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104 (Januar 2017)

6 Jan

Ich dachte mir: „Komm, fang das neue Jahr mit was Schönem an. Mit einem neuen Seriencheck! Alle Kandidaten waren brav, haben mich gut bis sehr gut unterhalten und kriegen entsprechend schöne Noten“. Damit es aber nicht zu sehr Richtung heile Welt abdriftet, hänge ich noch die böse Liste der von mir abgesetzten TV-Serien an. Weil das Leben nun mal kein ARD/ZDF-Silvesterabendprogramm ist.

ASH VS EVIL DEAD SEASON 2 

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Gefiel mir sogar um etwa ein abgerissenes Gliedmaß (also einen Viertelpunkt) besser als die eh schon überzeugend spaßig-blutige Vorgängerstaffel. Die Raimi-Brüder im Verbund mit ihrer Ekeleffekt-Spezialisten-Crew haben diesmal wirklich alle Schmodder-Schleusen geöffnet und im Bereich des von mir liebevoll genannten „Quatsch & Matsch“-Genres in jeder Episode einen denkwürdigen Moment und insgesamt prägende Arbeit geleistet. Dazu gibt es für die Fans noch eine Rückkehr an einen kultigen Ort, Ash reißt wie gewohnt seine blöden Sprüche und die Sidekicks nerven mich weiterhin keine Spur. Punktabzüge gab es nur für Bösewicht Baal, der mich vor allem zu Beginn nicht ganz überzeugen konnte. Aber das ist nur ein kleiner Eiterpickel auf einer sonst tadellos ausgedrückten Beule.

GESAMTWERTUNG: 5,25 Punkte (gut)   

GILMORE GIRLS – A YEAR IN THE LIFE 

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Wer mir jetzt einen geschmeidigen, passenden Übergang von „Ash vs Evil Dead“ zu den „Gilmore Girls“ schreiben kann, melde sich bitte in den Kommentaren. Mir fällt nämlich gerade außer peinlichen Menstruations-Witzen keiner ein.

Über 9 Jahre nach der siebten Staffel kehren die Gilmore Girls also in Form von vier einstündigen Episoden (das Finale bekam noch eine halbe Stunde zusätzlich) zurück. Diesmal wieder mit Serienschöpferin Amy Sherman-Palladino sowie deren Ehemann David Palladino am Ruder. Aber Moment mal, weshalb gucke ich alter Sack das überhaupt? Weil ich witzige Frauen mit Hang zu schrägen Dialogen mag, mich schnatterhaft-schnelle Gesprächsabfolgen nicht stören, sondern grinsen lassen und Stars Hollow einfach die schrulligsten Nebendarsteller beheimatet: Kirk. Jackson. Paris. Michel. Taylor. Luke. Emily und Richard. Die Liste ließe sich locker fortsetzen, denn außer den Liebesaffären von Rory mochte ich eigentlich die komplette Riege. Hach, das Mädchen hat eben einfach nie „ihren“ Luke gefunden. Okay, ich hör‘ schon auf.

Die nun auf Netflix laufende Mini-Serie hat mich insgesamt gut unterhalten. Mehr aber auch nicht, würde ich hinzufügen, wenn ich so offen gehässig wie Paris wäre. So ziemlich jedes bekannte Gesicht aus der Show hatte seinen Auftritt, es war einfach wieder schön, in Stars Hollow einzukehren, die Gespräche der beiden Gilmore Girls, die Lorelai-Emily-Kabbeleien und den mürrischen, aber gutmütigen Luke zu erleben. Von daher dürfte niemand, der die Show schon vorher verfolgt hat, enttäuscht werden. Für meinen Geschmack kamen angesichts der stattlichen Zahl von Gastauftritten allerdings die Kultcharaktere deutlich zu kurz. Da hätte ich mir mehr Michel-Gemeckere, Kirk-Beklopptheiten oder Taylor-Stadratsversammlungen gewünscht. Weshalb man dann Lorelai zu Beginn der letzten Episode noch alleine auf Selbstfindungssuche gehen lässt, ergibt da kaum Sinn. Die berühmten letzten vier Worte werde ich selbstverständlich nicht verraten, aber vor Überraschung umgehauen haben sie mich nicht.

