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56 (April 2012)

10 Apr

NEU

Awake

Polizeidetektiv Michael Britten verliert bei einem Autounfall Ehefrau und Sohn. Nach deren Beerdigung wacht er am nächsten Tag auf und findet seine um den gemeinsamen Sohn trauernde Frau Hannah quicklebendig neben sich im Ehebett. Wieder eine Nacht später lebt Sprössling Rex, während die Gattin verstorben bleibt. Auch auf der Arbeit durchlebt Britten zwei Welten, eine an der Seite des Neulings Vega (Wilmer Valderama, That 70s Show), die andere mit seinem gewohnten Partner Freeman (Steve Harris, Friday Night Lights). Um sein Doppelleben zu vervollständigen, wird er zur Bewältigung seines Traumas an den psychologischen Dienst verwiesen – wo ihm zwei Psychologen jeweils versichern, Realität und nicht Traum zu sein.

Normalerweise kann ich mit prozeduraler Serienermittlerkost nicht soviel anfangen; davon kann u.a. Nathan Fillion ein Liedchen singen, dessen „Castle“ ich trotz meiner Begeisterung für den Schauspieler kaum gucke. „Awake“ hingegen hat mich mit seinem Parallelwelten-Ansatz, der Mysterykomponente, dem stets durchscheinenden Trauer- und Verlust-Motiv sowie den spannend aufgebauten Fällen sofort gepackt und nicht mehr losgelassen. Als Zuschauer wird man hier zweifach gefordert, gilt es doch, pro Folge zwei Handlungsstränge mit zwei verschiedenen Fällen zu verfolgen. Wobei unser Ermittler etwaig gesammelte Hinweise oder Spuren aus der einen Welt in der anderen Welt einsetzt.

Bisher liefen sechs Episoden und keine davon hat mich enttäuscht, die Wertungen liegen zwischen gut und sehr gut. Leider läuft die Show auf NBC und leidet wie das gesamte Programm des Senders unter chronisch schlechten Einschaltquoten. Ich allerdings möchte sie jedem Fan gut gemachter Krimiserien wärmstens ans Herz legen. Für das Finale der ersten Staffel steht immerhin schon ein Termin fest, also stehen die Chancen nicht ganz schlecht, zumindest einen runden Abschluss zu bekommen. Vielleicht findet Detective Britten zumindest seinen Frieden.

Wertungsdurchschnitt nach 6 Episoden: 5,30 Punkte (sehr gut)
Tendenz: sehr gut

Bent

Begehrenswerte, frisch geschiedene Frau (Amanda Peet, Studio 60 on the Sunset Strip) heuert einen sie anbaggernden und lässig brummelnden Handwerkerchef (David Walton, Perfect Couples) samt dessen chaotischer Truppe an, um ihr Haus auf Vordermann zu bringen. Kommen die beiden zusammen oder behält der neue Freund von sexy Frau die Oberhand? Ein Comedyversuch von NBC.

Um die im vorletzten Satz aufgeworfenen Fragen zu beantworten. Ich weiß es nicht. Wir werden es wohl alle nie erfahren. Denn „Bent“ wurde nach der Schnellausstrahlung von 6 Episoden aus dem Programm genommen. Kein so großer Verlust, wie ich nach einer selbst gesehenen Folge hinzufügen darf. Weil mich die Show direkt nicht zu überzeugen wusste. Es sollte wohl grob in die Richtung „Cougar Town“, also „lustige Charaktere mit gewitzt schnellen Dialogen und ohne Lachband“ laufen. Nur: der Witz kam nicht rüber. Erinnerte mich in seiner Unspritzigkeit an die erste Folge von „Up All Night“, wobei mir dort die Schauspieler weitaus mehr zusagten. Miss Peet ist zugegebenermaßen eine attraktive Frau, überragendes Comedytiming mag ich ihr aber nicht attestieren wollen. David Walton kriegt als übercooler Außenseiterhandwerker den Mund kaum auf, während der mir schon „Curb Your Enthusiasm“ teils zur Qual machende J.B. Smoove die Gags in seinem Redeschwall wegsprudelt, ohne dass du als Nicht-Ami eine Chance hast, sie ansatzweise mitzubekommen. Insgesamt so unnötig wie ein Handwerker, der seine Arbeitszeit mit Dialogen mit seinem Auftraggeber vertrödelt.

Sichtung nach einer Episode eingestellt

WIEDER DA

Breaking In (Season 2)

Christian Slater gibt nicht auf. Er trotzt desaströsen Einschaltquoten und kommt immer wieder zurück. Bei seiner Show „Breaking In“ hatte ich wahrlich nicht mit einem Comeback gerechnet, aber irgendwie hat er es geschafft. Wir erinnern uns: Slater spielt Oz, den Chef einer Sicherheitsfirma und erinnert mit seiner Art der Menschenführung und Coolness an Colonel Hannibal Smith aus dem A-Team. Seine Untergebenen sind allesamt freakige Spezialisten, natürlich haben wir die heiße Einbrecherbraut und den sie heimlich anhimmelnden sympathischen Loser, den blöden Freund der Einbrecherbraut und den dunkelhäutigen Obergeek, der für die Absonderung von Zitaten aus allseits bekannten SciFi/Fantasy-Universen zuständig ist. Liest sich doch nett, weshalb hat die Show also nicht bei mir funktioniert?

Weil der blöde Freund ungeheuer nervig war, ich den aus „Reaper“ für seine Loser-Rolle bekannten Bret Harrison nicht mehr sehen konnte, die Geschichten insgesamt zu schwachbrünstig daherkamen und eigentlich nur der Boss mit seinem biestigen Gehabe für gelungene Momente sorgte. Was hat man nun zum Neustart der Show geändert? Der blöde Freund ist zumindest in der von mir gesehenen Folge weg (hurra), dafür hat man eine ihn in Sachen quälender Nervigkeit absolut ädaquat ersetzende Chefin (Megan Mullaly, Childrens Hospital) plus komplett uninteressanter Assistenten-Blondine installiert, Boss Oz rückt in die zweite Reihe, der Rest bleibt wie gewohnt tendenziell lahm. Ehrlich: wenn Christian damit wieder durchkommt, gebe ich auf.

