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121 (Juni 2019)

25 Jun

Gluthitze. Eine Katastrophe. Grenzwerte werden gesprengt. Aber es gibt auch was zu lachen. Willkommen zum Seriencheck im Hochsommer.

CHERNOBYL

HBO_Chernobyl

Fangen wir mal nicht mit der Katastrophe an, sondern dem Höhepunkt.
Also Chernobyl.
Liest sich komisch, trifft aber den Kern.

Okay, nochmal von vorne…

Die Miniserie „Chernobyl“ befasst sich mit dem nuklearen Super-GAU, der 1986 im Kernkraftwerk desselben Namens in der Ukraine stattfand. In fünf Episoden werden wir zu Beginn Zeuge des Unfalls, erleben dessen Folgen für die Arbeiter, die Zivilbevölkerung in der nahegelegenen Stadt Pripyat und die Politik sowie die spätere Aufarbeitung der Geschehnisse. Zentrale Figuren sind dabei der Wissenschaftler Valery Legasow (Jared Harris, Mad Men, The Terror) und der Leiter der Regierungskommission zur Aufklärung, Boris Shcherbina (Stellan Skarsgard, Good Will Hunting), die von Moskau als Krisenmanager an die Unglücksstelle geschickt werden.

Meine Erinnerung an die Geschehnisse damals erschöpft sich in folgender Geschichte: Unser Physiklehrer, ein manchmal etwas verwirrter älterer Herr, dessen Experimente gerne mal an nicht eingeschaltetem Strom zu scheitern drohten und der zu Beginn einen aus unserer Mitte peinlichst abfragte und peinigte, kam kreideweiß in den Unterricht. Er erzählte etwas von größtem anzunehmendem Unfall, schüttelte immer wieder den Kopf und wirkte aufgelöst. Ich nahm in meinem jugendlichen Leichtsinn folgendes aus der Stunde mit: „Geil, der alte Zausel hat heute keinen abgehört!“

33 Jahre und knapp fünf Stunden mit der Serie später weiß ich: Es war das Grauen. „Chernobyl“ ist unangenehm, nimmt einen als Zuschauer mit, lässt einen zittern, verschreckt, klärt auf, stimmt nachdenklich und wütend angesichts der Vertuschung und Lügen. Man leidet mit wahren Helden, die nie Anerkennung gefunden haben und verflucht die Verantwortlichen aus Politik und Reaktorleitung. Dabei leistet sich die Show ein paar kreative Freiheiten (weshalb die Russen bereits eine eigene Serie zu dem Thema angekündigt haben), ist also keine reine Dokumentation. Doch gibt es mehr als reichlich belegte Geschehnisse, wie man dem empfehlenswerten Podcast entnehmen kann.

Das Fazit: Wer damit umgehen kann, erlebt eine der nachdrücklichsten Seherfahrungen der letzten Jahre. Nicht umsonst steht „Chernobyl“ aktuell bei IMDB mit 9,6 Punkten ganz oben auf der Liste der TV-Serien. Und ich habe ein neues Geräusch, das mich noch zuverlässiger zusammenzucken lässt als der Bewegungssensor in „Aliens“. Ein absoluter Pflichtkauf, wenn HBO hoffentlich die Blu-ray-Box auf den Markt bringt. Aber ich kann nicht sagen, wann ich wieder bereit bin, mir sie dann auch anzusehen.

GESAMTWERTUNG: 6,20 PUNKTE (überragend)

GAME OF THRONES (SEASON 8)

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Okay, ab hier ist dann Katastrophenzone. Ich werde versuchen, nicht zu spoilern, aber es dürfte selbst meinem treuen Leser bullion nicht entgangen sein, dass es .. nun ja… geteilte Meinungen zur achten Staffel gibt.

Dabei hatte ich die Awards „Schlimmst schmerzende Diskrepanz zwischen Optik und Story“ und „Verschenktestes Potenzial“ im letzten Seriencheck eigentlich schon an die zweite Staffel von „Star Trek: Discovery“ vergeben. Kommando zurück, Captain!

