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119 (Februar 2019)

10 Feb

Der erste Seriencheck im neuen Jahr kommt zweigeteilt. Hier und jetzt zuerst einmal die abgeschlossenen Serien, dann die Neulinge, schließlich der Blick auf die Seasonstarts.

LEMONY SNICKET’S A SERIES OF UNFORTUNATE EVENTS SEASON 2 & 3  

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Werte Wegguckenden,

die Geschichte der Baudelaire-Waisen nahm – das weiß ich mittlerweile, da ich entgegen der eindringlich gesungenen Anweisung im Vorspann doch hingeschaut habe – kein gutes Ende. Sondern ein nur befriedigendes. Jedenfalls nach meinen Wertungsmaßstäben. Diese orientieren sich an knallharten Richtlinien wie: „Wie schräg ist das Setting?“, „Wie seltsam sind die Charaktere?“, „Hat Count Olafs Verkleidung genug Geschmacksübertretungsflair?“ und „Wie goldig brabbelt Sunny Baudelaire?“.

Staffel 2 fing überzeugend an, hatte mit der „The Ersatz Elevator“-Geschichte feat. Tony Hale („Veep“, „Arrested Development“) ein echtes Highlight, ließ zum Ende der 10 Episoden allerdings etwas nach und entließ den Zuschauer mit einem nur in Ordnung gehenden, wenig enthüllenden Finale in die Pause. An welches die dritte, mit 7 Folgen verkürzte Staffel direkt anknüpfte, jedoch kaum neue Charaktere einführte, sondern die bekannten wieder hervorkramte. Erst zum Finale hin konnte ich wieder die 5,0 Punkte zücken. Count Olaf alias Neil Patrick Harris („How I Met Your Mother“) schwächelte an einigen Stellen, seine neue Freundin Esmé Squalor nervte dann doch mit der Zeit und die eher als Beiwerk dienende Bösewicht-Entourage wurde recht unglamorös rausgeschrieben. Immerhin kann ich den Schluss als gelungen bezeichnen, da durfte man unbesorgt den Blick darauf richten und erleichtert aufseufzen.

GESAMTWERTUNG SEASON 2: 4,90 PUNKTE (befriedigend)

GESAMTWERTUNG SEASON 3: 4,71 PUNKTE (befriedigend)

LUTHER SEASON 5

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Der „sexiest man alive“ Idris Elba ermittelt wieder. In London. Im grauen Woll-Trenchcoat. Im hart gebrauchten Volvo. Einerseits will einem Serienkiller mit unschönem Hang zur Opferausweidung das Handwerk gelegt werden, zum anderen arbeitet sich Luther am Schicksal einer nur allzu bekannten Freundin ab.

Den letzten Satz habe ich zugegeben 1:1 aus meiner Besprechung der 4. Staffel kopiert, er passt aber halt auch erneut. Die diesmal vier Episoden guckte ich innerhalb eines Tages runter, was bereits für eine gewisse Qualität spricht. Besonders positiv sind mir dabei in diesem Jahr die Gegenspieler unseres DCI hängengeblieben: Enzo Cilenti und Hermione Norris als Ehepaar Lake sowie Patrick Malahide als Gangsterboss George Cornelius. Spannender Krimi, Luther mit ordentlich Ärger an der Backe, solide Kill-Quote, gewohnt gute Unterhaltung. Gerne wieder (um den eBay-Wertungswitz meines letzten Luther-Reviews wieder aufzugreifen).

GESAMTWERTUNG: 5,35 Punkte (gut)  

 
I FEEL BAD SEASON 1

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Zeitig abgesetzt, aber immerhin wurden alle 13 abgedrehten Episoden über den Sender geschickt (wenn auch die letzten beiden tief in der amerikanischen Nacht) – keine Selbstverständlichkeit mehr heutzutage.

Ich war gerne zu Gast bei der überforderten Emet, ihrem Gatten David, den beiden Kindern zuhause und den großen Geek-Kindern auf der Arbeit. Was sich in immerhin 9 mit „gut“ bewerteten Episoden widerspiegelte. Fiese Ausreißer nach unten gab es keine und wer mit dem Konzept der Familiencomedy plus Job-Huddel à la „Man With A Plan“ noch etwas anzufangen weiß, darf „I Feel Bad“ ruhig eine Chance geben – so er denn die Show irgendwo findet.

GESAMTWERTUNG: 4,84 Punkte (befriedigend)

MURPHY BROWN SEASON 11

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Berichterstatterin Murphy Brown gegen FakeNews-König Donald Trump, das war die Ausgangssituation  und der Grund für die Wiederbelebung der Show, die davor letztmals 1998 lief. Wer sich daran noch erinnern konnte (der Autor hebt, über sein Alter grübelnd, die Hand) kann einiges an Nostalgiebonus aus den neuen Folgen ziehen. Auch die Auseinandersetzungen mit dem orangenen Dickkopf und seiner Clique aus Politik und TV bescherten mir zu Beginn einiges an Amüsement, mit der Zeit nutzte sich das Konzept allerdings doch ab und lieferte zu pathetisches „Hilfe, der Journalismus wird angegriffen!“-Theater. Das wurde zwar immer wieder abgefangen, so dass die entsprechenden Folgen immer noch ordentliche Unterhaltung darstellten. Ob es weitergeht, steht aktuell nicht fest, die Zuschauerquoten jedenfalls waren nicht berauschend.

