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80 (August 2014)

14 Aug

Nach der fußballbedingten Pause nun endlich die Nachzügler der TV-Saison 2013/2014. Das Jahresranking hatte ich schon vorher veröffentlicht, hier also noch die ausstehenden Texte zu den Zahlen. Inklusive eines peinlichen faux pas.

24 (SEASON 9)

Die neunte Staffel von 24 umfasste diesmal bekanntermaßen nur 12 Folgen, bildete aber dennoch einen ganzen Tag im Leben von Jack Bauer ab. Weil der alte Haudegen am Ende der elften Episode einfach mal eine Verschnaufpause einlegen durfte. Man wird ja nicht jünger. Jünger wurde übrigens auch nicht das hinter der Show steckende Konzept: böse Terroristen halten London in Atem, schikanieren den dort gerade fröhlich über amerikanische US-Luftwaffenbasen verhandelnden Präsidenten und Jack natürlich mittendrin im Schlamassel. Ich schreib es mal so: Wer ein beinharter Fan der Serie ist, dürfte nicht enttäuscht werden. Wer sich erhoffte, dass hinter der Neuauflage mehr steckt als ein Bösewicht-Waffenupdate plus neuer Gesichter bei Freund und Feind, sollte nicht zuviel erwarten.

Denn 24 fährt all das auf, was man schon von früher kennt. Die kleinen Ungereimtheiten, die sich immer mehr potenzieren, die Logiklöcher, die man zugunsten der Action ungestopft lässt oder die fantastischen Hackerfähigkeiten von Chloe O’Brian, die wahrscheinlich auch ein Transistorradio Baujahr 1934 aus 1000 km Entfernung manipulieren könnte. Auch dieses Jahr leider wieder dabei und anscheinend nicht totzukriegen – die unnötige Maulwurf-Nebenstory. Darüber kann man natürlich gutmütig hinwegsehen, mich persönlich störte aber vor allem die Entwicklung um die Verhandlungstaktik des US-Präsidenten, bei der man wirklich zugunsten eines Kniffs jegliche Realitätsschraube überdrehte und somit den Tiefpunkt der Staffel markierte. Zum Ende präsentiert man schließlich die ganz dicken Verwicklungen, mit denen ich mich aber eher noch anfreunden konnte. Ach ja, noch ein kleiner Hinweis an die CGI-Explosionen-Abteilung: Das geht besser.
Die Wertung spiegelt meinen Eindruck von der Staffel treffend wieder. Wegen der oben erwähnten Unzulänglichkeiten knapp am „gut“ vorbei, insgesamt aber schon sehr ordentlich. Für Freunde der Show. Ob ich jetzt aber direkt Season 10 brauche, würde ich im Moment eher verneinen wollen.

Gesamtwertung: 4,89 Punkte (befriedigend)


FARGO (SEASON 1)

Eine sehr angenehme Überraschung aus dem verschneiten Niemandsland diesseits und jenseits von Bemidji, Minnesota. Fargo ist eine rundum gelungene Serie, die dank ihrer schrulligen Charaktere in zehn knapp einstündigen Episoden eine wunderbar auf den Punkt gebrachte Geschichte erzählt. Ohne Ausfälle, ohne eine Minute an Langeweile, sondern irgendwo im Dreieck aus Schmunzeln, Schockiertsein und Staunen verortet. Billy Bob Thornton muss man ohne Zweifel für seine Darstellung diverse Preise in die Hand drücken, Martin Freeman verzeihe ich wegen seiner Leistung so manche Minute, die ich mich bei „The Hobbit“ gelangweilt habe, Allison Tolman mit ihrer goldig schüchternen, aber akribischen Art hat sich in mein Herz gespielt und Bob Odenkirk als planloser Sheriff würde ich sehr gerne in der schon bestätigten zweiten Staffel, die vor den hier erzählten Ereignissen spielt, wiedersehen.

Wertungsmäßig habe ich das kleine Dilemma, dass nach meiner Art der Punktzahlbestimmung Shows von einer längeren Laufzeit im Sinne von mehr Einzelepisoden profitieren. Bei Fargo zückte ich dreimal die 5,0, fünfmal die 5,5 und zweimal die 6,0 – macht nach meinem Wertungssystem insgesamt einen Schnitt von 5,90 Punkten. Ich bin mir aber sicher, dass im Falle von zwei bis drei zusätzlichen Folgen locker die 6,0-Messlatte übersprungen worden wäre. Das Aufrunden lasse ich jetzt noch sein, aber fest ans Herz eines jeden Serienfans möchte ich diese feine Produktion in jedem Fall legen.

Gesamtwertung: 5,90 Punkte (sehr gut)


GAME OF THRONES (SEASON 4)

Game of Thrones ist mittlerweile ein Selbstläufer, die Wertigkeit der Show so bestechend hoch, dass man Ende einer Folge nur die Wahl zwischen „gut“, „sehr gut“ oder „überragend“ hat. Die Stamm-Charaktere haben nichts von ihrer Faszination eingebüsst, zusätzlich führt man neue Figuren ein, die mächtig Eindruck hinterlassen. Wie etwa Pedro Pascal in der Rolle des Oberyn Martell, dem ich mit einem Kniefall den aktuellen „Coolste Sau in einer Fantasy-TV-Serie“-Preis verleihe (der in der Kategorie „Nicht-Fantasy“ geht an Billy Bob Thornton, siehe oben).

Die zugrundeliegenden Bücher von George R.R. Martin bieten wie gehabt destilliert hochklassigen Stoff mit zahlreichen Episoden, die schlicht in ihrer eigenen Klasse spielen. Vor allem zum Ende hin konnte ich nach diversen Ausflügen nach Westeros und Umgebung nur noch japsend und entkräftet das Kärtchen mit der 6,0 ziehen. Wenn man sich beklagen müsste, dann wohl darüber, dass Mr. Martin mal wieder mit der ganz großen Sense über die Schauspielerschar gefahren ist, was angesichts des Qualitätsverlusts in Sachen Darstellungskunst fast schon Trauer hevorruft. Aber so ist er halt drauf, der George.

Gesamtwertung: 6,10 Punkte (überragend)


SHERLOCK (SEASON 3)

I’m slightly disappointed, Mr. Holmes.

Der von mir hochgeschätzte Wortvogel bringt es ziemlich gut auf den Punkt, wenn er schreibt, dass die Show mittlerweile von sich selbst besoffen ist. Auch ich vermisste in den drei Folgen der dritten Staffel die Detektivarbeit, die Herumschnüffelei, die Hinweisaufarbeitung, die dann schließlich zu einer spektakulären Auflösung führt. Stattdessen positioniert man die bekannten Figuren in Situationen, in denen sie sich dezent lächerlich machen und verdutzt an den Wänden der Realität abprallen. Fälle gibt es weiterhin, aber sie stehen weniger im Mittelpunkt und werden nicht ganz so überzeugend wie früher zu einem Ende gebracht. Verdammen möchte ich „Sherlock“ deswegen jetzt nicht, denn die Serie und ihre Charaktere haben weiterhin Charme und Ausstrahlung, können weiterhin unterhalten. Aber es fehlt das Besondere, der Kick, das kleine Stückchen Zucker im Tee. Meine Wertung: dreimal die 5,0, weil das britische Vorzeigeprojekt diesmal dreimal einfach nur „gut“ war.

Gesamtwertung: 5,00 Punkte (gut)


VEEP (SEASON 3)

Schrecklich akribischen Lesern (also mir) wird es aufgefallen sein: Veep tauchte gar nicht in meinem zuletzt veröffentlichen Jahresranking auf. Möge mich der Präsident niemals anrufen, Jonah Ryan mein Freund sein wollen und selbst Gary Walsh sich nicht an meinen Namen erinnern können, aber Schande über mein Haupt: ich hab’s vergessen. Was besonders ärgerlich ist, denn die dritte Staffel ist nicht nur die beste bisher, sondern zugleich auch die beste Comedy in diesem Jahr.

Es scheint, als würde die Vizepräsidentin mit jeder Ausweitung ihrer Tätigkeit lustiger und unterhaltsamer werden. Die Wahlkampftour in diesem Jahr geriet jedenfalls umwerfend komisch, kein Fettnäpfchen blieb unbetreten, keine Peinlichkeit ausgelassen, keine Inkompetenz ungezeigt. George W. Bush würde es wohl Reality-TV nennen. Wer testen möchte, ob die Show ihm gefällt, dem empfehle ich zum Einstieg die Episode „Clovis“, in der Selina Meyer und ihre Entourage auf die wunderbare Welt der IT-Firma desselben Namens trifft. Ähnlichkeiten zu existierenden Marken waren sicherlich beabsichtigt.

Gesamtwertung: 5,45 Punkte (sehr gut)


LOUIE (SEASON 4)

Louis CK ist der Mann mit der größten künstlerischen Freiheit im Showbusiness. In seiner Show auf FX darf er wirklich tun und lassen, was er will. Das liest sich toll, aber manchmal führt es auch zu Momenten, in denen man sich als Zuschauer gewünscht hätte, jemand hätte dem guten Mann mal gesagt, wo es langgehen soll. Denn mit der vierten Staffel bietet der sympathische Stand-Up-Comedian ein eher gemischtes Potpourri an. Der Einstieg ordentlich, die Folge mit Yvonne Strahinski mit einem typischen WTF-Moment, danach aber die auf sechs Episoden gestreckte Geschichte um Louies ungarische Freundin Amia, die abwechselnd okay bis langweilig geriet. Darauf wiederum die sehr gelungene Coming-of-Age-Story mit Louies Vergangenheit als Haschischdealer. Und zum Schluss eher okay eingespielte Kost mit Pamela Adlon. Die eingestreuten Stand-Ups ließen mich insgesamt oft noch etwas wohlwollend in die Wertungskiste greifen, aber insgesamt hatte ich mir schon etwas mehr erwartet.

Gesamtwertung: 4,94 Punkte (befriedigend)


SILICON VALLEY (SEASON 1)

Die zur Zeit beste Nerd-Comedy, die bei mir wahrscheinlich irgendwann dafür sorgt, dass ich „The Big Bang Theory“ absetze. Denn „Silicon Valley“ ist näher an dem dran, was ich unter Geeks, Freaks und Nerds verstehe. Keine Massenkompatibilität, keine dauerhaften Beziehungen, sondern einfach nur schräge Typen ohne Anschluss an die Realität jenseits der Tastatur, die zusammen eine Firma aufbauen. Ich habe bisher sehr wenig über diese Show in der Blogosphäre gelesen und finde, dass ihr viel mehr Aufmerksamkeit gebührt. Bezeichnenderweise hat sich auch noch kein deutscher Sender um die Ausstrahlungsrechte bemüht, wahrscheinlich wegen des speziellen Humors. Eben der ist alles andere als für jeden gemacht, sondern zuweilen derb. Wenn ich einen Vergleich anbringen müsste, dann wäre es wohl der mit „Party Down“, nicht zuletzt weil dort auch Martin Starr mit von der Partie war. Von den insgesamt acht Episoden war der Pilot noch am schwächsten, weil nur okay. Aber wer sich davon nicht abschrecken lässt, erlebt danach durchgehend gute bis sehr gute Einsichten in das Leben von vier Nerds und einem verzweifelten Manager. Eine zweite Staffel ist geordert und ich freue mich darauf, den liebenswerten Chaoten bei der Eroberung der IT-Welt zuzusehen.

