Archiv | American Dad RSS feed for this section

6 (Oktober 2006)

27 Mai

Hurra, hurra, der Seriencheck ist wieder da. Diesmal beschäftige ich mich mit den neu gestarteten US-Serien der Saison 2006/2007 sowie den persönlichen Tops, Flops, Niveauhaltern und der Warteliste. Wie immer gilt zweierlei:

1) ja, ist alles subjektiv und insofern nicht allein selig machend und

2) nein, ich kann nicht alles gucken. Ich versuch es, aber es geht nicht.

Brothers & Sisters:

Guck an, Ally ist wieder im Fernsehen! Also nicht Ally McBeal, aber immerhin die dazu passende Schauspielerin Calista Flockhart. Ich dachte eigentlich, die würde nur noch Harrison Ford fit halten, damit der endlich mal Indiana Jones Nummer IV zu Potte bringt. So kann man sich irren.

„Brothers & Sisters“ ist ein Drama um eine Firma im Familienbesitz, die finanziell ins Straucheln gerät. Wie schon bei „Six Feet Under“ tritt das Oberhaupt des Clans in der ersten Folge ab und hinterlässt eine Gemeinschaft aus verschiedensten Charakteren, die fortan miteinander auskommen müssen.

Die Pilotfolge hat mich nicht so recht packen können, die zweite Episode überzeugte schon eher und mittlerweile schaue ich es mir wirklich gerne an. Schließt formidabel meine derzeitige Lücke im Bereich Familiendrama.

Dexter:

Dexter ist ein unscheinbarer Typ, der als forensischer Ermittler für das Miami Police Department arbeitet. Mit diesem Satz ist die Normalität in dieser Show allerdings auch schon abgehandelt. Denn Dexters Spezialität bei der Verbrechensaufklärung ist das Lesen des Tathergangs anhand der am Tatort verteilten Blutspuren. Voller Begeisterung fotografiert er mit seiner Kamera die geschwungenen roten Linien auf Tapeten oder Böden und hängt die Bilder an seinem Arbeitsplatz auf.

Woher diese Leidenschaft stammt? Nun, der Held der Show ist tendenziell asexuell, besessen von Blut und hat den Zwang zum Töten fest in den Genen verankert. Was seine Ziehfamilie logischerweise zunächst nicht gerade begeisterte; doch der Pflegevater (seines Zeichens Polizist) fand frühzeitig einen tollen Kompromiss. Der Bub darf schlitzen und schnetzeln, solange er sich dabei an Vergewaltigern, Kindermördern und ähnlich unangenehmen Vertretern des Menschenschlags bedient. Was Dexter auch gerne tut und von jedem Opfer einen Tropfen Blut als Trophäe einsammelt. Nebenbei stellt er einem Killer nach, dessen Vorliebe für einzeln verpackte, schockgefrostete und blutentleerte Einzelteile von Prostituierten er seufzend bewundert.

Kurzum: eine Show für die ganze Familie. Puh. Der Plot ist harter Tobak, die Umsetzung ebenfalls. Alleine in der ersten Folge gibt es mehr abgetrennte Körperteile zu sehen als es einem gut gefüllten Verdauungstrakt lieb sein kann. Andererseits ist das Setting und der Hauptcharakter so anders und der Ansatz der Show so krank, dass man als Zuschauer wissen will, wie es weiter geht. Entweder wird das alles noch abgedrehter oder das Konzept landet in der Schockeffekt-Sackgasse.

Psych:

Man nehme eine jungen, hippen Kerl, der Frauen nachjagt, eine große Klappe hat, in dieser Kombination ständig Schwierigkeiten heraufbeschwört und durch seine Beobachtungsgabe Kriminalfälle löst. Voilà, das ist die Show „Psych“, welche in den USA passenderweise direkt im Anschluss an „Monk“ lief. Habe ich nur eine Folge von gesehen; sicherlich nett und wenn es mal in Deutschland laufen sollte, werde ich öfters reinschauen. Momentan bleibe ich aber Verfechter der reinen Monk-Lehre und insofern lieber beim Original.