Denn „Game of Thrones“ hat einerseits überragend beeindruckende Bilder und Settings zu bieten, für die man der Crew vom Regisseur, den Effektkünstlern über die Kameraleute bis hin zum Komparsen bitteschön alle Preise dieser Welt nachschmeißen möge; andererseits treffen Benioff und Weiss in Sachen Story und Charakterentwicklung Entscheidungen, die bei mir das schlimmstmögliche Befinden in Bezug auf eine Serie auslösten: Mir waren nach spätestens der fünften Folge fast alle Figuren komplett egal.

Die Serie hätte definitiv mehr Zeit und Feinschliff benötigt, um sie zu einem ihrem Stellenwert entsprechenden Ende zu bringen. Die erste Episode versprühte eigentlich nur „Hurra, wir sind wieder da. Schön, dass wir uns mal treffen“- Wiedersehensfreude (was ich damals noch absolut okay fand und tatsächlich mit der höchsten Wertung der gesamten Staffel versah). Schon die zweite Folge beschlich mich dieses unangenehme „Mmh, die kommen nicht aus dem Quark, wir haben doch keine Zeit!!!“-Gefühl. Weshalb ich Übles schwanend meinen „They’re about to fuck it up. Send help, George RR.“-Tweet absetzte. Und mich wunderte, dass alle noch so begeistert waren.

Danach ging es ab. Die Optik aufgedreht bis zum Anschlag, das Storygerüst aus wackelnden, unbefestigten Spanplatten zusammengeklatscht.Wird schon halten, wenn keiner darauf achtet. Keine Zeit für Nachvollziehbarkeit, Logik ist das, was das Drehbuch vorgibt. In jeder Episode wurde mindestens ein Komplettaussetzer kredenzt, bei dem man als Fan die Hände vors Gesicht schlagen musste. So lief es bis zum Finale, das ich in einer Mischung aus „Naja, von mir aus“ und „Gut, dass es vorbei ist“ aufnahm.

Dabei bin ich gar nicht mal verärgert, WIE diese einst großartige Serie zu einem Abschluss geführt wurde. Sondern über den WEG dorthin. Ich könnte mit dem letzten Endes eingeschlagenen Erzählpfad durchaus meinen Frieden finden, hätte man sich wenigstens ein bisschen Mühe gegeben, ihn für den Zuschauer einigermaßen nachvollziehbar und verständlich zu gestalten, statt ihn einfach so – teils entgegen der bisherigen Charakterzeichnungen – hinzuschludern. Da hätten meiner Meinung nach schon ein paar Episoden mehr sehr viel helfen können.

So überwiegt bei mir die Enttäuschung. Gepaart mit der leider wohl unrealistischen Hoffnung, dass es in fünf bis zehn Jahren vielleicht ein Remake dieser Season geben wird. Oder zumindest eine Extended Edition auf Blu-ray mit zusätzlichen Szenen in der Gesamtlaufzeit von zwei bis drei Folgen. Bis dahin kann ich der achten Staffel nicht mal guten Gewissens ein „befriedigend“ geben.

GESAMTWERTUNG: 4,33 PUNKTE (durchschnittlich)

BARRY (SEASON 2)

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Durchaus düster geht es in der zweiten Staffel um den theaterbegeisterten Killer „Barry“ zu. Wie gut, dass mein absoluter Nebendarstellerliebling, der tschetschenische Mafiosi NoHoHank (mindestens Emmy- und Golden Globe-Nominierung für Anthony Carrigan, bitte sehr) trotz eigener Probleme mit gewohnt gut vorgespielter Laune für Entspannung sorgt.

Die Serie schafft es, filigran zwischen Drama und Comedy zu balancieren, sodass man als Zuschauer quasi das Beste aus beiden Welten dargeboten bekommt. Mit dem Kniff in der passend betitelten Episode „What?!“ und dem herrlichen over-the-top Kampfaction-Spektakel in „ronny/lilly“ (Prädikatwertung von mir) alleine hat sich Show locker wieder den Sprung in den „Sehr gut“-Wertungsbereich verdient. Im Finale ging es mir allerdings ein wenig zu sprunghaft zu, dafür braut sich für die bereits bestellte dritte Staffel wieder einiges zusammen.