Gesamtwertung: 5,28 Punkte (gut)

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77 (Mai 2014)

8 Mai

Der Serienchecks drei bringt der Mai. Denn es hat sich einiges angesammelt, weshalb ich mein Geschreibsel in drei Beiträge unterteilen werde: Neuzugänge & Saisonstarts, die große Saisonabschlussrundschau sowie Nachgeschaut (Serien, zu deren Sichtung ich endlich gekommen bin). Los geht’s:

24 – LIVE ANOTHER DAY (Season 9)

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Der Terrorist liegt auf der Lauer /  Er rechnet nicht mit Opa Bauer /Ein PENG! und er vornüber fällt / Jack rettet wieder mal die Welt 

Diese hochwertigen Verse habe ich mir soeben aus den Fingern gesaugt. „Jack is back“ (wie auf dem Banner oben) schien mir etwas zu ausgelutscht. Und nach zwei gesehenen Episoden des Comebacks von Jack „Dammit!“ Bauer darf ich sagen: Ist alles wie früher. Fans werden nicht enttäuscht, die anderen schütteln den Kopf über die kleinen Logikschnitzer, die mittlerweile leicht vorhersehbaren Twists und  die vaterlandstreue Einstellung der Hauptfigur zum gar bösen Whistleblowertum. Ich fand den Wiederauftakt jetzt nicht schlecht, vor allem freute mich der Auftritt von Stephen Fry als britischer Premier, aber vor Begeisterung auf die Knie gesunken bin ich auch nicht. Wenn es gut läuft, wird „Live Another Day“ eine um 12 Episoden gekürzte, routiniert an den aktuellen Stand des Terrors angepasste Auflage des bekannten Schemas. Andernfalls muss Kiefer Sutherland wieder ein paar Jahre in den Untergrund und noch mürrischer werden.

Wertungsschnitt nach 2 Episoden: 4,75 Punkte (befriedigend)

Gucklistenstatus: Wer ist der Maulwurf der Saison? Wie oft wird Jack angeschossen? Gibt es neue Foltermethoden? Hat Kim Bauer einen Auftritt? Alles Fragen, die beantwortet werden müssen! Also: klar drauf.


 

FARGO (Season 1)

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FX präsentiert die Serienadaption des Klassikers der Brüder Coen. Im gemütlichen, aber kalten Städtchen Bemidji im Staate Minnesota kreuzen sich die Wege des harmlosen Versicherungsvertreters Lester Nygaard (Martin Freeman) und des skrupellosen Auftragskillers Lorne Malvo (Billy Bob Thornton). Diese Begegnung setzt eine Kette von desaströsen Geschehnissen in Gang, die die örtliche Polizei in Form der resoluten Ermittlerin Molly Solverson vor viel ungewohnte Arbeit stellt.

Hat mir sehr gut gefallen, auch wenn ich den zugrundeliegenden Film nicht mehr so recht präsent im Gedächtnis habe. Macht aber nichts, denn die Serie erzählt eine andere Geschichte und bedient sich nur des schrulligen Settings, in dem die unbedarften und unaufgeregten Bewohner eines stets hübsch verschneiten Städtchens auf die gewaltbereite Welt des organisierten Verbrechens treffen. Martin Freeman ist in der Hinsicht die perfekte Verkörperung gutbürgerlicher Unauffälligkeit, die mit einem Schlag ins Chaos gestürzt wird, während Billy Bob Thornton einen extrem lässigen Charakter mit eindeutiger Arschlochtendenz gibt, den man angesichts seines unverfrorenen Opportunismus und seiner durch nichts zu erschütternden Coolness fast schon ein wenig beneidet. Auch die Nebenrollen lassen Freude aufkommen: Breaking Bad-Alumni Bob „Better Call Saul“ Odenkirk gibt sich die Ehre, Allison Tolman als hartnäckige, aber stets liebenswert zurückhaltende Ermittlerin überzeugt, ja selbst der aus Dexter mit wenig Ruhm verabschiedete Colin Hanks und Keith Carradine füllen ihre Rollen als sympathisch ahnungslose Landeier angenehm aus.

Angelegt auf gerade mal acht Episoden, dürfte bei Fargo wenig schiefgehen, wenn man weiterhin auf die bewährte Mischung aus dem auf die heile Welt herabstürzenden Chaos setzt. Von mir jetzt schon eisklare Empfehlung.

Wertungsschnitt nach 3 Episoden: 5,43 Punkte (sehr gut)

Gucklistenstatus: dicke drauf, weil sehr gut


FRIENDS WITH BETTER LIVES (SEASON 1)

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Sechs Freunde in unterschiedlichen Beziehungsstadien (ein verheiratetes Paar mit Kindern, ein frisch verliebtes Paar, ein geschiedener Kerl, eine unvermittelbare Zicke) hängen in einem Haus herum und ziehen sich gegenseitig auf, weil keiner das perfekte (Liebes-)Leben hat.

CBS mit dem Versuch einer frechen Comedy, der mächtig in die Hose geht. So gerne ich den einzigen normalen Charakter aus Entourage (Kevin Connolly) und die mir aus Whitney bekannte Zoe Lister Jones wiedersehe, so unlustig und vergessenswert ist diese Show. Von den Charakteren geht mir als Zuschauer keiner auch nur ansatzweise nahe, die Gags wirken bemüht und wenn es einmal pro Folge ins Explizite geht, schlicht peinlich. Ob man eine Freunde-Komödie generell darauf basieren lassen sollte, dass jeder auf den anderen neidisch ist und ihm deshalb seine Schwächen vorhält, würde ich die Autoren auch gerne mal fragen. Wie auch immer: nach der zweiten Episode konnte und wollte ich mir das Elend nicht mehr antun.

Wertungsschnitt nach 2 Episoden: 3,25 Punkte (unterdurchschnittlich)

Gucklistenstatus: nix wie weg und abgesetzt


SILICON VALLEY (SEASON 1)

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HBO in Zusammenarbeit mit Beavis & Butthead-Erfinder Mike Judge erzählt die Geschichte des Tech-Startups Pied Piper. Der von Geschäftsdingen unbeleckte Student Richard programmiert eine eher sinnlose App, deren integraler Bestandteil allerdings die IT-Welt revolutionierende Kompressionsalgorithmen sind. Statt sein Baby meistbietend zu verkaufen, schickt er sich an, unter der Obhut des Software-Gurus Peter Gregory eine eigene Firma zu gründen. Mit dabei: seine Studienfreunde, die komplett nur an ihren Rechnern kleben und wenig Ahnung von der Welt abseits von Tastatur und Maus haben.

Wer seine Geeks nicht auf Konformität mit dem Massengeschmack getrimmt und weit fernab von Beziehungsgeschichten mit dem anderen Geschlecht in seinem natürlichen Reservat sehen mag, sollte dieser Workplace-Comedy eine Chance geben. Verdient hat sie diese auf jeden Fall, denn der Blick auf die schöne neue Technikwelt mit ihren vor Schrullen strotzenden Bossen, teamunfähigen Sonderlingen und all den peinlichen Momenten, wenn vergeistigte Programmierer Geschäftsentscheidungen treffen, hat mir bisher richtig Spaß gemacht. Mike Judge, der auch für die überaus gelungene Arbeitsplatzcomedy Office Space (hierzulande: Alles Routine) verantwortlich zeichnet, weiß, wovon er schreibt: war er doch selbst Ende der 80er Jahre als Entwickler im Silicon Valley tätig. Und das merkt man den Dialogen, Figuren und Situationen deutlich an. Nebenbei bringt der mir größtenteils unbekannte Cast (ich habe spontan nur Martin Starr aus Party Down und Zach Woods aus The Office größeren Rollen zuordnen können) die Geschichte sehr authentisch rüber. Wer mit dem Thema etwas anfangen kann und die Anspielungen entsprechend versteht, dürfte ein ums andere Mal mit einem fetten Grinsen im Gesicht vor dem Fernseher sitzen. Oder noch passender: dem Rechner.

Wertungsschnitt nach 5 Episoden: 5,05 Punkte (gut)

Gucklistenstatus: geeky, hehe


 

SURVIVING JACK (SEASON 1)

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Amerika, irgendwo, die 90er:
Strenger, aber im Herzen doch fairer Familienvater kümmert sich um die
Erziehung seiner Kinder, nachdem seine Frau beschließt, sich dem
mühevollen Studium der Rechte zu widmen. Basierend auf den Ideen des
Autors, der uns schon die eher kurzlebige Show „Shit my Dad says“
brachte.

Und jetzt, da ich diese Zeilen schreibe, hat der ausstrahlende Sender FOX endgültig den Stöpsel gezogen. Von meiner Warte aus eine absolut vertretbare Entscheidung, denn die Show hatte außer der dominanten Vaterfigur (Christopher Meloni) nichts zu bieten. Ja, „Surving Jack“ wollte noch ein bisschen „That ’90s Show“ sein, aber Menschen in meinem Alter und mit meinen TV-Show-Kenntnissen wissen: die 80er waren viel cooler und „The Goldbergs“ sind viel besser.

Wertungsschnitt nach 1 Episode: 3,5 Punkte (durchschnittlich)

Gucklistenstatus: doppelt abgesetzt


 

GAME OF THRONES (SEASON 4)

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[Bitte jetzt vorstellen, wie ich voller Inbrunst zum majestätischen Klang des Intros singe]

Es ist wieder da-ha, wieder da-ha, wieder da-ha, wieder da-ha, wieder da.

Ich habe mittlerweile alle Bücher durch und weiß, dass auch diese Saison für genug Tod, Drama und allgemeines Unwohlsein rundum Westeros gesorgt sein wird. Es kann eigentlich nichts schiefgehen, wenn die Serie wie gewohnt die Filetstücke aus George R.R. Martins Werk herausschneidet und gebührend in Bild und Ton setzt. Innerhalb der bisher gelaufenen vier Episoden hat es schon einmal amtlich gerummst in der emotionalen Schatzkiste und der nächste große Knall kommt bestimmt (wahrscheinlich in der Folge #9). Positiv: auch für Kenner der Vorlage ist durchaus gesorgt, wie eine Szene ganz am Ende einer Episode beweist. Dezent negativ: die letzten beiden Folgen brachten viel an wenig handlungsergiebigen Sprüngen innerhalb der mittlerweile zahlenmäßig ordentlich angeschwollenen Erzählstränge. Aber so richtig böse kann man der Show nicht sein, solange sie in Sachen Inszenierung überzeugt, coole neue Charaktere wie Prince Oberyn bringt und die bekannten Figuren eifrig ihre Intrigen spinnen.

Wertungsschnitt nach 5 Episoden: 5,60 Punkte (sehr gut)


 

VEEP (SEASON 3)

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Sehr starker Start der Jetzt-Wahlkämpferin um die Präsidentenschaft, Selina Meyer. Es tut der Show für mich als Europäer und damit in Sachen amerikanischer Innenpolitik wenig bewanderter Zuschauer sehr gut, dass sich die Vizepräsidentin jetzt mit den großen Themen beschäftigen muss, um auf Stimmenfang zu gehen. Da kann ich mir umso befreiter bei den peinlichen Fehltritten des Teams und des unnachahmlichen Jonah Ryan die Hände vors Gesicht schlagen. Ganz groß bei den bisher gelaufenen fünf Folgen: der Besuch bei dem fiktiven Softwaregiganten Clovis. Aber auch generell scheint die Show dieses Jahr die nächsthöhere Stufe in meinem Wertungsschema ansteuern zu wollen. Go for it, Selina!