„A Year In The Life“ fühlte sich insgesamt wie eine gedrängte Wiedersehensparade mit allen Charakteren an, die quasi als Appetitanreger für eine richtige Staffel dienen sollte. Ich wäre dabei, die höhere Wertung spare ich mir eben dafür auf. Dann aber mehr Kirk für alle!

GESAMTWERTUNG: 5,17 Punkte (gut) 

WESTWORLD SEASON 1

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Komplexe Angelegenheit, diese Show. In meinem serienguckenden Umfeld waren alle hellauf begeistert von der ersten Episode. Danach ging es mit fortschreitender Dauer für manche zu schleppend voran, manchen wurde es wiederum zu kompliziert. Andere ließen auch jenen, die es nicht wissen wollten, die neuesten Internetgerüchte und -theorien zukommen. Angebliche Plotholes wurden aufgedeckt und mit erhobenem Zeigefinger darauf gewiesen. Der aufgehende Star am Serienhimmel schien auf Sinkflug zu gehen. Als schließlich das Finale eine Auflösung für die allermeisten Fragen anbot, war ein kleiner Rest endgültig bedient ob der Unglaubwürdigkeit und Unlogik der Handlungen aller Beteiligten.

Puh. Jetzt meine Meinung. Ich bin kein Typ, der bei Serien von himmelhochjauzend zu hasserfüllt innerhalb von ein paar Folgen wechselt. Mich hatte „Westworld“ von der ersten Folge an und auch wenn es mir im Mittelteil ein wenig zu wenig voranging, freute ich mich doch auf jede neue Geschichte aus der Welt der Roboter, Menschen und Robotern, die sich für Menschen halten. Der Show als Makel anzukreiden, dass einige Mysterien von der Internetcommunity vorzeitig aufgedeckt wurden, ist schon mal Quatsch. Können die Macher ja nichts für, wenn es Menschen mit zu viel Zeit, scharfen Augen und Mitteilungsbedürfnis gibt. Die letzten 90 Minuten boten Antworten, die für einige Zuschauer nicht nachvollziehbar gewesen sein mögen – nur ein paar Stichworte: kinderleicht änderbare Sicherheitseinstellungen, ausrangierte Keller und Stockwerke mit Zugang zum Netzwerk, die komplette Ahnungslosigkeit der Geldgeber und des Personals, was in den Glaskästen passiert. Für mich haben die überragenden Stärken von „Westworld“ (Schauspieler, Ausstattung, Action, Mysterien, Storykniffe) diese Schwächen aber ausbügeln können. Das ist alles sicherlich eine Frage der persönlichen Gewichtung. Bei mir floss es derart in die Wertung ein, dass das Prädikat knapp verpasst wurde. Ich für meinen Teil freue mich auf eine Zweitsichtung als Vorbereitung zur zweiten Staffel, zu deren Start die notorischen „Das ist alles schrecklich dumm!!!!“-Rufer mit Sicherheit wieder mit dabei sein werden.

GESAMTWERTUNG: 5,90 Punkte (sehr gut)

THE WALKING DEAD S07E01-E08 

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Abpfiff der ersten Hälfte und damit die traditionelle Halbzeitpause bei Rick Grimes und seinem Team. Die Untoten reichen Handtücher und Energygetränke, Muskeln werden gelockert, kritische Analysen angebracht und natürlich reichlich auf Negan, dieser unberechenbaren, überhart foulspielenden Sau, herumgeschimpft.

