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95 (März 2016)

17 Mrz

Jetzt endlich wie angekündigt der kurze Blick auf die Shows, über die in den letzten Monaten hier drinnen nicht groß berichtet worden ist. Was hält sich? Was läuft richtig gut? Was fällt langsam? Was ist gar schon gestrichen? Wertungen lasse ich außen vor, da bei den meisten Serien eh bald die Abschlussnote ansteht. Zum Beginn allerdings noch ein durchweg empfehlenswerter Neustart (eigentlich wollte ich auch noch House of Cards Season 4 unterbringen, aber da bin nicht weiter als die erste Folge gekommen):

11.22.63 (SEASON 1)

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Der Englisch-Lehrer Jake Epping (James Franco) entdeckt nach einem kumpelhaften Hinweis von seinem örtlichen Speiselokalbetreiber ein Zeitportal, welches direkt in das Jahr 1960 führt. Dieser hatte bereits mehrfach versucht, von dort aus die Ermordung von John F. Kennedy zu verhindern. Eine Aufgabe, die er nun an Epping weitergibt. Achtteilige Mini-Serie nach einem Buch von Stephen King, produziert von J.J. Abrams.

Nun bin ich ja nicht der ganz große JFK-Verschwörungsaufdeckungsonkel, aber mit Zeitreisen kriegt man mich fast immer. Wobei „11.22.63“ mehr geschichtliches Drama mit Hintergrundrecherche zum Attentat ist, denn den berüchtigten Schmetterlingseffekt hat man durch einen erzählerischen Kniff mehr oder minder aus der Serie herausgehalten. Daran mag sich manch einer stören, mir persönlich haben die ersten fünf Episoden allerdings so gut gefallen, dass ich mich an diesem Umstand nicht groß aufhänge. Zum einen freut es mich, Franco mal wieder in einer ernsteren Rolle zu sehen als in seinen letzten Kifferkomödien im Dunstkreis von Seth Rogen. Darüber hinaus erzählt „11.22.63“ auf spannende Art und Weise die geschichtlichen Ereignisse um den Todesschützen Lee Harvey Oswald, die 60er-Jahre werden hochwertig und akkurat präsentiert, ein paar witzige Anspielungen eingebaut und unser Held in eine zu Herzen gehende Romanze mit der Bibliothekarin Sadie (Sarah Gadon) geschickt. Insgesamt eine empfehlenswerte Show, durch deren bisherige Folgen ich mich schneller durchgesehen hatte als jene von „Vinyl“ oder „Better Call Saul“.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH FÜNF EPISODEN: 5,30 PUNKTE (gut)

Black-ish (Season 2)

Immer wieder für tolle Episoden gut, vor allem dank den Ehe-Kabbeleien zwischen Dre und Rainbow, der zynischen Ader der kleinen Diane, dem grummeligen Opa und der Black-Jesus-anrufenden Oma. Läuft stabil Richtung „gut“, allerdings hat man sich bei der Folge „Hope“, bei der man Polizeibrutalität gegenüber Schwarzen in einem Comedyrahmen thematisieren wollte, meiner Meinung nach schwer übernommen.

Brooklyn Nine-Nine (Season 3)

Liegt ganz klar auf Kurs im Rennen um die Krone zur besten Comedy des Jahres. Diesmal ohne Ausfälle (letztes Jahr fand ich ja die Episoden mit Eva Longoria ein bisserl spaßlos), mit dem wohl besten Ensemble, in dem wirklich alle Figuren eine Folge tragen können und mit der Auszeichnung einer 6,0-Episode. Was für eine Comedy bei mir schwer zu erreichen ist.

Dr. Ken (Season 1)

Kommt über den Mitläuferstatus leider nicht hinaus. Die Gründe, weshalb ich es dennoch weitergucke? Ich mag Ken Jeong, Dave Foley als schmieriger Krankenhaus-Chef ist ebenfalls gerne für die ein oder andere Peinlichkeit gut, es ist die einzige Serie, die am Wochenende auf meinem Guckplan läuft und sie enttäuscht eigentlich nie, erreicht allerdings auch keine 5er-Bewertungen.