Wertungsschnitt nach 5 Episoden: 5,35 Punkte (gut)


 

LOUIE (SEASON 4)  

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Nach zwei Jahren Pause taucht Standup-Ikone Louis CK mit neuen Folgen seiner etwas anderen Art der Comedy auf. Die Mischung aus ruhigen, fast nachdenklichen Momenten, unerwarteten Schrägheiten der Seltsamkeitsstärke 10 und derben Dialogen steht wieder auf dem Programm. Da ich seit ein paar Wochen „Legit“, die Show des australischen Kollegen Jim Jefferies (dazu mehr später in der Rubrik „Nachgeschaut“) auf dem Schirm habe, ist Louis CK nicht mehr konkurrenzlos. Der Auftakt in Form von gleich zwei Episoden brachte mir zu Beginn wieder etwas zuviel Leerlauf, aber die Standups und die unerwarteten WTF?-Momente (der Arzt mit seiner sehr allgemein gehaltenen Rückenschmerzdiagnose, das Ende des Dates mit dem „Model“ Yvonne Strahovski) ziehen es wertungsmäßig doch wieder auf das gewohnte Niveau.

Wertungsschnitt nach 2 Episoden: 5,00 Punkte (gut)

38 (Juni 2010)

27 Mai

Der Abschluss-Check für die US-TV-Saison 2009/2010. Manche Shows laufen ja noch, was allerdings durch ist, wird bewertet. Diesmal hänge ich tragischerweise mit diversen Shows hinterher; ein Rückstand, der angesichts der bevorstehenden Fußball-WM um so schwerer aufzuholen sein wird. Aber wenn ich dazukomme, wird nachgereicht. Hier schon mal der erste Schub an Eindrücken:

24 (Season 8)

Die letzte Mission von Jack Bauer ließ sich lange Zeit gar nicht gut an. Nach einem recht interessanten Einstieg verlief sich die Show in gepflegter Langeweile. Durch die Fanbrille betrachtet wurde ein Querschnitt der bekannten Ereignisse abgefeuert. Für mich als jemanden, der die 7. Staffel als Wiedergutmachung für die Grausamkeiten der 6. Season ansah, war das allerdings zu wenig. Vor allem hatte man alles schon mal in spannenderer Form gesehen. Nach den an Tiefpunkten reichen mittleren Episoden folgte allerdings der Umschwung. Jack Bauer auf einer Spezialmission, das Auftauchen des genial von Gregory Itzin gespielten, intrigierenden ex-Präsidenten Logan sowie richtig tolle Action- und Thrill-Momente entschädigten für den Leerlauf zuvor. Auch beim Finale ließ man nichts mehr anbrennen. Fazit: wer Jack in Bestform sehen will, gönne sich die Episoden des letzten Drittels. Könnte der deutsche Vertrieb die DVD-Box als Steigerung einer hierzulande ja liebgewonnenen Praxis nicht in drei Teilen veröffentlichen? Eine so verkürzte Box, quasi eine 8.3 (die ersten 16 Stunden könnte Chloe ja anhand einer Computergrafik veranschaulichen) würde ich ohne Zögern kaufen. Für meine Bewertung muss ich allerdings das Gesamtwerk mit seinen Schwächen zugrunde legen.

S8E01-S8E16 = 3,5 von 6 Punkten

S8E17-S8E24 = 6 von 6 Punkten = Best Of Season

Macht insgesamt 4,5 Punkte (befriedigend)

30Rock (Season 4)

Wenn es eine Show im amerikanischen Fernsehen gibt, die immer wieder frische Skurrilitäten im Angebot hat, dann ist es ohne Zweifel 30Rock. „Die haben sich was einfallen lassen“ ist nach Ende einer Episode oft der Spruch, den ich in tiefster Anerkennung bringe. So auch in der mittlerweile vierten Staffel. Alleine wie etwa das NBC-Dilemma um Conan O’Brien und Jay Leno in „Kohnani“ auf die beiden Hausmeister übertragen wurde, war bestes Drüberkippen hochwertigstens Senfs. Nicht verschwiegen werden darf allerdings, dass dieses Jahr die ganz großen Überfliegerfolgen ausblieben und sich mit „Winter Madness“ sogar ein echter Langeweiler ins Programm einschlich. Dennoch: 30Rock macht weiter Spaß und bleibt, solange die Kreativitätsquellen nicht versiegen, ein fester Bestandteil meines TV-Programms.

5 von 6 Punkten (gut)

Best Of Season: S4E04 Audition Day, S4E18 Kohnani

Better Off Ted (Season 2)

Gleich drauf eine weitere Serie mit herrlich abseitigen Einfällen. Die Bürocomedy erhält dieses Jahr von mir gleich zwei Preise: für ihre frühzeitige Absetzung den goldenen Arschtritt fürs US-Publikum (eine kleine Statue von mir, wie ich von hinten einem amerikanischen Couch Potato in den Allerwertesten trete, weil er wieder den falschen Kanal eingestellt hat) und die Auszeichnung für die Most Wanted DVD-Box – auf der hoffentlich mehr als die letztlich 12 ausgestrahlen Episoden der 2. Staffel enthalten sein werden. Ehrlich, wie kann man diese aberwitzig übertriebene Show mit der wunderbaren Portia de Rossi nicht mögen? Es mag ein bisschen unfair sein, dass ich hier einen halben Punkt gegenüber 30Rock drauflege, weil Tina Feys Show in einer vollen Staffel eben auch schwächere Episoden unterbringen musste. Nehmt es als Zeichen dafür, dass ich immer noch ein wenig bestürzt bin über die Kündigungen für Ted, Veronica, Linda, Lem & Phil. Better Off Ted läuft demnächst auf Comedy Central, zumindest auf dieses Wiedersehen kann man sich freuen.

5,5 von 6 Punkten (sehr gut) 

Best Of Season: S2E03 Battle Of The Bulbs, S2E09 The Long And Winding High Road, S2E10 Lust In Translation

Chuck (Season 3)

Diesmal muss ich mit Chuck ein wenig strenger sein. Auch die dritte Staffel bot wunderbar leichte Unterhaltung aus dem Agentenumfeld, sodass man sich unbesorgt auf eine vierte Season freuen kann. Die Höchstwertung kann ich diesmal jedoch nicht zücken. Die neue Verwendungsmöglichkeit des Intersect, der unseren Helden mit Kampffähigkeiten ausstattet, wurde zu sehr als Allzweckwaffe eingesetzt. Wo Chuck früher durch clevere Geekiness, charmantem Wegducken oder purem Glück aus bedrohlichen Situationen entkam, flogen diesmal durchgehend die Fäuste. Mir wurde das mit der Zeit zu repetitiv. Auch mit Agent Shaw als Chucks Nemesis konnte ich mich weder anfreunden noch anfeinden. Positiv zu werten ist sicherlich, dass das ewige Hin und Her in der Beziehung mit Sarah ein Ende gefunden hat. Im Finale wurden von Action über Humor über tolle Musik bis hin zu Jeffster und einem netten Twist zum Abschluss alles aufgefahren, was die Serie so beliebt macht.

5,5 von 6 Punkten (sehr gut)

Best Of Season: S3E03 Chuck vs. The Angel Of Death, S3E09 Chuck vs. The Beard, S3E15 Chuck vs The Role Models, S3E16 Chuck vs. The Tooth, S3E19 Chuck vs. The Ring Part 2

Desperate Housewives (Season 6)

Weshalb schaut man als Mann eigentlich Desperate Housewives? Für die ganz frühen Staffeln konnte ich das schnell beantworten: es war diese Mischung aus Humor, Drama und Mystery, die für mich geschlechterübergreifend funktionierte. Wenn Susan tollpatschte, Lynette über ihre Kinder seufzte, Bree sich an ihrer konservativen Steifheit verschluckte oder Gabrielle mal wieder das aufgehübschte Luder gab.

In dieser Staffel hätte ich allerdings auf die obige Frage mit der Schulter zucken und ein „Ich weiß es ehrlich auch nicht mehr“ entgegnen müssen. Größtenteils langweilige Episoden, charismafreie Charaktere, unlogische Aktionen, über die nicht mal ich hinwegsehen konnte, der wohl weinerlichste Serienkiller der Fernsehgeschichte und ein ziemlich blöder Psychopath markierten den absoluten Tiefpunkt der Show. Vom Finale hätte ich fast Falten bekommen. Es ist wohl wirklich an der Zeit, aus der Wisteria Lane auszuziehen.

3 von 6 Punkten (mangelhaft)

Fringe (Season 2)

Ach ja, Fringe. Leider auch dieses Jahr eine Serie, wo man sich den Zeitpunkt herbeiwünscht, an dem man sich die besten Episoden für eine eigene DVD-Box zusammenstellen kann. Wäre bei mir eine 13-teilige Sonderedition mit unglaublich überragenden Episoden (viele davon aus dem Story-Arc mit dem Paralleluniversum, an dem die Macher sichtlich ihren Spaß hatten), den schönsten Bloopers, ekligsten Herumschnippeleien und einem Minilabor inklusive Kuh nebst aufklappbarem Altar zur Huldigung von John Noble. Mittelmäßig bis schlecht wird Fringe immer dann, wenn ich mir so auf der Couch liegend denke, dass die Geschichte ebensogut bei Akte X vor 15 Jahren hätte laufen können. Was in dieser Saison gute 10 Mal der Fall war. Die Musical-Episode „Brown Betty“ hatte ihre netten Momente, ohne jetzt gleich vom Hocker zu reißen und die Überraschung zum Ende des Finals hatte ich schon gleich erschnuppert. Insgesamt wie schon im Jahr zuvor

5 von 6 Punkten (gut)

Best Of Season: S2E01 A New Day In The Old Town, S2E06 Earthling, S2E16 Peter, S2E19 The Man From The Other Side, S2E22 Over There Part 1

Gary Unmarried (Season 2)

Gary Unloved trifft es eher. Die erste Staffel fand ich sehr gefällig. Nicht die ganz hohe Kunst der Comedy, aber unterhaltsam für zwischendurch, eine kleine Überraschung der vergangenen Saison. Leider stimmten schon damals die Quoten nicht, sodass einige Veränderungen her mussten, die allerdings der Show in meiner Gunst nicht halfen – eher im Gegenteil. Ich mochte die Kabbeleien zwischen Gary und seiner Ex, die nun  zurückgefahren wurden für eine Geliebte und einen Job als Sportkommentator im Radio. Die ganzen Witze über Football und Baseball sind an mir als Banausen natürlich vollkommen abgeprallt. Auch die neuen Charaktere trafen mein Humorzentrum nicht mehr. Das Publikum urteilte ähnlich: Absetzung, aus und vorbei.

3,5 von 6 Punkten (unterdurchschnittlich)

LOST (Season 6)
Okay, dann halt einmal noch. LOST – die finale Staffel. Das Ende einer Ära. Die Serie hätte über Jahre hinaus Maßstäbe setzen können. Mit ihren Mysterien, ihren Charakteren, ihren Geschichten. Wenn, ja wenn man sich zumindest bemüht hätte, für Aufklärung zu sorgen. Mit fortschreitender Episodenzahl wurde auch mir klar, dass es nicht auf das große Enträtselungswunder hinauslaufen würde, dass es keinen Puzzlestein gab, den man einsetzen und plötzlich die ganze Show vor Begeisterung nochmal sehen wollen würde. Stattdessen ging es konsequent auf der Verheimlichungsschiene weiter. Der Man in Black blieb bis zum Ende ohne Namen, manches wurde wirklich lieblos erklärt (die Zahlen, die Stimmen, die Gestalt des Smokemonsters), anderes gar nicht mehr angerührt. Meine Stimmung kippte wie bei den meisten Zuschauern mit „Across The Sea“, als sich die epische Hintergrundstory der Insel als erzählerischer Flickenteppich entpuppte. So etwas darf einfach nicht passieren. Das Finale war ohne Frage emotional, wenn auch teilweise mit seinen Tränendrüsendrucksituationen zu überladen. Die bei vielen Fans nicht gerade wohlwollend aufgenommene Auflösung der Flash Sideways hätte ich besser akzeptieren können, wenn man als Zuschauer nicht für knapp die Hälfte der Staffel mehr oder minder wie ein Muli mit einer Karotte geködert worden wäre, die am Ende Richtung Himmel entschwebte. Hätte man da nicht früher auf den Punkt kommen und die Zeit mit ein paar Erläuterungen füllen können?