GESAMTWERTUNG: 4,84 Punkte (befriedigend)

RAY DONOVAN SEASON 6

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In der sechsten Staffel setzt es ordentlich auf die Fresse. Das gab es die vorigen Ausgaben zwar auch, aber diesmal knüppelt es eher gegen Ray Donovan als von ihm ausgehend.

Es fällt mir jedes Jahr schwer, an den Abenteuern der Gebrüder Donovan etwas herumzukritisieren. Wer die raue, irischstämmige Truppe in sein Herz geschlossen und sie durch alle Krisen begleitet hat, wird mit der fixer story-drama-crime-family-Mischung durchgehend gut bedient. Und selbst wenn es mal schwächelt, haut die Show darauf eine Folge raus, die einem in Erinnerung bleibt. Wie jene, in der die gesamte Familie einen Tatort erstellt und dann gemeinsam aufräumt. Beim heiligen 10 kg-Bleichmitteleimer! Die siebte Staffel ist bereits abgesegnet und mit Sicherheit fallen mir dann auch keine wirklich negativen Punkte ein.

GESAMTWERTUNG: 5,11 Punkte (gut)

THE MARVELOUS MRS. MAISEL SEASON 1

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Da verlinke ich sogleich mal rüber zu meinem geschätzten Bloggerkollegen bullion, der mich mittlerweile in einigen Serien überholt hat und voll des Lobes ist für die neue Show der „Gilmore Girls“-Erfinderin Amy Sherman-Palladino.

Ich hatte zunächst nur die erste Folge gesehen und obwohl ich es gefällig fand, schaute ich nicht direkt weiter. Der mitguckende Bruder nörgelte herum am 50er-Jahre-Setting, am Stand-Up-Comedy-Thema, an der deftigen Sprache und wahrscheinlich hat er wegen der nicht eingeschalteten Untertitel den Großteil der rasanten Dialoge nicht mitbekommen.

Ende letzten Jahres fand ich dann Zeit für den nächsten Sichtungsversuch und ja, Rachel Brosnahan ist eine wunderbar frisch-knuffige Besetzung, ihre Agentin Susie (Alex Borstein, „Family Guy“) trumpft mit herrlich bockigen Kommentaren auf, Stand-Up-Comedians habe ich ja schon immer bewundert, weshalb das Setting für mich zündete und last but not least kann ich endlich wieder Tony Shalhoub („Monk“) in einer tollen Rolle – als ständig ob des Lebenswandels seiner Tochter unangenehm berührter Vater – genießen. Summa summarum langt es bei mir noch nicht für die ganz große Wertungspointe, Mrs. Maisel landet aber sicher auf der „Darf gerne wieder auf die Bühne kommen“-Liste. Und die zweite Staffel soll laut absolut vertrauenswürdiger Expertenmeinung noch ein Stück besser ausgefallen sein.

GESAMTWERTUNG: 5,23 PUNKTE (gut)

BLACK MIRROR: BANDERSNATCH

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Wir schreiben das Jahr 1984, der Blütezeit englischer Videospiele für Sinclair ZX Spectrum und Commodore 64. Wir begleiten Stefan Butler, einen jungen Programmierer, der einen Fantasy-Abenteuerroman in ein Videospiel adaptiert. Der Kniff: Ähnlich wie im namensgebenden Spiel hat der Zuschauer in regelmäßigen Abständen neue Entscheidungen zu treffen, die die Handlung vorantreiben.

Ich als mittlerweile gefühlter Geek-Opa kann mich noch an die Ausgaben der Happy Computer- Sonderhefte mit Heinrich Lenhardt, Boris Schneider, Martin Gaksch und Anatol Locker erinnern, in denen die damaligen Videospiele aus dem britischen Königreich getestet wurden. Von daher hatte mich der neueste Black Mirror-Streich aus der Feder von Charlie Brooker vom Schauplatz her direkt auf seiner Seite. Weiterer klarer Pluspunkt: der 80er-Jahre-Soundtrack. Der weniger von Nostalgie umwaberte Gamer in mir gibt aber zu bedenken, dass ihm interaktive Geschichten noch nie so richtig gemundet haben. Ich will – sei es in Spiel oder Film – lieber eine lineare, aber dafür auf das bestmöglich unterhaltsame Ergebnis fokussierte Geschichte haben.

Eben daran hakt es letztlich auf bei „Bandersnatch“, denn die Auswahloptionen sind nicht sonderlich spektakulär und laufen gerne in dieselbe Richtung. Verständlich, denn wer kann schon komplett auseinanderlaufende Storybögen stricken, die am Ende Stoff für vier bis fünf Filme bieten?

Und so bleibt diese Ausgabe von „Black Mirror“ ein nettes Experiment in einem für Fans der Ära interessanten Setting, dem leider doch die Schlagkraft abgeht, die Booker in früheren Episoden der Reihe ausgepackt hat.

GESAMTWERTUNG: 5,0 PUNKTE (gut)

93 (Februar 2016)

6 Feb

Eine Kult-Show kehrt zurück, eine (jedenfalls-meiner-Meinung-nach-und-wenn-ihr-sie-mal-guckt-werdet-ihr-mir-zustimmen-) Kult-Show hat ihr glückliches Ende gefunden. Das und mehr im neuen Seriencheck.