Dabei muss man anerkennen: die bisherige Staffel wäre ohne Negan ein brutaler Langeweiler. Sah man bei den paar Episoden, in denen der Blick auf zwei andere Kommunen gerichtet wurde. Klar, bei der Charakterzeichnung des grinsenden Apokalypse-Tyranns fasst man sich gerne an die Stirn, wenn er etwa Hobby-Assassine Carl verschont und auch sonst nicht alles in seinem Umfeld irre lachend mit seiner Lucille zertrümmert. Die Show stellt das Duell Negan gegen Rick in den Mittelpunkt und damit steht und fällt entsprechend die Rezeption seitens des Publikums. Ich für meinen Teil habe mich bei „The Walking Dead“ schon weitaus schlechter unterhalten gesehen. Luft nach oben aber ist noch vorhanden.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH 8 EPISODEN: 4,91 Punkte (befriedigend)

Serienbarometer:

Brooklyn Nine Nine Season 4 (5,48 Punkte nach 12 Episoden)

Sie werden einfach nicht schlechter, die Geschichten um das New Yorker Polizeirevier mit den herrlich bescheuerten Uniformträgern (plus der unfassbaren Gina Linetti). Erneut klarer Kandidat für die beste Comedy-Serie in diesem Jahr. 

Life In Pieces Season 2 (4,88 Punkte nach 8 Episoden)

Ich mag die Serie weiterhin und bewundere das Konzept der 5-Minuten-Spaßgeschichten. Dennoch fehlen mir bisher noch die Spitzen, die richtig dicken Brüller, die Knallerepisödchen, die so nachwirken, dass ich die anderen Geschichten gleich mit hochbewerte. Bisher alles im 4,5 – 5,0 Punkte-Bereich.

Abgesetzt:

Designated Survivor Season 1 (4,31 Punkte nach 8 Episoden)

Die Show mit den schlimmsten Sideplots auf meiner aktuellen Guckliste. Irgendwann konnte ich einfach nicht mehr. Kiefer Sutherland als Präsident wider Willen ging ja in Ordnung, aber so richtig packen konnte mich die Serie trotzdem einfach nicht. Und immer dann, wenn es punktemäßig mal auf die 5 Punkte zuging, erwischte mich ein schlimmer Nebenhandlungsstrang, der mir die Lust aufs Weiterschauen vergällte. Sorry, ich guck mir ab 20.1. die neue Show „Designated Troublemaker“ mit Donald Trump an.

Dr. Ken Season 2 (4,0 Punkte nach 2 Episoden)

Nur kurz wieder reingeschaut und erkannt: Ken Jeong und Dave Foley reichen trotz ihrer Bemühtheit einfach nicht, um die Show aus der Mittelmäßigkeit zu hieven.

Son Of Zorn Season 1 (4,38 Punkte nach 8 Episoden)

Zorn hat sein Pulver leider schon frühzeitig verschossen. Okay, die Metapher ist für einen Fantasy-Schwertkämpfer schief. Dann steckt das Schwert eben fest und bewegt sich keinen Millimeter mehr. In den ersten Folgen war das Szenario samt einkopierter Comicfigur noch angenehm bekloppt, mit fortschreitender Dauer wird es jedoch gähnend langweilig. Eine der späteren Episoden musste ich sogar frühzeitig beenden, weil es so unterhaltsam war, wie He-Man bei der Fußpflege zuzusehen.

The Last Man On Earth Season 3 (3,88 Punkte nach 9 Episoden)

Ich war so tapfer. Habe eisern die dritte Staffel bis zur Winterpause gesehen. Daher auch die schlechteste Wertung von allen abgesetzten Serien. Denn es ist von Anfang bis Ende nicht mehr wirklich unterhaltsam, sondern im besten Fall durchschnittlich. Ich glaube sogar, die haben sich das Drehbuch mittlerweile gespart. Will Forte schreibt sich vor Beginn des Drehs ein paar höchstnervige Sprüche auf, die anderen improvisieren lustlos irgendwas zusammen und los geht’s. Mein einziger Lichtblick January Jones hat schon innerlich aufgegeben und trottet nur noch in Militärkleidung herum. Dann bin ich jetzt auch draußen.