GESAMTWERTUNG: 5,68 PUNKTE (sehr gut)
VEEP (SEASON 7)

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Ab sofort fehlt mir die Quelle für zünftige, englische Beleidigungen. Denn „Veep“ ist vorbei. Sieben Staffeln hat man auf höchstem Niveau sprachlich derb geholzt, das Politikgeschäft seiner verdienten Lächerlichkeit preisgegeben und mich wunderbar unterhalten. Selina und Gary werden mir schmerzlich fehlen, Jonah Ryan mit seiner unendlichen Dummheit, für die man ihn lachend schlagen möchte, ebenso.

Auch die letzte Season liefert hochwertig ab, sodass ich jedem Freund der Vizepräsidentin amtlich das offizielle Okay zum Kauf der Gesamtstaffelbox geben kann. Herausheben möchte ich vor allem das Finale, das wirklich nochmal alle Register dieser wunderbaren Comedy-Serie zieht und nicht nur nach Ansicht von Darstellerin Julia Louis-Dreyfus zum Besten zählt, was die Show auf den Bildschirm gebracht hat. Und wenn es ganz zum Schluss so emotional wird, dass ich standhaft ein Tränchen wegdrücken musste, hat „Veep“ einfach von Anfang bis Ende alles richtig gemacht.

GESAMTWERTUNG: 5,73 PUNKTE (sehr gut)

WHAT WE DO IN THE SHADOWS (SEASON 1)

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Wer dem dazugehörigen Film etwas abgewinnen konnte (und da hebe ich voller Überzeugung die Hand), wird auch von der Serie nicht enttäuscht werden. Obwohl mir der Original-Cast durchaus fehlt, bieten die Vampire um Nandor, den Unerbittlichen, genügend Potenzial, um eigenständig zu unterhalten. Durch Charaktere wie Guillermo, den „familiar“ (sprich: Vampiraspiranten und Sklaven) der Sippe und den Energievampir Colin wird der Erzählrahmen sinnvoll ergänzt, zudem setzen Gastauftritte von Doug Jones (Star Trek: Discovery) und eines gelungen zusammengestellten Tribunals in „The Trial“ für prächtige Highlights. Demgegenüber fallen ein paar Folgen dezent ab, für ein „gut“ reicht es aber allemal.

GESAMTWERTUNG: 5,15 PUNKTE (gut)

THE SIMPSONS (SEASON 30)

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(Vorerst) Zum Schluss die übliche Chronistenpflicht mit den Simpsons-Episoden, die 5 Punkte erhalten haben  – höher im Wertungsranking ging es auch zum 30. Saisongeburtstag nicht:

S30E04 Treehouse of Horror XXIX

S30E05 Baby, You Can’t Drive My Car

S30E10 Tis the 30th Season

S30E14 The Clown Stays In The Picture

S30E15 101 Mitigations

S30E21 D’oh Canada

 

GESAMTWERTUNG: 4,39 PUNKTE (durchschnittlich)

120 (April 2019)

17 Apr

Jetzt, da ich diese Zeilen schreibe, ist gerade der Auftakt zur letzten Staffel von „Game Of Thrones“ gelaufen. Ich werde nichts spoilern, aber es wird enttäuschte Fans geben. Vor allem jene, die dachten, dass in der ersten Episode die Geschichte auserzählt, der ganze Thron-Bums endlich geregelt sein wird und die restlichen Folgen aus Saufgelagen und
Orgien bestehen. So geht es dann doch nicht dahin.

Hier nun die Shows, die bereits weiter und auserzählt sind. Zumindest für die jeweilige Season.

AFTER LIFE (SEASON 1) 

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Tony (Ricky Gervais, „The Office“) hat seine geliebte Frau an den Krebs verloren. Davon tief getroffen möchte er nicht mehr weiterleben und lässt das seine Umgebung auch ausdauernd und deutlich wissen. Sein einziger Lebensfaden hängt an Brandy, der gemeinsamen Hündin, um die er sich nun alleine kümmern muss. Ach ja, und er sagt von nun an allen seine meist wenig erbauliche Meinung über Gott und die Welt.

