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59 (August 2012)

28 Aug

Sommer, Sonne, Seriencheck. Diesmal geht es um die Nebensaison im US-Fernsehen, zu der stellenweise die gar schröcklichsten Reality-TV-Shows ausgepackt werden. Über die ich an dieser Stelle natürlich nicht berichten werde. Aber es gibt auch Tolles, Interessantes und Spannendes.

Anger Management (Season 1)

Charlie Sheen als ex-Baseballspieler und nun Aggressionsbewältigungstherapist, der die besten Anlagen hat, sein bester eigener Patient zu werden. Was er u.a. bei einem Treffen mit dem Freund seiner ex-Frau (Shawnee Smith, Becker) unter Beweis stellt. Also flugs eine Therapiesitzung mit einigen hoffnungslosen Fällen zusammengestellt und sich der eigenen Seelenklempnerin und Teilzeit-Liebhaberin Kate (Selma Blair, Hellboy) anvertraut. Was soll da schiefgehen?

Was hatte Mr. Sheen getönt, als er bei Two And A Half Men rausgeflogen war. Dass die Erfolgscomedy schon längst nicht mehr witzig sei, sondern nur noch öde – womit er zugegebenermaßen nicht ganz Unrecht hatte. Und dass er nun beim Kabelsender FX in einer viel besseren Show mitspielen werde, mit frischem, direkten Humor ohne Rücksicht auf Verluste. Okay, bei dem Teil hatte er zuvor wohl gerade das Näschen etwas zu tief im Kokaintöpfchen versenkt. Denn „Anger Management“ ist eine ziemlich biedere, by the book-Comedy geworden, die man getrost auslassen darf. Ja, die Anfangsszene im Piloten, als Sheen scheinbar nochmal seinen Konflikt mit TAAHM-Chef Chuck Lorre ausfechtet, ist gelungen. Nein, danach kommt aber nichts mehr, was hervorsticht oder in Erinnerung bleibt. Charlie charmiert wie üblich, sucht und findet Sex oder verzweifelt statt an seinem Serienbruder Jon Cryer nun an seinen Therapiefreunden, von denen gleich mehrere nicht meine Art von Humor trafen. Nach der ersten Folge vergab ich noch ein „befriedigend“, für die zwei nächsten Episoden ging es wertungsmäßig schon deutlich bergab, weshalb ich danach den Schlussstrich zog. Für beinharte Fans von Mr. Sheen und Zuschauern, die Two And A Half Men immer noch für großartig halten.

Sichtung nach 3 Episoden eingestellt

Wertungsschnitt: 3,66 Punkte (unterdurchschnittlich)

Falling Skies (Season 2)

Erde immer noch von Aliens besetzt, Städte kaputt, aber der Familie geht es den Umständen entsprechend ganz gut. Geschichtsprofessor Tom Mason kämpft aufs Neue mit der 2nd Mass, dem zweiten Militärregiment Massachusets, ums Überleben. Zum Ende der ersten Staffel wurde er vom großen Alienbösewicht zum Plausch eingeladen und ich befürchtete das Schlimmste. Wollten die Aliens nur die Kinder retten, weil die Menschheit die Erde vernichtete? Warum denkt denn keiner an die Kinder? Oder an die Teenies oder Familien, mit all ihren Beziehungsproblemen, die auch mitten im schönsten Endzeitszenario doch so wichtig sind?

Man mag sich fragen, weshalb ich bei der zweiten Staffel eingestiegen bin. Na, es ist halt Sommer, es kommt sonst nichts, ich mag Sci-Fi-Endzeitgedöns, vielleicht wird es ja besser. Und Obacht: die ersten Folgen sollten mir richtig gut gefallen. Endlich liegt der Fokus mehr auf dem Überlebenskampf, alles ist düsterer gezeichnet, die Kids nerven nicht, die Auseinandersetzung mit den Aliens ist allgegenwärtig und wird blutig geführt. Es gibt Opfer innerhalb der Gruppe, die man richtiggehend betrauert, aber auch Hoffnung in Form einer Stadt namens Charleston, in die sich zahlreiche Überlebende gerettet haben sollen. Leider, leider dreht die Show nach etwa der Hälfte wieder an den falschen Knöpfen.