Sichtung nach einer Episode eingestellt
 

Game of Thrones (Season 2)

Ich lese gerade den zweiten Band und bin seit der ersten Staffel Fan. Was soll also logischerweise jetzt in den folgenden Absätzen kommen außer schlimmster Lobhudelei? „Game of Thrones“ hat letzte Season von mir vollkommen zu Recht das Prädikat „überragend“ erhalten; die Bücher sind wie Schauspielerin Emilia Clarke zu Protokoll gab, „crack on paper“, das Produktionsbudget wurde erhöht, da konnte für den Auftakt der zweiten Staffel nichts schief gehen.

Tut es dann auch nicht. Der Auftakt ist ruhiger als bei Season 1, wo es direkt mit abgehackten Köpfen, offengelegten Brüsten und zünftigem Inzest rundging. Dafür werden neue Schauplätze mit neuen Charakteren eingeführt, von denen Balon Greyjoy, Davos Seaworth und Stannis Baratheon sehr gut meinen Vorstellungen entsprachen. Die liebgewonnenen Figuren wie Tyrion, Varis, Cersei oder Joffrey wachsen einem direkt wieder ans Herz bzw. lassen die Hassadern schwellen.

Wer das zugrundeliegende Buch kennt, wird einiges an Veränderungen bemerken. Zum einen fehlen diverse Figuren bzw. werden durch andere ersetzt, die Geschichte ist viel straffer und kommt schneller voran. So hatte ich das Gefühl, dass in den ersten beiden Folgen bereits die Hälfte von „A Clash of Kings“ abgehandelt wurde. Wo George RR Martin den Leser gerne und häufig zu sehr mit Details überschüttet, filetiert die Serie den Kern der Erzählung und serviert ihn in beeindruckenden Aufnahmen bzw. packenden Dialogen, die mir so nicht aus der Vorlage in Erinnerung sind. Mein Lob an die dafür verantwortlichen Autoren und Regisseure, denn während ich beim Lesen am Ende eines Kapitels mir manchesmal die Frage stellte, was denn nun groß passiert ist, hält einen die Inszenierung fürs Fernsehen ständig bei der Stange. Wenn ich etwas zu bekritteln hätte, dann vielleicht die Besetzung der Rolle des Gendry, der mir zu erwachsen scheint und den ich trotz Kenntnis der Serie und der Bücher zunächst nicht mit dem königlichen Bastard in Verbindung brachte. Wegen des noch gemächlichen Auftakts rangiert die Show aktuell „nur“ in „sehr gut“-Gefilden, aber ich bin mir sicher, dass sie wieder die Stufe zum „überragend“ nehmen wird.    

Wertungsdurchschnitt nach zwei Episoden: 5,60 Punkte (sehr gut)
Tendenz: sehr gut – überragend

Nurse Jackie (Season 4)

Ich mache es kurz. „Nurse Jackie“ mochte ich die ersten beiden Staffeln, weil es eine gut inszenierte „Dr. House meets Krankenschwester“-Variation war und Edie Falco ihre Rolle der mürrischen, gebrochenen aber doch liebenswerten Jackie Peyton bravourös spielte. Season 3 hat mich allerdings schon größtenteils gelangweilt und der Beginn der vierten Staffel geht doch eher Richtung Entzugsdrama. Mir fehlen da doch die großen Momente, wo die resolute Dame der Ärzteschaft in den weißbekittelten Hintern tritt. Deshalb lasse ich diese Staffel aus.

Sichtung nach einer Episode eingestellt

VORBEI

Alcatraz (Season 1)


Von der Mysteryserie um die berüchtigte Gefängnisinsel hatte ich mir doch etwas mehr erwartet. Man könnte sogar behaupten, dass „Alcatraz“ mich von Folge zu Folge mehr ernüchtert hat. Dabei war der Beginn absolut gefällig: herumstreunende, extrem gefährliche Bösewichte, der geheimnisvolle Agent Hauser, Rückblenden ins Alcatraz der 60er Jahre, die taffe Ermittlerin (Sarah Jones) und der „Golden Boy of Geeky Niceness“ Jorge Garcia. Leider agierte man bei der Aufdeckung von Geheimnissen extrem betulich, die Show stand und fiel letzten Endes mit dem wöchentlichen Neuankömmling. Wobei das Fallen mit fortschreitender Dauer immer eindringlicher wurde. Weder konnten mich die Gefangenen und ihre Hintergrundgeschichten vor den Fernseher fesseln, noch weckten die Heimlichtuereien der Gefängnisleitung mein Interesse. Überdies empfand ich es schon als erstaunlich, wie souverän sich die 63er im modernen LA zurechtfanden. Beziehungsweise, dass keiner mal so verschlagen war, seine Vorgehensmethoden zu ändern. Das Showkonzept wirkte daher schnell überraschungsarm, routiniert und ohne echte Höhepunkte. Selbst das Finale enttäuschte auf ganzer Ebene. Ohne spoilern zu wollen: das gelüftete Geheimnis hinter der (natürlich nur mit den Schlüsseln und sonst nicht anders zu öffnenden) Tür haute mich wahrlich nicht vom Gefängnisschemel und wie es mit Detective Madsen weitergeht, lässt sich auch relativ leicht erahnen.

Punktemäßig profitiert „Alcatraz“ von mehreren hohen Wertungen zu Beginn und hält sich deshalb noch im „befriedigend“. Ich bin mir jedoch sicher, dass die Show bei noch mehr Episoden vollends in die Durchschnittlichkeit gerutscht wäre.