THE X-FILES (SEASON 10) 

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Mit Akte X (oder „The X-Files“ im englischen Original) verbinde ich viele liebe Erinnerungen. Wie etwa jene im Herbst 1995, als ich das erste Mal im Rahmen eines Kurses an der Uni im dortigen Computerraum Annäherungsversuche an das Thema Internet vermittelt bekam. Es stand damals das Herumspielen mit Chat-Räumen auf dem Plan, alle Rechner waren miteinander vernetzt, die Teilnehmer hatten brav ihr „Hallo“, „Hi“, oder „Hallihallo“ getippt und trauten sich nun nicht mehr weiter. Beklemmende Stille drohte den Chat zu vereinnahmen. Ich erinnere mich noch, wie ich dann einfach mal „Wie findet ihr Akte X?“ schrieb und schon klackerten die Tastaturen: „Super!“, „Die Wahrheit ist da draußen“, „Ich will nach Hause, das läuft in einer Stunde“ und natürlich das unvermeidliche, aber immer noch wissenschaftlich vollkommen korrekte „Scully ist sowas von heiß“ machten die Runde. Ach ja.

Nun sind Scully und Mulder wieder auf den Bildschirmen zu sehen. Zumindest für sechs Episoden, in denen Chris Carter als Produzent und diverse Autoren aus der Blütezeit der Serie wie Glen Morgan oder James Wong erneut die Strippen ziehen. Mit dem Aufkommen des Internets erhielten Verschwörungstheorien ja bekannterweise einen schlechten Ruf und gelten gemeinhin als peinlich zurechtgesponnene Ideen irgendwelcher Wirrköpfe, über die man eher lachen möchte denn sie ernst zu nehmen. Zudem suchte mit den Anschlägen des 11. September der allergrößte Teil der Bevölkerung eher den Schutz der Regierung als ebendort weltenumwälzende konspirative Triebe zu vermuten. Wie würden die „X-Files“ also im neuen Zeitalter ankommen?

Für Fans kann ich die Antwort gleich geben: Es ist einfach toll, man kommt sich vor wie früher. Das fängt schon damit an, dass man den Vorspann unverändert übernommen hat. Die Staffel zählt offiziell als die zehnte, alle bekannten Figuren sind an Bord, man unterteilt die Folgen in „Mythological Arc“ und „Monster of the Week“. Zusätzlich hat man Mulder und Scully einige ironische, mit einem Augenzwinkern unterlegte Dialogzeilen geschrieben, was ihre jahrelange Ermittlertätigkeit anbelangt. Klar, wer der Show nie etwas abgewinnen konnte, wird auf den trashigen Unterton hinweisen, mit dem ernsthaft eine Verschwörung epischen Ausmaßes konstruiert wird. Dass sich die Macher aber gerne mal selbst auf den Arm nehmen, beweisen sie in der dritten Episode „Mulder and Scully meet the Were-Monster“, die dermaßen herrlich albern und bescheuert ist, dass wohl auch das heimwehleidigste Roswell-Alien die Arme über dem Kopf zusammenschlägt.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH DREI EPISODEN: 5,43 PUNKTE (gut +)
TENDENZ: gut – sehr gut

GALAVANT (SEASON 2)

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Es wird wieder ge-sung-hung-en! Dass meine Lieblingscomedy des vergangenen Jahres eine zweite Staffel erhielt, erfreute und erstaunte nicht nur mich, sondern auch das Produktionsteam. Entsprechend trägt der Opener nicht umsonst den Titel „A New Season aka SUCK IT CANCELLATION BEAR!“ und selbstverständlich findet die unerwartete Fortsetzung umgehend ihre Umsetzung in einem feschen Lied. (Enthält Spoiler zu Season 1)

Die insgesamt 10 Episoden sendete ABC innerhalb von 5 Wochen in Doppelfolgen weg, weshalb ich direkt schon eine Gesamtwertung vergeben kann. Die Abenteuer von Galavant haben mir insgesamt erneut großen Spaß gemacht, wenn ich auch die erste Staffel doch ein paar Zehntelzählerpunkte stärker fand. Was daran liegt, dass mir die vierte Episode „Bewitched, Bothered & Belittled“ qualitätsmäßig zu sehr nach unten aus der Reihe tanzte, einige Songs dann doch zu modern waren (sorry, aber mit Battle Rap kriegt man mich nicht, selbst wenn er auf lustig getrimmt sind) und die Geschichte sich ungefähr für die zwei Folgen, die man diesmal mehr in der Staffel hatte, im Kreis drehte. Aber das sind Kritikpunkte, die jeder Zuschauer vollkommen anders gewichten und einordnen kann. Spätestens mit dem Doppelfinale zieht „Galavant“ alle Register aus schmissigen Songs, amüsanten Parodien auf u.a. „Game of Thrones“ und augenzwinkerndem Spaß, dass man sich doch noch eine dritte Staffel auf einem Kabelsender erhofft. Eine Option, die sich die Macher natürlich zum Ende offenhalten. Bis dahin: Bitte eine DVD-Box mit den beiden Seasons veröffentlichen!

GESAMTWERTUNG: 5,15 PUNKTE (gut)

MAKING A MURDERER

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Netflix-Dokumentation über Steven Avery aus Wisconsin, der im Laufe seines Lebens einiges an Ärger mit Strafverfolgungsbehörden durchzumachen hat. Okay, das ist untertrieben. Der Kerl hat so ziemlich das Maximum und mehr an Ärger mit Strafverfolgungsbehörden durchzumachen.