Studio 60 On Sunset Strip:

Drama mit Matthew Perry, welches einen Blick hinter die Kulissen einer Show im Stil von „Saturday Night Live“ wirft. Bekam schon vor Ausstrahlung viel positiven Buzz aus der Blogosphäre und hat mich bisher voll und ganz überzeugt. Erstklassige Dialoge, ergiebige Portionen an Drama, geschickt verpackte Gesellschafts- und Fernsehkritik und fein ausgearbeitete Charaktere. Alles in allem so gut, dass ich mir sicher bin, dass es wegen fehlender Akzeptanz beim Publikum bald abgesetzt werden wird. Sollte sich meine pessimistische Einschätzung ausnahmsweise nicht realisieren, wäre ich überglücklich.

30 Rock:

Comedy aus der Feder von Tina Fey („Saturday Night Live“), die einen Blick hinter die Kulissen einer Fernsehshow wirf.. Moment. Das hatten wir doch erst, oder? Ja. Ist wohl ein wenig unglückliches Timing, gleich zwei Shows zu diesem Thema in den Ring zu werfen. „30 Rock“ legt den Schwerpunkt allerdings deutlich mehr auf das Komödiantische und ist anders als „Studio 60 On The Sunset Strip“ auch nur 25 Minuten lang. Nach bisher einer Ausgabe lässt sich noch nicht viel sagen, aber Potenzial hat das Ganze in jedem Fall. Alec Baldwin liefert eine tolle Leistung als schmieriger Studiochef ab, während Jane Krakowski in ihrer Rolle als Star der Fernsehshow in der Fernsehshow noch Luft nach oben hin hat.

Help Me, Help You:

Ted Danson und Jane Kaczmarek mit einer neuen Serie. Als Fan (der frühen Staffeln) von „Becker“ und „Malcolm In The Middle“ wurde ich sofort hellhörig. Nach Begutachtung des Piloten ließ ich die Ohren aber traurig hängen. Selten einen so öden und vor allem schmunzelfreien Start einer Serie gesehen. Hat mich dermaßen geärgert, dass ich frühestens zur zweiten Staffel wieder einschalte – die es aber mit großer Wahrscheinlichkeit und in dem Fall vollkommen zu Recht niemals geben dürfte.

Til Death:

Brad Garrison in einer „Everybody Loves Raymond“-kompatiblen Show um ein lange verheiratetes Ehepaar, welches sich mit dem just nebenan eingezogenen, weiterhin frisch verliebten Ehepaar arrangieren muss. Lockere, harmlos-nette Couple-Comedy im Stil von „King Of Queens“ oder „Still Standing“. Sehe ich gerne, weil das Ganze noch nicht ganz so ausgequetscht ist wie die eben erwähnten Comedies und ich den alten Brummbären Garrison einfach mag.

Twenty Good Years:

„Zwei alte Säcke wollen’s nochmal wissen“. Diesen Titel reiche ich jetzt schon als Vorschlag ein, wenn diese Sendung für den deutschen Markt synchronisiert werden sollte. John Lithgow („Third Rock From The Sun“) und Jeffrey Tambor („Arrested Development“) beschließen, auf ihre alten Tage die ihnen verbleibende Zeit auf Erden spektakulär und in vollen Zügen zu genießen.

Spricht mich schon deshalb an, weil ich Ähnliches vorhabe und nur noch nicht weiß, was ich mit den 25 Jahren bis dahin groß anstellen soll. In meiner persönlichen Hitliste der Senioren-Comedies schon jetzt meilenweit vor „Golden Girls“ (konnte ich überhaupt gar nicht leiden) und dieser unsäglichen SAT1-Show, deren Name sich mir glücklicherweise nie eingeprägt hat. Okay, zugegeben, dieses Ranking hat wirklich beschränkte Aussagekraft; aber ich mag die beiden alten Zausel, weshalb ich weiterhin dranbleibe.