Gesamtwertung: 4,56 Punkte (befriedigend)
Best of Season: S1E01 Pilot, S1E02 Ernest Cobb

The Walking Dead (Season 2)

Eine zwiegespaltene Saison erlebten die wandelnden Toten aus meiner Sicht. Noch vor der großen, dreimonatigen Pause hatte ich „The Walking Dead“ als Enttäuschung des Serienjahres bezeichnet. Denn nach einem gelungenen Start schien sich die Show auf der Farm quälend langsam um sich selbst zu drehen. Nun erwarte ich nicht, dass die Zombieapokalypse jeden Tag aufs Neue über die Gruppe hereinbricht. Aber es wurde offensichtlich, dass die altbekannten und neu hinzugekommenen Charaktere größtenteils einfach zu wenig interessant waren, dass man zu wenig mit ihnen involviert war, als dass man die internen Streitigkeiten mit innerer Anspannung verfolgt hätte. Die Auflösung des „Scheunen-Dramas“ war dafür überragend in Szene gesetzt und nahm den Zuschauer mit auf eine emotionale Achterbahnfahrt, wo vorher noch schrittgeschwindigkeitsbegrenzte Einbahnstraße herrschte.  
Die zweite Hälfte der Staffel schließlich gab deutlich weniger Grund zum Meckern. Das Aufeinandertreffen mit anderen Überlebenden geriet im Gegensatz zu den internen Nickeligkeiten zur furios spannenden Angelegenheit, die ethische Frage, wie man mit dem Gefangenen umgehen sollte, stimmte nachdenklich und nagte am eigenen Gewissen. Das noch in der Vorgängerstaffel leicht verpfuschte Finale schaffte es diesmal, auf meiner Wertungsskala voll und ganz zu überzeugen und der Ausblick auf Figuren und Handlungsort der nächsten Season lassen mich mit guter Hoffnung zurück, dass diese Staffel dann mit weniger Leerlauf auskommen wird. Wegen der ordentlichen Steigerung zum Ende hin ein knappes „gut“.


Gesamtwertung: 4,93 Punkte (gut)
Best of Season: S2E13 Beside The Dying Fire; S2E01 Miles Behind Us; S2E11 Judge, Jury, Executioner

Whitney (Season 1)

Whitney wurde weder von Kritikern noch von Fans mit der ganz großen Begeisterung empfangen. Ich hingegen war angenehm überrascht von dieser Couple-Comedy, die nach meiner persönlichen Einschätzung einige hochgepriesene Comedyneustarts dieses Jahres wertungsmäßig hinter sich lassen dürfte.
Was gefällt mir nun an der Show? Zum einen stimmt die Chemie zwischen Whitney Cummings und Chris D’Elia. Vor allem letzterer überzeugte mich durchgehend mit seiner unaufgeregten, betont lässigen Art, die man wohl im Umgang mit dieser speziellen Freundin braucht. Natürlich werden einige der bekanntesten Beziehungsprobleme durchexerziert und auch nichts bahnbrechend Neues erfunden. Aber die Situationen und Dialoge sind mit Witz und Charme besetzt. Die Nebenfiguren nerven nicht, sondern haben auch ihre kleinen gelungenen Momente zum großen Ganzen beizutragen. Es gibt qualitätsmäßig keine bösen Ausrutscher nach unten, wo man bei manch anderen Comedyserien allzu deutlich das Gefühl hat, dass den Autoren gar nichts eingefallen ist. An die Schwergewichte der TV-Komödien vermag „Whitney“ damit natürlich nicht heranzureichen, aber es bleibt eine unterhaltsame Comedy, die punktemäßig sehr oft im 4,5er Bereich („befriedigend“) landete, mehrmals 5 Punkte erreichen konnte und einmal gar mit der Episode „Private Parts“ ein „sehr gut“ absahnte.

Gesamtwertung: 4,64 Punkte (befriedigend)
Best of Season: S1E11 Private Parts

ABGEBROCHEN 

„Touch“

Die dritte Folge hat mir endgültig den Rest gegeben. Zu tränendrüsig,
kein übergeordneter Storybogen, die Dialoge käsig. Schöne Happy Ends zum
Schluss einer Episode gibt’s bei „Raising Hope“, emotionale Momente
kriegt „Awake“ besser hin. Ich befürchte, „Touch“ tendiert Richtung
modern mystifizierte Variante von „Ein Engel auf Erden“. Nix für mich.

„Once Upon A Time“

Nach langem Durchhalten endgültig eingestellt. Ich glaub einfach nicht
mehr dran, dass Giancarlo Esposito alias Gustavo Fring zusammen mit Rumpelstilzchen ein
Meth-Labor aufzieht und im Märchenland aufräumt. Nein, ernsthaft: ist
mir zu öde und schnulzig.

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48 (Juni 2011)

21 Jun

Der letzte Seriencheck bevor die Sommer-Saison (mit u.a. Breaking Bad und Curb Your Enthusiasm) beziehungsweise die Blog-Pause wegen der Fußball-WM ansteht. Mit Fantasy, SciFi, Krankenhaus und vier flotten Damen.

Game Of Thrones (Season 1)

Nach den Romanen von George R.R. Martin erzählt die Fantasy-Serie „Game Of Thrones“ die Geschichte des Königreiches Westeros, seinen Feinden, seinen Verbündeten, seinen Clans. Als die rechte Hand des Königs unter mysteriösen Umständen verstirbt, reist dieser in den hohen Norden nahe des Schutzwalls, hinter dem klirrende Kälte und grauenvolle Wesen namens White Walkers warten, um seinen Freund Eddard Stark diese Aufgabe anzutragen. Es entspinnt sich eine epische Geschichte um Intrigen, Krieg, Macht und Verrat.