Wurde mir von Bloggerfreund donvanone empfohlen und ist nach „The Jinx – The Life and Deaths of Robert Durst“ die zweite Doku, die von mir den absoluten Pflichtguckbefehl erhält. Wobei „Making A Murderer“ anders als „The Jinx“ schwerpunktmäßig kaum Täterermittlung, sondern Verdächtigenentlastung betreibt. Was im amerikanischen Rechtssystem anscheinend eher eine sehr untergeordnete Rolle spielt, so man nicht mit harten US-Dollars alle strafrechtlichen Vorwürfe kaputtwerfen kann.

Wie immer gilt: Am besten unvorbereitet an die in diesem Fall zehn je knapp einstündigen Folgen herangehen, dann ist die Wirkung um so enormer. Ich selbst dachte nach der erste Episode noch verwundert: „Okay, was kann denn jetzt noch kommen?“ Was dann allerdings kam, hat mir wirklich stellenweise die blanke Wut in die Gesichtszüge getrieben, gefolgt von Unverständnis und Kopfschütteln. Gut möglich, dass ich meinen Fernseher angeschrien und ein paar der auftretenden Personen sehr unschöne Dinge an den Hals gewünscht habe, da möchte ich jetzt mal lieber die Aussage verweigern. Sicher bin ich mir hingegen, dass der gute Udo Vetter beim Gucken mindestens einen Meyer-Goßner in der Mitte durchgebissen hat. Das könnte man übrigens prima vorne als Werbung auf die DVD-Box schreiben: Besonnener Lawblogger biss vor Ärger einen Beck’schen Kurz-Kommentar zur StPO durch!!! 

Zur Nachbearbeitung schließlich empfehle ich den sehr lesenswerten und linkreichen Blogbeitrag von donvanone. Weil ich die einzelnen Folgen zu hastig hintereinander gesehen habe, lasse ich die Einzelfolgenbewertung diesmal sein und ziehe direkt die Höchstnote, die „Making A Murderer“ zweifelsfrei verdient hat.

GESAMTWERTUNG: 6,00 Punkte (überragend)

THE SHANNARA CHRONICLES (SEASON 1)

shannara

Basierend auf den Büchern von Terry Brooks präsentiert MTV die Geschichte einer fernen Zukunft, in der Elfen, Menschen und Halblinge sich verbünden, um eine Dämoneninvasion zu verhindern.

„Der Herr der Ringe“ in der teenagerfreundlichen Fassung. Von den Darstellern kannte ich nur den unverwüstlichen John Rhys-Davies als Elfenkönig sowie Manu Bennett, den Crixus aus „Spartacus“ und James Remar, den Daddy von „Dexter“. Drei Charaktere, an die ich mich zu Beginn und in der Folge geklammert habe, denn der Rest besteht nun mal MTV-typisch unvermeidlich aus Jungdarstellern blendenden Aussehens ohne Ecken und Kanten. Ausstattungstechnisch sieht man durchaus, dass das Spezialeffekte-Team von Peter Jackson beteiligt war, dennochwollte bei mir keine  richtige Begeisterung aufkommen. Weil „The Shannara Chronicles“ zumindest aus meiner Sicht nichts bietet, was man nicht schon besser bei den „Herr der Ringe“ bzw. „Hobbit“-Filmen oder „Game of Thrones“ gesehen hat. Ich sehe darüber hinaus vor meinem Auge immer Teenies, die sich heftige „Na? Wer ist süßer? Wil oder Allanon?“ bzw. „Bissu Team Amberle oder Team Eretria?“ Facebook-Battles liefern. Schlimm ist es nicht, man kann es gucken, mein Bruder schaut es sogar sehr gerne, was aber gleichzeitig der eindeutige Beweis ist, dass es der Show an erwachsenen Inhalten fehlt. Weil es auf Amazon Prime läuft, schaue ich es halt weiter, aber höhere Wertungsweihen meinerseits werden der Show wohl verwehrt bleiben.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH SECHS EPISODEN: 4,41 PUNKTE (durchschnittlich)
Tendenz: durchschnittlich – befriedigend

LUTHER (SEASON 4)

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Die Staffeln von „Luther“ werden auch immer kürzer. Ganze zwei Folgen ermittelt der coole Detective Chief Inspector im Herzen Londons. Einerseits will einem Serienkiller mit unschönem Hang zur Opferausweidung das Handwerk gelegt werden, zum anderen arbeitet sich Luther am Schicksal einer nur allzu bekannten Freundin ab.

„Luther“ ist gute Unterhaltung und bleibt gute Unterhaltung. Zwei spannende Stunden, in denen mir der Erzählstrang rund um die Mörderhatz allerdings eine deutliche Spur besser zu gefallen wusste. Idris Elbas kraftvolles Schauspiel prägt wie gewohnt die Show, mit Emma Lane (Rose „You know nothing, Jon Snow“ Leslie) hat man eine interessante neue Figur eingeführt. Alles in bester Ordnung. reibungsloser Ablauf, professionelles Handling. Bevor ich noch mehr ebay-Phrasen loswerde, die Wertung:

GESAMTWERTUNG: 5,30 PUNKTE (gut) 

SHERLOCK: THE ABOMINABLE BRIDE

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Neujahrsspecial um den berühmten Detektiv Cumberbatch und seinen Assistenten Freeman, die diesmal im viktorianischen London unterwegs sind, um einer vermeintlichen Geisterbraut auf die Schliche zu kommen.

