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104 (Januar 2017)

6 Jan

Ich dachte mir: „Komm, fang das neue Jahr mit was Schönem an. Mit einem neuen Seriencheck! Alle Kandidaten waren brav, haben mich gut bis sehr gut unterhalten und kriegen entsprechend schöne Noten“. Damit es aber nicht zu sehr Richtung heile Welt abdriftet, hänge ich noch die böse Liste der von mir abgesetzten TV-Serien an. Weil das Leben nun mal kein ARD/ZDF-Silvesterabendprogramm ist.

ASH VS EVIL DEAD SEASON 2 

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Gefiel mir sogar um etwa ein abgerissenes Gliedmaß (also einen Viertelpunkt) besser als die eh schon überzeugend spaßig-blutige Vorgängerstaffel. Die Raimi-Brüder im Verbund mit ihrer Ekeleffekt-Spezialisten-Crew haben diesmal wirklich alle Schmodder-Schleusen geöffnet und im Bereich des von mir liebevoll genannten „Quatsch & Matsch“-Genres in jeder Episode einen denkwürdigen Moment und insgesamt prägende Arbeit geleistet. Dazu gibt es für die Fans noch eine Rückkehr an einen kultigen Ort, Ash reißt wie gewohnt seine blöden Sprüche und die Sidekicks nerven mich weiterhin keine Spur. Punktabzüge gab es nur für Bösewicht Baal, der mich vor allem zu Beginn nicht ganz überzeugen konnte. Aber das ist nur ein kleiner Eiterpickel auf einer sonst tadellos ausgedrückten Beule.

GESAMTWERTUNG: 5,25 Punkte (gut)   

GILMORE GIRLS – A YEAR IN THE LIFE 

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Wer mir jetzt einen geschmeidigen, passenden Übergang von „Ash vs Evil Dead“ zu den „Gilmore Girls“ schreiben kann, melde sich bitte in den Kommentaren. Mir fällt nämlich gerade außer peinlichen Menstruations-Witzen keiner ein.

Über 9 Jahre nach der siebten Staffel kehren die Gilmore Girls also in Form von vier einstündigen Episoden (das Finale bekam noch eine halbe Stunde zusätzlich) zurück. Diesmal wieder mit Serienschöpferin Amy Sherman-Palladino sowie deren Ehemann David Palladino am Ruder. Aber Moment mal, weshalb gucke ich alter Sack das überhaupt? Weil ich witzige Frauen mit Hang zu schrägen Dialogen mag, mich schnatterhaft-schnelle Gesprächsabfolgen nicht stören, sondern grinsen lassen und Stars Hollow einfach die schrulligsten Nebendarsteller beheimatet: Kirk. Jackson. Paris. Michel. Taylor. Luke. Emily und Richard. Die Liste ließe sich locker fortsetzen, denn außer den Liebesaffären von Rory mochte ich eigentlich die komplette Riege. Hach, das Mädchen hat eben einfach nie „ihren“ Luke gefunden. Okay, ich hör‘ schon auf.

Die nun auf Netflix laufende Mini-Serie hat mich insgesamt gut unterhalten. Mehr aber auch nicht, würde ich hinzufügen, wenn ich so offen gehässig wie Paris wäre. So ziemlich jedes bekannte Gesicht aus der Show hatte seinen Auftritt, es war einfach wieder schön, in Stars Hollow einzukehren, die Gespräche der beiden Gilmore Girls, die Lorelai-Emily-Kabbeleien und den mürrischen, aber gutmütigen Luke zu erleben. Von daher dürfte niemand, der die Show schon vorher verfolgt hat, enttäuscht werden. Für meinen Geschmack kamen angesichts der stattlichen Zahl von Gastauftritten allerdings die Kultcharaktere deutlich zu kurz. Da hätte ich mir mehr Michel-Gemeckere, Kirk-Beklopptheiten oder Taylor-Stadratsversammlungen gewünscht. Weshalb man dann Lorelai zu Beginn der letzten Episode noch alleine auf Selbstfindungssuche gehen lässt, ergibt da kaum Sinn. Die berühmten letzten vier Worte werde ich selbstverständlich nicht verraten, aber vor Überraschung umgehauen haben sie mich nicht.

„A Year In The Life“ fühlte sich insgesamt wie eine gedrängte Wiedersehensparade mit allen Charakteren an, die quasi als Appetitanreger für eine richtige Staffel dienen sollte. Ich wäre dabei, die höhere Wertung spare ich mir eben dafür auf. Dann aber mehr Kirk für alle!

