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107 (Mai 2017)

4 Mai

Im April gab es keinen neuen Seriencheck. Der Grund: Ich wollte unbedingt noch die Starts von zwei neuen Shows mitnehmen, von denen ich mir sehr viel erwartet habe. Siehe – Achtung, Spannungsaufbau! – die letzten beiden Besprechungen.

TRIAL & ERROR (SEASON 1)

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Im Namen des serienschauenden Volkes ergeht folgendes Urteil:

Die Show „Trial & Error“ wird dazu verurteilt, von mehr Zuschauern gesehen zu werden. Denn sie war in ihren insgesamt 13 Episoden durchgehend lustig, teils herrlich doof und oft zum An-die-Stirn-klatschen albern. Das hohe Gericht wünscht eine Fortsetzung. 

Gegen dieses Urteil ist das Rechtsmittel der Berufung nur dann zulässig, sobald der Antragsteller 13 Folgen der aktuellen Staffel „The Big Bang Theory“ gesichtet und dabei durchgehend Lachanfälle bekommen hat. 

Also nie. Ätsch.

Dem schließe ich mich vollumfänglich an. Einfach eine schön dusselige Law-Comedy, ohne dass der Humor primitiv unter der Gürtellinie herumturnen musste. Könnte in der Saison-Endabrechnung den Titel „Beste neue Comedyserie“ einheimsen.

GESAMTWERTUNG: 5,14 Punkte (gut)

HOMELAND (SEASON 6)

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Nach der eher durchschnittlichen 5. Staffel mit dem Wirkungskreis Berlin befasst sich Homeland diesmal mit den Problemen zuhause. Dort kann der Feind nämlich auch mal gerne lauern statt in Afghanistan, Syrien oder Iran. Siehe Populismus, mediale Manipulation, Lügen. Wie von der Serie mittlerweile gewohnt, baut sie ihre Geschichte lange auf, lässt sich mit der Entwicklung der Figuren und Ereignissen Zeit und feuert zum Ende hin alles raus, was sich angestaut hat. Schauspielerisch wie gewohnt hochklassig besetzt, entschädigt das letzte Drittel der Staffel für alle vorigen Momente, in denen man als Zuschauer eher berieselt denn gepackt worden war. Das Finale schließlich – gerne bei Homeland ja mehr stiller Nachklapp als fulminante Explosion – bietet großartig inszenierte Action, Heldendrama und Wirkungstreffer in der Magengrube.

Damit geht es erneut locker über die 5 Punkte-Grenze. Auch nach 6 Staffeln darf man festhalten: Das Dramakonzept hinter Homeland wirkt immer noch.

GESAMTWERTUNG: 5,20 Punkte (gut)

THE WALKING DEAD (SEASON 7)

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Was man von „The Walking Dead“ leider nicht behaupten kann. Gerade mit Blick auf ein Finale, das mich enttäuscht, ja richtiggehend verärgert hat. Ich halte Rick Grimes und seinem geplagtem Gefolge trotz vieler Qualitätsschwankungen weiterhin die Treue. Eben weil die Show neben gepflegten Langeweilern auch richtig gelungene Folgen abwerfen kann.

Ja, und damit meine ich Episoden mit Negan, dem brutal grinsenden Oberbösewicht. Ich wiederhole mich da gerne, aber ohne ihn wäre diese Staffel eine einzige Ödnis geworden. Dass man an vielen Stellen die Strahlkraft der Rolle von Jeffrey Dean Morgan beschädigt, teilweise der Lächerlichkeit preisgegeben hat, ist einer der Gründe, weshalb am Ende eine der schlechtesten Seasons für „The Walking Dead“ steht. Denn für mich funktionierte bis dahin dieses Bedrohungsszenario durch einen sadistischen Tyrannen, der über das Leid der von ihm unterdrückten Menschen lacht.

Die zweite Hälfte der Season baute lange auf, alles war auf eine endgültig alles entscheidende Konfrontation gerichtet. Anders ausgedrückt: Das Finale sollte die eher dahindümpelnde Handlung in den Folgen zuvor (Ausnahme: 7×13 Bury Me Here) vergessen machen und abliefern. Ich werde nichts spoilern, sondern nur auf meine Wertung für die letzte Folge verweisen. 3,0 Punkte. Die ziehe ich eigentlich nur, wenn eine Folge mich geärgert hat. Was „The First Day of the Rest of Your Life“ wirklich einwandfrei gelungen ist. Hier vereint sich leider so ziemlich alles, was Kritiker und Aussteiger der Show vorwerfen, Stichwort: unlogisches bis dummes Handeln und Geschehen.

Am Ende rettet sich „The Walking Dead“ knapp aus der Durchschnittlichkeit, weil einige Folgen mit Negan zuvor für ein sattes Wertungspolster gesorgt haben. Wer mit dieser Figur allerdings schon nichts anfangen konnte, darf gerne einen Zähler vor dem Komma abziehen.

GESAMTWERTUNG: 4,60 Punkte (befriedigend -)

BETTER CALL SAUL (SEASON 3)

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Die einen feiern jede einzelne Episode ab und diskutieren, ob die Show jetzt schon besser ist als „Breaking Bad“, die anderen schnarren mürrisch“style over substance, pfft“ und legen sich wieder zur Seite. „Better Call Saul“ ist noch nicht der einmütig besungene Knaller, den man sich erhofft hatte. Auch ich tue mich da weiterhin schwer. Denn so sehr man von der Inszenierung angetan sein darf, so wenig kann mich vor allem die Story um Jimmy McGill in ihren Bann ziehen. Dass ich die Figur der Kim Wexler eher langweilig finde, macht es nicht einfacher.

Von der Eröffnungsfolge war ich entsprechend wieder eher unterwältigt. Ein typischer 4,5er, also befriedigend, mehr aber auch nicht. Richtig nach unten werten kann man bei der Show eigentlich nicht, dafür ist sie schlicht zu hochwertig in Szene gesetzt. Mittlerweile aber ist der nächste wohlbekannte Charakter aus „Breaking Bad“ am Start und zumindest bei mir wieder das gewisse Kribbeln da. Gut möglich, dass er und Mike Ehrmantraut im Zusammenspiel die Wertungen merklich nach oben schieben können.

Nachtrag: Die vierte Episode („Sabrosito“) ist denn auch absolut auf „Breaking Bad“-Niveau angesiedelt. So kann es weitergehen.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH 4 EPISODEN: 5,23 Punkte (gut)

TENDENZ: 5,0 – 5,5 Punkte

FARGO (SEASON 3)

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Irgendwo in Minnesota, 2010. Die Gebrüder Emmit und Ray Stussy (Ewan McGregor in einer Doppelrolle) streiten sich ums Erbe. Der eine ist erfolgreicher Unternehmer im Bereich Parkplätze, der andere ständig mittelloser Bewährungshelfer, der seinen Bruder als Grund für seine eher bescheidene Existenz ansieht. Ihre Zwistigkeiten führen zu einem Mord, in dem die örtliche Polizeichefin Burgle (Carrie Coon, „The Leftovers“) ermittelt. Als ob das nicht schon genug des Dramas wäre, unterwandert die Mafia auch noch die Firma von Emmit.

Wow. Das wird wieder groß. Bin ich mir sicher.

Okay, in längeren Sätzen: Allein die beiden extrem unterschiedlichen McGregors sind schon die Eintrittskarte wert. Dazu spielen noch die wunderbaren Carrie Coon und Mary Elizabeth Winstead („Braindead“), Michael Stuhlbarg („Boardwalk Empire“) und der mir bisher unbekannte David Thewlis („Harry Potter and the Deathly Hallows“). Letzterer löst in jeder Szene diesen wohligen Schauer des Angewidertseins und der Furcht aus. Und dieses Mal bin ich auch vorbereitet, falls sich Hauptautor Noah Hawley abseits der Geschichte wieder etwas völlig Verrücktes einfallen lassen sollte.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH 2 EPISODEN: 5,60 Punkte (sehr gut) 

TENDENZ: 5,5 – 6,0 Punkte

THE LEFTOVERS (SEASON 3)

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Wir bleiben in Miracle, Texas. Drei Jahre sind vergangen, es steht der siebte Jahrestag der „Sudden Departure“, also des Verschwindens von 2% der Weltbevölkerung, an. Grund genug, dass allerorten die Apokalypse herbeigerufen oder gar -gesehnt wird. Mittendrin: Polizeichef Kevin (Justin Theroux) und seine Lebensgefährtin Nora (Carrie Coon). Kurz gefasst: Es wird wieder schlimm.

Wen der „Leftovers“-Virus erstmal gepackt hat, kommt nicht mehr davon los. Was in den bisher zwei Episoden gezeigt wurde, ist wieder ein Parforce-Ritt über die Klaviatur der Gefühle, ein Festival der Seltsamkeiten, die TV-Version von WTF und OMG. Allerdings nur für Menschen, die die Enttäuschung von LOST hinter sich gelassen haben und nochmal in eine Welt voller „mystery, emotion and weird shit“ eintauchen wollen. Wer sich darauf einlassen kann, dürfte reichlich belohnt werden. Das wage ich zumindest nach diesem fulminanten Auftakt zu behaupten.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH 2 EPISODEN: 5,90 Punkte (sehr gut +)

TENDENZ: 5,5 – 6,0 Punkte

VEEP (SEASON 6)

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HBO-Comedy-Selbstläufer #1. Ex-Präsidentin Selina Meyers kümmert sich um ihr politisches Erbe und will das größte Ziel ehemaliger Amtsinhaber verwirklichen: Eine eigene Bibliothek. Geld dafür soll über ihre Stiftung The Meyer Fund for Adult Literacy… and AIDS… and The Advancement of Global Democracy hereinkommen. Jonah Ryan ist weiterhin der größte Spacken des US-Kongresses. Die anderen Charaktere haben zum Teil neue Jobs, in denen sie herrlichen Mist bauen. Zusammengefasst: „Veep“ kommt der Präsidentschaft von Donald Trump in ihrer Peinlichkeit, Fremdscham und Planlosigkeit weiterhin am nächsten.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH 3 EPISODEN: 5,43 Punkte (sehr gut -)

SILICON VALLEY (SEASON 4) 

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HBO-Comedy-Selbstläufer #2: Richard konstruiert ein neues Internet, Dinesh stylt sich die Haare neu, der Piper-Chat trägt ein unangehmes Geheimnis in sich. Die Show läuft wie von Gilfoyle programmiert – stabil, 100% Humorauslastung, aber auch böse und abgründig. Weiterhin das Beste, was aus der Schnittmenge zwischen IT und Comedy geschöpft werden kann und derzeit auf dem Bildschirm flimmert.

DURCHSCHNITTSWERUNG NACH 2 EPISODEN: 5,30 Punkte (gut)

 
THE HANDMAID’S TALE (SEASON 1)

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Hulu bringt den weltbekannten dystopischen Roman von Margaret Atwood auf den Bildschirm. Infolge mehrerer nuklearer Katastrophen ist die Menschheit von Sterilität bedroht. Ein Putsch bringt eine christlich-fundamentalistische Gruppierung an die Macht, die Frauen entrechtet und als Gebärsklaven für ihre Elite heranzieht. Protagonistin der Geschichte ist die Magd Offred (Elisabeth Moss, „Mad Men“), deren Leben und Leiden im Haus des örtlichen Kommandanten (Joseph Fiennes, „Shakespeare in Love“) und dessen Frau Serena Joy (Yvonne Strahovski, „Dexter“, „Chuck“) erzählt wird. Zusammen mit Magd Ofglen (Alexis Bledel, „Gilmore Girls“) denkt sie darüber nach, Widerstand zu leisten.

Keine schöne neue Welt. Aber verdammt faszinierend düster, erschreckend und beklemmend. Innerhalb der bisherigen drei Folgen hatte ich mehrfach den berühmten Kloß im Hals angesichts der Lehren und Handlungsweisen des theokratischen Regimes. Neben den oben erwähnten, bekannten Namen ist besonders Ann Dowd („The Leftovers“) hervorzuheben, die einem in ihrer Rolle der Erzieherin Aunt Lydia die Gottesfürchtigkeit unter die Gänsehaut treibt. Ich kenne die Buchvorlage nicht, aber ich gehe davon aus, dass sie noch mit einigen emotionalen Tiefschlägen aufwarten wird. Jetzt schon eine dicke Empfehlung von mir für Freunde der dystopischen Erzählung. Eine zweite Staffel wurde bereits geordert

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH 3 EPISODEN: 5,43 Punkte (sehr gut -)

TENDENZ: 5,5 – 6,0 Punkte

AMERICAN GODS (SEASON 1)

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Direkt die nächste Bestsellerverfilmung auf einem noch nicht so sehr bekannten Sender: Starz präsentiert Neil Gaimans „American Gods“, in dem die alten Götter auf die Erde zurückkehren, um die neuen Götter zu bekämpfen.

Und bei dem der Zuschauer ohne Kenntnis des Buches zumindest in der Pilotfolge in vielen Szenen keine Ahnung hat, was und wie um ihn herum geschieht. Das kann ich jedenfalls schon mal bestätigen. Denn so verwirrt war ich das letzte Mal beim Auftakt von „Preacher“. Allerdings weicht diese Ahnungslosigkeit immer mehr dem Staunen darüber, was „American Gods“ an denkwürdigen Momenten auffährt. Bereits der Einstieg mit einer Gruppe Wikinger, die das amerikanische Festland betreten und einen aufopferungsvollen Weg finden, um wieder von dort wegzukommen, haut rein wie ein Tritt auf den Solarplexus: Optik und Inszenierung à la 300 (oder wie bei dem sendereigenen „Spartacus“, nur eben in edler Aufmachung) lassen einen als Zuschauer zuerst mal einen ehrfürchtigen Schritt mit dem Sessel nach hinten rücken. Was Ian McShane („Deadwood“) und Ricky Whittle („The 100“) im späteren Verlauf erleben, setzt im Fernsehen neue Maßstäbe in Sachen WTF und OMG – diesen Titel muss ich somit dem weiter oben besprochenen „The Leftovers“ leider für den Moment aberkennen. Bleibt die Frage, ob nicht die Gefahr besteht, von diesem sich sehr schräg drehenden Karussell irgendwann herauskatapultiert zu werden. Das dürften die nächsten Folgen zeigen. Für den Start gebe ich ein „sehr gut“ mit starker Tendenz zum „überragend“.

