder gestellt wirken. Spaß kann man dennoch haben, zuviel sollte man aber wirklich nicht erwarten.

25 (Oktober 2008)

27 Mai

Es geht weiter.

Diesmal nur Startschuss-Checks, inklusive eines richtig unerwarteten Comebacks.

The Office (S5E01)

Als offizieller The Office-Fanboy kann man von mir natürlich keine objektive Bewertung dieser Show erwarten. Allein die Tatsache, dass Scott, Schrute & Co. wieder chaotische Büroatmosphäre verbreiten, reicht bereits für sanfte Euphorie. Witzige Story, zwei interessant inszenierte Wiedersehen, was fürs Herz – da hefte ich zufrieden den Dunder Mifflin-Papierbogen ab. Zwei kleine Makel muss ich aber doch erwähnen: die neue Personalchefin ist noch ein wenig blass und Andy Bernard nervt weiterhin. Wenn die Macher meinen Geschmack richtig einschätzen, hetzen sie bald Dwight auf ihn.

My Name Is Earl (S4E01-S4E02)

Earl geht es besser, danke der Nachfrage. Es geht ihm sogar richtig gut. Nach einer vollkommen verkorksten 3. Staffel, in der nicht nur Earl zeitweise im Koma lag, konzentrieren sich die Produzenten endlich wieder auf die Trademarks der Show – Liste durchsehen, seltsamen bis drolligen Leuten helfen, Spaß haben und am Ende ein wenig Wohlgefühl in der guten alten Blutpumpe erzeugen. Die besten Episoden seit langem und damit aktuell Anwärter auf das Comeback der Saison.

Desperate Housewives (S5E01)

Let’s do the time warp again! Was LOST kann, funktioniert auch in der Wisteria Lane, dachten sich die Showrunner und verlegten das Geschehen klotzend statt kleckernd 5 Jahre in die Zukunft. Es haben sich ein paar Dinge verändert, aber für monumentale Umwälzungen fehlte dann doch die Traute. Ein paar neue Kinderrollen, ein bisschen Depression hier, weniger Schminke da – naja. Von der Story her hat es mich nicht umgehauen, da muss demnächst mehr kommen.

Family Guy (S7E01) & The Simpsons (S20E01)

Den Animationsblock hake ich ganz schnell ab. Die Griffins können auch dieses Jahr nicht mehr wie zu seligen Zeiten meinen Lachmuskel treffen und bei den Simpsons darf man sich wie gewohnt an ein, zwei kleinen Gags erfreuen, ansonsten langweilen und irgendwann bei mindestens einem Handlungsstrang die Frage fallen lassen: „Hatten wir das nicht schon mal?“

Chuck (S2E01)

Auf Chuck Bartowski ist einfach Verlass. Die Nerdspy-Show schafft einen Wiedereinstieg, der mich uneingeschränkt überzeugt hat. Michael Clarke Duncan als Gaststar, klasse Action, cooler Einsatz von Geek-Fähigkeiten (Call of Duty) und Yvonne Strahovski in Unterwäsche – da konnte rein subjektiv gesehen ja nichts schiefgehen. Nur die Quoten stimmen nicht. Er spinnt doch ein bisschen, der amerikanische TV-Gucker.

The New Adventures Of Old Christine (S4E01)

Ich erinnere mich mit Schaudern an die Doppelfolge der vergangenen Staffel mit dem Matthew & Barb-Plot. Damals wollte ich wirklich aufhören, die Show zu sehen. Das Finale ging allerdings dank des Seinfeld-Cast-Bonuses in Form von Jason Alexander in Ordnung. Und nun: ein durchschnittlicher Start, nicht schlecht, aber auch nicht gut. Man wird sich wohl daran gewöhnen müssen. In punkto Comedy mit weiblicher Hauptrolle hat 30 Rock mittlerweile mehrere Tina-Fey-Brillenlängen voraus.

Brothers &  Sisters (S3E01)

Exklusiv! Geheimrezept für eine gelungene Brothers & Sisters-Episode entdeckt! Einfach alle Familienmitglieder unter ein Dach stecken und die sich ergebenden Dissonanzen, Frotzeleien und Auseinandersetzungen genießen. Guckt außer mir wahrscheinlich niemand mehr, hat mir aber zum Wiedereinstieg sehr gut gefallen.