Fresh Off The Boat (Season 2)

Die Show mit dem unstrittig grässlichsten Theme-Song, immerhin ist er wenigstens kurz. Ansonsten kann ich fast auf die Ausführungen obendrüber bei Dr. Ken verweisen. Lieblingsfigur bei weitem: Die resolute Ehegattin Jessica (Constance Wu), deren Disziplin und Mürrischkeit so manche Episode veredelt hat.


Gotham (Season 2)

Da hatte ich ja schon zur ersten Staffelhälfte was geschrieben, weshalb ich mich jetzt auf die ersten beiden Episoden nach der Winterpause beschränken kann. Die Tendenz geht weiter Richtung „gut“, auch wenn es immer wieder Kleinigkeiten wie mäßig spektakuläre Spezialeffekte oder Logikfehler gibt, die es eben doch verhindern, dass „Gotham“ zu den ganz großen Shows aufschließen kann. Mit der Verbrechertruppe um Theo Galavan hat man einen ziemlich hohen Qualitätsmaßstab angelegt, an den es nun heranzukommen gilt. Weiterhin sehr bemerkenswert und für mich einer der Gründe fürs Weitergucken: Robin Lord Taylor in seiner Rolle als „Penguin“.

Grandfathered (Season 1)

Hat es anders als „The Grinder“ geschafft, weiter in meinem persönlichen Programm zu laufen. Vanessa, die Mutter der kleinen goldigen Edie finde ich immer noch komplett unsympathisch, Sohn Gerald ist ebenfalls komödiantisch höchst vernachlässigbar, aber die alte Riege um John Stamos und Paget Brewster reißt es halt immer wieder ins „Okay“.


Lego Star Wars: The Resistance Rises (Season 1)

„Star Wars: Droid Tales“ hat mir schon richtig viel augenzwinkernden Spaß bereitet, nun steht mit „The Resistance“ die VerLEGOisierung des neuesten Sternenkrieg-Filmes an. Bisher lief nur eine Folge und die war in Ordnung, hat also noch Luft nach oben.

Life In Pieces (Season 1)

Dürfte diese Saison den Titel „Beste neue Comedy“ für sich entscheiden, wenn ich jetzt nicht etwas Entscheidendes übersehen habe. Die Wertungskurve verläuft stabil im 5-Punkte-Bereich, die Charaktere sind allesamt sympathisch, die Geschichten konzeptbedingt kurz und knackig. Colin Hanks und Dan Bakkedahl treten meiner Meinung nach in die Fußstapfen von Ty Burrell in seiner Paraderolle als Phil Dunphy.

Modern Family (Season 7)

Wie auch schon die letzten Staffeln mit einigen Durchhängern, aber eben auch besser gelungenen Folgen. Was fehlt, sind die qualitätiven Höhenflüge, zu der die Show in den ersten Seasons in beeindruckender Manier durchgehend ansetzen konnte. Aus meiner Sicht sind gerade die Geschichten, in denen es um die Liebesbeziehung der Dunphy-Töchter geht, am schwächsten. In dem Zusammenhang kann ich mich an keine Episode erinnern, in der Andy mitspielte und die ich richtig gut fand.

The Big Bang Theory (Season 9)

Es ist vorbei. Ich bin befreit. Ich weiß, dass ich nichts mehr verpassen werde.

Bis zur Star Wars 7-Folge blieb ich dran und selbst die konnte nicht meine Gunst finden. Punktemäßig krebste die Staffel erneut unterhalb der 4,0-Marke herum, Gaststars brachten kaum einen Humorschub, der Nerdfaktor ist schon lange untergegangen bzw. wird künstlich aufrechterhalten. Insgesamt keine Verbesserung zur eh schon bräsigen 8. Season und insofern eine schlicht durchschnittliche Couple-Comedy, deren anhaltender Erfolg mir immer rätselhafter erscheint. Sheldon ist noch der einzige Grund, weshalb man reinschauen sollte, aber so gut wie früher wird der auch nicht mehr angesichts der Autoren, die wohl genau wissen, dass sich die Fans mit immer weniger genauso zufrieden geben.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH ELF EPISODEN: 3,86 Punkte (unterdurchschnittlich)

The Goldbergs (Season 3)