ERSTEINSCHÄTZUNG NACH DEM PILOTEN: 5,5 Punkte (sehr gut)

TENDENZ: 5,5 – 6,0 Punkte

99 (Juli 2016)

27 Jul

Nach einer eher mäßigen Fußball-EM melde ich mich mit einem neuen Seriencheck wieder zurück. Und in Sachen Qualität darf man konstatieren: TV-Serie schlägt Fußball klar mit 4:0, dank vier Mal hochklassigem Fernsehfutter. Siehe die ersten vier Beiträge.

STRANGER THINGS (SEASON 1)

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Wir schreiben die 80er Jahre in einer Kleinstadt in Indiana. Im Anschluss an eine aufregende, mehrstündige Runde Dungeons & Dragons gehen die vier Freunde Mike, Dustin, Lukas und Will auseinander. Doch Will kehrt nicht nach Hause zurück. Das verbliebene Trio macht sich auf Spurensuche und entdeckt vertuschte Geheimexperimente, setzt sich übernatürlichen Kräften aus und stellt sich einem furchterregenden Monster.

Als hätte man vor 30 Jahren ein Stephen King-Skript unter der Leitung von Steven Spielberg verfilmt und dabei die besten Elemente aus „The Goonies“, „E.T.“, „Carrie“, „Stand By Me“ und „Alien“ untergemischt. Oder anders ausgedrückt: Das ist das, was Abrams und Spielberg vor fünf Jahren mit „Super 8“ vorhatten, aber nicht wirklich richtig auf den Punkt bekamen. Wunderbare Unterhaltung, bei der vor allem der überragende Kinderdarsteller-Cast heraussticht, das wohlige Gefühl der guten alten 80er-Filme eingefangen und in acht Episoden eine sauber erzählte, runde Geschichte abgeliefert wird. Meiner Meinung nach die bisher beste Netflix-Produktion. Wer mit den oben genannten Filmen etwas anfangen kann, sollte jetzt schon den Bestellknopf drücken und keine weiteren Inhaltsangaben lesen.

Selbstverständlich gibt es immer Leute, die im einhelligen Jubel den mahnenden, selbstbeschrifteten „Meh, so toll ist es auch nicht!!!“-Zeigefinger erheben müssen. Ja, „Stranger Things“ erfindet nichts neu, Wynona Rider als besorgte Mutter des vermissten Jungen ist zu 99% ihrer Bildschirmzeit verzweifelt, verwirrt oder kurz vorm Durchdrehen, krasser Horror wird nicht geboten (hat den jemand wirklich erwartet?), der Nebenstrang mit der Teenie-Anbandelungskiste hätte nicht sein müssen, tut aber keinem weh. Für die Höchstnote reicht es bei mir auch nicht ganz, aber die Show schrammt nur ganz knapp daran vorbei.

GESAMTWERTUNG: 5,79 PUNKTE (sehr gut)

GAME OF THRONES (SEASON 6)

Die Höchstnote gibt es aber für „Game of Thrones“ mal wieder. Trotz der hier und da auftauchenden, nicht ganz so zupackenden Episode und den berüchtigten „Hach, es geht einfach nicht voran“-Seufzern der ungeduldigen Schar an Fans. Welche allerdings noch schlimmer aufstöhnt, wenn man sie darauf hinweist, dass es ab jetzt nur noch verkürzte Staffeln gibt und ein Ende dieser wahrlich neue Maßstäbe setzenden Fantasy-Serie immer näher rückt. Ich für meinen Teil genieße mittlerweile jede Minute dieser Show und störe mich nicht an Kleinigkeiten, zumal diese – so vorhanden – stets durch schauspielerische Glanzleistungen, dramatische Wendungen oder humorige Anflüge gut ausgeglichen werden.

Letztlich wurde es eine Punktlandung auf die 6,00 und selbst wenn ich nach meinen Berechnungen nicht dort hingekommen wäre, hätte ich großzügig aufrunden müssen. Der Grund: die beiden abschließenden Episoden verdienen eigentlich sieben Punkte, denn was hier abgeliefert wird, nötigt selbst dem hartnäckigsten Kritiker einen vor Staunen offenen Mund ab. Ein furioser Doppelschlag, der wirklich abliefert, keinen Fan der Show unbeeindruckt lässt und den Weg ebnet für eine epische Fortführung in den nächsten beiden Staffeln. Schade, dass es bis zur Fortsetzung diesmal bis zum Sommer 2017 und damit noch länger dauern wird, weil man mit den Dreharbeiten erst beginnen kann, wenn es grimmig-graues Wetter gibt. Winter is really coming.

GESAMTWERTUNG: 6,00 PUNKTE (überragend)

SILICON VALLEY (SEASON 3)

Keine Abnutzungserscheinungen bei Pied Piper. Die Jungs um Obernerd Richard Hendricks programmieren und stolpern wieder durch Arbeitsalltag und Leben, dass es eine wahre Freude ist, ihnen dabei über die Schultern zu schauen. Das Qualitätsmanagement läuft wie geschmiert, schwerwiegende Bugs im Humor-Code konnte ich keine feststellen, nur im Bereich „Merchandise Wearables“ würde ich wirklich mal eine tiefgreifende Optimierung anstrengen wollen. „Silicon Valley“ bleibt das Maß der Dinge in Sachen Nerd-Comedy.

GESAMTWERTUNG: 5,50 PUNKTE (sehr gut)

VEEP (SEASON 5)

Nichts falsch machen kann man mit Selina Meyers. Angesichts der aktuellen Situation im US-Wahlkampf wirkt die Frau und ihr Team kompetent, zurückhaltend und zuverlässig. Doch damit nicht genug: Wer immer auch in der aktuellen Staffel auf die Idee kam, Jonah Ryan sich um ein Amt als Kongressabgeordneter bewerben zu lassen, verdient meine Hochachtung und die Dankbarkeit meines Zwerchfells. Seine Inszenierungen sind pures Entertainment-Gold und können von Donald Trump, wenn er denn endlich zugibt, dass seine Kandidatur nur ein PR-Stunt für einen Auftritt in der nächsten Staffel der Show war, nicht mehr übertroffen werden.

GESAMTWERTUNG: 5,40 PUNKTE (gut +) 

THE PATH (SEASON 1) 

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Da reiche ich nur kurz die Abschlusswertung nach. Ich hatte in meinem ersten Eintrag ja schon die guten Ansätze erwähnt, aber auch auf den großen Knaller gehofft. Der fiel leider dann doch weg, das Mysterium um die Sekte dünnte mir nach der Hälfte der Staffel zu sehr aus, das Finale brachte ebensowenig den Moment, der der ganzen Geschichte einen mich hungrig nach mehr zurücklassenden Kniff mitgegeben hätte. Insgesamt daher eher in die Kategorie „Ganz okay, aber ohne richtigen Payoff“ einzuordnen.

GESAMTWERTUNG: 4,85 PUNKTE (befriedigend)

ANGIE TRIBECA (SEASON 1 / SEASON 2 E01-05)

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Die von Steve Carell („The Office“) und seiner Frau Nancy erschaffene Spoof-Comedy zeigt den Alltag der namensgebenden Heldin (Rashida Jones, „The Office“) in der Spezialeinheit bei der Polizei von L.A.  

„Die nackte Kanone“ stand unübersehbar Pate für diese Show, die allerdings freilich nicht an die Klasse der Trotteligkeit von Lieutenant Detective Frank Drebin herankommt und eher auf dem Level von „Childrens Hospital“ landet. Will sagen: Hier wird um der heiligen Gagdichte willen jeder Witz reingedrückt, egal, wie flach er auch sein mag. So lädt der Chef etwa ins Büro und befiehlt seinen Ermittlern „Grab a seat“ – schon halten die beiden Kommissare wie selbstverständlich je einen Stuhl in der Hand, der Zuschauer fasst sich kurz an den Kopf und schmunzelt dann doch ob dieser Albernheit. Diese Masche, das muss ich gestehen, funktionierte bei mir die erste Staffel ganz ordentlich. Wer also wieder mal sinnlos angeblödelt werden möchte, darf sich die zehn Episoden durchaus gerne ansehen, von mir gibt es dahingehend eine leichte Special Interest-Empfehlung. Die zweite Season hat mich bisher allerdings enttäuscht, da wirft der Humor zumindest für mich kaum mehr etwas ab. Eine Entwicklung, die ich schon bei dem oben erwähnten „Childrens Hospital“ hatte. Irgendwann hat man alle Untiefen gemeinsam durchwatet, hatte seinen Spaß beim seichten Herumplätschern und will etwas anderes.

GESAMTWERTUNG SEASON 1: 4,80 PUNKTE (befriedigend)

DURCHSCHNITTSWERTUNG SEASON 2 NACH 5 EPISODEN: 4,20 PUNKTE (durchschnittlich)

BRAINDEAD (SEASON 1)

Laurel Healy (Mary Elizabeth Winstead, „Scott Pilgrim vs. the World“) ist gerade in Washington angekommen, um ihrem als Senator tätigen Bruder bei einem „government shutdown“ (der Stillegung der Regierung wegen fehlender Einigung über die Bewilligung von Haushaltsmitteln) auszuhelfen. Dabei kommt sie einer wahnwitzigen Epidemie auf die Spur, die erklärt, weshalb in der Hauptstadt alle Politiker, egal ob Republikaner oder Demokraten, durchzudrehen beginnen: Eine außerirdische Käferart, die sich über den Gehörgang einnistet, das Gehirn schleichend auffrisst und seltsamerweise gerne „You Might Think“ von „The Cars“ hört.

Liest sich herrlich bescheuert, hat mit Mrs. Winstead eine wirklich bezaubernde Hauptdarstellerin, Tony Shaloub („Mr. Monk“) ist endlich wieder in einer Fernsehrolle zu sehen und gibt einen republikanischen Bösewicht. Ebenfalls im Repertoire: ein verwirrter Pseudowissenschaftler, explodierende Köpfe und ein jeweils zu Beginn einer Episode gesungener Vorspann mit einem Rückblick auf das Geschehene. Und dennoch: Ich hätte es gerne abgedrehter. Die komische Mischung aus Politik-Drama und Alien-Invasion hätte man noch schärfer, bissiger, wilder ansetzen können. Denn weder reicht „BrainDead“ an den Intrigantenreichtum von „House of Cards“ heran, noch kann man „Veep“ in Sachen Humor das Wasser reichen. Die Show nutzt leider nicht die Chance, dem derzeitigen Politik-Chaos in den USA den Spiegel vorzuhalten, sich krachend und überspitzt lustig zu machen über die amerikanische Parteienlandschaft. Weshalb sie nur ausnahmsweise über die 4,5 Punkte als Standardwertung hinauskommt. Für mich bisher daher lediglich das aktuelle guilty pleasure auf meiner Serienguckliste.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH FÜNF EPISODEN: 4,70 PUNKTE (befriedigend) 

Demnächst:

OUTCAST (SEASON 1) 

WRECKED (SEASON 1)

VICE PRINCIPALS (SEASON 1)

PREACHER (SEASON 1)

MR. ROBOT (SEASON 2)

RAY DONOVAN (SEASON 4)

THE JIM GAFFIGAN SHOW (SEASON 2)

98 (Mai 2016)

6 Jun

Hastig in die Tastatur gehobelter Seriencheck, weil ich bis zur
Fußball-Europameisterschaft die wichtigsten Shows abgedeckt haben
möchte, Teil 2:

GAME OF THRONES (SEASON 6)

Von jetzt an hat kein Buchleser mehr Ahnung. Neuland in Westeros für alle. Nach sechs gesehenen Folgen und einem „Ich-hab-was-im-Auge-schau-den-Abspann-mal-gerade-alleine“-Moment darf ich sagen: Ist halt wieder geil. Wer meckern will, findet sicherlich etwas, aber ganz ehrlich, das ist Meckern auf hohem Niveau. Die Serie hat mittlerweile eine Qualität erreicht, da reißt selbst eine nicht ganz so gelungene Szene eine Folge nicht runter. Im Gegensatz zur Staffelvorgängerin ist bereits in den ersten Episoden gut etwas los im Lande des eisernen Throns und George R.R. ließ es sich nicht nehmen, dem nach Erfolgserlebnissen für „die Guten“ hungernden Fernsehvolk ein bisschen Futter zu geben. Um danach…aber das kennt man halt, damit muss man rechnen. Von meiner Warte aus geht der Wertungsdaumen wieder stark Richtung „sehr gut“-„überragend“.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH SECHS EPISODEN: 5,67 PUNKTE (sehr gut)

SILICON VALLEY (SEASON 3)

Comedymäßig war die Hauptsaison nicht sonderlich pralle. Das Prädikat durchgehend gut konnten bei mir nur „Brooklyn Nine-Nine“, „The Goldbergs“, „Life In Pieces“ und „Galavant“ erreichen. Damit ist jetzt Schluss, denn HBO hievt wieder seine beiden Premium-Spaß-Formate ins Programm: „Silicon Valley“ und „Veep“. Die Nerds liegen in meiner Gunst derzeit minimal vorne, in der jetzigen Form streben sie gar einen neuen Spitzenwert an. „Silicon Valley“ läuft so stabil, Microsoft soll schon nach dem Code angefragt haben. Ich fange jetzt nicht wieder Vergleiche mit „The Big Bang Theory“ an (von dem ich doch noch das Staffelfinale gesehen habe und ob der Faulheit der Autoren entsetzt war), die verbieten sich mittlerweile von alleine. Richard, Gilfoyle, Dinesh und Erlich sind meine Helden, selbst Nebenfiguren wie Big Head und (der lange von mir in „The Office“ geschmähte) Jared bringen herrliche Momente mit ein. Gavin Belson schließlich platziert mit jedem absurden Auftritt ein Sahnehäubchen auf die Folge. Könnte das bitte jemand in Endlosschleife programmieren lassen?