Pushing Daisies (S2E01)

Verdammt, ich bin außer Form. Mehrere Monate Abstinenz von Pushing Daisies haben meine Übersetzungsrezeptoren im Hirn zu sehr an normales, amerikanisches Englisch gewöhnen lassen. Weshalb mir bei „Bzzzzz!“, der ersten Folge der zweiten Staffel, wegen der stabreimenden Schnellsprechsätze gewaltig das Hirn brummte. Gut, dass die Show wie auch viele andere Serien ihr eigenes Wiki hat. Auf den ersten Eindruck hin waren Ausstattung und Farbenpracht natürlich wieder fantastisch, die Episode empfand ich jedoch als eher durchschnittlich. Vielleicht ändert sich das beim zweiten Hingucken und -hören. Zusätzlich hole ich mir zu Weihnachten die erste Staffel als BluRay und bete, dass die zweite bis dahin noch läuft.

Gary Unmarried (S1E01)

Überraschenderweise gar nicht schlechte klassische Sitcom mit Jay Mohr um einen frisch geschiedenen Vater von zwei Kindern, der sich mit seiner kratzigen Ex und einer neuen Liebe herumschlägt. Die Punchlines von Ed Yeager (Still Standing) sitzen, weshalb die Serie von mir definitiv eine Chance bekommt. Zumal mich der Pilot mehr überzeugt hat als aktuelle Folgen von New Adventures of Old Christine oder Til Death.

20 (Dezember 2007)

27 Mai

Nur noch wenige Stunden, dann ist das Jahr Geschichte. Da trifft es sich gut, dass ich dank des Autorenstreiks bereits jetzt ein Fazit der TV Saison 2007 ziehen darf. Beziehungsweise leider muss.

Wie gewohnt verläuft die Wertungsskala von 1 (=buh) bis 6 (=hurra) Punkten; zusätzlich erwähne ich noch den Namen der Folgen, die mir am besten gefallen haben. Nein, ich habe kein Mammutgedächtnis, aber eine Datenbank, in der ich jede einzelne Folge bewerte. Falls ich mal Lust auf einen Best of US-TV Serienabend haben sollte. Serien, von denen ich weniger als drei Folgen gesehen habe, fallen durch das Raster.

30 Rock (2. Staffel Episoden 01-09)

Liz Lemon und Jack Donaughy enttäuschen auch in der zweiten Staffel nicht, sondern legen meiner Meinung sogar noch ein bißchen zu. Vor allem Jane Krakowski hat man besser in das Ensemble eingebunden und mit komischen Auftritten gesegnet. Dafür kriegt Judah Friedlander als freakiger Autor in den letzten Folgen leider zu wenig gute Szenen ab. Insgesamt lege ich im Vergleich zur ersten Staffel noch einen halben Punkt drauf.

Lieblingsepisoden: 2×01 Seinfeld Vision, 2×05 Greenzo

Wertung: 5 von 6 Punkten

Aliens In America (1. Staffel Episoden 01-10)

Die Show um den pakistanischen Austauschschüler hat sich erstaunlicherweise gut gehalten. Vor einem halben Jahr war ich mir noch sicher, dass aus den Stories schnell die Luft heraus sein könnte. Sichtbar gut getan hat der Serie die Verpflichtung von Scott Patterson, der den geplagten Familienvater sehr sympathisch und witzig portraitiert. Ach ja, der gute, alte Luke aus den Gilmore Girls. Für die ganz hohen Wertungsweihen reicht es nicht, für nette Unterhaltung aber allemal.

Lieblingsepisoden: 1×04 The Metamorphosis

Wertung: 4 von 6 Punkten

Back To You (1. Staffel Episoden 01-07)

Ich entschuldige mich vorab bei allen, die mit Shows wie „Frasier“ oder „Everybody Loves Raymond“ nichts anfangen können und nur hippe Serien mit jungen/kaputten/seltsamen Charakteren cool finden. „Back To You“ ist klassische (Spötter mögen hinzufügen: altmodische) Comedy, aber die Show funktioniert auf dieser Ebene für meine Ansprüche fast perfekt. Kelsey Grammer und Patricia Heaton als Moderationspaar werfen sich die Gags gekonnt zu und füllen damit die Lücke, die ihre dauerbrennenden ex-Serien im Programmplan gerissen haben. Wer mit dem Stil zurecht kommt, wird bestens unterhalten.

Lieblingsepisoden: 1×02 Fish Story, 1×07 Something’s Up There

Wertung: 5,5 von 6 Punkten

Brothers & Sisters (2. Staffel Episoden 01-09)

Von Pro7 geschickt zu Tode gesendet, bleibt „Brothers & Sisters“ weiterhin mein Favorit in der Kategorie Familiendrama. Zugegebenermaßen ohne direkte Konkurrenz, was eine Bewertung schwierig macht. Dennoch: wenn es darum geht, wahlweise Betrübnis oder Erleichterung darüber zu empfinden, nicht Teil einer Großfamilie zu sein, führt an dieser Show nichts vorbei. Zudem erwische ich mich beschämenderweise dabei, die menschlich-dramatischen Fehlentscheidungen der Charaktere wie ein soapabhängiges Waschweib lauthals zu kommentieren. Anlässe dafür gibt es immer reichlich. Die zweite Staffel steht in der Hinsicht der ersten in nichts nach.

