Tag Archives: The Goldbergs

108 (Juni 2017)

16 Jun

Die großen Comedyserien sind in den USA fast alle mittlerweile in ihrer Sommerpause – nur der alte, orangene Clown im Weißen Haus macht unermüdlich weiter. Hier sind die Abschlussbewertungen im Bereich „Comedy“:

KEVIN CAN WAIT (SEASON 1)

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Der werte Kollege bullion hat mit „Doug“ einen wunderbaren Alternativtitel für die Show gefunden. Denn „Kevin Can Wait“ ist quasi Doug aus „King of Queens“ mit einer anderen Familie. Was die Einordnung leichter macht: Wer mit der Paketboten-Comedy nichts anfangen konnte, wird auch wenig Freude an der Rentnercop-Comedy finden. Andersherum ergeben sich wohlige Schnittmengen, wobei man freilich hier auf das Genie eines Jerry Stiller verzichten muss. Leah Remini wiederum, die im Finale einen Gastauftritt hatte, wird in der zweiten Staffel dauerpräsent sein und Show-Gattin Erinn Hayes ersetzen. Keine Ahnung, wie die Autoren das hindeichseln wollen, aber ich sehe dem Unterfangen eher kritisch entgegen.

Ich hatte meinen Spaß mit Kevin James, der die Show mehr oder minder trägt und nach teils dramatisch üblen Ausflügen ins Filmgeschäft wieder Fuß fasst. Hayes ist eher die Stichwortgeberin, die Polizeikumpels erinnern angenehm an Deacon & Co, die Kinder sind bis auf die Älteste kaum zu sehen und der britische Schwiegersohn kann eher nur selten Akzente setzen.

Die Show erhielt von mir durch die Bank 4,5 oder 5,0 Punkte – kein Ausfall nach unten, aber auch kein Ausreißer in höhere Gefilde. Macht insgesamt einen Schnitt von:

GESAMTWERTUNG: 4,90 Punkte (befriedigend +)

MAN WITH A PLAN (SEASON 1)

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Die nächste klassische Comedy, der nächste berühmte Charakter: Matt LeBlanc a.k.a Joey Tribbiani. Berührungspunkte mit der einstigen Paraderolle gibt es hier kaum, LeBlanc spielt den liebenswert überforderten Familienvater, der sich verstärkt um die Kinder kümmern muss, nachdem seine Frau wieder zur Arbeit geht. Auch hier werden keine Gagrevolutionen angezettelt, sondern traditionelle Comedy-Brötchen gebacken. Wer damit zurecht kommt, bekommt ähnlich viel Spaß serviert wie bei dem Kollegen einen Beitrag obendrüber. Mir gefiel vor allem Kevin Nealon („Weeds“) als Bruder, der immer für einen Oopsie gut ist.

Von der Bewertungsspannweite her fast eine identische Kopie zu „Kevin Can Wait“, mit einem 4,0 Ausreißer nach unten. Die beiden Shows kann man also wunderbar im Doppelpack gucken, weshalb sie passenderweise auch so auf CBS laufen.

GESAMTWERTUNG: 4,82 Punkte (befriedigend)

SUPERIOR DONUTS (SEASON 1)

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Mmmh, was könnten wir denn als nächstes besprechen? Eine klassische Comedy vielleicht? „Superior Donuts“ mit dem alten Haudegen Judd Hirsch versprüht, wie ich schon bei der ersten Vorstellung schrieb, viel „Cheers“-Charme: Süßgebäck statt Feierabendbier, aber jeweils charakterbunte Stammkundschaft. Plus dem frischen Anstrich durch einen urbanen jungen schwarzen Künstler Franco Wicks (Jermaine Fowler), der das Geld braucht und sich als Bedienung durchschlägt.

Mit Fowler habe ich mich durch die insgesamt 13 Folgen angefreundet, Hirsch ist ehe eine sichere Nummer, mein absoluter Liebling und Dranbleibgarant war allerdings Maz Jobrani („Better Off Ted“), der einen herrlich schmierigen, arabischstämmigen Geschäftsmann gibt und für die besten Sprüche zuständig ist. Der Rest des Casts fällt demgegenüber mal weniger (Katey Sagal, David Koechner), mal deutlicher (Anna Baryshnikov) ab. Insgesamt kein „superior“ von mir, sondern eher „okay with a touch of nice“.

GESAMTWERTUNG: 4,38 Punkte (durchschnittlich)

MODERN FAMILY (SEASON 8)

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Hat sich dieses Jahr ein bisschen erholt und den stetigen, wenn auch langsamen Abstiegstrend gestoppt. Nein, die alten Glanzzeiten erreicht man auch dieses Mal nicht mehr. Dafür gab es mit dem Seasoneröffner und der Halloween-Folge nochmal zwei von mir mit 5,5 Punkten (sehr gut) bewertete Episoden. Das Talent meiner Lieblinge Ty Burrell, Ed O’Neill und Eric Stonestreet blitzt weiterhin in vielen Szenen auf, die Autoren haben sich zudem erbarmt und den langweiligsten Charakter (Haleys love interest Andy) außen vor gelassen, dafür fällt ihnen gerade für die älter gewordenen Kids nicht mehr sonderlich viel ein: Außer Haley und den von Nathan Fillion gespielten Charakter Rainer Shine als Liebespaar zu installieren. Sorry, aber Sarah Hyland (Geburtsjahr 1990) wirkt immer noch wie eine 14-jährige auf mich und entsprechend kommen diese Szenen dezent gruselig rüber. Manny kann sich dank seiner Macken noch retten, aber die anderen Figuren wie Luke, Alex und Lily, die jetzt ihren Status als jüngster Großfamilienspross verloren hat, leiden merklich unter den schwachen Drehbüchern.

GESAMTWERTUNG: 4,89 Punkte (befriedigend)

THE MIDDLE (SEASON 8)

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Ordentliche Saison für die Hecks. Nach diversen durchschnittlichen Jahrgängen schafft man diesmal wieder den Sprung ins Befriedigend. Im letzten Drittel setzt es zwar ein paar Durchhänger, aber sonst wird sättigende Kost geboten, aus den leider schon lange ausgequetschten Figuren wird dank netter Geschichten noch das Beste herausgeholt, nix nervt, man kommt ohne Stolpersteine durch das Jahr in Orson. Hätte ich auch nicht gedacht.

GESAMTWERTUNG: 4,52 Punkte (befriedigend)

THE GOLDBERGS (SEASON 4)

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Die Show, bei der es mir extrem schwerfällt, die 5 Punkte nicht zu zücken. Weil nämlich fast immer genug Putzigkeit, 80er-Jahre-Charme, überprotektive Mutterschaft, wohliges Familien-Happy End oder anderer witziger Krams drin ist, um am Ende mindestens die volle Hand zur Bewertung auszufalten. Okay, mittlerweile werden die goldenen Themen der Eighties langsam weniger, weshalb es heuer viermal nur zum Befriedigend gelangt hat. In Richtung weiter oben steht aber  tatsächlich eine Prädikatsauszeichnung für „Ho-ly K.I.T.T.“ – ich gebe jetzt mal keinen Hinweis darauf, um was es in der Folge geht. Vier Staffeln „The Goldbergs“, jede davon mit „gut“ bewertet und in den letzten zwei Jahren konnte man sich sogar noch ein wenig steigern. Von dieser Qualitätskonstanz dürfte es gerne mehr Comedyshows geben.

GESAMTWERTUNG: 5,27 Punkte (gut)

BLACK-ISH (SEASON 3)

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Gefiel mir dieses Jahr doch eine ganze Wertungsstufe weniger, muss ich leider sagen. Da wären auf der einen Seite die schweren Themen, an denen sich Show schlicht verhebt. Klar, man will mit „Black-ish“ alles abdecken, was die afro-amerikanische Community bewegt  Aber wie schon bei der Episode um Polizeigewalt gegen Schwarze wirkt das- zumindest meiner Meinung nach – in einem eher lockeren Comedyformat deplatziert. Entweder komplett ernst oder bleiben lassen. Auf der anderen Seite fand ich den Bruder von Bo durchweg nervig und die Geschichten konnten mich nicht so recht packen. Insgesamt hat die Show einfach die Frische, die sie noch in den ersten beiden Staffeln ausmachte, aus den Augen verloren.

GESAMTWERTUNG: 4,50 Punkte (befriedigend)

BROOKLYN NINE-NINE (SEASON 4)

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Die seltsamste Polizeieinheit New Yorks hält weiterhin ihr sehr gutes Niveau. Nach einer minimalen Schwächeperiode in der zweiten Staffel läuft es wie schon in der dritten Season einfach rund. Ich könnte entsprechend den Sermon von 2016 runterbeten, von wegen liebenswerten Charakteren, die alle jederzeit einen großartigen Gag abfeuern können. Das spare ich mir, denn Kenner wissen eh Bescheid. Als kleinen Hinweis lasse ich aber fallen, dass die Folge 4×07 (Mr. Santiago) die 6,0 Punkte-Ehrenauszeichnung einstreichen konnte und ich deshalb auf „sehr gut“ aufrunde. Applaus, wegtreten, so weitermachen!

GESAMTWERTUNG: 5,47 Punkte (sehr gut)

FRESH OFF THE BOAT (SEASON 3)

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Ein bisschen Asian-American-Comedy muss sein. Und da ich „Dr. Ken“ abgesetzt habe, bleiben halt die Huangs übrig. Der Befund ist allerdings auch in dieser Staffel unverändert. Ich mag Constance Wu als strenge Mutter Jessica, Ehegatte Louis (Randall Park) hat ebenfalls seine Momente, die Geschichten sind manchmal richtig nett, HipHop-Kind Eddie nervt wegen HipHop und die Witzigkeit der in Mandarin redenden Großmutter hat sich mir weiterhin nicht erschlossen. Könnte ich ehrlicherweise auch von meiner Guckliste streichen, aber ich habe mich dran gewöhnt einzuschalten. Die Show schwimmt bei mir sozusagen in stillen „Das muss mich schon richtig ärgern, damit ich es absetze“-Gewässern.

GESAMTWERTUNG: 4,43 Punkte (durchschnittlich)

LIFE IN PIECES (SEASON 2)

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Gut möglich, dass die erste Staffel „Life In Pieces“ von mir überbewertet wurde, weil ich bei einzelnen Segmenten, die mir richtig viel Spaß machten, gleich die ganze Episode mit hochbewertet habe. Das Ensemble finde ich allerdings weiterhin sympathisch und talentiert. In der nun zweiten Season ist die Zahl der „nur“ befriedigenden Folgen jedoch stattlich angewachsen, da führt selbst das mild kritische Rezensentenauge nicht dran vorbei. Dazu noch ein, zwei wirklich nicht gelungene Ausgaben und -schwupp- helfen auch die ganzen guten Folgen nicht mehr, um wieder über die 5,0-Hürde zu springen.