The Class:

Klassentreffen! Mein persönlicher Albtraum ist ja, zum Besuch einer solchen Veranstaltung gezwungen zu werden. Ich sage immer: wen ich nach Ende der Schulzeit noch sehen will, mit dem halte ich irgendwie Kontakt. Der Rest darf sich bei mir melden, wenn er viel Geld zu verschenken hat. Sehr viel Geld.

„The Class“ erzählt von einem Klassentreffen und seinen Folgen für dessen Teilnehmer. Mein Problem mit der Show: zu viele Charaktere, einige davon ziemlich uninteressant, die Qualität zu sehr zwischen ganz nett und wirklich nicht sonderlich lustig schwankend. Wenn da keine Kontinuität reinkommt, melde ich mich frühzeitig ab.

Und zum Schluss:

Tops

The Office

Spätestens mit der Folge, in der Jim kläglich beim Firmennetzwerkspielen von Call Of Duty versagt, ist die Show in meinem Fernseh-Olymp angekommen.

My Name Is Earl

Weiterhin voll auf meiner Wellenlinie; irgendwann schaffe ich es auch, jeden Wortschwall von Jaime Pressly auf Anhieb zu verstehen.

Lost

Ein nicht ganz so fulminanter Start wie zu Beginn der zweiten Staffel, aber die zweite Folge fand bereits mein uneingeschränktes Wohlwollen.

Desperate Housewives

Kann man wenig falsch machen; Staffel 3 scheint mir auf der Mystery- und Intrigen-Seite aber vielversprechender als ihr Vorgänger.

Gilmore Girls

Ja, ich mag immer noch Frauen mit Humor und schräge Dialoge. Luke, Kirk und Jackson sowieso. Der Beginn von Staffel 7 gefällt mir derzeit um einiges besser als das, was ich mir dienstags auf VOX in Deutsch ansehe.

Battlestar Galactica

Düsterer, aber verdammt spannender und daher insgesamt gelungener Einstieg in die dritte Staffel. Es fehlt halt noch ein bisschen das Weltall-Feeling.

How I Met Your Mother

Weiterhin die beste Austauschdroge für „Friends“-Abhängige. Mit Cobie Smulders fürs Auge und Neil Patrick Harris für die Gags.

Two And A Half Men

Hosianna! Endlich haben sie das brünette Dummchen aus der Show geschrieben. Vereinzelte Gastauftritte kann ich schlimmstenfalls verschmerzen. Ansonsten nähert es sich wieder gutem Niveau.

Flops

Family Guy

Was geht denn hier ab? Die Griffin-Family wird immer platter, unlustiger, peinlicher, nervender. Wo sind die frischen, zündenden Gags der früheren Staffeln hin? Hat Seth MacFarlane keine Lust mehr?

American Dad

Siehe Family Guy. Selbe Symptome, selbe Frage.

Dog Bites Man

Zu durchsichtiger Versuch, „The Office“ in die Journalistenwelt zu übertragen und den Fremdschämfaktor auf die zehnte Potenz zu hieven.

Neutrals

The New Adventures Of Old Christine

The War At Home

The Simpsons

Everybody Hates Chris

Warteliste

Entourage (immer noch zu wenig gesehen)

Weeds (dito)

House, M.D (muss zuerst mal Staffel 2 abarbeiten, die mit einer spektakulären Entwicklung endet)

Advertisements

3 (Dezember 2005)

27 Mai

Everybody Hates Chris:

Black Comedy aus der Feder von Chris Rock, in der selbiger mit dem ihm typischen Humor seine Jugendzeit anno 1982 verarbeitet. Hat mich erst nach der zweiten Folge, aber dafür umso heftiger gepackt. Mein absoluter Liebling: Terry Crews als Vater, der zwischen akuter Knauserigkeit und dem Fuchtel seiner Gattin hin- und herschwankt. Bro‘ Bill Cosby hat ausgedient. Und hoffentlich versaut Pro7 die deutsche Fassung nicht.