Lieblingsepisoden: 2×01 Home Front, 2×07 36 Hours

Wertung: 5,5 von 6 Punkten

Californication (1. Staffel Episoden 01-12)
Ich bin noch nicht ganz durch, aber was ich bisher gesehen habe, rechtfertigt schon jetzt eine hohe Wertung. „Californication“ ist das Kontrastprogramm zu „Back To You“ und dass mir beide Shows zusagen, liegt entweder an meinem breitgefächerten oder seltsamen Geschmack. Ich bilde mir auf beide Varianten etwas ein.

David Duchovny hat mit der Rolle des völlig fertigen und daher irgendwie auch verdammt lässigen Schriftstellers Hank Moody seine schauspielerische Bestimmung gefunden. Sind wir doch ehrlich: wenn wir im echten Leben nur zwei bis drei Sätze oder Aktionen von uns Hank rauslassen könnten, wir würden uns fühlen wie ein König auf einer eigens für ihn inszenierten Parade. Zu Beginn überzeugte die Show durch nacktbrüstige Offenheit (was mit der Zeit leider nachließ), später durch die konventionsbrechenden Dialoge und Situationen.

Lieblingsepisoden: 1×01 Pilot, 1×06 Absinthe Makes The Heart Grow Fonder, 1×09 Filthy Lucre

Wertung: 5,5 von 6 Punkten

Chuck (1. Staffel Episoden 01-11)

Eine der herausragenden neuen Shows in diesem Fernsehjahr. Chuck schafft geschickt den Spagat zwischen sympathischem Nerdtum und spannender Agentenstory, nimmt sich selbst erfrischenderweise aber nicht zu ernst. Oder glaubt wirklich jemand, dass man den gesamten Inhalt des CIA- und NSA-Archivs durch einmaliges Anschauen in seinem Hirn abspeichern und abrufen kann? Den Sonderpreis für die beste Darstellung eines Computerfreaks geht eindeutig an Zach Levy. Ach ja, es spielen auch viele gutaussehende Frauen mit. Nicht dass das in die Bewertung miteinfließen würde. Also jedenfalls fast nicht. Da ich bis dato keine der Episoden unter 5 Punkten bewerten konnte, zusätzlich auch ein paar 6 Punkte einstreichen konnten, gibt es die Höchstpunktzahl.

Lieblingsepisoden: 1×01 Pilot, 1×07 Chuck vs. The Truth, 1×10 Chuck vs. The Nemesis

Wertung: 6 von 6 Punkten

Curb Your Enthusiasm (6. Staffel Episoden 01-10)

Was war die Freude groß, als Larry David wieder auf dem Bildschirm auftauchte. Und natürlich bedient der Großmeister seine Fans erneut mit Peinlichkeiten, die eigentlich schon längst in den Sprachschatz aufgenommen werden müssten. Im Sinne von „Heute habe ich mir wieder einen Larry geleistet“. Ein wenig an der 6. Staffel muss ich doch herumkritteln: denn die letzten Folgen waren leider deutlich unter dem Schnitt und schmälerten den Gesamteindruck. Insgesamt zählte ich fünf herausragende, drei gute und zwei mäßige Episoden. Letztere vermasseln leider die Höchstnote.

Lieblingsepisoden: 6×03 The Ida Funkhouser Roadside Memorial, 6×04 The Bathroom Monitor, 6×07 The TiVo Guy

Wertung: 5,5 von 6 Punkten
Desperate Housewives (4. Staffel Episoden 01-09)

Neben „Brothers & Sisters“ die zweite Serie, bei der ich als Kerl wohl eher nicht zur Zuschauerkerngruppe zähle. Kann ich was dafür, dass es auch tolle Shows mit Frauen in der Hauptrolle gibt? Eben. Im Gegensatz zur dritten Staffel sind diesmal alle Damen wieder vollzählig und ständig an Bord. Der Mysteryfaden ist wieder stärker gespannt, die Show hat ein gut eingependeltes Niveau erreicht, Ausrutscher nach unten gibt es gar keine. Nach oben hin überzeugen immerhin drei Folgen mit der Höchstwertung, dafür sieht der Bereich der sehr guten Episoden (also 5 Punkte) mit einem Vertreter eher mau aus. Einen halben Punkt ziehe ich noch ab, weil mir doch schnell klar war, welcher Ehegatte in der bis dato letzten Ausgabe der Show wie angekündigt sterben würde.