GESAMTWERTUNG: 4,87 Punkte (befriedigend)

THE SIMPSONS (SEASON 28)

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Ich habe schon bedeutend schlechtere Simpsons-Jahrgänge durchgeschaut.

Damit komme ich zwar sicher nicht auf die Zitatliste der Season Box, aber es stimmt. Lediglich 5 Episoden, die ich eher durchschnittlich bzw. noch darunter empfand, dazu insgesamt 5 Ausgaben, die ich mit „Gut“ bewertet habe und einer schönen Tradition folgend hier benenne:

S28E02 Friends And Family, E08 Dad Behavior, E11 Pork & Burns, E14 Fatzcarraldo, E17 22 für 30, E22 Dogtown

GESAMTWERTUNG: 4,50 Punkte (befriedigend)

DOWNWARD DOG (SEASON 1)

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Hund Martin wird von seiner Besitzerin Nan (Allison Tolman) oft alleine in ihrem Appartement gelassen und macht sich deshalb so seine Gedanken über seine Welt und die seltsamen Menschen darin.

Moment, was ist denn das?
Ist das hier drin schon besprochen worden?
Weshalb ist das bei den Abschlusswertungen?

Die Antworten: a) Eine Comedyserie. b) Nein, ist neu. c) Weil ich es nach zwei Episoden schon abgesetzt habe.

Allison Tolman hat seit „Fargo (Season 1)“ einen dicken Stein bei mir im Brett. Aber leider kann sie diese Show auch nicht retten. Ihr Show-Freund Jason (Lucas Neff, „Raising Hope“) übrigens genauso wenig. Weil bei „Downward Dog“ nun mal der Hund im Mittelpunkt steht und tja, der funktioniert für mich nicht. Tiere durch nachträgliche digitale Bearbeitung sprechen zu lassen, kann eine lustige Sache sein, hier wirkt das Ergebnis eher dezent unheimlich. Mit dem Hauptautor und Direktor Samm Hodges hat man zudem eine Stimme gewählt, die irgendwo zwischen langweilig und depressiv schwankt und dementsprechend kommt auch der ganze Vierbeiner rüber. Sorry, mehr als ein „durchschnittlich“ kann ich da nicht in den Napf legen.

DURCHSCHNITTWERTUNG NACH 2 EPISODEN: 4,00 Punkte (durchschnittlich)
Sichtung eingestellt

THE JIM JEFFERIES SHOW (SEASON 1)

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Jim Jefferies, tapferer australischer Stand-Up-Comedian und einer meiner Lieblinge seines Fachs, versucht sich an Infotainment-Comedy à la „Last Week Tonight with John Oliver“ oder „The Daily Show“. Natürlich ohne deren sozialkritische Wühlarbeit oder politische Tiefe erreichen zu wollen. Vielmehr spöttelt Jefferies auf seine liebenswert leicht besoffen wirkende, aber dafür die Wahrheit gerne auch mal derb aussprechende Art über das, was in der Welt passiert. Als Bonus gibt es Brad Pitt als Wettermann. Keine Ahnung, warum. Hat mir jedenfalls gefallen und werde ich als Fan definitiv weiterhin verfolgen.

DURCHSCHNITTWERTUNG NACH 2 EPISODEN: 5,00 Punkte (gut)

97 (Mai 2016)

31 Mai

Hastig in die Tastatur gehobelter Seriencheck, weil ich bis zur Fußball-Europameisterschaft die wichtigsten Shows abgedeckt haben möchte, Teil 1:

THE PATH (SEASON 1)

Eddie (Aaron Paul, „Breaking Bad“) und Sarah Lane (Michelle Monaghan, „True Detective“) leben in einer Sekte, pardon, einer Bewegung namens „The Meyerist Movement“, in der sich vieles um erklommene Leitern, Licht, Liebe, Gemeinschaft, eine geheimnisvolle Stätte in Peru und Weltuntergang dreht. Quasi eine fröhliche Mischung aus Hippie-Kommune, Scientology und R’hllor. Sarah hat bereits eine gehobene Stellung in der Gemeinschaft inne, Eddie kraxelt noch die Leiter der Erleuchtung hoch und kann so manchen leisen Zweifel nicht beiseite legen. Was dem aktuellen Chefideologen Cal (Hugh Dancy, „Hannibal“) so gar nicht gefallen mag…

Schön, wieder Aaron Paul und Hugh Dancy in tragenden Rollen zu sehen. „The Path“ lockt ähnlich wie „The Leftovers“ damit, den Zuschauer in eine fremde Welt zu werfen und die kleinen Besonderheiten und Seltsamkeiten nach und nach zu enthüllen. Das gelingt der Show in den ersten Episoden auch richtig gut, denn spätestens in den letzten Sekunden gibt es immer etwas Dramatisches zu bestaunen. Was sodann wiederum in der allgemeinen Erkenntnis mündet: Hier ist gewaltig was faul im Staate Eden. Ich bin die insgesamt 10 Episoden noch nicht durch, mit Folge vier allerdings gingen für mich ein wenig die Highlights aus und als Zuschauer bleiben dann zunächst mal nur das eindrückliche Schauspiel von Mr. Dancy und der Blick in den Alltag der Bewegung. Ich hoffe, dass hier noch ein dicker Knaller gezündet wird. Aktuell gebe ich nach sechs Folgen auf meiner Leiter der glückseligmachenden TV-Serien 4,83 von 6 möglichen Sprossen, die Tendenz geht hoffentlich aufwärts, sonst geht vorzeitig das Licht aus.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH 6 EPISODEN: 4,83 PUNKTE (befriedigend)

CROWDED (SEASON 1)

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Mike und Martina Moore freuen sich auf trautes und entspanntes Zusammensein, weil sie die beiden erwachsenen Töchter Shea und Stella aus dem Haus geschafft haben. Doch das Glück währt nicht lange, denn schwupps, sind die beiden Damen draußen in der weiten Welt gescheitert und überfüllen das kuschelige Heim erneut.

Ist mittlerweile nach einer durchgelaufenen Staffel abgesetzt worden, weshalb ich mich kurz fassen kann: Hat mir als traditionelle Familiencomedy durchaus Spaß gemacht und lag sogar über dem Schnitt diverser Shows, die ich im Laufe dieser Saison ein wenig mitgeschleppt habe. Vor allem Patrick Warburton als Daddy mit seiner Mischung aus Gegrummele und Verzweiflung wusste mir durchgehend zu gefallen. Auch der unverwüstliche Stacy Keach als der harte Schale, weicher Kern-Opa der alten Schule brachte der Show einige sehr unterhaltsame Momente ein. Konstant zwischen 5,0 und 4,5 liegend, einmal sogar eine 5,5 einheimsend, hat man gegen Ende allerdings zwei wirklich schwache Geschichten in die Wertung eingeführt, was dem Abschlusswert nicht gerade förderlich war. Mr. Warburton, kommen Sie bald wieder, kann ich da nur sagen.

GESAMTWERTUNG: 4,63 PUNKTE (befriedigend) 

GOTHAM (SEASON 2)

Aaargh, über Gotham habe ich mich dann doch wieder aufregen müssen! Ich hatte es ja schon zuletzt angedeutet: Die Show kann richtig tolle Folgen produzieren, nur um kurz darauf sich ein stinkendes faules Ei ins Nest zu legen. Weil den Drehbuchautoren halt plötzlich Ernsthaftigkeit und Logik schnurz sind und sie Zufälle zum An-den-Kopf-klatschen einbringen, gerne gepaart mit trashigem Humor, Effekten und Ideen. Ja, die Batman-Vorlage ist halt ein Comic, ein bisserl Pulp und Trash kann man auch reinbringen, aber es stört mich einfach, weil man damit die prima gelungenen Episoden entwertet. Entweder konstant auf der inkohärenten, aber spaßigen Linie fahren oder durchgehend das Niveau hochhalten und mit vielleicht ein paar Humoreinsprengseln garnieren.

Die zweite Staffel fand ich in weiten Teilen viel besser als ihre Vorgängerin, ich erwähne da gerne nochmal die Truppe um Theo Galavan inklusive dem Joker. Das Finale allerdings wurde meiner Meinung nach mit Karacho in den Boden gerammt. Nicht nur, dass man die für mich nervigste Figur wiederbeleben muss (und dann nicht direkt zur allgemeinen Erleichterung die nächste Folge sterben lässt), die große Frage nach den Mördern von Bruce Waynes Eltern wird einfach eine Stufe höher geschoben und der Ausblick auf die dritte Season versaut.  Mein erster Gedanke nach Ende der Folge und bei Erscheinen des Gotham-Schriftzugs war folgender: „Ich weiß nicht, ob ich mir das noch weiter ansehen soll“. Reife Leistung, meine Damen und Herren! Wertungsmäßig schneidet „Gotham“ diesmal wegen diverser groben Schnitzer exakt gleich ab, die Hochrundung lasse ich diesmal aber stecken. Irgendwie passt es allerdings schon zu dieser Serie voller Höhen und Tiefen, dass sie sich zum Schluss nach unten katapultiert.

GESAMTWERTUNG: 4,95 PUNKTE (befriedigend)

THE ODD COUPLE (SEASON 2)

Felix Unger und Oscar Madison anno 2015 sind wieder da. Und wer erwartet hat, dass sich im Vergleich zur ersten Staffel etwas tun würde, dem kann ich jetzt schon die Hoffnung daran mit dem Putztuch von der Platte feudeln. Alle meine Kritikpunkte sind weiterhin vorhanden: altbackene Comedy, biedere Geschichten, Matthew Perry stinkt gewaltig ab im Vergleich zu Thomas Lennon, ans Original kommt nichts ran. Ich habe nur deshalb 9 der insgesamt 13 Folgen gesehen, weil a) mein Bruder sie unbedingt sehen wollte und b) NBC das Ganze als Doppelfolgen rausgeschossen hat. Weshalb eine dritte Season schon bestellt ist, mag sich mir nicht erschließen. Vielleicht gucken die Amis es ähnlich wie mein Bruder mit einer „War-doch-gar-nicht-sooo-schlecht“-Attitüde weg.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH 9 EPISODEN: 4,07 PUNKTE (durchschnittlich -)
Sichtung abgesetzt

GRANDFATHERED (SEASON 1)

Das habe ich tapfer bis zum Schluss durchgehalten und bin nicht belohnt worden. Die Show lebte meiner Meinung nach von Opa Jimmy John Stamos und der goldigen Enkeltochter Edie, der Rest war okay (Paget Brewster) bis unnötig (Josh Peck) bzw. nervig (Christina Milian). Bei einer Autorensitzung muss dann jemand auf die glorreiche Idee gekommen sein, diesen Fokus zugunsten der Nebendarsteller zu verschieben. Keine gute Idee. Gar keine gute Idee. Vor allem die letzten Episoden waren ein einziger Krampf, das Finale konnte ich nur mit Mühe durchhalten. Angesichts dessen zu Recht nicht vom Sender verlängert worden.