Härtester Konkurrent für „Brooklyn Nine-Nine“, was den ersten Platz im Bereich Comedy angeht. Auch in der dritten Staffel funktioniert die Mischung aus 80er-Nostalgie und gut aufgelegtem Cast ohne Ausrutscher. Eigentlich müssten die großen Themen des Jahrzehnts bald alle durch sein, aber die Goldbergs finden halt immer wieder etwas, das sie liebevoll und mit Witz behandeln können. Wenn dann eine Folge wie „Wingmom“ herauskommt, in der Mutter Goldberg ihren von Top Gun inspirierten ältesten Sohn zur Militärübung begleitet, kann ich nur auf viele weitere Ausgaben hoffen.

The Grinder (Season 1)

Die 4,5 ist eine wichtige Zahl in meinen kleinen Wertungsuniversum. Fällt eine Show im Schnit unter diese Marke und hat zudem keine Tradition, aus der man heraus sie weiterhin schaut, wird es eng. So hat es „The Grinder“ erwischt, der in den letzten Wochen eigentlich nur noch glatte Durchschnittsware anbieten konnte. Letztlich war es eben doch nur Rob Lowe, der die Serie zu tragen imstande war. Dessen Figur entpuppte sich im Verlauf jedoch als viel zu eindimensional: Ja, er kann sich von seiner TV-Persönlichkeit nicht trennen, wir haben es verstanden. Jenseits dessen bot die Show schlicht zu wenig und mein Interesse an weiteren „Er ist der Grinder *dramatische Musik*“-Ausführungen fiel gegen Null.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH FÜNFZEHN EPISODEN: 4,41 Punkte (durchschnittlich)


The Last Man On Earth (Season 2)

Überraschung! Die zweite Staffel von „The Last Man On Earth“ ist noch gar nicht zu Ende. Nach knapp dreimonatiger Pause schiebt FOX zwei weitere Folgen nach, im April geht es dann weiter bis tief in den Mai hinein. An meinen Kritikpunkten ändert das freilich wenig, Phil Tandy Miller ging mir in letzter Zeit so schwer auf den Geist, dass ich den Wiederauftakt, der sich nur um Millers Bruder und dessen Bekanntschaft drehte, richtiggehend erfrischend fand. Die aktuell letzte Folge war okay, aber die Show muss wirklich an sich arbeiten, wenn sie wieder den Spaßlevel erreichen will, den sie in der ersten Staffel anbieten konnte.

The Middle (Season 7)

Da gestehe ich, dass ich die Show eher aus Gewohnheit denn aus Begeisterung weiterverfolge. Die Hecks gehören halt mittlerweile zum Serieninventar, die Glanzzeiten liegen schon gute drei bis vier Staffeln zurück, es guckt sich halt fast von selbst weg. Die guten Storys sind eben auserzählt und aufregend Neues fällt den Autoren nicht mehr ein. Trotzdem gibt es immer wieder die Verlängerung. Senderchefs sind wohl auch Gewohnheitstiere.

The Muppets (Season 1)

Ich hatte mir nach der Pause einen frischfrechen Neustart erhofft, schließlich hatte man doch einen neuen Showrunner verpflichtet. Weg mit Bob Kushell („Anger Management“, „3rd Rock from the Sun“), her mit Kristin Newman („Galavant“, „Chuck“, „That 70’s Show“). Wird jetzt mehr gesungen? Wird was aus den Gaststarauftritten gemacht? Sind die unlustigen Viecher wie de Ratten Yolanda und Rizzo oder die Riesengarnele Pepe weg? Nein. Leider ist gar nix besser geworden. Alles weiterhin die dünne Gagsuppe. Sehr sehr schade, aber die Muppets sind in dieser Form für mich absolut belanglos geworden. Die Folge: von mir frühzeitig abgesetzt.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH VIERZEHN EPISODEN: 4,14 Punkte (durchschnittlich)

The Simpsons (Season 27)

Könnte ich mir auch von Jahr zu Jahr mehr sparen. Aber ich hoffe auf die kleinen Überraschungen, wenn die Simpsons sich nochmal am eigenen Schopf aus dem Sumpf des erzählerischen Trotts ziehen. Nochmal richtig frech werden, aktuelle Ereignisse durch den Kakao ziehen, der Gesellschaft den Spiegel vorhalten. Meinem Gefühl nach werden es immer weniger Folgen, die diesem Anspruch auch nur ansatzweise gerecht werden. Stattdessen produziert man eben doch nur die x-te „Lisa will was werden“, „Bart ist verliebt“ und „Homer und Marge haben Ehekrach“-Episode.