Ich hatte ja schon bei der dritten Staffel zaghafte Kritik an der Serie angebracht, Stichwort Eigenberauschtheit und Abwendung von starkem Fallmaterial, schwindeligmachender Ermittlungslogik und beeindruckender Auflösung. Da muss ich leider auch bei „The Abominable Bride“ ansetzen. Denn so gut mir die Zeitreise ins England des späten 19. Jahrhunderts gefiel, so wunderbar Sherlock und Watson wieder harmonierten und trockenen Humor kredenzten, so enttäuscht war ich letztlich von der Auflösung des Falles. Eben diese fiel nach meinem Geschmack einerseits nicht sonderlich spektakulär aus und musste andererseits in der zweiten Hälfte der knapp 90 Minuten noch mit selbstreferentiellem Füllschaum aufgeplustert werden. Meine Bewertung setzt sich daher zusammen aus meinem Eindruck der ersten Stunde (5,0 Punkte) und dem Rest (4,5 Punkte). Schade, ich hätte mich gerne wie in den anfänglichen Staffeln an einem brillant auseinanderklämuserten Fall ergötzt.

GESAMTWERTUNG: 4,75 PUNKTE (befriedigend)

Demnächst:
Der Mid-Season-Seriencheck u.a. mit der wirklich unnötig lange herausgezögerten Absetzung einer beliebten TV-Show von meiner Guckliste.

70 (September 2013)

5 Sep

Update2: 

Ein paar kurze Gedanken zum Breaking Bad-Finale sind eingefügt.

Update:

„Das ist ja derselbe alte Käse vom letzten Mal!“ werden jetzt einige ausrufen. Nicht ganz. Denn nun gibt es Text für die beiden bei „Hot in Cleveland“ und „Futurama“ freigelassenen Stellen sowie diverse Saisonabschlussnoten plus entsprechender Ergänzungen. Wer ganz frischen Käse will, muss noch bis Anfang Oktober warten. Ist ja nicht mehr lange hin. Vorher wird wohl noch der „Breaking Bad“-Artikel auf den neusten Stand gebracht, inklusive der – das darf ich jetzt wohl schon vorwegnehmen und Vince Gilligan müsste im Finale schon „Sex in the City“ mit Handpuppen nacherzählen, damit das noch in die Hose geht – höchsten Gesamtwertung für eine Serie auf diesem bescheidenen Blog.

Diesmal mit dem beliebten „Ich will wissen, was du diesen Sommer gesehen hast“ und einer ernsten Anfrage bei der Autorenpolizei, ob man im Falle Dexter jetzt nicht mal langsam einzugreifen gedenkt.

Under The Dome (Season 1)

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Basierend auf einem Roman von Altmeister Stephen King erzählt „Under The Dome“ die Geschichte des amerikanischen Städtchens Chester’s Mill, das sich eines Tages samt seinen Einwohnern plötzlich unter einer riesigen durchsichtigen Kuppel wiederfindet. Woher sie kommt, wie oder ob man sie je wieder los wird und was die Eingesperrten in der Zwischenzeit so treiben, dürfen seit wenigen Tagen auch deutsche Zuschauer verfolgen.

Der Auftakt war gefällig: Saftige Kuh-Gore-Action. Verzweifelte Befreiungsversuche auch durch das Militär. Beziehungstrennungsdramen. Allerlei seltsame Gestalten, die Geheimnisse mit sich herumtragen, wie der Gebrauchtwagenhändler und Stadtrat Big Jim Rennie (Dean Norris, „Breaking Bad“) oder dessen leicht neben der Spur laufenden Sohn, der bedrückte Sheriff Duke Perkins (Jeff Fahey, „LOST“) und der scheinbar zufälligerweise herumstreunende ex-Soldat Dale „Barbie“ Barbara, der gerade eine flüchtige Bekanntschaft verbuddelt. Nicht zu vergessen die Teenies, die im Falle der Berührung der titelgebenen Kuppel Anfälle erleiden und gar seltsames Zeugs brabbeln.

Mit fortschreitender Dauer liess allerdings bei mir die Faszination immer mehr nach. Denn an der großen Dunstglocke wird in den folgenden Episoden immer weniger gerüttelt, die Geschichten konzentrieren sich mehr auf die Charaktere mit ihren Schrullen, Mysterien und Konflikten. Zeit also, um die große Schauspielkunstschatulle zu öffnen, damit der Zuschauer bei der Stange bleibt. Leider ist dort recht wenig drin. Dean Norris spielt seine Rolle als knorriger, zwielichtiger Anführer ordentlich, der Rest fällt demgegenüber ab, sei es nun ex-Modell David Vogel, Rachelle „ein Gesichtsausdruck“ Lefèvre oder die schnell nervig werdenden Nachwuchsdarsteller. Mittlerweile bin ich bei Episode 10 angelangt, die „schlimmen Geheimnisse“ rundum Chester’s Mill sind fast aufgelöst, ohne dass es mich jetzt vor Spektakel in zwei saubere Hälften geteilt hätte, ein paar Füllerfolgen waren zu ertragen und so langsam befürchte ich, dass auch die Kuppel selbst nicht so viel Knallpotenzial bietet.