Die Bewertung fällt schwer: einerseits gefielen mir die Losties in etwas anderen Rollen, ich habe viele Episoden mit sehr gut bis überragend bewertet, aber eben auch nur im Hinblick auf ihre Generierung von Spannung – die letzten Endes ja ins Leere lief. Was ich nicht verzeihen kann, ist die Tatsache, dass die letzte Staffel dem Wiedersehenserlebnis älterer Folgen einen schmerzlichen Dämpfer verpasst. Ich habe testweise in frühere Episoden reingeschaut und wollte angesichts meines neuen Wissens bzw. weiterhin bestehenden Unwissens gar nicht mehr weiterschauen. Am Ende bleibt mit „Ab Aeterno“ eine runde, gelungene Episode, viele Verpuffungen und die trübselige Frage, was hätte sein können. Unterm Strich 4,5 von 6 Punkten, aber dennoch eigentlich nicht befriedigend. Ich nenn es mal für diesen Spezialfall „unter den Erwartungen“.

4,5 von 6 Punkten (unter den Erwartungen)  

Best Of Season: S6E09 Ab Aeterno

Men Of A Certain Age (Season 1)
Meine persönliche „special interest“-Show in diesem Jahr. Nach einer wenig attraktiven Pilotepisode wuchsen mir im Verlauf der Zeit die drei Typen mit ihren Problemen, ihren Erfolgen und ihrem Humor richtiggehend ans Herz. Men Of A Certain Age ist weder großes Drama noch knackig flott inszenierte Comedy, sondern ein ruhiger, einfühlsamer Einblick in das Seelenleben von Männern auf dem Highway des Lebens kurz vor der Ausfahrt namens „Midlife Crisis“. Je länger man dranblieb, desto mehr wurde man dafür belohnt. Wer noch fröhlich in seinen 20ern hüpft oder die 30 gerade mal so hinter sich gelassen hat, dürfte von der Wertung wahrscheinlich ein bis anderhalb Punkte abziehen. Ich hingegen freue mich auf die Fortsetzung.

5 von 6 Punkten (gut)

Best Of Season: S1E06 Go With The Flow, S1E07 Father’s Fraternity, S1E08 You’re Gonna Do That For The Rest Of Your Life?, S1E10 Back In The Sh*t

Bewertungen 

6 Punkte = überragend, Must See TV
5,5 Punkte = sehr gut, Einschaltpflicht
5 Punkte = gut, Mattscheibenglanz
4,5 Punkte = befriedigend
4 Punkte = durchschnittlich
3,5 Punkte = unterdurchschnittlich
3 Punkte = mangelhaft
2,5 Punkte = not worth seeing
2 Punkte = sofort absetzungswürdig

1,5 Punkte = weshalb schau ich das überhaupt?

1 Punkt = schockierend schlecht

36 (Januar 2010)

27 Mai

Der erste Seriencheck im neuen Jahr, diesmal mit ersten Eindrücken, abschließenden Bewertungen und Zwischenberichten.

24 (Season 8 Episodes 1-4)

Alle Jahre wieder schlampen diverse Personalagenturen und -abteilungen mächtig bei den von ihnen abgesegneten Neueinstellungen. Maulwürfe, Doppelagenten, Bösewichte und Kriminelle mit dubioser Vergangenheit gelangen in höchste Positionen bei Staat, Polizei, Firmenimperien oder Terrorabwehr. Und immer, wenn Jack Bauer eigentlich nur noch seine Ruhe haben will, beginnen diese Tunichtgute ihr schändliches Werk. So auch – Überraschung! – in der mittlerweile 8. Staffel von 24.

Sicher kann man nach vier Folgen noch keine entscheidenden Schlüsse ziehen, wohin es gehen wird. Entscheidend bei 24 ist und bleibt, ob die Spannung hochgehalten, die Logik einigermaßen intakt und die Beweggründe der Protagonisten verständlich bleiben. Wer große Umwälzungen fürchtet -und wer tut das noch ernsthaft bei der Show- darf beruhigt aufatmen. Dabei sind: viele neue Gesichter (u.a. Freddie Prinze jr., Katee Sackhoff) in der wie gewohnt personalmäßig ordentlich fluktuierenden CTU, Jack und Chloe als nicht auseinanderzubringendes Traumpaar der Terrorbekämpfung sowie die schon in der vorherigen Staffel mäßig unterhaltsame Präsidentin und ihre Entourage.

Die Rahmenhandlung beginnt mit dem Schutz eines demokratiefreundlich gewordenen Oberhaupts eines islamischen, nach Zugang zur Atomenergie strebenden Staates (ein gewisser Herr Ahmadinedschad dürfte entgeistert mit dem Kopf schütteln) und führt aktuell wieder zu dem bösen Russen, dem man erwiesenermaßen alles zutrauen darf. Die ersten Episoden enttäuschen keinesfalls, von A wie Action bis Z wie zünftige Folter ist alles drin. Doug Hutchinson (LOST, Akte X) gibt einen schaurigen ersten Unterbösewicht, Jack flucht und rettet, Chloe zickt und computert, lediglich mit Freddie Prinze jr. als gestähltem CTU-Mann habe ich noch so meine Probleme. Insgesamt ein ordentlicher Anfang; meine Erwartungen sind dieses Jahr jedoch höher als 2009, wo es nur galt, die schwache 6. Staffel vergessen zu machen.

Californication (Season 3)

Auch eine Serie wie Californication muss offensichtlich sparen. Ich kann mir lebhaft die Vorbesprechung zur dritten Staffel vorstellen; Duchovny sitzt mit freiem Oberkörper, einer Flasche Whiskey in der Hand und einer Fluppe im Mund beim Unternehmensberater. „Herr Duchovny“, setzt dieser an, „ihre Show fußt auf drei großen Säulen: allerlei Sex, vielerlei Drogen und coolen Machosprüchen. Dieses Jahr müssen wir wegen der schlechten Wirtschaftslage auf etwas davon verzichten“.

No way“, kommt die Antwort. „the man needs the boobies, the pussy and the booze. Now go and fuck yourself on your way out!“. Am Ende einigt man sich darauf, dass man einfach das Gehalt des Typen einspart, der bisher für die Story zuständig war.

In der Tat: storymäßig lassen sich die gesamten 12 Episoden in einem Satz zusammenfassen: Hank Moody vögelt sich durch die Uni und sondert, unterstützt von ein paar schrägen Freunden, Sprüche ab. Unterhaltsam bleibt das Ganze dennoch; wer also ohne tiefgründige Handlung leben kann, hat weiterhin seinen Spaß. Von den neuen Gesichtern blieb mir Kathleen Turner als sexuell verranztes, raucherstimmiges Vollweib in Erinnerung, Rick Springfield hingegen nahm ich seine Rolle als Sex- und Drogenwrack zu keiner Sekunde ab. Genausogut könnte man mir weismachen wollen, dass Jon Bon Jovi vor jedem Konzert in Tiereingeweiden badet.

Anders als der geschätzte Kollege bullion ziehe ich für die dritte Staffel noch nicht erbarmunglos viel Punkte ab – immerhin bringt das Staffelfinale spät, aber dennoch so etwas wie Handlungentwicklung in die Show. Für Staffel 4 muss aber wirklich eine Steigerung in diesem Bereich drin sein.

4,5 von 6 Punkten (befriedigend)

Dexter (Season 4)

Ein bisschen Sorgen machte ich mir schon um Amerikas beliebtesten Serienkiller. Nach der Freude über den Beginn und den Einblicken in Dexters neues Familienleben, ließ bei mir so um die Episoden 3-6 die gewohnte Euphorie nach. Schlecht war die Show freilich zu keinem Zeitpunkt, aber der neue Gegenspieler überzeugte mich noch nicht, sein Vorgehensmuster war wenig spektakulär, mancher Handlungsstrang in Reihen des Miami Police Departments wirkte gar uninspiriert.

Zur Hälfte allerdings erwachte die vierte Staffel mit einem Knall und trieb mich jede Woche bis zu ihrem fulminaten und lange nachwirkenden Finale voller Vorfreude vor den Fernseher. Alleine die großartigen schauspielerischen Leistungen von John Lithgow und Michael C. Hall rechtfertigen wieder einmal die volle Punktzahl. Auch wer der Show trotz ihrer Fiktivität kritisch gegenübersteht und ihr rechtfertigende Tendenzen in Sachen Selbstjustiz vorhält, wird anerkennen müssen, dass man eine Serie kaum spannender und nervenaufreibender inszenieren kann. Der 5. Staffel sehe ich mit riesiger Vorfreude entgegen. Dexter did it again.

6 von 6 Punkten (überragend)

Men Of A Certain Age (Season 1 Episodes 1-6)

Eine neue Serie auf TNT um das Thema Älterwerden, mit bekannten Darstellern wie Ray Romano (Everybody Loves Raymond), Scott Bakula (Enterprise) und Andre Braugher (House, MD). Drei Männer jenseits der 40 – einer verheiratet, einer geschieden, einer Single – stellen sich dem Alltag und den kleinen Sorgen und Nöten, die man(n) mit sich herumschleppen darf, so denn die Hälfte des irdischen Daseins abgezählt hinter einem liegt. Eine ruhige Show, ohne Zweifel mehr zum Schmunzeln und Nachdenken als zum Lachen oder Weinen geeignet. Die üblichen Coming of Age-Geschichten aus dem Umkreis von Highschool oder College haben mich nie sonderlich interessiert, da sind mir Joe, Owen und Terry altersmäßig eher am Herzen gelegen. Mit der ersten Folge konnte ich wenig anfangen, mittlerweile habe ich mich allerdings auf das gemächliche Erzähltempo eingestellt und fühle mit den Charakteren. Sicherlich keine Show für jedermann, aber für Serienfreunde, die einmal abseits der übliche Pfade unterhalten werden möchten, ein Reinschauen wert.

Chuck (Season 3 Episodes 1-4)

Chuck Bartowski ist wieder da und wie es ausschaut, kommt die Show endlich verdientermaßen auch bei einem größeren Publikum an. Bis heute verstehe ich nicht, wie man diese augenzwinkernde Agenten-Nerd-Kombination nicht lieb haben kann. Wo hat man sonst herrlich geekige Charaktere, grummelige Agenten, sexy Ladies, tolle Musik sowie ab und an gar sich hübsch inszeniert kloppende Frauen?

Nach den bisherigen Folgen geht bei mir der Daumen weiterhin nach oben, Chuck und seine Crew liefern einfach hochcharmante Unterhaltung ab. Die neue Entwicklung hinsichtlich Chucks Fähigkeiten in Verbindung mit dem Intersect verleiht der Show eine interessante Option und Schauspieler Levi die Möglichkeit, seine Figur auch etwas abseits des gewohnten Handlungsmusters agieren zu lassen. Allerdings besteht so auch die Gefahr, dass jede knifflige Situation auf die ein und selbe Weise gelöst wird, was zu Langeweile führen kann. Ich bin mir aber sicher, dass die kreativen Köpfe hinter den Kulissen es nicht dazu kommen lassen werden.