GESAMTWERTUNG: 5,17 Punkte (gut) 

WESTWORLD SEASON 1

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Komplexe Angelegenheit, diese Show. In meinem serienguckenden Umfeld waren alle hellauf begeistert von der ersten Episode. Danach ging es mit fortschreitender Dauer für manche zu schleppend voran, manchen wurde es wiederum zu kompliziert. Andere ließen auch jenen, die es nicht wissen wollten, die neuesten Internetgerüchte und -theorien zukommen. Angebliche Plotholes wurden aufgedeckt und mit erhobenem Zeigefinger darauf gewiesen. Der aufgehende Star am Serienhimmel schien auf Sinkflug zu gehen. Als schließlich das Finale eine Auflösung für die allermeisten Fragen anbot, war ein kleiner Rest endgültig bedient ob der Unglaubwürdigkeit und Unlogik der Handlungen aller Beteiligten.

Puh. Jetzt meine Meinung. Ich bin kein Typ, der bei Serien von himmelhochjauzend zu hasserfüllt innerhalb von ein paar Folgen wechselt. Mich hatte „Westworld“ von der ersten Folge an und auch wenn es mir im Mittelteil ein wenig zu wenig voranging, freute ich mich doch auf jede neue Geschichte aus der Welt der Roboter, Menschen und Robotern, die sich für Menschen halten. Der Show als Makel anzukreiden, dass einige Mysterien von der Internetcommunity vorzeitig aufgedeckt wurden, ist schon mal Quatsch. Können die Macher ja nichts für, wenn es Menschen mit zu viel Zeit, scharfen Augen und Mitteilungsbedürfnis gibt. Die letzten 90 Minuten boten Antworten, die für einige Zuschauer nicht nachvollziehbar gewesen sein mögen – nur ein paar Stichworte: kinderleicht änderbare Sicherheitseinstellungen, ausrangierte Keller und Stockwerke mit Zugang zum Netzwerk, die komplette Ahnungslosigkeit der Geldgeber und des Personals, was in den Glaskästen passiert. Für mich haben die überragenden Stärken von „Westworld“ (Schauspieler, Ausstattung, Action, Mysterien, Storykniffe) diese Schwächen aber ausbügeln können. Das ist alles sicherlich eine Frage der persönlichen Gewichtung. Bei mir floss es derart in die Wertung ein, dass das Prädikat knapp verpasst wurde. Ich für meinen Teil freue mich auf eine Zweitsichtung als Vorbereitung zur zweiten Staffel, zu deren Start die notorischen „Das ist alles schrecklich dumm!!!!“-Rufer mit Sicherheit wieder mit dabei sein werden.

GESAMTWERTUNG: 5,90 Punkte (sehr gut)

THE WALKING DEAD S07E01-E08 

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Abpfiff der ersten Hälfte und damit die traditionelle Halbzeitpause bei Rick Grimes und seinem Team. Die Untoten reichen Handtücher und Energygetränke, Muskeln werden gelockert, kritische Analysen angebracht und natürlich reichlich auf Negan, dieser unberechenbaren, überhart foulspielenden Sau, herumgeschimpft.

Dabei muss man anerkennen: die bisherige Staffel wäre ohne Negan ein brutaler Langeweiler. Sah man bei den paar Episoden, in denen der Blick auf zwei andere Kommunen gerichtet wurde. Klar, bei der Charakterzeichnung des grinsenden Apokalypse-Tyranns fasst man sich gerne an die Stirn, wenn er etwa Hobby-Assassine Carl verschont und auch sonst nicht alles in seinem Umfeld irre lachend mit seiner Lucille zertrümmert. Die Show stellt das Duell Negan gegen Rick in den Mittelpunkt und damit steht und fällt entsprechend die Rezeption seitens des Publikums. Ich für meinen Teil habe mich bei „The Walking Dead“ schon weitaus schlechter unterhalten gesehen. Luft nach oben aber ist noch vorhanden.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH 8 EPISODEN: 4,91 Punkte (befriedigend)

Serienbarometer:

Brooklyn Nine Nine Season 4 (5,48 Punkte nach 12 Episoden)

Sie werden einfach nicht schlechter, die Geschichten um das New Yorker Polizeirevier mit den herrlich bescheuerten Uniformträgern (plus der unfassbaren Gina Linetti). Erneut klarer Kandidat für die beste Comedy-Serie in diesem Jahr. 