Curb Your Enthusiasm:

Wer die beste deutsche Fernsehserie dieses Jahres namens „Pastewka“ gesehen hat, weiss, was ihn hier erwartet. Denn Curb Your Enthusiasm stand mehr als deutlich Pate für den deutschen Ableger.

Larry David, seines Zeichens damals einer der kreativen Köpfe hinter „Seinfeld“, zeigt in pseudo-realistischer Alltagsdarstellung, wie er seinen Mitmenschen auf den Sack geht, Fettnäpfe der Größe XXL aufstellt und sich genüsslich darin suhlt. Die angeblich allerletzte Folge brachte wieder denkwürdige Momente: so, als Larry auf dem Totenbett mit seiner Gattin darüber streitet, wohin die Hülle der „Sopranos“-DVD verschwunden ist und unermüdlich darauf hinweist, dass er daran aufgrund seiner Angewohnheit, selbige beim Abspielen immer auf den DVD-Player zu legen („i have a system“) nicht schuld sein kann. Da Amazon.uk die Serienstaffeln 1-3 gerade für jeweils lumpige 10 Pfund nochwas verschleudert, steht im Hause Inishmore zu Weihnachten aber mal ganz geschmeidig die große Larry David-Peinlichkeitsparade an.

How I Met Your Mother:

Noch bisher zehn gesendeten Folgen darf ich verkünden: How I Met Your Mother ist das offiziell von mir empfohlene Fernsehfutter für Friends-Abhängige. Durchweg sympathische Charaktere, witzige Stories und gelungene Sprüche. Und mit Cobie Smulders mal wieder eine Dame zum Hinterherlechzen. Schön zu wissen, dass nach dem vor sich dahindümpelnden „Joey“ noch etwas in diesem Genre nachwächst.

That ’70s Show:

Ohne Topher Grace alias Eric Forman fehlt der Show einfach der Loser- und Geek-Faktor. Ansonsten der gewohnte Stoff, wobei die Charaktere Michael Kelso, Fes und Red Forman schon seit langem ausgemolken sind. Vielleicht schaue ich mir die Episode mit Gaststar Bruce Willis mal an, aber sonst ist der Ofen aus.

Zum Schluss noch das Serienbarometer für

– Desperate Housewives:

Nach einer kurzen Schwächephase läuft die Show mittlerweile wieder zu Höchstform auf, es witzelt und dunkelt an allen Ecken. Tollpatsch-Susan könnte ich genauso ewig zuschauen wie Lynettes unaufhörlichem Huddel mit ihrer Brut und Bree in ihrer wohlig unerträglichen Mischung aus Contenance und Perfektionismus. Gabrielle guck ich sowieso gerne an. Einfach so.

– Lost:

Diese Sendung hat mich die letzten Folgen wirklich gequält. Und das nicht im positiven Sinn. Nach fulminantem Einstieg stellte ich mir vielmehr jede Woche die Frage, wann denn die „Hintergrundgeschichten, die mich nicht interessieren“-Festwochen endlich aufhören. Auch das, was sonst auf der Insel passierte, regte nur milde Enttäuschung in mir. Aufwärtstrend dann doch in der aktuell letzten Folge, in der endlich aufgeklärt wird, was Kate angestellt hat. Allein wegen des sexiest Bedröppelblicks von Evangeline Lilly ein Highlight der Staffel. Kate, du böses Mädchen, du.

– The Simpsons vs. Family Guy/American Dad:

Klarer Sieger bisher Family Guy/American Dad; vor allem bei ersterem werden zwar viele Gags mit uramerikanischem TV-Bezug serviert, bei denen ein Europäer nur Bahnhof versteht. In punkto „non political correctness pro Sendeminute“ aber unschlagbar. Die Simpsons haben wie üblich ihr Hoch bei der jährlichen Halloween-Episode, darüber hinaus setzt es jedoch viel Standardkost und wenig Leckerei.