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH SECHS EPISODEN: 5,53 PUNKTE (sehr gut)

VEEP (SEASON 5)

Auch „Veep“ mit der immer wieder tollen Julia Louis-Dreyfus liefert ab. Aktuell scheint man mit dem offiziellen Serienidioten Jonah Ryan Großes vorzuhaben, worauf ich mich sogar noch mehr freue als über die neuesten Trotteligkeiten eines Donald Trump. Die Überdevotion von Gary Walsh und die trocken-fiesen Sprüche von Amy, Mike, Dan und Kent sitzen weiterhin auf den Punkt genau. Erfreulich auch, dass man als europäischer Zuschauer im Gegensatz zu früheren Staffeln nicht mehr knietief in US-amerikanischen Politikdetails waten muss, sondern die größeren Themen angeschnitten werden. Von Comedy-Amtsmüdigkeit keine Spur, ich würde mein Kreuzchen jederzeit ohne hinzugucken wieder bei Selina Meyer machen.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH SECHS EPISODEN: 5,40 PUNKTE (gut +)

THE AMERICANS (SEASON 4)

Ein Mann hat kein Gesicht. Dennoch wird ein Mann sich freuen. Tom Wlaschiha, der Faceless Man aus „Game Of Thrones“, hat sich im Interview bei den Rocket Beans als Fan von „The Americans“ geoutet. Guter Geschmack, kann ich da nur sagen. Ist das russische Agentenpaar Elizabeth und Philip Jennings damit nicht nur mir mittlerweile wirklich ans Herz gewachsen. Die Finalfolge der vierten Staffel läuft zwar erst diese Woche, aber ich gehe fest davon aus, dass dieses Jahr die 5-Punkte-Marke wieder übersprungen wird. Besser also als die mir mit etwas zu viel Leerlauf ausgestattete dritte Season. Natürlich hat die Show auch in der aktuellen Laufzeit ihre ruhigen Folgen im Portfolio, aber dank der im letzten Finale angestoßenen Entwicklung schwelt stets eine gewisse Spannung über dem alles andere als leichten Familienleben unserer Spione.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH ZWÖLF EPISODEN: 5,02 PUNKTE (gut)  

PREACHER (SEASON 1)

Von Seth Rogen mitproduzierte Umsetzung des Comics gleichen Namens. Ein von inneren Konflikten geplagter Prediger in einer Kleinstadt in Texas begibt sich auf die Reise, um Antworten von Gott zu erhalten.

Wie üblich kenne ich die Vorlage nicht, sodass ich mich nur auf meine Eindrücke aus dem knapp anderthalbstündigen Piloten beziehen kann. Meine Einschätzung: Tja. Kann richtig gut werden. Oder auch nicht. Ich bin da noch nicht richtg durchgestiegen, um ehrlich zu sein. Es gibt viele Charaktere an vielen Orten zu bestaunen und irgendwie haben sie jemanden vergessen, der den Zuschauer an die Hand nimmt und erklärt, wohin die Reise genau geht. Dominic Cooper als titelgebener Prediger versprüht schon mal rauen Charme plus optionaler Coolness, bei seinen Begleitern muss ich wirklich abwarten, ob sie eher Richtung lässig oder nervig driften. Wahrscheinlich setze ich mich hin und schaue mir vor der heute erschienen zweiten Episode den Einstieg nochmal an. Als erste Einschätzung schwanke ich derzeit zwischen 4,5 und 5,0 mit leichterer Tendenz zu „gut“. Aber wie schon geschrieben, ist durchaus alles noch drin, was mein Wertungsspektrum so hergibt.

ERSTEINSCHÄTZUNG: 4,5 – 5,0 PUNKTE (befriedigend – gut) 

HOUSE OF CARDS (SEASON 4)

Zu meiner Schande leider die Serie, bei der ich ständig und immer noch hinterherhänge. Dabei ist die Qualität dank der schauspielerischen Wucht von Spacey und Wright erneut hoch, bis zur von mir gesehenen fünften Episode sind mir auch keine nur befriedigenden oder gar bloß durchschnittlichen Folgen untergekommen. Was ja in Season 3 durchaus mal passierte. Ich belasse es für den Moment daher mal wieder bei einer kurzen Wasserstandsmeldung; soweit alles gut bei Underwood. Jetzt nicht in der Show selbst, aber von meiner Wertung her. Mehr, wenn ich durch bin. Wahrscheinlich erst nach der EM-Pause hier im Blog.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH FÜNF EPISODEN: 5,30 PUNKTE (gut) 

88 (Juni 2015)

19 Jun

Seit ein paar Tagen herrscht Ruhe in der weiten US-Serienlandschaft. Nur in Florenz schnetzelt ein distinguierter Psychiater fesche Italiener zwecks Kathedraleninnenraumausstattungsbereicherung zu fleischig-blutigen Kunstwerken. Das gibt mir die Zeit, den nächsten Stapel an abgeschlossenen Staffeln zu präsentieren.

12 MONKEYS (SEASON 1)

12 monkeys
Okay, Pro- und Contra-Tabelle ausfalten und eine Wertung fällen. Kann doch nicht so schwer sein.

Es geht um Zeitreisen (++)
Und zu einem guten Teil um Endzeit (++)
Fast schon zu viele Zeitsprünge. Wer da (leider wie ich) nicht immer konsequent dran bleibt, kommt eher schwer wieder rein (-)
Kommt natürlich nicht an den genialen Film heran (-)
Emily Hampshire als irre Strippenzieherin hat was (+)
Amanda Schull als hübsche Apokalypseverhinderungs-Komplizin hat was (+)
Viele Ermittlungen enden in einer Sackgasse, Aktionen zahlen sich nicht aus (-)
Wer will, findet natürlich die üblichen Zeitreiselogiklöcher (-)
Keine Folge, die mich nicht zumindest zufrieden gestellt hat (++)
Das Finale hat reichlich neue Verwirrungspotenziale aufgedeckt (+ -)

Das ist nun freilich arg schlimm verkürzt. Dennoch: die Show hat was und ich bin wirklich versucht, mir in einem zweiten, konsequenten Durchlauf alle Episoden nochmal anzusehen oder mich wenigstens durch ein Wiki zu wühlen, um mir alle Zusammenhänge klar zu machen. Für den Moment verlasse ich mich auf meine Gesamtwertung, die sich dank des gelungenen Saisonabschlusses locker auf knapp 5 Punkte aufrunden lässt.

GESAMTWERTUNG: 4,98 Punkte (gut)

COMMUNITY (SEASON 6)

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Immer noch die verschrobenste Comedy-Serie, die auch eine Comedy-Serie sein will. Mit „Intro to Recycled Cinema“ hat man mal wieder einen absoluten Allzeitfavoriten geboren, mit dem Finale wohl einen neuen Rekord an Metaebenen aufeinandergestapelt und unser Dean in der virtuellen Datenwelt aus „Lawnmower Maintenance and Postnatal Care“ wird mir noch lange im Kopf herumspuken. Dazwischen viel Gutes mit teils sehr seltsamen Endsequenzen, die man wohl als Ersatz zu „Troy & Abed in the Morning“ etablieren möchte.

Andererseits: bei knapp der Hälfte der Staffel blieb ich ein wenig mit einem Fragezeichen über dem Kopf zurück. Eventuell sind da zu viele Anspielungen an mir vorübergerauscht. Paget Brewster und Keith David, die Neuen in der Gruppe, machen ihre Sache ordentlich; dennoch vermisse ich Troy als Dialog-Ping-Pong-Partner von  Abed doch schmerzlich. Aus Chang könnte man meiner Meinung auch mehr machen.

Summa summarum etwas schwächer als die fünfte, aber weit besser natürlich als die vierte Staffel. An die Hochzeiten der ersten drei Seasons kommt man allerdings nicht mehr ran. Die hebt man sich  dann wohl für den obligatorischen Film auf.

GESAMTWERTUNG: 5,05 Punkte (gut)

LOUIE (SEASON 5)

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Immer noch die verschrobenste Comedy-Serie, die keine Comedy-Serie sein will. „Slice of Life“ lautet das Stichwort, um das Baby von Louis C.K. einigermaßen erfassen zu können. G’schichten aus dem Leben hieß das mal bei uns. Keine im Drehbuch verankerten Gags, sondern einfach Einblicke in den Alltag, mit all seinen Begegnungen, Erfahrungen, Erlebnissen. Das kann schräg enden, lustig, dramatisch oder tragisch. Oder auch eher ereignislos. Diesmal nur 8 Episoden umfassend, was bei meinem Wertungssystem immer ein wenig die Gefahr der Unterbewertung heraufbeschwört. Wer einmal eine  wirklich aus der Rolle der Konvention fallende Episode einer TV-Produktion sehen möchte, dem empfehle ich 5×05, passenderweise mit dem Namen „Untitled“ versehen. Ebenfalls hervorhebenswert: die leise, dafür eindringlichere Betrachtung einer Comedy-Tournee im zweiteiligen Finale. „Louie“ bleibt der stille Meister der etwas anderen ZwanzigMinutennochwas-Unterhaltungsshow.

GESAMTWERTUNG: 5,10 Punkte (gut)

GAME OF THRONES (SEASON 5)

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Vieles ist bekrittelt worden an dieser fünften Staffel; der eher langsame Einstieg, ein fehlendes Momentum in der Erzählung, kaum Bewegung bei den Hauptcharakteren. Für mich allerdings überstrahlte eine Tatsache das ganze Gemäkel: Ab dieser Season überholte nämlich die Fernsehserie in einigen Erzählungssträngen die Buchreihe. Was bedeutete, dass Schmökerer wie meinereiner vor nichts mehr gefeit waren. Tod, unschöne Szenen, Pfuiuiuis und anderes Gekrams konnten mich von nun an in jeder Episode als Zuschauer ungefiltert treffen, was schon mal für einiges an Grundanspannung zu sorgen wusste.

Trotzdem hat Game of Thrones dieses Jahr das Spitzenprädikat knapp verpasst. Zwar haben mich die letzten drei Episoden umgehauen und teilweise so fertig gemacht, dass ich kurz darüber nachdachte, den nächsten Tempel des vielgesichtigen Gottes aufzusuchen, um ebendort großes Wehklagen und Gejammere über die Herzlosigkeit von George R.R. Martin abzulassen. Spoilern werde ich an dieser Stelle nichts, aber eine gute Portion Leidensfähigkeit, keinerlei Anzeichen von Depression und ein ansatzweise heiteres Wesen sollten schon vorhanden sein, um schadensfrei diese zehn Episoden durchzustehen. Ich kann mich nicht entsinnen, mal bei einer TV-Serie öfter den Fernseher angeschrien zu haben.

Die entscheidenden Abzüge gab es für die heißdiskutierte Folge, die außer einem mal wieder unnötig reißerischen, feminismusunfreundlichen Finale wenig zu bieten hatte, den etwas zu gemächlichen Einstieg und ein bis zwei Handlungsorten, die die meiste Zeit nicht sonderlich prickelnd herüberkamen. Ansonsten aber gilt: das Kürzen und Herunterbrechen der Vorlage nebst Übertragung von Geschichten auf andere Charaktere funktioniert sehr gut,  Ausstattung und schauspielerische Leistungen sind über alle Zweifel erhaben und über einen Mangel an mitreißenden Momenten darf man sich gegen Ende wahrlich nicht beklagen. Dem alten grauen Grummelbart hinter der Show möchte ich aber allen Ernstes zurufen:

For heaven’s sake, George, please let us have some kind of win. Next season, we really need a win.

GESAMTWERTUNG: 5,85 Punkte (sehr gut)

SILICON VALLEY (SEASON 2) 

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Je länger ich mir „Silicon Valley“ anschaue, desto mehr frage ich mich, weshalb ich mir Sheldon & Co mit ihren Beziehungsödnissen überhaupt noch gebe.

Auch dieses Jahr kann ich die HBO-Show um die fünf seltsamen Typen mit dem flotten Kompressions-Code nur anpreisen. Wer „The IT-Crowd“ mochte und sich an die deutlich rauere Sprache gewöhnen kann, findet hier seine Vorzeigeshow in Sachen Nerdtum. Die Einblicke in die Welt der IT-Firmen, der Software-Entwicklung und des Konkurrenzgehabes sind pointiert, die Hauptcharaktere selbst plus Nebenfiguren wie Gavin Belson oder Russ „Three Comma Club“ Hanneman schräg angelegt. Zusätzlich bangt man trotz ihrer Dummheiten für die Jungs um Richard Hendricks, was das Finale schamlos ausnutzt. Mir als Zuschauer geht es da ähnlich wie bei „Veep“: Das ist alles so übertrieben, dass es der Realität erschreckend nahekommen muss.

Well played, Silicon Valley, well played.

GESAMTWERTUNG: 5,55 Punkte (sehr gut)

VEEP (SEASON 4) 

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Hugh Laurie spielt in der mittlerweilen vierten Staffel von Veep mit. Was das eh schon brillante Ensemble noch mal eine Nuance stärker, fieser, witziger und peinlicher macht. Wer sich von US-Politik als Grundlage und derben Wortausfällen als Garnitur nicht abschrecken lässt, bekommt auch dieses Jahr eine wunderbar aufgelegte Julia Louis-Dreyfus plus ihre erschreckend kompetenzfreien Berater, herrlich kaputte Konkurrenten und mehr peinliche Vorkommnisse als man Fettnäpfchen aufstellen kann. Das minimal schwächere Abschneiden im Vergleich zum Vorjahr liegt in zwei Episoden begründet, die nur 4,5 Punkte erhielten. Gerade die Idee, eine komplette Folge als Aneinanderreihung von einzelnen Anhörungen zu realisieren, hat in meinen Augen der Show ein wenig ihrer Stärke, nämlich den Wortgefechten zwischen Selina und ihren Untergebenen, beraubt. Ansonsten aber geht der Höhenflug von Veep – im Gegensatz zur Karriere von Miss Meyers – weiter.

