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70 (September 2013)

5 Sep

Update2: 

Ein paar kurze Gedanken zum Breaking Bad-Finale sind eingefügt.

Update:

„Das ist ja derselbe alte Käse vom letzten Mal!“ werden jetzt einige ausrufen. Nicht ganz. Denn nun gibt es Text für die beiden bei „Hot in Cleveland“ und „Futurama“ freigelassenen Stellen sowie diverse Saisonabschlussnoten plus entsprechender Ergänzungen. Wer ganz frischen Käse will, muss noch bis Anfang Oktober warten. Ist ja nicht mehr lange hin. Vorher wird wohl noch der „Breaking Bad“-Artikel auf den neusten Stand gebracht, inklusive der – das darf ich jetzt wohl schon vorwegnehmen und Vince Gilligan müsste im Finale schon „Sex in the City“ mit Handpuppen nacherzählen, damit das noch in die Hose geht – höchsten Gesamtwertung für eine Serie auf diesem bescheidenen Blog.

Diesmal mit dem beliebten „Ich will wissen, was du diesen Sommer gesehen hast“ und einer ernsten Anfrage bei der Autorenpolizei, ob man im Falle Dexter jetzt nicht mal langsam einzugreifen gedenkt.

Under The Dome (Season 1)

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Basierend auf einem Roman von Altmeister Stephen King erzählt „Under The Dome“ die Geschichte des amerikanischen Städtchens Chester’s Mill, das sich eines Tages samt seinen Einwohnern plötzlich unter einer riesigen durchsichtigen Kuppel wiederfindet. Woher sie kommt, wie oder ob man sie je wieder los wird und was die Eingesperrten in der Zwischenzeit so treiben, dürfen seit wenigen Tagen auch deutsche Zuschauer verfolgen.

Der Auftakt war gefällig: Saftige Kuh-Gore-Action. Verzweifelte Befreiungsversuche auch durch das Militär. Beziehungstrennungsdramen. Allerlei seltsame Gestalten, die Geheimnisse mit sich herumtragen, wie der Gebrauchtwagenhändler und Stadtrat Big Jim Rennie (Dean Norris, „Breaking Bad“) oder dessen leicht neben der Spur laufenden Sohn, der bedrückte Sheriff Duke Perkins (Jeff Fahey, „LOST“) und der scheinbar zufälligerweise herumstreunende ex-Soldat Dale „Barbie“ Barbara, der gerade eine flüchtige Bekanntschaft verbuddelt. Nicht zu vergessen die Teenies, die im Falle der Berührung der titelgebenen Kuppel Anfälle erleiden und gar seltsames Zeugs brabbeln.

Mit fortschreitender Dauer liess allerdings bei mir die Faszination immer mehr nach. Denn an der großen Dunstglocke wird in den folgenden Episoden immer weniger gerüttelt, die Geschichten konzentrieren sich mehr auf die Charaktere mit ihren Schrullen, Mysterien und Konflikten. Zeit also, um die große Schauspielkunstschatulle zu öffnen, damit der Zuschauer bei der Stange bleibt. Leider ist dort recht wenig drin. Dean Norris spielt seine Rolle als knorriger, zwielichtiger Anführer ordentlich, der Rest fällt demgegenüber ab, sei es nun ex-Modell David Vogel, Rachelle „ein Gesichtsausdruck“ Lefèvre oder die schnell nervig werdenden Nachwuchsdarsteller. Mittlerweile bin ich bei Episode 10 angelangt, die „schlimmen Geheimnisse“ rundum Chester’s Mill sind fast aufgelöst, ohne dass es mich jetzt vor Spektakel in zwei saubere Hälften geteilt hätte, ein paar Füllerfolgen waren zu ertragen und so langsam befürchte ich, dass auch die Kuppel selbst nicht so viel Knallpotenzial bietet.

Doch hier die gute Nachricht: Die Serie ist wegen ihres Erfolges bereits um eine zweite Staffel verlängert worden. Gefolgt von einer schlechten Nachricht: Die Serie ist wegen ihres Erfolges bereits um eine zweite Staffel verlängert worden. Nix ist also mit flotter Enthüllung, wie ich sie mir angesichts der Vorlage (13 Folgen à 42 Minuten müssten doch reichen, um einen Roman abzubilden) erhofft hatte. Im Gegenteil: mit einem frisch aus dem Hut gezauberten Charakter (Natalie Zea, „Justified“) betreibt man eindeutig Zeitschinderei und eröffnet im wahrsten Sinne des Wortes neue Schaubühnen für die Eingesperrten. Ich bin nicht begeistert, werde mir die erste Staffel aber zu Ende geben. Es sieht allerdings so aus, als würde auch „Under The Dome“ das typische Schicksal der Mysteryserien nach LOST ereilen – zu viel versprochen, zu wenig eingelöst.

Und hier der Ergänzungsabschnitt mit den frischesten Erkenntnissen zur Show. Tja. Ist jetzt bis einschließlich des Finales nicht viel besser geworden. Die Rolle von Maxine Seagrave (passender Name) war doch kürzer angelegt als gedacht, die Figur des Dean Norris entwickelt sich zudem angenehm verachtungswürdig, aber das alleine dürfte nur schwer ausreichen, um mich für die zweite Staffel zum Einschalten zu bewegen. Vielleicht, wenn ich nach erfolgter Breaking Bad-Entwöhnung unbedingt einen Hank-Fix brauche. Aber ernsthaft: für ein Finale hat man sich schwer bemerkenswert mit Geheimnisauflösungstendenzen zurückgehalten, das war schlicht und ergreifend zu wenig. Und bin ich wirklich der Einzige, der das ganze Trara um den angeblichen Antrieb der Kuppel, die Visionen und die Prophezeiungen eher billig und lächerlich findet als richtiggehend spannend? Aktuell wäre ich fast versucht, in Wikipedia die Auflösung der Geschichte von Stephen King nachzulesen, um mir einreden zu können, dass sich das Dranbleiben lohnt.

Gesamtwertung: 4,15 Punkte (durchschnittlich)

Breaking Bad (Season 5 Episoden 9-12)

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Beste Serie der Welt. Emmys für alle. Genug geschrieben.

Man mag mir zurecht vorwerfen, dass auf dieser Seite Dramaschwergewichte wie „The Sopranos“ oder „The Wire“ nicht gewürdigt werden. Der Grund ist simpel: ich habe beide leider bis dato nicht komplett gesehen. Ja, Schande über mein Haupt, aber ich werde beide nachholen. Irgendwann. Bis dahin jubele ich eben „Breaking Bad“ hoch.

Oberkoch Vince Gilligan gelingt ein optimaler Einstieg nach dem längsten und wohl erkenntnisreichsten Toilettengang der Welt. Ein raffinierter Flash Forward vorangestellt, danach der Übergang direkt von dort, wo man letztes Jahr die erste Hälfte der finalen fünften Staffel beendet hatte. Die Bildsprache rockt wie gehabt, die Einstellungen sind grandios, selbst der Humor kommt dank immer wieder eingeschobener komischer Momente nicht zu kurz, vor den schauspielerischen Leistungen der Beteiligten (nicht nur Bryan Cranston) kann man eh nur noch still niederknien, der unerbittliche Strudel des Verderbens fängt sich an, langsam zu drehen, die Figuren werden verschoben, die Stränge gesponnen und am Ende wird es furchtbar ausgehen für Walter White und wahrscheinlich einige andere. Für meine Theorie „Happy End, Hochzeit von Walter White Jr. und Heisenbergs kleine Tochter Holly spielt Here comes the bride auf der Klingel von Hector“ sieht es nicht gut aus, aber es scheint, als hätten die Autoren von Dexter sie kopiert. Dazu gleich mehr.

Die Punktewertung: ein Paar 6er, ein Paar 5,5er, drunter macht es Heisenberg nicht mehr. Klarer Anwärter auf den Wertungskönig dieser TV-Saison.

Update: Es ist vorbei. Die beste US-Dramaserie der letzten Jahre ist Geschichte. Ich werde versuchen, in den kommenden Zeilen so wenig wie möglich zu spoilern und eher allgemein zu formulieren (also keine Angst, liebe FAZ-derzeit-Nicht-Leser). Vorneweg: als Zuschauer bekommt man ein rundes, befriedigendes Ende. Für manche mag es ein wenig zu unspektakulär daherkommen, zu ruhig, auch stellenweise ein wenig zu konstruiert. Vince Gilligan nimmt sich die Zeit, alle verbliebenen Handlungsfäden zusammenzuführen, gönnt den Figuren letzte große Momente und lässt keinen Raum mehr für Spekulationen. Ja, es gibt Szenen, in denen man als Fan die Faust ballt und zustimmend „HELL YEAH, BITCH!!!“ Richtung Fernseher schreit. Oder innerlich ganz still wird und leise mit dem Kopf nickt. Breaking Bad liefert wie gehabt. Das Finale „Felina“ ist meiner Meinung nach als Epilog zu verstehen, als Pflaster, das die Autoren für die Wunden verabreichen, die man in der Überfolge „Ozymandias“ an unerbittlichem Drama ertragen musste. Was bleibt, ist die höchste Wertung für eine Staffel auf diesem Blog. Legt man alleine die letzten 8 Folgen zugrunde, stehen satte 6,46 Punkte zu Buche. Rechnet man die 5,74 Punkte der ersten Halbstaffel mit ein, schafft Breaking Bad verdient den Sprung in den Wertungsbereich „überragend“. Eigentlich müssten wir TV-Serienkritiker jetzt eine Pause machen, denn die kommenden Shows werden es schwer haben, im unmittelbaren Schatten dieses Meisterwerks fair bewertet zu werden.

Gesamtwertung:
(für S5E09-S5E16) 6,46 Punkte (überragend)
(für Season 5)        6,10 Punkte (überragend)

Ray Donovan (Season 1)

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Ray Donovan ist ein Fixer, also ein Problembeseitiger – jemanden, den man ruft in L.A., wenn was schiefläuft bei den Reichen und Schönen. Starlet in Not? Escortdame tot? Der Actionstar liebt einen Mann? Es fixt und hilft Ray Donovan. Daneben hat der titelgebende Held noch zwei bis drei vom Leben schwer gezeichnete Brüder zu betreuen und mit seinem verhassten Vater zurechtzukommen, den er vor Jahren höchstselbst ins Gefängnis geschafft hatte und der sich nun zurück in sein Leben drängt.