The Walking Dead (Season 6)

Wer bis jetzt drangeblieben ist, den erwartet eine positive Überraschung. Denn „The Walking Dead“ ist seit der Rückrunde der sechsten Staffel in beachtenswerter Form. Der Höchstwertung direkt zu Beginn folgten spannende, intensive Episoden, in der nicht so sehr das Zombie-Szenario (aus dem man in 6x01ff. nochmal das Beste herausgeholt hat) im Vordergrund stehen, sondern der Konflikt mit anderen Überlebenden, der existenzielle Fragen aufwirft wie jene, was die Apokalypse aus Rick und seiner Gruppe gemacht hat. Eine mehr als angenehme Überraschung und eine Richtung, die meiner Meinung die Stärken der Serie am besten hervorbringt. Gerne weiter so.


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91 (November 2015)

13 Nov

Zeit für einen neuen Seriencheck! Es hat sich ja doch einiges angesammelt seit dem Beginn der Hauptsaison, die Neuerscheinungen spülen aus allen Ecken und man hat Mühe, den Überblick zu behalten. Alles unterzubringen ist da schlicht unmöglich, von daher beschränke ich mich auf Shows, die mindestens für drei Folgen mein Interesse gewinnen konnten. Dabei fällt so einiges durch den Filter, u.a. immer noch sehr viele Produktionen aus dem amazon- und netflix-Universum. Brandaktuelles Beispiel: „Master of None“, die neue Comedy von Aziz Ansari („Parks & Recreation“) – eine Episode gesehen und hat mein Humorzentrum leider nicht ein einziges Mal gekitzelt.

ASH VS EVIL DEAD (SEASON 1)

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Ash, der Kultheld aus der Kulthorrorfilm-Reihe „The Evil Dead“ ist alt und speckig geworden, aber sein loses Mundwerk funktioniert noch wie in alten Zeiten. Klugheit und immer bedachtes Handeln steht weiterhin nicht auf der Liste der Charaktereigenschaften, weshalb nach einer kleinen Lesung des Necronomicon im privaten Rauschkreis die bösen Toten in Form der Deadites wieder auf der Matte stehen.

Jüngeren Seriengucklingen mag „Ash vs. Evil Dead“ wie eine seltsam trashige Parodie auf „The Walking Dead“ vorkommen. Wer allerdings die zugrundeliegenden Filme kennt und mag, der darf einige Seufzer der Verzückung bereithalten. Denn die alte Crew um Sam Raimi liefert gleich in der Auftaktfolge eine Art „Best of“ der Marke ab: handgemachte und liebevoll übertriebene Splattereffekte, Kettensägen- und Pumpgun-Action, lässig rausgeworfene One-Liner, kindisch lustige Slapstickmomente. Hat meine Erwartungen und Hoffnungen vollumfänglich erfüllt und mir riesigen Spaß bereitet. Bruce Campbell ist halt auch einfach ein liebenswertes altes Schlachtross, dem man immer wieder gerne zusieht. Gerade in der zweiten Folge zeigt der Recke mit dem praktischen Kettensägenanschluss am Arm, dass er die Serie auch abseits der Untotendezimierung unterhaltsam tragen und gestalten kann. So sieht es wohl auch der verantwortliche Sender STARZ, der eine zweite Staffel bereits vor Ausstrahlung des Piloten in Auftrag gegeben hat. Groovy.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH ZWEI EPISODEN: 5,30 Punkte (gut)
TENDENZ: 5,0 – 5,5 Punkte (gut – sehr gut)

DR. KEN (SEASON 1)

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Neue Comedyserie bei NBC, in der Ken Jeong („Community“, „The Hangover“) einen asiatisch-stämmigen Arzt spielt. Ein echter Besetzungscoup, denn Jeong ist US-Amerikaner mit südkoreanischen Wurzeln und obendrauf ausgebildeter Mediziner. Internist, um genau zu sein. Die Internisten in meiner Krankheitskarriere waren bisher alle… nun ja, irgendwie anders.