Life In Pieces Season 2 (4,88 Punkte nach 8 Episoden)

Ich mag die Serie weiterhin und bewundere das Konzept der 5-Minuten-Spaßgeschichten. Dennoch fehlen mir bisher noch die Spitzen, die richtig dicken Brüller, die Knallerepisödchen, die so nachwirken, dass ich die anderen Geschichten gleich mit hochbewerte. Bisher alles im 4,5 – 5,0 Punkte-Bereich.

Abgesetzt:

Designated Survivor Season 1 (4,31 Punkte nach 8 Episoden)

Die Show mit den schlimmsten Sideplots auf meiner aktuellen Guckliste. Irgendwann konnte ich einfach nicht mehr. Kiefer Sutherland als Präsident wider Willen ging ja in Ordnung, aber so richtig packen konnte mich die Serie trotzdem einfach nicht. Und immer dann, wenn es punktemäßig mal auf die 5 Punkte zuging, erwischte mich ein schlimmer Nebenhandlungsstrang, der mir die Lust aufs Weiterschauen vergällte. Sorry, ich guck mir ab 20.1. die neue Show „Designated Troublemaker“ mit Donald Trump an.

Dr. Ken Season 2 (4,0 Punkte nach 2 Episoden)

Nur kurz wieder reingeschaut und erkannt: Ken Jeong und Dave Foley reichen trotz ihrer Bemühtheit einfach nicht, um die Show aus der Mittelmäßigkeit zu hieven.

Son Of Zorn Season 1 (4,38 Punkte nach 8 Episoden)

Zorn hat sein Pulver leider schon frühzeitig verschossen. Okay, die Metapher ist für einen Fantasy-Schwertkämpfer schief. Dann steckt das Schwert eben fest und bewegt sich keinen Millimeter mehr. In den ersten Folgen war das Szenario samt einkopierter Comicfigur noch angenehm bekloppt, mit fortschreitender Dauer wird es jedoch gähnend langweilig. Eine der späteren Episoden musste ich sogar frühzeitig beenden, weil es so unterhaltsam war, wie He-Man bei der Fußpflege zuzusehen.

The Last Man On Earth Season 3 (3,88 Punkte nach 9 Episoden)

Ich war so tapfer. Habe eisern die dritte Staffel bis zur Winterpause gesehen. Daher auch die schlechteste Wertung von allen abgesetzten Serien. Denn es ist von Anfang bis Ende nicht mehr wirklich unterhaltsam, sondern im besten Fall durchschnittlich. Ich glaube sogar, die haben sich das Drehbuch mittlerweile gespart. Will Forte schreibt sich vor Beginn des Drehs ein paar höchstnervige Sprüche auf, die anderen improvisieren lustlos irgendwas zusammen und los geht’s. Mein einziger Lichtblick January Jones hat schon innerlich aufgegeben und trottet nur noch in Militärkleidung herum. Dann bin ich jetzt auch draußen.

Demächst:

Homeland Season 6

The Man in The High Castle Season 2

Sherlock Season 4

102 (Oktober 2016)

14 Okt

Frische Piloten, von denen der Großteil allerdings sehr wenige nach oben gerichtete Daumen von mir bekommen hat. Überhaupt ist der Seriencheck dieses Mal leider sehr absetzfreudig ausgefallen. Aber fangen wir mit etwas Schönem an.

WESTWORLD (S1E01/E02)

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In einer vielleicht gar nicht so weit entfernten Zukunft baut eine vom Stil her stark an Apple angelehnte Firma einen Western-Freizeitpark namens Westworld. Bevölkert wird dieser von sogenannten Hosts, sprich: Robotern, die von Menschen kaum zu unterscheiden sind. Die zahlenden Gäste dürfen sich dort ganz und gar austoben, heldenhaft Banditen zur Strecke bringen, hilflose Frauen in Not vor den ständig auf Kriegspfad stehenden Rothäuten retten, auf Schatzsuche gehen oder schlicht sinnlos Hosts über den Haufen schießen und hernach die leichten Damen im Saloon durchbeglücken. Nachts werden die Roboter sodann überholt und neu justiert. Wer den 1973 veröffentlichten Film gleichen Namens kennt, ahnt, was kommt: Die Maschinenmenschen kriegen einen Knacks weg und im Park geht’s mächtig rund.