Ja, mag ich. Angefangen vom Setting, das nochmal schönes „Entourage“-Feeling versprüht, über die kaputten Familienverhältnisse der Donovans, den kernigen, sich endlich eine Hauptrolle verdienenden Liev Schreiber, der als wortkarger, aber zupackender Lösungsentwickler nur für sein persönliches Umfeld kein Heilmittel findet bis hin zu Jon Voight, der die peinigende Vaterfigur großartig rüberbringt und immer mehr einen Keil zwischen Ray und seiner Familie treibt. Aktuell hänge ich noch ein wenig hinterher, die bisher gesehenen 6 Episoden allerdings haben mich überzeugt, zumal es nun dramatechnisch langsam anzieht. Ich denke, da ist wertungsmäßig von dem stabilen „gut“ bis in höhere Wertungen noch etwas drin.

Immerhin konnte der Sender Showtime nach dem Ausfall von Dexter wenigstens eine gute Serie produzieren. Ray Donovan steigerte sich ab knapp der Hälfte der Season von Folge zu Folge und verdient sich infolgedessen eine dicke Empfehlung für Freunde harter, dramatischer Kost im Rahmen dysfunktionaler Familienstrukturen. Zwar wird das an „Entourage“ angelehnte Setting rundum die Schönen und Reichen Hollywoods zeitig aufgegeben, dafür gewährt die Show dem Zuschauer tiefe und verdammt bittere Einblicke in das Leben des Donovan-Clans. Bis kurz vorm Finale entsteht eine emotionale Achterbahnfahrt (u.a. mit James Woods als Beifahrer), die leider im letzten Akt nicht ganz das einzulösen vermag, was sie aufgebaut hatte. Das kostet der Serie den breiteren Einstieg in die Gefilde des „sehr gut“. Dennoch eines der Highlights der Sommersaison und zurecht für eine weitere Staffel verlängert.

Gesamtwertung: 5,47 Punkte (sehr gut-)   

Luther (Season 3)

Krimiserien sind nicht so sehr meins, für „Luther“ mache ich aber gerne eine Ausnahme. Denn Idris Elba ist so cool und lässig wie das Hammersmith Odeon in den 80ern. Nach vier Episoden hatte der DCI John Luther seinen Fall des Jahres auch schon wieder zu Ende ermittelt. Der Plot um die internen Schnüffler hat mich nicht so gepackt, das Selbstjustiz-Szenario (ich darf da nicht wieder an Dexter denken, oh Gott!) gefiel mir eher, mit der Rückkehr einer altbekannten Freundin kam zum Ende hin wieder Schwung rein und einmal durfte auch das große weiße Taschentuch hervorgeholt werden.

Gesamtwertung: 5,18 Punkte (gut)

Dexter (Season 8)

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Dexter. Ächz. Ich weiß nicht, was die Autoren in dieser Staffel geritten hat. Der finalen Staffel, wohlgemerkt. Und zu deren Ehren verzapfen sie die schlechteste Dexter-Season überhaupt. Bisher war der lange Vorspann stets rituelle Pflicht in meinen Sehgewohnheiten, eben dieses kleine Schauern, bevor es losgeht. Mittlerweile spule ich vor, um die anstehende Langeweile abzukürzen. Soweit ist es gekommen.

Was gefällt mir denn nun nicht? Eine spontane Aufzählung:

1) Es gibt keinen würdigen Gegner für Dexter. 2) Die Figur der Psychologin Dr. Evelyn Vogel sondert gleich zum Start Verbalhämmer wie „Psychopathen mit Hang zum Töten sind die Krone der Schöpfung“ ab und ist so dermaßen daneben, dass ich sie nicht mehr ernstnehmen kann. 3) Dexter bekommt zeitweise einen Serienkillerazubi. Nicht lachen, ist wirklich so. 4) Immer wieder wird das Bild der Familie heraufbeschworen, so dass ich befürchte, im Finale sitzt unser Blutschnüffler glücklich mit seiner neuen Familie im Van, man ist auf dem Weg, gemeinsam die Leichen des Miami Police Department ins Meer zu kippen und der kleine Harrison singt zusammen mit Debra „Fuckshit, we did it!“. 5) Die Nebendarsteller haben wirklich die langweiligsten Erzählstränge überhaupt aufgedrückt bekommen. Bei der heiligen Blutspritzfontäne, es ist eine einzige Qual! Dabei war die letzte Saison doch nochmal ein Schritt in die richtige Richtung. Einfach unwürdig. Sollte da nicht in den verbleibenden Episoden noch die Kurve gekriegt werden, heißt meine Empfehlung: Wrap it up and sink it where the sea is deep.

Was gefällt?

1) Hannah McKay (Yvonne Strahovski, „Chuck“) taucht nochmals auf und darf sich nackend auf Dexter herumwälzen. 2) Es ist bald vorbei und kommt nicht wieder.

Machen wir uns nichts vor. Die finale Staffel war ein Schuss in den Ofen, ein hinterlassener Blutspritzer auf dem weißen Teppich, ein dicker Riss in der Plastikauskleidung. Noch nie zuvor haben mich die Charaktere so unfassbar kalt gelassen, gelangweilt und geärgert. Immerhin habe ich gelernt, dass man in Miami sich besser nicht in die Hände der Metro Police, von Krankenhäusern während einer Tornadowarnung oder von IT-Sicherheitsexperten begeben sollte, wenn man Kompetenz erwartet. Ich lächele schon sanft in mich hinein, wenn ich die ersten Angebote für die komplette Staffelbox sehe: die müssten mir Geld dafür zahlen, dass ich die 8. Staffel nicht herausbreche und zurücklasse. Ehemaligen Freunden von Dexter Morgan, die schon frühzeitig die Segel gestrichen haben, darf ich empfehlen, sich maximal das Finale anzusehen. Denn das konnte zumindest einen emotionalen Moment aufweisen und hätte deshalb mit Müh‘ und Not die einzige knapp gute Folge der Saison sein können, wenn die Autoren das ganze Trauerspiel an der richtigen Stelle beendet und nicht noch eine unnötige, allerletzte Szene geschrieben hätten. Sorry, aber diesmal haben sie es wirklich versaut.

Gesamtwertung: 3,71 Punkte (unterdurchschnittlich)

Futurama (Season 7)

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Bad news, everyone. Futurama ist vorbei. Zumindest ist für dieses Jahrtausend keine weitere Verlängerung des Projekts von Simpsons-Schöpfer Matt Groening mehr geplant. Auch wenn ich die SciFi-Comedy um Fry, Bender und Co. immer besser gesehen habe als ihre gelben Verwandten in Springfield, haben die beiden doch eines gemein: die weite Qualitätsstreuung während einer Saison. Von quälenden 3,0 Punkten für lustlos runtergezeichnete Langeweiler (S7E06: The Butterjunk Effect) bis hin zu bejubelnswerten Humorjuwelen voller schräger Gags (S7E24: Murder on the Planet Express) ist in der Bandbreite alles vertreten. Im Rahmen der zweigeteilten Aussstrahlung gab es – und hier trennt man sich wieder von den Simpsons – genug gute bis sehr gute Episoden, um eine halbe Staffel zu füllen. Auf der anderen Seite nagen einige Durchschnittlichkeiten an der Wertung, die sich so knapp vor der 5-Punkte-Marke einpendelt und damit etwas schlechter ausfällt als die vorherige Kollektion. Für Fans, die nur ungern loslassen können, ganz wichtig: die finale Folge ist sehr gut gelungen, nicht nur Fry/Leela-Relationshipper kommen mit diversen „Hach“ und „Mmh“ auf ihre Kosten.

Gesamtwertung: 4,87 Punkte (befriedigend+)

Hot In Cleveland (Season 4)

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Ja, die älteren Ladies feat. Betty „Senior Wonder Woman“ White halten sich immer noch auf meiner Guckliste. Nein, in die höheren Wertungsbereiche werden sie wohl nie vordringen. Aber für ein paar Highlights reicht es dann doch gerne mal, vor allem, wenn Gaststars auftauchen, die man gerne erneut auf dem Bildschirm wiedersieht. In der aktuellen Staffel waren das u.a. Jay Harrington, Fred Willard, Danny Pudi, William Shatner, Brian Baumgartner, Jesse Tyler Ferguson oder Craig Ferguson. Natürlich sind viele der Geschichten schon durch die alte Comedymühle gedreht worden, die kecken Sprüche ganz auf Betty zugeschrieben, die gegenseitigen Foppereien und Suchaktionen nach dem Traummann in bekannter Manier durchexerziert. Anders als bei den von mir abgesetzten „The Exes“ gibt es jedoch stets genügend Episoden, die ich wohlwollend mit einer 4,5 Punkte-Wertung abnicke bzw. einige, bei denen ich sogar die 5,0 ziehe. Klar: in der Hitze der US-TV-Hauptsaison hätte „Hot In Cleveland“ wahrscheinlich keine Chance, durchzukommen. In der eher kargen Nebensaison ist aber weiterhin ein Platz für die Show. Die Wertung bezieht sich übrigens auf die gesplittete 4. Staffel insgesamt.

Gesamtwertung: 4,23 Punkte (durchschnittlich)

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60 (September 2012)

10 Sep

Es ist wieder wohlig warm draußen, also hurtig heraus mit dem zweiten Teil des US-Serien-Sommers, bevor Ende des Monats die Hauptsaison eingeläutet wird.

 

Breaking Bad (Season 5, Episodes 01-08)

8 Episoden, ein fieser Cliffhanger und nun 10 Monate Wartezeit. Begeisterte Anhänger von Walter und Jesse fluchen zur Zeit schlimmer als Abnehmer von hellblau angemaltem Crystal Meth, das sie von irgendwelchen Amateurbrutzlern angedreht bekommen haben. Für mich als Fan der Show steht schon seit der dritten Staffel fest: eher schmirgeln unsere liebsten Drogenköche eine vom Reinheitsgrad her verhunzte Ladung zusammen, als dass Breaking Bad eine enttäuschende Episode abliefert.

Die erste Hälfte der 5. Staffel befasst sich schwerpunktmäßig mit den Aufräumarbeiten nach dem Abgang von Gustavo Fring und dem Aufbau einer neuen Produktionskette. In dem Geschäftsbeziehungsdreieck aus Walter, Jesse und Mike schwelt genug Konfliktstoff für spannende Episoden mit gewohnt bedeutungsschwangerer Optik. Dass Showrunner Vince Gilligan weiterhin auf exzellente schauspielerische Leistungen (Emmy for Jonathan Banks, anyone?) setzen und den Zuschauer mit u.a. einem Flash Forward als Einstiegssequenz, dem schockierenden Schlussakt eines Güterzug-Ausraubs und brodelnden Dialogen zu fesseln vermag, untermauert die aktuelle Ausnahmestellung dieser Serie.