Mein erster Gedanke: „Das müsste eigentlich eher auf TV LAND laufen“. Dem Sendeplatz für die eher altbackenen, ein wenig biederen Serien. Dr. Ken ist mehr als deutlich auf den hibbeligen kleinen Asiaten ausgerichtet, die Familienmitglieder bzw. Arbeitskollegen sind mehr oder weniger Stichwortgeber. Humormäßig ist das Ganze zwischen nett und bemüht einzuordnen. Kann man gucken, man verpasst aber nichts, wenn man es bleiben lässt. Sollte die Show über zwei Staffeln kommen, würde es mich allerdings ernsthaft wundern.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH SECHS EPISODEN: 4,17 Punkte (durchschnittlich)
TENDENZ: 4,0 – 4,5 Punkte (durchschnittlich – befriedigend)

HEROES REBORN (SEASON 1)

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Tim Kring nimmt mit „Heroes Reborn“ einen weiteren Anlauf, seine Erzählung um die ganz normalen Menschen mit übermenschlichen Kräften, die als einzige imstande sind, die Welt zu retten, ins Fernsehen zu hieven. Wir erinnern uns: Die erste Staffel aus dem Jahre 2006 überraschte und begeisterte nicht nur mich als Inhaber dieser kleinen Review-Klitsche, sondern wurde ein internationaler Erfolg. An den jedoch keine der weiteren Seasons je wieder herankommen sollte. Im Gegenteil: die zweite und dritte Ausgabe der Heldensaga drückte das gesamte Franchise dermaßen gründlich in die Tonne, dass auch die vierte Staffel trotz ordentlicher Qualität nichts mehr retten konnte.

Nun also der Reboot mit Reborn. Die Evos genannten Supermenschen werden nach einem Terroranschlag bei einem Gipfeltreffen mit Vertretern der Fraktionen bei Primatech gnadenlos verfolgt. Noah Bennet (Jack Coleman), der Mann mit der unerschütterlichen Brille, versucht, die Hintergründe der Untat aufzudecken und gibt zugleich das prominente Bindeglied der alten Truppe zu den neuen Heroes.

Freunde, es ist vorbei. Menschen mit Superkräften lauern einem mittlerweile ja in jedem zweiten Kinofilm auf, mein Bedarf ist da dauerhaft gedeckt. Die nostalgische Verklärung ließ mich ein paar Episoden reinschauen, aber das Ergebnis ist ernüchternd. Von den neuen Protagonisten kommt niemand an Hiro, Matt oder Sylar heran. Der von mir geschätzte Zachary Levi („Chuck“) wirkt völlig deplatziert als fies dreinguckender Bösewicht und Jäger mit aufkommenden Gewissensbissen. El Vengador, der Latino mit der Wrestling-Maske, reizt mich eher zum mitleidigen Lachen denn zum Bewundern. Und das Japano-Rollenspiel-Pärchen quält sich ohne ansatzweise der ausgestrahlten Putzigkeit von Hiro und Ando durch die schlechtesten CGI-Videospielsequenzen von 2005. Ganz davon abgesehen wünscht man generell den Special Effects-Rechnern ein Update auf das aktuelle Jahr. Nach vier Episoden stand für mich fest: Werdet mal schön ohne mich wiedergeboren.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH VIER EPISODEN: 4,13 Punkte (durchschnittlich)
TENDENZ: Sichtung abgebrochen

GRANDFATHERED (SEASON 1)

Grandfathered

Der ewig jugendlich wirkende Jimmy (John Stamos, „Full House“) ist erfolgreich, besitzt ein Edelrestaurant, fährt einen Sportwagen, mit den Frauen läuft’s, ernsthafte Beziehungen gibt es keine, alles paletti mit Spaghetti, bis…. ER PLÖTZLICH ERFÄHRT, DASS ER GROSSVATER IST. Weil eine seiner Liebschaften ihm die Schwangerschaft verheimlichte und die Frucht seiner Lenden nun wiederum selbst fortpflanzungsmäßig unterwegs war, ohne jedoch so recht das Herz der frischgebackenen Mama erobert zu haben. Tja, jetzt musst du dich entscheiden, lieber Jimmy: Was ist schöner? Das Familienleben als Opa, der seinem Sohnemann hilft, oder doch zügellos und ohne Verantwortung durchs Leben?