GESAMTWERTUNG: 5,30 Punkte (gut)

HANNIBAL (SEASON 3)

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Die Show mit den exquisit-edelen Ekeleien ist wieder da.
Menschenfleischgourmet Hannibal treibt sein Unwesen aktuell in Italien und erfreut erneut mit gediegener Ausstattung sowie gehobenen Ansprüchen an Kunst, Kultur, Dialogtiefe und Magenwandstärke. Wer da nicht mithalten kann, kostet besser auch diesmal nicht Probe. Alle anderen dürfen bei den bisherigen zwei Episoden sich weiterhin wie ich ein wenig seltsam dabei fühlen, dass ihnen „Hannibal“ trotz all der Schrecklichkeiten mundet.

Mehr brauche ich wohl an dieser Stelle nicht zu schreiben. Wird auch diese Staffel überzeugen, irgendwann für NBC zu schwachquotig werden und seine Fortsetzung bei Netflix, Amazon oder anderen Interessenten finden. Denn die Mischung aus Stil und Würgereiz bleibt unerreicht.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH ZWEI EPISODEN: 5,30 Punkte (gut)  

WERTUNGSTENDENZ: gut bis sehr gut

 

YOUR FAMILY OR MINE (SEASON 1)

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Auf einer israelischen Serie basierende, klassische Komödie um das Lieblingsthema „Schwiegerfamilie“. Ausgangspunkt sind Oliver und Kelli, die gemeinsam pro Folge abwechselnd ihre Schwiegereltern und deren Familie besuchen. Es bedarf wohl nicht der gesonderten Erwähnung, dass ebendiese nicht aus normalen, verständnisvollen und nachvollziehbar handelnden Menschen bestehen. Im Angebot sind: das leicht verwirrte Familienoberhaupt (Richard Dreyfuss), die stets ihre Abneigung gegen Nichtfamilienmitglieder zeigende Mutter (JoBeth Williams), der beruflich erfolgreichere Bruder, der dickköpfige Akademiker-Daddy (Ed Begley Jr.), die perfekte Hausfrau (Cynthia Stevenson), die neidende Schwester, der Schönling ohne Drang zur dauerhaften Beziehung, die bemitleidenswerte Schwägerin (Angela Kinsey, The Office), das dümmlich-ludernde Schwesterlein.

Einige Charaktere sind zugegebenermaßen zu simpel gestrickt, dafür reißen es Begley Jr. und Williams bei den Eltern wieder heraus. Insgesamt nette Unterhaltung, die für ein paar Schmunzler zwischendurch jederzeit gut ist.

GESAMTWERTUNG: 4,65 Punkte (befriedigend)

HAPPYISH (SEASON 1)

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Wer nach einer Episode von „Game Of Thrones“ mal wieder vollkommen schlagbetäubt und vom Leben nicht nur in Westeros desillusioniert ist, sollte im Anschluss NICHT diese Show gucken. Denn „HAPPYish“ zeigt, dass die Welt eigentlich nur eins ist: ein von Arschlöchern bewohnter Scheißhaufen. Man möge meine Ausdrucksweise entschuldigen, aber wer sich daran schon stört, dürfte im fuck-, shit-, asshole-Gewitter dieser Showtime-Produktion elendig untergehen. Doch der Reihe nach….

Thom (Steve Coogan) und Lee (Kathryn Hahn), verheiratet mit Kind, reflektieren über das Leben, das Streben nach Glück, ihren beruflichen Alltag. Und zeigen alldem bereits nach einem kurzen Intro den Stinkefinger. Ursprünglich sollte die Rolle des Thom Payne mit dem leider zu früh verstorbenen Philip Seymour Hoffman besetzt werden. Coogan kenne ich nur als stets peinlichen, vom Misserfolg sich nicht unterkriegenden britischen Fernseh- und Radiomoderatoren Alan Partridge, was schon eine gewisse Umstellung zum fäkalfluchenden, mit dem Leben hadernden Werberessortleiter darstellt.

Mir ist es letztlich zu sehr zwanghaft auf Krawall und Obszönitäten gebürstet, als dass ich meinen Spaß daran haben könnte. Üblicherweise lasse ich mir meinen Spaß nicht durch ein paar Deftigkeiten in der Wortwahl verderben, aber Happyish übertreibt es mir einfach mit seiner Lust an der Provokation. Auch die CGI-Traumsequenzen mit ihren sprechenden Comicfiguren reißen es da leider nicht raus. Dass ich die Show gerne mögen würde, sieht man daran, dass ich 6 Folgen hoffnungsvoll drangeblieben bin. Letzten Endes hat mich aber der krachig-lärmende Themesong mehr beeindruckt als die erzählten Geschichten.

DURCHSCHNITTSWERT: 4,10 Punkte (durchschnittlich)
GUCKLISTENSTATUS: abgesetzt

 

THE COMEDIANS (SEASON 1)

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Alter Showhase (Billy Crystal) und junger Comedian (Josh Gad, 1600 Penn) werden in einem TV-Gagshow-Projekt zusammengesteckt und kommen eher weniger gut miteinander klar. Mockumentary mit Larry Charles (Curb Your Enthusiasm, Seinfeld) als ausführendem Produzenten.

Konnte mich leider nicht überzeugen, obwohl diverse Bestandteile wirklich verführerisch gut klingen. Billy Crystal etwa kann ich mir immer angucken, aber er alleine kann die Show leider nicht tragen. Josh Gad hingegen halte ich für dezent überbewertet, was sein komödiantisches Talent anbelangt. Diverse Elemente und Situationen aus „Curb your Enthusiasm“ blitzen natürlich angesichts des Produzenten durch, aber ich hatte eigentlich immer das Gefühl, dass es Larry David besser hinbekommen hätte. Oder gar schon mal hinbekommen hat.

DURCHSCHNITTSWERTUNG: 4,0 Punkte (durchschnittlich)
GUCKLISTENSTATUS: abgesetzt

OTHER SPACE (SEASON 1)

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Comedy im Weltall, produziert für Yahoo von Paul Feig (Bridesmaids und demnächst Ghostbusters). Planloser junger Kapitän mit unfähiger, unerfahrener Crew, sexy Raumschiff-Hologramm und Streberschwester als First Officer irrt nach einem fehlgeschlagenen Manöver durch Raum und Zeit.

Hätte ich auch gerne alleine schon wegen des Scrubs-in-Space-Settings gemocht. Die Ausstattung ist sehr kostensparend ausgefallen, die Effektabteilung konnte wohl auch kaum aus dem Vollen schöpfen. Was freilich herzlich egal sein könnte, wenn der Humor die Triebwerke gezündet hätte. Was er bei mir allerdings nicht tat. Karan Soni als Kapitän mag für manche niedlich sein, mir ist er zu kindisch-hibbelig, die anderen Crew-Mitglieder haben mich auch nicht für sich in Beschlag nehmen können und der Humor lag schlicht nicht auf meiner Empfangswellenlänge. Vom Roboter ART möchte ich gar nicht erst anfangen. Einzig wegen Natasha, dem Schiffscomputer, bin ich zwei Folgen dran geblieben. Geholfen hat zudem sicherlich nicht, dass in der zweiten Folge Dave Franco, mein Lieblingshass-Schauspieler (der mich in weiten Teilen der letzten Scrubs-Staffel unglaublich genervt hat), auftrat.

DURCHSCHNITTSWERTUNG: 4,0 Punkte (durchschnittlich)
GUCKLISTENSTATUS: abgesetzt

80 (August 2014)

14 Aug

Nach der fußballbedingten Pause nun endlich die Nachzügler der TV-Saison 2013/2014. Das Jahresranking hatte ich schon vorher veröffentlicht, hier also noch die ausstehenden Texte zu den Zahlen. Inklusive eines peinlichen faux pas.

24 (SEASON 9)

Die neunte Staffel von 24 umfasste diesmal bekanntermaßen nur 12 Folgen, bildete aber dennoch einen ganzen Tag im Leben von Jack Bauer ab. Weil der alte Haudegen am Ende der elften Episode einfach mal eine Verschnaufpause einlegen durfte. Man wird ja nicht jünger. Jünger wurde übrigens auch nicht das hinter der Show steckende Konzept: böse Terroristen halten London in Atem, schikanieren den dort gerade fröhlich über amerikanische US-Luftwaffenbasen verhandelnden Präsidenten und Jack natürlich mittendrin im Schlamassel. Ich schreib es mal so: Wer ein beinharter Fan der Serie ist, dürfte nicht enttäuscht werden. Wer sich erhoffte, dass hinter der Neuauflage mehr steckt als ein Bösewicht-Waffenupdate plus neuer Gesichter bei Freund und Feind, sollte nicht zuviel erwarten.

Denn 24 fährt all das auf, was man schon von früher kennt. Die kleinen Ungereimtheiten, die sich immer mehr potenzieren, die Logiklöcher, die man zugunsten der Action ungestopft lässt oder die fantastischen Hackerfähigkeiten von Chloe O’Brian, die wahrscheinlich auch ein Transistorradio Baujahr 1934 aus 1000 km Entfernung manipulieren könnte. Auch dieses Jahr leider wieder dabei und anscheinend nicht totzukriegen – die unnötige Maulwurf-Nebenstory. Darüber kann man natürlich gutmütig hinwegsehen, mich persönlich störte aber vor allem die Entwicklung um die Verhandlungstaktik des US-Präsidenten, bei der man wirklich zugunsten eines Kniffs jegliche Realitätsschraube überdrehte und somit den Tiefpunkt der Staffel markierte. Zum Ende präsentiert man schließlich die ganz dicken Verwicklungen, mit denen ich mich aber eher noch anfreunden konnte. Ach ja, noch ein kleiner Hinweis an die CGI-Explosionen-Abteilung: Das geht besser.
Die Wertung spiegelt meinen Eindruck von der Staffel treffend wieder. Wegen der oben erwähnten Unzulänglichkeiten knapp am „gut“ vorbei, insgesamt aber schon sehr ordentlich. Für Freunde der Show. Ob ich jetzt aber direkt Season 10 brauche, würde ich im Moment eher verneinen wollen.

Gesamtwertung: 4,89 Punkte (befriedigend)


FARGO (SEASON 1)

Eine sehr angenehme Überraschung aus dem verschneiten Niemandsland diesseits und jenseits von Bemidji, Minnesota. Fargo ist eine rundum gelungene Serie, die dank ihrer schrulligen Charaktere in zehn knapp einstündigen Episoden eine wunderbar auf den Punkt gebrachte Geschichte erzählt. Ohne Ausfälle, ohne eine Minute an Langeweile, sondern irgendwo im Dreieck aus Schmunzeln, Schockiertsein und Staunen verortet. Billy Bob Thornton muss man ohne Zweifel für seine Darstellung diverse Preise in die Hand drücken, Martin Freeman verzeihe ich wegen seiner Leistung so manche Minute, die ich mich bei „The Hobbit“ gelangweilt habe, Allison Tolman mit ihrer goldig schüchternen, aber akribischen Art hat sich in mein Herz gespielt und Bob Odenkirk als planloser Sheriff würde ich sehr gerne in der schon bestätigten zweiten Staffel, die vor den hier erzählten Ereignissen spielt, wiedersehen.

Wertungsmäßig habe ich das kleine Dilemma, dass nach meiner Art der Punktzahlbestimmung Shows von einer längeren Laufzeit im Sinne von mehr Einzelepisoden profitieren. Bei Fargo zückte ich dreimal die 5,0, fünfmal die 5,5 und zweimal die 6,0 – macht nach meinem Wertungssystem insgesamt einen Schnitt von 5,90 Punkten. Ich bin mir aber sicher, dass im Falle von zwei bis drei zusätzlichen Folgen locker die 6,0-Messlatte übersprungen worden wäre. Das Aufrunden lasse ich jetzt noch sein, aber fest ans Herz eines jeden Serienfans möchte ich diese feine Produktion in jedem Fall legen.

Gesamtwertung: 5,90 Punkte (sehr gut)


GAME OF THRONES (SEASON 4)

Game of Thrones ist mittlerweile ein Selbstläufer, die Wertigkeit der Show so bestechend hoch, dass man Ende einer Folge nur die Wahl zwischen „gut“, „sehr gut“ oder „überragend“ hat. Die Stamm-Charaktere haben nichts von ihrer Faszination eingebüsst, zusätzlich führt man neue Figuren ein, die mächtig Eindruck hinterlassen. Wie etwa Pedro Pascal in der Rolle des Oberyn Martell, dem ich mit einem Kniefall den aktuellen „Coolste Sau in einer Fantasy-TV-Serie“-Preis verleihe (der in der Kategorie „Nicht-Fantasy“ geht an Billy Bob Thornton, siehe oben).

Die zugrundeliegenden Bücher von George R.R. Martin bieten wie gehabt destilliert hochklassigen Stoff mit zahlreichen Episoden, die schlicht in ihrer eigenen Klasse spielen. Vor allem zum Ende hin konnte ich nach diversen Ausflügen nach Westeros und Umgebung nur noch japsend und entkräftet das Kärtchen mit der 6,0 ziehen. Wenn man sich beklagen müsste, dann wohl darüber, dass Mr. Martin mal wieder mit der ganz großen Sense über die Schauspielerschar gefahren ist, was angesichts des Qualitätsverlusts in Sachen Darstellungskunst fast schon Trauer hevorruft. Aber so ist er halt drauf, der George.

Gesamtwertung: 6,10 Punkte (überragend)


SHERLOCK (SEASON 3)

I’m slightly disappointed, Mr. Holmes.

Der von mir hochgeschätzte Wortvogel bringt es ziemlich gut auf den Punkt, wenn er schreibt, dass die Show mittlerweile von sich selbst besoffen ist. Auch ich vermisste in den drei Folgen der dritten Staffel die Detektivarbeit, die Herumschnüffelei, die Hinweisaufarbeitung, die dann schließlich zu einer spektakulären Auflösung führt. Stattdessen positioniert man die bekannten Figuren in Situationen, in denen sie sich dezent lächerlich machen und verdutzt an den Wänden der Realität abprallen. Fälle gibt es weiterhin, aber sie stehen weniger im Mittelpunkt und werden nicht ganz so überzeugend wie früher zu einem Ende gebracht. Verdammen möchte ich „Sherlock“ deswegen jetzt nicht, denn die Serie und ihre Charaktere haben weiterhin Charme und Ausstrahlung, können weiterhin unterhalten. Aber es fehlt das Besondere, der Kick, das kleine Stückchen Zucker im Tee. Meine Wertung: dreimal die 5,0, weil das britische Vorzeigeprojekt diesmal dreimal einfach nur „gut“ war.