Zum Schluss noch der kurze Blick mittenrein in die Shows, die meiner Meinung momentan nicht so laufen, wie ich es mir wünschen würde:

Scrubs (Season 9 Episodes 1-10)

So recht trauen die Macher den neuen Gesichtern in ihrer Serie wohl doch nicht. Cox und Turk sind als helfende Altstars fest gesetzt, dennoch tauchen immer wieder aus heiterem Himmel J.D., Elliot oder Kelso auf. Das größte Problem habe ich weiterhin mit dem Charakter Cole (David Franco) – dessen unsympathische, auf Lässigkeit getrimmte Großmäuligkeit zielt weit an meinem Humorzentrum vorbei. Tut mir leid, aber so kriegt die Show von mir keine höheren Wertungsweihen verliehen. Schade um Kerry Bishe, die ihre Rolle als weibliche Nachfolgerin von J.D. sehr gut umsetzt.

Cougar Town (Season 1 Episodes 1-11)

Die erste Folge fand ich noch richtig spaßig, mittlerweile aber driftet mir das Ganze zu sehr auf die Desperate Housewives meets Comedy-Schiene ab. Hier und da gute Einfälle, aber insgesamt zündet es eben doch nicht so recht. Wie schon bei Scrubs komme ich mit zwei Charakteren nicht zurecht; die Prollblondine (Busy Philipps) als Freundin und der Ex-Ehegatte (Brian van Holt) verwässern mir so manchen lustigen Moment mit Courteney Cox. Aktuell liegen einige Folgen ungesehen bei mir auf Halde, was nie ein gutes Zeichen ist.

Big Bang Theory (Season 3 Episodes 1-13)

Irgendwie kommt sie dieses Jahr nicht so recht in Schwung, die Show um die vier Nerds. Kaum überragende Folgen, sondern viel Durchschnitt lässt sich aus meiner Wertungsliste ablesen. Liegt es daran, dass selbst Wollowitz plötzlich eine Freundin hat? Keine Spannung mehr im Verhältnis Penny – Leonard aufkommt? Oder sind den Autoren die Sci-Fi, Fantasy oder Superhelden-Referenzen ausgegangen? Selbst Sheldon schafft es nicht mehr, als Alleinunterhalter die großen Lacher einzusacken. Trotz gelegentlicher Highlights bisher die deutlich schwächste Staffel.

Desperate Housewives (Season 6 Episodes 1-13)

In der Wisteria Lane habe ich mich auch schon besser gefühlt. Als Kerl haben mich an der Show die lustigen Momente, die dramatischen Episoden und der mysteriöse Handlungsfaden am meisten interessiert. In der Hinsicht hat mich die 6. Staffel bisher wenig unterhalten. Viel Beziehungs- und Liebeskummerelemente, Eheprobleme, Cliquenzwistigkeiten – selbst das große, alles durchschüttelnde Ereignis der Staffel hat mich ziemlich kalt gelassen. Wohl weil ich mit meiner Einschätzung, wer wie aus der Katastrophe herausgehen würde, korrekt lag. Die Abteilung Mystery, in früheren Staffeln eines der tragenden Elemente, findet momentan gar nicht mehr statt und öffnet vielleicht kurz vor dem Ende nochmals ihre Pforten – sehr enttäuschend. Abschließend spricht es auch nicht gerade für die Qualität des Storybogens der Serie, wenn man eine komplette Folge einem hypothetischen „Was wäre gewesen wenn…“-Szenario widmet.

30 (Juni 2009)

27 Mai

Lange hat’s gedauert, hier nun der Rest des Serienchecks mit allem, was länger als 40 Minuten und auf meinem Beobachtungsschirm lief:

24 (Season 7)

Jack Bauers Albtraumtage zu bewerten ist keine einfache Angelegenheit. Gehört doch schon einiges an Kreativität und Akribie dazu, eine Story über 24 Stunden zu verteilen, die stets spannend und in sich schlüssig ist. Allzu beckmesserisch will ich an diese Sache nicht herangehen und mich etwa darüber auslassen, ob man in den Werbepausen wirklich so schnell von Ort A nach B kommen kann. In jedem Fall brachte Staffel 7 eine deutliche Steigerung zur Vorgängerin, bei der so ziemlich alles schief lief und die Show zu ihrer eigenen Parodie zu werden drohte. Der aktuelle Tag bringt einen Ortswechsel nach Washington, keine CTU mehr, aber dennoch eine gute Mischung aus alten und neuen Gesichtern, natürlich die bekannten Trademarks wie Folter, Maulwurf und drohende Gefahr für Jack bzw. den dagegen verblassenden Rest der amerikanischen Zivilisation. Grund zum Meckern lieferten die schwach agierende Präsidentin, die Motivationsgründe des Staffel-Gegenspielers sowie das dramaturgisch passende, aber nicht ganz nachvollziehbare Auftauchen des Super-Ober-Bösewichts pünktlich zum Finale. Einen Knall wie seinerseits zum Ende der 1. Season oder ein dickes Fragezeichen, wie es mit Jack wohl weitergeht gibt es nicht, man kann sehr wohl erahnen, wie sich die Zeit nach der finalen Uhrzeiteinblendung gestalten wird. Fazit: man kann 24 wieder ohne Bedenken schauen. Die Show erfindet sich nicht neu, ist aber ordentlich unterhaltsam.

5 von 6 Punkten

Over The Top: 6.00 PM – 7.00 PM, 7.00 PM – 8.00 PM, 10.00 PM – 11.00 PM, 11.00 PM – 12.00 AM
(der Ordnung halber, es dürfte wohl kaum jemanden geben, der sich 24 mittendrin und auszugsweise ansieht)

Battlestar Galactica (Season 4×11-4×21)

Achtung, ich beziehe mich mit meiner Wertung nur auf die zweite Hälfte der 4. Staffel und nicht der Show in ihrer Gesamtheit. Ich hatte es ja schon vor ein paar Monaten geschrieben: das Kribbeln vor dem endgültigen Abschluss der Saga war gewaltig, die Erwartungen hoch gesteckt. Dass man zunächst nochmal eine Rebellion in der Flotte durcherzählte, hätte es nicht unbedingt gebraucht, ging aber in Ordnung. Geärgert hat mich, wie in den Folgen vor dem dreiaktigen Finale die Langeweile und gestreckte, wenig interessante Dialoge Überhand nahmen. Vor allem die Rückkehr von Ellen Tigh war eine einzige Enttäuschung. Zum Ende raffte sich die Mischung aus Action, Charakterdarstellung und bewegender Momente allerdings wieder zu großer Form auf, auch wenn die dicke Auflösungswunderkerze nicht gezündet werden konnte. Vor allem über die Rolle, die Baltar und Number Six letztendlich zugeteilt wurde, darf man schon geteilter Meinung sein.

4,5 von 6 Punkten

Over The Top: Sometimes A Great Notion, No Exit

Breaking Bad (Season 2)

Auch Breaking Bad hat das Problem mit den Phasen, in denen mir zu wenig passiert. Der Vergleich mit dem Chemie-Experiment, das manchmal explodiert, manchmal aber nur still vor sich hinblubbert, trifft die Sache schon sehr genau. Die Abgründe, in die Walter White und sein ex-Schüler beim Zusammenmischen ihrer blauen Kristalldroge blicken, sind aber allemal ein Grund, die Show zu verfolgen. Drei nur zufriedenstellenden Episoden und dem Langeweiler „Over“ (S2x10) stehen sechs gute und drei wirklich überragende Folgen gegenüber. Hätte das Finale so geknallt, wie man es sich als Zuschauer beim Betrachten der bildgewaltigen Intros im Kopf ausgemalt hat, wären noch ein paar Zähler zusätzlich drin gewesen. Aber auch so ist der Boden für eine brodelnde dritte Staffel gut vorbereitet.

Streng betrachtet 5 von 6 Punkten, angesichts der überragenden Klasse einiger Episoden, für die ich fast die 7 hätte einführen müssen und der famosen Schauspielkunst von Bryan Cranston spendiere ich einen zusätzlichen halben Punkt. Wer vom Finale allzu enttäuscht war, darf den Aufschlag entfernen und einschmelzen.

5,5 von 6 Punkten

Over The Top: Grilled, Negro Y Azul, Better Call Saul

Brothers & Sisters (Season 3)

Der Walker-Clan präsentierte sich dieses Jahr fast durchgehend ohne Schwächen. Echte Langweiler-Episoden wie noch in Season 2 mit so ziemlich allen Episoden, in denen Danny Glover mitspielte, sind nicht vorhanden. Als der Storystrang um den verlorenen Walker-Sohn gesponnen und ausgebreitet wurde, war ich ja skeptisch: aber die Autoren haben dieses Jahr den Dramafaden straff gehalten und natürlich so oft wie möglich die Walkers zu einem ihrer berüchtigten Abendessen zusammengebracht, die für ihre peinlichen Ausgänge so bekannt und beliebt beim Zuschauer sind. Immer noch meine liebste Familien-Dramedy mit Übermama Sally Field, die Ilse Beimer aus der Lindenstraße weiter locker in die Tasche steckt. Schade nur, dass das deutsche Fernsehpublikum das nie mitbekommen wird.

5 von 6 Punkten

Over The Top: Bakersfield, Just A Sliver

Chuck (Season 2)

Freunde, jetzt wird der Platz aber knapp für die vollständige Over the top-Auflistung. Satte 14(!) der 22 Episoden erhielten von mir die Über-Auszeichnung. Will sagen: ich bin Fanboy und in Bezug auf diese Serie zu keiner objektiven Beurteilung mehr fähig. Was soll ich noch schreiben? Chuck ist witzig, nerdig und tollpatschig, hat mit seinen beiden Aufpassern Walker und Casey tolle Sidekicks, die Nebenstränge im Buymore sind immer für einen Lacher gut, die Musikauswahl ist großartig, die Show nimmt sich auf wunderbare Weise nie allzu ernst und geht einem manchmal sogar ein wenig ans Herz. Dass am Ende gleich zwei rundum gelungene Finals geliefert wurden (eines, mit dem die Serie zu Ende hätte gehen können und eines, das noch heißer auf eine Fortsetzung macht), zeigt, wieviel Potenzial in dieser Agenten-Action-Komödie steckt. Ich freue mich auf die dritte Staffel, die zwar kürzer ausfallen wird und mit weniger Budget auskommen muss – aber ich kann mir fast nicht vorstellen, dass da etwas schiefgehen kann. Because Agent Charles Carmichael knows his kung-fu.