Was mir allerdings ein wenig fehlte, war die Gefahr von außen. Madrigal, der mächtige deutsche Konzern aus Hannover, der alle Fäden in der Hand zu halten scheint, wird zwar in einer Episode thematisiert. Probleme für Walts neues Projekt bereitet er allerdings nicht. Eher droht nun endgültig Ungemach von Schwager Hank, wie die letzte Folge unmissverständlich andeutet. Womit wir bei den Wertungen wären: fast alle Episoden gut bis sehr gut, überragend „Madrigal“ (von der ich mir aber im Rückblick mehr Auswirkungen erwartet hätte). Der Haken? Für mich leider das „kleine“ Finale, bei dem ich mit einem derben Knaller gerechnet hatte, einem Faustschlag in die Magengrube des Zuschauers mit freundlichen Grüßen von Mr. Gilligan. Ich habe mir -kein Witz- mit kribbeligen Fingern alle paar Sekunden die Restlaufzeit der Folge anzeigen lassen und war umso angespannter, desto näher es gegen 0 ging. Von daher kann man vielleicht verstehen, dass ich von der letzten Szene etwas enttäuscht war, was sich auch in der Wertung widerspiegelte und so die 6-Punkte-Gesamtwertung verhinderte. Aber vielleicht entwickelt sich die Story nach der Pause noch ganz anders, als wir das alle jetzt erwarten und Vince erwischt uns grinsend doch noch auf dem falschen Fuß.

Gesamtwertung nach 8 Episoden: 5,73 Punkte (sehr gut) 

The Exes (Season 2)

Ja, ich habe es wieder geguckt. Nein, man muss es sich wirklich nicht antun, wenn man nicht wie ich Donald „Turk“ Faison oder Wayne „Newman“ Knight gerne im Fernsehen wiedersehen möchte. „The Exes“ bleibt eine bestenfalls aus Nostalgikersicht nette, schlimmstenfalls gnadenlos veraltete Sitcom, deren Storybögen schon in den frühen 90ern als überspannt und ausgenudelt galten. Zur ersten Staffel hat sich also wenig geändert. Okay, David Alan Basche hat sich besser in das ehefrauenlose Trio eingebracht, dafür nervt Kristen Johnston weiterhin stellenweise ordentlich. Erwähnenswert sei noch zweierlei:

1) Ich verleihe der Show offiziell den heiß tropfenden Käsebandorden für das cheesigste Intro einer TV-Serie. Bitte hier selbst ansehen und betroffen reagieren. Hinweis: der Song wird nicht von Donald Faison gesungen (was ich lange Zeit selbst angenommen habe), sondern von einem Typen namens Chrystopher Ryan Johnson.

2) Wer sich auf die Folge S2E11 „He’s Gotta Have It“ freut, weil dort das Bromance-Duo aus Donald Faison und Zach Braff wieder zusammenkommt: gerade die Episode fand ich ziemlich schwach.

Gesamtwertung: 3,96 Punkte (durchschnittlich)

The Newsroom (Season 1)

Will McAvoy (Jeff Daniels), Republikaner und Nachrichtenchef bei einem eher durchschnittlichen Sender namens ACN, hat die Nase voll. Von der Art, wie seine Show „News Night“ Nachrichten versendet. Von den Republikanern und ihrer radikal konservativen Absplitterung namens Tea Party. Von den Amerikanern, die ihr Land für das großartigste der Welt halten, ohne es begründen zu können. Zusammen mit einer frischen, jungen Crew, einer neuen Produzentin/seiner alten Liebe MacKenzie (Emily Mortimer) und dem kauzigen Vorgesetzten Charlie (Sam Waterston) will er mit seinem Projekt „News Night 2.0“ ehrbaren Journalismus über wichtige Themen anbieten, ohne sich dem Zeitgeist und der Boulevardisierung der Nachrichten anzubiedern. Was bei den Bossen ganz oben nicht allzu gut ankommt.

„The Newsroom“ ist das neue Showvehikel von Aaron Sorkin. Was bedeutet: es gibt Dialoge satt für die Fans, die gerne in den von Sorkin gebuddelten Schützengraben zwischen Republikanern und Demokraten ausharren, um die Wortgefechte der Protagonisten mit großen Augen und Ohren zu verfolgen. Untertitel sind Pflicht, Kenntnisse des amerikanischen Politikbetriebs ebenso. Kein leichter Stoff also für Europäer.

Ich selbst kenne von Sorkin nur „The Social Network“, für den er bekanntlich einen Oscar erhielt. „The West Wing“ habe ich gar nicht gesehen, „Studio 60 On The Sunset Strip“ nur kurze Zeit ausgehalten. Von daher reihe ich mich weder in die Reihe der Sorkin-Hasser noch der der Sorkin-Fanboys ein. Beide Fraktionen sind bei „The Newsroom“ übrigens reichlich vertreten, was ich so gelesen habe. Meine Einschätzung der Show hingegen ist zwiegespalten:

Auf der einen Seite ist es interessant, wie gerade – pünktlich zum präsidialen Wahlkampf – die republikanische Tea Party mit ihren kruden Thesen analytisch auseinander genommen wird. Manche Dialoge sind wirklich toll geschrieben, Sam Waterston sorgt mit seinem trockenen Witz für Auflockerung, die realen Meldungen und ihre Aufarbeitung gehen an die Nieren (etwa der Anschlag auf Gabrielle Giffords), Jeff Daniels gefällt als unbequemer, fast schon ungeliebter Chef, der immer einen Querschläger im verbalen Köcher mit sich führt.

Auf der anderen Seite hingegen stören die übermäßig vielen, ausgewalzten Büroromanzen und – verwicklungen, die eher peinlichen Storymomente (wie etwa die aus Schusseligkeit an alle Beschäftigten im Sender verschickte Liebesmail) und wenig packend gestrickte Nebenhandlungen (das Finanzgedöns, der Troll- und Bigfootforscher, der Psychologe, die neue Debattenform). 20 Minuten weniger pro Episode hätten „The Newsroom“ vielleicht richtig gut getan.

Von meiner Bewertungswarte her gefiel mir der Pilot noch am besten und bekam 5,5 Punkte. Der Rest lag in einer Bandbreite von 4,0 bis 5,0, weil alle Stärken von Schwächen getrübt bzw. Schwächen von Stärken wieder ausgebügelt wurden. Insgesamt landet die Show so im Bereich von „befriedigend“ und wenn Mr. Sorkin sich etwas mehr auf die starken Aspekte konzentriert, geht es vielleicht die Wertungsskala weiter nach oben.

Gesamtwertung: 4,70 Punkte (befriedigend)

Weeds (Season 8)

Hier muss ich mich leider kurz fassen und eine Wertung außen vor lassen. Meine letzte komplette Staffelerfahrung mit Ms. Botwin und Anhang war die fünfte und die fiel ziemlich glatt durch mein Geschmacksraster. Zum Auftakt der 8. Season schaute ich nochmal rein und war angenehm überrascht, was die Autoren aus dem Cliffhanger der letzten Staffel gemacht haben. Seltsam, witzig, aber auch spannend kam mir S8E01 „Messy“ unter die Augen. Ein paar Folgen später ließ das Kribbeln aber wieder nach und weiter als Episode 4 bin ich nicht gekommen. Keine Ahnung, ob ich nochmal einsteigen werde.Wenn ja, gebe ich hier drin Bescheid. Wer die Serie weiterverfolgt und Worte voller Begeisterung dazu äußern möchte, nur her damit!

Gesamtwertung: – (auf Halde)

52 (Oktober 2011)

17 Okt

Der nächste Pack an frischen Serien, dazu ein Abschluss-Check und ein paar Kurzbewertungen hinsichtlich des Starts von Shows, die sich auf meiner Guckliste festgesetzt haben. Diesmal mit Hoffnung für den Comedybereich, einer angenehmen Thriller-Überraschung, einer bereits abgesetzte Show und einer aus meiner Sicht teuren, mittleren Katastrophe.

Homeland

Der amerikanische Soldat Nicholas Brody wird nach achtjähriger Gefangenschaft aus den Händen von Al-Qaida-Brigaden in Afghanistan befreit und mit großem Pomp zuhause empfangen. Nur CIA-Officer Carrie Mathison traut der Sache nicht, hat sie doch von einem ihrer Kontakte erfahren, dass die Terroristen einen Gefangenen konvertiert haben sollen, um einen weiteren Angriff auf amerikanischem Boden durchzuführen. Nur unterstützt von ihrem direkten Vorgesetzten Berenson überwacht sie heimlich das Zuhause von Brody und kämpft dabei gegen ihre Schuldgefühle von 9/11 und ihre psychische Krankheit an.

Claire Danes gibt hier eine Art Jack Bauer im Überwachungsmodus, als Showrunner fungiert mit Howard Gordon ein erfahrener 24-Recke. Das Ergebnis kann sehr überzeugen, auch wenn man mich mit Militärsettings üblicherweise jagen kann. Bei „Homeland“ steht allerdings mehr die Spannung eines Katz und Maus-Spieles zwischen Mathison und Brody im Vordergrund, die nach den bisher gesehenen zwei Episoden erfreulich hoch gehalten wird und den Zuschauer zu fesseln vermag. Ich bin gespannt, was die Show mit ihrem Mix aus diversen Rückblicken, den familiären Spannungen im Hause Brody, dessen irritierendem Verhalten und der krankheitsbedingten Instabilität Mathisons noch aus dem Hut zaubern wird. TV-Junkies erkennen Mandy Patinkin aus „Dead Like Me“ als Mathison Vorgesetzten sowie Morena Baccarin aus „Firefly“ (und -sind wir mal ehrlich – einzige sehenswerte Erscheinung bei „V“) als Ehefrau von Brody. Wer nun immer noch nicht überzeugt und darüber hinaus männlichen Geschlechts ist, dem sei als Serviceinformation angediehen, dass Miss Baccarin in der ersten Folge eine Nacktszene hat, dank des ausstrahlenden Senders Showtime auch durchaus sehenswert. Nicht nur deshalb gibt es von mir zum Start als Tendenz eine Wertung im höheren Bereich.

Ersteindruck: 5,5 – 5 Punkte (sehr gut – gut)

How To Be A Gentleman

Ein frisch von der Freundin verstoßener, feinmanieriger Kolumnenschreiber erhält von seinem Chef den Auftrag, näher am Zeitgeist zu verfassen und freundet sich daraufhin gezwungenermaßen mit einem ehemaligen Schultyrannen und jetzigen Fitnesstrainer an. Der ihm das wahre Leben und Lieben beibringen möchte. Ein Unterfangen, an dem die Familie des Gentlemans bisher gescheitert war.

Ich wollte die Show wirklich mögen, alleine schon wegen ihrer Darsteller. Aber Kevin Dillon („Entourage“) als ruppiger Bully, Mary Lynn Rajskub („24“) als Schwester und der von mir seit „Flight of the Conchords“ hochgeschätzte Rhys Darby als Schwager konnten diese mittlerweile eingestellte Comedy nicht retten. Zu bieder, zu altbacken wirkt diese Mischung aus „Niles Crane aus Frasier trifft auf rauhbeinigen Buddy, der ihm die Welt erklärt“. Alleine die auf tappsig getrimmte Rolle von Rhys Darby als neuseeländischer Simpel mit schiefer Frisur ist ein einziges Trauerspiel. Der Rest schwankt zwischen ganz nett, bemüht und vor allem reichlich „verdammt, mit dem Cast wäre doch viel mehr drin gewesen“.