GESAMTWERTUNG: 4,23 PUNKTE (durchschnittlich)

THE SIMPSONS (SEASON 27)

Alle Jahre wieder als Service die guten Episoden der mittlerweilen 27. Staffel:

S27E05 Treehouse Of Horror XXVI – 5,5 Punkte (sehr gut)

Das war’s. Kein Witz. Der Rest schwankt zwischen maximal „nett“ bis hinunter zu „würde ich nicht nochmal sehen wollen“. Gute Folgen, mit 5,0 Punkten bewertet? Fehlanzeige. Ein Trauerspiel. Bitte in den Kommentaren keine Frage, weshalb ich das weiterhin gucke.

GESAMTWERTUNG: 4,07 PUNKTE (durchschnittlich -)

THE LAST MAN ON EARTH (SEASON 2)

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Ich habe ja schon ausgeführt, dass sich die Show und vor allem Hauptdarsteller Will Forte von der sympathischen Loser-Story hin ins nervig-pubertär-Humorige gekehrt haben. Man könnte auch sagen: Sorry, das ist mir einfach zu blöd geworden. Witzigerweise habe ich bei den Serienjunkies das komplette Gegenteil gelesen und war aufs Baffste erstaunt. Die Show, bei der dreißig Jahre in einem Glas konservierte Fürze freigelassen werden, hat sich also vom Humor her positiv entwickelt? Da ziehe ich mich aber ganz flott auf meine „Ich bleibe bei meiner Darstellung“-Insel zurück und schmolle kurz mal störrisch vor mich hin.

Summa summarum: Nach einem richtig guten Einstieg (daher die noch relativ hohe Gesamtwertung) ging es ab Folge 8 immer mehr den Bach runter, vor allem Phil hätte ich zwischendurch gerne mal eine gewatscht, so sehr ging mir der Charakter auf die Nerven. Weshalb ich dennoch bis zum Schluss durchgehalten und nicht konsequent auf den Absetz-Knopf gedrückt habe? January Jones. Hach.

GESAMTWERTUNG: 4,60 PUNKTE (befriedigend)   

FRESH OFF THE BOAT (SEASON 2)

Kurzfassung:

Show befriedigend bis gut, wenn Constance Wu einen ihrer großen Auftritte als mürrische Mutter Jessica hat.

Show durchschnittlich, wenn nicht.

Show insgesamt zu oft durchschnittlich.

GESAMTWERTUNG: 4,33 PUNKTE (durchschnittlich)

THE MIDDLE (SEASON 7)

Ich hänge halt irgendwie an den Hecks. Obwohl es dieses Jahr nicht einmal mehr für eine „Gut“-Wertung gelangt hat. Macht am Ende ein nur minimal bessere Wertung als „The Simpsons“, wobei die Zahl der unterdurchschnittlichen Episoden bei „The Middle“ deutlich geringer ist. Klarer Fall von „Man bräuchte nicht, aber man guckt’s halt weg“. Wohl auch nächstes Jahr, denn Staffel 8 ist gesichert.

GESAMTWERTUNG: 4,10 PUNKTE (durchschnittlich)

MODERN FAMILY (SEASON 7)

Nenne ich mittlerweile liebevoll „Die Bröckel-Comedy“, denn zum Abschluss jeder Staffel fällt meine Gesamtwertung ein bisschen schlechter aus. Aktueller Stand: ziemlich in der Mitte zwischen „gut“ und „befriedigend“. Die Glanzzeiten sind vorbei, vor allem fast jede Szene mit den aus dem Teenageralter entwachsenen Kindern Haley, Luke und Alex gibt es mir nicht mehr, Ed O’Neill, Ty Burrell und Eric Stonestreet hingegen reißen es ab und an noch raus.

GESAMTWERTUNG: 4,73 PUNKTE (befriedigend)

THE GOLDBERGS (SEASON 3)

Bei den Goldbergs hingegen heißt es stabil, verlässlich, witzig. Auch in der dritten Season sehe ich keine Verschleißerscheinungen, auch wenn Hauptdarsteller Sean Giambrone während der Sommerpause durch den Stimmbruch musste – worüber prompt in der Show gewitzelt wurde. Für 80er-Jahre-Fans weiterhin ein Quell der Freude und sollten irgendwann mal die Themen des Jahrzehnts ausgehen, kann man sich von mir gerne der 90er bedienen. Der Cast wird mit Sicherheit auch dann funktionieren und prima Unterhaltung abliefern.

GESAMTWERTUNG: 5,29 PUNKTE (gut) 

BLACK-ISH (SEASON 2) 



Sie haben sich in mein Herz gespielt, die Mitglieder der Familie Johnson. Der herzige Ausruf „Black Jesus!“ der schwergläubigen Großmama Ruby ist in meinen Sprachschatz übergegangen, Dre und Rainbow sind ein herrliches Ehepaar, die Kinder (vor allem Marsai Martin) überraschen mit manchem Gag, Opa Laurence „Pops“ Fishburne ist eh eine Klasse für sich. Manches Mal verhebt man sich jedoch an schweren Themen, die die black community umtreibt, aber als Aufarbeitung in einer Comedy meiner Meinung nicht taugen, wie etwa in der Folge um Polizeigewalt gegen Schwarze. „Black-ish“ kann insgesamt im Vergleich zur ersten Staffel nochmals zulegen und punktgenau bei 5 Punkten landen. Weiter so.

GESAMTWERTUNG: 5,00 PUNKTE (gut)

Demnächst:

Preacher

Veep

Silicon Valley

Game Of Thrones

House Of Cards

95 (März 2016)

17 Mrz

Jetzt endlich wie angekündigt der kurze Blick auf die Shows, über die in den letzten Monaten hier drinnen nicht groß berichtet worden ist. Was hält sich? Was läuft richtig gut? Was fällt langsam? Was ist gar schon gestrichen? Wertungen lasse ich außen vor, da bei den meisten Serien eh bald die Abschlussnote ansteht. Zum Beginn allerdings noch ein durchweg empfehlenswerter Neustart (eigentlich wollte ich auch noch House of Cards Season 4 unterbringen, aber da bin nicht weiter als die erste Folge gekommen):

11.22.63 (SEASON 1)

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Der Englisch-Lehrer Jake Epping (James Franco) entdeckt nach einem kumpelhaften Hinweis von seinem örtlichen Speiselokalbetreiber ein Zeitportal, welches direkt in das Jahr 1960 führt. Dieser hatte bereits mehrfach versucht, von dort aus die Ermordung von John F. Kennedy zu verhindern. Eine Aufgabe, die er nun an Epping weitergibt. Achtteilige Mini-Serie nach einem Buch von Stephen King, produziert von J.J. Abrams.

Nun bin ich ja nicht der ganz große JFK-Verschwörungsaufdeckungsonkel, aber mit Zeitreisen kriegt man mich fast immer. Wobei „11.22.63“ mehr geschichtliches Drama mit Hintergrundrecherche zum Attentat ist, denn den berüchtigten Schmetterlingseffekt hat man durch einen erzählerischen Kniff mehr oder minder aus der Serie herausgehalten. Daran mag sich manch einer stören, mir persönlich haben die ersten fünf Episoden allerdings so gut gefallen, dass ich mich an diesem Umstand nicht groß aufhänge. Zum einen freut es mich, Franco mal wieder in einer ernsteren Rolle zu sehen als in seinen letzten Kifferkomödien im Dunstkreis von Seth Rogen. Darüber hinaus erzählt „11.22.63“ auf spannende Art und Weise die geschichtlichen Ereignisse um den Todesschützen Lee Harvey Oswald, die 60er-Jahre werden hochwertig und akkurat präsentiert, ein paar witzige Anspielungen eingebaut und unser Held in eine zu Herzen gehende Romanze mit der Bibliothekarin Sadie (Sarah Gadon) geschickt. Insgesamt eine empfehlenswerte Show, durch deren bisherige Folgen ich mich schneller durchgesehen hatte als jene von „Vinyl“ oder „Better Call Saul“.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH FÜNF EPISODEN: 5,30 PUNKTE (gut)

Black-ish (Season 2)

Immer wieder für tolle Episoden gut, vor allem dank den Ehe-Kabbeleien zwischen Dre und Rainbow, der zynischen Ader der kleinen Diane, dem grummeligen Opa und der Black-Jesus-anrufenden Oma. Läuft stabil Richtung „gut“, allerdings hat man sich bei der Folge „Hope“, bei der man Polizeibrutalität gegenüber Schwarzen in einem Comedyrahmen thematisieren wollte, meiner Meinung nach schwer übernommen.

Brooklyn Nine-Nine (Season 3)

Liegt ganz klar auf Kurs im Rennen um die Krone zur besten Comedy des Jahres. Diesmal ohne Ausfälle (letztes Jahr fand ich ja die Episoden mit Eva Longoria ein bisserl spaßlos), mit dem wohl besten Ensemble, in dem wirklich alle Figuren eine Folge tragen können und mit der Auszeichnung einer 6,0-Episode. Was für eine Comedy bei mir schwer zu erreichen ist.

Dr. Ken (Season 1)

Kommt über den Mitläuferstatus leider nicht hinaus. Die Gründe, weshalb ich es dennoch weitergucke? Ich mag Ken Jeong, Dave Foley als schmieriger Krankenhaus-Chef ist ebenfalls gerne für die ein oder andere Peinlichkeit gut, es ist die einzige Serie, die am Wochenende auf meinem Guckplan läuft und sie enttäuscht eigentlich nie, erreicht allerdings auch keine 5er-Bewertungen.

Fresh Off The Boat (Season 2)

Die Show mit dem unstrittig grässlichsten Theme-Song, immerhin ist er wenigstens kurz. Ansonsten kann ich fast auf die Ausführungen obendrüber bei Dr. Ken verweisen. Lieblingsfigur bei weitem: Die resolute Ehegattin Jessica (Constance Wu), deren Disziplin und Mürrischkeit so manche Episode veredelt hat.


Gotham (Season 2)

Da hatte ich ja schon zur ersten Staffelhälfte was geschrieben, weshalb ich mich jetzt auf die ersten beiden Episoden nach der Winterpause beschränken kann. Die Tendenz geht weiter Richtung „gut“, auch wenn es immer wieder Kleinigkeiten wie mäßig spektakuläre Spezialeffekte oder Logikfehler gibt, die es eben doch verhindern, dass „Gotham“ zu den ganz großen Shows aufschließen kann. Mit der Verbrechertruppe um Theo Galavan hat man einen ziemlich hohen Qualitätsmaßstab angelegt, an den es nun heranzukommen gilt. Weiterhin sehr bemerkenswert und für mich einer der Gründe fürs Weitergucken: Robin Lord Taylor in seiner Rolle als „Penguin“.