Der kleine Matt will sein Testament verfassen; Hal liebt Sarah, aber die hatte ja so ein schweres Leben und dann gibt es ja auch noch Karen, seine Ex-Verflossene, die aber nun ein voll durchtrieben böses Alienluder geworden ist. Aber tief im Inneren verspürt sie vielleicht doch noch etwas? Ach. Oder mag sie eher Hals Bruder Ben, den mit dem süßen Justin-Bieber-Look, der eine Alienrevolte der Skitters anführen will? Puh. Gegen Ende findet man Charleston, trifft auf Terry O’Quinn in einer wenig glorreichen Rolle als Bürgermeister, legt sich mit dem Militär der Stadt an, jemand wird natürlich noch schwanger, der böse Oberalien taucht kurz auf, sagt Hallo und zum krönenden Finale schreiben die Autoren einen Twist rein, der die enttäuschten, weil mehr auf SciFi als auf Familien-Soap hoffenden Zuschauer wie meine Wenigkeit auf die dritte Staffel heiß machen soll. Ich weiß nicht, ob das nochmal klappt.

Fazit: wegen der verpatzten zweiten Staffelhälfte nur leicht besser als die erste Season. Mit guten Ansätzen, die man letzten Endes aber nicht konsequent weiterverfolgt hat.

Gesamtwertung: 4,30 Punkte (durchschnittlich)

Futurama (Season 7)

Die bessere Show von Matt Groening geht mittlerweile in die siebte Staffel. Das Comeback im Sommer 2010 war von meiner Sternwarte aus vollends geglückt, die Show sprühte nur so vor Einfällen, Witz und Charme. 2012 wird der Fan von Fry, Leela & Co. bis dato erneut zufriedenstellend bedient, auch wenn sich ein paar recht deutlich schwache Episoden wie „Zap Dingbat“ oder „The Butterjunk Effect“ eingeschlichen haben. Dafür gibt es treffenden Spott auf Präsidentenwahlen („Decision 3012“), eine gelungen epische 100. Jubiläumsfolge („A Farewell to Arms“) und der wohl seltsamste Blick auf das Oktoberfest im 30. Jahrhunderts („Fun on a Bun“). Was leider fehlt, sind richtige Knallerepisoden, die mich die magischen 5,5 bzw. 6 Punkte ziehen lassen (bisher nur die erwähnte Jubiläumsepisode). Season 7 könnte wegen der Ausfälle und der Schwäche im Hochnotenbereich am Ende unterhalb der 5-Punkte-Grenze landen. Aber noch ist ja Zeit.

Aktueller Durchschnittswert: 4,60 Punkte (befriedigend)

Men At Work (Season 1)

Vier Kumpels arbeiten in einem Verlagshaus in New York. Einer davon wurde just von seiner Freundin verlassen. Keine Frage, dass die Männergruppe dem Sitzengelassenen mit Rat und Tat in Sachen neue Liebesbekanntschaften zur Seite steht. Obwohl keiner von ihnen selbst eine Ahnung von Beziehungen hat…

Erinnert sich noch wer an Steven Hyde? Den Hyde aus „That 70’s Show“? Der Hardrock und Hasch konsumierende Lockenkopf, der mit Abstand der Coolste aus der Truppe von Teenagern aus Wisconsin war? So jedenfalls meine bescheidene Meinung. Was ist eigentlich aus dem geworden? Nun, aktuell spielt er unter seinem bürgerlichen Namen Danny Masterson in der neuen Buddy-Comedy „Men At Work“ mit. Auf dem Kabelsender TBS, der schon Conan O’Brien eine neue Heimat gab.

„How I Met Your Mother“ ohne Mother und generell ohne Frauen in der Gruppe könnte die grobe Umschreibung lauten. Denn Barney Stinson, Ted Mosby und Marshall Eriksen würden prima in die Clique reinpassen.