Ich bin wahrlich kein Fantasy-Fan und hätte es im „Herrn der Ringe“-Universum wohl maximal zum Zehenhaarschneider im offiziellen Slum des Hobbitdorfes gebracht. Aber den ersten Band des „A Song of Fire And Ice“-Zyklus habe ich gelesen und großen Gefallen daran gefunden, entsprechend vorfreudig gespannt war ich auf die Adaption für das Fernsehen. Mit HBO wurde hierfür schon einmal der ideale Partner gefunden, denn in Westeros geht es ordentlich zur Sache. Schon die ersten Minuten zeigen mit ihrer bildstarken Inszenierung, dass hier Erwachsene als Zielgruppe angesprochen werden sollen. Keine zaubernden Kinder, keine sprechenden Tiere, sondern Blut, Sex und Ränkespiele. Wer damit klarkommt, wird 10 Folge schlichtweg überragend unterhalten. Die Charaktere sind vielzählig, es braucht seine Zeit, um sich in den verschiedenen Familien zurechtzufinden (im Zweifel fand ich dabei die Übersicht auf hbo.com sehr hilfreich), doch die Mühe wird belohnt durch mitreißende Momente, bemerkenswerte schauspielerische Leistungen (auch von den Darstellern der Kinder, wie ich hier gerne extra betone), erinnerungswürdige Dialoge und -pünktlich jeweils zum Ende einer Episode- unerwartete Wendungen und Ereignisse, die einen sofort die nächste Folge herbeisehnen lassen. Ich habe schon viele TV-Serien gesehen, aber selten Figuren so herzlich gehasst wie in dieser Show. Auf der anderen Seite spielt Peter Dinklage als Lord Tyrion Lannister wohl die Rolle seines Lebens und müsste, so es mit rechten Dingen zugeht, eine Emmy-Nominierung, nein, gleich direkt den Emmy einheimsen.

Fazit: wer kein zu zartes Gemüt hat, beim Anblick von Rüstungen, Schwertern, Blut oder nackten Frauen nicht schreiend davonläuft und endlich erwachsene Fantasy perfekt umgesetzt sehen will, kommt um diese Show nicht herum. Episch, fantastisch, großartig. Ich freue mich jetzt schon auf die zweite Staffel und die vor meinem Nachttisch liegenden ersten vier Bücher der Saga.

Wertungsmäßig lag keine der Episoden unterhalb von 5 Punkten, vier Mal war die Höchstwertung Pflicht, entsprechend hoch liegt der Schnitt, den Game of Thrones nur wegen der deutlich weniger Folgen hinter meinen Saisonfavoriten Fringe platziert.

Absoluter Wert: 6,20 Punkte / Anzahl an Höchstwertungen: 4x 6,0 Punkte ; 5x 5,5 Punkte

Gesamtwertung: überragend

Top of the Show: S1E01 Winter Is Coming, S1E05 The Wolf And The Lion, S1E09 Baelor, S1E10 Fire And Blood

Falling Skies (Season 1)

Die Fantasy ist dank Game of Thrones also gerettet, wie wäre es jetzt nochmal mit einer gelungenen SciFi-Serie? Seit der Kampfstern Galactica zum Ende der letzten Staffel Richtung Sonne entschwebt ist, kam in der Hinsicht kaum mehr etwas. Schafft Falling Skies, die neue von Steven Spielberg produzierte TNT-Serie, hier Abhilfe? Zur Story: Die Menschheit wurde bei einem Angriff außerirdischer Wesen zum größten Teil ausgelöscht, der kümmerliche Rest wird entweder verslavt oder kämpft gegen die übermächtigen Besatzer und ums Überleben. Mit dabei in der Gruppe der Widerständler: der Geschichtsprofessor Tom Mason (Noah Wyle), der einen seiner Söhne aus der Gefangenschaft der Aliens befreien will.

Fangen wir mit dem Positiven an: die außerirdischen Invasoren bleiben nicht weitestgehend unsichtbar. Das war meine erste Befürchtung, nachdem ich die wenig berauschenden Filmkritiken zur Spielberg/Abrams-Kollaboration „Super 8“ gelesen hatte. Überzeugen konnte mich das Alien-Design allerdings dann doch nicht. Gut, es ist Fernsehen und nicht Kino, aber die Roboter hinken doch stark wie die letzte Zylonengeneration und die Skitters benannten Krabbelviecher wirken in der Nahansicht wie gehobenes Gummidesign aus der Zeit vor Erfindung des CGI.

Ansonsten ist für Action, Endzeit und Familienstimmung gesorgt. Familienstimmung? Ja klar, unser Spielberg will es familienfreundlich haben und bringt daher verstärkt Kinder und Teenager in die Schauspielerriege ein. Ich könnte jetzt meine Meinung zu Science Fiction mit Kinderdarstellern auswalzen, aber ich fasse mich kurz: ich hatte die Vision, dass eines der Kiddies zwischen Geburtstagsfeiern und Mamavermissen spontan die einzige Schwachstelle der Aliens herausfindet, weil die Erwachsenen zu blöde dafür sind. Oder dass die Teenies im schönsten Liebesdreieck-Geheule die Waffen der Invasoren mit ihren Tränen unbrauchbar machen. Und davor habe ich richtig Angst. Es ist wohl deutlich geworden, dass ich mir einen düstereren, erwachseneren Ansatz für die Show gewünscht hätte, oder?

Ich werde beobachten, in welche Richtung die Show gehen wird. Werden mehr Hintergründe zu den Alien geliefert? Gibt es Einblicke in ihre Machtstruktur, ihre Pläne? Entsteht echtes Drama außerhalb der familiären Sorgen? Teil 1 der eröffnenden Doppelfolge hat mich wenig beeindruckt, Teil 2 gefiel mir schon etwas besser, aber bis zur Eroberung meiner Guckliste ist es noch ein weites Stück. Schließen möchte ich mit dem zweiten Positivum: ich fand die asiatische Doktorin (Moon Bloodgood, was für ein Name!) heiß und habe meinen Bruder mit dieser Feststellung die kompletten 80 Minuten des Piloten hindurch genervt.