Grandfathered (Season 1)

Hat es anders als „The Grinder“ geschafft, weiter in meinem persönlichen Programm zu laufen. Vanessa, die Mutter der kleinen goldigen Edie finde ich immer noch komplett unsympathisch, Sohn Gerald ist ebenfalls komödiantisch höchst vernachlässigbar, aber die alte Riege um John Stamos und Paget Brewster reißt es halt immer wieder ins „Okay“.


Lego Star Wars: The Resistance Rises (Season 1)

„Star Wars: Droid Tales“ hat mir schon richtig viel augenzwinkernden Spaß bereitet, nun steht mit „The Resistance“ die VerLEGOisierung des neuesten Sternenkrieg-Filmes an. Bisher lief nur eine Folge und die war in Ordnung, hat also noch Luft nach oben.

Life In Pieces (Season 1)

Dürfte diese Saison den Titel „Beste neue Comedy“ für sich entscheiden, wenn ich jetzt nicht etwas Entscheidendes übersehen habe. Die Wertungskurve verläuft stabil im 5-Punkte-Bereich, die Charaktere sind allesamt sympathisch, die Geschichten konzeptbedingt kurz und knackig. Colin Hanks und Dan Bakkedahl treten meiner Meinung nach in die Fußstapfen von Ty Burrell in seiner Paraderolle als Phil Dunphy.

Modern Family (Season 7)

Wie auch schon die letzten Staffeln mit einigen Durchhängern, aber eben auch besser gelungenen Folgen. Was fehlt, sind die qualitätiven Höhenflüge, zu der die Show in den ersten Seasons in beeindruckender Manier durchgehend ansetzen konnte. Aus meiner Sicht sind gerade die Geschichten, in denen es um die Liebesbeziehung der Dunphy-Töchter geht, am schwächsten. In dem Zusammenhang kann ich mich an keine Episode erinnern, in der Andy mitspielte und die ich richtig gut fand.

The Big Bang Theory (Season 9)

Es ist vorbei. Ich bin befreit. Ich weiß, dass ich nichts mehr verpassen werde.

Bis zur Star Wars 7-Folge blieb ich dran und selbst die konnte nicht meine Gunst finden. Punktemäßig krebste die Staffel erneut unterhalb der 4,0-Marke herum, Gaststars brachten kaum einen Humorschub, der Nerdfaktor ist schon lange untergegangen bzw. wird künstlich aufrechterhalten. Insgesamt keine Verbesserung zur eh schon bräsigen 8. Season und insofern eine schlicht durchschnittliche Couple-Comedy, deren anhaltender Erfolg mir immer rätselhafter erscheint. Sheldon ist noch der einzige Grund, weshalb man reinschauen sollte, aber so gut wie früher wird der auch nicht mehr angesichts der Autoren, die wohl genau wissen, dass sich die Fans mit immer weniger genauso zufrieden geben.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH ELF EPISODEN: 3,86 Punkte (unterdurchschnittlich)

The Goldbergs (Season 3)

Härtester Konkurrent für „Brooklyn Nine-Nine“, was den ersten Platz im Bereich Comedy angeht. Auch in der dritten Staffel funktioniert die Mischung aus 80er-Nostalgie und gut aufgelegtem Cast ohne Ausrutscher. Eigentlich müssten die großen Themen des Jahrzehnts bald alle durch sein, aber die Goldbergs finden halt immer wieder etwas, das sie liebevoll und mit Witz behandeln können. Wenn dann eine Folge wie „Wingmom“ herauskommt, in der Mutter Goldberg ihren von Top Gun inspirierten ältesten Sohn zur Militärübung begleitet, kann ich nur auf viele weitere Ausgaben hoffen.

The Grinder (Season 1)

Die 4,5 ist eine wichtige Zahl in meinen kleinen Wertungsuniversum. Fällt eine Show im Schnit unter diese Marke und hat zudem keine Tradition, aus der man heraus sie weiterhin schaut, wird es eng. So hat es „The Grinder“ erwischt, der in den letzten Wochen eigentlich nur noch glatte Durchschnittsware anbieten konnte. Letztlich war es eben doch nur Rob Lowe, der die Serie zu tragen imstande war. Dessen Figur entpuppte sich im Verlauf jedoch als viel zu eindimensional: Ja, er kann sich von seiner TV-Persönlichkeit nicht trennen, wir haben es verstanden. Jenseits dessen bot die Show schlicht zu wenig und mein Interesse an weiteren „Er ist der Grinder *dramatische Musik*“-Ausführungen fiel gegen Null.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH FÜNFZEHN EPISODEN: 4,41 Punkte (durchschnittlich)


The Last Man On Earth (Season 2)

Überraschung! Die zweite Staffel von „The Last Man On Earth“ ist noch gar nicht zu Ende. Nach knapp dreimonatiger Pause schiebt FOX zwei weitere Folgen nach, im April geht es dann weiter bis tief in den Mai hinein. An meinen Kritikpunkten ändert das freilich wenig, Phil Tandy Miller ging mir in letzter Zeit so schwer auf den Geist, dass ich den Wiederauftakt, der sich nur um Millers Bruder und dessen Bekanntschaft drehte, richtiggehend erfrischend fand. Die aktuell letzte Folge war okay, aber die Show muss wirklich an sich arbeiten, wenn sie wieder den Spaßlevel erreichen will, den sie in der ersten Staffel anbieten konnte.

The Middle (Season 7)

Da gestehe ich, dass ich die Show eher aus Gewohnheit denn aus Begeisterung weiterverfolge. Die Hecks gehören halt mittlerweile zum Serieninventar, die Glanzzeiten liegen schon gute drei bis vier Staffeln zurück, es guckt sich halt fast von selbst weg. Die guten Storys sind eben auserzählt und aufregend Neues fällt den Autoren nicht mehr ein. Trotzdem gibt es immer wieder die Verlängerung. Senderchefs sind wohl auch Gewohnheitstiere.

The Muppets (Season 1)

Ich hatte mir nach der Pause einen frischfrechen Neustart erhofft, schließlich hatte man doch einen neuen Showrunner verpflichtet. Weg mit Bob Kushell („Anger Management“, „3rd Rock from the Sun“), her mit Kristin Newman („Galavant“, „Chuck“, „That 70’s Show“). Wird jetzt mehr gesungen? Wird was aus den Gaststarauftritten gemacht? Sind die unlustigen Viecher wie de Ratten Yolanda und Rizzo oder die Riesengarnele Pepe weg? Nein. Leider ist gar nix besser geworden. Alles weiterhin die dünne Gagsuppe. Sehr sehr schade, aber die Muppets sind in dieser Form für mich absolut belanglos geworden. Die Folge: von mir frühzeitig abgesetzt.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH VIERZEHN EPISODEN: 4,14 Punkte (durchschnittlich)

The Simpsons (Season 27)

Könnte ich mir auch von Jahr zu Jahr mehr sparen. Aber ich hoffe auf die kleinen Überraschungen, wenn die Simpsons sich nochmal am eigenen Schopf aus dem Sumpf des erzählerischen Trotts ziehen. Nochmal richtig frech werden, aktuelle Ereignisse durch den Kakao ziehen, der Gesellschaft den Spiegel vorhalten. Meinem Gefühl nach werden es immer weniger Folgen, die diesem Anspruch auch nur ansatzweise gerecht werden. Stattdessen produziert man eben doch nur die x-te „Lisa will was werden“, „Bart ist verliebt“ und „Homer und Marge haben Ehekrach“-Episode.

The Walking Dead (Season 6)

Wer bis jetzt drangeblieben ist, den erwartet eine positive Überraschung. Denn „The Walking Dead“ ist seit der Rückrunde der sechsten Staffel in beachtenswerter Form. Der Höchstwertung direkt zu Beginn folgten spannende, intensive Episoden, in der nicht so sehr das Zombie-Szenario (aus dem man in 6x01ff. nochmal das Beste herausgeholt hat) im Vordergrund stehen, sondern der Konflikt mit anderen Überlebenden, der existenzielle Fragen aufwirft wie jene, was die Apokalypse aus Rick und seiner Gruppe gemacht hat. Eine mehr als angenehme Überraschung und eine Richtung, die meiner Meinung die Stärken der Serie am besten hervorbringt. Gerne weiter so.


87 (Mai 2015)

22 Mai

Die Hauptsaison der US-Fernsehserien befindet sich im Endspurt, was für diesen bescheidenen Blog bedeutet: Zahlen, Wertungen, Noten.

GOTHAM (SEASON 1)

GothamBanner Ich hab da mal was aufgesetzt.

Liebes Produktionsteam von Gotham,
mir eilt der Ruf voraus, nicht der allergrößte Comic-, Comic-Verfilmungs- und Comic-Verserienungs-Fan auf diesem Planeten zu sein. Trotzdem fand ich eure Show gar nicht schlecht. Um ehrlich zu sein, kratzt sie in meinem Wertungsschema fast am „Gut“. Wäre da nicht ein kleines Problem. Eine Sache, die es mir stellenweise schwer gemacht hat, bei mancher Episode ohne dezente Schmerzmittelzufuhr durchzukommen. Es macht keinen Sinn, um den heißen Brei herumzuschreiben, ich lass es jetzt einfach mal raus:

HEILIGER FLEDERMAUSKÖTTEL, IST MIR DIE ALTE VON WILL SMITH AUF DEN SENKEL GEGANGEN.

Puh, das tat gut. Die Besetzung habt ihr mehr als ordentlich hingekriegt. Ich weiß, mit Kinderdarstellern ist es schwer. Und ja, beim besten Willen, die Folge, in der Klein-Batman und Klein-Catwoman die meiste Sendezeit vereinnahmten, hat mich natürlich nicht umgehauen. Mein Lob andererseits für das Engagement von Morena Baccarin. Sehe ich immer wieder gerne, die Dame. Und Robin Lord Taylor als Pinguin? Schwer beeindruckend, eine feine Entdeckung. Die Geschichten? Durchaus spannend, düster, trotzdem ein bisschen Humor drin. An der Spannungskurve bei anstehenden Sendepausen müsst ihr aber noch arbeiten. Da liefen mit die schwächsten Folgen (in denen, da bin ich sicher, auch Jada Pinkett-Smith als Fish Mooney ihre selbst zelebrierten Auftritte hatte).