Doch hier die gute Nachricht: Die Serie ist wegen ihres Erfolges bereits um eine zweite Staffel verlängert worden. Gefolgt von einer schlechten Nachricht: Die Serie ist wegen ihres Erfolges bereits um eine zweite Staffel verlängert worden. Nix ist also mit flotter Enthüllung, wie ich sie mir angesichts der Vorlage (13 Folgen à 42 Minuten müssten doch reichen, um einen Roman abzubilden) erhofft hatte. Im Gegenteil: mit einem frisch aus dem Hut gezauberten Charakter (Natalie Zea, „Justified“) betreibt man eindeutig Zeitschinderei und eröffnet im wahrsten Sinne des Wortes neue Schaubühnen für die Eingesperrten. Ich bin nicht begeistert, werde mir die erste Staffel aber zu Ende geben. Es sieht allerdings so aus, als würde auch „Under The Dome“ das typische Schicksal der Mysteryserien nach LOST ereilen – zu viel versprochen, zu wenig eingelöst.

Und hier der Ergänzungsabschnitt mit den frischesten Erkenntnissen zur Show. Tja. Ist jetzt bis einschließlich des Finales nicht viel besser geworden. Die Rolle von Maxine Seagrave (passender Name) war doch kürzer angelegt als gedacht, die Figur des Dean Norris entwickelt sich zudem angenehm verachtungswürdig, aber das alleine dürfte nur schwer ausreichen, um mich für die zweite Staffel zum Einschalten zu bewegen. Vielleicht, wenn ich nach erfolgter Breaking Bad-Entwöhnung unbedingt einen Hank-Fix brauche. Aber ernsthaft: für ein Finale hat man sich schwer bemerkenswert mit Geheimnisauflösungstendenzen zurückgehalten, das war schlicht und ergreifend zu wenig. Und bin ich wirklich der Einzige, der das ganze Trara um den angeblichen Antrieb der Kuppel, die Visionen und die Prophezeiungen eher billig und lächerlich findet als richtiggehend spannend? Aktuell wäre ich fast versucht, in Wikipedia die Auflösung der Geschichte von Stephen King nachzulesen, um mir einreden zu können, dass sich das Dranbleiben lohnt.

Gesamtwertung: 4,15 Punkte (durchschnittlich)

Breaking Bad (Season 5 Episoden 9-12)

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Beste Serie der Welt. Emmys für alle. Genug geschrieben.

Man mag mir zurecht vorwerfen, dass auf dieser Seite Dramaschwergewichte wie „The Sopranos“ oder „The Wire“ nicht gewürdigt werden. Der Grund ist simpel: ich habe beide leider bis dato nicht komplett gesehen. Ja, Schande über mein Haupt, aber ich werde beide nachholen. Irgendwann. Bis dahin jubele ich eben „Breaking Bad“ hoch.

Oberkoch Vince Gilligan gelingt ein optimaler Einstieg nach dem längsten und wohl erkenntnisreichsten Toilettengang der Welt. Ein raffinierter Flash Forward vorangestellt, danach der Übergang direkt von dort, wo man letztes Jahr die erste Hälfte der finalen fünften Staffel beendet hatte. Die Bildsprache rockt wie gehabt, die Einstellungen sind grandios, selbst der Humor kommt dank immer wieder eingeschobener komischer Momente nicht zu kurz, vor den schauspielerischen Leistungen der Beteiligten (nicht nur Bryan Cranston) kann man eh nur noch still niederknien, der unerbittliche Strudel des Verderbens fängt sich an, langsam zu drehen, die Figuren werden verschoben, die Stränge gesponnen und am Ende wird es furchtbar ausgehen für Walter White und wahrscheinlich einige andere. Für meine Theorie „Happy End, Hochzeit von Walter White Jr. und Heisenbergs kleine Tochter Holly spielt Here comes the bride auf der Klingel von Hector“ sieht es nicht gut aus, aber es scheint, als hätten die Autoren von Dexter sie kopiert. Dazu gleich mehr.

Die Punktewertung: ein Paar 6er, ein Paar 5,5er, drunter macht es Heisenberg nicht mehr. Klarer Anwärter auf den Wertungskönig dieser TV-Saison.

Update: Es ist vorbei. Die beste US-Dramaserie der letzten Jahre ist Geschichte. Ich werde versuchen, in den kommenden Zeilen so wenig wie möglich zu spoilern und eher allgemein zu formulieren (also keine Angst, liebe FAZ-derzeit-Nicht-Leser). Vorneweg: als Zuschauer bekommt man ein rundes, befriedigendes Ende. Für manche mag es ein wenig zu unspektakulär daherkommen, zu ruhig, auch stellenweise ein wenig zu konstruiert. Vince Gilligan nimmt sich die Zeit, alle verbliebenen Handlungsfäden zusammenzuführen, gönnt den Figuren letzte große Momente und lässt keinen Raum mehr für Spekulationen. Ja, es gibt Szenen, in denen man als Fan die Faust ballt und zustimmend „HELL YEAH, BITCH!!!“ Richtung Fernseher schreit. Oder innerlich ganz still wird und leise mit dem Kopf nickt. Breaking Bad liefert wie gehabt. Das Finale „Felina“ ist meiner Meinung nach als Epilog zu verstehen, als Pflaster, das die Autoren für die Wunden verabreichen, die man in der Überfolge „Ozymandias“ an unerbittlichem Drama ertragen musste. Was bleibt, ist die höchste Wertung für eine Staffel auf diesem Blog. Legt man alleine die letzten 8 Folgen zugrunde, stehen satte 6,46 Punkte zu Buche. Rechnet man die 5,74 Punkte der ersten Halbstaffel mit ein, schafft Breaking Bad verdient den Sprung in den Wertungsbereich „überragend“. Eigentlich müssten wir TV-Serienkritiker jetzt eine Pause machen, denn die kommenden Shows werden es schwer haben, im unmittelbaren Schatten dieses Meisterwerks fair bewertet zu werden.