Demächst:

Homeland Season 6

The Man in The High Castle Season 2

Sherlock Season 4

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8 (Mai 2007)

27 Mai

Genauer gesagt für die TV-Serien, die sich im US-Fernsehen etabliert haben und in just jenem Monat ihre aktuelle Saison zu Ende bringen. Zeit für einen kurzen Rückblick (den ich natürlich möglichst spoilerfrei halten will) und furchtbar subjektiv verteilte Bewertungspunkte. Was es übrigens nicht mindestens auf 7 ausgestrahlte Episoden gebracht hat, fällt unter den Tisch.

30 Rock

Der eindeutige Sieger im Kampf der „Show behind the Show“-Serien, da der Konkurrent „Studio 60 on Sunset Strip“ leider nie so recht die Gunst des Publikums gewinnen konnte. Den Machern wurde schnell klar, dass Jane Krakowski wenig ankommt, weshalb ihre Auftritte immer sporadischer ausfielen. In der nächsten Staffel wird man sich wahrscheinlich gar nicht mehr an sie erinnern. Neben dem immer grinsenden Jack McBrayer („Keith“) und der stets gebeutelten Tina Fey ist natürlich Alec Baldwin als schmieriger „Vice President of East Coast Television“ (formerly „Vice President of East Coast Television and Microwave Oven Programming“) DAS Highlight der Show. Man darf gespannt sein, ob Mr. Baldwin sich wirklich aus der Serie zurückzieht, um im realen Leben seinem Töchterlein ein zumindest verbal netterer Daddy zu sein. Wäre gut für die Familie, aber eher schlecht für 30 Rock.

4,5 von 6 Punkten

Brothers & Sisters

Ein bisschen Familiendrama muss auch mal sein, immer nur Action und Fun wird auf Dauer langweilig. Meine Wochenportion an Intrigen, Mitgefühl- und Gänsehautauslösern hole ich mir gerne bei der Familie Walker ab. Nach der ersten eher zähen Episode fühlte ich mich doch schnell als heimliches Mitglied des Clans und durchlebte gerne die Höhen und Tiefen des Großfamiliendaseins. Sally Field spielt ihre Rolle als vom Schicksal erkorenes Familienoberhaupt schlicht fantastisch und Calista Flockhart lässt immer wieder gerne die liebenswerte Tollpatschigkeit von Ally McBeal durchscheinen. Und wenn zum Ende dann das große „Leben und Sterben“-Thema musikalisch von Rob Thomas‘ Tränenwegdrückballade „Here Comes The Night“ untermalt wird, zücke ich gerne

5,5 von 6 Punkten

[Nachtrag: Peinlich, peinlich, die von mir beschriebene Folge war gar nicht der Abschluss der Staffel. Stattdessen gab es noch eine weitere Episode mit großem Feiertohuwabohu, einer weiteren verrückten Familie und einem leisen Abschied. Die Autoren wollten die Serie dann wohl doch mit einem heiter beschwingten Ton ausklingen lassen. An meiner Bewertung ändert das natürlich nichts.]

Gilmore Girls

Nach 7 Jahren ist es nun endgültig vorbei mit den Meisterinnen der schnatterhaft schnellen und zugleich seltsamen Kommunikation. Man hat sie ja doch lieb gewonnen, die schrägen Figuren rundum Stars Hollow. Nur schade, dass die 7. Staffel in sehr großen Teilen einfach nicht mehr an die Zeiten anknüpfen kann, als Amy Sherman-Palladino noch im Hintergrund das Zepter schwang. Ich könnte jetzt spontan drei Figuren nennen, bei deren Auftritten ich aufgrund mangelnden Interesses schnell innerlich mein Übersetzungs- und Verständniszentrum im Hirn auf Durchrauschenlassen stellte: Lukes Schwester Liz, Logan Huntzberger und Rorys Yale-Studienkollegin Lucy.

Immerhin: die Hinführung auf das Finale und die Abschlussfolge selbst haben die Produzenten dann doch wieder sehr gut hingekriegt und bei der allerletzten Einstellung hätte ich mir schon gewünscht, dass diese Qualität schon von Beginn der Staffel an vorhanden gewesen wäre.