Ersteindruck: Episode 1×01: 4,0 Punkte (durchschnittlich) / Episode 1×02: 4,5 Punkte (befriedigend)

Nurse Jackie (Season 3)

Eine Arztshow pro Saison muss sein und weil mir Dr. House zu lange läuft (wann kommt da eigentlich die komprimierte Best of mit seinen besten Ausrastern und fiesesten Sprüchen?), schaute ich bei Krankenschwester Jackie rein. Vier Worte als Zusammenfassung sollten ausreichen. War. auch. mal. besser. Ich mag die Charaktere immer noch, aber mir wird zu wenig aus ihnen gemacht. Beziehungsweise das Falsche. Denn mal ehrlich: Dr. Coop ist endgültig zur Witzfigur degradiert worden, die man nicht mehr für voll nehmen kann. Verwaltungs-Chefin Akalitus verdient bessere Storylines als den Kampf um die Heiligenstatuen der Krankenhauskapelle. Jackies Probleme mit ihren Kindern hätte ich schließlich viel lieber gegen Patienten mit rührseligen, dramatischen oder erheiternden Hintergrundgeschichten eingetauscht. Die ersten beiden Folgen und das Finale zeigten zumindest in die richtige Richtung, für Season 4 muss nun auch dazwischen wieder die Behandlungsqualität stimmen.

Absoluter Wert: 4,47 Punkte / Anzahl an Höchstwertungen: 1x 5,5 Punkte

Gesamtwertung: durchschnittlich

Hot In Cleveland (Season 1)

Innerhalb von knapp 2 Wochen habe ich so ziemlich alle Folgen von „Hot in Cleveland“ durchgesehen, der Show, die auf dem kleinen Sender TV Land für Furore sorgt. Drei glamourgewöhnte Damen aus L.A. stranden in Cleveland, Ohio und werden dort zusammen mit ihrer Hausbesetzerin Elka (Betty White) sesshaft.

Wie für TV Land üblich, wird klassischster Sitcom-Stoff mit Laugh Track geboten. Fans von Frasier freuen sich auf ein Wiedersehen mit Jane Leeves und anderen bekannten Gesichtern aus den guten alten Comedyzeiten (Jon Lovitz, Wayne Knight, Mary Tyler Moore). Star der Show ist natürlich Betty White, der von den Autoren die Sprüche in den Mund gelegt werden wie anno dazumal ihrer Golden Girls-Kollegin Estelle Getty. Aber auch die anderen Darstellerinnen haben ihre großen Momente, die Dialoge sind auf den Punkt frisch und spaßig und keinesfalls staubtrocken oder bemüht. Zumindest für die erste Season kann ich eine kleine Empfehlung für Freunde der Komödienkunst aussprechen, die aktuell noch laufende zweite Season fällt doch schon deutlich ab. Mit einem absoluten Wert kann ich diesmal nicht dienen, weil ich nicht jede Folge einzeln bewertet habe. Im Großen und Ganzen läuft es zumindest für Staffel 1 aber auf ein knappes „gut“ hinaus.

Gesamtwertung: gut

40 (August 2010)

27 Mai

Wegen meines Krankenhausaufenthalts hänge ich derzeit ordentlich hinterher, für ein paar Serienchecks reichte es aber dennoch:

Justified (Season 1)

Die Ermittlungen von Deputy U.S. Marshal Raylan Givens im kaffigen Kentucky-Hinterland gefielen mir von der ersten Episode an und machten Lust auf richtig schön altmodische Zeiten, wo Kerle ohne technischen Schnickschnack, sondern nur mit der flott gezogenen Pistole unter Bösewichtern aufräumten. Den Piloten bezeichne ich mal ganz frech als einen der stärksten Opener einer TV-Serie, da stimmte einfach alles, von der Action über die Sprüche bis hin zum coolen Auftreten des Protagonisten – fast hätte ich mir einen Stetson und einen schwarzen Amischlitten zugelegt. Die weiteren Folgen enttäuschten keineswegs, konnten aber nicht mehr das ganz hohe Niveau halten. Vor allem die Rolle des Boyd Crowder (Walter Goggins) und seine Wandlung im Laufe der insgesamt 13 Episoden lagen nicht ganz auf meiner Geschmackslinie. Besser hingegen der Auftritt von M.C. Gainey (LOST) als Oberbösewicht Bo Crowder und Raymond J. Barry als Raylans zwielichtiger Vater. Dass auch der Humor nicht zu kurz kam, bewies die herrlich komische Episode „Long in the Tooth“ mit Alan Ruck (Spin City) als untergetauchtem Buchhalter und Hobby-Zahnarzt. Insgesamt gute Unterhaltung für alle, die sich auf das westernähnliche Szenario einlassen.

5 von 6 Punkten (gut)

Best of Season: S1E01 Fire In The Hole, S1E04 Long In The Tooth

Nurse Jackie (Season 2)

Die zweite Staffel um die Krankenschwester mit der dezenten Dr. House-Veranlagung (schmerzmittelabhängig, kompetent, mit ordentlich verteilten Antipathien, aber auch gutherzig und noch nicht komplett homophob) hatte mir eine gute Spritzenfüllung zu wenig an Höhepunkten. Der Auftakt und die Twitter-Episode konnten punkten, danach verloren sich die Geschichten aber eher in durchschnittlich interessanten Ereignissen. Auf meiner Einweisung für die dritte Staffel steht daher die Forderung nach spannenderen Drehbüchern, damit die durchweg interessanten Charaktere (allen voran natürlich Edie Falco) besser zur Geltung kommen. Auch das Finale mit seiner vorhersehbaren Aufdeckung von Jackies Geheimnissen konnte zumindest bei mir nicht für einen zufrieden unterschriebenen Entlassungsbescheid sorgen.