Gesamtwertung:
(für S5E09-S5E16) 6,46 Punkte (überragend)
(für Season 5)        6,10 Punkte (überragend)

Ray Donovan (Season 1)

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Ray Donovan ist ein Fixer, also ein Problembeseitiger – jemanden, den man ruft in L.A., wenn was schiefläuft bei den Reichen und Schönen. Starlet in Not? Escortdame tot? Der Actionstar liebt einen Mann? Es fixt und hilft Ray Donovan. Daneben hat der titelgebende Held noch zwei bis drei vom Leben schwer gezeichnete Brüder zu betreuen und mit seinem verhassten Vater zurechtzukommen, den er vor Jahren höchstselbst ins Gefängnis geschafft hatte und der sich nun zurück in sein Leben drängt.

Ja, mag ich. Angefangen vom Setting, das nochmal schönes „Entourage“-Feeling versprüht, über die kaputten Familienverhältnisse der Donovans, den kernigen, sich endlich eine Hauptrolle verdienenden Liev Schreiber, der als wortkarger, aber zupackender Lösungsentwickler nur für sein persönliches Umfeld kein Heilmittel findet bis hin zu Jon Voight, der die peinigende Vaterfigur großartig rüberbringt und immer mehr einen Keil zwischen Ray und seiner Familie treibt. Aktuell hänge ich noch ein wenig hinterher, die bisher gesehenen 6 Episoden allerdings haben mich überzeugt, zumal es nun dramatechnisch langsam anzieht. Ich denke, da ist wertungsmäßig von dem stabilen „gut“ bis in höhere Wertungen noch etwas drin.

Immerhin konnte der Sender Showtime nach dem Ausfall von Dexter wenigstens eine gute Serie produzieren. Ray Donovan steigerte sich ab knapp der Hälfte der Season von Folge zu Folge und verdient sich infolgedessen eine dicke Empfehlung für Freunde harter, dramatischer Kost im Rahmen dysfunktionaler Familienstrukturen. Zwar wird das an „Entourage“ angelehnte Setting rundum die Schönen und Reichen Hollywoods zeitig aufgegeben, dafür gewährt die Show dem Zuschauer tiefe und verdammt bittere Einblicke in das Leben des Donovan-Clans. Bis kurz vorm Finale entsteht eine emotionale Achterbahnfahrt (u.a. mit James Woods als Beifahrer), die leider im letzten Akt nicht ganz das einzulösen vermag, was sie aufgebaut hatte. Das kostet der Serie den breiteren Einstieg in die Gefilde des „sehr gut“. Dennoch eines der Highlights der Sommersaison und zurecht für eine weitere Staffel verlängert.

Gesamtwertung: 5,47 Punkte (sehr gut-)   

Luther (Season 3)

Krimiserien sind nicht so sehr meins, für „Luther“ mache ich aber gerne eine Ausnahme. Denn Idris Elba ist so cool und lässig wie das Hammersmith Odeon in den 80ern. Nach vier Episoden hatte der DCI John Luther seinen Fall des Jahres auch schon wieder zu Ende ermittelt. Der Plot um die internen Schnüffler hat mich nicht so gepackt, das Selbstjustiz-Szenario (ich darf da nicht wieder an Dexter denken, oh Gott!) gefiel mir eher, mit der Rückkehr einer altbekannten Freundin kam zum Ende hin wieder Schwung rein und einmal durfte auch das große weiße Taschentuch hervorgeholt werden.

Gesamtwertung: 5,18 Punkte (gut)

Dexter (Season 8)

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Dexter. Ächz. Ich weiß nicht, was die Autoren in dieser Staffel geritten hat. Der finalen Staffel, wohlgemerkt. Und zu deren Ehren verzapfen sie die schlechteste Dexter-Season überhaupt. Bisher war der lange Vorspann stets rituelle Pflicht in meinen Sehgewohnheiten, eben dieses kleine Schauern, bevor es losgeht. Mittlerweile spule ich vor, um die anstehende Langeweile abzukürzen. Soweit ist es gekommen.