Gesamtwertung: 5,00 Punkte (gut)


VEEP (SEASON 3)

Schrecklich akribischen Lesern (also mir) wird es aufgefallen sein: Veep tauchte gar nicht in meinem zuletzt veröffentlichen Jahresranking auf. Möge mich der Präsident niemals anrufen, Jonah Ryan mein Freund sein wollen und selbst Gary Walsh sich nicht an meinen Namen erinnern können, aber Schande über mein Haupt: ich hab’s vergessen. Was besonders ärgerlich ist, denn die dritte Staffel ist nicht nur die beste bisher, sondern zugleich auch die beste Comedy in diesem Jahr.

Es scheint, als würde die Vizepräsidentin mit jeder Ausweitung ihrer Tätigkeit lustiger und unterhaltsamer werden. Die Wahlkampftour in diesem Jahr geriet jedenfalls umwerfend komisch, kein Fettnäpfchen blieb unbetreten, keine Peinlichkeit ausgelassen, keine Inkompetenz ungezeigt. George W. Bush würde es wohl Reality-TV nennen. Wer testen möchte, ob die Show ihm gefällt, dem empfehle ich zum Einstieg die Episode „Clovis“, in der Selina Meyer und ihre Entourage auf die wunderbare Welt der IT-Firma desselben Namens trifft. Ähnlichkeiten zu existierenden Marken waren sicherlich beabsichtigt.

Gesamtwertung: 5,45 Punkte (sehr gut)


LOUIE (SEASON 4)

Louis CK ist der Mann mit der größten künstlerischen Freiheit im Showbusiness. In seiner Show auf FX darf er wirklich tun und lassen, was er will. Das liest sich toll, aber manchmal führt es auch zu Momenten, in denen man sich als Zuschauer gewünscht hätte, jemand hätte dem guten Mann mal gesagt, wo es langgehen soll. Denn mit der vierten Staffel bietet der sympathische Stand-Up-Comedian ein eher gemischtes Potpourri an. Der Einstieg ordentlich, die Folge mit Yvonne Strahinski mit einem typischen WTF-Moment, danach aber die auf sechs Episoden gestreckte Geschichte um Louies ungarische Freundin Amia, die abwechselnd okay bis langweilig geriet. Darauf wiederum die sehr gelungene Coming-of-Age-Story mit Louies Vergangenheit als Haschischdealer. Und zum Schluss eher okay eingespielte Kost mit Pamela Adlon. Die eingestreuten Stand-Ups ließen mich insgesamt oft noch etwas wohlwollend in die Wertungskiste greifen, aber insgesamt hatte ich mir schon etwas mehr erwartet.

Gesamtwertung: 4,94 Punkte (befriedigend)


SILICON VALLEY (SEASON 1)

Die zur Zeit beste Nerd-Comedy, die bei mir wahrscheinlich irgendwann dafür sorgt, dass ich „The Big Bang Theory“ absetze. Denn „Silicon Valley“ ist näher an dem dran, was ich unter Geeks, Freaks und Nerds verstehe. Keine Massenkompatibilität, keine dauerhaften Beziehungen, sondern einfach nur schräge Typen ohne Anschluss an die Realität jenseits der Tastatur, die zusammen eine Firma aufbauen. Ich habe bisher sehr wenig über diese Show in der Blogosphäre gelesen und finde, dass ihr viel mehr Aufmerksamkeit gebührt. Bezeichnenderweise hat sich auch noch kein deutscher Sender um die Ausstrahlungsrechte bemüht, wahrscheinlich wegen des speziellen Humors. Eben der ist alles andere als für jeden gemacht, sondern zuweilen derb. Wenn ich einen Vergleich anbringen müsste, dann wäre es wohl der mit „Party Down“, nicht zuletzt weil dort auch Martin Starr mit von der Partie war. Von den insgesamt acht Episoden war der Pilot noch am schwächsten, weil nur okay. Aber wer sich davon nicht abschrecken lässt, erlebt danach durchgehend gute bis sehr gute Einsichten in das Leben von vier Nerds und einem verzweifelten Manager. Eine zweite Staffel ist geordert und ich freue mich darauf, den liebenswerten Chaoten bei der Eroberung der IT-Welt zuzusehen.

Gesamtwertung: 5,28 Punkte (gut)

69 (Juni 2013)

28 Jun

Vor kurzem gab es in meiner Wirk- und Schaffensumgebung einen knapp 15-minütigen Stromausfall. Was mich Demut gelehrt und der Erkenntnis nahegebracht hat, dass ich in der Welt von „Revolution“ wohl nicht mal ansatzweise so lange überleben würde, um den Figuren die ganzen Storylöcher in ihrer Serie zu erklären. Hier die letzten Wertungen vor dem Beginn der Sommersaison, die schon Ende der Woche mit der finalen Staffel von Dexter durchstartet.

Arrested Development (Season 4)

Wir haben einen Sieger in der Kategorie „Beste Comedy 2012/2013“. Familie Bluth hat es tatsächlich kurz vor Teilnahmeschluss geschafft, den Titel davonzutragen. Zugegebenermaßen in einem Jahr, in dem die Comedy-Shows nicht gerade ihre große Blütezeit hatten, aber dennoch. Meine erste Einschätzung aus dem letzten Check möchte ich an dieser Stelle noch ein wenig erweitern:

Der Einstieg lebte praktisch von der Wiedersehensfreude bezüglich der schrägen Charaktere. Dass diese pro Episode einzeln und nicht wie gewohnt im Rudel aus Chaos und Peinlichkeit auftraten, sorgte für einige nur mit einem okay zu bewertende Episoden. So fand ich etwa die Hauptstorylines von Lucille und Lindsay deutlich schwächer als den Rest. Auch an der Zusammenführung der einzelnen personalisierten Handlungsstränge konnte man etwas bekritteln: so herrlich gelungen manches seltsame Verhalten und Mysterium in deren Verlauf aufgelöst wurde (bestes Beispiel: George-Michael in S4E13: It Gets Better), so wenig zündete für mich die letzte Episode „Blockheads“. Einfach, weil sie nichts mehr draufzupacken vermochte – außer dem Winken mit dem Fortsetzungszaunpfahl in der allerletzten Szene.

Jetzt aber zur Lobhudelei: denn Arrested Development traut sich an den wilden, kaputten, fremdschämigen, auch gerne mal Schmerzen verursachenden Humor, den andere Shows aus irgendwelchen Gründen nicht mehr bringen („Community“ hatte man ihn dieses Jahr bekanntlich in Form von Dan Harmon herausoperiert). Zusätzlich wird den Fans eine Masse von Anspielungen und liebgewonnenen Catchphrases geliefert, dass man bei der zweiten Sichtung immer neue Nuancen entdeckt. Ich für meinen Teil konnte etwa in einer bestimmte Szene beim Anblick der Dekoration in der Kirche kaum noch an mich halten. Die Gaststars aus den vergangenen drei Seasons sind fast alle vollzählig erschienen, die Hauptfiguren überzeugen weiterhin mit ihren charaktertypischen Eigenheiten: meine absoluten Lieblinge Gob (Will Arnett), Buster (Tony Hale) und Tobias (David Cross) liefern großartige Segmente ab, zusätzlich etabliert sich der gereifte George-Michael (Michael Cera) mit der herrlich komischen Geschichte um seine beruflichen Avancen. Richtig gut gelungen: der Blick hinter die Filmkulissen mit Ron Howard, die Dummheiten von Familienanwalt Barry Zuckerkorn, Michaels endlich realisierte Bausiedlung und ihre Bewohner, George Bluths Pläne, um die Firma voranzubringen und wenn ich den Kram auf der hoffentlich bald erscheinenden Blu-ray nochmal schauen kann, fallen mir noch mehr ein. Ich freue mich drauf.

Season 5? C’mon!

Gesamtwertung: 5,73 Punkte (sehr gut)

Men At Work (Season 2)

Finde ich immer noch sehr sympathisch, die Vierer-Bande um den ehemaligen „That 70’s Show“-Darsteller Danny Masterson. Wo „How I Met Your Mother“ immer mehr in die Untiefen unnötiger Beziehungskisten abgleitet und einfach nicht mehr den erfrischenden Humor früherer Zeiten liefern kann, sind hier arbeitende Kerle am Werk, die sich auf das konzentrieren, was eine Ensemble-Comedy ausmacht. Typen, mit denen man auch gerne einen trinken gehen würde; drollige Situationen, die sich in peinliche Situationen steigern; gegenseitige Aufzieherei mit gekonnten Sprüchen direkt aus der Hüfte geschossen. Das ist jetzt nichts, was die 22-Minuten-Schiene revolutioniert. Vieles hat man an anderer Stelle schon gesehen, nicht jeder Gag zündet in einem furiosen Feuerwerk, die Stärke von Men At Work liegt vielmehr  darin, dass jede Episode den Zuschauer mit einem zufriedenen Lächeln (und manchmal mehr) zurücklässt. Durchhänger? Langweiler? Naja-Episoden? Fehlanzeige. Deshalb bleibt diese kleine TBS-Comedy auch in der zweiten Staffel ein lockerer Spaß, der nach 10 Episoden leider aber schon wieder vorbei ist.

Gesamtwertung: 4,80 Punkte (befriedigend)

Revolution (Season 1)

Die Show, mit der ich am meisten gehadert habe, das schicke ich direkt mal voraus. Denn ich mag Endzeit-Settings, die Serie fährt beachtliche Schauwerte auf, der Cast besteht u.a. aus Giancarlo „Breaking Bad Gus Fring“ Esposito (was alleine für mich schon ein Grund war, dranzubleiben, um dem lässigen Kerl beim Schauspielen zuzusehen). Die ersten fünf Folgen hatten auch eine Tendenz, die die Show in der Schlusswertung an eine 5er-Wertung herangebracht hätte. Natürlich tauchten hier und dort kleinere Logiklöcher auf, die Geheimniskrämerei nahm künstlich überhand, um weiter die Spannung hochzuhalten, aber insgesamt ging das alles in Ordnung.

Bis zu der Folge, in der man den Hintergrund und Ursprung für den weltweiten Stromausfall präsentierte. Sorry, aber ich habe selten ein so dämlich dahinkonstruiertes Plotelement erlebt. Ja, es ist schwer, sich neue Ursachen für tolle Katastrophen einfallen zu lassen. Ein bisschen Mühe ist man dem Zuschauer dennoch schuldig. Schon bezeichnend, dass in der Rückrunde nach der Auflösung keiner der Beteiligten mehr über diesen Punkt nachdachte oder diskutierte. Für mich fühlte es sich an, als hätte der betreffende Autor im übertragenen Sinne seine Notdurft in einer Ecke des Raumes verrichtet und die Schauspieler gäben sich nun größte Mühe, sich nichts anmerken zu lassen und – sei es halt mit zugehaltenen Nasen – souverän drumherum zu agieren.

Von da an ging es endgültig bergab. Denn dieser mich schon leicht in meiner Intelligenz beleidigende Erklärungsversuch bewirkte, dass zugleich die dicken Fehler und Unsinnigkeiten der Show in den Vordergrund traten. Wo ich vorher nach Milde walten ließ, weil mich das Konzept noch für sich in Beschlag nehmen konnte: Dass der Super-Onkel es jederzeit mit seinem Säbel mit einer schießwütigen Armee aufnimmt. Dass Menschen nach jahrzehntelangem Stromausfall plötzlich locker leicht wieder hochkomplizierte technische Gerätschaften bedienen. Dass sich ein Charakter im Gewühl absichtlich so genau in die Brust schießt, dass er ohne bleibende Schäden auch ohne jegliche ärztliche Behandlung überlebt. Dass verfeindete Parteien zusammenarbeiten, obwohl sie sich die Staffel hindurch schwören, den anderen bei nächster Gelegenheit umzubringen. Dass der Grund für den nicht fließenden Strom auch praktischerweise dem Sterben geweihte Menschen heilen kann. Dass drehbuchbedingt kein Bösewicht sterben darf, weil er für die zweite Season gebraucht wird.

Ich mach es kurz: das von mir mit 2,5 Punkten bewertete Finale hat mich schmerzvoll überzeugt, dass ich Revolution nicht mehr weitergucken muss. Nach einem guten Start, der letztlich dafür verantwortlich ist, dass es bewertungstechnisch noch für ein „Durchschnittlich“ gereicht hat, ließ mich die Serie letztlich mit einem Gesichtsausdruck zurück, den Elizabeth Mitchell aufzutragen pflegt, wenn sie mal wieder verzweifelt um ein Geheimnis herumknödelt. Selbst Fans, die an einer schönen Portion Trash ihre Freude haben, kommen hier wohl nur kurz auf ihre Kosten.

Mr. Esposito, please sign up for another show.

Gesamtwertung: 4,30 Punkte (durchschnittlich)   

Veep (Season 2)

Das oben eingebettete Banner täuscht: denn unsere liebste Vizepräsidentin Selina Meyers (wieder toll gespielt von Julia Louis-Dreyfus) hat in der zweiten Season der HBO-Comedy kaum Auslandseinsätze, sondern werkelt mit ihrem Team verstärkt zuhause an ihrem eigenen Untergang. Schade, denn der Ausflug nach Finnland war für mich eine angenehme Abwechslung, davon hätte ich gerne mehr gesehen. So bleibt Veep eine sehr auf die amerikanische Politik zugeschnittene Angelegenheit, die von ihrem derben Umgang mit ihren Figuren lebt. Jeder giftet gegen jeden, das „fuck“ gehört intern zum guten Ton, nach außen eitler Sonnenschein, nach innen fluchendes Gewitter. Das ist und bleibt gut unterhaltsam, insgeheim hätte ich aber gerne mehr peinliche diplomatische Fehltritte, mehr verzweifelte  Vertuschungsaktionen, mehr schreiend komische Aussetzer. So ein bisschen mehr eine Mischung aus dem amerikanischen „Seinfeld“ und dem britischen „Yes, Minister“, um mal grob den Rahmen vorzugeben. Vielleicht in der nächsten Staffel. Bis dahin bekommt die Vizepräsidentin erneut das „gut“ ins Amtszeugnis, wenn auch diesmal als Punktlandung.

