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115 (Mai 2018)

30 Mai

Huhu, ich bin’s wieder. Blog lebt noch trotz DSGVO, Kommentare sind allerdings sicherheitshalber deaktiviert. Der Seriencheck wird jetzt rausgehauen, bevor die WM wieder alles überlagert. Angesammelt hat sich so einiges, deshalb wird es möglicherweise zwei Teile geben.

Ich bitte um kurzes Innehalten für die Shows, zu denen ich noch nicht richtig gekommen bin:

The Terror – zwei Episoden gesehen, atmosphärisch dichte Erzählung über eine arktische Schiffsexpedition Mitte des 19. Jahrhunderts, basierend auf einem Buch von Dan Simmons
A Series of Unfortunate Events Season 2 – liegt komplett auf Halde
The Americans Season 6 – gucke ich mir wohl in einem Rutsch an, wenn es mal zeitlich passt

Jetzt aber zu den Neuzugängen und alten Bekannten…

ALEX, INC. SEASON 1

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Radiojournalist Alex Schuman (Zach Braff, Scrubs) schmeißt seinen sicheren Job hin, um eine Podcast-Firma zu gründen. Nicht davon begeistert: Seine Familie.

Ebenfalls nicht so begeistert: Die amerikanischen Zuschauer. Denn nach 10 Episoden war bereits Schluss mit Zach Braffs neuem Serienprojekt. Ich mag den Zach ja, mit seiner Krankenhaus-Comedy hat er mein Herz erobert und auch in Alex, Inc. müht er sich ordentlich. Die Dynamik innerhalb seiner Familie fand ich höchst sympathisch, vor allem Jungmime Elisha Henig sollte man im Auge behalten. Das dicke Problem mit der Show lauerte am Arbeitsplatz: Podcasts sind an sich ja eine feine Sache, aber deren professionelle Produktion warf mir dann doch zu wenig Humor ab oder wie der gebildete Ami sagen würde „I didn’t give a fuck“. Vor allem die Figuren der Mitarbeiter von Alex waren letztlich auch nicht gut genug, um die ganz prallen Comedy-Bälle mit ihm hin- und herzuwerfen.

Am Ende kam „Alex, Inc.“ so nie über die Wertung „nett“ hinaus.
Nett, aber man brauchte nicht wirklich mehr davon.

GESAMTWERTUNG: 4,50 Punkte (befriedigend)  

BARRY SEASON 1

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Barry (Bill Hader, Saturday Night Live) ist ein ehemaliger Marinesoldat, der sich mittlerweile auf anspruchsvolle Einzelpersoneneliminierung spezialisiert hat. Als ihn in Los Angeles ein Auftrag des örtlichen tschetschenischen Mobs zu einer Amateurtheatertruppe unter der Leitung des abgehalfterten Jean Cousineau (schmierig: Henry Winkler, Arrested Development) führt, scheint er seine Berufung und die große Liebe (umwerfend: Sarah Goldberg) gefunden zu haben.

Ich war nach dem Lesen der Inhaltsangabe skeptisch. Eiskalter Killer wird zum gefühlvollen Hobby-Schauspieler, der in Theaterstücken zu Tränen rührt? Keine Sorge, so läuft es nicht. Bill Hader, der für seine wunderbaren Nachahmungen bekannt ist, führt hier ein Ensemble an, das herrlich komische Szenen auf den Bildschirm bringt. Besonders danken möchte ich an dieser Stelle der tschetschenischen Mafia (auch so ein Satz, von dem ich dachte, dass ich ihn nie schreiben würde) um Goran Pazar (Glenn Fleshler) und Noho Hank (Anthony Carrigan). An den beiden hatte ich spätestens mit der zweiten Folge einen absoluten Clown gefressen. Dazu noch Stephen Root (Justified) als Fuches, Barrys Auftragsbeschaffer, besten Kumpel und wandelnde Inkompetenz reingepackt und fertig sind acht Folgen sehr gute Unterhaltung.

„Barry“ ist witzig, spannend, skurril, manchmal leise, manchmal laut, aber in jedem Fall eine dicke Empfehlung für euren Serienkatalog. Und seid nett zu Tschetschenen, auch wenn sie euch mit Gewalt drohen, denn die haben auch so ihre Probleme.

GESAMTWERTUNG: 5,56 Punkte (sehr gut)

SILICON VALLEY SEASON 5

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Die fünfte Staffel der derzeit einzig wahren Nerd-Comedy musste bekanntlich ohne Erlich Bachman auskommen, dessen Schauspieler T.J. Miller aktuell die schwer seltsamen Charakterzüge seiner Figur im echten Leben zum Schlechtesten gibt. Wie würde sich sein Fehlen auswirken? Hakt die Hardware, stottert die Software?

Nach insgesamt nur 8 Updates der Versionsnummer #5 kann ich sagen: „Don’t panic. Läuft weiter stabil“. Schräg sind eh so ziemlich alle Charaktere drauf, da ist es nicht so schlimm, wenn einer ausfällt. Es waren wieder viele feine Themen dabei: Das neue Internet made by PiedPiper, die Suche nach Investoren, der Konkurrenzkampf um Ideen mit Jian Yangs Softwareklau-Klitsche und Hooli, künstliche Intelligenz sowie die Einführung einer eigenen Bitcoin-Plattform. Ach ja, wohlwollende Werbung für Tesla-Autos gab es ebenfalls, was bei mir ein bisschen für Punktabzug gesorgt hat.