Ersteindruck: 3,5 – 3 Punkte (unterdurchschnittlich – mäßig)

Last Man Standing

Mike Baxter ist ein Kerl von altem Schrot und Korn. Als Naturbursche, Bastler und Handwerker sorgt er sich um die verweichlichte Jugend und bringt seinen Töchtern gerne mal als Hausaufgabe bei, wie man ein Rad am Auto wechselt. Von neumodischen Dingen wie Internet, Glee oder Avatar hat er keine Ahnung und ist darauf auch stolz. Für seinen Arbeitgeber, einen Campingartikelversand, bereist er die Welt oder hält auf der Firmenwebseite Vorträge zum Thema Mann- und Männlichsein.

Wer sich nicht gerade einen handelsüblichen Balken vors Auge genagelt hat, dem ist klar: Tim Allen nimmt seine Rolle aus „Home Improvement“ (hierzulande „Hör mal, wer da hämmert“) wieder auf. Diesmal hat er drei Töchter anstelle von drei Söhnen, seine Frau (Nancy Travis, „Becker“) erträgt seine Marotten wie gewohnt geduldsam und überhaupt stellt sich die Welt gegen ihn als einzigen echten, aufrechten Hodenträger. Wer den Heimwerkerkönig Tim Taylor mochte, wird hier sicherlich nicht enttäuscht werden. Vor allem mein Bruder, der neumodischen Trends grundsätzlich nichts abgewinnen kann und auch weder Glee noch Avatar gesehen hat, war begeistert. Böse Zungen in Amerika sehen die Figur des Mike Baxter schon als Vorreiterfigur für die ultrakonservative Tea Party-Bewegung. Das halte ich natürlich für übertrieben. Die erste Folge fand ich durchaus gefällig, die zweite mit der babygesicherten Toilette und ihrem Anschlusswitz sogar richtig gut. Sicher wird hier das Comedyrad nicht neu erfunden, anders als viele andere zuletzt gescheiterte, klassisch ausgerichtete Formate sorgt „Last Man Standing“ aber für witzige Momente. Für Freunde des männlichen Grunzens ist zweifellos eine Empfehlung zum Reinschauen drin.

Ersteindruck: 4,5 – 5 Punkte (befriedigend – gut)

Suburgatory


Fürsorglicher, alleinerziehender Vater sorgt sich um seine frühreife Tochter und zieht mit ihr aus der Stadt in die Vorstadt um. Die namensgebende Vorstadthölle besteht dabei aus idyllisch eingezäunten Ortschaften mit pinkfarben angezogenen, braungebrannten und weißbezahnten Müttern und Töchtern, die sich an affektierter Freundlichkeit, Oberflächlichkeit und Peinlichkeit zu überbieten trachten. Kein Wunder, dass das Töchterlein noch mehr zur Rebellin wird…

Hat irgendjemand gerade „Gilmore Girls“ gerufen? Nein? Warum eigentlich nicht? Für mich strahlt die Show ein gewisses, wohltuend warmes Gilmore Girls-Feeling aus, vor allem natürlich in der Figur der Tessa Altman (sehr überzeugend gespielt von Newcomerin Jane Levy). Intelligent, rebellisch aber herzlich, stets im flotten Dialog mit ihrem Erziehungsberechtigten – das erinnert an Alexis Bledel in ihrer Rolle als Rory Gilmore. Und wer die Vaterrolle analysiert, erkennt eventuell den guten alten Luke Danes wieder. Vielleicht geht es aber nur mir so. Worüber sich weniger diskutieren lässt, ist die Tatsache, dass wir es hier mit einer empfehlenswerten neuen Comedyserie zu tun haben, die mit Witz, Charme und Einblicken in die alles andere als heile Vorstadtwelt aufwarten kann. Das Potenzial ist natürlich noch nicht ausgeschöpft, aber ich bin guter Dinge, dass „Suburgatory“ noch einiges an Spaß bringen wird. Denn mit den sympathischen Hauptdarstellern, den erwähnten rasanten Wortwechseln und den gut besetzten Nebendarstellern (Cheryl Hines „Curb Your Enthusiasm“, Allie Grant „Weeds“ und Alan Tudyk „Firefly“) sind die wichtigsten Zutaten für eine gelungene Comedy vorhanden. Die bisher gesehenen drei Folgen steigerten sich kontinuierlich, sodass ich mal ein etwas weiteres Ersteindrucksspektrum anlege.

Ersteindruck: 4,5 – 5,5 Punkte (befriedigend – sehr gut)


Terra Nova

Die Erde ist mal wieder am Ende. Umweltkatastrophen haben sie so gut wie unbewohnbar gemacht, die Bevölkerung zieht es aus den überfüllten, versifften Städten in ein neues Paradies. Terra Nova, eine mittels Wurmloch zugänglich gemachte Parallelwelt des guten alten Erdballs vor mehreren Millionen Jahren, soll der Ausgangspunkt für einen Neuanfang sein. Auch für Familie Shannon bestehend aus der Mutter (Ärztin), dem Vater (Polizist) und drei Kindern (zwei Teenies, ein Kleinkind), die sich in ihrem neuen Zuhause in der Wildnis und seinen herummarodierenden Dinosauriern zurechtfinden müssen.

Terra Nova hat Dinosaurier! Terra Nova hat verdammt viel Geld gekostet! Steven Spielberg ist dran beteiligt! Und ich konnte den Abspann der eröffnenden Doppelepisode kaum erwarten und werde mir weitere Folgen ersparen. Denn „Terra Nova“ hat auch das, was ich in meiner Science Fiction nicht leiden kann: Weichgespülte Familientauglichkeit und hippe Kids als Hauptfiguren. Ich fand ja schon „Falling Skies“ alles andere als prickelnd, aber das hier tat mir stellenweise nur noch weh. Positiv erwähnen vermag ich eigentlich nur Stephen Lang, der seine Rolle als kernig-strammer Commander aus „Avatar“ einfach nochmal auflegt, ansonsten hagelt es von mir nur Minuspunkte: die Dinosaurier sehen nicht so überragend toll aus und kommen keinesfalls an ihre Genossen aus „Jurassic Park“ heran. Nicht einmal als Sympathieträger im Kampf gegen die nervig doofen Teenager taugen die Urzeitviecher, weil man weiß, dass sie am Ende immer den Kürzeren ziehen werden. Was das Budget angeht, konnte ich nicht so recht erahnen, worin man die 15 Millionen Dollar in den Piloten gesteckt hat. Das Töchterlein ist ein Klugscheißerkind aus dem Bilderbuch, der Sohnemann schließt sich einer Teenie-Entdecker-Clique an, verliebt sich dabei in die wilde schöne Anführerin und die Kleine brabbelt goldige Sätzchen, streichelt Dinos und hat Mama, Papa und überhaupt alle voll lieb. Argh. Nein. Ich will das nicht sehen. Macht das weg. Das ist, als würde man Alien mit Kindergeburtstag kreuzen, Star Wars als Hip Hop-Musical auflegen oder Kampfstern Galactica aus dem Weltall an eine Highschool verorten. Wird bestimmt ein Erfolg, aber ich tue es mir nicht an. Einen halben Punkt vergebe ich für die Szene, in der ein Dino einen Soldaten frißt. Tapfere Weitergucker mögen mir Bescheid sagen, wenn es auf diese Art den Rest der Darsteller samt Drehbuchautoren erwischen sollte.


Ersteindruck: 2,5 Punkte (mangelhaft)


Breaking Bad (Season 4)

Dass ich spätestens mit der dritten Staffel zu einem Breaking Bad-Fanboy mutiert bin, brauche ich an dieser Stelle wohl nicht mehr zu erwähnen. Ich überlege mir sogar schon, wo ich das bemerkenswert hässliche Automobil meines Helden Walter White auftreiben könnte. Aber ernsthaft: Die Show des ehemaligen „Akte X“-Autoren Vince Gilligan besticht immer wieder durch fantastische schauspielerische Leistungen, überragende Bildsprache und -komposition, tragische Ereignisse und einprägenden Charakterzeichnungen.

Staffel 4 beginnt mit einer Art Abkühlung nach dem hitzigen Finale des vergangenen Jahres. Runterkommen, Mitarbeiterführung à la Gustavo Fring und Weiterkochen ist das Motto zum Einstieg. Leider blubberte die Story daraufhin für mehrere Episoden zu sehr auf Sparflamme (mit dem Tiefpunkt „38 Snub“) – gerade von den Charakteren Hank und Jesse kam zu wenig bzw. nichts Neues. Diese kleine Schwächephase findet mit der vierten Folge ihr Ende, ab 4×07 schließlich zieht die Show bis hin zum Finale gnadenlos an und verdient sich die gewohnten Höchstnoten. Spannung, Drama, Action und fragwürdige Entscheidungen schlagen den Zuschauer in ihren Bann, am Ende scheint Walter White dem Abgrund noch ein Stückchen näher gerückt zu sein, obwohl seine eigene Einschätzung eine ganz andere ist. Was das Finale angeht, schien mir die endgültige Auflösung etwas zu sehr inszeniert (inklusive der Abgangsszene einer Figur), den Twist der letzten Folgen hatte ich vorzeitig durchschaut und anders als bei Staffel 3 gab es diesmal weder Cliffhanger noch Ausblick auf die Zukunft. Insgesamt ein wenig schwächer als die fulminante Vorgängerseason, aber immer noch ein Knaller von einer Show.

Absoluter Wert: 5,74 Punkte (sehr gut) / Anzahl an Höchstwertungen:  3x 6,0 Punkte / 5x 5,5 Punkte

Top of the Show: S4E08 Hermanos, S4E11 Crawl Space, S4E12 End Game


Zum Schluss wieder ein kleiner Überblick über die Staffelstarts bekannter Shows:


Boardwalk Empire (S2E01-03)
Reichhaltige Ausstattung, prachtvolle Szenerie, akurat dargestellte Charaktere – aber die Story kommt erst langsam in Schwung. So meine Meinung zu den ersten Episoden der zweiten Staffel. Bei Boardwalk Empire habe ich immer das Gefühl, dass die Show ein paar Minuten Sendezeit und ein, zwei Nebenhandlungsstränge weniger prima vertragen könnte. Vor allem die zweite Episode wirkte trotz aller Hochwertigkeit leicht gähnig. Wenigstens zieht sich nun so langsam die Schlinge um den Hals von Nucky Thompson zu, weshalb ich mir eine weitere Steigerung erwarte. Und diesmal bitte einen etwas beeindruckenderen Abschluss der Staffel.