Für mich ein unterschätztes Comedy-Kleinod dieser Sommersaison. Ich mag die vier Charaktere durch die Bank weg, sei es der eitle Sonnyboy, der Ladies Man, der geekige Schüchterne (der als einziger verheiratet ist) und Milo, der Verlassene. Danny Masterson – nun mit Vollbart – versprüht weiterhin maximale Lässigkeit trotz Planlosigkeit. Neue Sitcom-Brötchen werden keine gebacken, ein, zwei Episoden gehen nicht auf, vieles an Story wurde auch schon bei Friends und Co. verwurstet, aber das Ergebnis mundet. Zumal es mit „Toilet of Eden“ den besten Wassertoiletten-Tribute seit Al Bundy’s Folge mit der Original Ferguson zu bestaunen gibt. Auch sehr gelungen: das Finale mit dem Decathalynn, einem Zehnkampf voller Schmerz, Leidenschaft und Hingabe.

Schlussendlich landet der Newcomer bei exakt der Punktwertung, die „How I Met Your Mother“ in diesem Jahr bei mir einfahren konnte. Womit sich der Kreis zu Barney & Co. schließt. Ich freue mich auf die zweite Staffel.

Gesamtwertung: 4,75 Punkte (befriedigend)

Louie (Season 3)

Die Show, deren gelungene Folgen ich immer zu hoch bewerten werde. Weil ich den Komiker Louis C.K. schlicht grandios finde. Was der Mann in seinen Stand-Ups von sich gibt, ist teilweise schlimmst derb, aber auch furchtbar wahr und erschreckend intelligent. Nebenbei revolutioniert mit seiner Webseite den Vertrieb von Spoken Comedy-Werken. Seine Show bei FX ist und bleibt für mich aber eine Angelegenheit mit zwei Seiten. Manchmal brillant, manchmal unter reinen Comedy-Aspekten langweilig. Natürlich kann man jede Episode unter dem Aspekt des „Da zieht jemand sein Ding durch, bleibt unvorhersehbar, bietet neue Einblicke in das Beziehungsleben des New Yorkers im 21. Jahrhunderts, überrascht mit ruhigen Persönlichkeitsanalysen“ über den grünen Klee loben. Die thematisch oft zweigeteilten Episoden erzählen Geschichten, die manchmal gar keinen lauthals zu belachenden Witz transportieren wollen.

Aber wenn sie es tun, dann sind sie großartig. Am offensichtlichsten trifft dies in der aktuellen Season auf die Teilepisode „Never“ zu, in der Louie einen kleinen Gast in sein Haus aufnimmt, der an krassem Verhalten nicht mehr zu toppen ist.

Update: zum Ende der Staffel serviert uns „Louie“ noch einen richtig
zu Herzen gehenden, aber auch herrlich komischen Dreiteiler namens „Late
Show“, für deren Finale ich ohne Zögern die Höchstwertung ziehe.

Gesamtwert: 5,10 Punkte (gut)

Go On (Season 1)

Ryan King ist Sportmoderator bei einer Radiostation, hat dabei stets einen flotten Spruch auf den Lippen – und vor einem Monat die Liebe seines Lebens verloren. Weshalb seine Kollegen ihn statt zur Arbeit in eine Gruppentherapie schicken. Wo King unter den Beteiligten für Chaos, aber seltsamerweise auch gelungene Trauerbewältigung sorgt.

„I’m back!“, ruft der ewige Chandler (Matthew Perry) zu Beginn der Pilotepisode und man freut sich als Zuschauer mit ihm. Ich gestehe offen und ehrlich, zu den Leuten zu gehören, die Mr. Perry endlich ein gelungenes Comedy-Comeback wünschen würden. Mit „Go On“ hat er sich allerdings an ein diffiziles Projekt gewagt, denn die Show will Trauer, Verlustbewältigung und Comedy in einem Rutsch anpacken. So etwas funktionierte zuletzt bei manchen Episoden von „Scrubs“. Aber durchgehend?