Gesamtwertung: 5,00 Punkte (gut)   

Hannibal (Season 1)

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„Monsieur, madame: Buffet froid avec coquilles, amuse-bouche et potage. Bon appétit!“
„Ja, Sie mich auch, Sie Ferkel! Ich esse hier nichts ohne lückenlosen Herkunftsnachweis!!!

„Hannibal“ hat mich geprägt und sensibilisiert im Umgang mit Ausdrücken, aus denen der französische Feinschmeckergeist sprudelt. Wenn man die Serie als Maßstab für die Haute Cuisine nimmt, bleibe ich wohl für immer meinem Fleischkäsweck treu. Aber Scherz beiseite: das Reboot um den gebildeten Menschenfleischschnabulierer Dr. Lecter mauserte sich im Verlauf der Staffel zu einem echten Leckerli. War es zunächst die Schock- und Ekelszene der Woche, die einen als Zuschauer jede Folge genüsslich auf die Gabel spießte (und in der Hinsicht wird einiges an Schwerverdaulichem aufgefahren, da tränt dem FSK-Ausschussprüfungsleiter das Salz in die Suppe), steigerte sich die Menüfolge ab Episode 6 mit der Einführung von Eddie Izzard als Dr. Abel Gideon. Wobei ich schon stets der Ansicht war, dass Comedians exzellente Serienmörder spielen können. Ab diesem Zeitpunkt nimmt die Geschichte richtig Fahrt auf, Mads Mikkelsen setzt seinem kühlen Auftreten noch die Prise des Diabolischen hinzu, Hugh Dancy gelingen neue Labilitätsrekorde bei der Darstellung seiner Figur des Will Graham, die Bildsprache schaukelt sich von einem Extrem ins Nächste und das Finale schraubt sich endgültig in den absoluten Höchstwertungsbereich.

Von daher bin ich absolut erfreut, dass NBC grünes Licht für die zweite Staffel gegeben hat. Die Verantwortlichen werden es wahrscheinlich nicht wissen, aber mit „Hannibal“ haben sie einen dicken Fisch an der Angel, der sich dank toller schauspielerischer Leistungen und der meisterlichen Inszenierung durch Bryan Fuller von selbst fachgerecht filetiert und entgrätet. Wären nicht zu Beginn zwei schwächere Episoden druntergemischt worden (u.a. auch die nach den Anschlägen auf den Bostoner Marathon nie im US-Fernsehen ausgestrahlte Folge „Oeuf“), hätte es sogar für die 5,5 Sterne gereicht.

Gesamtwertung: 5,42 Punkte (gut+)  

Game Of Thrones (Season 3)

Zum Schluss noch die beste Drama-Serie dieser Saison und das nicht nur diesseits von Westeros. „Game Of Thrones“ hält nicht nur das schon recht hohe Niveau der vergangenen zwei Staffeln, sondern legt noch eine Schippe Golddrachen und Silberhirsche obendrauf. Besonders hervorheben möchte ich diesmal die Schauspieler:

Charles Dance (Tywin Lannister) ist so dermaßen genial in seiner Rolle, ich könnte ihm zusehen, wie er morgens den Küchenbediensteten von King’s Landing die Einkaufszettel vorliest und wäre berührt. Must win Emmy, Golden Globe and what there is sonst noch!
Lena Headey (Cersey Lannister)- irgendwo zwischen rrrrrr! und intrigantem Superbiest. Wo kann ich mich als Weinglashalter und Nachschenker bewerben? Jack Gleeson (Joffrey Lannister) – sicherlich ein liebenswerter, vielleicht gar schüchterner Kerl, aber in seiner Rolle das bestgespielteste Arschlochkind aller Zeiten. Rory McCann (The Hound) – brutal, schroff, allerdings auch schlicht ein Charakter, dem man eine menschlich gute Seite zutraut. Nicolaj Coster-Waldau (Jaime Lannister) und Gwendoline Christie (Brienne) – bestes Beziehungspärchen mit den schönsten Triez-Dialogen, das leider nicht so recht zueinander findet. Von den Neuzugängen dieser Saison: Iwan Rheon (kein Name wegen Spoilergefahr) – ein Psychopath erster Kajütte vor dem Herrn, gruselig bis zum Nicht-mehr-Hinsehen-Können. Diana Rigg (Lady Olenna Tyrell) – wunderbare Dialogzeilen, so spitz wie eine mehrfach gespitzte Nadel aus valyrischem Stahl. Ach, die Schauspieler sind durch die Bank klasse.

Rein storytechnisch liefert die Vorlage von George R.R. Martin natürlich allerbeste Unterhaltung, aus der sich die Showrunner die fettesten Stücke herausgesucht haben. Inhaltlich deckt man die erste Hälfte des dritten Buches ab, aber auch für mich als Kenner der ersten vier Bände gab es Unbekanntes zu entdecken. Bekritteln könnte man nur – wie schon zuletzt erwähnt – einen etwas lahmen Schwertkampf und das letzte Bild, das nicht so sehr reinknallte wie bei den vorherigen Finalfolgen. Egal. Spitzenprädikat.

Gesamtwertung: 6,10 Punkte (überragend) 

67 (Mai 2013)

17 Mai

Letzten Monat gab es keinen Seriencheck, dafür diesen Monat mindestens zwei. Denn es stehen die Abschlusswertungen für die Season 2012/2013 an, die ich dann wie gewohnt tabellarisch aufbereiten werde. Wer dabei nach Breaking Bad sucht, wird leider enttäuscht werden, denn dank des zweigeteilten Staffelaufbaus rutscht dessen Schlusswertung für die 5. Staffel erst in die kommende TV-Saison. Nach der Hälfte steht die Show allerdings bei 5,73 Punkten, wird also mit ziemlicher Sicherheit ganz oben landen. Jetzt aber zu den Neuzugängen, Neustarts und dem ersten Stapel an abgeschlossenen Shows.

NEUZUGÄNGE

HANNIBAL (Season 1)

hannibal

Neue Show von Bryan Fuller (Pushing Daisies, Dead Like Me) für NBC. Das FBI sucht unter der Leitung von Agent Jack Crowford (Laurence Fishburne) nach einem Serienkiller, der seine Opfer eher unschön drapiert am Tatort zurücklässt und ihnen zudem noch ein paar Organe mopst. Mit der Unterstützung des leicht neben der Spur laufenden Forensikprofessors und Profilers Will Graham (Hugh Dancy), der sich in die Psyche von Serienkillern versetzen und ihre Handlungsweise analysieren kann, geht es auf die Jagd. Ach ja, ein gewisser Psychiater namens Hannibal Lecter (Mads Mikkelsen) soll den labilen Graham unterstützen und kocht zudem ganz gerne der gesammelten Ermittlerschaft ein paar deliziöse Menüs aus dezent dubioser Herkunft. Ich sehe schon die letzte Szene der Serie vor mir, wie die arme Toilettenfrau im FBI-Hauptquartier in Quantico Überstunden schieben darf…

Wer es gerne zum Winden eklig hat, findet hier seine Erfüllung. Offene Wunden, abgetrennte Körperteile, innere Organe und anderes Gekröse werden in einer ausführlichen IN YOUR FACE-Exposition gezeigt, dass selbst gestandene Carnivoren wie ich für ein paar Tage nach Ausstrahlung einer neuen Folge einen Bogen um die Fleischtheke im Discounter machen. Bryan Fuller schafft darüber hinaus beeindruckend einprägsame Bilder und Szenen, die Show beschäftigt gar eine eigene Food-Stylistin (deren Blog man hier studieren kann), das Ganze hat trotz deftiger Einstellungen einen unverkennbaren, edlen Stil. Zu Beginn musste ich mich natürlich erst an Mads Mikkelsen (und seine leicht nuschelige Aussprache) als Hannibal Lecter anstelle von Anthony Hopkins gewöhnen. Allerdings überzeugt der dänischstämmige Mime durch seine kühle, unnahbare, emotionslose Art, die einem mit fortschreitender Dauer Gänsehaut beschert.

Nach ein paar Episoden hegte ich die Befürchtung, dass es vom Ablauf her doch zu eintönig werden könnte (neues Opfer, Ekelszene, Ermittlung, Graham leidet, Lecter plaudert und kocht, Erkenntnis, dass der Killer weiter frei herumläuft, Schluss), vor allem die Hauptperson erschien mir eher untätig und als bloßer Beobachter des Geschehens. Ab Folge 6 greift aber auch er ein bzw. zu. Bleibt wegen seiner faszinierenden Stilhaftigkeit weiter auf meiner Guckliste.

Wertungsschnitt nach 7 Folgen: 4,95 Punkte (gut)

HOW TO LIVE WITH YOUR PARENTS (FOR THE REST OF YOUR LIFE) (Season 1)

how to live

Langer Name, kurze Sendedauer. Die neue Sitcom mit Sarah Chalke (Scrubs) ist jetzt schon Geschichte,weil ABC keine zweite Staffel in Auftrag gegeben hat. Der Titel lässt die zugrundeliegende Story erahnen: geschiedene Mittdreißigern sucht mit ihrer kleinen Tochter Unterschlupf bei ihren leicht schrägen Eltern (Elizabeth Perkins/Weeds, Brad Garett/Everybody Loves Raymond).

Ich mag die Schauspielerriege, die aufgefahren wurde, aber im Endeffekt war die Show eben doch zu harmlos, zu bieder, zu vergessenswert. Da halfen auch die redlichen Versuche der Eltern nicht, so ähnlich peinlich zu wirken wie die Fockers in den „Meine Frau, ihre Schwiegereltern und ich“-Filmen mit Ben Stiller und Robert de Niro. Hier und da (vor allem in der Episode mit der Oscar-Nacht) blitzten ein paar gute Gags und Ideen auf, das meiste wurde allerdings von belanglosem Humor übertüncht. Mir war so etwa nach der vierten Episode klar, dass es nicht zum Knaller reichen wird.

Wertungsschnitt nach 4 Folgen: 3,88 Punkte (unterdurchschnittlich)

NEU GESTARTET

VEEP (Season 2)

Es läuft gut für unsere Vizepräsidentin Selina Meyers (Julia-Louis Dreyfus). Inkompetente Mitarbeiter, internationale Krisen und souverän überspielte Ahnungsfreiheit. Läuft. Sehr schön, dass es nun auch mal ins Ausland geht wie in der letzten Episode „Finland“, die mir sehr viel Freude bereitet hat. Dürfte sich wertungsmäßig locker an die erste Staffel anschließen.

Wertungsschnitt nach 5 Folgen: 5,05 Punkte (gut)

MEN AT WORK (Season 2)

Wuschelkopf und seine Freunde sind wieder am Start. Und laufen in meiner Rangliste so mancher alteingesessener Comedy mittlerweile den Rang ab. Vielleicht die derzeit stabilste Bro-Comedy, die sich anders als etwa „How I Met Your Mother“ keinen Abrutscher erlaubt, sondern bisher stets charmant abliefert. Nach oben hin ist sicherlich noch Luft, aber bei der aktuellen Comedy-Darbzeit bin ich sehr dankbar für eine Show, die beständig an der „Gut“-Meßlatte kratzt.

Wertungsschnitt nach 6 Folgen: 4,83 Punkte (befriedigend)

GAME OF THRONES (Season 3)

7 von 10 Episoden schon wieder vorbei und „Game Of Thrones“ schlägt sich wie zu erwarten fantastisch. Das Beste aus den Büchern komprimiert, manchmal auch etwas vereinfacht, aber nie ohne den erzählerischen Kern anzutasten. Dazu großartige Schauspieler wie Charles Dance als Tywin oder die zum Cast gestoßene Diana Rigg als scharfzüngige Queen of Thorns Olenna Tyrell. Anders als bei Staffel 2 gibt es bisher keine Szenen, die man wegen des fehlenden Budgets nicht so großartig umsetzen konnte, wie George R.R. Martin sie in den Büchern konzipiert hatte. Höchstens vielleicht der Schwertkampf zwischen Brienne und Jaime. Ich jedenfalls freue mich auf die letzten drei Episoden, denn als Kenner der Vorlage weiß ich: die dicken Klopse kommen erst noch.

Wertungsschnitt nach 7 Folgen: 5,85 Punkte (sehr gut)

ABGESCHLOSSEN

THE AMERICANS (Season 1)

Der Ersteindruck hat sich bestätigt: der Neuling The Americans ist eines der Highlights dieses US-TV-Jahres. Ein Setting frisch aus dem kalten Krieg zwischen den USA und der Sowjetunion, spannende Psychoduelle unter den Agenten der jeweiligen Seite, Intrigen internationalen Ausmaßes, die ständig lauernde Gefahr der Aufdeckung der russischen Spione und einfach gute Schauspieler (neben den beiden Hauptdarstellern Russell und Rhys erwähnenswert: Noah Emmerich und Richard „John-Boy“ Thomas auf Seiten des FBI).

Gefiel mir bis auf die etwas abfallende Liebesgeschichte in S1E03:Gregory durchgehend gut bis sehr gut. Ich freue mich auf die frische Perückenkollektion für unsere Spione in der kommenden Staffel.

Gesamtwertung: 5,49 Punkte (sehr gut -)

THE WALKING DEAD (Season 3)

Startete schlicht und einfach brillant, konnte die brutal hohe Qualität nach der Pause allerdings nicht halten und ließ ein wenig nach, ehe der Schluss viele Fans ernüchternd bis enttäuschend zurückließ. Fast also das Spiegelbild zur zweiten Staffel, wo nach erschreckend viel Leerlauf gegen Ende das Ruder noch herumgerissen wurde. Ja, auch ich hatte mir als Nichtkenner der Comics vom Finale mehr erwartet, wahrscheinlich waren die Erwartungen denn auch zu hoch angesichts der vorab gestreuten Liste der möglichen Todeskandidaten. Die Show ging eben doch – anders als noch Beginn der Season – zum Abschluss auf Nummer Sicher und scherte insofern mächtig von der Vorlage ab.