4,5 von 6 Punkten (befriedigend)

Best of Season: S2E01 Comfort Food 

The IT Crowd (Season 4)

Bisher habe ich jede Staffel der britischen Kultserie gekauft, aber diesmal bin ich etwas am Zögern. Natürlich liebe ich die verschrobenen Charaktere Jen, Moss, Roy und Douglas weiterhin, allerdings schwankte dieses Jahr die Qualität der Folgen doch beträchtlich. Ein überzeugender Start mit „Jen The Fredo“, „The Final Countdown“ schon leicht schwächer, „Something Happened“ mit mäßig witziger Roy-Story, „Italian For Beginners“ dafür zum Schreien großartig, „Bad Boys“ überzeugend gut und schließlich.. der Absturz mit „Reynholm vs Reynholm“. Das Finale war IT Crowd fast ohne IT, dazu mit wenig zündenden Gags und einem Comeback, das man besser hätte inszenieren können. War ich bei Season 3 noch sehr gnädig mit der Höchstwertung, geht es dieses Mal einen ganzen Punkt nach unten.

5 von 6 Punkten (gut)

Best of Season: S4E01 Jen The Fredo, S4E04 Italian For Beginners

Und damit zu den ersten Eindrücken von neu in die Sommersaison gestarteten Serien:

Entourage (Season 7 Episodes 1-4)

Ein mäßiger Wiedereinstieg in die TV-Seriencharts für Vincent Chase und sein Gefolge. Der Blockbustergarant Ari Gold gibt sich zwar Mühe, die Story um seine Beteiligung an einem Footballteam löst bei mir allerdings wenig Kribbeln aus. Der Mann gehört in den Nahkampf mit Filmproduzenten, Drehbuchschreibern und Stars, so wird sein Potenzial eher verschenkt. Was der gesamten Show schadet, denn wie üblich interessieren mich Turtles Abenteuer so ziemlich gleich Null und ist E gewohnheitsmäßig lieb, nett und öde. Bleibt noch Drama, der sich mit für die Serie auf cool getrimmten ehemaligen Zuckerbubis herumschlagen muss (John Stamos als fluchender Tischtennis-Crack, ernsthaft?). Währenddessen langweilt sich Schönling Vincent durch seine Freizeit und diverse Damenhöschen. Jungs, da muss in den nächsten Folgen mehr kommen. Sonst landet die Show statt in den Top10 langsam in der Grabbelkiste.

Futurama (Season 6 Episodes 1-7)

Ich nehme mal jetzt nur die zwischen 2007 bis 2009 produzierten Filme und nicht die ersten Staffeln als Maßstab – in dieser Hinsicht schneidet die sechste Staffel sehr gut ab. Die Crew von Futurama habe ich schon immer mehr als die gehypten Simpsons geschätzt, die Geschichten und Charaktere waren einfach schräger, witziger, vom Humor her bösartiger (Stichwort Suizidkabine oder Hypnotoad). Nach der Absetzung im Jahre 2003 freute ich mich auf die Filme, die allerdings das Versprechen einer fulminaten Rückkehr nicht einlösen konnten. Nach einer guten Stunde verlor ich im Gewirr der Handlungsstränge stets die Übersicht und ein wenig den Spaß am Zuschauen. Mit den nun knackig, aber prägnanten knapp über 20 Minuten habe ich hingegen wieder meinen Zukunftsspaß. Vor allem, wenn die Storys stimmen und die Themen herzhaft geekig gewürzt sind. Sei es die Abrechnung mit Apple und sozialen Netzwerken („Attack of the Killer App“), das Adam & Eva-Remake mit Weltall-Ikone Zapp Brannigan und Leela („In-A-Gadda-Da-Leela“) oder die Zeitreisen/Universumsausdehnungstheorie in der Praxis („The Late Philip J. Fry“) – good news everyone, that future-space-robot show works again!

Louie (Season 1 Episodes 1-6)

Louie ist nach „Lucky Louie“ die zweite TV-Show von Standup-Comedian Louis C.K. und erneut eine zwiespältige Angelegenheit. Jede Episode besteht aus Standup-Sequenzen sowie zwei Handlungssträngen, die sich an seinfeldähnlichen Dialogen und Situationen versuchen, ohne an die Genialität des Vorbildes heranreichen zu können. Es ist eben doch ein Unterschied zwischen Bühne und TV-Show und es wird sehr deutlich, wo der Produzent und Hauptdarsteller seine Stärken bzw. seine Schwächen hat. Alleine wegen der famosen Standups bleibe ich weiterhin dran, der Rest bedarf noch der Qualitätssteigerung. Immerhin zeigten der Gastauftritt von Ricky Gervais als „Doctor from Hell“ und ein paar sehr offenherzige Dialoge, dass noch etwas drin ist.

33 (Oktober 2009)

27 Mai

Diesmal mit zwei weiteren Neustarts und vier Saisonabschlüssen. Irgendwann wird dann auch noch die Startcheck-Edition folgen.

Hank

Hank Pryor war ein erfolgreicher und angesehener Geschäftsmensch, bis die Finanzkrise ihn zu einem arbeits- und wohnungslosen Geschäftsmensch machte. Mit seiner Familie zieht er zurück aufs Land, wo ihn ein deutlich weniger pompöses Domizil und Schwager Grady erwarten. Doch Hank will sich und die Seinen unbeirrt mit Bossweisheiten aus der Misere führen.

Man könnte die Show auch „The Next Kelsey Grammer Project“ nennen. Und wenn der Name des Hauptdarstellers fällt, weiß man schon, dass eher traditionelle Sitcomkost zu erwarten ist. Bei Kelseys vorherigem Versuch Back To You sprach ich noch vom altbackenen Komödienbrötchen, an dem Fans durchaus Gefallen finden können. Hank hingegen wirkt in der Pilotfolge auf mich wie hartes Roggenvollkornbrot, an dem man sich die Zähne ausbeißt. Pointenmäßig stark auf „Mr. Frasier“ konzentriert, ohne richtig zündende Ideen – nichts, was groß aus der Reihe fällt oder erinnerungswürdig bleibt. Ach ja, Jordan Hinson aus Eureka spielt die Tochter, an mehr kann ich mich aber wirklich nicht mehr erinnern. Aus Verbundenheit bleibe ich noch ein paar Episoden dran, nach jetzigem Stand kann ich mir aber nicht vorstellen, dass die Show einen dauerhaften Platz im Programm von ABC einnehmen wird. Überlebte doch bereits Back To You, das mir um einiges besser gefiel, keine komplette Staffel.