3,5 von 6 Punkten

In Case Of Emergency

Nach zwölf Episoden setzte die Show den letzten Hilferuf ab. So gerne ich Greg Germann wiedergesehen habe, so sehr ging mir David Arquette auf den Nerv. Jonathan Silverman hat Potenzial als sympathischer Loser, Kelly Hu bot etwas für die Optik, aber insgesamt war das doch zu wenig. „Your Goose Is Cooked“ war eigentlich die einzige Folge, die mich richtig überzeugt hat, der Rest… naja, Leichentuch drüber.

2,5 von 6 Punkten

to be continued…

6 (Oktober 2006)

27 Mai

Hurra, hurra, der Seriencheck ist wieder da. Diesmal beschäftige ich mich mit den neu gestarteten US-Serien der Saison 2006/2007 sowie den persönlichen Tops, Flops, Niveauhaltern und der Warteliste. Wie immer gilt zweierlei:

1) ja, ist alles subjektiv und insofern nicht allein selig machend und

2) nein, ich kann nicht alles gucken. Ich versuch es, aber es geht nicht.

Brothers & Sisters:

Guck an, Ally ist wieder im Fernsehen! Also nicht Ally McBeal, aber immerhin die dazu passende Schauspielerin Calista Flockhart. Ich dachte eigentlich, die würde nur noch Harrison Ford fit halten, damit der endlich mal Indiana Jones Nummer IV zu Potte bringt. So kann man sich irren.

„Brothers & Sisters“ ist ein Drama um eine Firma im Familienbesitz, die finanziell ins Straucheln gerät. Wie schon bei „Six Feet Under“ tritt das Oberhaupt des Clans in der ersten Folge ab und hinterlässt eine Gemeinschaft aus verschiedensten Charakteren, die fortan miteinander auskommen müssen.

Die Pilotfolge hat mich nicht so recht packen können, die zweite Episode überzeugte schon eher und mittlerweile schaue ich es mir wirklich gerne an. Schließt formidabel meine derzeitige Lücke im Bereich Familiendrama.

Dexter:

Dexter ist ein unscheinbarer Typ, der als forensischer Ermittler für das Miami Police Department arbeitet. Mit diesem Satz ist die Normalität in dieser Show allerdings auch schon abgehandelt. Denn Dexters Spezialität bei der Verbrechensaufklärung ist das Lesen des Tathergangs anhand der am Tatort verteilten Blutspuren. Voller Begeisterung fotografiert er mit seiner Kamera die geschwungenen roten Linien auf Tapeten oder Böden und hängt die Bilder an seinem Arbeitsplatz auf.

Woher diese Leidenschaft stammt? Nun, der Held der Show ist tendenziell asexuell, besessen von Blut und hat den Zwang zum Töten fest in den Genen verankert. Was seine Ziehfamilie logischerweise zunächst nicht gerade begeisterte; doch der Pflegevater (seines Zeichens Polizist) fand frühzeitig einen tollen Kompromiss. Der Bub darf schlitzen und schnetzeln, solange er sich dabei an Vergewaltigern, Kindermördern und ähnlich unangenehmen Vertretern des Menschenschlags bedient. Was Dexter auch gerne tut und von jedem Opfer einen Tropfen Blut als Trophäe einsammelt. Nebenbei stellt er einem Killer nach, dessen Vorliebe für einzeln verpackte, schockgefrostete und blutentleerte Einzelteile von Prostituierten er seufzend bewundert.

Kurzum: eine Show für die ganze Familie. Puh. Der Plot ist harter Tobak, die Umsetzung ebenfalls. Alleine in der ersten Folge gibt es mehr abgetrennte Körperteile zu sehen als es einem gut gefüllten Verdauungstrakt lieb sein kann. Andererseits ist das Setting und der Hauptcharakter so anders und der Ansatz der Show so krank, dass man als Zuschauer wissen will, wie es weiter geht. Entweder wird das alles noch abgedrehter oder das Konzept landet in der Schockeffekt-Sackgasse.