Ryan King gibt den aufgedrehten Sprücheklopfer, der wie ein Flummi mit voller Wucht auf die starre Gruppe der Trauernden prallt. Die daraus entstehenden Situationen und Komplikationen fand ich im Nachhinein gelungen. Im Nachhinein? Ja, ich musste mir die Folge zweimal anschauen, beim ersten Eindruck fand ich vor allem das „Wer ist die ärmste Sau in der Therapie?“-Ausscheidungsturnier etwas zu aufgesetzt. Trauern und Spaß dabei haben ist nun mal eine Kombination, die mir etwas schwer in die Humorzone gleitet. Insgesamt stellt der Pilot einen empfehlenswerten Auftakt der Show dar, die am 11. September (tolles Timing!) fortgeführt wird. Dann dürfte man erfahren, ob der Spagat zwischen den beiden Extremen Lachen und Weinen weiter gelingt. Sorgen habe ich, dass die US-Zuschauer sich vielleicht zu sehr an „Anger Management“ erinnert fühlen und die neue NBC-Show ignorieren. Als Europäer prallen zudem die Sportthemen wie US-Basketball oder US-Football souverän an mir ab, da würde ich also nicht unbedingt den Witzefokus drauf legen.

Ersteindruck: 5,0 Punkte (gut)

Im zweiten Teil der Sommersaison folgen demnächst:

Breaking Bad (Season 5)

The Newsroom (Season 1)

The Exes (Season 2)

Weeds (Season 8)

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50 (September 2011)

18 Sep

Von nun an geht es wieder rund im Serienland – heute Abend die Emmys, diverse Serienpiloten schwirren bereits umher und die meisten Midseason-Shows haben ihre Staffeln abgeschlossen. Zeit daher für einen Rückblick auf die Sommershows:

Almost Heroes [Season 1]

Kanadische Serie, die sich dem Trend der Geeky Comedy im Stil von The Big Bang Theory oder The IT Crowd verschrieben hat und ihre Sache insgesamt sehr ordentlich macht. Die gerade mal 8 Episoden umfassende Saison bietet sympathisch-witzige Unterhaltung mit durchweg gelungenen Nebencharakteren. Das Brüderpaar Terry und Peter steht dabei natürlich im Vordergrund, vor allem Ryan Belleville legt seiner Figur des Comicladenbesitzers die authentische, fast kindische Hibbeligkeit zugrunde. Aber auch der verfeindete Sportshop-Inhaber Dan, die sich ewig auf der Suche nach Liebe befindliche Dauerfreundin Bernie oder der kauzig-seltsame Wachmann Boyd können überzeugen und tragen zur positiven Bewertung der Show bei. Insgesamt ein würdiger Lückenfüller, der zwar nicht ganz an die großen Momente des Nerdwahnsinns herankommt, aber so manche jüngere Folge von Sheldon & Co. übertrumpft.

Absoluter Wert: 4,93 Punkte / Anzahl an Höchstwertungen: 1x 5,5 Punkte
Gesamtwertung: gut
Top of the Show: S1E02 Terry and Peter vs.Wendell  

Curb Your Enthusiasm [Season 8]

Larry David wird auch langsam alt und die mittlerweile achte Staffel seiner Show leidet aus meiner Sicht an deutlichen Abnutzungserscheinungen. Nach einem sehr gelungenen Start mit der Folge „The Divorce“, in der sich unser Held in die schräge Situation hineinmanövriert, einem Mädchen theoretische Hilfestellung im Umgang mit Tampons geben zu müssen, pendelte sich die Qualität der späteren Episoden auf einem guten, aber eben nicht leider mehr überragenden Niveau ein. Viele der typischen Wendungen in den Geschichten wirken auf mich zu bemüht, zu künstlich, es fehlen mir die schreiend komischen Momente früherer Staffeln. Natürlich blitzt hier und da der Genius auf, wenn soziale Beobachtungsgabe auf alltägliche Situationen trifft. Andererseits versinken diese Momente aber leider allzu oft in harmlosem Plauschgeplänkel. Wenn es demzufolge an Spitzenwertungen fehlt und sich mit „The Bi-Sexual“ sich auch ein echter Langeweiler in die Staffel verirrt hat, passiert es auch einem Altmeister wie David, dass er unter die 5 Punkte-Durchschnittswertung fällt.