Lieblingsepisoden: 4×01 Now You Know, 4×07 You Can’t Judge A Book By Its Cover

Wertung: 5 von 6 Punkten

Dexter (2. Staffel Episoden 1-12)

Der große Vorteil bei Dexter ist schon einmal, dass unser liebster Serienkiller eine komplette Staffel zur Bewertung vorlegen kann. Und diese ist genauso genial wie die erste. Während ich am Beginn der neuen Abenteuer der Heroes zu verzweifeln drohte, schlug mich Dexter von der ersten Minute an erneut in seinen Bann. Spannend, blutig und mit schwarzhumorigen Sprüchen ausgestattet wird die Story um den Bay Harbor Butcher bis zum dramatischen Ende vorangetrieben. Wenn ich unbedingt meckern wollte, könnte ich erwähnen, dass mich die bleiche Spindeldürre aus Britannia kurz genervt hat und dass in der letzten Folge die Brandszene zu aufgesetzt wirkte. Aber das sind minimale Kritikpunkte, die „Dexter“ seine verdienten 6 Punkte nicht abspenstig machen können.

Lieblingsepisoden: 2×01 It’s Alive!, 2×02 Waiting To Exhale, 2×09 Resistance Is Futile

Wertung: 6 von 6 Punkten

Flash Gordon (1. Staffel Episoden 01-08 (danach aufgegeben) )

Damit mir niemand vorwerfen kann, ich würde das Wertungsspektrum nicht vollständig ausnutzen, nehme ich Flash Gordon in diesen Beitrag mit auf. Üblicherweise schaue ich qualitativ schlechte Shows nicht über einen längeren Zeitraum, sodass diese sich gar nicht für eine Bewertung qualifizieren. Da mein Bruder aber die Hoffnung nicht aufgeben wollte, guckte ich eben doch mehrere Folgen rein. Und verweise auf meine Besprechung zur ersten Episode. Besser geworden ist es später definitiv nicht.

Lieblingsepisoden: nada

Wertung: 1 von 6 Punkten

Heroes (2. Staffel Episoden 01-11)

Nur sehr schleppend kamen unsere Helden in der neuen Staffel in die Gänge. Ich habe wirklich kurzzeitig gerätselt, ob meine Begeisterung für die erste Season übertrieben gewesen war. War sie nicht, denn viele Fans meckerten über die langsame Storyentwicklung während des zweiten Kapitels der Saga. Viele neue Charaktere wurden eingeführt, deren Sinn für die Hauptstory sich im Nachhinein nicht so recht erschließen mag, unser aller Liebling Hiro war -viel zu lange von seinem Kumpel Ando getrennt- in einem eher langweiligen Setting gefangen, Sylar bekam zugunsten eines neuen Bösewichts zu wenig Sendezeit verpasst und manche Entscheidung von Mohinder kann ich immer noch nicht nachvollziehen. Wenigstens zimmerte der von der Kritik gescholtene Tim Kring zumindestens noch ein recht gelungenes Finale, das Hoffnung für die dritte Staffel macht.

Lieblingsepisoden: 2×08 Four Months Ago…, 2×11 Powerless

Wertung: 4,5 von 6 Punkten

How I Met Your Mother (3. Staffel Episoden 01-11)

Barney Stinsons „Wait for it“-Spruch ist Kult, leider schienen sich die Macher zu Beginn der dritten Staffel ein wenig zu sehr daran zu orientieren. In der Tat musste ich mich als Fan bis zur vierten Folge gedulden, ehe der Humor endlich wieder zündete. Vor allem die Figur der „Should-Be-Mother“ Cobey Smulders hing zu Beginn ziemlich alleingelassen in der Luft. Danach allerdings nahm die Show stetig an Fahrt auf und präsentierte gegen Schluss erneut legendäre Momente. Für den eher durchwachsenen Start gibt es jedoch einen Punkt weniger.

Lieblingsepisoden: 3×08 Spoiler Alert, 3×11 The Platinum Rule

Wertung: 5 von 6 Punkten

Monk (6. Staffel Episoden 01-10)

Mister Monk bleibt uns ja erfreulicherweise die nächsten Wochen erhalten, da er seine Abenteuer immer zur Midseason startet und danach eine Pause macht, eher es zum jeweils neuen Jahr weitergeht. Ich habe ja bereits erwähnt, dass die Fälle nicht mehr so genial konzipiert sind wie früher; das tat der guten Unterhaltung, die ansonsten von der Serie ausging, bisher keinen Abbruch. Allerdings weist die nunmehr 6. Staffel mit der Episode „Mr. Monk And The Rapper“ meiner Meinung nach einen Totalausfall vor (mehr als zwei Punkte konnte ich dafür einfach nicht verteilen). Darüber hinaus überzeugten mich zu wenige Folgen komplett, sodass ich deutlich weniger Punkte vergeben kann. Sollte die Show mit einem tollen Finish zu Ende gehen (z.B. der Aufklärung des Mordes an Trudy), lege ich gerne noch nach. Gemessen am aktuellen Leistungsstand gibt es 4,5 Punkte.