Psych:

Man nehme eine jungen, hippen Kerl, der Frauen nachjagt, eine große Klappe hat, in dieser Kombination ständig Schwierigkeiten heraufbeschwört und durch seine Beobachtungsgabe Kriminalfälle löst. Voilà, das ist die Show „Psych“, welche in den USA passenderweise direkt im Anschluss an „Monk“ lief. Habe ich nur eine Folge von gesehen; sicherlich nett und wenn es mal in Deutschland laufen sollte, werde ich öfters reinschauen. Momentan bleibe ich aber Verfechter der reinen Monk-Lehre und insofern lieber beim Original.

Studio 60 On Sunset Strip:

Drama mit Matthew Perry, welches einen Blick hinter die Kulissen einer Show im Stil von „Saturday Night Live“ wirft. Bekam schon vor Ausstrahlung viel positiven Buzz aus der Blogosphäre und hat mich bisher voll und ganz überzeugt. Erstklassige Dialoge, ergiebige Portionen an Drama, geschickt verpackte Gesellschafts- und Fernsehkritik und fein ausgearbeitete Charaktere. Alles in allem so gut, dass ich mir sicher bin, dass es wegen fehlender Akzeptanz beim Publikum bald abgesetzt werden wird. Sollte sich meine pessimistische Einschätzung ausnahmsweise nicht realisieren, wäre ich überglücklich.

30 Rock:

Comedy aus der Feder von Tina Fey („Saturday Night Live“), die einen Blick hinter die Kulissen einer Fernsehshow wirf.. Moment. Das hatten wir doch erst, oder? Ja. Ist wohl ein wenig unglückliches Timing, gleich zwei Shows zu diesem Thema in den Ring zu werfen. „30 Rock“ legt den Schwerpunkt allerdings deutlich mehr auf das Komödiantische und ist anders als „Studio 60 On The Sunset Strip“ auch nur 25 Minuten lang. Nach bisher einer Ausgabe lässt sich noch nicht viel sagen, aber Potenzial hat das Ganze in jedem Fall. Alec Baldwin liefert eine tolle Leistung als schmieriger Studiochef ab, während Jane Krakowski in ihrer Rolle als Star der Fernsehshow in der Fernsehshow noch Luft nach oben hin hat.

Help Me, Help You:

Ted Danson und Jane Kaczmarek mit einer neuen Serie. Als Fan (der frühen Staffeln) von „Becker“ und „Malcolm In The Middle“ wurde ich sofort hellhörig. Nach Begutachtung des Piloten ließ ich die Ohren aber traurig hängen. Selten einen so öden und vor allem schmunzelfreien Start einer Serie gesehen. Hat mich dermaßen geärgert, dass ich frühestens zur zweiten Staffel wieder einschalte – die es aber mit großer Wahrscheinlichkeit und in dem Fall vollkommen zu Recht niemals geben dürfte.

Til Death:

Brad Garrison in einer „Everybody Loves Raymond“-kompatiblen Show um ein lange verheiratetes Ehepaar, welches sich mit dem just nebenan eingezogenen, weiterhin frisch verliebten Ehepaar arrangieren muss. Lockere, harmlos-nette Couple-Comedy im Stil von „King Of Queens“ oder „Still Standing“. Sehe ich gerne, weil das Ganze noch nicht ganz so ausgequetscht ist wie die eben erwähnten Comedies und ich den alten Brummbären Garrison einfach mag.

Twenty Good Years:

„Zwei alte Säcke wollen’s nochmal wissen“. Diesen Titel reiche ich jetzt schon als Vorschlag ein, wenn diese Sendung für den deutschen Markt synchronisiert werden sollte. John Lithgow („Third Rock From The Sun“) und Jeffrey Tambor („Arrested Development“) beschließen, auf ihre alten Tage die ihnen verbleibende Zeit auf Erden spektakulär und in vollen Zügen zu genießen.