Ein auf John Stamos als Sunnyboy straff angepasstes Comedyvehikel, das im Piloten schon so ein bisschen die ganzen guten Gags des Storygerüsts verballert und bei dem ich befürchte, dass ihm langsam, aber stetig die Luft ausgehen wird. Denn natürlich fremdelt unser Held zunächst mit der neuen Familie und den Änderungen in seinem Tagesablauf, aber die unleugbare Goldigkeit der Enkelin lässt schließlich alle Widerstände dahinschmelzen. Noch eine Serie, bei der ich nicht glaube, dass sie in 10 Jahren ehrfurchtsvoll Wiederholungen auf den Fernsehkanälen dieser Welt sprießen lassen wird. Neben Stamos kämpft Paget Brewster („Community“) als Großmutter um Aufmerksamkeit, Jimmys Angestellte seines Restaurants versuchen ein paar Gagbrocken reinzuwerfen und die angebetete Mutter der Enkelin ist mir bis jetzt komplett nervig unsympathisch. Trotzdem guckt’s man weg, weil es nicht wehtut, aber auch nicht hängenbleibt.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH FÜNF EPISODEN: 4,60 Punkte (befriedigend)
TENDENZ: 4,0 – 4,5 Punkte (durchschnittlich – befriedigend)

LIFE IN PIECES (SEASON 1) 

Life-in-Pieces

Geschichten über vier Familien als Teil einer Großfamilie, alles vertreten von den Senioren über die frischgebackenen Eltern, die Langzeitverheirateten und die gerade erst Zusammengekommenen bis hin zu den Enkelkindern. Liest sich ein wenig wie „Modern Family“, hat aber einen zusätzlichen Kniff: Jede Folge besteht aus vier Segmenten, in denen ein Teil der Familien im Mittelpunkt steht. Vier Segmente, das ergibt gerade mal Mini-Episoden in einer Länge von grob 5 Minuten. Ich war mir da doch recht unsicher, ob das funktioniert.

Aber… die Show hat mich überzeugt. Keine Ahnung, weshalb auf IMDB nur eine spärliche Wertung von 6,9 zusammenkommt, denn „Life In Pieces“ ist für mich die beste neue Comedyserie dieser Saison und punktet durch einen sehr gut aufgelegten Cast, bei dem Serienfans einige Gesichter wiedererkennen. Wie etwa Colin Hanks („Fargo“), Betsy Brandt („Breaking Bad“), Dan Bakkedahl („Legit“), James Brolin („Hotel“) oder Zoe Lister-Jones („Whitney“). Gesondert erwähnenswert in einer Nebenrolle: Jordan Peele („Key & Peele“) als schräger Ex-Freund, der einfach nicht loslassen will. Storymäßig geht es um die üblichen Familienprobleme wie Erziehung, Beziehungen oder Mann-Frau-Unterschiedlichkeiten. Nichts Revolutionäres also, aber gekonnt auf den Punkt gebracht oder auf die Spitze getrieben.

Wenn Männer an Bäumen scheitern, der Familienvater die Halloween-Pyjamaparty seiner minderjährigen Tochter mit „Alien“ aufpeppen möchte oder die jungen Eltern überall Keime sehen oder schlaftrunken Einkäufe erledigen, dann trifft das in dieser dargereichten Form ziemlich genau meinen Humor. Entsprechend konnte die Episode „Sleepy/Email/Brunch/Tree“ bei mir die ersten 6 Punkte herauslocken. Für mich die Comedy-Empfehlung der letzten Monate und ich hoffe, dass sie als im Anschluss an „The Big Bang Theory“ laufende Show weiterhin Zuschauer mitnehmen kann. Hätte die immer belangloser werdende Beziehungscomedy um die seltsamen Physiker wenigstens noch etwas Gutes zustandegebracht.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH FÜNF EPISODEN: 5,32 Punkte (gut)
TENDENZ: 5,0 – 5,5 Punkte (gut – sehr gut)