Absoluter Wert: 4,70 Punkte / Anzahl an Höchstwertungen: 1x 5,5 Punkte
Gesamtwertung: befriedigend
Top of the Show: S8E01 The Divorce 

Entourage [Season 8]

Sollte es jemals einen Preis für das liebloseste Finale einer TV-Serie geben, die Abschlussepisode von Entourage hätte ihn sich redlich verdient. Acht Folgen lang beobachtet man die Clique um Superstar Vince Chase bei ihrem Treiben und findet leider wie schon die Staffel zuvor wenig Berauschendes daran. Vielleicht insgesamt eine kleine Spur besser als die siebte Season, fehlt es weiterhin an einer mitreißenden Story für die Charaktere: Vince ist aus dem Entzug und verfolgt schreiend gähnige Filmprojekte und eine blonde Journalistin, E hängt wie gewohnt seiner großen Liebe nach, Drama hat mit seiner Zeichentrickserie noch den interessantesten Plot, Ari entzweit sich von der Gattin und Turtle hat wahnsinnig viel Gewicht verloren, aber immer noch keine gute Geschichte auf den nun schlanken Leib geschrieben bekommen. Zum Finale wird alles flugs zusammengerührt, eine Überdosis Happy End reingeworfen, frühere Storybögen der Staffel nicht mehr beachtet und Vince hastet urplötzlich dorthin, wo es ihn vorher nie hingezogen hatte. Ich kann nicht sagen, ob es wirklich einen Entourage-Film geben wird – nach dieser Season schaue ich mir lieber nochmal die zweite oder dritte Staffel an. Mein Tipp an die Macher: wenn ihr ein Spin-Off mit Ari Gold als mächtigen Filmboss machen wollt- okay. Aber strengt euch dann ein bisschen mehr an.

Absoluter Wert: 4,13 Punkte
Gesamtwertung: durchschnittlich

Falling Skies [Season 1]

Der Eindruck aus den ersten Folgen hat sich bewahrheitet. Ein Sci-Fi Drama mit dem Schwerpunkt auf Familie, elterliche Fürsorge und irgendwie halt auch Aliens. Ganz so schlimm wie befürchtet lief die Staffel dann doch nicht ab: weder fiel der Satz „Denkt denn keiner an die Kinder?“ noch haben die Kids und Jugendlichen die Aliens letzten Endes mit der Macht der Liebe in die Flucht schlagen können. Dafür kam bei mir als Zuschauer nie die allgegenwärtige Gefahr für Leib und Leben nach einer außerirdischen Invasion an. Die Besatzer störten ab und zu das Idyll der Schulruinen, richtige Einblicke in ihre Pläne bekam man allerdings nur spärlich. Schade, denn es waren nicht umsonst die Folgen um die Enthüllung der Herkunft der Skitters, die ich noch am stärksten empfand. Auch hätte ich gerne mehr Charaktere vom Kaliber des kauzigen Außenseiters John Pope gesehen. Das Finale schließlich hat mich enttäuscht zurückgelassen, bestätigt es doch meine sorgsam gepflegten Vorurteile, dass die Auflösung des Plots um die Außerirdischen mir letzten Endes die flache Hand vors Gesicht treiben wird.

Absoluter Wert: 4,25 Punkte
Gesamtwertung: durchschnittlich

Futurama [Season 6, Part 2]

Der zweite Teil der Staffel steht dem gelungenen ersten Teil kaum in etwas nach und verbindet das Ganze zu einer nach den eher mäßigen Filmen so nicht erwartbaren, qualitativ hochwertigen sechsten Season. Besser als die Simpsons und Family Guy in den Bereichen Parodie, aktuelle Bezüge und Anspielungen und damit die beste Zeichentrickserie dieses Jahres. Bei insgesamt 26 Folgen kann man über kleine Aussetzer wie „Yo Lee La“ und „Fry Am The Egg Man“ hinwegsehen, auch wenn diese in der zweiten Hälfte den Schnitt etwas nach unten sinken ließen. Dafür gab es reichlich Ausgleich mit zwei überragenden und drei sehr guten Episoden. Good reviews, everyone!