Aktueller Durchschnittswert: 4,33

The Simpsons (S23E01-02)
Ich warte auf die Halloween-Episode. Ansonsten wird es wohl auf die schon leider lange übliche Durchschnittlichkeit hinauslaufen. Die erste Folge mit Kiefer Sutherland als Voice Actor ging in Ordnung, die zweite hatte einen sehr amerikanisch-historischen Touch. Die ganz guten und ganz schlechten Ausgaben werden noch kommen.

Aktueller Durchschnittswert: 4,5

Bored To Death (S3E01)
Gelungener Start, Zach Galifianakis reißt wieder die Szenen voller Hirnrissigkeit liebevoll an sich. Und Sledge Hammer alias David Rasche ist neu mit von der Partie. Das kann auf Dauer nicht schlecht werden.

Aktueller Durchschnittswert: 5,0

InSecurity (S2E01-02)
Die Überraschungs-Comedy aus Kanada legte einen eher durchschnittlichen Neustart hin. Unschön direkt, dass man den tollen Song aus dem Vorspann nur noch kurz instrumental andeutet. Wenigstens ging es in der zweiten Folge mit den NISA-Agenten etwas aufwärts. Aber es muss mehr kommen.

Aktueller Durchschnittswert: 4,25

49 (Juli 2011)

27 Jul

Curb Your Enthusiasm [Season 8]

Larry David ist der Mann für alle Fälle. Frauen vertrauen ihm blind, sei es, dass es um die erste Periode geht oder häusliche Gewalt. Nebenbei vereint er Juden mit Palästinensern, zumindest auf rein körperlicher Ebene, mit ihm als untenliegender Liebespartner. Letzte Saison litt die Show ohne Zweifel unter dem Hype um die Seinfeld-Reunion, die dann doch nicht bei weitem so grandios ausfiel wie von vielen Fans erwartet. Zu gewissen Teilen ist „Curb Your Enthusiasm“ schon lange ein Selbstläufer geworden, man kennt und liebt die Charaktere und weint innerlich vor fremdschämiger Vorfreude, wenn Larry in den Diskussionsmodus eintritt. Einem starken Auftakt folgten zwei gute weitere Episoden, mit einem Handlungsbogen um Michael J. Fox (der arme Kerl) hat der Meister noch einen Joker in der Hand. Ich bin mir sicher: auch diese Season wird sich im sehr guten Bereich bewegen.

Louie [Season 2]

Louis C.K. ist ein grandioser Stand Up-Komiker. Wer seinen Humor gerne deftig heftig bedient sieht, kommt aktuell um den Mann mit dem schüteren roten Haarkranz nicht herum. Insofern nicke ich auch gerne und voller Zustimmung die Emmy-Nominierung in diesem Jahr ab. Mit der Show habe ich allerdings dezente Probleme. Bereits in der ersten Staffel wechselten sich schreiend komische mit irritierend unspaßigen Episoden ab, sodass ich mich am Ende auf ein „okay“ zurückzog, was der Show in ihren besten Momenten sicherlich nicht gerecht wird. Bei „Louie“ hat Mr. Szekely augenscheinlich alle Fäden in der Hand und macht, was ihm gefällt. Focusgruppen würde der Mann mit Sicherheit ein gepflegtes „F*ck You. In The Ass, Shitc*nts“ entgegenrufen. Das bewundere ich, als Zuschauer bleibe ich allerdings nach einem guten Einstieg bei den letzten beiden Episoden (Joan Rivers, ernsthaft???) etwas ratlos zurück. Meine Empfehlung lautet: dranbleiben und sich auf die genialen Momente konzentrieren.

Futurama [Season 6 Part 2]

Ich müsste Professor Farnsworth fragen, weshalb die aktuell sechste Futurama-Staffel so auseinandergerissen ausgestrahlt wird, aber der könnte es mir wohl auch nicht erklären. Sei’s drum, denn das SciFi-Animation-Projekt von Matt Groening lässt meiner Meinung nach auch dieses Jahr die schon lange in der Durchschnittlichkeit festhängenden Simpsons weit hinter sich. Seit dem Reboot im Juni 2010 nach den bemühten, aber doch eher schwachen vier Feature-Filmen begeistert mich die Show mit Gags am Puls der Zeit, liebevollen Hommagen (aktuell u.a. Tron, Police Academy oder Minority Report) und fein dosierten Aufritten meiner Lieblingsfigur Zapp Brannigan. Okay, mit der Kinderbuch-Folge „Yo Leela Leela“ haben die Autoren danebengegriffen, aber das spielt sich sicherlich wieder ein. Da nach aktuellen Stand die Show bis 2013 gesichert ist, steht den weiteren Eskapaden von Bender, Fry und Co nichts im Wege.

Entourage [Season 8]

Bei dem „Previously On…“-Intro zur mittlerweile 8. Staffel wurde mir wieder bewusst, wie richtiggehend öde die letzte Staffel um die Hollywood-Clique war. Keiner der Charaktere hatte eine für mich interessante Story zu bieten, vor allem was die Autoren um Serienschmuckstück Ari Gold herumgeschrieben haben, musste jedem Fan dieser Figur eigentlich wehtun. Schaffen Vincent Chase und die Show nun das Comeback? Nach der ersten Episode würde ich noch kein Geld darauf setzen wollen, denn die war eher unterdurchschnittlich. Vince zurück aus der Rehab, E im Trennungsgefühlsduselstrudel, Drama besorgt um das Brüderchen und in einer genial witzigen Zeichentrickserie (Eigeneinschätzung der Showrunner) involviert, Ari auf Eherettungsmission und Turtle, naja, wie gewohnt will keiner wissen, was Turtle eigentlich genau macht. Dazu noch eine Ladung scharfgestellter Weiber und fertig. Das ist mir dann doch zu wenig. Sollte da nicht hurtigst Schwung reinkommen, lasse ich die Show sausen und schaue mir lieber nochmal die ersten Staffeln an.

Breaking Bad [Season 4]

Es schmerzt, es hinzuschreiben, aber Breaking Bad ist nach zwei gelaufenen Episoden eine kleine Enttäuschung. Die vorhergehende Staffel war grandios, legte um noch einen weiteren Reinheitsgrad in Sachen Drama zu und endete in einem spannenden Schlussakkord. Den Auftakt „Box Cutter“ empfand ich als eine Art Kühlmittel, um die vorherigen, hochkochenden Episoden „Half Measures“ und „Full Measures“ auf normale Temperaturen bzw. die Figuren auf eine zugfähige Ausgangsposition auf dem Schachbrett der Show zu bringen. Von der zweiten Episode der vierten Staffel hatte ich mir eigentlich den Startschuss in eine weitere Abgrundreise von Walter White und Jesse Pinkman erhofft, doch es passiert zu wenig. Jesse wirkt wie schockgefrostet, Walter verfällt in sinnlosen Aktionismus. Richtig Sorgen macht mir Hank, dessen Hauptwirken in diesem Jahr doch nicht ernsthaft aus der Erweiterung seiner GesteinsMineralsammlung bestehen kann. Mr. Gilligan, bitte ins Labor kommen und ein wenig Wirkstoffbeschleuniger hinzufügen!

Wilfred [Season 1]

Schräg ist die Ausgangssituation dieser für das US-Fernsehen adaptieren australischen Show. Der von Suizidgedanken geplagte Ryan (Eliah Wood) findet wieder Hoffnung im Anhimmeln seiner neuen Nachbarin, auf deren Hund Wilfred er aufpassen darf. Der Clou: Ryan sieht Wilfred als einen mit schwerem australischen Akzent plappernden Menschen im Hundekostüm, der ihm Lebenslektionen erteilt, ansonsten aber meist nur an Saufen, Kiffen, Fressen und Koitus interessiert ist. Ich habe mir drei Episoden angesehen, weil ich das Setting reizvoll fand und auch gerne weiter finden wollte. Letzten Endes traf die Serie aber nicht meinen Humor, Wilfred in Person von Jason Gann ist mir zu assi und unsympathisch, um mich vor dem Fernseher fesseln zu können. Wer mit der Charakter-Kategorie „weird and not likeable“ etwas anfangen kann, darf ruhig reinsehen. Ich gehe weiterhin alleine Gassi.

41 (September 2010)

27 Mai

Keine Zeit für große Reden, denn bekanntlich hat diese Woche die frische US-TV-Hauptsaison begonnen. Vor dem Startcheck reiche ich deshalb nun flugs die Serien nach, die ich in der Sommerpause nachgeholt habe. Auf geht’s:

Breaking Bad (Season 3)

Habe ich wirklich die dritte Season noch nicht bewertet? Tatsache! In dem Fall darf ich verkünden, dass sich die Show um Walter White und Jesse Pinkman nochmal um eine gute Schippe Meth gesteigert und höchsten Kristallisierungsgrad erreicht hat. Anders als in Staffel 1 mit ihren Leerlaufphasen und Staffel 2 mit dem letztlich doch etwas enttäuschenden Ende setzt es diesmal durchgängig hochwertige Dramakost. Wenn es eine Show gibt, die einem die letzten Monate über Bilder, Situationen und Ereignisse ins Gehirn eingebrannt hat, dann war es Breaking Bad. Ich lasse als Stichworte nur den beidseitig beinamputierten Mexikaner im Krankenhaus oder die grandios inszenierte „One Minute“ fallen. Herausragend neben den beiden mittlerweile erneut bzw. erstmals emmyausgezeichneten Darstellern wären auch Bob Odenkirk als schmieriger Anwalt Saul und der eiskalt berechnende Gus (Giancarlo Esposito) zu erwähnen. Wenn man selbst als Zuschauer einer Folge entgegenfiebert, die sich knapp 50 Minuten nur der Jagd auf eine Fliege im Labor widmet und dennoch prächtig unterhalten wird, ist eine Show untrüglich zum Event aufgestiegen. Zur Krönung rundete noch ein spannender Cliffhanger die volle gepackte Drogentüte hochwertigen Entertainments ab.

6 von 6 Punkten (überragend)

Best Of Season: S3E01 No Mas, S3E03 I.F.T, S3E06 Sunset, S3E07 One Minute, S3E12 Half Measures, S3E13 Full Measures

Entourage (Season 7)

Kein gutes Jahr für Vincent Chase und seine Mannen. Gerade mal 10 Episoden umfasste die 7. Staffel und begeistern konnte mich die deutliche Mehrzahl der Folgen ganz und gar nicht. Entertainmentgarant Ari Gold wurde in einer eher lauwarmen Story um eine mögliche Beteiligung an einer Footballmannschaft verschlissen, ehe es in der zweiten Hälfte der Season für ihn spannender und dramatischer wurde. Vincent hingegen gleitet mit Pornoweibchen Sasha Grey ins Drogenloch, wobei dieser Abstieg so langsam vonstatten geht, dass es erst gegen Ende interessant wird. Vorher langweilte sich der Zuschauer zusammen mit dem Star der Show gepflegt durchs Luxusleben mit Sex, Drugs, neuer Frisur und Fallschirmsprung. Turtles Wirken ist wie gewohnt komplett uninteressant, E fällt ebenfalls kaum auf (außer einer peinlichen „Liebeszene“), Drama dramatisiert schließlich eine mögliche Teilnahme an einem Zeichentrickprojekt. Insgesamt wirkte die Season so prickelnd wie der 3. Teil einer üblichen Filmfranchise – die Luft ist langsam raus.