Wird von allen Seiten dick gelobt und ich kann da nur meinen bescheidenen kleinen Lorbeerkranz dazuflechten. Die Show ist grandios, da stimmt alles. Überragende Schauwerte, visuell ein Knaller wie ein mit falscher Munition geladener Colt, eine ordentliche Portion an Mysterien zum Dranherumrätseln, talentierte Schauspieler im Überfluss und ja, wer gerne mal nackte Haut in seiner TV-Show ausgestellt sieht, muss nicht mehr verdrießlich bis zur nächsten Staffel „Game of Thrones“ ausharren. Schon der Pilot bekam von mir die volle Punktzahl, die zweite Folge lag nur unweit dahinter. Viele Reboots und Remakes machen wenig Sinn (siehe einige der nachfolgenden Besprechungen), aber mit „Westworld“ als Serie in dieser modernen Aufmachung hat HBO schon jetzt das Original in allen Bereichen weggeblasen. Das gucken wir jetzt alle brav und denken darüber nach, wie man sich selbst in dieser Welt aufführen würde. Bei mir hat das schon dazu geführt, dass ich für meinen Teil die Playstation VR jedenfalls im Verkaufsregal stehen lasse und warte, bis Westworld gebaut wird.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH 2 EPISODEN: 5,90 PUNKTE (überragend)
TENDENZ: sehr gut – überragend

 
TIMELESS (S01E01/E02)

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„Lucy, pack‘ die alten Schlübber ein, wir geh’n wieder auf Zeitreise!“. Auf diesen Satz warte ich ja, wenn der kernige Haudrauf Wyatt und der Wissenschaftler Rufus die sexy Historikerin Lucy für die nächste Weltrettungs-Mission rekrutieren. Denn ein Bösewicht namens Flynn hat eine brandneue Zeitsprungkugel aus dem Labor einer undurchsichtigen Hi-Tech-Firma gemopst und will nun in der Vergangenheit die schöne amerikanische Geschichte kaputt machen. So geht’s ja nicht! Gut, dass noch ein weiteres, eher ältliches Modell der Hüpfkapsel im Lager steht. Jetzt aber hurtig los, zeitgemäß einkleiden und bloß nicht die Zeitlinie verändern! Oder halt nur minimal.

Mit Zeitreisen kriegt man mich so gut wie immer. Und nachdem ich „12 Monkeys“ abgesetzt habe, weil mich die Show wegen ihrer ständigen Herumhopserei auf der Zeitlinie verloren hat, ohne mir im Gegenzug etwas Spannendes zu bieten, nehme ich „Timeless“ gerne als Ersatz. Das ist nett gemachte Unterhaltung, bei der man gut der Story folgen und die knappe Dreiviertelstunde entspannt weggucken kann. Auf der Plusseite stehen mit Abigail Spencer („Rectify“, „Mad Men“) und Malcolm Barrett („Better Off Ted“) mir zwei bekannte und geschätzte Schauspieler. Ja, den großen Serienwurf sollte man hier nicht erwarten, die Spezialeffekte bewegen sich im „geht noch so“-Bereich, am Ende kommt dank der Mithilfe unserer Helden eh alles fast so, wie es halt kommen soll und der arme dunkelhäutige Wissenschaftler Rufus wird in jeder Folge aufstöhnen, dass es keine Epoche gibt, in die man als anständiger Afro-Amerikaner bedenkenlos reisen kann. Trotzdem: Ich fand’s charmant und leicht bekömmlich. Bleibt auf meiner Guckliste, auch wenn es wahrscheinlich kaum einmal über die 5,0-Punkte-Grenze springen wird.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH 2 EPISODEN: 4,50 PUNKTE (befriedigend)
TENDENZ: befriedigend+

 

SPEECHLESS (S01E01/E02)

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Die Abenteuer einer chaotischen bis leicht durchgedrehten Familie mit einem an Muskeldystrophie erkranktem Sohn in einer neuen Stadt. Inklusions-Comedy von ABC.