Lieblingsepisoden: 6×01 …And His Biggest Fan, 6×06 …And The Buried Treasure

Wertung: 4,5 von 6 Punkten

My Name Is Earl (3. Staffel Episoden 01-11)

Die große Enttäuschung der Saison. My Name Is Earl funktionierte die erste und zweite Staffel (mit Abstrichen) so einfach und gut. Blick auf die Liste, kurzer Abriss der Vorgeschichte, Einführung von bizarren/komischen Charakteren, Trotteleien von Earl und Randy, Auftritte von Darnell, Joy und Katalina, Auflösung, Wohlgefühl.

Zu Beginn der dritten Staffel landet Earl im Knast. Nix mit der Liste. Vorbei mit Karma. Stattdessen mäßig witziger Knastalltag. Sorry, aber das liegt nicht mehr auf meiner Humorlinie. Der Großteil der Folgen schwankt zwischen zwei und drei Punkten, ein paar Ausreißer wie das an gute Zeiten erinnernde „Our Other Cops Is On“ retten das Ganze vor dem totalen Absturz.

Lieblingsepisoden: 3×07, 3×08 Our Other Cops Is On

Wertung: 3 von 6 Punkten

Pushing Daisies (1. Staffel Episoden 01-09)

Schnell ein Highlight hinterher, um die in den Zeilen obendrüber zum Ausdruck gekommene Enttäuschung zu verdrängen. Pushing Daisies ist wunderbar, bezaubernd, skurril, erfrischend. Die Dialoge erreichen stellenweise gilmoregirlssche Geschwindigkeit, der Herzschmerzfaktor zwischen den Protagonisten wird durch die herrlich zynische Figur des Emerson Cod entzuckert, die in den Folgen auftauchenden Charaktere sind großartig überdreht, der kommentarische Märchenonkel kultig und auf den Clou mit der Wiederbelebung inklusive diverser unschöner Haken muss man erst mal kommen. Schlicht und ergreifend ganz großes Fernsehkino. Okay, erschwerenderweise habe ich mich auch noch ein wenig in Anna Friel verschossen. Höchstwertung.

Lieblingsepisoden: 1×01 Pie-lette, 1×02 Dummy, 1×08 Bitter Sweets, 1×09 Corpsicle

Wertung: 6 von 6 Punkten

Reaper (1. Staffel Episoden 01-10)

Das hätte so schön werden können. Nach der ersten Folge war ich mir sicher: die Show wird ein Highlight der neuen Saison. Der charmante Teufel, der liebenswerte Antiheld, sein bescheuerter Kumpel und zu allerlei Blödsinn einladende Seelenfangspielzeuge. Am Ende steht jedoch die große Ernüchterung. Denn die Drehbuchautoren bekommen aus diesen Bestandteilen einfach keine spaßigen 40 Minuten hin. Die Liebesgeschichte ödet mich recht schnell an, der Teufel lahmt langsam, die Geschichten sind zu wenig abgedreht komisch. Machte Kevin Smith, der bei der Pilotfolge mitmischte, wirklich den großen Unterschied? In dem Fall: bitte nochmal reinschauen, Kevin! Oder Bryan Fuller von „Pushing Daisies“ um verqueren Rat fragen.

Lieblingepisoden: 1×01 Pilot, 1×06 Leon

Wertung: 3,5 von 6 Punkten

Scrubs (7. Staffel Episoden 01-06)

Aufsteigende Form bei Zach Braff und Freunden zur finalen Saison von Scrubs. Man spürt, dass die Truppe zum Abschluss der lustigsten Krankenhauscomedy aller Zeiten nochmal alles aus sich herausholen will. Natürlich erreicht man dabei nicht das Niveau der ersten Staffeln, aber das Unterhaltungspotenzial ist doch wieder leicht höher anzusiedeln, sodass man als Fan wehmütig die verbleibenden Folgen zählt. Hoffentlich fällt das verdiente würdige Ende für die Show nicht wegen des Autorenstreiks ins Wasser.