Absoluter Wert: 5,16 Punkte / Anzahl Höchstwertungen: 2x 6 Punkte; 3x 5,5 Punkte
Gesamtwertung: gut
Top of the Show: S6E16 Ghost in the Machines, S6E17 Law And Oracle, S6E23 The Tip Of The Zoidberg, S6E25 Overlockwise, S6E26 Reincarnation

Louie [Season 2]

Wie schon die erste Staffel, nimmt auch ihr Nachfolger eine Sonderstellung ein. Wenn man ehrlich ist, dann kann man Louie eigentlich nicht als Comedy bezeichnen. Es ist eher eine Art von Experiment, in dem man einem gestandenen Standup-Künstler mit Hang zum hart ausgesprochenen Wort die Freiheit gibt, sich in einem 25-minütigen Format auszutoben. Das Ergebnis ist frisch, anders und jenseits aller Erwartbarkeiten, aber auch aller üblichen Schemata der Komik. Festhalten kann man sich als Zuschauer eigentlich nur an eingestreuten Auftritten von Louis CK auf der Bühne. Meine Bewertung mag es nicht ganz zum Ausdruck bringen, aber ich halte die Show für eine willkommene Bereicherung des TV-Programms. Manche Episoden haben mich zwar zum Verzweifeln gebracht, weil ich den Humor nicht finden konnte (Joan oder Subway/Pamela etwa), andere hingegen haben mich richtiggehend berührt (Ducklings oder Airport/New Jersey). Oder die anrührende Episode, als Louie umziehen und sich endlich sein Traumhaus für 17 Millionen Dollar kaufen möchte, obwohl er nicht mal ansatzweise das Geld dafür hat, aber trotzdem seinen Vermögensberater von seinem Vorhaben überzeugen will. Passender Titel: Moving.

Absoluter Wert: 4,61 Punkte / Anzahl Höchstwertungen: 3x 5,5 Punkte
Gesamtwertung: befriedigend
Top of the Show: S2E03 Moving, S2E11 Ducklings, S2E13 Airport/ New Jersey

48 (Juni 2011)

21 Jun

Der letzte Seriencheck bevor die Sommer-Saison (mit u.a. Breaking Bad und Curb Your Enthusiasm) beziehungsweise die Blog-Pause wegen der Fußball-WM ansteht. Mit Fantasy, SciFi, Krankenhaus und vier flotten Damen.

Game Of Thrones (Season 1)

Nach den Romanen von George R.R. Martin erzählt die Fantasy-Serie „Game Of Thrones“ die Geschichte des Königreiches Westeros, seinen Feinden, seinen Verbündeten, seinen Clans. Als die rechte Hand des Königs unter mysteriösen Umständen verstirbt, reist dieser in den hohen Norden nahe des Schutzwalls, hinter dem klirrende Kälte und grauenvolle Wesen namens White Walkers warten, um seinen Freund Eddard Stark diese Aufgabe anzutragen. Es entspinnt sich eine epische Geschichte um Intrigen, Krieg, Macht und Verrat.

Ich bin wahrlich kein Fantasy-Fan und hätte es im „Herrn der Ringe“-Universum wohl maximal zum Zehenhaarschneider im offiziellen Slum des Hobbitdorfes gebracht. Aber den ersten Band des „A Song of Fire And Ice“-Zyklus habe ich gelesen und großen Gefallen daran gefunden, entsprechend vorfreudig gespannt war ich auf die Adaption für das Fernsehen. Mit HBO wurde hierfür schon einmal der ideale Partner gefunden, denn in Westeros geht es ordentlich zur Sache. Schon die ersten Minuten zeigen mit ihrer bildstarken Inszenierung, dass hier Erwachsene als Zielgruppe angesprochen werden sollen. Keine zaubernden Kinder, keine sprechenden Tiere, sondern Blut, Sex und Ränkespiele. Wer damit klarkommt, wird 10 Folge schlichtweg überragend unterhalten. Die Charaktere sind vielzählig, es braucht seine Zeit, um sich in den verschiedenen Familien zurechtzufinden (im Zweifel fand ich dabei die Übersicht auf hbo.com sehr hilfreich), doch die Mühe wird belohnt durch mitreißende Momente, bemerkenswerte schauspielerische Leistungen (auch von den Darstellern der Kinder, wie ich hier gerne extra betone), erinnerungswürdige Dialoge und -pünktlich jeweils zum Ende einer Episode- unerwartete Wendungen und Ereignisse, die einen sofort die nächste Folge herbeisehnen lassen. Ich habe schon viele TV-Serien gesehen, aber selten Figuren so herzlich gehasst wie in dieser Show. Auf der anderen Seite spielt Peter Dinklage als Lord Tyrion Lannister wohl die Rolle seines Lebens und müsste, so es mit rechten Dingen zugeht, eine Emmy-Nominierung, nein, gleich direkt den Emmy einheimsen.