Dennoch bleibt das Fazit mehr als positiv und ich verdamme die Show wegen ihres inkonsequenten Saisonabschlusses nicht. Punktemäßig zehrt The Walking Dead von den verdammt großartigen ersten acht Folgen der Hinrunde, für das Spitzenprädikat allerdings reicht es wegen einiger Durchhänger dann allerdings nicht.

Gesamtwertung: 5,73 Punkte (sehr gut)

GO ON (Season 1)

Weiterhin kein Glück für Mr. Matthew Perry. Sein aktueller Versuch, an alte Comedyerfolge anzuknüpfen ist offiziell gescheitert, denn „Go On“ wurde vom Sender NBC nicht verlängert. Quotentechnisch hing man zu sehr am Zipfel einer im Vorfeld laufenden Castingshow, von der Qualität her gefiel mir der Season Opener lange Zeit mit einer 5 Punkte-Wertung am besten. Meistens tummelte sich die Trauerbewältigungsclique zwischen 4 und 4,5 Punkten. Nicht schlecht, aber eben auf Dauer auch nicht gut genug. Was bleibt? Ein paar stärkere Folgen mit Piper Perabo als Ryan Kings Freundin, der übertrieben auf seltsam gestrickte Mister K. und viele Sportanspielungen, die ich nicht verstanden habe.

Gesamtwertung: 4,39 Punkte (durchschnittlich)

LAST MAN STANDING (Season 2)

Einer der großen Leistungsabfaller der Saison. In der ersten Staffel noch nette Familiencomedy für Freunde von „Home Improvement“, in der zweiten Staffel eine Neubesetzung zum Schlechten, erschreckend platte Republikaner-Rhetorik, bei der mir als Europäer heftig der Kopfschüttelreflex einsetzte und ein Kinderdarsteller plus waschlappigem Erzeuger from Hell. Der geschätzte Kollege bullion ist wegen einiger nett gelungener Folgen mit Gaststars aus seligen Heimwerkerzeiten noch etwas milder gestimmt. Für mich dürfte sich eine weitere Runde mit Mike Baxter allerdings erledigt haben, wenn die neue Comedyserienwelle ertragreich sein sollte.

Gesamtwertung: 3,86 Punkte (unterdurchschnittlich)

WHITNEY (Season 2)

Gleich die nächste Enttäuschung obendrauf. „Whitney“ habe ich in der ersten Season gegen alle Widerstände recht gerne gesehen, ich fand die Chemie zwischen Cummings und D’Elia gut genug, um dranzubleiben. Aber alles, was den Charme der Show ausmachte, wurde zur zweiten Staffel über Bord geworfen. Schwach bis gar nicht zündende Gags, ein müdes neues Setting in Form der Bar des nun ex-Polizisten Mark, ein blass bleibender neuer Nebendarsteller und mehrere Episoden, die ich stumm leidend durchstehen musste (Tiefpunkt: die Transsexuellen-Folge „Lost In Transition“). Anders als Last Man Standing abgesetzt, das allerdings höchst verdient.

Gesamtwertung: 3,81 Punkte (unterdurchschnittlich)

GUYS WITH KIDS (Season 1)

Nach 17 Episoden plötzlich abgesetzt. Schon ein bisschen schade, denn „Guys With Kids“ war für mich wohl die Show, die die Erwartungen am meisten übertroffen hat. Wobei die Erwartungen angesichts der Prämisse „Coole Väter um die 30 hadern mit ihren Kindern und Ehefrauen“ zugegebenermaßen sehr, sehr niedrig angesetzt waren. Heraus kamen jedoch einige erfrischend gelungene Abhandlungen zum klassischen Thema „Gibt es noch ein Leben nach der Geburt“. Hätte ich gerne bis zum Schluss gesehen.

Wertungsschnitt nach 17 Folgen: 4,67 Punkte (befriedigend)

Fortsetzung folgt…

57 (Mai 2012)

25 Mai

Eine Nachzüglerin reicht noch ihre vizepräsidiale Leistung ein und erhält zusammen mit dem Rest der Comedyserien das Jahresabschlusszeugnis. Dieses Jahr gab es leider kaum Streber, sondern viel Mittelmaß.

Veep

Neue HBO-Serie mit Julia Louis-Dreyfus, die einen ungeschönten Blick hinter die Kulissen des US-präsidialen Machtapparates wirft. Zum Leid von Selina Meyer geht es dabei leider nicht an den ganz großen Schalthebel, sondern ins Büro der Vizepräsidentin, die sich mit bedeutend kleineren hoheitlichen Aufgaben zu beschäftigen hat. Was freilich nicht ausschließt, dass Chaos, Versagen und Vertuschung die vorherrschenden Gäste sind. Wer die britische Serie „The Thick of It“ oder den Film „In The Loop“ kennt, weiß, worum es geht. Schnelle Dialoge, sich gegenseitig Beleidigungen zuzischende Berater, generell eine gute Portion Kraftausdrücke und die Erkenntnis, dass auch im Vorzentrum der Macht Murphys Gesetz sein Zuhause hat und der Präsident niemals anruft.

Mich freut es für Julia Louis-Dreyfus und den aus Arrested Development bekannten Tony Hale, dass sie wieder in einer Serie auftauchen.  Die Geschichten sind kurzweilig, in das politische Vokubular wie etwa die oft angesprochene „filibuster reform“ muss man sich als Zuschauer einarbeiten, dann steht dem Genuss allerdings auch nichts mehr im Wege. Läuft nach Sichtung der nur 8 Folgen umfassenden Staffel stabil auf der Wertungslinie „gut“. Für höhere Wertungsweihen müssten die menschlichen Verfehlungen wohl noch krasser und peinlicher sein oder die Dialoge mehr scharfzüngig wie seinerzeit im Klassiker „Yes, Minister“ statt pöbelnd.

Gesamtwertung: 5,15 Punkte (gut)
Anzahl hoher Einzelwertungen: 2x 5,5 Punkte

2 Broke Girls (Season 1)

Am Ende jeder Episode von „2 Broke Girls“ wird der aktuelle Kassenstand der beiden Restaurantfachbedienungen/Zuckerbäckerinnen eingeblendet. Ich hätte da zu Beginn durchaus ein kleines Trinkgeld spendiert, denn mit dem Piloten war die Hoffnung groß, eine freche neue Comedyshow in der Serienguckliste begrüßen zu können. Sicher, Figuren wie der russische Koch und der asiatische Besitzer sind von fast erschreckender Eindimensionalität, aber dafür sind sie ja auch nur Nebencharaktere. Die beiden titelgebenden Damen Max und Caroline, allen voran die dralle Kat Dennings mit ihren derben Sprüchen, brachten ordentliche Unterhaltung auf den Tisch. Auf Dauer verfuhren die Autoren allerdings zu oft nach dem „Hit or Miss“-Prinzip, sodass immer mehr Gags eher kalt als heiß serviert wurden. Ihre stärkste Phase hatte die Show etwa zur Halbzeit, ehe mit dem Auftauchen der polnischen Putzchefin Sophie (Jennifer Coolidge) mein Wertungsdaumen stetig oft nach unten ging. Sorry, aber mit dieser Figur konnte ich absolut gar nichts anfangen, ihre Witze sind zu fast 100% an mir vorübergezogen. Was bleibt ist eine Show, die doch eher lauwarmen Filterkaffee zusammenmischte als leckere Cupcakes.

Gesamtwertung: 4,21 Punkte (durchschnittlich)

30Rock (Season 6)

Eine verkürzte Staffel haben Liz Lemon und ihre TGS-Crew noch, danach senkt sich für 30Rock der Vorhang. Ich werde applaudieren und nicht müde werden zu betonen, dass es die Show trotz ihrer stattlichen Laufzeit immer wieder geschafft hat, Highlights zu setzen und ihr komödiantisches Niveau zu halten. Die Dialoge zwischen Jack und Liz sind immer wieder ein Ereignis, die Show hält Überraschungen bereit, sendet auch mal live, erfindet eigene Feiertage, Sendungen oder Charaktere und baut Folgen darum. Zugegebenermaßen sind ein paar eher langweilige Charaktere mit dabei wie Tracys Frau Jordan oder der Freund von Liz und für die absolute Höchstwertung hat es bei keiner der Folgen dieser Staffel gereicht. Aber sechs Mal „sehr gut“, fünf Mal „gut“ und acht Mal „befriedigend“ belegen, dass 30Rock auch dieses Jahr Qualität abgeliefert hat. Lediglich die Reality-TV-Hommage „Queen of Jordan 2“ hätte man sich sparen können.

Gesamtwertung: 5,13 Punkte (gut) 

Anzahl hoher Einzelwertungen: 6x 5,5 Punkte

Californication (Season 5)

Wie, Californication habe ich noch nicht abschließend bewertet? Tatsache. Man kann erahnen, weshalb es mich nicht dazu gedrängt hat. Denn die 5. Staffel brachte leider wieder kein Anknüpfen an die gute alte Zeit. Ich habe es ja schon zum Auftakt der Staffel geschrieben: Rapper haben in meinem Hank Moody-Rock’n’Roll-Coolness-Universum absolut nichts zu suchen. Weshalb ich bei den Szenen von Samurai Apocalypse leise in mein Motörhead-Stirnband geweint habe. Der Rest? Ach ja, Runkel macht sich wieder mal zum Affen, die Tochter hat einen Arschlochfreund, es gibt ein paar Brüste zu erspähen – nichts, was man nicht schon besser gesehen hätte. Immerhin funkeln die Sprüche des Meisters ab und an in den knapp dreißig Minuten einer Episode und lassen einiges an uninspirierten Momenten zuvor vergessen. Aber das Finale „Hell Ain’t A Bad Place To Be“ am Set von Samurais Film war so beschämend uncool und peinlich wie der neulich veröffentlichte Clip, in dem Tom Cruise „Pour Some Sugar On Me“ von Def Leppard nachsingt. Bin ich bei Season 6 noch dabei? Keine Ahnung. Da müsste man mich schon zum Ausgleich mit ein paar echten Rockstars als Gästen überzeugen.

Gesamtwertung: 3,92 Punkte (unterdurchschnittlich)

Community (Season 3)

Auf Community ist und bleibt Verlass. Auf meiner langen Liste der Comedyshows landet diese Show als einzige mehrere Volltreffer in meinem Humorzentrum. Es muss eigenlich nur zu Beginn eine Sprecherstimme eine Themenepisode ankündigen und schon kann ich beruhigt die Lachmuskeln vorwärmen. Denn sei es Horror, epische Kissenschlachten, Umzugsdramen oder eine fast komplette Sendung im Videospiel-Look der 90er Jahre – Community liefert Großartigkeit ab, die sich in dieser Art keine andere Comedyserie traut. Natürlich gibt es ein paar Aussetzer, die nicht ganz das Gütesiegel von 5 Punkten erreichen, dafür sind 3 von 4 Folgen gut bis überragend. Eine Quote, die auch dieses Jahr kein anderes Format geschafft hat. Ich bin gespannt, ob mit dem Rausschmiss von Showrunner Dan Harmon dieser Schnitt in der letzten Staffel erreicht werden kann.

Gesamtwertung: 5,86 Punkte (sehr gut)

Anzahl hoher Einzelwertungen: 4x 6,0 Punkte / 6x 5,5 Punkte
Best Of Season: 3×05 Horror Fiction In Seven Spooky Steps, 3×07 Studies In Modern Movement, S3E14 Pillows And Blankets, S3E20 Digital Estate Planning

How I Met Your Mother (Season 7)

„Mutter, wir haben den Zenit überschritten“, müssten die beiden Kinder von Ted Mosby zu Beginn mal gemeinsam ausrufen. Und Recht hätten die kleinen Couchhocker damit. Leider. Denn im verflixten siebten Jahr sind den Autoren offensichtlich die Ideen ausgegangen.Das ewige „Ted sucht eine Frau, findet Robin, trennt sich von Robin aus immer seltsameren Gründen, probiert eine andere, aber die ist auch nicht die Mutter, also wieder von vorne“-Beziehungsprozedere ist mittlerweile nur noch langweilig geworden. Die alte FRIENDS-Lehre besagt doch unmissverständlich, dass sich am Ende alle in der Gruppe gegenseitig kriegen. Abseits dessen hat die Figur des Barney Stinson einiges an Witz verloren, seit er Stripperinnen die Treue schwört. Robin und der Seelenklempner? Nicht besonders ergiebig. Marshall und Lily überzeugten noch am ehesten, vor allem der erste Teil des Finales erinnerte an frühere Glanzzeiten.

Bleiben die Episoden ohne Beziehungstrara. Und auch dort hat „How I Met Your Mother“ deutlich Federn lassen müssen. Keine einzige legendär komische, nur adäquat mit sechs Punkten zu bewertende Folge stand diesmal zu Buche. Stattdessen löste die 4,5 (befriedigend) die 5 (gut) als Standardwertung ab. Diese Entwicklung hätte ich zu Beginn der Staffel so nicht erwartet. Es wird wohl wirklich Zeit, zu einem Ende zu kommen, bevor die Komplett-DVD-Box zu viel Füllmaterial enthält.

Gesamtwertung: 4,75 Punkte (befriedigend)

Anzahl hoher Einzelwertungen: 3x 5,5 Punkte

Last Man Standing (Season 1)

Man mag Tim Allen und den an der Produktion Beteiligten fehlende Innovationsfreude vorwerfen, denn „Last Man Standing“ ist „Home Improvement“ in die Neuzeit transferiert und mit Töchtern statt Söhnen. „Keine Experimente“, könnte man als Untertitel dazuschreiben. Andererseits habe ich als Zuschauer mehr Freude an eingespielten Szenarien und Dialogen als an neuartigen Konzepten, deren Humor man nur versteht, wenn man den Drehbuchautoren persönlich kennt. Allein die Tatsache, dass ich alle 24 Episoden ohne Probleme wegsehen konnte (okay, die mit Kim Kardashian hat weh getan) spricht für die Show. Ich hatte nie das Bedürfnis, eine Folge auszulassen oder die Sichtung gar ganz hinzuschmeißen. Dafür bringt der ehemalige Heimwerkerkönig im Zusammenspiel mit seiner Familie oder am Arbeitsplatz dann eben doch ein paar Schmunzler ins Gesicht des Zuschauers. Harmlos, nett, familienfreundlich.