Lieblingsepisoden: 7×01 My Own Worst Enemy, 7×02 My Hard Labor

Wertung: 5 von 6 Punkten

The Big Bang Theory (1. Staffel Episoden 01-08)

Schauspieler in nerdigem Auftrag haben es schwer. Denn die Konkurrenz heißt „The IT Crowd“ und scheint übermächtig. „The Big Bang Theory“ machte demfolgend zu Beginn auch eine sehr schlechte Figur. Zu überzeichnet und eindimensional waren die Charaktere, zu lustlos die Dialoge. Später schaute ich doch nochmal rein und durfte mir eine gewisse Besserung notieren. Es scheint, als hätte „Two And A Half Men“-Autor Chuck Lorre ein wenig Anlaufzeit gebraucht, um die Show in den Griff zu bekommen. Wie schon bei Aliens In America langt es nicht zum großen Wurf, aber für den Geek-Snack zwischendurch gar nicht mal so schlecht.

Lieblingsepisoden: 1×06 The Middle Earth Paradigm, 1×07 The Dumpling Paradox

Wertung: 4 von 6 Punkten

The IT Crowd (2. Staffel Episoden 01-06)
Wenn man vom Teufel spricht, kommt er direkt um die Ecke. Da ich hier bereits meine Eindrücke hinterlassen habe, schiebe ich nur kurz die Wertung hinterher. Nach der stocksteifen deutschen Version sehne ich mich jetzt schon nach Staffel 3.

Lieblingsepisoden: 2×01 The Work Outing, 2×03 Moss And The German

Wertung: 5,5 von 6 Punkten

The Office (4. Staffel Episoden 01-08)

Was soll ich zur besten US-Comedyserie der letzten Jahre schreiben? Sie ist weiterhin großartig! Dass die Beziehung zwischen Pam und Jim mittlerweile offen gelegt ist, schadet der Show nicht. Denn dafür läuft Steve Carell zur Höchstform auf – sei es als Langstreckenläufer, Überlebenskünstler in der Wildnis, Geschenkkorbfanatiker oder IT-Kritiker. Und Dwight Schrute in Second Life ist… ich hör schon auf. Volle Punktzahl.

Lieblingsepisoden: 4×01 Fun Run, 4×04 Money, 4×06 Branch Wars

Wertung: 6 von 6 Punkten

The Simpsons (19. Staffel Episoden 01-09)

Hier kann ich mich ebenfalls kurz fassen. Alle Symptome wie immer: die Halloween-Episode gelungen, ein bis zwei richtig gute Folgen (die mit Sideshow Bob war extrem spaßig), der Rest ist Mittelmaß. Wer vor Aufregung dachte, dass nach dem überaschend guten Film nun auch die Serie nachlegt, darf sich entspannen. Immerhin ist die Staffel bereits abgedreht und insofern von den WGA-Streiks nicht betroffen.

Lieblingepisoden: 19×05 Treehouse Of Horror XVIII, 19×08 Funeral For A Fiend

Wertung: 4,5 von 6 Punkten

Two And A Half Men (5. Staffel Episoden 01-10)

Alles wie gehabt im Hause Harper. Die Show läuft auf denselben eingefahrenen und gut geschmierten Bahnen wie seinerzeit „Frasier“ oder „Everybody Loves Raymond“. Jeder Akteur kennt seine Rolle und liefert genau das, was erwartet wird. Enttäuschungen gibt es so gute wie keine, aber auch nur ein überragendes Highlight: Charlie als Interpret von Kinderliedern. Ich lag am Boden.

Lieblingsepisoden: 5×05 Putting Swim Fins On A Cat, 5×08 Is There A Mrs. Waffles?

Wertung: 5 von 6 Punkten

Weeds (3. Staffel Episoden 01-15)

Auch in der dritten Staffel begeistern die Abenteuer unserer liebsten Grasverkäuferin. Der niederträchtig gemeine Cliffhanger wird zu Beginn in gewohnt urkomischer Manier aufgelöst, die darauffolgenden Folgen leisten sich keinerlei Schwäche, vor allem die Dealer-Gang um U-Turn ist großartig gecastet worden. Wie bei Californication bin ich noch nicht ganz durch, aber ich weiß, dass mich Nancy Botwin und Co. nicht enttäuschen werden.

Lieblingsepisoden: 3×01 Doing The Backstroke, 3×07 He Taught Me How To Drive By, 3×07 The Two Mrs. Scottsons

Wertung: 5,5 von 6 Punkten

17 (August 2007)

27 Mai

Weiter geht’s im Reigen der mich interessierenden und momentan wild umher schwirrenden Serienpiloten:

Californication

Hank Moody (David Duchovny) ist ein Autor, dessen Erfolgsroman „God Hates Us All“ gerade in einen schwülstigen Romanzenfilm namens „A Crazy Little Thing Called Love“ verwandelt wurde. Seitdem leidet er unter einer Schreibblockade, befindet sich in einer schweren Lebenskrise, säuft, trinkt, raucht, macht mit allerlei Frauen rum und versucht schließlich, seine ex-Frau und seine Tochter für sich zurückzugewinnen. Oder kurz gesagt: Ficken und Fertigsein in Kalifornien mit Fox Mulder. Wenn das Dana Scully wüsste…