Fazit: wer kein zu zartes Gemüt hat, beim Anblick von Rüstungen, Schwertern, Blut oder nackten Frauen nicht schreiend davonläuft und endlich erwachsene Fantasy perfekt umgesetzt sehen will, kommt um diese Show nicht herum. Episch, fantastisch, großartig. Ich freue mich jetzt schon auf die zweite Staffel und die vor meinem Nachttisch liegenden ersten vier Bücher der Saga.

Wertungsmäßig lag keine der Episoden unterhalb von 5 Punkten, vier Mal war die Höchstwertung Pflicht, entsprechend hoch liegt der Schnitt, den Game of Thrones nur wegen der deutlich weniger Folgen hinter meinen Saisonfavoriten Fringe platziert.

Absoluter Wert: 6,20 Punkte / Anzahl an Höchstwertungen: 4x 6,0 Punkte ; 5x 5,5 Punkte

Gesamtwertung: überragend

Top of the Show: S1E01 Winter Is Coming, S1E05 The Wolf And The Lion, S1E09 Baelor, S1E10 Fire And Blood

Falling Skies (Season 1)

Die Fantasy ist dank Game of Thrones also gerettet, wie wäre es jetzt nochmal mit einer gelungenen SciFi-Serie? Seit der Kampfstern Galactica zum Ende der letzten Staffel Richtung Sonne entschwebt ist, kam in der Hinsicht kaum mehr etwas. Schafft Falling Skies, die neue von Steven Spielberg produzierte TNT-Serie, hier Abhilfe? Zur Story: Die Menschheit wurde bei einem Angriff außerirdischer Wesen zum größten Teil ausgelöscht, der kümmerliche Rest wird entweder verslavt oder kämpft gegen die übermächtigen Besatzer und ums Überleben. Mit dabei in der Gruppe der Widerständler: der Geschichtsprofessor Tom Mason (Noah Wyle), der einen seiner Söhne aus der Gefangenschaft der Aliens befreien will.

Fangen wir mit dem Positiven an: die außerirdischen Invasoren bleiben nicht weitestgehend unsichtbar. Das war meine erste Befürchtung, nachdem ich die wenig berauschenden Filmkritiken zur Spielberg/Abrams-Kollaboration „Super 8“ gelesen hatte. Überzeugen konnte mich das Alien-Design allerdings dann doch nicht. Gut, es ist Fernsehen und nicht Kino, aber die Roboter hinken doch stark wie die letzte Zylonengeneration und die Skitters benannten Krabbelviecher wirken in der Nahansicht wie gehobenes Gummidesign aus der Zeit vor Erfindung des CGI.

Ansonsten ist für Action, Endzeit und Familienstimmung gesorgt. Familienstimmung? Ja klar, unser Spielberg will es familienfreundlich haben und bringt daher verstärkt Kinder und Teenager in die Schauspielerriege ein. Ich könnte jetzt meine Meinung zu Science Fiction mit Kinderdarstellern auswalzen, aber ich fasse mich kurz: ich hatte die Vision, dass eines der Kiddies zwischen Geburtstagsfeiern und Mamavermissen spontan die einzige Schwachstelle der Aliens herausfindet, weil die Erwachsenen zu blöde dafür sind. Oder dass die Teenies im schönsten Liebesdreieck-Geheule die Waffen der Invasoren mit ihren Tränen unbrauchbar machen. Und davor habe ich richtig Angst. Es ist wohl deutlich geworden, dass ich mir einen düstereren, erwachseneren Ansatz für die Show gewünscht hätte, oder?