Wertung: 4,36 Punkte (durchschnittlich)

Modern Family (Season 3)

Auch in der dritten Staffel ein absoluter Selbstläufer, wenn auch wie schon in der vorigen Season die ganz überragenden Ausgaben des Familienabenteuers dünn gesät sind. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau. Mit der „neuen“ Lilly haben sich die Macher viele neue Türen geöffnet, um aus der Cameron/Mitchell-Story noch mehr rauszuholen. Mir gefiel die Episode „Little Bo Bleep“ dieses Jahr am besten, in der das kleine asiatische Mädchen eine tragende Rolle spielen sollte. Aber auch das Leinen-Drama in Disneyland war brüllend komisch. Die Show hat von den Figuren her einfach keine Schwachpunkte, als Zuschauer freut man sich jedes neue Kapitel im Leben der Pritchetts und ihren Lieben. Modern Family bleibt das sichere Highlight in einem eher von Durchschnittlichkeit geprägten Comedyfernsehjahr.

Gesamtwertung: 5,53 Punkte (sehr gut)

Anzahl hoher Einzelwertungen: 1x 6,0 Punkte / 7x 5,5 Punkte

Best Of Season: 3×13 Little Bo Bleep

New Girl (Season 1)

Für mich die Comedy-Enttäuschung des Jahres. Zooey Deschanel finde ich prima, der Auftakt war super, die Dynamik mit der Männer-WG funktionierte. Von mir aus hätte man die restlichen 23 Folgen jede Folge Jess herumgeeken und gesellschaftlich anecken lassen, während die Jungs die Krise davon bekamen. Stattdessen stellte man die Kerle mehr in den Vordergrund, was ja eigentlich in Ordnung geht, denn schließlich definiert sich eine erfolgreiche Comedy nie über eine einzige Figur. Von den drei Männern fand ich aber Schmidt ungeheuer nervig und nicht witzig, während Nick und Winston nie die Momente auf den Leib geschneidert bekamen, um richtig wahrgenommen zu werden. Cece? Nett anzuschauen, aber nicht zum Lachen. Von der Protagonistin kamen auch eher große Augen und Schmollmund denn witzige Momente. Ich will nicht zu sehr meckern, schließlich gab es zu Beginn und später mit „Valentine’s Day“ und „The Landlord“ gute Folgen. Sehr gute oder überragende Episoden hingegen? Fehlanzeige. Meistens bewegte sich „New Girl“ bei mir im Bereich zwischen befriedigend und unterdurchschnittlich. Ein leider deutlicher Fall von zu wenig draus gemacht.

Gesamtwertung: 4,25 Punkte (durchschnittlich)

Parks And Recreation (Season 4)

Vielleicht die größte Überraschung aus der Abteilung „Sender entscheiden über die Zukunft ihrer Serien“: Parks And Recreation bekommt -anders als ebenfalls hochverdiente Serien wie 30Rock und Community- eine volle Order für die 5. Season. Meinen aufrichtigen Dank und Applaus, NBC! Denn die Verwaltungscomedy zeigt auch im vierten Jahr kaum Abnutzungserscheinungen oder Qualitätsschwankungen. Für die höchste Bürgerzufriedenheitsauszeichnungen hat es heuer zwar nicht gereicht, aber selbst Ron Swanson kann ob der Arbeit seiner Leute anerkennend den Schnurrbart über einem breiten Lächeln thronen lassen. Denn es gab keine einzige Episode, die mich als Leser und Besitzer des Pawnee-Stadtbuchs nicht mindestens zufrieden gestellt hat, die meisten waren gut bis sehr gut.

Gesamtwertung: 5,49 (sehr gut)

Anzahl hoher Einzelwertungen: 8x 5,5 Punkte
Raising Hope (Season 2)

Die Überraschung der aktuellen Comedy-Saison. Mitte der ersten Staffel hatte ich die Show schon auf dem absteigenden Ast gesehen: die kleine Hope stand nicht mehr im Mittelpunkt, sondern wurde nur noch ab und an mal in die Szene reingeschnitten, die Geschichten waren eher öde, die Rolle von Oma „Maw Maw“ Chance wurde zu krass angelegt, als Zuschauer ging man eher mit skeptisch zusammengepressen Lippen denn herzerwärmt aus einer Folge. Zur zweiten Staffel läuft „Raising Hope“ allerdings wieder zu gewohnter Form auf. Die Chances mit ihrer simplen, aber doch so liebenswerten Art begleitet man gerne auf ihrem Weg zu einer Familie. Aber auch die Nebencharaktere und Gastauftritte sind sehr gut besetzt. Und am Ende wartet das allgemeine Wohlgefühl, wenn die Lektion der Folge angekommen ist. Bitte genauso weitermachen. Ach ja, das Finale war mir ein bisschen zu sehr übertrieben.

Gesamtwertung: 5,21 Punkte (gut)

Suburgatory (Season 1)

Das hätte was in der Art von „Gilmore Girls“ werden können. Wurde es aber nicht. Schade drum. Dabei mochte ich die Darsteller von der quirligen Jane Levy als Tessa Altman über den lockeren Daddy Jeremy Sisto und natürlich dessen Zahnarzt-Kumpel, den von mir immer wieder gern gesehenen Alan Tudyk. Was in der Mehrzahl der Folgen fehlte, waren gut erzählte Geschichten mit Spannung, Dramatik, Humor, Augenzwinkern. Immerhin kann sich „Suburgatory“ auf die Fahne schreiben, als eine der wenigen Comedy-Neustarts eine Episode mit „sehr gut“ bewertet bekommen zu haben (1×04 Don’t Call Me Shirley). Das Setting in der Vorstadthölle hätte einiges an komischen Situationen und Charakteren gebären können. Stattdessen blieb gerade ab dem letzten Drittel zumindest bei mir leider viel zu wenig hängen. Potenzial nicht genutzt.

Gesamtwertung: 4,36 Punkte (durchschnittlich) 

The Big Bang Theory (Season 5)

Jede Comedyserie fängt irgendwann mit Beziehungskrams an. Bei „The Big Bang Theory“ stand in der Hinsicht zunächst nur Penny und Leonard an, mittlerweile hat selbst Obernerd Sheldon sein weibliches Pendant gefunden. Ich selbst konnte mit Amy und Bernadette lange Zeit nichts anfangen, von der ersten Hälfte der Season gefielen mir eigentlich nur zwei Episoden gut (5×03 „The Pulled Groin Extrapolation“ und „5×09 The Ornithophobia Diffusion“), der Rest dümpelte im „Naja, geht so“-Fluss, inklusive einiger echter Absäufer. Dass es aber auch funktioniert, zeigten die zweiten 12 Episoden, wo sich Sheldon und seine Freunde doch noch knapp an die „gut“-Wertung herankämpften. Letztlich war es dem meiner Meinung nach lustlos dahingeschriebenen und inszenierten Finale zu verdanken, das unter dem Strich doch nur ein „Befriedigend“ steht. Bei keiner anderen Serie habe ich das Gefühl, dass innerhalb der Autorenriege so immens große Qualitätsschwankungen vorherrschen. Solange der Erfolg aber weiterhin allen Beteiligten Recht gibt, wird Showrunner Chuck Lorre wohl nichts daran ändern.

Gesamtwertung: 4,86 Punkte (befriedigend)

Anzahl hoher Einzelwertungen: 1x 6,0 Punkte / 4x 5,5 Punkte
Best Of Season: 5×21 The Hawking Excitation

The Middle (Season 3)

Die Hecks liefen ja mal kurzzeitig hierzulande auf ZDFneo und funktionierten auch in der deutschen Synchronisation prima. Die Einschaltquoten waren wohl noch minimaler als es vom Sender schon gewohnt, die zweite Staffel wurde daraufhin im Nirwana versendet. Mir ein Rätsel. In den USA ist nun das dritte Jahr vorübergezogen und weiter bleibt „The Middle“ ein gern gesehener Gast in meinem Fernsehzimmer. Dieses Mal fehlen allerdings die hohen Wertungen, lediglich einmal zückte ich die 5,5. Gleichzeitig ist mit der Episode „Get Your Business Done“ die mit Abstand schwächste Ausgabe der Serie seit ihrem Bestehen hereingerutscht. Dennoch ziehen Frankie, Mike und die Kinder locker an vielen Comedyversuchen in diesem Jahr vorbei.

Gesamtwertung: 4,68 Punkte (befriedigend)

Anzahl hoher Einzelwertungen: 1x 5,5 Punkte

The Office (Season 8)

Ich fange mit etwas Positivem an: Hätte man die jeweiligen Intros der Episoden (also jene ersten Minuten bis zum Vorspann) zusammengeschnitten, die 8. Staffel wäre kurz, aber unterhaltsam geworden. Das muss man anerkennen, da hat man sich bemüht. Für die restlichen jeweils knapp 20 Minuten hingegen deutlich weniger. Ja, „The Office“ kann nach dem Ausstieg von Steve Carell den weiteren Abstieg nicht verhindern. Ich fange nicht wieder davon an, wie großartig die Show mal war und wie wenig davon geblieben ist. Das tut mir mittlerweile selbst weh zu lesen. Einen Reboot hätte man nutzen können, um sich neu zu positionieren, auf alte Stärken zu besinnen. Stattdessen installiert man neue Charaktere, die mehr seltsam als witzig (Robert California, James Spader) bzw. außer einem Akzent humormäßig nichts zu bieten haben (Nellie Bertram, Catherine Tate). Dwight Schrute bemüht sich, aber oft ist er nicht mehr absonderlich schräg, sondern einfach nur blöd. Pam und Jim bleiben blass, Andy Bernard wird mich nie überzeugen können und wo die Stärken von Gabe oder Kelly liegen, muss man mir auch erst mal erklären. Wertungsmäßig stehen drei guten Episoden gleich acht unterdurchschnittliche bis gar schlechte Episoden gegenüber. Der Rest ersäuft in Durchschnittlichkeit. Die 9. Staffel ist sicher, aber ich weiß wirklich nicht, ob ich dafür noch im Büro erscheinen soll. Denn es scheint dort jedes Jahr tiefer in die Krise zu gehen.

Gesamtwertung: 3,96 Punkte (unterdurchschnittlich)

The Simpsons (Season 23)

Wie war die Saison? Konnte man auch etwas anderes gucken außer der Halloween-Episode? War wieder viel Durchschnitt oder auch Schlechtes dabei? Die Antworten in Kurzform: Befriedigend. Die Halloween-Episode war erschreckend unspektakulär. Oh ja. Aber auch ein paar richtig gelungene Episoden. Als kleinen Fanservice schreibe ich jetzt die fünf Folgen hin, die ich mit „sehr gut“ bewertet habe. S23x05 The Food Wife, S23x06 The Book Job, S23x10 Politically Inept, With Homer Simpson und S23x12 Moe Goes From Rags To Riches. Dazu noch fünf gute Episoden, drei Mal befriedigend und der Rest – inklusive des groß angekündigten Finales mit Lady Gaga – eher verpassbar. Ein relativ ansprechender Jahrgang also, bei dem man natürlich die obligatorischen Ausfälle einrechnen muss.

Gesamtwertung: 4,63 Punkte (befriedigend)   

Two And A Half Men (Season 9)

Seit ich diesen Seriencheck schreibe, habe ich keine komplette Saison einer Show trotz teils überragend schlimmer Episoden bis zum Ende durchgehalten und bewertet. Man quält sich schließlich ja ungerne vor dem Fernseher, wo man sonst so schöne Stunden verbringt. Two And A Half Men hingegen habe ich geschafft. Oder… naja, eher hat mich Two And A Half Men geschafft. Denn die neunte Staffel stieß nach einem gefälligen Start mit reichlich Erinnerungen an Charlie rasant in die Tiefe und erkundete fortan neue Abgründe. Walden Schmidt ist im Vergleich zu Charlie Harper ein kindisches Riesenbaby, dem alles zufällt und der tölpelhaft und ohne Anstrengung oder Leiden durchs Leben kommt. Die Beziehung zu seiner verlorenen großen Liebe irrt und wirrt sich ohne eine Spur von Nachvollziehbarkeit durch mehrere Episoden. Alan Harper, gespielt von meinem Helden der Show, Jon Cryer, ist endgültig vom liebenswerten Loser zum volldeppenhaften Arschkriecher mutiert. Haushälterin Berta bekommt kaum Auftritte, noch weniger zünftige One Liner. Mama Evelyn Harper steht nun, weil es im Hirn der Autoren wohl schreiend schockierend komisch sein soll, auf ältere Frauen. Jake und Alans Freundin Lyndsey teilen sich beherzte Pups-Auftritte. Im Finale hätte ich beim Zusammenschnitt von Szenen mit dem jungen Angus T. Jones losheulen können angesichts dessen, was aus der Rolle des knuffigen kleinen Kerls geworden ist. Bewertungstechnisch sackte die Show gleich mehrfach die 2,5 Punkte ein, meine Note für körperliche Schmerzen beim Ansehen. Passable Gastauftritte und Jon Cryer, wenn er nicht zu hirnrissige Szenen spielen musste, verhinderten den ganz großen Absturz. Season 10 spar ich mir.

Wertung: 3,60 Punkte (unterdurchschnittlich)   

Es stehen noch aus:
Hot In Cleveland Season 3

Sichtung eingestellt:
Are You There, Chelsea? (nach 3 Episoden)
Bent (nach 2 Episoden)
Breaking In (nach 2 Episoden)
Episodes (nach einer Episode)
Free Agents (nach 3 Episoden)
House Of Lies (nach 3 Episoden)
How To Be A Gentleman (nach 3 Episoden)
Napoleon Dynamite (nach einer Episode)
Nurse Jackie (nach einer Episode)
Up All Night (nach drei Episoden)
Wilfred (nach drei Episoden)

Vom Sender vorzeitig abgesetzt

I Hate My Teenage Daughter (nach 7 Episoden)
Rob (nach 8 Episoden)