4 von 6 Punkten (durchschnittlich)

The Pacific

Der offizielle Nachfolger zu Band Of Brothers beleuchtete die Ereignisse auf der Pazifikseite während des Zweiten Weltkriegs. Ich hatte zunächst echte Probleme, die einzelnen Marines irgendwie im Gedächtnis zu behalten, außer dem mir aus 24 und War At Home bekannten Rami Malek prägte sich mir kaum ein Gesicht ein. Historisch erfährt man kaum Genaueres, was einem den Bildungshorizont hätte erweitern können; der Japaner war halt hauptsächlich zum Schießen und Niedergeschossenwerden da, während sich die amerikanischen Jungsoldaten forsch fluchend von Insel zu Insel kämpften. Von der Inszenierung und der Bildgewalt waren die Kampfszenen freilich über alle Zweifel erhaben, entsprechend bildete der Block um die Schlacht auf Peleliu auch das Highlight der Show. Wenig berührt hingegen haben mich die Folgen um den Freigang in Melbourne, die Geschichte des Sergeant John Basilone, der später Werbeträger für Kriegsanleihen wird oder das nach Ende der Kriegshandlungen spielende Finale. Insgesamt in der Nachschau doch schwächer als Band of Brothers.

4,5 von 6 Punkten (okay)

Best Of Season: S1E06 Peleliu Airfield

Louie (Season 1)

Louie ist ein Sonderfall, quasi die Kategorie „Special Interest“ der Comedy. Ich habe trotz einiger Schwächen alle Folgen gesehen, hauptsächlich wegen der Standups, in denen Louis C.K. mit seiner verbalen Direktheit einen immer wieder in den Solarplexus des Humors trifft. Das Drumherum hatte durchaus große Momente der Abgedrehtheit (Ricky Gervais als Dr. Ben, Louies lesbische Mutter, die Pokergespräche mit den Kollegen), driftete aber eben allzu oft ins Belanglose bis Langweilige ab. Was auch damit zusammenhängt, dass Mr. C.K. eben kein begnadeter Schauspieler ist. Trotzdem: wer auf derbe und harte Comedy steht, sollte mal reinschauen. Eine zweite Staffel ist bereits geordert, ich bin mit Sicherheit wieder dabei, ziehe mich mit meiner Bewertung für andere Serienfans aber auf die sichere „geht in Ordnung“-Plattform zurück. Denn Louie dürfte nicht jedem gefallen.

4,5 von 6 Punkten (okay)

Community (Season 1)

Verschwitzt und dann im Laufe der Zeit für richtig unterhaltsam befunden, so erging es mir mit der NBC-Comedy Community. Zunächst muss man wissen, dass ich College/Highschool-Serien üblicherweise meide (genauso wie Musicals, weshalb es hierdrin wohl auch nie ein Review zu Glee geben wird). Auch bin ich jetzt nicht so der große Fan von Chevy Chase, obwohl ich seinen Auftritt bei Chuck ganz nett fand. Auf Empfehlungen der hochgeschätzten Mitserienjunkies bullion, sab und watchthat schaute ich die komplette erste Staffel innerhalb einer Woche durch und bedanke mich bei den Hinweisgebern, denn Community macht richtig Spaß und entwickelt sich zum ganz heißen Tipp für Comedyfreunde.

Angesprungen bin ich zunächst selbstverständlich auf den in TV-Serien- und Filmzitaten wühlenden Abed, den abgedrehten Spanischlehrer Senor Chang, den lässig-zynischen Jeff, die mein optisches Wohlfühlzentrum treffende Britta sowie den stets peinlich um gute Stimmung bemühten Dekan Pelton. Im Verlaufe der Staffel sind mir mittlerweile aber alle Charaktere ans Herz gewachsen. Selbst Chevy Chase füllt seine Rolle als schrulliger Oldie nicht mehr wie anfangs leicht bemüht wirkend, sondern locker souverän aus. Die Dialoge sprühen vor popkulturellen Referenzen, cleverem bis trockenem Humor und auch Seitenhieben auf andere Fernsehformate.

Gegen Ende der Season feuert die Show schließlich das große Gagfeuerwerk ab, erklimmt mit den letzten 6 Episoden die nächste Stufe meiner Wertungsskala und kratzt insgesamt an der Höchstwertung. Alleine die Paintball-Episode mit ihren zahllosen Actionfilmzitaten ist schlicht und ergreifend unschätzbares Comedygold, aber auch Abed als Batman oder Chickenfinger-Mafiosi sollte man gesehen haben. Meines Erachtens reift da ein Kandidat für einen Emmy-Award heran.Was auch für die gesamte Show gilt, wenn sie in der zweiten Staffel direkt in die Vollen geht. Ich freue mich die bald startende zweite Staffel.

5,5 von 6 Punkten (sehr gut) 

Best Of Season: S1E20 The Science Of Illusion, S1E21 Contemporary American Poultry, S1E22 The Art Of Discourse, S1E23 Modern Warfare, S1E24 English As A Second Language, S1E25 Pascal’s Triangle Revisited

30 (Juni 2009)

27 Mai

Lange hat’s gedauert, hier nun der Rest des Serienchecks mit allem, was länger als 40 Minuten und auf meinem Beobachtungsschirm lief:

24 (Season 7)

Jack Bauers Albtraumtage zu bewerten ist keine einfache Angelegenheit. Gehört doch schon einiges an Kreativität und Akribie dazu, eine Story über 24 Stunden zu verteilen, die stets spannend und in sich schlüssig ist. Allzu beckmesserisch will ich an diese Sache nicht herangehen und mich etwa darüber auslassen, ob man in den Werbepausen wirklich so schnell von Ort A nach B kommen kann. In jedem Fall brachte Staffel 7 eine deutliche Steigerung zur Vorgängerin, bei der so ziemlich alles schief lief und die Show zu ihrer eigenen Parodie zu werden drohte. Der aktuelle Tag bringt einen Ortswechsel nach Washington, keine CTU mehr, aber dennoch eine gute Mischung aus alten und neuen Gesichtern, natürlich die bekannten Trademarks wie Folter, Maulwurf und drohende Gefahr für Jack bzw. den dagegen verblassenden Rest der amerikanischen Zivilisation. Grund zum Meckern lieferten die schwach agierende Präsidentin, die Motivationsgründe des Staffel-Gegenspielers sowie das dramaturgisch passende, aber nicht ganz nachvollziehbare Auftauchen des Super-Ober-Bösewichts pünktlich zum Finale. Einen Knall wie seinerseits zum Ende der 1. Season oder ein dickes Fragezeichen, wie es mit Jack wohl weitergeht gibt es nicht, man kann sehr wohl erahnen, wie sich die Zeit nach der finalen Uhrzeiteinblendung gestalten wird. Fazit: man kann 24 wieder ohne Bedenken schauen. Die Show erfindet sich nicht neu, ist aber ordentlich unterhaltsam.

5 von 6 Punkten

Over The Top: 6.00 PM – 7.00 PM, 7.00 PM – 8.00 PM, 10.00 PM – 11.00 PM, 11.00 PM – 12.00 AM
(der Ordnung halber, es dürfte wohl kaum jemanden geben, der sich 24 mittendrin und auszugsweise ansieht)

Battlestar Galactica (Season 4×11-4×21)

Achtung, ich beziehe mich mit meiner Wertung nur auf die zweite Hälfte der 4. Staffel und nicht der Show in ihrer Gesamtheit. Ich hatte es ja schon vor ein paar Monaten geschrieben: das Kribbeln vor dem endgültigen Abschluss der Saga war gewaltig, die Erwartungen hoch gesteckt. Dass man zunächst nochmal eine Rebellion in der Flotte durcherzählte, hätte es nicht unbedingt gebraucht, ging aber in Ordnung. Geärgert hat mich, wie in den Folgen vor dem dreiaktigen Finale die Langeweile und gestreckte, wenig interessante Dialoge Überhand nahmen. Vor allem die Rückkehr von Ellen Tigh war eine einzige Enttäuschung. Zum Ende raffte sich die Mischung aus Action, Charakterdarstellung und bewegender Momente allerdings wieder zu großer Form auf, auch wenn die dicke Auflösungswunderkerze nicht gezündet werden konnte. Vor allem über die Rolle, die Baltar und Number Six letztendlich zugeteilt wurde, darf man schon geteilter Meinung sein.

4,5 von 6 Punkten

Over The Top: Sometimes A Great Notion, No Exit

Breaking Bad (Season 2)

Auch Breaking Bad hat das Problem mit den Phasen, in denen mir zu wenig passiert. Der Vergleich mit dem Chemie-Experiment, das manchmal explodiert, manchmal aber nur still vor sich hinblubbert, trifft die Sache schon sehr genau. Die Abgründe, in die Walter White und sein ex-Schüler beim Zusammenmischen ihrer blauen Kristalldroge blicken, sind aber allemal ein Grund, die Show zu verfolgen. Drei nur zufriedenstellenden Episoden und dem Langeweiler „Over“ (S2x10) stehen sechs gute und drei wirklich überragende Folgen gegenüber. Hätte das Finale so geknallt, wie man es sich als Zuschauer beim Betrachten der bildgewaltigen Intros im Kopf ausgemalt hat, wären noch ein paar Zähler zusätzlich drin gewesen. Aber auch so ist der Boden für eine brodelnde dritte Staffel gut vorbereitet.

Streng betrachtet 5 von 6 Punkten, angesichts der überragenden Klasse einiger Episoden, für die ich fast die 7 hätte einführen müssen und der famosen Schauspielkunst von Bryan Cranston spendiere ich einen zusätzlichen halben Punkt. Wer vom Finale allzu enttäuscht war, darf den Aufschlag entfernen und einschmelzen.