6 von 6 Punkten

Over The Top: Chuck vs. The First Date, The Seduction, The Cougars, Tom Sawyer, The Ex, The T-Rex, The DeLorean, Santa Claus, The Third Dimension, The Suburbs, The Best Friend, The Predator, The Broken Heart, The Ring

Desperate Housewives (Season 5)

5 Jahre in die Zukunft gebeamt und doch die meiner Meinung nach schwächste Staffel der Serie abgeliefert. Gut möglich, dass die Show bei der weiblichen Zielgruppe voll eingeschlagen ist, als Kerl habe ich mich dieses Jahr aber größtenteils gelangweilt. Auch, weil die Geschlechtsgenossen diesmal außer Carlos vollkommen auf Memmentour sind. Allen voran der böse, böse Psychokiller, der die ganze Staffel über finster guckt und fiese Pläne ausbaldowert, die er am Ende doch fallen lässt. Ich hatte schon befürchtet, dass sie den Mann noch in die nächste Staffel rüberschleppen, so lahm kam der in die Puschen. Auf der positiven Seite stehen das gelungene Edie-Special sowie der Brand im Musikclub. Letzten Endes lautet die Bilanz jedoch: knapp ein Viertel gut, knapp die Hälfte in Ordnung, der Rest unterdurchschnittlich. Macht insgesamt

4 von 6 Punkten

Over The Top: City On Fire

Dollhouse (Season 1)

Ich lasse Wortspiele wie „Nicht so doll, dieses Haus“ gleich ganz außen vor. Aber so richtig begeistern konnte mich das neue Joss Whedon-Projekt eben doch nicht. Meiner Meinung fehlt der Show eine starke Hauptfigur, mit der man als Zuschauer mitfiebern kann. Eliza Dushku gibt zwar alles, kann aber die Show beioftmalshalbnacktemleibe nicht alleine tragen und bleibt wegen des Show-Konzepts nun mal ein im wahrsten Sinne des Wortes austauschbarer Charakter. Vom Rest des Castes fällt Dichen Lachman als Sierra angenehm auf, Fran Krantz als „funny man“ Topher Brink übertreibt es hingegen stellenweise doch ein wenig. Bleibt noch Alpha, dessen Charakter in „Briar Rose“ sehr gelungen eingeführt wurde, im Finale mir aber sehr diffus und verwirrend in Erinnerung blieb. Zweimal gab es dennoch die Höchstwertung, es ist also Potenzial vorhanden. Für die zweite Staffel bleibt noch einiges an Feinjustierung zu tun. Und bitte dann auch keine Totalausfälle wie „Stage Fright“ mehr produzieren.

4,5 von 6 Punkten

Over The Top: Man On The Street, Briar Rose

Fringe (Season 1)

Sie haben sich einen festen Platz auf meiner US-TV-Liste erobert, die Ermittlerin des FBI und ihre beiden unkonventionellen Kollegen. Der gute Ersteindruck mit der Mischung aus Akte X-Fällen und Ausflügen in die seltsame Welt des lustigen Wissenschafts-Opi Dr. Walter Bishop konnte die Staffel hindurch bestätigt werden. Selbst mit der kühlen Agentin Olivia Dunham wusste ich mich mit der Zeit anzufreunden. Wie beim offensichtlichen Vorbild wird später auch ein größerer Verschwörungshandlungsbogen in die Ermittlungen eingeführt, der mich sogar noch mehr zu überzeugen wusste. Eine höhere Wertung verderben allerdings diverse Füllerfolgen nach dem „Monster of the Week“-Strickmuster, bei denen das Budget nicht mal für ordentlich eklig zugerichtete Tatbeteiligte gelangt hat. So geht’s ja nun nicht. Besonders lobend sei hier allerdings das Finale erwähnt, welches die Tür für einige interessante Storymöglichkeiten mit Blick auf Staffel 2 öffnete.

5 von 6 Punkten

Over The Top: The Transformation, Ability, Bad Dreams, The Road Not Taken, There’s More Than One Of Everything

Heroes (Season 3 Eps. 14-25 /Volume IV:Fugitives)

Volume IV: Fugitives ist besser geworden als das vollkommen verkorkste Volume III: Villains. Ich weiß nicht, wie stark sich die beratende Tätigkeit des wiedereingestiegenen Bryan Fuller ausgewirkt hat, in jedem Fall ist die Story straff, die Seiten klar verteilt und die Charaktere bleiben größtenteils ihrer einmal eingeschlagenen Linie treu. Trotzdem ging es mir als Zuschauer so, dass mir die Figuren nach ihren teils desaströsen Auftritten zuvor ziemlich egal geworden waren und auch dieses Kapitel es nicht schaffte, die Begeisterung der Premierenstaffel wieder aufleben zu lassen. Wie das in der Zukunft gelingen könnte, zeigte immerhin „Cold Snap“ (3×20), die ich allen, die irgendwann in dieser Season aufgehört haben, ans Herz legen möchte. In dieser Episode stimmt nämlich alles: Humor, Drama, Action, Trauer. Davor und danach gelangte das Meiste allerdings wieder nicht über das Maß des „Geht in Ordnung“ hinaus. Für das Finale hat man sich nochmal angestrengt, der Ausblick auf das nächste Volume hat mich allerdings schließlich erneut ernüchtert. Meiner Meinung nach hat die Show nur eine Chance, wenn der Cast endlich um ein paar langweilig gewordene Figuren gestutzt wird. Mit schwer heldenhafter Mühe noch

4 von 6 Punkten

Over The Top: Cold Snap

LOST

LOST ist mir so ans Herz gewachsen wie Chuck, da erwarte bitte niemand ernsthaft viel mehr außer Lobeshymnen. Jede andere Show hätte das Thema „Zeitreisen“ mit großer Sicherheit in die Hose navigiert. Aber das Inseldrama knüpft selbst aus diesem Fallstrick einen unterhaltsamen Storyteppich, der dem Zuschauer spätestens mit Erscheinen des finalen Schriftzugs am Ende jeder Episode unter den Füßen weggezogen wird und ihn verdutzt, aber zugleich begeistert zurücklässt. Die Macher haben die Figuren im Griff, humorvolle Dialoge lockern ab und an die Spannung auf, man rätselt sich vor dem Fernseher die tollsten Theorien für das weitere Geschehen zusammen und freut sich einen ausgewachsenen Eisbären, wenn man richtig damit lag. Wieder war es allerdings so, dass das Finale nicht ganz die Krönung der Staffel darstellte. Die Eröffnungsszene konnte mit Blick auf die gesamte Folge natürlich brillieren. Allerdings wusste man dank der Zeitreisen ein wenig zu sehr, worauf es hinauslaufen würde, die Einführung von Jacob wirkte mir zu aufgedrängt und ein passend zum Showkonzept verwirrender Ausblick auf die letzte Season hätte für den richtigen Superknall sorgen können. Aber das sind wirklich minimale Randerscheinungen. LOST ist groß und bleibt groß.

6 von 6 Punkten

Over The Top: Because You Left, This Place Is Death, LaFleur, He’s Our You, Dead Is Dead, The Variable, Follow The Leader

Pushing Daisies (Season 2)

Ach ja, das lief ja auch noch. Leider viel zu kurz und zu endgültig. Zu Beginn kam ich nicht mehr so gut in das bunte Treiben rundum das Pie Hole hinein. Ein wenig fehlten mir diesmal die Vielzahl von Überfliegerfolgen, die die erste Staffel noch prägten, auch wenn ich kaum eine Episode mit weniger als 5 Punkten bewertete. Das Finale, das ausgerechnet bei den Serienkillern von Pro7 als Fernsehweltpremiere lief, stülpte der zuckersüßen Untotendetektivsaga ein ruckartiges, aber dennoch gelungenes und damit würdiges Ende über.

5,5 von 6 Punkten

Over The Top: The Legend of Merle McQuoddy, The Norwegians, Kerplunk

27 (März 2009)

27 Mai

Gut zwei Monate nach dem letzten Seriencheck hier nun der erste Schub an Seheindrücken hinsichtlich der Shows, die erst im neuen Jahr gestartet sind. Weitere Schübe mit u.a. Dollhouse, Monk, Breaking Bad, Eastbound & Down und Reaper folgen, wenn ich mir selbige alle eingeschoben habe.

24 Season 7

[Eps. 1-10]

Entwarnung für alle Freunde der gepflegten Terroristenbekämpfung. Als Zuschauer darf man Jack Bauer nach der verkorksten 6. Staffel wieder getrost mit seiner Unterhaltung beauftragen. Die CTU hat als Brutstätte für angehende Landesverräter ausgedient, dafür konnten höchste Regierungskreise und das FBI zur kompetenten Ausfüllung dieser Lücke gewonnen werden.

Die Pause hat der Show in jedem Fall gut getan. Ob meine Zufriedenheit einfach nur darin begründet liegt, dass ich den alten Haudegen Jack nach seiner langen Abwesenheit (immerhin musste der Mann 6 volle Tage ohne Klopause aufarbeiten) vermisst habe oder doch wieder die gute alte Mischung aus Action, Terror, Folter und Maulwurfaushebung zündet, werde ich natürlich erst ganz am Ende eindeutig wissen.

Mir brachten die bisherigen 10 Folgen aber wieder soliden Spaß. Wenn es etwas zu bekritteln gilt, dann wäre das zweierlei: zunächst die Glaubwürdigkeit des Grundplots – bin ich der Einzige, der nicht so recht glauben kann, dass eine amerikanische Regierung aus rein humanitären Gründen einen afrikanischen Diktatoren mit Militärgewalt absetzen will und eher das Leben von unschuldigen amerikanischen Zivilisten riskiert, als die Invasion zu verschieben? Vielleicht hat mich die Bush-Ära auch zu unempfänglich für dieses Szenario werden lassen.

Zweitens hätte man in früheren Staffeln einen Crash zweier Flugzeuge sicherlich mit mehr Bumm inszeniert als eine Rauchwolke in die Luft zu zaubern, die von den Amtsträgern im Weißen Haus aus mit Bestürzung betrachtet wird. Ich bleibe in jedem Fall dran, wie es nach dem Break zum Ende der 10. Stunde weitergeht.

Battlestar Galactica Season 4

[Eps. 10-16]

Keine Show hat mich in den letzten Wochen so hin- und hergerissen wie Battlestar Galactica. Denn es stehen die endgültig finalen 10 x 45 Minuten im Konvoi an und natürlich erwarte ich für das Ende den ganz großen „Mir reißt es das rote Licht aus dem Zylonenschädel“-Moment der Erkenntnis. Nach dem tief deprimierenden und schauspielerisch wie gewohnt glanzvoll umgesetzten Einstieg setzt es mal wieder eine Rebellion an Bord. Gnaa. Nett inszeniert ja, blutiger Abschluss schön, aber das Thema hatten wir doch schon.

Dann die große Enthüllungshow namens „No Exit“, die mir vor Informationsüberflutung den Verarbeitungsspeicher im Kleinhirn kurz schloss. Mit Kribbeln in den Fingern erwarte ich die nächsten Folgen, halte schon mal Stift und Notizblock bereit, öle die Rückspultaste, um alles mitzubekommen – und bekomme zwei Episoden Soap Opera präsentiert. Das mag den Anhängern der Charakterentwicklung tiefe Freude bereiten, mich langweilt es schlicht und ergreifend. Die letzten vier Folgen werden entscheiden, ob die Show grandios oder doch insgesamt mit zuviel Höhen und Tiefen behaftet war.

Flight Of The Conchords Season 2

[Eps. 1-5]

Großartig gestartet sind die immer noch glorreich erfolglosen neuseeländischen Folkmusikanten. Für die ersten drei Episoden musste ich durchgehend die Höchstwertung ziehen, mit „Unnatural Love“ kam dann doch ein Dämpfer. Murray Hewitt als Manager der Conchords ist für mich einer der genialsten Charaktere der jüngeren Seriengeschichte. So inkompetent, so ahnungslos, so formalisiert und von sich selbst überzeugt – man muss ihn einfach gern haben. Und die dargebotenen Songs sind in ihrer Absurdität längst schon Kunstwerke für sich. Hoffentlich lässt man sich für den DVD-Release diesmal ein paar nette Extras einfallen, die Ausstattung zur 1. Staffel war in der Hinsicht doch enttäuschend.