Spricht mich schon deshalb an, weil ich Ähnliches vorhabe und nur noch nicht weiß, was ich mit den 25 Jahren bis dahin groß anstellen soll. In meiner persönlichen Hitliste der Senioren-Comedies schon jetzt meilenweit vor „Golden Girls“ (konnte ich überhaupt gar nicht leiden) und dieser unsäglichen SAT1-Show, deren Name sich mir glücklicherweise nie eingeprägt hat. Okay, zugegeben, dieses Ranking hat wirklich beschränkte Aussagekraft; aber ich mag die beiden alten Zausel, weshalb ich weiterhin dranbleibe.

The Class:

Klassentreffen! Mein persönlicher Albtraum ist ja, zum Besuch einer solchen Veranstaltung gezwungen zu werden. Ich sage immer: wen ich nach Ende der Schulzeit noch sehen will, mit dem halte ich irgendwie Kontakt. Der Rest darf sich bei mir melden, wenn er viel Geld zu verschenken hat. Sehr viel Geld.

„The Class“ erzählt von einem Klassentreffen und seinen Folgen für dessen Teilnehmer. Mein Problem mit der Show: zu viele Charaktere, einige davon ziemlich uninteressant, die Qualität zu sehr zwischen ganz nett und wirklich nicht sonderlich lustig schwankend. Wenn da keine Kontinuität reinkommt, melde ich mich frühzeitig ab.

Und zum Schluss:

Tops

The Office

Spätestens mit der Folge, in der Jim kläglich beim Firmennetzwerkspielen von Call Of Duty versagt, ist die Show in meinem Fernseh-Olymp angekommen.

My Name Is Earl

Weiterhin voll auf meiner Wellenlinie; irgendwann schaffe ich es auch, jeden Wortschwall von Jaime Pressly auf Anhieb zu verstehen.

Lost

Ein nicht ganz so fulminanter Start wie zu Beginn der zweiten Staffel, aber die zweite Folge fand bereits mein uneingeschränktes Wohlwollen.

Desperate Housewives

Kann man wenig falsch machen; Staffel 3 scheint mir auf der Mystery- und Intrigen-Seite aber vielversprechender als ihr Vorgänger.

Gilmore Girls

Ja, ich mag immer noch Frauen mit Humor und schräge Dialoge. Luke, Kirk und Jackson sowieso. Der Beginn von Staffel 7 gefällt mir derzeit um einiges besser als das, was ich mir dienstags auf VOX in Deutsch ansehe.

Battlestar Galactica

Düsterer, aber verdammt spannender und daher insgesamt gelungener Einstieg in die dritte Staffel. Es fehlt halt noch ein bisschen das Weltall-Feeling.

How I Met Your Mother

Weiterhin die beste Austauschdroge für „Friends“-Abhängige. Mit Cobie Smulders fürs Auge und Neil Patrick Harris für die Gags.

Two And A Half Men

Hosianna! Endlich haben sie das brünette Dummchen aus der Show geschrieben. Vereinzelte Gastauftritte kann ich schlimmstenfalls verschmerzen. Ansonsten nähert es sich wieder gutem Niveau.

Flops

Family Guy

Was geht denn hier ab? Die Griffin-Family wird immer platter, unlustiger, peinlicher, nervender. Wo sind die frischen, zündenden Gags der früheren Staffeln hin? Hat Seth MacFarlane keine Lust mehr?

American Dad

Siehe Family Guy. Selbe Symptome, selbe Frage.

Dog Bites Man

Zu durchsichtiger Versuch, „The Office“ in die Journalistenwelt zu übertragen und den Fremdschämfaktor auf die zehnte Potenz zu hieven.

Neutrals

The New Adventures Of Old Christine

The War At Home

The Simpsons

Everybody Hates Chris

Warteliste

Entourage (immer noch zu wenig gesehen)

Weeds (dito)

House, M.D (muss zuerst mal Staffel 2 abarbeiten, die mit einer spektakulären Entwicklung endet)