Ich nenne das Ganze jetzt einfach mal so, weil sich die Show schon schwerpunktmäßig um den auf den Rollstuhl angewiesenen Kenneth (Micah Fowler) und seine besonderen Bedürfnisse dreht. Keine Frage, es ist eine tolle Sache, dass man Kenneth zeigt, wie er seine Umgebung mit seinem schlagfertigen Humor eindeckt. Meiner Meinung nach bräuchte man die Figur deshalb allerdings nicht so in den Mittelpunkt zu stellen. Ich verweise in der Hinsicht gerne wieder auf „Legit“ mit Jim Jefferies und DJ Qualls, wo man dieses Thema einfach lässiger und eben ohne großen Fingerzeig behandelt hat. [Kleiner Linktipp hierzu: Jim Jefferies in seiner unverwechselbaren Art über das Casting mit an Muskeldystrophie leidenden Schauspielern]

Den Piloten fand ich in Ordnung, auch wenn mir Minnie Driver als übertrieben aufgekratzte und rauhschalige Mama schon direkt auf die Nerven gegangen ist. Ab der zweiten Episode wird allerdings klar, dass ABC hier eine Art „Shameless“ mit Inklusions-Wohlfühl-Bonus anbieten will, denn die restlichen DiMeos entpuppen sich doch als ziemliche Asi-Familie, ohne dabei auch nur ansatzweise an den speziellen Charme der Gallaghers aus Chicago heranzukommen. Dafür agieren die beiden anderen Kinder sowie John Ross Bowie („The Big Bang Theory“) als Vater zu wenig schillernd und schwarzhumorig. Sorry, aber da bleibe ich doch beim Original. Also dem US-Remake des britischen Originals.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH 2 EPISODEN: 4,0 PUNKTE (durchschnittlich)
TENDENZ: Sichtung eingestellt

 

LETHAL WEAPON (PILOT)

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Murtaugh und Riggs sind wieder da! Fast 30 Jahre nach dem Start der erfolgreichen vierteiligen Filmreihe bringt FOX unter dem Motto „Good Cop. Crazy Good Cop“ die beiden Ermittler wieder an den Start. Murtaugh (Damon Wayans, „What’s up, Dad?“) muss sich wegen Herzbeschwerden schonen und Riggs (Clayne Crawford, „Rectify“).. oh Mann, Riggs ist selbstmörderisch schlecht drauf. Aktive aggressive Depression wegen eines persönlichen tragischen Verlusts, was gleich zu Beginn etabliert wird. Ganz schlimm. Voll crazy, der Typ. Denkt dran: Dem ist alles wurscht, der will hopps gehen, dem kannst du als Bösewicht nicht mit gutem Zureden und Vernunft kommen.

Japp, der Zug fährt bei mir direkt auf der „Hätt’s nicht gebraucht“-Schiene ein. Der emotional gestimmte Anfang hat mich zwar nicht kalt gelassen, danach allerdings geht es vor allem in Sachen Riggs komplett über den Berg und jenseits der Logik. Habe ich schon erwähnt, dass Riggs richtig durch ist? Also wirklich ernsthaft? Der will nimmer. Falls ich es nicht erwähnt habe, die Serie weist im Verlauf des Piloten darauf hin. Sollte man drauf achten. Der ganze Wahnsinn gipfelt zum Ende in einer Schießszene von epischen Scheißdrauf-Triumph-Ausmaßen. Davon habe ich mich bisher nicht mehr erholen können. Ich gucke stattdessen lieber die Filme nochmal durch. Wer trotzdem weiterschauen möchte: Passt auf den Riggs auf! Wenn der von meiner Bewertung Wind bekommt, kann ich für nichts garantieren. Weil…

PILOTENWERTUNG: 4,0 PUNKTE (durchschnittlich)  
TENDENZ: Sichtung eingestellt 

 

MACGYVER (PILOT)

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Angus MacGyver ist irgendwann in den 90ern plötzlich Kult geworden. Weil er aus einer Stricknadel, vier Triangeln, einer Rolle Packpapier, zwei Kugelschreiberummantelungen und sechs Metern Gewebe-Klebeband (mattschwarz) einen rassigen Sportwagen mit aufgesetztem Maschinengewehr zusammendübeln konnte, um seinen Häschern zu entkommen.

Nun tritt Jung-MacGyver auf den Plan, der als Agent einer streng geheimen Regierungsorganisation arbeitet, böse Buben zur Strecke bringt und weltenvernichtende Waffen unschädlich macht. Alles freilich ohne Kanone (dafür ist sein Scharfschützenkumpel Jack zuständig), aber stets mit dem Bindfaden im Anschlag.