Ich werde beobachten, in welche Richtung die Show gehen wird. Werden mehr Hintergründe zu den Alien geliefert? Gibt es Einblicke in ihre Machtstruktur, ihre Pläne? Entsteht echtes Drama außerhalb der familiären Sorgen? Teil 1 der eröffnenden Doppelfolge hat mich wenig beeindruckt, Teil 2 gefiel mir schon etwas besser, aber bis zur Eroberung meiner Guckliste ist es noch ein weites Stück. Schließen möchte ich mit dem zweiten Positivum: ich fand die asiatische Doktorin (Moon Bloodgood, was für ein Name!) heiß und habe meinen Bruder mit dieser Feststellung die kompletten 80 Minuten des Piloten hindurch genervt.

Ersteindruck: Episode 1×01: 4,0 Punkte (durchschnittlich) / Episode 1×02: 4,5 Punkte (befriedigend)

Nurse Jackie (Season 3)

Eine Arztshow pro Saison muss sein und weil mir Dr. House zu lange läuft (wann kommt da eigentlich die komprimierte Best of mit seinen besten Ausrastern und fiesesten Sprüchen?), schaute ich bei Krankenschwester Jackie rein. Vier Worte als Zusammenfassung sollten ausreichen. War. auch. mal. besser. Ich mag die Charaktere immer noch, aber mir wird zu wenig aus ihnen gemacht. Beziehungsweise das Falsche. Denn mal ehrlich: Dr. Coop ist endgültig zur Witzfigur degradiert worden, die man nicht mehr für voll nehmen kann. Verwaltungs-Chefin Akalitus verdient bessere Storylines als den Kampf um die Heiligenstatuen der Krankenhauskapelle. Jackies Probleme mit ihren Kindern hätte ich schließlich viel lieber gegen Patienten mit rührseligen, dramatischen oder erheiternden Hintergrundgeschichten eingetauscht. Die ersten beiden Folgen und das Finale zeigten zumindest in die richtige Richtung, für Season 4 muss nun auch dazwischen wieder die Behandlungsqualität stimmen.

Absoluter Wert: 4,47 Punkte / Anzahl an Höchstwertungen: 1x 5,5 Punkte

Gesamtwertung: durchschnittlich

Hot In Cleveland (Season 1)

Innerhalb von knapp 2 Wochen habe ich so ziemlich alle Folgen von „Hot in Cleveland“ durchgesehen, der Show, die auf dem kleinen Sender TV Land für Furore sorgt. Drei glamourgewöhnte Damen aus L.A. stranden in Cleveland, Ohio und werden dort zusammen mit ihrer Hausbesetzerin Elka (Betty White) sesshaft.

Wie für TV Land üblich, wird klassischster Sitcom-Stoff mit Laugh Track geboten. Fans von Frasier freuen sich auf ein Wiedersehen mit Jane Leeves und anderen bekannten Gesichtern aus den guten alten Comedyzeiten (Jon Lovitz, Wayne Knight, Mary Tyler Moore). Star der Show ist natürlich Betty White, der von den Autoren die Sprüche in den Mund gelegt werden wie anno dazumal ihrer Golden Girls-Kollegin Estelle Getty. Aber auch die anderen Darstellerinnen haben ihre großen Momente, die Dialoge sind auf den Punkt frisch und spaßig und keinesfalls staubtrocken oder bemüht. Zumindest für die erste Season kann ich eine kleine Empfehlung für Freunde der Komödienkunst aussprechen, die aktuell noch laufende zweite Season fällt doch schon deutlich ab. Mit einem absoluten Wert kann ich diesmal nicht dienen, weil ich nicht jede Folge einzeln bewertet habe. Im Großen und Ganzen läuft es zumindest für Staffel 1 aber auf ein knappes „gut“ hinaus.

Gesamtwertung: gut