Enden möchte ich diesen kleinen Brief mit einer Bitte und einem Angebot. Lasst die Frau mit dem Overacting-Turbo in ihrem Schauspiel was anderes machen. Reduziert ihre Rolle, schreibt sie noch besser raus, ersetzt ihre Auftritte durch Szenen, in denen Morena Baccarin Dinge, Personen oder die Kamera anlächelt. Wenn ihr dann noch das Niveau einigermaßen haltet, gibt es in der nächsten Staffel 5 Punkte. Mit freundlichen Grüßen,

Kann man doch so abschicken, oder?

GESAMTWERTUNG: 4,95 PUNKTE (befriedigend) 

THE AMERICANS (SEASON 3)

the-americans

Kommt erneut leider nicht an die sehr gute erste Season ran. Des Spionage-Dramas dritter Teil hatte zwar gleich zu Beginn einige harte Szenen, die sich dem Zuschauer ins Gedächtnis brannten. In der Folge allerdings ging es mir zu wenig um die große Spionage, sondern mehr um persönliche und familiäre Angelegenheiten. Klar, die Kinder der Jennings mussten irgendwann mal eine bedeutendere Rolle spielen, allerdings war mir der Aufbau hin zum fast unausweichlichen Finale zu ausufernd lang. Demgegenüber stehen Erzählstränge, die sich für mich überhaupt nicht ausgezahlt haben. Die Treffen der EST-Gruppe. Agent Beemans Eheprobleme. Der „Heimaturlaub“ der russischen Spionin Nina Sergeevna. Die langwierigen, untertitelten Besprechungen in der Residenzia. Die Besuche bei dem alten Oberspion Gabriel.

Es gereicht der Show zur Ehre, dass ihre Episoden dennoch konstant zwischen 4,5 und 5 Punkten von mir einheimsen konnte. Weil sie doch immer wieder spannende Momente aufglimmen ließ, weil die Schauspieler sehr gute Arbeit bei der Darstellung der innerlich zerrissenen Charaktere abliefern. Letztlich reicht es aber dieses Jahr nur für ein „befriedigend“ im Abschlusszeugnis.

GESAMTWERTUNG: 4,86 PUNKTE (befriedigend)

THE GOLDBERGS (SEASON 2)

thegoldbergs s2

Auch in der zweiten Staffel ein heißer Kandidat für die beste Comedy-Show in diesem Jahr (allerdings ist der letztjährige Titelträger „Veep“ aktuell wieder gestartet und liefert beste Unterhaltung). Die Goldbergs machen einfach Spaß, wie sie einen die großen Erfahrungen und Peinlichkeiten der 80er nochmals durchleben lassen. Über die Figuren kann man lachen, mit ihnen weinen, über sie den Kopf schütteln, sie sind einfach liebenswert. Sicherlich agieren sie desöfteren überzogen und eindimensional, aber anders als etwa „The Middle“ fallen den Autoren immer wieder neue Szenarien ein, in die sie die Charaktere versetzen. Eben dieser reichhaltige Fundus an Schrägheiten der 80er dürfte den Unterschied ausmachen, um noch einige Staffeln tolle Qualität abzuliefern. Diesmal sind zwar keine 6 Punkte bei den Folgen dabei, die 5,5 ist nur zweimal vertreten, dahinter reiht sich jedoch eine breite Front an 5ern auf. Die Goldbergs waren gut, sind gut und bleiben gut.

GESAMTWERTUNG: 5,09 PUNKTE (gut)

BROOKLYN NINE-NINE (SEASON 2)

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Wertungstechnisch knapp hinter den Goldbergs und ebenfalls schlicht und ergreifend eine gute Comedy-Show: die Abenteuer der abgefahrenen Ermittlertruppe um Detective Peralta. Wobei ich auch hier einfach die herrlich gezeichneten Charaktere loben muss. Vom grummeligen Chef Captain Holt, über den lässigen Sprücheklopfer Peralta, seinem anhänglichen Kumpel Boyle, der seltsamen Sekretärin Linetti, der immer auf hart getrimmten Rosa, der unsicheren Amy, dem Revier-Teddybär Terry bis hin zu den Nebenfiguren Hitchcock und Scully. Da muss man nur noch die passenden Dialoge drunterschreiben und schon läuft die Sache. Mein einziger Kritikpunkt: die Folgen mit Eva Longaria als „love interest“ für Peralta fand ich durch die Bank nur okay.

GESAMTWERTUNG: 5,03 PUNKTE (gut)

BLACK-ISH (SEASON 1) 

blackish

Bester Neustart im Comedy-Bereich: Black-ish. Auch wenn es (noch) nicht für den Sprung über die 5-Punkte-Marke gereicht hat, ist die Show um die Familie Johnson eine echte Bereicherung des Programmplans. Anthony Anderson als gestresstes Familienoberhaupt fiel mir schon in „Guys With Kids“ positiv auf, hier findet der sympathische Mime zusammen mit Serienehegattin Tracee Ellis Ross seine Erfüllung. Sehr stark: Laurence Fishburne als nörgeliger Großvater. Sehr schräg: Deon Cole als Dres Arbeitskollege Charlie. Hervorheben möchte ich noch den Cast, der die Kinder der Familie spielt. Durch die Bank sympathisch, nicht eine Sekunde nervig, vor allem Marsai Martin als jüngste Tochter liefert immer wieder altkluge und witzige Beobachtungen ab. Die Huxtables wären verdammt stolz auf diese Truppe. Woran es noch hapert, sind durchgehend hochwertige Drehbücher. Zugegebenermaßen gehen manche Humor-Nuancen an mir als bleichem Westeuropäer und Ahnungslosem in Sachen „black culture“ an mir vorbei. Ich komme allerdings nicht um den Gedanken herum, dass bei diesen talentierten Darstellern noch mehr rauszuholen sein müsste. Bisher verbleibt die Show in vielen Folgen darin behaftet, ganz nett zu sein, statt richtig alle Stärken auszuspielen. Ansatzpunkte für den Schritt hin zur Großartigkeit sind vorhanden, siehe die Episoden 1×02 The Talk, 1×21 The Peer-ent Trap oder die erfrischend offene Ablehnung mit den Republikanern in 1×23 Elephant in the Room.

GESAMTWERTUNG: 4,79 PUNKTE (befriedigend)
THE ODD COUPLE (SEASON 1)

the odd couple

Lief dann doch besser als von Senderseite und von mir erwartet. The Odd Couple erhält eine zweite Staffel und etabliert sich zum quotenstabilen Format im Programm von CBS. Ich würde das goldene Dankesschreiben und den Geschenkekorb hauptsächlich an Thomas Lennon richten, der den stets feingeistigen und kränklichen Felix Unger in der Tat höchst gelungen in das zweite Jahrzehnt des neuen Jahrtausends transferiert. Das kann ich trotz meiner grundsätzlichen Kritik an der Show neidlos anerkennen und loben. Matthew Perry und der Rest der Besetzung fallen demgegenüber schon mehr als merklich zurück. Nach 12 gesehenen Episoden hat sich wertungsmäßig der größte Teil zwischen 4,0 und 4,5 Punkten abgespielt, allerdings durfte ich zweimal gar die 5 Punkte ziehen. Es geht also schon, wenn alles zusammenkommt. Und Thomas Lennon brilliert. Ansonsten gilt aber weiterhin: Das Original bleibt unerreicht, die Kopie bemüht sich, kann aber nur selten eigene Akzente setzen.

GESAMTWERTUNG: 4,42 PUNKTE (durchschnittlich)
THE SIMPSONS (SEASON 26)

simpsons

Ich muss aufpassen, dass ich nicht jedes Jahr den selben Sermon schreibe. Auch dieses Mal fehlt es mir bei den Simpsons an Liebe. Vor meinem geistigen Auge sehe ich, wie die gelben Kultfiguren irgendwo in Südostasien in einer sterilen Fabrik gezeichnet, die Skripte nach Standardbausatz zusammengepfriemelt werden und die Autoren sich nur für eine Handvoll Episoden wirklich Mühe geben, für deren Ablieferung sie persönlich erscheinen und die sie wie Streusel über den zusammengeklumpten Kuchen werfen. Hier sind die Namen dieser Streusel:

5,5 Punkte: S26E10 The Man Who Came To Be Dinner
5 Punkte:    S26E04 Treehouse of Horror XXV, S26E06 Simpsorama, S26E09 I Won’t Be Home For Christmas

GESAMTWERTUNG: 4,32 PUNKTE (durchschnittlich)

THE MIDDLE (SEASON 6) 

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Sechs Staffeln sind eine lange Zeit. Und die Geschichten der Hecks meiner Meinung nach eigentlich schon seit drei bis vier Jahren auserzählt. Weshalb ich die Nachricht über die Verlängerung der Show durchaus mit Verwunderung vernommen habe. Ein typischer Fall von „Man schaut es halt aus Gewohnheit weiter“. Obwohl man es nicht wirklich müsste. Es ist halt die Show vor Modern Family, die dann in 99,9 Prozent der Fälle von den Dunphys getoppt wird. Sehr oft nur durchschnittlich, etwas mehr als ein halbes Dutzend mal befriedigend, ein paar Ausreißer nach unten und dreimal überraschenderweise „Gut“. Für diese besonderen Momente guckt man eben dann doch noch weiter.

GESAMTWERTUNG: 4,21 PUNKTE (durchschnittlich)

THE BIG BANG THEORY (SEASON 8)

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Ich zitiere mal den Review-Teaser zum Staffelfinale der Serienjunkies:

Das achte Staffelfinale der erfolgreichen Sitcom The Big Bang Theory hält für jedes der Paare eine Zerreißprobe bereit.

Da wollte ich ehrlich gesagt schon gar nicht mehr reingucken. Mein Fazit nicht nur für das Finale lautet: Glückwunsch, es ist eine unterdurchschnittliche Couple-Comedy geworden.