Puh. Schwere Kost, die Gervais über 6 Episoden serviert. Tod eines geliebten Menschen, schwere Depression, Lebensmüdigkeit, innere Aufgabe und dazu noch der geistige Abbau im Alter – letzteres illustriert an Tonys Vater (David Bradley, „Game Of Thrones“) – sind nicht gerade Themen, mit denen man mich abholt, wenn ich abends entspannt eine Comedy schauen will. Entsprechend schwer tat ich mich mit den ersten Folgen, in denen nur die skurrilen Geschichten an Tonys Arbeitsplatz in einer lokalen Zeitungsredaktion und die generelle Goldigkeit der Schäferhündin dem Zuschauer etwas Halt in dieser grauen, trüben Welt des Protagonisten bieten.

Aber es wird. Mit der Zeit. Es wird besser. Was auch ein wenig das übergreifende Thema der Show darstellt. Der Zuschauer erhält fürs Dranbleiben gewohnt humorige Momente des britischen Sarkasmusexperten, seine Figur findet langsam aus seinem gebrochenen Wesen heraus und am Ende bleibt ein wohliges Gefühl um die gute alte Blutpumpe herum. Mit der Wertung hadere ich ein bisschen, weil ich diese Steigerung infolge der wenigen Episoden nur unzureichend abbilden kann. In jedem Fall eine empfehlenswerte Show, in die man sich allerdings erst hineinfinden muss. Eine zweite Staffel ist bereits in trockenen Tüchern. Gut so.

GESAMTWERTUNG: 5,10 Punkte (gut)

FAM (SEASON 1)

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Familie ist wichtig. Predigen alle Filme und Serien, die etwas auf sich halten. Schwierig wird’s, wenn die Familie schwierig ist. So wie bei Clem (Nina Dobrev, „The Vampire Diaries“), die demnächst heiraten will und ihrem demnächst Angetrauten und dessen Verwandtschaft ihre komplizierte Beziehung zu Vater Freddy (Gary Cole, „Veep“) beibringen muss. Der wiederum ist nämlich ein notorisch beziehungsinkompatibler Einzelgänger, der eher moralisch locker daherschwingt und sich wenig um Clem und ihre Schwester gekümmert hat.

Letzten Endes zu wenig Gary Cole, so mein Urteil. Die ersten Episoden gefielen mir ganz gut, ohne Gary wird es aber ab Folge 8 von 13 und mit wenig überzeugenden neuen Nebenfiguren eher fad. Landet somit nur knapp noch im „befriedigend“ und damit in der berüchtigten „Muss man nicht sehen“-Zone.

GESAMTWERTUNG: 4,53 PUNKTE (befriedigend)

LOVE DEATH + ROBOTS (SEASON 1)

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Satte 18 Animations-Kurzfilme mit einer Laufzeit zwischen 6 und 17 Minuten. Von Tim Miller, dem Typen, der „Deadpool“ in die Kinos gebracht hat. Produziert von David Fincher. Thema wie oben beschrieben. Eindeutig eher an erwachsene Zuschauer gerichtet. In der Bandbreite von fast photorealistischen Stil über künstlerisch hochwertig bis abgedreht eigensinnig. Storymäßig dürfte wirklich für jeden etwas dabei sein, vom Actionheuler über Weltalldrama hin zu hinreißend komischen Robotern als Touristen auf der apokalyptischen Erde, alternativer Geschichtsschreibung und ganz wichtig: Joghurt, der die Welt übernimmt.

Es mag Leute geben, die schon viele überragende Animationsfilme für Erwachsene gesehen und daher nicht beeindruckt von „Love, Death + Robots“ sind. Ich gehöre nicht dazu. Hat mir durch die Bank gut gefallen, lediglich bei zwei Episoden reichte es nur für ein „Befriedigend“(mit Plus), aber das ist absolute Geschmackssache. Hervorheben möchte ich „Three Robots“ (Prädikatwertung), „Sonnie’s Edge“, „Beyond The Aquila Rift“ und „Suits“, die mir besonders viel Spaß bereitet haben.

Gucken. Alles. Jetzt.

GESAMTWERTUNG: 5,72 PUNKTE (sehr gut)

MIRACLE WORKERS (SEASON 1)

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Gott (Steve Buscemi, „Boardwalk Empire“) ist schlecht drauf und will die Erde untergehen lassen.  Was bei ein paar Angestellten (u.a. Daniel Radcliffe) seiner Firma „Heaven, Inc.“ nicht wirklich gut ankommt. Man einigt sich auf einen Kompromiss: Gelingt es, zwei sozialbeziehungsmäßig unterentwickelte Millenials zu einem Liebespaar werden zu lassen, gibt es Aufschub und Existenzverlängerung.