GESAMTWERTUNG: 5,45 Punkte (gut+)     

RAY DONOVAN SEASON 5

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Habe ich lange vor mir hergeschoben. Nicht etwa, weil die Show mich diese Staffel nicht überzeugt hätte, sondern weil zu viele andere Serien nach meiner Begutachtung schrien. „Ray Donovan“ ist eines dieser Dramen, bei denen man nichts falsch machen kann, sofern man erst einmal durch Setting, Cast und Thematik eingefangen wurde. Bedeutet hier: Leute bauen Mist, Ray Donovan bügelt es aus. Wobei unter Leute auch sehr oft und gerne die eigene Familie fällt. Und wenn Ray nicht gerade am Ausbügeln ist, fördert er eigenständig die Mistbauproduktion.

Ein ewiger Kreislauf, der mir auch in der 5. Staffel gute Unterhaltung beschert hat. Einen Schwerpunkt bildet das Schicksal von Abby Donovan, welches zunächst hinter einem Mystery-Schleier gehalten, später dann Stück für Stück gelüftet wird. Vier der bisherigen fünf Staffeln landeten bei mir wertungsmäßig dicke im „gut“ (lediglich die zweite Season fiel etwas ab), da gucke ich dem Ray auch in der sechsten Staffel zu, klarer Fall.

GESAMTWERTUNG: 5,33 Punkte (gut)

THE TICK SEASON 1

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Im September 2017 hatte ich die ersten sechs Episoden der amazon-Serie „The Tick“ besprochen. Moment, ich kopiere das mal flott rein:

In einer Welt, in der man sich an Superbösewichte und Superhelden
gewöhnt hat, liegt die Hoffnung der Welt auf einem nervösen Buchhalter
(Griffin Newman, „Vinyl“) und einer blaugewandeten Riesenzecke (Peter Serafinowicz, „Running Wilde“).

Ich und Superhelden, man kennt die Geschichte. Höchstselten kommen
wir beide zusammen, aber das hier ist angenehm schräg und witzig. Die
bisher gerade mal 6 Episoden lassen sich locker leicht schmunzelnd
weggucken, Griffin Newman gäbe einen prima Morty für eine Realverfilmung
von „Rick and Morty“ ab, während Peter Serafinowicz in getragenem
Tonfall seltsame Sprüche vorträgt und beide später auf einen
brummeligen Superhelden mit schwer schnippischem Sicherheitssystem treffen. Noch
die charmante Valorie Curry als Schwester des Tick-Assistenten als
Bonus drauf und schon reicht das insgesamt für ein knappes „Gut“.

Ende Februar 2018 legte man mit sechs weiteren Folgen nach, die ich nun an den vergangenen schwülen Früsommerabenden am PC angeschaut habe. Valorie Curry sorgt derzeit als Protagonistin Kara im PS4-Spiel „Detroit: Become Human“ für Aufsehen. An meinem Befund hat sich aber nichts geändert. „The Tick“ ist letztlich kein edelster over-the-top-Scheiß wie Deadpool, dafür steckt eine liebevoll eingestreute Portion Trash drin. Das Finale bietet zwar leider keine Überraschungen mehr, aber für mich ist und bleibt das Superheldenkost in der gut erträglichen Form.
 

GESAMTWERTUNG: 5,01 Punkte (gut-)

 

TIMELESS SEASON 2

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Zum Zeitpunkt dieses Eintrags hängt das Schicksal von „Timeless“ noch in den Seilen. Würde man mich unter dem Eindruck der zweiten Staffel nach einer Fortsetzung fragen, so wäre meine Antwort: „Nee, lass mal“.

Wie schon nach den ersten beiden Episoden befürchtet, tat der Show die Idee mit den in der Zeit implantierten Schläferzellen, die fröhlich die Geschichte verändern können, nicht wirklich gut. Hinsichtlich der angeschnittenen historischen Ereignisse packte mich sehr wenig und das lange Zeit auf befriedigenden Bahnen verlaufende Finale wurde mir versaut, weil Showrunner Eric Kripke einfach mal die selbst installierte Zeitreiseregel über den Haufen warf. Zeitreisen- und Geschichtsexperte Prof. Dr. hist.ser.chck Inishmore urteilt: „Schaut euch lieber die erste Staffel an, die war noch okay“.

GESAMTWERTUNG: 4,22 Punkte (durchschnittlich)

HOMELAND SEASON 7

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Wieder eine sehr gelungene Staffel von Homeland, in der aktuelle Themen wie russische Einmischungsversuche in die US-amerikanische Demokratie und Fake News packend inszeniert dargeboten wurden. Alle Hände voll zu tun für meinen Lieblingsrauschebartonkel Saul und Eskalier-Carrie, deren kleine Tochter Franny sicher einmal einen Psychologen reich und glücklich machen wird. Kleine Punktauszüge setzt es für die etwas unglaubwürdige Hacker-Bezirz-Aktion in Episode 7×02 und nun ja, bei der finalen Szene konnte ich fast ein Schmunzeln nicht unterdrücken, das war mir etwas zu sehr drüber. Ansonsten lagen alle Folgen souverän zwischen 5 und 5,5 Punkten.

GESAMTWERTUNG: 5,42 Punkte (gut+)

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