The Big Bang Theory ist für mich bis dato die ganz große Enttäuschung dieser Saison. Müsste ich händeringend nach positiven Aspekten suchen, fielen mir zwei Dinge ein: Kaley Cuoco-Sweeting sieht auch mit Kurzhaarschnitt nett aus und die Folge „The Focus Attenuation“ war knapp gut (wohl wegen des Back-to-the-Future-II-Einschubs). Der Rest: ein Trauerspiel angesichts dessen, was die Serie mal ausgemacht hat. Dabei war ich bei der Bewertung nach einigermaßen nachsichtig, habe reihenweise Episoden mit 4,0 Punkten durchgewinkt, die auch locker weniger Punkte verdient gehabt hätten. Wer authentischen Nerd-Humor sucht, möge rasch Richtung „Silicon Valley“ auswandern, hier gibt es nichts mehr zu holen. Außer peinlichen Beziehungs-Aaaahs und Ooooohs, dem zwanghaft sexlosen Sheldon, Gags, bei denen es selbst dem Lachband peinlich ist, zu laut zu sein. Ich habe mir in vielen Folgen den Spaß erlaubt, bei den Witzstellen lauthals aufzulachen und kam mir dabei sehr, sehr peinlich vor. Sogar wenn die Show Gastauftritte aufbietet, die Hoffnung machen könnten, bleibt sie weit unter den Erwartungen. Was war ich beispielsweise von der Episode mit Nathan Fillion enttäuscht. Wie kann man mit dem coolen Kerl als special guest eine unterdurchschnittliche Folge drehen?  Das ist doch faktisch nicht möglich! Oder „The Skywalker Incursion“, der Besuch auf der Skywalker Ranch. Eine Folge mit Star Wars als Thema und die Geek-Gag-Skala bewegt sich nur müde auf okay. Unfassbar. Aber was soll’s. Die Show ist weiterhin ein Riesenhit, die Leute schauen es und werden vor Freude glucksen, wenn zum Ende der 12. Staffel Sheldon neben Amy aufwacht und grinsend „We had coitus!“ in die Kamera flüstert.

GESAMTWERTUNG: 3,96 PUNKTE (unterdurchschnittlich)

MODERN FAMILY (SEASON 6)

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Bei den Dunphys-Pritchetts bröckelt es leider auch weiter, was die Wertungen angeht. Bei genau der Hälfte der Folgen landete der Qualitätszeiger bei 4,5 Punkten, ganz nach oben ging es wieder nicht, zwei Episoden waren sehr gut, zwei nur durchschnittlich (darunter das Staffelfinale) und achtmal lehnte ich mich nach dem Abspann mit dem guten Gut im Fernsehsessel zurück. Keine sonderlich beachtliche Quote im Vergleich zu den vorherigen Seasons. Woran liegt’s? Die Show tut sich meiner Meinung nach schwer, an die überragenden Folgen früherer Zeiten anzuknüpfen. Neue Nebenfiguren wie der Babysitter Andy oder die Prollnachbarn der Dunphys zogen bei mir überhaupt nicht, die Kids sind älter geworden und erhalten statt putziger eher flache (Luke) oder beziehungstechnische (Haley) Geschichten. Phil, Jay, Mitchell und Cameron retten zwar wie gehabt so manches im Alleingang, der Trend führt aber leider nun mal Richtung gehobenes Okay. Und neben der peinlichen Australien-Werbeshow im letzten Jahr bot man dieses Mal eine im Endeffekt auch eher arg vergessenswerte Apple-Produktplatzierung in „Connection Lost“. Der Zahn der Zeit nagt an Modern Family.


GESAMTWERTUNG: 4,81 Punkte (befriedigend)

78 (Mai 2014)

27 Mai

Die Sonne scheint, der DAX geht auf die 10.000 Punkte zu, der Bundestrainer fährt -sicherlich in Vorfreude auf die WM- zu schnell Auto: heiße Temperaturen, heiße Aktien, heißer Jogi und jetzt obendrauf noch die brandheißen Abschlusswertungen (sofern sie vorliegen) für die US-TV-Saison 2013/14 (Abteilung Comedys).

Meine Einleitungen werden immer schlechter.

COMMUNITY (SEASON 5)

Schande über dich, NBC! Gerade hat sich der Sender wieder die Top-Position unter den Networks  geangelt, schon stürzt er Serienfans in tiefe Trauer und treiben Schindlunder mit den Gefühlen der Community-Community. No #6Seasonsandamovie. Das ist schade, denn mit Dan Harmon hievte sich die fünfte Staffel wieder in deutlich höhere Wertungsgefilde. Die Stärken der Show waren plötzlich wieder da, man gab einen feuchten Dean darum, ob die Durchschnittszuschauer die Anspielungen verstanden, haute herrlich absurde Episoden wie „G.I. Jeff“ oder „App Development And Condiments“ raus und protzte mit Gaststars, für die andere Serien auf die Knie gehen würden. Nach dem Tal der Tränen also ein ganz klarer Schritt nach oben. Zugegeben: an die Großtaten der ersten Staffeln konnte man nicht anknüpfen, bei vielen thematischen Nachfolgern konnte man den Wahnsinn des Originals wohl schlicht nicht toppen („Advanced Advanced Dungeons & Dragons“), aber das Wertungsniveau pendelte sich stabil jenseits der 5 Punkte- und damit „Gut“-Grenze ein. Wer weiß, wann jemals wieder eine so durchgedrehte, sich nicht an den allgemeinen Publikumsgeschmack anbiedernde, selbstreferentielle und in ihrer Komik einzigartige Show im Fernsehen laufen wird. They were streets ahead of their time.

Gesamtwertung: 5,28 Punkte (gut)


 

HOW I MET YOUR MOTHER (SEASON 9)

Ich habe mir vor ein paar Wochen bei einem Ausverkauf einige mir noch fehlende, frühere Staffeln von „How I Met Your Mother“ zugelegt. Einfach, um mir bei einer Sichtung in den kommenden Jahren selbst bestätigen zu können, dass die Show jahrelang zu meinen absoluten Lieblingen und Gesamtstaffelbox-Kandidaten zählte. Die quirligen Charaktere, die gewitzten Beobachtungen rundum Liebe und Leben, die selbst erschaffenen Trademarks und der zündende Humor – das waren die Trümpfe, die bei mir stachen. Die Liebesbeziehungen untereinander und nebeneinander? Nicht so mein Ding. Muss halt rein, wenn man viele Seasons füllen will  Die Frage nach der Mutter? Hätte man von mir aus in einem Gag in der letzten Folge auflösen können.

Der Abstieg fing für mich an, als Barney beabsichtigte, mit seiner Stripperin eine ernsthafte Beziehung zu führen. Als Ted und Robin zum x-ten Mal nicht zusammenkamen, aber doch ein paar Folgen später wieder irgendwie doch wollten und das nicht klappte, weil … die SHOW HALT IM TITEL TRÄGT, DASS TED EINE ANDERE HEIRATET!

Die neunte Staffel ist größtenteils nur durchschnittlich unterhaltsam. Ja, es wird Fanservice geboten und die wenigen Folgen, die mir 5 Punkte entlocken konnten, waren jene, die die Lücken in der Geschichte um das Zusammentreffen von Ted und der Titelmutter füllten. In den allermeisten Fällen fehlte allerdings an allen Ecken und Enden die Spritzigkeit, das Erfrischende, das Clevere und Erinnerungswürdige. Stattdessen regierte eher die Bemühtheit und die Wiederholung in schlechterer Ausführung. Bei meinen Bewertungen war ich noch gnädig und vergab meistens noch die 4,5 Punkte. Ich frage mich aber schon, ob die Autoren irgendwann mal in einer stillen Minute dachten: „Mensch, das haben wir früher besser hinbekommen“. Wahrscheinlich nicht.

Das Finale sorgte für einiges an Wirbel. Hauptsächlich wegen zweier Enthüllungen, die ich jetzt nicht spoilern möchte. Ich schreib es mal so: die erste bewirkte quasi einen LOST-Effekt und traf die Shipper-Gemeinde hart. Da mir die Verlagerung auf die Beziehungen und der eingeengte Rahmen rundum die Hochzeit von Barney und Robin eh wenig zusagte, musste ich über diesen kleinen Tritt in den Allerwertesten der Liebesschmachtfans fast schmunzeln. Die zweite Enthüllung machte im Kontext der Show Sinn, zeigte aber auch, dass man wahrscheinlich einen besseren Abschluss gefunden hätte, wenn man die Chose einfach „Five Friends in New York“ genannt hätte.

Gesamtwertung: 4,44 Punkte (durchschnittlich +)


 

MODERN FAMILY (SEASON 5)

Modern Family bleibt eine sehenswerte, gute Comedy. Aber die Qualität bröckelt von Jahr und zu Jahr ein bisschen ab. Sicher sind die drei Familienhandlungsstränge immer für einen Lacher gut und wenn gar nichts zu gehen scheint, haut Überdaddy Phil Dunphy halt einen seiner sagenhaft peinlichen Momente raus. Die Autoren geben sich sichtlich Mühe, in jeder Episode Szenen unterzubringen, die den Zuschauer mit einem „Ja, war doch wieder unterhaltsam“ in die Heia schicken. Bei mir funktioniert das auch weiterhin, die Episodenwertung ist entsprechend eine 16-fache Aneinanderreihung von 5 Punkten. Allerdings werden die Fälle, wo es höher hinausgeht, immer seltener. Fünfmal zückte ich die 5,5 Punkte, dreimal die 4,5 und einmal gar die 4,0 – meine bis dato tiefste Wertung für eine Folge von Modern Family. Leider verdient, denn die Episode „Australia“ wirkte wie ein vom örtlichen Tourismusbüro gesponserter Betriebsausflug, bei dem a) jemand eine Kamera mitlaufen ließ und b) die Autoren das Skript am Strand vergessen hatten.

Gesamtwertung: 5,18 Punkte (gut)


 

PARKS AND RECREATION (SEASON 6)

Da könnte „Modern Family“ nächstes Jahr landen, denn „Parks And Recreation“ war mir dieses Jahr zu… wie soll ich es ausdrücken.. einlullend nett?  Man hat es sich in Pawnee ein wenig zu bequem gemacht in seinem Pool aus schrulligen Charakteren. Zwar verließen mit Rob Lowe und Rashida Jones zwei Darsteller die Riege, deren Figuren langsam uninteressant wurden, aber so richtig losgelegt hat die Show dennoch nicht. Natürlich reicht es bei Leslie Knope und Kultverwaltungsmensch Ron Swanson immer noch knapp für das „Gut“, aber die erfreulicherweise schon gesicherte nächste Amtsperiode könnte wieder gerne etwas mehr reißen.