Okay, wer will das nicht gucken wollen? Steve Buscemi als Gott? Harry Potter auch am Start? Der Himmel als Bürokomplex mit Abteilungen für Katastrophen, Bienensteuerung und Blinddarmdurchbrüche?

Tja, die Serie schöpft am Ende eben leider doch nicht ihr Potenzial aus. Erinnerte mich ein wenig an die auch auf TBS laufende Alien-Entführungscomedy „People of Earth“, die dasselbe Problem hatte. Die Gags sind nett, Gott ordentlich verpeilt, das Drehbuch hilft gerne aus so mancher „Wie soll das jetzt weitergehen?“-Patsche und liefert ein paar hübsch schräge Ideen und Konzepte. Aber am Ende der 7 Episoden will einfach nichts so recht hängenbleiben.

GESAMTWERTUNG: 4,64 PUNKTE (befriedigend)

STAR TREK: DISCOVERY (SEASON 2)

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Es ist eine einzige Achterbahnfahrt auf galaktischen Pilzsporen mit der Discovery in dieser zweiten Staffel. Üblicherweise pendeln sich die von mir hier besprochenen Serien wertungsmäßig nach einer gewissen Zeit ein. Manche fahren die „Mal befriedigend, mal gut“-Strecke hin und her, ohne höherzukommen. Andere etwa sind fast durch die Reihe „gut“ mit vielleicht ein, zwei Ausreißern nach oben und die ganz wertvollen Vertreter kratzen permanent am Prädikat und sinken nie unter „sehr gut“.

Bei Star Trek: Discovery habe ich von 4,0 bis 6,0 Punkten alles durch. In den überragenden Episoden spielen meist meine Lieblinge Saru und der neu an Bord gekommene Captain Pike (bei dem ich in jeder Szene „Er ist so schneidig“ ausrufe) tragende Rollen. Andererseits gibt es Folgen, da möchte ich den Fernseher anschreien. Weil die Autoren neben Technogebabbel als Konfliktlösung gerne wild wackelnde Storygerüste aufbauen, statt logischer Erklärungen lieber ein paar Flare-Effekte einstreuen und einfach darauf hoffen, dass das dramatische Endergebnis die Hä? Wie bitte???-Momente überdeckt. Es sind diese Momente, in denen ich stets bange, dass der Kopf des ebenfalls frisch eingetrudelten jungen Mr. Spock explodiert.

Michael Burnham ist im Vergleich zu vielen Crewmitgliedern, deren Namen ich nicht mal zusammenbekäme, überpräsent. Tilly gerne eine Spur zu nervig. Die Klingonen funktionieren weiter nicht, ihre Auftritte sind aber dankbarerweise kurz gehalten. Ash/Voq geht mir immer noch am Allerwertesten vorbei. Aber die Story um den roten Engel und Control hat mich gepackt und läuft auf einen sehr interessanten Abschluss hinaus. Und im zweiten Viertel haut die Show Folgen raus, die alles vereinen, was ich bei moderner Science Fiction sehen will.

Es bleibt also schwierig. Mir fehlt noch das Finale, welches in den kommenden Tagen läuft. Dann trage ich hier unten statt des Platzhalters die Endnote ein und schreibe vielleicht noch ein paar Zeilen dazu. Ich für meinen Teil bin selbst gespannt, was da zum Schluss rauskommt.

Das Finale hatte orgiastisches Weltallgeballer, brachiale Hektik an Bord zweier Föderationsraumschiffe, Action und Explosionen, dass selbst Ensign Tilly nicht zum Brabbeln kam, aber eben auch wieder einmal verordnete Drehbuchdramaturgie abseits von Logik und Nachvollziehbarkeit. Statt eines Ausblickes auf Staffel drei (auf die ich trotz der schwankenden Qualität in dieser Staffel baue) gab es nur nackte Gesichtshaut zu sehen. Von meiner Warte aus nur befriedigend, was diese Saison nur knapp vor der ersten platziert. Die Show mit dem wohl meist verschenkten Potenzial in diesem Serienjahr.