Heroes Season 3 (Volume 4: Fugitives)

[Eps. 14-17]

Ach, Heroes. Ich glaub, das wird nix mehr. Der Reset nach dem unterirdischen 3. Akt leitet die Story und die Charaktere zwar wieder auf deutlich überschaubare Bahnen: die Bösen auf der einen, die Guten auf der anderen Seite. Wirre Wechselsprünge der Protagonisten sind bisher dankenswerterweise noch nicht auszumachen. Das Problem: die Show packt mich einfach nicht mehr. Zuviele Versatzstücke werden wiederholt, das Szenario ist aus X-Men und The 4400 bekannt und im Hinterkopf spielt natürlich der Gedanke eine Rolle, dass einem die Charaktere in den zahlreichen mäßigen Folgen nach Ende der 1. Staffel einfach entwachsen sind oder nur noch langweilen.

Wer schon nach der 2. Staffel keine Lust mehr hatte, kann zwar wieder reinschauen; Begeisterung kann ich aber nicht garantieren. Ich für meinen Teil verfolge die aktuellen Episoden mit einem Enthusiasmus, der sich darin niederschlägt, dass ich mir während des Guckens die Zehennägel schneide. Bisher bin ich ob des Gesehenen noch nicht vor Begeisterung abgerutscht.

Lost Season 5

[Eps. 1-7]

Nach vier kompletten Staffeln gemeinsam mit den Inselbewohnern durchgestandener Abenteuer hat Lost für Fans wie mich eine eigene Faszination entwickelt, die Außenstehende und Malreingucker nicht mehr nachvollziehen können. Bildeten in der letzten Staffel noch die Flashforwards den Antrieb für Spekulationen und Verwirrungen, sind nun die Zeitsprünge und ihre Auswirkungen das neue kreative Spielzeug der Produzenten. Erlauben Sie doch einen Blick in die Vergangenheit (und Zukunft?) der Insel sowie die beliebten „was ist denn hier jetzt los?“-Konfusionsmomente zu Beginn bzw. Ende einer Episode.

Ganz im Gegensatz zu oben erwähnten Heroes ist mir die Belegschaft hier schon so ans Herz gewachsen, dass ich auch über die weniger guten Momente (der popelige Inselverschwindibus-Mechanismus, die Art der Rückkehr auf die Insel) hinwegsehen kann. Da nun auch geklärt ist, was mit John Locke passiert ist und wie die Ausflügler zurück ins Nest gefunden haben, harre ich gespannt der nächsten Handlungsbögen und freue mich auf jede neue Episode wie Hurley auf einen haltbarkeitsmäßig noch nicht allzu lange abgelaufenen Schokoriegel.

Scrubs Season 8

[Eps. 1-10]

Man spürt, dass Zach Braff und Co. durch den Senderwechsel frische Energie getankt haben. Vieles erinnert wieder an die guten alten Zeiten im Sacred Heart, gäbe es da nicht diesen einen kleinen Haken: nämlich den verzweifelten Versuch, die neuen Interns als Hoffnungsträger für die Zeit nach dem feststehenden Abschied von John Dorian zu etablieren.

Sorry, aber da ziehe ich mir den strammen Traditionalistenkittel an, verweigere mich alternativer Behandlungsmethoden und würde mich für eine 8. Staffel wohl nicht mehr einliefern lassen. Zumal mich die Neuzugänge allesamt nicht überzeugen bzw. sogar richtig nerven. Mein Vorschlag an die Macher: denkt an die Stammpatienten, konzentriert euch auf den liebgewonnenen Cast, zündet noch ein paar gute Gags, abstruse Situationen oder Herzschmerzmomente und lasst die Show dann mit einem rührenden EKG-Schlusspiepser enden.

26 (Dezember 2008)

27 Mai

Ein Blick auf den aktuellen Zustand der von mir beobachteten Serienlandschaft. Was abgeschlossen ist, wird bewertet. 6 Punkte zücke ich übrigens schon dann, wenn der Großteil der Episoden bei 5 Punkten liegt und dazu noch einige Volltreffer dabei waren, oder anders gesagt: ich runde auf. Wer sich fragt, weshalb es selten mal unter drei Punkte geht, ganz einfach: wenn mir was nicht gefällt, guck ich es einfach nicht mehr.

24: Redemption

Jack Bauer hat mir mit der 6. Staffel von 24 ja schon ein bisschen weh getan. In dem knapp 90-minütigen Intro zur 7. Season ist nix mit CTU und Co, sondern stattdessen Dschungel angesagt. Nicht schlecht, aber auch nicht überragend. Eine routiniert eingetütete Mission des „Dammit“-Man.

4,5 von 6 Punkten

30 Rock

Frau Fey bereichert weiterhin zusammen mit Herrn Baldwin die Comedylandschaft. Überrascht mich immer wieder, auf welche schrägen Gedanken Tina und ihr Autorenteam kommen. Steve Martin als Gavin Volure war ganz große Kunst.

Brothers And Sisters

Nach der eher öden zweiten Staffel geht es wieder rund im Hause Walker. Eine gute Portion Drama und eine im Falle eines Zusammentreffens herrlich dysfunktional auftretende Großfamilie sind weiterhin die Herzstücke der Show.

Californication (Season 2)

Mir gefiel die erste Staffel besser, weil sie sich mehr auf Hank Moody und sein Umfeld konzentrierte. Die aktuellen zwölf Folgen haben mit Ashby zwar eine weitere Figur mit Kultpotenzial, dagegen drängen die für mich eher nervigen Runkles mitsamt ihrer Entourage zu sehr in den Vordergrund. Andererseits sind die in der Show gespielten Songs fast schon einen ganzen Punkt für sich wert. Ohne die Show hätte ich beispielsweise nie die Genialität eines Warren Zevon kennengelernt.

Davon milde gestimmt ziehe ich noch

5 von 6 Punkten

Nächstes Jahr mehr Moody, bitte!
Chuck

Chuck Bartowski alias Charles Carmichael ist der James Bond meines Herzens. Den anderen Typen mit seinem Quäntchen Trost habe ich nicht mal angeschaut. Wozu auch? Denn „Chuck“ hat einfach alles: Action, Agenten, Humor, Ladies, Nerdtum. Auch in der zweiten Staffel enttäuscht keine einzige Episode. Anschauen!
Desperate Housewives

Nach der kleinen Zeitreise konnten mich die Damen der Wisteria Lane nicht so recht begeistern. Zu viel Durchschnittsware in Form von wenig spannenden Erzählungen aus dem „neuen“ Leben der Protagonistinnen. Ab Folge 6 nimmt die Sache aber ordentlich Fahrt auf. Das könnte noch richtig gut werden.
Dexter (Season 3)

Was haben Dexter und eine gut gekühlte Blutkonserve gemeinsam? Beide werden einfach nicht schlecht. Schon die erste Folge beförderte unseren Kleckeranalytiker in ein dickes Schlamassel, das in eine ungewöhnliche Freundschaft, neue persönliche Entwicklungen und Herausforderungen mündete. Zugegebenermaßen konnte der Abschluss der dritten Staffel keinen Knaller mehr hervorbringen, aber die Show läuft auf einem so hohen Qualitätslevel, dass man darüber hinwegsehen kann.

6 von 6 Punkten
Entourage (Season 5)

Entourage ist Ari Gold. Wenn Ari rockt, rockt die Show. Und Ari hat auch in der 5. Staffel wieder mal keinen Fan enttäuscht. Wenn dann auch bei Strahlemann Vince nicht alles klappt und seine Gefolgschaft ein paar witzige Nebengeschichten beisteuert, bin ich mehr als zufrieden.

5,5 von 6 Punkten
Fringe

Wohl der beste Newcomer der bisherigen Saison. Wenn man seine Ansprüche an eine Serie, die von JJ Abrams produziert wurde, von „Heilsbringererwartungen“ auf „gute Mystery-Qualität à la Akte X“ zurechtjustiert, hat man seine Freude. Wie schon erwähnt, fand ich den Piloten nicht so toll, aber danach kam ich ganz gut auf meine Kosten. Der lustig zerstreute Wissenschaftsopi, ein bisserl Verschwörung hier, ein bisserl Ekelszenerie da – fertig ist die leckere Serienmahlzeit. Die abgedrehten Experimente kann ich nicht so recht ernst nehmen, dafür gefällt mir die Richtung, die die Show in den letzten Folgen eingeschlagen hat.

Gary Unmarried

Heitere, klassische Familiencomedy á la „Still Standing“. Hat bei mir mittlerweile „The New Adventures of Old Christine“ verdrängt. Die Qualität der ersten Episoden hat sich bestätigt. Garys Abenteuer kann man immer wieder dazwischen schieben.

Heroes (Volume III: Villains)

Die große Enttäuschung. Was haben Tim Kring und seine Gefolgschaft nur mit der Show angestellt, die ich in ihrer ersten Staffel noch so heiß und innig geliebt habe? Zuerst konnte ich die Folgen nur mit einem stoisch dahingemurmelten „Nicht drüber nachdenken!“ ertragen, danach entglitt die ganze Chose in dermaßen trashige Gefilde, dass ich mir mittlerweile sicher bin: da hat jemand bei Universal in die Tonne mit den angesammelten Comics gegriffen und das ganz unten liegende Exemplar erwischt und verfilmen lassen. Charaktere, deren Entscheidungen man nicht versteht, die wahllos von Gut nach Böse wechseln und ein absolut unnötiger Storybogen um eine Sonnenfinsternis haben mich Folge um Folge leiden lassen. Sylar und Hiro waren mal meine Helden, jetzt schüttele ich nur noch den Kopf, wenn ich sie auf dem Bildschirm sehe.

Bezeichnenderweise ist die beste Folge des Kapitels namens „Villains“ jene, in der ein paar Lücken zu den anderen zwei Staffeln aufgefüllt werden. Okay, der Puppenspielermann war auch noch cool. Vielleicht kann Volume 4 im Zusammenspiel mit dem zurückkehrenden Bryan Fuller noch etwas retten, storytechnisch scheint es weiter arg in Richtung „The 4400“ zu gehen. Wir alle wissen, wo diese Show am Ende angelangt ist…

3 von 6 Punkten

How I Met Your Mother

HIMYM hat seinen Weg gefunden. Barney und seine Freunde bringen sehr gute Comedy mit liebenswerten Figuren auf den Bildschirm. Wen interessiert da schon, wer wirklich die Mother aus dem Titel ist? Von mir aus darf die Show mindestens so lange laufen wie die seligen Friends.

My Name Is Earl

Earl hat sich prächtig von seinem Koma in Staffel 3 erholt. Keine peinlich schnarchigen Ausfälle, sondern Earl und Randy wieder in der Form, wie man sie in den ersten Staffeln geliebt hat. Damit hätte ich ehrlich gesagt nicht gerechnet.

Pushing Daisies

Aus und vorbei mit der Farbenspielerei. Sehr, sehr schade. Mir hat auch die zweite Staffel der überzuckerten, aber morbiden Detektivhatz wirklich viel Freude bereitet. Die aktuell letzte Folge zeigte zudem, dass es keines Falls der Woche bedarf, um eine großartige Episode zu produzieren. Bleibt nur zu hoffen, dass die Show ein würdiges Ende bekommt. Ich werde all die skurrilen Charaktere vermissen.

Rita Rocks

Für ein paar Folgen reingeschaut und als zu leicht befunden. Klassische Comedy, in der eine Hausfrau mit Freunden in ihrer Garage Rockmusik spielt und familiäre Abenteuer erlebt. Für die klassische Familiencomedy habe ich aber – siehe oben – Gary Unmarried und den Rock liefert David Duchovny in Californication eine gute Portion kantiger ab. Sorry, Miss Sullivan.