THE GRINDER (SEASON 1)

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Dean Sanderson (Rob Lowe, „Parks And Recreation“) spielte jahrelang in einer TV-Serie den Anwalt Mitch „The Grinder“ Grinder, der nie einen Prozess verlor, einen Klienten enttäuschte oder ein Frauenherz ungebrochen zurückließ. Nach dem Ende seiner Show zieht er zu seinem jüngeren und als echter Rechtsberater arbeitenden Bruder Stewart (Fred Savage, „The Wonder Years“), um uneingeladen in die Familienkanzlei einzusteigen. Natürlich ohne echte Ahnung vom harten Beruf als Paragraphenschieber zu haben.

Wurde nach vor seiner Ausstrahlung wegen des charmanten Spiels von Rob Lowe hoch gelobt und natürlich füllt der einfach nicht altern wollende Akteur seine Rolle als dezent schmieriger, zum Overacting neigender, von sich selbst überschätzter Fernsehdarling perfekt aus. Fred Savage wiederzusehen ist sowieso eine Freude, die beiden Schauspieler bilden zusammen ein sehr gutes, von Gegensätzen gezeichnetes Pärchen auf dem Bildschirm. Zusätzlich dürften Freunde von Anwalts-Shows wie „L.A. Law“ einiges an parodiewürdigen Szenen vorfinden. Für mich ein ordentlich stabiles Fundament zum Weitergucken. Ob das alles ausreicht, um dauerhaft die Zuschauer vor den Fernsehern zu halten, wird sich zeigen müssen. Bei mir findet sich die Show derzeit innerhalb meines Wertungsspektrums im hohen 4er Punktebereich wieder und hält noch ihr Niveau, weshalb ich sie qualitätsmäßig und vom Potenzial her vor „Grandfathered“ einordne.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH VIER EPISODEN: 4,75 Punkte (befriedigend)
TENDENZ: 4,5 – 5,0 PUNKTE (befriedigend – gut)

THE MUPPETS (SEASON 1)

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Nach den Filmen nun eine neue TV-Show mit Kermit, Miss Piggy, Fozzy, Gonzo, Waldorf, Statler … alle wieder da! Hurra!
Allerdings: Das Projekt ist keine Neuauflage der beliebten Muppet-Show, sondern eine Mockumentary im Stil von „The Office“ (wo man sich praktischerweise gleich die Schriftart ausgeliehen hat), nur eben mit den Puppen, die nun unter der Leitung von Kermit für die Talkshow von Miss Piggy knechten und schuften. Gaststarauftritte gibt es dennoch, sowie ein paar neue Figuren im Muppetuniversum wie Kermits neue Freundin Denise, einen IT-Techniker oder diverse Ratten. Was fehlt: die bekannten Sketche wie Schweine im Weltall, die Smörebröd-Koch-Show, das Labor mit Dr. Bunsenbrenner und Beaker. Keine Sorge, die entsprechenden Charaktere sind alle an Bord, treten aber eben nur hinter der Bühne in ihrem Arbeitsalltag auf.

Ich mochte den Piloten, weil es einfach schön war, die Figuren in ihrem angestammten Fernseh-Habitat wiederzusehen. Schon ab der zweiten Folge hing bei mir jedoch dieser lästige Gedanke im Kopf fest, dass ich lieber nochmal die original Muppet Show, also das knuffige Varietéprogramm mit den Sketchen, den Musiknummern und den menschlichen Stars gesehen hätte. Mit jeder weiteren Episode wird deutlich, dass der aufgesetzte Doku-Stil zu wenig aus dem Potenzial der Show macht. Rascher als einem lieb ist, verliert man sich in eher harmlosen bis gar nicht recht zünden wollenden Geschichten und Gags. Die „neueren“ Muppets können bei mir nicht punkten und leider sind auch Stars wie Christina Applegate, Reese Witherspoon oder Nick Offerman größtenteils ziemlich verschenkt.