Läuft auf Showtime und dementsprechend freizügig geht es zu. Wer vier Paar schauspielernde Brüste und/oder Davids weißen Hintern sehen will, liegt hier schon mal richtig. Die Rolle passt natürlich zu Duchovny, die Sprüche sind deftig, die Bettbekanntschaften attraktiv. Ob uns da ein neues Weeds heranwächst, wird man abwarten müssen. Mir fehlt allerdings jetzt schon ein wenig der komödiantische Touch eines Kevin Nealon oder Justin Kirk. Und wenn es in der zweiten Folge weniger Brüste zu sehen geben sollte, könnte ich das Interesse verlieren.

Aliens in America

Islamischer Austauschschüler aus Pakistan wirbelt amerikanische Familie mit pubertierendem Loser-Teenager durcheinander. Schon im Piloten werden alle Vorurteile über Muslime ausgepackt (Kleidung, Beten, Beteiligung an den Anschlägen in New York), nur damit am Ende alle zu der Erkenntnis gelangen, dass der fremdländische Bub doch eigentlich ein netter Kerl ist. Harmlose CW-Serie mit sicherlich lobenswerter Thematik. Aber ich glaube nicht, dass sich dieser Stoff über eine Show mit mehreren Staffeln strecken lässt. Da hilft auch nix, dass Scott Patterson (Luke aus den Gilmore Girls) den amerikanischen Daddy geben wird.

The Sarah Connor Chronicles

Ja, als Terminator 2 rauskam, war ich Feuer und Flamme. Zu cool war das damals, wie der böse Terminator durch Gitterstäbe floss und Schwarzenegger erschreckend viel Text aufsagen musste. Teil 3 habe ich gesehen und rasend schnell wieder vergessen. Was wohl die besten Voraussetzungen für The Sarah Connor Chronicles sind, denn die Serie steigt zwei Jahre nach Ende des zweiten Teils ein.

Der erste, nach wenigen Minuten auftauchende Terminator hat mich zuerst einmal ernüchtert. Stakst durch die Szenerie als wäre er an der Ralph Möller-Schule für Schauspielerei eingeschrieben. Erfreulicherweise ist er und sein Auftritt nur ein Traum der Protagonistin. Also schnell abhaken.

Die Show macht vieles richtig. Massenweise Zitate aus den Filmen, viel Action und sehr wichtig: Neuentwicklungen in der altbekannten Story. Als Zuschauer ist man schnell wieder drin im Terminatoruniversum. Der Cast ist auch gut besetzt bis auf – und jetzt kommt der dicke Haken – den guten Terminator. Das Nachfolgemodell zu uns Arnold ist nämlich eine Christina Ricchi-Doppelgängerin. Vorhang auf für das Terminatorgirlie! Meiner Meinung nach hat die Entwicklungsabteilung von Skynet anno 2027 da aber ganz böse geschlampt. Nichts gegen die Schauspielerin Summer Glau, wenn ich jedoch schwarzeneggererprobte Sprüche wie „Come with me if you wanna live“ aus ihrem Mund höre, muss ich zunächst mal leise in mich hineinkichern. Große Glubschaugen und kaum Mimik passen meiner bescheidenen Meinung nach eher in einen Manga-Comic als in die explosionsresistente Roboterwelt.

Dass der dritte Teil der Filmreihe komplett ignoriert wird, kann ich locker verschmerzen. Ich gebe der Show in jedem Fall eine Chance, auch wenn ich eine kleine Änderung am Cast vornehmen würde. Hätte Katee Sackhoff nicht in den Drehpausen von Bionic Woman ein bisschen Zeit?

The Big Bang Theory

Zwei Super-Geeks und eine heiße Schnalle. Quasi die Sitcomisierung von Das Model und der Freak. Über die Schauspieler sage ich mal nix Schlechtes, Jim Parsons und Johnny Galecki als Technobabbel absondernde Freaks verkörpern ihre stark übertrieben angelegten Rollen schon recht ordentlich und die durch 8 Simple Rules bekanntgewordene Kaley Cuoco, äh, nun ja, sieht immer noch lecker aus. Das Drehbuch allerdings ist so voller Klischees und nicht zündender Witze, dass es einem graust. Kritiker in den USA zerpflücken die Show dementsprechend, während Vollblutnerds durchaus Gefallen daran finden. Okay, die jubeln schon, wenn man einen Screenshot von World of Warcraft im Fernsehen sieht. Ich prognostiziere nüchtern: wenn die Gags nicht besser werden, fliegt The Big Bang Theory ohne großes Tam Tam vom Sender.