Gesamtwertung: 4,99 Punkte (gut -)


 

RAISING HOPE (SEASON 4)

Das war es dann mit der kleinen Hope und den Chances, ihrer liebenswert simplen Familie. Abgesetzt nach einer Staffel, die es in Sachen Belanglosigkeit locker mit der dritten Staffel von „My Name Is Earl“ aufnehmen konnte. Es war teilweise erschreckend mitanzusehen, aus welchen Nichtigkeiten das B-Produktionsteam des wohl schwerpunktäßig an „The Millers“ arbeitenden Greg Garcia Geschichten bastelte. Witzigerweise war an der einzigen Episode, die mich überzeugen konnte („Road To Natesville“), dann wohl doch jemand aus der ersten Riege beteiligt. Das ändert aber nichts daran, dass „Raising Hope“ mit leidlich bemühten Schauspielern und müden Gags leider ein unverdientes, lahmes Ende genommen hat

Gesamtwertung: 4,00 Punkte (durchschnittlich -)


 

THE BIG BANG THEORY (SEASON 7)

Määndert trotz des riesigen Erfolgs bei mir nur im leicht gehobenen „Okay“-Segment umher. „Die Weiber haben die Show kaputtgemacht“, pflegt ein mir bekannter Mensch zu sagen, der nicht namentlich genannt werden möchte. So hart würde ich es nicht ausdrücken wollen, aber wenn ich ehrlich bin, fahre ich derzeit mit „Silicon Valley“ geektechnisch um einiges besser. „The Big Bang Theory“ hat seine guten Momente, wenn man spürt, dass echte Nerds wie Wil Wheaton am Werk sind und nicht nur Schauspieler, die im wahren Leben von Videospielen, Superhelden oder SciFi keinen blassen Schimmer haben. Schlecht hingegen wird es, wenn der Beziehungsstrang bis zum Gehtnichtmehr gewürgt wird. Und, mal unter uns, mit Koothrappali wissen die Autoren schon seit langem nichts mehr anzufangen, oder? Naja, man guckt es halt weg, weil es da ist und wundert sich, weshalb es so viele einschaltende Fans auf sich vereinen kann.

Gesamtwertung: 4,73 Punkte (befriedigend)


 

THE CRAZY ONES (SEASON 1)

Für mich neben dem unerwarteten Ende von „Community“ das zweite große Absetzungs-Ärgernis der Saison. Ich bin Robin Williams-Fan und freute mich riesig auf dessen TV-Comeback in einem allymcbealesken Setting in der Werbebranche. Die Show lief nach einem eher nur in Ordnung gehenden Piloten zu richtig großer Form auf, vor allem die Episoden mit Brad Garrett („Everybody Loves Raymond“) waren in meinen Augen Comedygold, aber auch die übrigen Figuren wuchsen mir flott ans Herz und überzeugten mit augenzwinkerndem Humor, schnell abgeschossenen Dialogen, kollegialem Genecke und anderen kleinen Fiesheiten. Zugegeben: im letzten Drittel schlichen sich einige Durchhänger ein, die „The Crazy Ones“ den Schnitt etwas versauten (mit dem Tiefpunkt „March Madness“ rundum den St. Patrick’s Day). Dennoch schmerzt mich, dass es keine weitere Staffel geben wird. Ein bisschen Trotz und bekennendes Fantum schwingt dann schon mit, wenn „The Crazy Ones“ bis dato den Platz als beste Comedyserie innehält.

Gesamtwertung: 5,35 Punkte (gut)


 

THE GOLDBERGS (SEASON 1)

Da hat es mich nun wiederum gefreut, dass es weiter gehen wird. „The Goldbergs“ waren für mich so ein bisschen die Herzensangelegenheit in diesem Serienjahr: 80er-Jahre-Zitate bis zum Umfallen, der dazu passende Soundtrack, Voice Over von Patton Oswalt. Den mürrischen Vater und die übertüdelige Mutter hätte man direkt in „That 70s Show“ transplantieren können, der ältere Sohnemann überzeugt wunderbar in der Darstellung seiner eigenen herzlichen Beschränktheit und spätestens wenn am Ende die original Filmaufnahmen von Adam Goldberg laufen und man die echten Vorbilder der Figuren in Aktion sieht, wird es einem warm um die alte Blutpumpe. Weshalb es dann nicht für das „Sehr gut“ gelangt hat? Nun ja, ab und an haben die Macher eben doch ein bisschen zu wenig 80er-Konzentrat in die Seriensuppe gemischt. Aber unter „befriedigend“ ist keine einzige der Episoden gefallen. Aus meiner Sicht ein überzeugender Neustart, dem ich eine längere Laufzeit gönne.

Gesamtwertung: 5,11 Punkte (gut)


 

THE MIDDLE (SEASON 5)

Ach ja, die Hecks. Ich habe ja schon letztes Jahr geschrieben, dass die Figuren faktisch nichts mehr hergeben. Besonders die Kinder sind charakterlich sehr limitiert. Es wiederholen sich halt Axls Faulheit, Sues Scheitern und Bricks Seltsamkeit. Daran hat sich auch in der 5. Staffel leider nichts geändert. Ähnlich wie bei „Raising Hope“ haben mich einige Episoden sprachlos zurückgelassen angesichts der Nichtigkeit der Geschichten, die da zu einem Drehbuch aufgeplustert wurden. Geschichten, die man zusammenfassen kann mit „Es riecht im Haus“ oder „Das Windspiel des Nachbarn stört die Ruhe“. Wie auch immer: ich sehe halt Patricia Heaton und Neil Flynn weiterhin gerne, deshalb läuft es als leider immer öfter mager ausfallende Vorspeise zu „Modern Family“.

Gesamtwertung: 4,23 Punkte (durchschnittlich)


 

THE MILLERS (SEASON 1)

Greg Garcias („My Name Is Earl“, „Raising Hope“) aktuelles Standbein im US-Fernsehprogramm ist ein zweischneidiges Schwert. Selten habe ich bei einer Comedyserie derartige Wertungsschwankungen gesehen. Die Bandbreite reicht in der Tat von richtig unterhaltsam bis schmerzhaft schlimm. Zweimal musste ich 3,0 Punkte zücken und das ist wirklich eine Wertung, wo man mich als Zuschauer richtig ordentlich verärgern muss. Eigentlich das absolute Todesurteil für eine Show. Aber andererseits stimmt der Mix auch manchmal und die von mir eh sehr geschätzten Will Arnett und Margot Martindale sorgen für einen angenehmen Comedyabend. Dann rockt auch J.B. Smoove, der gerne zwischen coolen Sprüchen und unverständlichem Genuschele rangiert. Ich habe den Eindruck, als würde Garcia noch das richtige Timing für eine Comedy, die vor Zuschauern aufgezeichnet wird, fehlen. Überhaupt scheint sich noch einiges in der Show finden zu müssen. Fürs erste landen die Millers bei mir daher noch haarscharf knapp im „Befriedigend“.

Gesamtwertung: 4,52 Punkte (befriedigend -)


 

THE SIMPSONS (SEASON 25)

Das alte Spiel: ich schreibe, dass wieder viel Durchschnittliches und wenig Beglückendes in der diesjährigen Simpsonsmischung drin ist, erwähne kurz, dass die Couch Gags stellenweise das Beste an einer Folge sind und präsentiere namentlich die Folgen, die mich überzeugen konnten. Okay? Dann los:

S25E09: Steal This Episode (5,5 Punkte)
S25E03: Four Regrettings And A Funeral / S25E10: Married To The Blob / S25E18: Days Of Future Future / S25E20: Brick Like Me (jeweils 5,0 Punkte)


 

Gesamtwertung: 4,37 Punkte (durchschnittlich)

TROPHY WIFE (SEASON 1)

Meine Fehleinschätzung der Saison. Nach zwei gesehenen Folgen dachte ich, das hier eine ernsthafte Konkurrenz für „Modern Family“ heranwachsen könnte. Nope. Sagte der US-Zuschauer, der kein grünes Licht für eine Fortsetzung gab. Und musste ich mir auch eingestehen, denn aus irgendeinem Grund verfiel die Serie etwa ab der Hälfte in eine Phase absoluter Durchschnittlichkeit. Es scheint, als hätten die guten Ideen und witzigen Einfälle nur bis Weihnachten gereicht. Dabei waren die Charaktere durchaus gut gezeichnet, wie etwa die ehrgeizige, erfolgreiche ex-Gattin #1, die stets neben der Spur laufende ex-Gattin #2 oder der knuddelige kleine Adoptiv-Asiate. Bradley Whiford und Malin Akerman sehe ich prinzipiell gerne, letztere zugegebenermaßen mehr wegen der Optik. Was soll’s, vorbei, die Nächste bitte.

Gesamtwertung: 4,62 (befriedigend)


 

Working The Engels (Season 1)

Zum Schluss ganz kurz: Working The Engels war mir dann doch zu bieder und zu weit von der grenzenlosen Verrücktheit eines „Arrested Development“ entfernt. Nett, aber nichts, was ich zwingend weitergucken möchte.

Wertung nach sieben Episoden: 4,29 Punkte (durchschnittlich)


 

Und wer immer noch liest, bekommt hier kurz und bündig meine vorläufigen TOP 5 der Comedyserien des Jahres (vorläufig, weil hochwertige Kandidaten wie u.a. „Veep“, „Silicon Valley“ und „Louie“ noch laufen):

The Crazy Ones 5,35 Punkte
Community 5,28 Punkte
Brooklyn Nine-Nine 5,23 Punkte
Modern Family 5,18 Punkte
The Goldbergs 5,11 Punkte

72 (Oktober 2013)

3 Okt

Zur Feier des Feiertags, weil ich grad Zeit habe und die Eindrücke nicht mehr frischer werden, direkt weiter mit den Neuzugängen der US-TV-Saison.

MOM 

Christy (Anna Faris, „Scary Movie“) findet so gar keine rechte Freude im Leben. Eingespannt in einem langweiligen Kellnerinnenjob, Alkoholikerin auf Entzug, alleinerziehende Mutter mit promiskuitiver Teenie-Tochter und Darf-nichts-von-dem-Elend-mitbekommen-Goldjungen, schläft selbst mit ihrem verheirateten Chef, keine große Liebe in Sicht und jetzt meldet sich auch noch ihre Rabenmutter, Mitalkoholikerin und Männervernascherin Bonnie (Allison Janney, „Mr. Sunshine“) in dem ganzen Chaos an, um tolle Ratschläge zu erteilen. Neue Comedy von Chuck Lorre („The Big Bang Theory; „Two And A Half Men“).

Ersteindruck: 

Das Positive vorweg: nicht so schlimm wie Dads. Aber sonst wenig überzeugend. Mir ging es bei der Sichtung ähnlich wie der Protagonistin mit ihrem Leben, denn ich konnte an der Show keine rechte Freude finden. Die Figuren tendenziell eher deprimierend als unterhaltsam, die Nebenfiguren (u.a. „Badger“ aus „Breaking Bad“ als verlotterter ex-Ehegatte) komplett ignorierbar und der laugh track weist überdeutlich darauf hin, dass die meisten der Gags nicht zünden. Ich kann mich nicht entsinnen, gelacht zu haben. Moment, ich denke jetzt nochmal angestrengt nach…lese nochmal kurz ein Recap… da war doch der Gastauftritt von Jon Cryer… nö….als der Chef über die Veranda stürzt…okay, ich geb’s auf.

Gucklistenstatus:

Und weg. Da muss ich jetzt mal hart sein, ich kann nicht jedem Format noch eine Chance geben. Hört sich herzlos an bei einer Comedy um auf ihrem Lebensweg gescheiterten Frauen, ist aber so.