GESAMTWERTUNG: 5,26 Punkte (gut)

TRUE DETECTIVE (SEASON 3)

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Zum dritten Mal schickt Nic Pizzolatto seine wahren Detektive raus ins weite, ländlich geprägte Feld der Ermittlungen. Bisherige Ausbeute: 1x Hui! 1x Hä? In Bezug auf letzteres kann ich vorab Entwarnung geben, denn die Story ist deutlich weniger verschlungen und kompliziert als in Season 2, klar zielgerichtet und daher auch für Vielgucker wie mich noch im Gedächtnis abrufbar, wenn im Laufe einer Woche dort diverse Comedy- und Dramaplots Unterschlupf gefunden haben.

Über einen Zeitraum von 35 Jahren (mit den drei wichtigsten Stationen 1980, 1990 und 2015) untersuchen die Detectives Wayne Hays (Mahershala Ali, „Moonlight“) und Roland West (Stephen Dorff, „Blade“) in Arkansas das Schicksal der zwei verschwundenen Kinder des Ehepaars Purcell. Ein Fall, der im Laufe der Zeit mehrfach neu aufgerollt und später im Rahmen einer Dokumentation beleuchtet werden soll.

Staffel 3 wusste mich von Beginn an in ihren Bann zu ziehen. Mahershala Ali hat momentan eh einen Lauf, der könnte mir die Bedienungsanleitungen chinesischer Multifunktionsfernbedienungen vorlesen, ich wäre ergriffen. Stephen Dorff fällt in dieser Hinsicht kaum zurück; denn auch wenn die Folgen gerne größtenteils ruhig daherkommen und sich Zeit für ihre Figuren nehmen, so zündelt es spätestens zum Ende hin, um die Spannung gekonnt aufrechtzuerhalten. Das Finale schließlich sollte für einigen Diskussionsstoff sorgen, fiel es doch anders aus, als viele Zuschauer es wohl erwartet hatten. Ich für meinen Teil könnte mir nur schwer vorstellen, dass etwa „Game of Thrones“ auf diese Art seinen Abschluss findet.  Im Falle von „True Detective“ jedoch geht der so beschrittene Weg in Ordnung, auch wenn er mich im ersten Moment etwas unbefriedigt zurückgelassen hat. Weshalb die 5,5 Punkte im Schnitt nicht ganz erreicht wurden.

GESAMTWERTUNG: 5,39 PUNKTE (gut)

Zum Schluss noch ein kurzer Blick auf neu gestartete Serien und solche, die es bei mir nicht geschafft haben. Das kann, wie zu lesen sein wird, an für andere Betrachter absolut nicht nachvollziehbaren Gründen liegen. Weshalb man sich gerne ein eigenes Bild machen darf.

VEEP (SEASON 7)

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Selina Meyers will Präsidentin werden. Und zwar diesmal richtig mit Wahlen und so.

Oh ja! Ich bin überglücklich, dass die Show wieder am Start ist. Weist sie uns doch im Zeitalter Trump einen anderen, besonderen Weg, den wir tapferen Herzens beschreiten können, um hernach erleichtert festzustellen: Ja, es geht noch peinlicher. Siehe Jonah Ryan. Und andere.

PROGNOSE: 5,5 – 6,0 Punkte (sehr gut – überragend)

WHAT WE DO IN THE SHADOWS (SEASON 1)

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Den dazugehörigen Film aus dem Jahr 2014 halte ich immer noch für eine der besten Komödien der letzten Jahre. Die Serie spielt nun nicht mehr in Wellington, sondern in Staten Island, die Darsteller sind ebenfalls neu (immer kannte ich Matt Berry aus „The IT Crowd“), dafür zeichnen Jemaine Clement und Taika Waititi nun als kreative Köpfe verantwortlich.

Sind schon sehr viele schöne Faktoren dabei wie der devote Guillermo, der Energievampir Colin und natürlich die ewigen Probleme vampirischer Wohngemeinschaften wie etwa angetrunkene und dann vergessene Jungfrauen. Ich gehe mal davon aus, dass man das eher überschaubare Budget durch witzige Einfälle souverän ausgleichen können wird.