Was gefällt mir denn nun nicht? Eine spontane Aufzählung:

1) Es gibt keinen würdigen Gegner für Dexter. 2) Die Figur der Psychologin Dr. Evelyn Vogel sondert gleich zum Start Verbalhämmer wie „Psychopathen mit Hang zum Töten sind die Krone der Schöpfung“ ab und ist so dermaßen daneben, dass ich sie nicht mehr ernstnehmen kann. 3) Dexter bekommt zeitweise einen Serienkillerazubi. Nicht lachen, ist wirklich so. 4) Immer wieder wird das Bild der Familie heraufbeschworen, so dass ich befürchte, im Finale sitzt unser Blutschnüffler glücklich mit seiner neuen Familie im Van, man ist auf dem Weg, gemeinsam die Leichen des Miami Police Department ins Meer zu kippen und der kleine Harrison singt zusammen mit Debra „Fuckshit, we did it!“. 5) Die Nebendarsteller haben wirklich die langweiligsten Erzählstränge überhaupt aufgedrückt bekommen. Bei der heiligen Blutspritzfontäne, es ist eine einzige Qual! Dabei war die letzte Saison doch nochmal ein Schritt in die richtige Richtung. Einfach unwürdig. Sollte da nicht in den verbleibenden Episoden noch die Kurve gekriegt werden, heißt meine Empfehlung: Wrap it up and sink it where the sea is deep.

Was gefällt?

1) Hannah McKay (Yvonne Strahovski, „Chuck“) taucht nochmals auf und darf sich nackend auf Dexter herumwälzen. 2) Es ist bald vorbei und kommt nicht wieder.

Machen wir uns nichts vor. Die finale Staffel war ein Schuss in den Ofen, ein hinterlassener Blutspritzer auf dem weißen Teppich, ein dicker Riss in der Plastikauskleidung. Noch nie zuvor haben mich die Charaktere so unfassbar kalt gelassen, gelangweilt und geärgert. Immerhin habe ich gelernt, dass man in Miami sich besser nicht in die Hände der Metro Police, von Krankenhäusern während einer Tornadowarnung oder von IT-Sicherheitsexperten begeben sollte, wenn man Kompetenz erwartet. Ich lächele schon sanft in mich hinein, wenn ich die ersten Angebote für die komplette Staffelbox sehe: die müssten mir Geld dafür zahlen, dass ich die 8. Staffel nicht herausbreche und zurücklasse. Ehemaligen Freunden von Dexter Morgan, die schon frühzeitig die Segel gestrichen haben, darf ich empfehlen, sich maximal das Finale anzusehen. Denn das konnte zumindest einen emotionalen Moment aufweisen und hätte deshalb mit Müh‘ und Not die einzige knapp gute Folge der Saison sein können, wenn die Autoren das ganze Trauerspiel an der richtigen Stelle beendet und nicht noch eine unnötige, allerletzte Szene geschrieben hätten. Sorry, aber diesmal haben sie es wirklich versaut.

Gesamtwertung: 3,71 Punkte (unterdurchschnittlich)

Futurama (Season 7)

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Bad news, everyone. Futurama ist vorbei. Zumindest ist für dieses Jahrtausend keine weitere Verlängerung des Projekts von Simpsons-Schöpfer Matt Groening mehr geplant. Auch wenn ich die SciFi-Comedy um Fry, Bender und Co. immer besser gesehen habe als ihre gelben Verwandten in Springfield, haben die beiden doch eines gemein: die weite Qualitätsstreuung während einer Saison. Von quälenden 3,0 Punkten für lustlos runtergezeichnete Langeweiler (S7E06: The Butterjunk Effect) bis hin zu bejubelnswerten Humorjuwelen voller schräger Gags (S7E24: Murder on the Planet Express) ist in der Bandbreite alles vertreten. Im Rahmen der zweigeteilten Aussstrahlung gab es – und hier trennt man sich wieder von den Simpsons – genug gute bis sehr gute Episoden, um eine halbe Staffel zu füllen. Auf der anderen Seite nagen einige Durchschnittlichkeiten an der Wertung, die sich so knapp vor der 5-Punkte-Marke einpendelt und damit etwas schlechter ausfällt als die vorherige Kollektion. Für Fans, die nur ungern loslassen können, ganz wichtig: die finale Folge ist sehr gut gelungen, nicht nur Fry/Leela-Relationshipper kommen mit diversen „Hach“ und „Mmh“ auf ihre Kosten.

Gesamtwertung: 4,87 Punkte (befriedigend+)

Hot In Cleveland (Season 4)

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Ja, die älteren Ladies feat. Betty „Senior Wonder Woman“ White halten sich immer noch auf meiner Guckliste. Nein, in die höheren Wertungsbereiche werden sie wohl nie vordringen. Aber für ein paar Highlights reicht es dann doch gerne mal, vor allem, wenn Gaststars auftauchen, die man gerne erneut auf dem Bildschirm wiedersieht. In der aktuellen Staffel waren das u.a. Jay Harrington, Fred Willard, Danny Pudi, William Shatner, Brian Baumgartner, Jesse Tyler Ferguson oder Craig Ferguson. Natürlich sind viele der Geschichten schon durch die alte Comedymühle gedreht worden, die kecken Sprüche ganz auf Betty zugeschrieben, die gegenseitigen Foppereien und Suchaktionen nach dem Traummann in bekannter Manier durchexerziert. Anders als bei den von mir abgesetzten „The Exes“ gibt es jedoch stets genügend Episoden, die ich wohlwollend mit einer 4,5 Punkte-Wertung abnicke bzw. einige, bei denen ich sogar die 5,0 ziehe. Klar: in der Hitze der US-TV-Hauptsaison hätte „Hot In Cleveland“ wahrscheinlich keine Chance, durchzukommen. In der eher kargen Nebensaison ist aber weiterhin ein Platz für die Show. Die Wertung bezieht sich übrigens auf die gesplittete 4. Staffel insgesamt.

Gesamtwertung: 4,23 Punkte (durchschnittlich)