SLEEPY HOLLOW 

Ichabod Crane, Held des Abenteuerfilms von Tim Burton mit Johnny Depp und Christina Ricci, kehrt zurück. Leider in die Neuzeit. Neben diversen Anpassungsproblemen lauern dort der kopflose Reiter, weitere Kollegen der Apokalypse und überhaupt vom Teufel ausgesandte, gar schaurige Gestalten auf ihn.

Ersteindruck:

Vorweg: „Sleepy Hollow“ ist einer meiner Lieblingsfilme. Ich mag gar nicht drüber nachdenken, in wieviel verschiedenen Versionen (US-DVD, EU-DVD, ich befürchte auch HD-DVD, Blu-Ray) der in meiner Sammlung herumliegt. Eine tadellose, atmosphärisch dichte Gruselgeschichte mit ansprechenden, stimmigen Effekten. Mit der Serienvariante komme ich hingegen nicht so recht zurande. Das liegt zum einen am Zeitsprung: man stelle sich vor, es gäbe eine Terminator-Serie, in der der T-1000 mit Degen und Mantel herumfuchtelnd auf seine Gegner einsticht. Das würde den Fans ähnlich die Handflächen vors Gesicht treiben wie mir der Anblick des kopflosen Reiters, wie er mit einem Maschinengewehr auf Polizeibeamte ballert. Weitere Makel: die heillos zusammengekleisterte Story um biblische Offenbarung, Weltuntergang und Teufelsbrut, die nicht immer überzeugenden effect shots und die familienfreundliche Inszenierung (Enthauptungen? Gerne, aber danach bitte alles sauber abwischen). Tom Mison als Hauptfigur finde ich gar nicht mal schlecht. Dennoch geht mir das alles zu sehr in Richtung „Once Upon A Time“ oder „Grimm“, die ich ja beide längst abgesetzt habe.

Gucklistenstatus:

Nach zwei gesichteten Folgen, die beide nicht über die Wertung „durchschnittlich“ hinauskamen, sehr wackelig. Der Daumen geht derzeit klar nah unten, wahrscheinlich rollt nach Episode 3 der Kopf. Der Gastauftritt von John Noble („Fringe“) könnte da zu spät kommen.

THE CRAZY ONES

Erfolgreicher, aber schrulliger Werbefachmann und seine ambitionierte Tochter kämpfen um Kunden und bringen nebenbei Robin Williams und David E. Kelley („Ally McBeal“) wieder zurück auf die Fernsehbildschirme der Nation.

Ersteindruck:

Robin Williams ist einer meiner Lieblingsschauspieler. Ich weiß, entweder mag man ihn oder er geht einem tierisch auf die Nerven. Bei mir fällt er eben in die erste Kategorie. Und daher gehen auch alle die Kritiken an mir vorbei, die Sarah Michelle Gellar („Buffy The Vampire Slayer“) im Piloten prima fanden und Williams unerträglich. Sehe ich selbstverständlich komplett anders, von mir aus kann der alte Zottel Mork-Witze aus dem Jahr 1979 aufsagen, ich sitze mit einem Grinsen vor der Mattscheibe. Gellar hingegen war okay, nicht mehr. Dass der Pilot aber storymäßig mit seinem dezenten Hang zur Schleichwerbung für eine bestimmte Burgerkette und eine musikalisch vernachlässigbare Gewinnerin einer Castingshow bei weitem nicht auf vollen Touren lief, konnten auch die Ally McBeal-Gedenkeinstellungen nicht kaschieren.

Gucklistenstatus:

Ein „befriedigend“ von mir für den Piloten, aus dem okay bis netten Eindruck darf aber durchaus mehr werden. Der Cast, u.a. mit Hamish Linklater („The New Adventures of Old Christine“) kriegt allerdings schon mal ein „gut“, jetzt müssen nur noch die Drehbücher stimmen.

THE GOLDBERGS 

Comedy von Adam Goldberg, in der er sich an seine Jugendzeit und vor allem an seine Familie erinnert. Wo die Show „Wonder Years“ („Wunderbare Jahre“) damals die späten 60er und frühen 70er thematisierte, fährt „The Goldbergs“ nun dieselbe Schiene für die 80er.

Ersteindruck:

Wie kann man eine Show nicht mögen, die gleich zu Beginn Ausschnitte von „Karate Kid“ und „Alf“ zeigt? Die den wunderbaren Patton Oswalt als Erzählstimme des jungen Adam Goldberg vorweisen kann? Die den großartigen Jeff Garlin („Curb Your Enthusiasm“) als mürrischen Papa Goldberg hat, der als erste Handlung nach Feierabend die Hosen runterlässt und sich in weißen Unterhosen auf die Fernsehcouch setzt? Dazu noch die typisch übervorsorgliche Mutter (Wendi McLendon-Covey, „Reno 911“), der hippe Opa (George Segal, „Just Shoot Me“), der leicht dümmliche Bruder, die pubertierende Schwester. Herrliche Charaktere, die mich in ihrer humorvollen Herzlichkeit ein wenig an den „That 70s Show“-Vibe erinnern.

Gucklistenstatus:

Wegen des Wohlfühlfaktors dicke drauf. Glatte 5 Punkte für den Einstieg. Wer daran herumkrittelt, kann mit den 80er nichts anfangen oder hat einen Stein in der linken Brust. Könnte das in letzter Zeit langweilig werdende „The Middle“ beerben.

THE MICHAEL J. FOX SHOW 

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Beliebter Nachrichtenmoderator kehrt auf Bitten seiner Kollegen und Familie in seinen Beruf zurück, den er vor Jahren wegen seiner Parkinson-Krankheit aufgegeben hatte.

Ersteindruck:

Ich sag es frei heraus: nach den ersten Trailern hatte ich wirklich Angst, die Show zu sehen. Michael J. Fox ist der Held meiner Jugend und hat sich mit den „Back To The Future“-Filmen für mich unsterblich gemacht. Im Fernsehbereich war ich für „Family Ties“ noch zu jung, dafür habe ich später keine Folge von „Spin City“ verpasst. Dass Fox nun auf den Bildschirm zurückkehrt, ist großartig. Dass er sich von seiner Erkrankung, die ihn zweifellos zeichnet, nicht unterkriegen lässt, nötigt einem Respekt und Bewunderung ab. Dass er dabei die Krankheit als Teil der Show in Gags einbindet, ist mutig. Aber: würde ich wirklich lachen können, wenn mein einstiges Idol wegen seines Zitterns ungewollt die Notrufnummer wählt oder ihn die Familie foppt, weil er zu lange braucht, um die Salatschüssel beim gemeinsamen Abendbrot rüberzureichen? Fox selbst würde das mit Sicherheit wollen, aber ich befürchtete, dass ich mich damit schwertun würde. Irgendwo zieht an mir als Zuschauer eben doch das Mitleid und verhindert ein unbeschwertes Auflachen.

Nun, die Autoren haben mir die Entscheidung unbeabsichtigt einfacher gemacht. Denn ob man dem zitternden und wankenden Publikumsliebling nun mit oder ohne Behagen zusieht, die Gags zünden doch in weit geringerem Maße als dass es für eine gelungene Comedy reichen würde. Nein, es ist nicht schlecht, aber eben doch zu harmlos, der weitere Cast um Betsy Brandt („Breaking Bad“) und Katie Finneran („I Hate My Teenage Daughter“) müht sich, im Vergleich jedoch zu anderen Familienkomödien wie „Modern Family“ oder den Neustart „The Trophy Wife“ liegt man eben doch deutlich zurück.

Gucklistenstatus:

Bisher habe ich zwei Episoden gesehen und beide für durchschnittlich befunden. Ich bleibe noch die nächsten Folgen dran, aber ich denke, die Tendenz geht eher in Richtung Abschied.

TROPHY WIFE 

Familienvater heiratet zum dritten Mal, seine junge und attraktive Auserkorene darf nun ihre Rolle innerhalb der beiden nörgelnden ex-Ehegattinnen und insgesamt drei manipulativen Kindern finden.

Ersteindruck:

Mal abgesehen davon, dass ich mir unter dem Begriff „trophy wife“ bisher immer etwas anderes vorgestellt hatte, ist das eindeutig die bisher beste neue Comedyserie. Wo man hierzulande aus dieser Konstellation vor vielen Jahren dröge Zuschauerbetäubung à la „Ich heirate eine Familie“ destillierte, bauen die Amerikaner daraus eine wunderbar spritzige Komödie mit Charakteren, die einem sofort Spaß bereiten und in Erinnerung bleiben. Malin Akerman („Childrens Hospital“) gibt das blonde Gar-Nicht-Dummchen, Marcia Gay Harden („The Newsroom“) die herrlich spöttische Ärztin und ex-Gattin #1, Michaela Watkins („The New Adventures Of Old Christine“) die abgedrehte Esoterikerin und ex-Gattin #2. Dazu noch Bradley Whitford („Cabin In The Woods“, „West Wing“) als zwischen allen Familienfronten gefangener Vater und Ehemann sowie die nach „Modern Family“ beste Kinderschauspielerriege, die vor allem in der sehr guten zweiten Folge alle Register zieht.

Gucklistenstatus:

5 Punkte für den Piloten. 5,5 Punkte für die zweite Episode. Noch Fragen? Ein unverhoffter, weil von mir im Vorfeld nicht auf dem Radar gesichteter Spitzenreiter.

WE ARE MEN

Vier Männer in Ehe- und Beziehungskrisen ziehen gemeinsam in eine Hotelanlage und unterstützen sich dabei gegenseitig mit Rat und Tat.

Ersteindruck:

Wenn irgendwo auf der Welt ein Autor ein Skript für ein kurzlebiges Comedyformat erstellt, erscheint wie auf magische Art und Weise der Manager von Jerry O’Connell („Sliders“) und tritt in Verhandlungen ein. Und was ich im Piloten gesehen habe, bin ich mir sicher, dass Jerry auch diesmal kein Hitformat gebucht hat. Denn „We Are Men“ ist eine weitere Show, deren Hauptthema – die unerschütterliche Männerfreundschaft – bereits in zahllosen anderen Varianten („Men At Work“, „Men Of A Certain Age“, „Man Up!“, „Guys With Kids“) besser auf den Bildschirm gebracht worden ist. Harmlos ziehen die knapp 22 Minuten an einem vorbei, man lächelt müde über die Witze und die Figuren. Da kann selbst Tony Shalhoub („Monk“) als alternder Aufreißer oder Kal Penn („House M.D.“) als schüchterner Ausländer nichts mehr rausreißen.

Gucklistenstatus:

Muss nicht sein, dürfte wegen des Jerry O’Connell-Faktors auch nicht allzulange auf der Liste bleiben, wenn ich es wirklich nochmal sehen wollte.