The Middle

The Middle erzählt die Abenteuer der Hausfrau, Mutter und Autoverkäuferin Frankie Heck, die in Indiana (also quasi mitten im Niemandsland) ihr Leben mit Ehemann, Kindern und Job ausfüllt. Stress im Beruf, Stress in der Familie, Stress in der Schule – genug zu tun für die gequälte Frau des Hauses.

Patricia Heaton (Everbody Loves Raymond, Back To You) hat sich ohne Zweifel die bessere Sitcom ausgesucht. Schon der Anfang, in der sie als Superwoman auf der Suche nach Handyempfang durch die Pampa irrt, hat etwas Sympathisches. Wer beim Titel an Malcolm In The Middle denkt, liegt gar nicht so falsch, denn das ist ungefähr die Richtung, die diese Familiencomedy einschlägt. Vor allem der jüngste Sohn Brick ähnelt von seiner Verhaltensweise sehr an Dewey, den jüngsten Sproß der Malcolm-Sippe. Anders als bei Hank können auch die anderen Darsteller (Neil Flynn, Scrubs; Eden Sher, Weeds) erste Pluspunkte sammeln. Der Auftakt gefiel mir persönlich gar noch einen Tick besser als Cougar Town, was der Show aktuell auf meiner Comedyneustartliste einen zweiten Platz hinter (dem auch in der zweiten Episode großartigen) Modern Family einbringt.

Weeds (Season 5)

Dass ich mit Frau Botwins jüngsten Ausflügen ins Grasgeschäft nicht mehr so recht warm geworden bin, habe ich ja bereits erwähnt. Seit sich die Story weg vom witzigen „Kleine Deals unter Nachbarn“ in der Vorstadt hin zum professionellen Drogenverschieben in Mexiko entwickelt hat, konnte die Show mich nicht mehr überzeugen. Richtige Höhepunkte konnte die 5. Staffel nicht setzen, gerade mal zwei Episoden verblieben mir als richtig gut in Erinnerung. Der Rest war Durchschnitt, versetzt mit ein paar richtigen Langeweilern. Das Finale brachte zwar einen Abschluss mit Knall, dennoch hält sich mein Verlangen nach einer weiteren kompletten Staffel arg in Grenzen.

3,5 von 6 Punkten

Entourage (Season 6)

Eigentlich ist Entourage ja ein Instant-Erfolgsrezept, man muss nur die Bestandteile in der richtigen Reihenfolge und Gewichtung beimischen. Deshalb hier meine Liste dessen, was in einer guten Ausgabe der Show um Superstar Vincent Chase enthalten sein muss. 1) Ari Gold, 2) sicherheitshalber nochmal Ari Gold, 3) Ari Gold im Clinch mit Klienten oder Assistent Lloyd, 4) Drama kriegt karrieremäßig mal wieder einen drauf, 5) schmückendes Beiwerk wie attraktive Ladies oder Gaststars, 6) Schönling Vincent kommt ausnahmsweise mal nicht an, 7) die Jungs feiern Party oder kaufen neue Schlitten, 8) lange nichts, 9) E, 10) Turtle. Man kann erahnen, dass mich die lang und breit ausgewalzten Beziehungsgeschichten von Turtle und E nicht wirklich begeistert haben. Thema einer Folge war sogar, dass Vince sich langweilt(!). Natürlich riss unser aller liebster Karrierevermittler Gold wieder einiges raus, richtig schlimm ist die nunmehr 6. Staffel deshalb zwar nicht, aber doch die schwächste, die ich bisher von der Show gesehen habe. Da helfen auch die aufgefahrenen Gaststars im Finale wenig – wobei Matt Damon immerhin für einen witzigen Rausschmeißer sorgt.

 4,5 von 6 Punkten

Hung (Season 1)

Die Show um den Mann mit dem imposanten Gemächt wurde ja bereits verlängert (haha), bei mir läuft Hung jedoch weiterhin unter dem Motto „Das hätte ruhig ein wenig mehr werden können“. Mir fehlte der richtige Witz, die wirklich dramatischen Momente, die abgefahrenen, skurrilen Situationen. Einzig Lenore mit ihrem losen Mundwerk und der frechen Attitüde wirbelte den teilweise drögen Cast ein wenig angenehm durcheinander. Meiner Meinung nach sollte man der Darstellerin Rebecca Creskoff in der nächsten Staffel definitiv mehr Sendezeit einräumen – ob ich dann allerdings noch dabeisein werde, ist alles andere als sicher.

3,5 von 6 Punkten

Nurse Jackie (Season 1)

Die Überraschung der vergangenen Midseason stellt aus meiner Sicht Nurse Jackie dar. Edie Falco ist die Topbesetzung für die mit allerlei Schwächen gezeichnete, aber grundweg sympathische Krankenschwester. Wie ich schon schrieb, ist die Show eine tolle Ergänzung zum ebenfalls kaputten Dr. House, weshalb es mich wundern würde, wenn diverse RTL-Programmchefs nicht schon ihre Fingerchen danach ausgestreckt hätten. Der große Vorteil gegenüber dem grummeligen Diagnostiker: die einzelnen Episoden von Nurse Jackie folgen nicht dem starren House-Schema von „Krankheitsfall-Fehldiagnose1-House hat Spaß-Fehldiagnose2-House verärgert Leute-korrekte Diagnose“, sondern bieten auch Einblicke ins Privatleben. Oh ja, Schwester Jackie hat ein Privatleben und auch dort geht es rund.

5 von 6 Punkten

31 (Juli 2009)

27 Mai

Serien gehen immer. Auch in der eigentlichen Sommerpause. Zwei Neuvorstellungen, zwei alte Bekannte und eine unerwartet lang laufende 1. Staffel stehen auf dem Prüfstand.