5,5 von 6 Punkten

Over The Top: Grilled, Negro Y Azul, Better Call Saul

Brothers & Sisters (Season 3)

Der Walker-Clan präsentierte sich dieses Jahr fast durchgehend ohne Schwächen. Echte Langweiler-Episoden wie noch in Season 2 mit so ziemlich allen Episoden, in denen Danny Glover mitspielte, sind nicht vorhanden. Als der Storystrang um den verlorenen Walker-Sohn gesponnen und ausgebreitet wurde, war ich ja skeptisch: aber die Autoren haben dieses Jahr den Dramafaden straff gehalten und natürlich so oft wie möglich die Walkers zu einem ihrer berüchtigten Abendessen zusammengebracht, die für ihre peinlichen Ausgänge so bekannt und beliebt beim Zuschauer sind. Immer noch meine liebste Familien-Dramedy mit Übermama Sally Field, die Ilse Beimer aus der Lindenstraße weiter locker in die Tasche steckt. Schade nur, dass das deutsche Fernsehpublikum das nie mitbekommen wird.

5 von 6 Punkten

Over The Top: Bakersfield, Just A Sliver

Chuck (Season 2)

Freunde, jetzt wird der Platz aber knapp für die vollständige Over the top-Auflistung. Satte 14(!) der 22 Episoden erhielten von mir die Über-Auszeichnung. Will sagen: ich bin Fanboy und in Bezug auf diese Serie zu keiner objektiven Beurteilung mehr fähig. Was soll ich noch schreiben? Chuck ist witzig, nerdig und tollpatschig, hat mit seinen beiden Aufpassern Walker und Casey tolle Sidekicks, die Nebenstränge im Buymore sind immer für einen Lacher gut, die Musikauswahl ist großartig, die Show nimmt sich auf wunderbare Weise nie allzu ernst und geht einem manchmal sogar ein wenig ans Herz. Dass am Ende gleich zwei rundum gelungene Finals geliefert wurden (eines, mit dem die Serie zu Ende hätte gehen können und eines, das noch heißer auf eine Fortsetzung macht), zeigt, wieviel Potenzial in dieser Agenten-Action-Komödie steckt. Ich freue mich auf die dritte Staffel, die zwar kürzer ausfallen wird und mit weniger Budget auskommen muss – aber ich kann mir fast nicht vorstellen, dass da etwas schiefgehen kann. Because Agent Charles Carmichael knows his kung-fu.

6 von 6 Punkten

Over The Top: Chuck vs. The First Date, The Seduction, The Cougars, Tom Sawyer, The Ex, The T-Rex, The DeLorean, Santa Claus, The Third Dimension, The Suburbs, The Best Friend, The Predator, The Broken Heart, The Ring

Desperate Housewives (Season 5)

5 Jahre in die Zukunft gebeamt und doch die meiner Meinung nach schwächste Staffel der Serie abgeliefert. Gut möglich, dass die Show bei der weiblichen Zielgruppe voll eingeschlagen ist, als Kerl habe ich mich dieses Jahr aber größtenteils gelangweilt. Auch, weil die Geschlechtsgenossen diesmal außer Carlos vollkommen auf Memmentour sind. Allen voran der böse, böse Psychokiller, der die ganze Staffel über finster guckt und fiese Pläne ausbaldowert, die er am Ende doch fallen lässt. Ich hatte schon befürchtet, dass sie den Mann noch in die nächste Staffel rüberschleppen, so lahm kam der in die Puschen. Auf der positiven Seite stehen das gelungene Edie-Special sowie der Brand im Musikclub. Letzten Endes lautet die Bilanz jedoch: knapp ein Viertel gut, knapp die Hälfte in Ordnung, der Rest unterdurchschnittlich. Macht insgesamt

4 von 6 Punkten

Over The Top: City On Fire

Dollhouse (Season 1)

Ich lasse Wortspiele wie „Nicht so doll, dieses Haus“ gleich ganz außen vor. Aber so richtig begeistern konnte mich das neue Joss Whedon-Projekt eben doch nicht. Meiner Meinung fehlt der Show eine starke Hauptfigur, mit der man als Zuschauer mitfiebern kann. Eliza Dushku gibt zwar alles, kann aber die Show beioftmalshalbnacktemleibe nicht alleine tragen und bleibt wegen des Show-Konzepts nun mal ein im wahrsten Sinne des Wortes austauschbarer Charakter. Vom Rest des Castes fällt Dichen Lachman als Sierra angenehm auf, Fran Krantz als „funny man“ Topher Brink übertreibt es hingegen stellenweise doch ein wenig. Bleibt noch Alpha, dessen Charakter in „Briar Rose“ sehr gelungen eingeführt wurde, im Finale mir aber sehr diffus und verwirrend in Erinnerung blieb. Zweimal gab es dennoch die Höchstwertung, es ist also Potenzial vorhanden. Für die zweite Staffel bleibt noch einiges an Feinjustierung zu tun. Und bitte dann auch keine Totalausfälle wie „Stage Fright“ mehr produzieren.

4,5 von 6 Punkten

Over The Top: Man On The Street, Briar Rose

Fringe (Season 1)

Sie haben sich einen festen Platz auf meiner US-TV-Liste erobert, die Ermittlerin des FBI und ihre beiden unkonventionellen Kollegen. Der gute Ersteindruck mit der Mischung aus Akte X-Fällen und Ausflügen in die seltsame Welt des lustigen Wissenschafts-Opi Dr. Walter Bishop konnte die Staffel hindurch bestätigt werden. Selbst mit der kühlen Agentin Olivia Dunham wusste ich mich mit der Zeit anzufreunden. Wie beim offensichtlichen Vorbild wird später auch ein größerer Verschwörungshandlungsbogen in die Ermittlungen eingeführt, der mich sogar noch mehr zu überzeugen wusste. Eine höhere Wertung verderben allerdings diverse Füllerfolgen nach dem „Monster of the Week“-Strickmuster, bei denen das Budget nicht mal für ordentlich eklig zugerichtete Tatbeteiligte gelangt hat. So geht’s ja nun nicht. Besonders lobend sei hier allerdings das Finale erwähnt, welches die Tür für einige interessante Storymöglichkeiten mit Blick auf Staffel 2 öffnete.

5 von 6 Punkten

Over The Top: The Transformation, Ability, Bad Dreams, The Road Not Taken, There’s More Than One Of Everything

Heroes (Season 3 Eps. 14-25 /Volume IV:Fugitives)

Volume IV: Fugitives ist besser geworden als das vollkommen verkorkste Volume III: Villains. Ich weiß nicht, wie stark sich die beratende Tätigkeit des wiedereingestiegenen Bryan Fuller ausgewirkt hat, in jedem Fall ist die Story straff, die Seiten klar verteilt und die Charaktere bleiben größtenteils ihrer einmal eingeschlagenen Linie treu. Trotzdem ging es mir als Zuschauer so, dass mir die Figuren nach ihren teils desaströsen Auftritten zuvor ziemlich egal geworden waren und auch dieses Kapitel es nicht schaffte, die Begeisterung der Premierenstaffel wieder aufleben zu lassen. Wie das in der Zukunft gelingen könnte, zeigte immerhin „Cold Snap“ (3×20), die ich allen, die irgendwann in dieser Season aufgehört haben, ans Herz legen möchte. In dieser Episode stimmt nämlich alles: Humor, Drama, Action, Trauer. Davor und danach gelangte das Meiste allerdings wieder nicht über das Maß des „Geht in Ordnung“ hinaus. Für das Finale hat man sich nochmal angestrengt, der Ausblick auf das nächste Volume hat mich allerdings schließlich erneut ernüchtert. Meiner Meinung nach hat die Show nur eine Chance, wenn der Cast endlich um ein paar langweilig gewordene Figuren gestutzt wird. Mit schwer heldenhafter Mühe noch

4 von 6 Punkten

Over The Top: Cold Snap

LOST

LOST ist mir so ans Herz gewachsen wie Chuck, da erwarte bitte niemand ernsthaft viel mehr außer Lobeshymnen. Jede andere Show hätte das Thema „Zeitreisen“ mit großer Sicherheit in die Hose navigiert. Aber das Inseldrama knüpft selbst aus diesem Fallstrick einen unterhaltsamen Storyteppich, der dem Zuschauer spätestens mit Erscheinen des finalen Schriftzugs am Ende jeder Episode unter den Füßen weggezogen wird und ihn verdutzt, aber zugleich begeistert zurücklässt. Die Macher haben die Figuren im Griff, humorvolle Dialoge lockern ab und an die Spannung auf, man rätselt sich vor dem Fernseher die tollsten Theorien für das weitere Geschehen zusammen und freut sich einen ausgewachsenen Eisbären, wenn man richtig damit lag. Wieder war es allerdings so, dass das Finale nicht ganz die Krönung der Staffel darstellte. Die Eröffnungsszene konnte mit Blick auf die gesamte Folge natürlich brillieren. Allerdings wusste man dank der Zeitreisen ein wenig zu sehr, worauf es hinauslaufen würde, die Einführung von Jacob wirkte mir zu aufgedrängt und ein passend zum Showkonzept verwirrender Ausblick auf die letzte Season hätte für den richtigen Superknall sorgen können. Aber das sind wirklich minimale Randerscheinungen. LOST ist groß und bleibt groß.

6 von 6 Punkten

Over The Top: Because You Left, This Place Is Death, LaFleur, He’s Our You, Dead Is Dead, The Variable, Follow The Leader

Pushing Daisies (Season 2)

Ach ja, das lief ja auch noch. Leider viel zu kurz und zu endgültig. Zu Beginn kam ich nicht mehr so gut in das bunte Treiben rundum das Pie Hole hinein. Ein wenig fehlten mir diesmal die Vielzahl von Überfliegerfolgen, die die erste Staffel noch prägten, auch wenn ich kaum eine Episode mit weniger als 5 Punkten bewertete. Das Finale, das ausgerechnet bei den Serienkillern von Pro7 als Fernsehweltpremiere lief, stülpte der zuckersüßen Untotendetektivsaga ein ruckartiges, aber dennoch gelungenes und damit würdiges Ende über.

5,5 von 6 Punkten

Over The Top: The Legend of Merle McQuoddy, The Norwegians, Kerplunk

28 (April 2009)

27 Mai

Nächsten Monat gehen die großen US-Shows auf die Zielgrade, diesen Monat beschäftige ich mich noch mit ein paar Neuzugängen auf meiner Programmliste. Manche davon mussten früh die Segel streichen, andere könnten demnächst gegen meinen Willen gestrichen werden.

Dollhouse

Dollhouse erzählt die Geschichte einer dubiosen Organisation, die Menschen ihrer Erinnerungen beraubt, sie mit einer neuen Persönlichkeit ausstattet und reichen Geschäftsleuten zur Erledigung verschiedenster Aufgaben zur Verfügung stellt. Eine dieser Kurzzeit-Sklaven mit löschbarer Festplatte im Schädel ist Echo (gespielt von Eliza Dushku), die den Dreh- Und Angelpunkt der Show bildet. Nicht nur, dass Echo die ständige Gedächtnisneuformatierung wirr im Kopf macht; ihr Freund aus ihrem früheren Leben versucht, der Organisation auf die Spur zu kommen.