Bionic Woman

Action-Serie um eine Frau mit Superimplantaten. Keine Angst, Pamela Anderson hat keine neue Show. Stattdessen wird Jaime Summers Opfer eines Verkehrsunfalls und wie es der Zufall so will, bastelt ihr Lover als Professor gerade an bionischen Ersatzteilen für verlustig gegangene Körperteile. Neues Ohr, neues Auge, zwei neue Beine und ein neuer Arm – fertig ist die Bionic Woman.

Dummerweise gibt es noch ein richtig fies verbuggtes Vorgängermodell und noch dümmererweise spielt dieses im Piloten unsere Heldin ziemlich an die Wand. Der Doktorin und sab muss ich in dem Punkt zustimmen: Katee Sackhoff (Battlestar Galactica) ist das Highlight der Show, Michelle Ryan (die mich irgendwie an Coby Smulders erinnert, weshalb ich dauernd darauf warte, dass Josh Radnor vor ihrer Wohnung wartet) kann ihrer Rolle noch keinen rechten Stempel aufdrücken. In Nebenrollen tauchen Aaron Douglas (Battlestar Galactica) und Thomas Kretschmann (fear ze tschörmän ecksent) auf. Insgesamt ein zufriedenstellender Start; ob ich weiter dran bleibe, wird sich zeigen. Denn eigentlich hat mich schon das Original nie so recht interessiert.

Cavemen

Steinzeitmenschen sind niemals ausgestorben, sondern leben weiterhin unter uns. Wobei sie nicht etwa mit Fellkleid und Speer ihre Umwelt unsicher machen, sondern ein ganz normales, modernes Leben führen. Nur die langen Haare, die plattgedrückte Nase, der üppige Bartwuchs, die buschigen Augenbrauen und der kantige Schädel unterscheiden sie von ihren Mitmenschen.

Ich bin ja für jedes denkbare Showsetting offen, aber mein erster Gedanke hier war doch unverhohlen: „Wasndas für ein Quatsch?“. Selbst wenn man das Ganze als Parabel auf den afroamerikanischen Teil der Bevölkerung sehen möchte – witziger wird das Ganze dadurch auch nicht. Um genauer zu sein: die komplette Show ist witzlos. Ein Neandertaler mit Brille, der komplizierte Sachen sagt: haha! Ein Neandertaler in Cowboyverkleidung: Brüller! Also nö, mein Humorzentrum ist doch ein wenig schwerer zu treffen.

Das kommt davon, wenn man aus einem simplen Werbespot-Gag eine ganze TV-Serie stricken will. Der verantwortliche Sender ABC hat bereits reagiert und einen neuen Piloten in Auftrag gegeben. Die arme Sau möchte ich nicht sein, die aus dem Konzept etwas Erfolgreiches zaubern soll.

Chuck

Geeks und Nerds sind im Kommen. Wer eine bessere Bearbeitung des Themas als in dem reichlich flach daherkommenden The Big Bang Theory genießen will, dem sei die Serie Chuck wärmstens empfohlen. Chuck ist Verkäufer in einem Elektronikladen namens „Nerd Herd“, spielt Xbox, repariert Geräte, hat sich vor Jahren eine eigene Version von Zork programmiert und einen Journey-Song als Klingelton. Kurzum: der Junge war mir sofort sympathisch.

Eine ehemaliger Studienkollege (Matthew Bomer aus der sehr guten Show Traveler, die leider zu wenig Folgen bekam), der ihm auch die Freundin ausgespannt hat, verdingt sich derweil als Doppelagent zwischen CIA und NSA, stiehlt deren Geheimnisse und schickt sie kurz vor seinem Tod an unseren nichtsahnenden Helden. Aus nicht ganz nachvollziehbaren Gründen haben sich die übersandten Informationen in Chucks Gehirn eingebrannt, weshalb er nun zum Spielball der Geheimdienste wird.

Die Show hat mich sehr positiv überrascht. Zachary Levi als Chuck ist wirklich eine Idealbesetzung, mit Yvonne Strzechowski als CIA-Agentin gibt es etwas für die Optik und Joshua Gomez als Chucks Kumpel Morgan hat das Potenzial für einen richtig guten Sidekick. Für Computerfans gibt es genug Anspielungen wie das oben erwähnte, gute alte Textadventure Zork (das übrigens kein Video-, sondern ein Computerspiel war) und Witze wie der serbische Pornostar-Virus, mit dessen Hilfe sich perfekt Bomben entschärfen lassen.

Ich bleibe in jedem Fall dran, denn der Pilot hat mir schon sehr viel Spaß gemacht.