Hung Season 1 Episodes 01-03

Den Sportlehrer Ray Drecker (Thomas Jane) hat das Leben ordentlich in den Hintern gekniffen. Die von ihm trainierten Highschoolbasketballer sind Luschen, der Job ist schlecht bezahlt, seine geschiedene Frau buhlt mit ihm um die wenig von ihren Elternteilen begeisterten Kinder, sein Haus brennt teilweise ab und beim Hilf-Dir-Selbst-Seminar will ihm auf die Frage, welches Talent ihn denn aus seiner Krise retten könnte, nur einfallen, dass er eine ziemlich große Hosenschlange herangezüchtet hat. Zusammen mit seiner Seminarkollegin Tanya (Jane Adams), einer gescheiterten Dichterin, die in Brot gebackene, laminierte Zettel mit Poesie vermarkten will, versucht Ray seine gute Bestückung in bare Münze umzusetzen.

Liest sich lustig, kommt aber nach bisher drei ausgestrahlten Folgen leider nicht so richtig in Schwung. Was könnte man aus dem Setting alles machen: Macho Ray in peinlichen Situationen mit altlüsternen Ladies, seine Zuhälterin Tanya beim verzweifelten Versuch, die Dienstleistung an die Frau zu bringen, ein Umfeld, das von dem Ganzen Wind bekommt, von mir aus sogar auch Potenzprobleme im Angesicht der zahlfreudigen Klientinnen. Durchaus machbar, denn Hung läuft auf HBO, wo man solchen Themen offenherzig gegenübersteht. Möglich, dass das alles auch noch so kommt, aber bisher ist Hung weder richtig komisch noch richtig tragisch. Die Nebenhandlung mit Rays geschiedener Frau (Anne Heche) und den Kindern langweilt mich sogar schlicht und ergreifend. Die Einschaltquoten sind zudem wenig berauschend, was bedeutet: in den nächsten Episoden muss die Show mal langsam zum Schuss kommen.

Nurse Jackie Season 1 Episodes 01-07

Direkt die nächste „Dark Comedy“ hintendran, diesmal auf Showtime und mit der aus Sopranos bekannten Edie Falco in der Hauptrolle. Jackie ist wahrlich keine Krankenschwester wie sie SAT1 früher ins Abendprogramm aufgenommen hätte. Ihre Rückenprobleme behandelt sie exzessiv und in Eigenregie mit Schmerzmitteln, Sex hat sie vornehmlich mit dem sie versorgenden Krankenhausapotheker und nicht mit ihrem Ehegatten zuhause, an Selbstüberschätzung leidende Jungärzte bügelt sie gerne verbal zurecht und wenn mal wieder ein Vergewaltiger mit diplomatischer Immunität, der während seiner Tat eines Ohres verlustig gegangen ist, ihr zu dumm kommt, spült sie die Wascheln einfach das Klo runter. Dennoch ist die Frau das Herz und die Seele der Krankenstation.

Normalerweise kann man mich mit Dramakrankenhausserien jagen, aber Nurse Jackie gefällt mir sehr gut als Sommerpausensnack. Die Rolle könnte man durchaus als Schwester Stefanie, die sich das Grinsen abgewöhnt, harte Jahre unter Dr. House gearbeitet und sich ordentlich viel bei ihm abgeschaut hat, charakterisieren. Edie Falco schlägt den Zuschauer schnell in ihren Bann, jede Episode bringt etwas für den Lachmuskel, das Herz oder die Sorgenstirnfalte. Eine sympathische Serie, die auch beim Publikum so gut ankommt, dass eine zweite Staffel bereits beschlossene Sache ist.

Entourage Season 6 Episodes 01-02

Vince und die Jungs sind wieder am Start. Die Story setzt ein, nachdem Mr. Superstar Chase gerade das Remake von „The Great Gatsby“ unter der Regie von Martin Scorsese abgedreht hat. Die ersten Episoden sind eher durchschnittlich ausgefallen, selbst Serienmotor Ari Gold hat noch Sand im Getriebe, die Geschichten um Vinces Führerscheinprüfung oder den Umzug von E haben mich noch nicht ganz packen können. Aber das wird schon, da bin ich mir sicher. Ari reißt die Sache noch rum.

Weeds Season 5 Episodes 01-07

Liebe Grasfreunde, hier der aktuelle THC-Report: die Auslese von Frau Botwin kickt leider von Saison zu Saison immer weniger. Seit der Überführung des Anbaugebiets nach Mexiko bemängeln Experten das Fehlen der humorvollen Leichtigkeit, die wie weiland die Prachtjahrgänge 2005-2007 dem Konsumenten ein Lächeln ins Gesicht gezimmert habt. Aktuell sind davon nur noch Spurenelemente vorhanden. Auch die dramatischen Inhaltsstoffe sind zurückgefahren worden, es gibt nur Andeutungen und keinen Rauschzustand wie beim Kollegen Walter White und seiner mobilen Crystal Meth-Produktionsstätte. Fazit: Der Stoff ist jetzt nicht gleich ungenießbar geworden, aber er fängt langsam an, fade zu schmecken.

Better Off Ted Season 1 Episodes 08-11

Kein Start-Check, kein Abschluss-Check, sondern ein Läuft-immer-noch-weiter-Check. Obwohl die Hauptfernsehsaison im Mai zu Ende gegangen war, werden seit Ende Juni fröhlich weitere Episoden von Better Off Ted gesendet. Mir macht die Show weiterhin eine Riesenfreude: tropfende Biocomputer, paarungswillige Hornissen anlockendes Parfüm und wild wucherndes Haar auf dem Büroschreibtisch – dem Ideenwahnsinn der Macher scheint keine Grenze gesetzt zu sein. Leider sind die Quoten wieder einmal unterirdisch, hoffentlich kommt bei ABC angesichts dessen kein Verantwortlicher ins Wanken und kippt die schon georderte 2. Staffel doch noch.