PROGNOSE: 5 – 5,5 Punkte (gut – sehr gut)

BARRY (SEASON 2)

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Läuft weiter stabil gut bei Barry. Ich habe schon die erste Staffel sehr genossen und bei der zweiten dürfte es kaum anders werden. Barry, Fuches, Gene sind weiter gern gesehene Gäste auf meinem Fernseher, in Sally bin ich immer noch ein bisschen verschossen und falls es dieses Jahr storymäßig etwas düsterer werden sollte, habe ich ja noch NoHo Hank, den lustigen tschetschenischen Mafia-Azubi mit den Mordaufträgen und der guten Laune.

PROGNOSE: 5 – 5,5 Punkte (gut – sehr gut)

THE ORVILLE (SEASON 2)

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Ich schaue Discovery, sorry. Da läuft trotz einiger überragender Ausgaben auch nicht alles rund (siehe Beitrag oben), aber bei „The Orville“ komme ich mit deutlich mehr Dingen nicht klar.

Dem flapsigen Humor. Den Figuren, die wirken, als wären sie auf dem zweiten Bildungsweg von der gescheiterten Next Generation-Darstellerkopie und/oder Klassenclown in die Offizierslaufbahn gehuscht. Den Drehbüchern, die weder frisch, unverbraucht oder mutig sind, sondern schlicht „Star Trek: Next Generation“-Ware der Güteklasse B-D.

Trotz allem gab es Folgen, die ich durchaus okay fand, mehr aber war schlicht nicht drin und die nächste Episode, die ich nur mühselig bis zum Ende durchhalten konnte, lauerte bereits im Raumquadranten um die Ecke.

STATUS: abgesetzt  

PATRIOT (SEASON 2)

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Die erste Staffel fand ich herrlich verschroben, angenehm verquer und putzig. Die ersten drei Folgen der zweiten Staffel dagegen nur noch zähfließend langweilig. Entweder muss mein Volltollschrägheitsdetektor in Reparatur oder irgendwas ist der Show verlorengegangen.

STATUS: ruht

SCHOOLED (SEASON 1)

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Lainey, die große Liebe von Barry Goldberg, kehrt als Musiklehrerin an ihre alte Schule zurück. Mittlerweile schreiben wir die 90er Jahre, die nun natürlich aufgearbeitet werden wollen.

Spinoff der von mir schwer verehrten und hierzulande immer noch viel zu wenig beachteten Serie „The Goldbergs“. Aus dem Cast sind neben Lainey noch Sportlehrer Mellor und Schulleiter Glascot aus der Hauptserie mit dabei.

Ich wollte es mögen, aber letzten Endes scheiterte es an diesen gewichtigen Punkten:

a) Die 90er fand ich schon immer eher meh. Thema u.a. der ersten Folge: Grunge. Nee, lass mal.

b) Es fehlt mir das nerdige Wesen von Adam, die liebenswert blöden Aktionen von Barry, das Gegrummele von Murray oder die überbemutternde Art von Beverly. Man könnte auch sagen: Mir fehlen die Goldbergs.

c) Was mich zu der abschließenden These führt, dass die drei (früheren Neben-) Figuren das Konzept der Show einfach nicht tragen können.

Meine Einschätzung: Im besten Fall nett. Was zu wenig ist, um auf meiner Guckliste zu bleiben.

STATUS: abgesetzt

SINGLE PARENTS (SEASON 1)

single parents

Eine Gruppe alleinerziehender Eltern schließt sich zusammen, um sich gegenseitig bei der Erziehung zu helfen. Hat Brad Garrett („Everybody Loves Raymond“) als dauermurrenden Vater zweier Töchter  in seinen Reihen, weshalb ich sofort interessiert war. Mein Interesse erkaltete allerdings, als mir nach kurzer Zeit schon zwei Darsteller mit ihren Figuren schwer auf den Senkel gingen. Ja, ich meine euch, Taran Killam und Jake Choi.

Status: abgesetzt

THE NEIGHBORHOOD (SEASON 1) 

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Weißes Ehepaar plus Kind zieht in schwarze Nachbarschaft. Wird nach ein paar Seufzern und Augenrollern von Familienoberhaupt Calvin (Cedric The Entertainer) und seinen Lieben herzlich aufgenommen. Nervt aber dennoch.

Vor allem Max Greenfield.

Schwupps, da habt ihr den Grund, weshalb ich es nicht mehr gucke.

STATUS: abgesetzt