Die meinen das wirklich ernst. So mein erster Gedanke nach dem Piloten. Als 80er-Jahre-Trash-Spaß hätte das nämlich durchaus kurzfristig Sinn ergeben: Ein Gegenspieler, der die Welt brennen sehen will, weil man diese erst zerstören muss, um sie wieder neu aufbauen zu können. Eine Computerspezialistin, die mit rasantem Klickediklack auf der Tastatur sekundenschnell an jede Kamera, jede Information, jede Datei dieser Welt herankommt. Ein Held, der einen modernen Handabdruck-Scanner mit ein bisschen Gebröckel aus der Wand täuscht. Und ja, die restlichen Bastelarbeiten sind extrem unspektakulär, werden aber angeteasert, als würde gleich eine Sensation den Bildschirm implodieren lassen: Dramatischer Schwenk(!) auf und namentliche Einblendung(!!) einer Büroklammer(!!!) inklusive. Dazu noch mit Jack der eindimensionalste Charakter seit langem und eine krasse Wendung am Ende, die sämtliche Maulwurf-Twists bei „24“ stimmig und logisch erscheinen lässt. Kommt, Leute, geht nach Hause und lasst die Finger vom Tesafilm und die Nase vom Uhu-Kleber.

PILOTWERTUNG: 3,0 PUNKTE (mäßig)
TENDENZ: Sichtung eingestellt

THE EXORCIST (PILOT) 

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Basierend auf dem Horror-Kult-Film aus dem Jahre 1973, erzählt „The Exorcist“ die Geschichte zweier Priester, die bei einer ansonsten tadellosen Chicagoer Familie den Teufel austreiben müssen.

Ich möchte den Eindruck, den die Serie auf mich hinterlassen hat, mit einer Anekdote umschreiben. Als ich heute Morgen mit dem festen Willen aufstand, einen neuen Seriencheck zu vollenden, fiel mir lauwarm ein: „Ach Mist, über die Serie zum Exorzisten müsste ich ja auch was schreiben. Was ist da eigentlich nochmal passiert?

Der Pilot dieser Show ist wirklich an mir vorübergewabert, ohne meine Aufmerksamkeit ernsthaft auf sich ziehen zu können. Ich krame in meinem Gedächtnis: Geena Davis hat mitgespielt. Und der Typ aus Chaos City, Alan Ruck. Der arme Kerl hatte angehenden Alzheimer. In seiner Rolle. Am Schluss hatte jemand anderes den Teufel im Leib als man das vorher erwartet hatte. Dazwischen insgesamt ziemlich trübe Stimmung. Mehr kriege ich nicht zusammen. Den an Dämonenaustreibungen brennend interessierten Lesern möchte ich doch eher das thematisch ähnlich gelagerte „Outcast“ ans frisch polierte Kruzifix legen. Gott zum Gruße.

PILOTWERTUNG: 3,5 PUNKTE (unterdurchschnittlich)
TENDENZ: Sichtung eingestellt  

Und als Rausschmeißer Kurzeindrücke zu ein paar Staffelneustarts:

ASH VS. EVIL DEAD (S2E01/E02)

Bleibt weiterhin angenehm bescheuert, blutig und daher auf seine spezielle Art unterhaltsam. In der zweiten Episode wartet für Freunde der vollkommen übertriebenen Kettensägen-Herumsudelei ein Kunstwerk, das in die Analen eingehen (gewollter Rechtschreibfehler) und pensionierten FSK-Prüfern bzw. ex-Autoren des katholischen Filmlexikons schmerzvolle Tränen in die Augen treiben wird.

STARTWERTUNG: 5,0 Punkte (gut)

BLUNT TALK (S2E01)

Habe ich nochmal eine Chance gegeben, obwohl mich die erste Staffel letztlich nicht hat begeistern können. Trotz Patrick Stewart. Erkenntnis nach dem Auftakt zur zweiten Season: Außer dem erwähnten britischen Kultdarsteller und vielleicht noch Adrian Scarborough als seinem Butlerkumpel gehen mir alle Charaktere auf den Senkel. Das lassen wir mal lieber sein.

STARTWERTUNG: 3,5 Punkte (unterdurchschnittlich)

THE LAST MAN ON EARTH (S3E01)

Leider keine Besserung in Sicht. Dabei war damals der Beginn der zweiten Staffel noch richtig gut gelungen, ehe die Show in den kommenden Folgen die ganz große Abfahrt in Sachen Humorniveau und intelligentem Spaß nehmen sollte. Abgründe taten sich zwar noch nicht auf, aber richtig lustig ist es eben auch nicht. So langsam kann mich auch die Aussicht auf January Jones nicht mehr an „The Last Man On Earth“ binden.

STARTWERTUNG: 4,0 Punkte (durchschnittlich)