ABC hat bereits einen neuen Showrunner installiert und will „The Muppets“ nach der Midseason-Pause in eine andere Richtung schicken. Hoffen wir das Beste, denn derzeit rangiert die Serie bei mir unter der Kategorie „Hohe Erwartungen enttäuscht“.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH SIEBEN EPISODEN: 4,50 Punkte (befriedigend -)
TENDENZ: 4,0 – 4,5 Punkte (durchschnittlich – befriedigend)

FARGO (SEASON 2)

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Prequel zu einer der hervorragendsten TV-Serien des letzten Jahres. Wir schreiben das Jahr 1979: Molly Solverson, unsere Ermittlerin der Herzen in der ersten Staffel, steckt noch in den Kinderschuhen, als ihr Vater und mit ihm die Polizei des verschlafenen Nestes Luverne in Minnesota einem epochalen Mordfall nachgehen. Mit dabei: ein harmloser, tüchtiger Metzger (Jesse Plemons, „Breaking Bad“), seine immer schick verträumte Frau (Kirsten Dunst), eine örtliche Verbrecherbande mit deutschen Wurzeln, ein Mobsyndikat aus Kansas mit höchst seltsamen Gestalten in seinen Reihen sowie ein UFO.

Großes Fernsehen, schlicht und ergreifend großes Fernsehen. Weil diesmal von Beginn an viel Zeit auf die Auseinandersetzung der beiden sich bekämpfenden Kriminellenvereinigungen geht, wirkt die Show deutlich mehr tarantinoesk als ihr Vorgänger. Wunderbare Darsteller, vor Spannung kribbelnde Dialoge, immer wieder pointiert aufblitzender Humor, mitreißende Action, herrlich schräge Charaktere, klasse in Szene gesetztes Drama und kontinuierlich gehaltenes hohes Niveau. Fünf Episoden gesehen, allesamt mit „sehr gut“ bewertet. Fast schon schade, dass es wieder nur 10 Folgen geben wird.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH FÜNF EPISODEN: 5,75 PUNKTE (sehr gut)
TENDENZ: 5,5 – 6,0 Punkte (sehr gut – überragend)

THE LEFTOVERS (SEASON 2)

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Ruft eine Ärztin, (die – lustiges Randdetail – früher mal Penny in der Serie „LOST“ gespielt hat), bei Seriencharakter Nora Durst an. „Ja hallo, ich bin Ärztin eines angesehenen Instituts und wollte Sie mal informieren, dass wir hier mittlerweile so rein wissenschaftlich davon ausgehen, dass sie vom Erzdämonen Azrael besessen sein könnten.“. Ihr Mann beichtet ihr daraufhin, dass er ständig eine tote Sektenanführerin im weißen Kittel um sich sieht, die ihm ungewünscht Ratschläge und sarkastische Sprüche um die Ohren haut. Währenddessen hat ihr Bruder, ein glaubensstarker Mann der Bibel, sich freiwillig nackt an den örtlichen Dorfpranger stellen lassen.
Alltag in der Welt von „The Leftovers“. 

Ich habe auch in der zweiten Staffel eine echte Schwäche für diese wirklich seltsame, aber auf dem Klavier der Zuschaueremotionen famos herumklimpernden Show. Und ebenso ein bisschen für Carrie Coon, wie ich gestehen muss. Der große Storybogen um die plötzlich verschwundenen Menschen wird diesmal um die Kleinstadt Jarden in Texas erweitert. Der einzige Ort, der von dem Massenexitus von 140 Millionen der Weltbevölkerung vor drei Jahren schlichtweg komplett verschont wurde. Hier hat sich ein eigener Kosmos gebildet, der durch den Einzug der Garveys in noch chaotischere, mysteriösere Fahrtwasser gelangt. Als Zuschauer sitzt man wie gewohnt schwer angerätselt da, schüttelt den Kopf, lässt ein anerkennendes „Was für ein krasser Scheiß wieder“ entfahren und bleibt begeistert dran. Bis wieder dieses eine todtraurige, musikalische Thema von Max Richter angespielt wird und das große Mitleiden in Form eines still geseufzten „Och nö“ auf dem Plan steht. Scheltet mich als LOST-Unbelehrbarer, aber ich finde es weiterhin toll.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH SECHS EPISODEN: 5,66 Punkte (sehr gut)
TENDENZ: 5,5 – 6,0 Punkte (sehr gut – überragend)