The Big Bang Theory

Abteilung Geeks made in USA. Weiterhin sehr unterhaltsam mit teils großartigen Episoden. Einen Sheldon im eigenen Freundeskreis hätte ich wahrscheinlich schon windelweich geprügelt. Im Fernsehen ist der Charakter aber überragend lustig, wenn man selbst eine geekige Ader besitzt.

The IT Crowd (Season 3)

Abteilung Geeks made in Britain. Sechs Folgen sind einfach zu wenig. Zumal mich die zweite nicht so sehr begeistern konnte wie restlichen. Dafür hat sich der in Staffel 2 eingeführte neue Boss Douglas Reynholm wirklich in mein Herz gespielt. Schlicht und ergreifend die beste UK-Comedy, die ich kenne. Eigentlich 5,5 aber weil es ja so selten Nachschub gibt:

6 von 6 Punkten

The Middleman (Season 1)

Im Sommer gesehen und weil da eh kaum was Gescheites läuft, fällt meine Wertung milde aus. Hat ein paar richtige Highlights, dann aber auch ein paar dezente Enttäuschungen. An den Protagonisten lag es nicht, eher waren es die Stories, die schwächelten. Wegen der teils liebevollen Überdrehtheit vergebe ich

4,5 von 6 Punkten

The New Adventures Of Old Christine

Nach vier Folgen aufgehört, weil sich die Show bei mir sattgelaufen hat. Wer weiter geschaut hat und schier begeistert von den Folgen danach ist, bitte melden. Vielleicht hole ich den Rest mal nach, aber wirklich nur, weil ich Julia Louis-Dreyfus toll finde.

The Office

Die 5. Staffel hat ihre Schwächen. So musste ich drei Folgen sogar mit für Office-Verhältnisse schmachvollen 4 Punkten bewerten. Die neue Personalleiterin und Liebegespielin von Michael Scott überzeugte mich nicht, Pam war zu weit vom Schuss, von der Schruteness von Dwight zu wenig zu sehen. Aber jetzt wird wieder alles gut, die letzten Episoden bekamen gewohnt verdiente 6 Punkte auf meiner Unterhaltungsskala.

The Simpsons

Alles wie immer. Treehouse Horror ist das Highlight, der Rest schwankt zwischen nett und langweilig. Eigentlich bewertet man die Simpsons auch nicht mehr, man schaut sie einfach aus Respekt weiter.

Two And A Half Men

Bislang eine Staffel ohne Fehl und Tadel. Wer einmal einen Narren an Charlie Harper und seinem trotteligen Bruder nebst Sohnemann gefunden hat, wird mehr als gut bedient. Nicht umsonst die in Amerika beliebteste Sitcom. Auf dem Niveau kann es gerne weitergehen.

Weeds (Season 4)

Das liegt schon länger her, dass ich die vierte Staffel gesehen habe. Ich erinnere mich an ein paar eher schwache Episoden und keinen echten Knaller. Es gab definitiv bessere Saisons für unsere Grashändler. Macht insgesamt gerade noch so

4,5 von 6 Punkten

Worst Week

Im Gegensatz zum britischen Original muss das amerikanische Pendant dummerweise mehr als 7 Folgen füllen. Was dafür sorgt, dass die peinlichen Szenen etwas zu sehr ausdünnen oder gestellt wirken. Spaß kann man dennoch haben, zuviel sollte man aber wirklich nicht erwarten.

13 (Mai 2007)

27 Mai

24

Jack Bauer in der Krise. Dieses Jahr setzten unserem Helden weniger Terroristen, sondern vielmehr die Kritiker ordentlich zu. Leider, leider muss auch ich mich in die Schar jener einreihen, die den sechsten Tag als das mit Abstand schwächste Kapitel der Serie betrachten.

Ich weiß nicht mehr, wo genau ich diesen Satz gelesen habe: „Wenn eine Serie kreativ am Ende ist, werden von irgendwoher irgendwelche Verwandten ausgegraben“. Dieser Prophezeiung folgend, bekam die Show nach einem gar nicht mal uninteressantem, weil düsterem Setting nach wenigen Folgen die erste Schlagseite. Zudem schien eine Jack-Folter pro Stunde plötzlich Standard zu werden. Dann nach etwa einem Drittel ein sehr dramatisches Ereignis, die Show hatte die Chance, wieder in die Spur zu kommen. Die sie jedoch nicht zu nutzen wusste.

Besonders fatal: nach zwei Dritteln war die groß inszenierte Bedrohung eliminiert, die letzten acht Folgen wurde ein komplett neuer Handlungsstrang eingeführt, der mich gar nicht fesseln konnte. Plotholes, in denen die Bewohner Kaliforniens hätten versinken können, unrealistisches, nicht nachvollziehbares Verhalten der Figuren und das Wiederauftragen längst bekannter und ausgiebig durchgekauter Storylines ließen mich verärgert und gelangweilt auf der Fernsehcouch zurück. Kein Zweifel: 24 droht an dem selbst auferlegten, engen Korsett zu ersticken.

Selbst die letzte Folge enttäuschte, als es darum ging, die letzten zwanzig Minuten der 24 Stunden mit etwas zu füllen, das Hoffnung für die siebte Staffel geben könnte. Loben möchte ich noch Peter MacNicol und Powers Boothe für ihre gelungene Portraitierung ihrer Charaktere, die der Show somit zumindest ein wenig Leben einhauchten. Fazit: die ganz große Enttäuschung des Jahres.

2,5 von 6 Punkten

According To Jim

Noch so ein Zwischendurchfutter, wieder ein Alleinunterhalter (Jim Belushi), wieder eher harmlos geraten. Allerdings brachte die wohl letzte Staffel der Familiencomedy ein paar ganz nette Momente unter, nachdem sie mich das Jahr zuvor ziemlich angeödet hatte. Eigentlich 3,5 Punkte, aber ich setz zum Abschied noch ein halbes Pünktchen drauf. Mach es gut, Jim-Boy.

4 von 6 Punkten

The New Adventures Of Old Christine

Nicht ganz fair: Julia Louis-Dreyfus ackert sich einen ab, der Rest des Casts humpelt mit ziemlichem Abstand hinterher. Die erste Staffel schien mir um einiges frischer zu sein. Kein Ausreißer noch unten, keiner nach oben, plus Julia-Bonus macht

4 von 6 Punkten

Weeds

Bevor ich unsere Hascherlbuben und -maderl hier noch vergesse: weil ich das shownamensgebende Zeug ja selbst nicht nehme, kann ich mich an ein paar sehr gute Szenen mit Doug und Andy sowie einen richtig gemein-fiesen Cliffhanger erinnern. Ab dem 30. Juli geht es weiter.
5,5 von 6 Punkten

4 (April 2006)

27 Mai

Die US-TV-Saison nähert sich so langsam ihrem Ende. Zeit also, einen Blick auf die bisher noch nicht in diesem Blog gewürdigten Shows zu werfen.

24:

Die Serie, die am ehesten definiert, was man unter einem „nicht ganz optimal verlaufenden Arbeitstag“ zu verstehen hat. Wenn ich auch nur ansatzweise zwei Dutzend Stunden erleben müsste wie es Jack Bauer zu tun pflegt, ich würde mich freiwillig in die nächstbeste geschlossene Anstalt begeben.

Zu Beginn der neuen Staffel war ich mir eigentlich sicher, dass mich die Show nicht mehr richtig packen könnte; gab es doch zuvor schon dezente Wiederholungen diverser Versatzstücke (Folterverhöre, Katastrophen, Maulwürfe in Reihen der CTU, Intrigen, Geiselnahmen, Entführungen) – andererseits gehört dieses Potpourri mittlerweile wohl auch schon fast zu den Trademarks wie die ablaufende Uhrzeit im Digitalformat oder der CTU-Klingelton.

Staffel 5 fesselte mich direkt mit der ersten Folge; die Produzenten wussten wohl, dass man sich einen behutsamen, langsamen Einstieg nicht leisten konnte, sondern es einen Paukenschlags bedurfte, um das Publikum auf seine Seite zu ziehen. Ich habe diesen Köder bereitwillig geschluckt und war schnell erneut Feuer und Flamme. Als hätte einem ohne den alten Terroristenschreck Jack Bauer doch etwas gefehlt.

Ich will nicht zuviel spoilern, erwähnt sei jedoch, dass die bis dato letzte Folge einen überraschenden Abschluss bot, den man hoffentlich einigermaßen logisch aufzulösen weiß. Sollte dies gelingen, rangiert der fünfte Tag aus Jacks Leben definitiv im oberen Wertungsbereich der Unterhaltungsskala.

The New Adventures Of Old Christine:

Julia Louis-Dreyfus (bekannt als Elaine aus „Seinfeld“) probiert es mal wieder mit einer neuen Sitcom. Und leidet erneut trotz toller Eigenpräsenz unter der schwankenden Qualität der Drehbücher. Ein Schicksal, das sie mit Seriendarstellern wie Andy Richter oder Jason Alexander teilt. Man könnte Julia fast schon als amerikanische Anke Engelke bezeichnen: im Grunde wirklich witzig, aber ohne gescheites Material sinnlos verheizt.

Louis-Dreyfus spielt Christine, eine geschiedene Mittdreißigerin mit Kind, die mit dem Umstand hadert, dass ihr Ex in seiner neuen Freundin (dem Titel gemäß passenderweise ebenfalls mit Namen Christine) das große Glück gefunden zu haben scheint – während sie sich mit verpatzten Dates, einem leicht neben sich stehenden Bruder und anderen Alltagsfreuden herumschlagen muss. Bisher liefen 5 Episoden, von denen eine richtig klasse Unterhaltung bot (zufälligerweise spielte da auch Andy Richter mit), während die anderen nett bis öde daherkamen. Fazit: Potenzial ist da, es müsste nur ausgeschöpft werden. Es würde mich nicht wundern, wenn meine Geduld länger wäre als die der amerikanischen Zuschauer.

The Office (US):

Nach dem englischen Original und dem deutschen Stromberg startete im März 2005 die amerikanische Ausgabe. Und gilt neben dem immer noch spaßigen „My Name Is Earl“ mittlerweile als einer der wenigen Zuschauergaranten für NBC. Produziert von Ricky Gervais, lebt die Show anders als Stromberg nicht nur von einem Charakter, der stets neue Peinlichkeitsgrenzen auslotet- hier gibt es gleich zwei von der Sorte: Steve Carell als Michael Scott und Rainn Wilson als dessen unfassbarer Assistent Dwight K. Schrute. Alleine wegen dieses Chaotenduos ein Pflichtprogramm. Und auch ein wenig wegen der süßen Jenna Fischer.

Two And A Half Men:

Immer noch bei mir auf der Guckliste, in den USA mittlerweile in der dritten Staffel. Lief in Deutschland unter dem wie üblich wenig treffsicher übersetzten Titel „Mein Onkel Charlie“. Charlie Sheen und John Cryer als Brüderpaar, das sich gemeinsam um Scheidungskind Jake (Angus T. Jones als Stereotyp des amerikanischen Teenagers; dick, dumm, faul – fast könnte der Jungdarsteller einem leid tun) kümmert. Die leider viel zu selten auftretende mürrische Haushälterin Berta zählt zu meinen Lieblingscharaktern in einer Sitcom. Dialoge und Drehbuch fand ich bereits zum Start im September 2003 erfrischend witzig, weshalb ich der Show bis dato die Treue halte. Nette Unterhaltung für zwischendurch, zumal die Konkurrenz in Form von „King Of Queens“ so langsam ihr Pulver verschossen hat.