Vorab: ich bin kein Joss Whedon-Superfan, fand „Firefly“ aber grandios und das Experiment „Dr. Horrible“ sehr unterhaltsam. Die Show um die willenlosen Puppen hat mich jetzt noch nicht aus den Puschen gehauen. Gute Ansätze sind allerdings da, vieles hängt natürlich von der Wandlungsfähigkeit der Hauptdarstellerin ab (die zwecks Zuschaueranlockung wohl mindestens einmal pro Folge spärlich bekleidet durch die Szenerie wandeln muss) und laut Whedon selbst soll das Ganze erst ab Folge 6 in die Gänge kommen. Ein gewagter Ansatz, zumal die erste Staffel laut Senderplanung nur 12 Folgen vorweisen kann.

Mit Ausnahme des gähnigen „Stage Fright“ fand ich die bisher gesehenen 6 Episoden durchaus unterhaltsam. Aktuell sind in den USA 9 Folgen gelaufen und wenn ich bei einer Show so hinterherhänge, kann das nur bedeuten: es gibt zur Zeit halt doch Besseres auf dem Markt. Wie es den Anschein hat, sehen die Zuschauer über dem großen Teich das ähnlich.

Eastbound & Down

Der umtriebige Will Ferrell ist Produzent dieser HBO-Serie, die sich um den einst erfolgreichen und großmäuligen Baseballspieler Kenny Powers (Danny McBride) dreht, dessen Karriere mittlerweile komplett im Eimer ist. Der Erfolg ist weg, aber die vollarschige Attitüde weiterhin voll ausgeprägt. In seinem neuen Leben belastet Kenny die Stabilität von Ehe und Familie seines Bruders Dustin und versucht, als Sportlehrer an seiner ehemaligen Schule langsam wieder in die Erfolgsspur zu kommen.

No homerun for you, Mr. Powers, nach zwei Folgen hat es mich schon nicht mehr interessiert. Der Grund: die Hauptfigur ist ein prolliger Unsympath, mit dem ich als Zuschauer einfach nix anfangen kann. Erfolgsentwöhnte Typen sind ja in, aber hier fehlt es an den coolen Sprüchen eines Hank Moody oder dem bitteren Lebenswandel eines Walter White. Der Humor speist sich hauptsächlich durch die zahlreiche Öffnung des vulgären Sprachschatzkästchens und Dannys Anecken in jeder Runde. Muss nicht sein.

In The Motherhood

Auf einer Webshow basierende Comedy um drei Frauen, die Familie, Kinder, Kerle und den Rest des Alltags als Mutter in den Griff zu bekommen versuchen. Mit Cheryl Hines (Curb your Enthusiasm) und Megan Mullaly (Will & Grace).

Ich guck ja bekanntlich Desperate Housewives, was manche Leute komisch finden, aber hier ist mir beim Reinschnuppern in die erste Episode der Östrogen-Gehalt in der Luft dann doch zu hoch. Gut möglich, dass die Show beim weiblichen Zielpublikum besser ankommt, an mir als Kerl und Nichtmutter säuselte der Pilot jedenfalls vorbei. Mein Bruder hat umsonst auf die typische „Kleinkind spritzt jemandem beim Windelnwechseln einen Urinstrahl in die Gesichtsfassade“-Szene gewartet und war enttäuscht.

Better Off Ted

Die Büroräume des Groß- und Größenwahnsinnskonzern Veridian Dynamics bilden den Schauplatz für diese sehr gelungene Serie mit ihren Seitenhieben auf die Geschäftswelt und ihren wunderbaren Werbeclips, den schwer seltsamen Mitarbeitern und ihren absurden Konzepten sowie dem knochentrockenen Auftreten der Chefin Veronica, (unnachahmlich gespielt von Portia de Rossi). Der namensgebende Ted (Jay Harrington) erscheint in diesem Meer des Wahnsinns als die einzige Normalitätsboje, obwohl er absolut keine Probleme mit Projekten wie der Kürbiswaffe oder dem Einfrieren von Angestellten hat.

„Aaah, Better Off Ted, das war eine richtig geniale Serie. Schade, dass die Amis nicht wissen, was gut ist.“ So werden viele die angesichts der Quoten ziemlich sichere Absetzung dieser gelungenen Arbeitsplatz-Comedy kommentieren. Produzent Victor Fresco, der schon bei „Andy Richter Controls The Universe“ seine Finger im Spiel hatte, liefert eine irrsinnig komische Show ab, für die man eigentlich einen Pay-TV-Sender gründen musste, damit sie nicht allein dem Geschmack des von „American Idol“ oder „Dancing With The Stars“ sich berauscht fühlendem Publikum ausgesetzt ist.

Ich habe mich bisher köstlich unterhalten, so manches Mal an das selige „Arrested Development“ denken müssen und kann jedem Comedy-Fan nur raten: guckt es, solange es noch läuft. Kauft die DVD-Box, damit die Leute wissen, dass ihre Show Anerkennung gefunden hat. Und besucht www.veridiandynamics.com, denn Veridian Dynamics macht auch Euer Leben schöner.

Mmmh. Leben. Schön.

Kröd Mändoon And The Flaming Sword Of Fire

Comedy Central präsentiert Kröd Mändoon. Was sich wie der kleine dänische Bruder von Conan anhört, für den die Eltern keine Lust mehr hatten, sich einen furchteinflößenden Namen einfallen zu lassen, ist in Wirklichkeit der Versuch einer Fantasy-Comedy. Nun mag man sich die Frage stellen, ob Fantasy überhaupt parodierbar ist, was ich fast schon bestreiten möchte.

Mir bekannte Gesichter sind Sean Maguire (Meet The Spartans) und Matt Lucas (Little Britain) und schon nach dem Piloten war mir klar: nach spätestens 3 Folgen ist der Witz dahinter so ausgedünnt, dass er sich bequem im Durchmesser der Klinge des feurigen Flammenschwerts verstecken kann. Über die Story schreib ich nix, viel interessanter ist die charakterliche Ausarbeitung der Wegbegleiter Kröds. Also: der Magier kann nicht zaubern, der Oger ist doof, die Kriegerin sexy, der Bösewicht fast schon verzweifelt auf schräg gebügelt und sexuelle Orientierungswitzchen sind Pflicht. Habe ich erwähnt, dass auch ein tuntiger Lover von Kröds ehemaligem Kommandanten Teil der Bande ist?

Überraschung! Episode 3 fand ich schon mäßig, bei der bisher letzten wäre ich fast eingeschlafen. Schon schlimm, wenn man mit seiner Showeinschätzung Recht behält. Mehr als zweimal 20 Minuten muss man sich mit ziemlicher Sicherheit nicht von Kröds Abenteuern geben.

Parks & Recreation

Amy Poehler macht die Tina Fey in „The Office“.

Jetzt hab ich Dussel doch glatt das Fazit an den Anfang gestellt.

Also zurückgerudert.

„Parks & Recreation“ ist ein neues Projekt der „The Office“-Macher. Schauplatz des peinlich berührenden Geschehens ist diesmal keine Papierfirma, sondern die öffentliche Verwaltung, Abteilung Naturparks und Erholungsgebiete. Genau dort schwingt Leslie Knope (Amy Poehler), eine dynamisch erfolglose Beamtin, ihr Zepter über den Köpfen ihres bestenfalls schwer desinteressierten Mitarbeiterstabs. Als sich ihr die Möglichkeit eröffnet, eine Baugrube in einen öffentlichen Park umzugestalten, wittert Knope die Chance ihrer Karriere.

Der Pilot war noch ein wenig zäh, aber in Form der Vollblutkomödiantin Poehler (die schon zu SNL-Zeiten mit Tina Fey perfekt harmonierte und später den nicht ganz so tollen Film „Baby Mama“ drehte) schälte sich bereits das Potenzial heraus. Die beiden nachfolgenden Episoden bereiteten mir schon richtig Spaß am Fremdschämen. Allerdings wuchtet die Blondine die Verwaltungs-Comedy ziemlich alleine, während der Rest des Casts noch zu blass agiert. Daran sollten die Macher noch feilen, denn schon bei „The Office“ machen doch gerade die Darsteller neben dem hauptamtlichen Fettnäpfchentreter den Reiz aus und auch „30Rock“ hätte sich sicherlich nicht so lange gehalten, wenn es eine reine One-Woman-Show von Tina Fey geworden wäre.

Breaking Bad

Zum Inhalt habe ich ja bereits ein paar Zeilen verfasst, deshalb direkt zum Seheindruck.

Die zweite Staffel lässt sich erneut mit einem chemischen Experiment vergleichen. Manchmal blubbert die Show leise in ihrem Reagenzglas vor sich hin, dann brodelt sie und explodiert schließlich. Wie in den Episoden „Grilled“ und „Negro Y Azul“. Hervorzuheben ist die Fähigkeit der Drehbuchschreiber, in der düsteren Story immer wieder schwarzhumorige Nuancen unterzubringen. Und Bryan Cranston spielt weiterhin fantastisch gegen sein Hal-Image aus „Malcolm In The Middle“ an.

Breaking Bad

9 Mrz

Das Fach Chemie fand ich in der Schule immer irgendwie … wie soll ich es ausdrücken… doof. Die Lehrerin war tatterig, hatte den Sympathiewert einer amoklaufenden Chefsekretärinnenglucke, es stank und die ganze Formelkritzelei hatte ich eh nie durchschaut. Nach geglückter Abwahl war ich mir sicher, alleine mit dem Wissen, dass H2O Wasser ist und CO2 Sprudel draus macht, gut durchs Leben zu kommen.

Meine Abneigung fand allerdings dank Breaking Bad, der Dramaserie von amc mit dem für seine Rolle mit einem Emmy prämierten Darsteller Bryan Cranston (Hal aus Malcolm In The Middle) und Produzent Vince Gilligan (ex-X-Files) erhebliche Linderung. Denn die Geschichte um den Chemielehrer Walter White, der nach der Diagnose Lungenkrebs zusammen mit einem (vom Bildungssystem kaum berührten) ex-Schüler Crystal Meth kocht, damit er finanziell über die Runden kommt und seine Familie durchbringt, ist großartig inszeniert, beklemmend spannend und von bedrückender Tiefe. Hier geht es nicht wie bei Weeds um kleine Deals unter Nachbarn, sondern das nackte Überleben. Denn Walters Schwager arbeitet beim Drogendezernat und kommt dem Treiben langsam auf die Spur.

Lag der Schwerpunkt der ersten Staffel, die nur 7 Episoden umfasste, zunächst stark auf der Charakterskizzierung, mündete die Story später in ein actionreiches, fulminantes Finale. Staffel Nr. 2 ist gestern gestartet. Ich freue mir gerade ein Loch in den Erlenmeyerkolben.

Hier der Rückblick auf die erste Season: