Tag Archives: Better Call Saul

109 (Juli 2017)

14 Jul

Das große Drama dramatisch zusammengefasst:
Es gibt sehr viele gute Drama-Serien. Aber weiterhin keinen zusätzlichen, wöchentlichen Drama-Serien-Guck-Tag. Ein Umstand, den ich hiermit anprangern möchte. Anpranger! ANPRANGER!

THE LEFTOVERS (SEASON 3)

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Aus, vorbei, alle aussteigen, die bizarre Gefühlsachterbahn „The Leftovers“ ist an der Endstation angelangt. Acht Runden ging es diesmal nur, aber dafür haben Damon Lindelof und Tom Perrotta alle Schleusen der gepflegten Seltsamkeit geöffnet. Ohne Rücksicht auf Verluste beim Zuschauer. Wer die ersten beiden Staffeln toll fand, wird auch diese hier lieben. Es gibt schräge Neuigkeiten zu Jesus, Gott und dem amerikanischen Präsidenten (ja, letzteres ist tatsächlich möglich), ich werde nie wieder „Perfect Strangers“ (hierzulande: „Ein Grieche erobert Chicago“) mit den gleichen Augen ansehen können wie zuvor und sollte mir jemand anbieten, mich nackig in eine Departure Machine zu setzen, die mich in eine andere Welt schleudert (oder auch nicht), fahre ich vorher nach Australien und studiere mit den Eingeborenen ein paar Anti-Regentänze ein.

Kurz gesagt: Ich hatte wieder meinen Spaß, genügend „Ach komm, ich glaub’s ja nicht“-Momente und ein paar Tränenaufblitzler im Auge. Doch zur Frage, die alle und eigentlich niemanden interessiert: Hat das Ding einen würdigen Schluss oder lässt Lindelof einen LOST los? Ich fand die abschließende Episode gut, nicht überragend, sie konzentrierte sich für meinen Geschmack zu sehr auf romantisches Liebesgeflirre. In jedem Fall aber weder ein Fall von „Jetzt kippt’s vor lauter Schrägheit um“ noch „Hat mir die letzten 27 Episoden versaut“. Große Antworten sollte man allerdings keine erwarten und besser auch nicht danach suchen, aber das war schon im Vorfeld klar. Hier ist eben der Weg das Ziel der Reise und das Fazit kann demnach nur lauten: „Man. What. A. Fucking. Trip“.

GESAMTWERTUNG: 5,56 PUNKTE (sehr gut)

BETTER CALL SAUL (SEASON 3) 

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„Better Call Saul“ profitiert in seiner dritten Staffel immens von den bekannten Figuren aus der Mutterserie „Breaking Bad“. Ich teile die Show mittlerweile gerne in den Gangster- und den Anwalt-Storybogen auf.  Und was vorher schon galt, gilt nun umso mehr. Gangster olé, Anwalt gern mal meh. Gus Frings und Hector Salamanca hieven zusammen mit dem eh über alle Zweifel erhabenen Mike Ehrmantraut das Niveau auf allerbeste Unterhaltung, während Jimmy, Kim und Chuck zwar ohne Zweifel ihre Momente haben (in dieser Staffel etwa die Verhandlung und das Finale), aber eben gerne auch Bremsklötze in der Geschichte  auslegen. Das kann man als toll gespielte, ruhige Momente zum Spannungsausgleich begreifen – mich hat es ab und an herausgerissen und die für diese Serie wegen ihrer überragenden Inszenierung schlechteste Wertung, das Befriedigend, zücken lassen. Insgesamt langt es dieses Jahr aber wieder deutlich für den Sprung ins „Gut“. Und so, wie sich der Anwalt-Storybogen mit dem Finale entwickelt hat, kann die Kurve weiter noch oben gehen.

GESAMTWERTUNG: 5,20  PUNKTE (gut)

THE HANDMAID’S TALE (SEASON 1)

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„The Handmaid’s Tale“ geht an die Nieren. Und sei es nur, weil man als
männlicher Zuschauer in der Runde von den weiblichen Zuschauern wegen
eines flapsigen Kommentars umgehend einen spitzen Ellenbogen in eben diesen
Körperbereich gerammt bekommt. Denn eine gesellschaftliche Dystopie, in der Frauen versklavt und unterdrückt werden, um in einer fundamentalistisch-religiösen Diktatur als Gebärmaschinen zu dienen, bietet eher wenig Raum für augenzwinkernde Sprüche. Deshalb streiche ich hier auch meinen beliebten „Hat mir sehr gut gefallen“-Wertungseinleitungssatz.

Die Show ist schauspielerisch großartig besetzt (neben Hauptdarstellerin Elisabeth Moss möchte ich erneut Ann Dowd extra hervorheben), emotional ergreifend bis schockierend, stimmig inszeniert. Hätte es in der Mitte der Staffel nicht zu viel Beziehungs-Hin-und Her gegeben, wäre die Geschichte der Magd noch deutlicher in den sehr guten Wertungsbereich geschossen. Besonders lobend erwähnen möchte ich die finale Episode, die mit mehreren überragend wirkungstreffsicheren Szenen aufwarten kann und sich so das Prädikat 6,0 redlich verdient hat. Statt eines „Weiter so!“ schließe ich lieber mit  

GESAMTWERTUNG: 5,55 Punkte (sehr gut)

FARGO (SEASON 3)

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Die bisher schwächste Staffel von „Fargo“.  
BUMM, jetzt es ist raus. 

Showrunner Noah Hawley ließ verkünden, dass er zur Zeit keine Ideen für eine weitere Staffel hat und ihm vielleicht auch keine mehr einfallen würden. In der Tat merkt man der dritten Season auch an, dass man eher auf bekannten Pfaden wandelt, statt ganz frischen Impulsen zu folgen.

Aber keine Angst, gute Unterhaltung wird weiterhin geboten. Dafür sorgt schon David Thewlis als Bösewicht V.M. Varga. Dessen kaputtes Grinsen und abschweifende philosophische Ausführungen allein haben mich jede Folge vorfreudig erwarten lassen. Dazu noch Ewan McGregor in einer Doppelrolle, Michael Stuhlbarg (leidensfähig), Mary Elizabeth Winstead (as sexy woman with a plan) und Carrie Coon (hartnäckig und resolut). Schauspielerisch gab es nichts zu mäkeln, den Cast sah ich hier sogar stärker noch als jenen im Vorjahr. Leider kommt die Story nach einem starken Aufgalopp eine Zeitlang gar nicht mehr aus den Puschen, da hilft auch eine angenehm spaßig-schräge Episode wie „The Law of Non-Contradiction“ kaum drüber hinweg. Dafür wird zum Finale hin wieder mal ordentlich aufgeräumt. Muss ich die tolle Inszenierung und musikalische Untermalung (Stichwort: Peter und der Wolf mit Billy Bob Thornton als Sprecher) extra nochmal erwähnen? 

GESAMTWERTUNG: 5,45 Punkte (gut)

SHERLOCK (SEASON 4)

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Mit ordentlicher Verspätung (die englische Fassung lief schon zu Beginn dieses Jahres) verkünde ich:

Willkommen zurück, Mr. Holmes und Mr. Watson!

Denn die beiden Ausgaben zuvor haben mich eher weniger in Verzückung geraten lassen. Zu sehr war die Show darauf bedacht, sich an sich selbst zu berauschen, immer wieder noch einen draufzusetzen, statt eine klare, stringente Geschichte zu erzählen. Die nun endlich am vorletzten Wochenende gesichteten drei Episoden machen es wieder besser und haben mich versöhnt zurückgelassen. Ordentlich Drama inklusive Ablebens einer Figur, Holmes am Drogenabgrund, überragende, frische Bösewichter (Toby Jones! Siân Brooke!!), stets verfolgbare Handlung, Spannung, aber eben auch leichte Momente – so wie die Musikauswahl der rüstigen Mrs. Hudson beim Staubsaugen oder Queens „I Want To Break Free“ beim großmäuligen Auftritt von Allzeitübeltäter Moriarty.

Zweimal 5,5 Punkte, einmal 5,0 Punkte. 221b Baker Street ist wieder angesagt.  

GESAMTWERTUNG: 5,43 Punkte (gut) 

AMERICAN GODS (SEASON 1) 

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Sollte es bei den Emmys/Golden Globes die Kategorie „Best disturbing mindfucks in a TV show“ noch nicht geben, man müsste sie spätestens für „American Gods“ erfinden. Was hier Bryan Fuller und Michael Green an Bildgewalt und bizarren Szenen dem Zuschauer durchs Auge an die Hirnrinde klatschen, sucht seinesgleichen. Und das von Anfang an, ohne jegliche Rücksicht auf Verständnislosigkeit und Fragezeichen zurückfunkende Synapsen. Mich hatte die Show bereits direkt mit den Wikingern im Pfeilhagel für sich eingenommen.

Manchem Zuschauer ging dieses konsequente Draufhalten mit dem WTF?-Maschinengewehr auf Dauer zu weit, zur Entwarnung sei aber gesagt: Zum Ende hin ergibt alles im Rahmen des Settings einigermaßen Sinn. Ich fand das Finale sogar im Gegensatz zu manchem Kritiker überragend gelungen und einen würdigen Abschluss des an Seltsamkeiten überreichen Road Trips von Shadow und Mr. Wednesday. Für die Prädikatswertung reicht es dann aber doch nicht, weil…

…ich den Protagonisten Shadow schauspielerisch unbefriedigend fand. Ricky Whittle, das muss man so hart sagen, wird von jeder Figur in der Serie an die Wand gespielt. Er ist halt dabei und nimmt manche irrsinnig erscheinende Wendung in seinem neuen Leben mit einem Schulterzucken hin. War mir zu wenig, blieb mir zu blass. Und ja, die Percussiongeilheit von Bryan Fuller kann einem auf Dauer dezent auf die Nerven fallen – ich bin in der Hinsicht durch die „Hannibal“-Schule gegangen und abgehärtet..

Fehlt noch was? Ian McShane ist eine der coolsten Säue auf dieser Erde. Aber da schreibe ich jetzt wirklich nichts Neues.

GESAMTWERTUNG: 5,68 PUNKTE (sehr gut)    

THE AMERICANS (SEASON 5)

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Bisher also viel Schönes und Hochwertiges im Dramabereich. Nur die Agentenfamilie Jennings und ihre aktuellen Abenteuer fallen leider ein wenig ab. Aktueller Einschub: Es hat mich sehr gefreut, dass Kerri Russell und Matthew Rhys in diesem Jahr jeweils eine Emmy-Nominierung erhalten haben. Absolut verdient für ihre Leistung bei „The Americans“. Einschub Ende. 

Staffel 5 wirkt eher wie eine lange Hinleitung auf das große Finale, das dann wohl in der abschließenden sechsten Season ansteht. Auf meinem Wertungszettel steht ein gelungener Einstieg mit einem dramatischen Bedrohungsszenario, das in den folgenden Episoden allerdings harmlos in sich verpufft. Überhaupt ist „draußen“ nicht so sonderlich viel los, das Drama spielt sich eher zuhause in den eigenen vier Wänden ab. Ausnahme: die hervorragende, weil aufwühlende Episode „Dyatkovo“, in der Elizabeth und Philipp einer angeblichen russischen Nazi-Kollaborateurin nachstellen. Folgen von dieser Intensität und nachhallenden Wirkung hätte ich mir mehr gewünscht. Stattdessen langweilte ich mich eher durch die russischen Untertitel, die Oleg Burov im heimatlichen Moskau in seinem neuen Job als Anti-Korruptions-Cop gemeinsam mit seiner Familie und Kollegen produzierte. Dass anders als in den bisherigen Staffeln diesmal kein emotionaler Tiefschlag als Rausschmeißer anstand, trieb die Wertung dann endgültig ins „Befriedigend“.

GESAMTWERTUNG: 4,82 PUNKTE (befriedigend)

VEEP (SEASON 6)

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Ende Drama. Nachschlag Comedy. Zwei Serien dürfen noch ihre Wertungen einreichen für die TV Saison 2016/17. Und „Veep“ haut in der Hinsicht wieder mächtig rein. Genauer gesagt: Mit dem bisher besten Schnitt seit ich die Show verfolge. Das muss man im sechsten Jahr und im kompetenzfreien Zeitalter des Donald J. Trump auch erst einmal hinkriegen.

Ist man erst mal angefixt von der Chaotentruppe um Mrs. Meyers gibt es kein Entrinnen. Niemand ist so von sich eingenommen wie Selina, keiner so devot wie Gary, keiner so spackig wie Jonah Ryan, keiner so schusselig wie Mike, keiner so zynisch und beleidigungskreativ wie Amy, Kent, Dan, Ben und der Rest der Bande. Fehlen eigentlich nur die extrem trockenen Bemerkungen von Sekretärin Sue, die aber leider nicht mehr mit von der Partie ist. „Best insults in a TV show“ könnte man übrigens auch mal als Kategorie einführen, fällt mir da ein. „Veep“ würde auf Jahre hinaus unschlagbar sein.

GESAMTWERTUNG: 5,70 PUNKTE (sehr gut)

SILICON VALLEY (SEASON 4)

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Die Wertung „sehr gut“ vergebe ich ja eher selten bei Comedy-Serien. Dafür muss man frisch sein, darf nicht einrosten, sich nicht auf den Gag-Lorbeeren der Vergangenheit ausruhen. „Silicon Valley“ schafft das dieses Jahr erneut: Jian-Yangs Wurst-App, Big Heads Professur, Gavins Blut-Junge, der Patent-Troll, ein Wiedersehen mit Haley Joel Osment als Virtual Reality-Revolutionär, Dineshs Umgang mit seiner Freundin, Richards Macken, Jareds Gewissensbisse, Erlichs Trip nach Tibet und Gilfolyles aufopfernder Server Anton – allesamt kleine Story-Leckerbissen mit Witz, liebevoll angerichtet und gerne mal ein wenig drüber serviert. Wertungen durchgehend entweder 5,0 und 5,5 Punkte. Ich setze ein TAB (kein SPACE):    Respekt.

GESAMTWERTUNG: 5,50 PUNKTE (sehr gut)

Demnächst:

Preacher, Season 2 (sehr gute Einstiegsfolge, Stichwort „Come On Eileen“)

House Of Cards, Season  5 (Spacey und Wright wie gewohnt souverän, aber die Story dieser Staffel leidet eher unter der momentanen politischen Realität in Washington als etwa ein „Veep“)

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107 (Mai 2017)

4 Mai

Im April gab es keinen neuen Seriencheck. Der Grund: Ich wollte unbedingt noch die Starts von zwei neuen Shows mitnehmen, von denen ich mir sehr viel erwartet habe. Siehe – Achtung, Spannungsaufbau! – die letzten beiden Besprechungen.

TRIAL & ERROR (SEASON 1)

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Im Namen des serienschauenden Volkes ergeht folgendes Urteil:

Die Show „Trial & Error“ wird dazu verurteilt, von mehr Zuschauern gesehen zu werden. Denn sie war in ihren insgesamt 13 Episoden durchgehend lustig, teils herrlich doof und oft zum An-die-Stirn-klatschen albern. Das hohe Gericht wünscht eine Fortsetzung. 

Gegen dieses Urteil ist das Rechtsmittel der Berufung nur dann zulässig, sobald der Antragsteller 13 Folgen der aktuellen Staffel „The Big Bang Theory“ gesichtet und dabei durchgehend Lachanfälle bekommen hat. 

Also nie. Ätsch.

Dem schließe ich mich vollumfänglich an. Einfach eine schön dusselige Law-Comedy, ohne dass der Humor primitiv unter der Gürtellinie herumturnen musste. Könnte in der Saison-Endabrechnung den Titel „Beste neue Comedyserie“ einheimsen.

GESAMTWERTUNG: 5,14 Punkte (gut)

HOMELAND (SEASON 6)

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Nach der eher durchschnittlichen 5. Staffel mit dem Wirkungskreis Berlin befasst sich Homeland diesmal mit den Problemen zuhause. Dort kann der Feind nämlich auch mal gerne lauern statt in Afghanistan, Syrien oder Iran. Siehe Populismus, mediale Manipulation, Lügen. Wie von der Serie mittlerweile gewohnt, baut sie ihre Geschichte lange auf, lässt sich mit der Entwicklung der Figuren und Ereignissen Zeit und feuert zum Ende hin alles raus, was sich angestaut hat. Schauspielerisch wie gewohnt hochklassig besetzt, entschädigt das letzte Drittel der Staffel für alle vorigen Momente, in denen man als Zuschauer eher berieselt denn gepackt worden war. Das Finale schließlich – gerne bei Homeland ja mehr stiller Nachklapp als fulminante Explosion – bietet großartig inszenierte Action, Heldendrama und Wirkungstreffer in der Magengrube.

Damit geht es erneut locker über die 5 Punkte-Grenze. Auch nach 6 Staffeln darf man festhalten: Das Dramakonzept hinter Homeland wirkt immer noch.

GESAMTWERTUNG: 5,20 Punkte (gut)

THE WALKING DEAD (SEASON 7)

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Was man von „The Walking Dead“ leider nicht behaupten kann. Gerade mit Blick auf ein Finale, das mich enttäuscht, ja richtiggehend verärgert hat. Ich halte Rick Grimes und seinem geplagtem Gefolge trotz vieler Qualitätsschwankungen weiterhin die Treue. Eben weil die Show neben gepflegten Langeweilern auch richtig gelungene Folgen abwerfen kann.

Ja, und damit meine ich Episoden mit Negan, dem brutal grinsenden Oberbösewicht. Ich wiederhole mich da gerne, aber ohne ihn wäre diese Staffel eine einzige Ödnis geworden. Dass man an vielen Stellen die Strahlkraft der Rolle von Jeffrey Dean Morgan beschädigt, teilweise der Lächerlichkeit preisgegeben hat, ist einer der Gründe, weshalb am Ende eine der schlechtesten Seasons für „The Walking Dead“ steht. Denn für mich funktionierte bis dahin dieses Bedrohungsszenario durch einen sadistischen Tyrannen, der über das Leid der von ihm unterdrückten Menschen lacht.

Die zweite Hälfte der Season baute lange auf, alles war auf eine endgültig alles entscheidende Konfrontation gerichtet. Anders ausgedrückt: Das Finale sollte die eher dahindümpelnde Handlung in den Folgen zuvor (Ausnahme: 7×13 Bury Me Here) vergessen machen und abliefern. Ich werde nichts spoilern, sondern nur auf meine Wertung für die letzte Folge verweisen. 3,0 Punkte. Die ziehe ich eigentlich nur, wenn eine Folge mich geärgert hat. Was „The First Day of the Rest of Your Life“ wirklich einwandfrei gelungen ist. Hier vereint sich leider so ziemlich alles, was Kritiker und Aussteiger der Show vorwerfen, Stichwort: unlogisches bis dummes Handeln und Geschehen.

Am Ende rettet sich „The Walking Dead“ knapp aus der Durchschnittlichkeit, weil einige Folgen mit Negan zuvor für ein sattes Wertungspolster gesorgt haben. Wer mit dieser Figur allerdings schon nichts anfangen konnte, darf gerne einen Zähler vor dem Komma abziehen.

GESAMTWERTUNG: 4,60 Punkte (befriedigend -)

BETTER CALL SAUL (SEASON 3)

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Die einen feiern jede einzelne Episode ab und diskutieren, ob die Show jetzt schon besser ist als „Breaking Bad“, die anderen schnarren mürrisch“style over substance, pfft“ und legen sich wieder zur Seite. „Better Call Saul“ ist noch nicht der einmütig besungene Knaller, den man sich erhofft hatte. Auch ich tue mich da weiterhin schwer. Denn so sehr man von der Inszenierung angetan sein darf, so wenig kann mich vor allem die Story um Jimmy McGill in ihren Bann ziehen. Dass ich die Figur der Kim Wexler eher langweilig finde, macht es nicht einfacher.

Von der Eröffnungsfolge war ich entsprechend wieder eher unterwältigt. Ein typischer 4,5er, also befriedigend, mehr aber auch nicht. Richtig nach unten werten kann man bei der Show eigentlich nicht, dafür ist sie schlicht zu hochwertig in Szene gesetzt. Mittlerweile aber ist der nächste wohlbekannte Charakter aus „Breaking Bad“ am Start und zumindest bei mir wieder das gewisse Kribbeln da. Gut möglich, dass er und Mike Ehrmantraut im Zusammenspiel die Wertungen merklich nach oben schieben können.

Nachtrag: Die vierte Episode („Sabrosito“) ist denn auch absolut auf „Breaking Bad“-Niveau angesiedelt. So kann es weitergehen.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH 4 EPISODEN: 5,23 Punkte (gut)

TENDENZ: 5,0 – 5,5 Punkte

FARGO (SEASON 3)

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Irgendwo in Minnesota, 2010. Die Gebrüder Emmit und Ray Stussy (Ewan McGregor in einer Doppelrolle) streiten sich ums Erbe. Der eine ist erfolgreicher Unternehmer im Bereich Parkplätze, der andere ständig mittelloser Bewährungshelfer, der seinen Bruder als Grund für seine eher bescheidene Existenz ansieht. Ihre Zwistigkeiten führen zu einem Mord, in dem die örtliche Polizeichefin Burgle (Carrie Coon, „The Leftovers“) ermittelt. Als ob das nicht schon genug des Dramas wäre, unterwandert die Mafia auch noch die Firma von Emmit.

Wow. Das wird wieder groß. Bin ich mir sicher.

Okay, in längeren Sätzen: Allein die beiden extrem unterschiedlichen McGregors sind schon die Eintrittskarte wert. Dazu spielen noch die wunderbaren Carrie Coon und Mary Elizabeth Winstead („Braindead“), Michael Stuhlbarg („Boardwalk Empire“) und der mir bisher unbekannte David Thewlis („Harry Potter and the Deathly Hallows“). Letzterer löst in jeder Szene diesen wohligen Schauer des Angewidertseins und der Furcht aus. Und dieses Mal bin ich auch vorbereitet, falls sich Hauptautor Noah Hawley abseits der Geschichte wieder etwas völlig Verrücktes einfallen lassen sollte.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH 2 EPISODEN: 5,60 Punkte (sehr gut) 

TENDENZ: 5,5 – 6,0 Punkte

THE LEFTOVERS (SEASON 3)

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Wir bleiben in Miracle, Texas. Drei Jahre sind vergangen, es steht der siebte Jahrestag der „Sudden Departure“, also des Verschwindens von 2% der Weltbevölkerung, an. Grund genug, dass allerorten die Apokalypse herbeigerufen oder gar -gesehnt wird. Mittendrin: Polizeichef Kevin (Justin Theroux) und seine Lebensgefährtin Nora (Carrie Coon). Kurz gefasst: Es wird wieder schlimm.

Wen der „Leftovers“-Virus erstmal gepackt hat, kommt nicht mehr davon los. Was in den bisher zwei Episoden gezeigt wurde, ist wieder ein Parforce-Ritt über die Klaviatur der Gefühle, ein Festival der Seltsamkeiten, die TV-Version von WTF und OMG. Allerdings nur für Menschen, die die Enttäuschung von LOST hinter sich gelassen haben und nochmal in eine Welt voller „mystery, emotion and weird shit“ eintauchen wollen. Wer sich darauf einlassen kann, dürfte reichlich belohnt werden. Das wage ich zumindest nach diesem fulminanten Auftakt zu behaupten.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH 2 EPISODEN: 5,90 Punkte (sehr gut +)

TENDENZ: 5,5 – 6,0 Punkte

VEEP (SEASON 6)

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HBO-Comedy-Selbstläufer #1. Ex-Präsidentin Selina Meyers kümmert sich um ihr politisches Erbe und will das größte Ziel ehemaliger Amtsinhaber verwirklichen: Eine eigene Bibliothek. Geld dafür soll über ihre Stiftung The Meyer Fund for Adult Literacy… and AIDS… and The Advancement of Global Democracy hereinkommen. Jonah Ryan ist weiterhin der größte Spacken des US-Kongresses. Die anderen Charaktere haben zum Teil neue Jobs, in denen sie herrlichen Mist bauen. Zusammengefasst: „Veep“ kommt der Präsidentschaft von Donald Trump in ihrer Peinlichkeit, Fremdscham und Planlosigkeit weiterhin am nächsten.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH 3 EPISODEN: 5,43 Punkte (sehr gut -)

SILICON VALLEY (SEASON 4) 

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HBO-Comedy-Selbstläufer #2: Richard konstruiert ein neues Internet, Dinesh stylt sich die Haare neu, der Piper-Chat trägt ein unangehmes Geheimnis in sich. Die Show läuft wie von Gilfoyle programmiert – stabil, 100% Humorauslastung, aber auch böse und abgründig. Weiterhin das Beste, was aus der Schnittmenge zwischen IT und Comedy geschöpft werden kann und derzeit auf dem Bildschirm flimmert.

DURCHSCHNITTSWERUNG NACH 2 EPISODEN: 5,30 Punkte (gut)

 
THE HANDMAID’S TALE (SEASON 1)

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Hulu bringt den weltbekannten dystopischen Roman von Margaret Atwood auf den Bildschirm. Infolge mehrerer nuklearer Katastrophen ist die Menschheit von Sterilität bedroht. Ein Putsch bringt eine christlich-fundamentalistische Gruppierung an die Macht, die Frauen entrechtet und als Gebärsklaven für ihre Elite heranzieht. Protagonistin der Geschichte ist die Magd Offred (Elisabeth Moss, „Mad Men“), deren Leben und Leiden im Haus des örtlichen Kommandanten (Joseph Fiennes, „Shakespeare in Love“) und dessen Frau Serena Joy (Yvonne Strahovski, „Dexter“, „Chuck“) erzählt wird. Zusammen mit Magd Ofglen (Alexis Bledel, „Gilmore Girls“) denkt sie darüber nach, Widerstand zu leisten.

Keine schöne neue Welt. Aber verdammt faszinierend düster, erschreckend und beklemmend. Innerhalb der bisherigen drei Folgen hatte ich mehrfach den berühmten Kloß im Hals angesichts der Lehren und Handlungsweisen des theokratischen Regimes. Neben den oben erwähnten, bekannten Namen ist besonders Ann Dowd („The Leftovers“) hervorzuheben, die einem in ihrer Rolle der Erzieherin Aunt Lydia die Gottesfürchtigkeit unter die Gänsehaut treibt. Ich kenne die Buchvorlage nicht, aber ich gehe davon aus, dass sie noch mit einigen emotionalen Tiefschlägen aufwarten wird. Jetzt schon eine dicke Empfehlung von mir für Freunde der dystopischen Erzählung. Eine zweite Staffel wurde bereits geordert

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH 3 EPISODEN: 5,43 Punkte (sehr gut -)

TENDENZ: 5,5 – 6,0 Punkte

AMERICAN GODS (SEASON 1)

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Direkt die nächste Bestsellerverfilmung auf einem noch nicht so sehr bekannten Sender: Starz präsentiert Neil Gaimans „American Gods“, in dem die alten Götter auf die Erde zurückkehren, um die neuen Götter zu bekämpfen.

Und bei dem der Zuschauer ohne Kenntnis des Buches zumindest in der Pilotfolge in vielen Szenen keine Ahnung hat, was und wie um ihn herum geschieht. Das kann ich jedenfalls schon mal bestätigen. Denn so verwirrt war ich das letzte Mal beim Auftakt von „Preacher“. Allerdings weicht diese Ahnungslosigkeit immer mehr dem Staunen darüber, was „American Gods“ an denkwürdigen Momenten auffährt. Bereits der Einstieg mit einer Gruppe Wikinger, die das amerikanische Festland betreten und einen aufopferungsvollen Weg finden, um wieder von dort wegzukommen, haut rein wie ein Tritt auf den Solarplexus: Optik und Inszenierung à la 300 (oder wie bei dem sendereigenen „Spartacus“, nur eben in edler Aufmachung) lassen einen als Zuschauer zuerst mal einen ehrfürchtigen Schritt mit dem Sessel nach hinten rücken. Was Ian McShane („Deadwood“) und Ricky Whittle („The 100“) im späteren Verlauf erleben, setzt im Fernsehen neue Maßstäbe in Sachen WTF und OMG – diesen Titel muss ich somit dem weiter oben besprochenen „The Leftovers“ leider für den Moment aberkennen. Bleibt die Frage, ob nicht die Gefahr besteht, von diesem sich sehr schräg drehenden Karussell irgendwann herauskatapultiert zu werden. Das dürften die nächsten Folgen zeigen. Für den Start gebe ich ein „sehr gut“ mit starker Tendenz zum „überragend“.

ERSTEINSCHÄTZUNG NACH DEM PILOTEN: 5,5 Punkte (sehr gut)

TENDENZ: 5,5 – 6,0 Punkte

96 (Mai 2016)

11 Mai

Ja, ich habe den Seriencheck schleifen lassen, letzten Monat gab es überhaupt keinen.
Beschwerden dahingehend bitte in mehrfacher Abschrift an YouWillDie@DarkSouls3 und demnächst LooksAwesomeMustBuyItNow@Uncharted4. Nun aber zu den frisch abgeschlossenen TV-Serien.

11.22.63 

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Hat mich schon bei meinen ersten niedergeschriebenen Eindrücken überzeugen können und vermochte dieses Niveau bis zum Schluss der insgesamt 8 Episoden zu halten. Ich bin zugegeben mit der Buchvorlage nicht vertraut, aus eben dieser Ecke habe ich ein paar kritischere Stimmen zur Serie gelesen. Für mich war das ein rundes Finale, spannende Momente, stimmige Eindrücke aus der Zeitperiode um die Ermordung Kennedys, ein gut aufgelegter James Franco, eine mich nicht im geringsten störende Liebesgeschichte und als letzter Pluspunkt: Meine nicht zu verleugnende Verschossenheit in Sarah Gadon. Wie bereits erwähnt, ist die Show mehr locker aufbereitete Zeitgeschichte denn Zeitreise, da sollte man schon mit den richtigen Vorstellungen herangehen. Wegen des gelungenen Abschlusses hieve ich das Ganze knapp auf die Wertung „sehr gut“

GESAMTWERTUNG: 5,45 Punkte (sehr gut)

BETTER CALL SAUL (SEASON 2)

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Das ist schon ein mit Wertungswerkzeugen härter zu bearbeitender Brocken. Ich liebe Breaking Bad, ich liebe die Figuren Jimmy McGill (Bob Odenkirk) und vor allem Mike Ehrmantraut (Jonathan Banks), ich liebe die Inszenierung, die kleinen Feinheiten in der Bildkomposition, die Kameraführung mit ihren Spielereien, die Anbindungen und Anspielungen an die Hauptserie. Bevor ich nun vor Freude und Liebe kollabiere, muss ich das große Aber einfügen:

Aber die Geschichte hat mich nicht gepackt. Vor allem jene des titelgebenden Helden. Jonathan Banks arbeitet weiter an der Legende der obercoolsten Sau im US-Fernsehen, die sich um ihn drehenden Handlungsstränge habe ich samt und sonders mit zwei erhobenen Daumen verfolgt. Die Anwaltserlebnisse von Jimmy hingegen fand ich ziemlich unspektakulär an mir vorbeiwehend. Ab und an ein kleiner Moment des Lächelns und Nickens, allerdings hatte ich mir doch etwas mehr erwartet. Es ist nun mal noch nicht der Saul Goodman, den man kennen und lieben gelernt hat. Schließlich konnte ich der Figur der Kim Wexler leider immer noch nicht allzu viel abgewinnen angesichts der Tatsache, dass sie durchaus beträchtliche Screentime in Anspruch nimmt. Sehr spät fährt die Show das große emotionale Geschütz auf, schafft allerdings im Finale keinen großen Spannungsmoment mehr.

Wertungsmäßig hielt sich „Better Call Saul“ wegen der oben angepriesenen Vorzüge durchgehend bei 5 Punkten, ging aber auch nie darüber hinaus. Letzten Endes landet Vince Gilligans Werk in der zweiten Saison knapp in diesem Bereich. Wer von der ruhigen Machart begeistert ist, darf die Show gerne als von mir unterbewertet ansehen; ich für meinen Teil hätte mir ein bisschen mehr Wumms anstelle gemächlich vor sich hin zündelnder Lunte erhofft.


GESAMTWERTUNG: 4,95 Punkte (gut)

VINYL (SEASON 1)

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Das, was ich oben drüber geschrieben habe. Ersetze Jimmy McGill durch Richie Finestra (Bobby Cannavale), Mike Ehrmantraut durch Zak Yankovich (Ray Romano). Ganz ehrlich, Ray Romano fand ich super in der Serie. Als Anpreisungsobjekt werfe ich noch den richtig geilen ’70er Jahre-Soundtrack und den Blick hinter die Kulissen einer Plattenfirma zur Hochzeit der Musikproduktion rein. Von der Story allerdings habe ich, mitvernebelt von den Koks-Exzessen des Protagonisten, eher wenig in Erinnerung. Bei mir wurden durchaus Assoziationen zu „Boardwalk Empire“ wach, das auch gerne mal Geschichten in den Mittelpunkt stellte, für die ich mir einen kleinen, exklusiven Szenen-Vorspulknopf gewünscht hätte. Und wenn ich schon Vergleiche zu „Better Call Saul“ anstelle: Die „Nasty Bits“ sind die musikalischen Kim Wexler der Show. Sorry. Dafür spielt ihr Manager einen richtig geilen Blues.

Fazit: Gute Show, mehr noch nicht. Ich freue mich aber auf die weiteren Abenteuer von Richie & Co und bin guter Dinge, dass in der nächsten Staffel storymäßig ein paar Schippen draufgelegt werden.

GESAMTWERTUNG: 5,00 Punkte (gut) 

BROOKLYN NINE-NINE (SEASON 3)

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Ganz klarer Anwärter auf die beste Comedyserie dieser Saison. Erstklassige Show, toller Cast, von der jeder einzelne Charakter klasse Gags raushauen kann, keine Ausfälle. Mein Bruder wurde zwar mit dem spät in der Show auftauchenden Ermittler Pimento nicht so recht warm, aber meiner Meinung nach steckt in dieser Polizei-Comedy dermaßen viel Qualität und Potenzial, dass da so schnell nichts die gute Stimmung beim Sehen trüben kann. Ach ja, die Halloween-Episode erhielt die selten gezogene Höchstwertung von 6,0 Punkten.

Genug der Lobhudelei. Wegtreten. Captain Holt out.

GESAMTWERTUNG: 5,53 Punkte (sehr gut)

DR. KEN (SEASON 1)

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Dr. Ken ist ein Beispiel für eine Serie, die ich bis zum Ende der Staffel verfolgt habe, obwohl sie wertungsmäßig immer nur 4,0 oder 4,5 Punkten ablieferte. Von daher eigentlich kein Kandidat für diese Art von Treue, aber ich sehe nun mal ganz gerne Ken Jeong und Dave Foley bei ihrer gegenseitigen Fopperei während der Arbeit zu. Wegen dieser beiden Figuren bleibe ich auch dran, der Rest der Crew hinkt leider mit weitem Abstand hinterher. Was auch der Grund ist, weshalb es schlicht für höhere Wertungsweihen nicht reicht. Meistens ordentlich, aber desöfteren eben nur durchschnittlich, die zwanzig Minuten sind halt auch schnell mal weggeguckt. Eine Fortsetzung ist aktuell noch in der Schwebe, für mich müsste man bei den Nebencharakteren zulegen.

GESAMTWERTUNG: 4,34 Punkte (durchschnittlich)

BASKETS (SEASON 1)

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Hat sein Potenzial leider nicht so ganz ausschöpfen können. Zach Galifianakis in einer Doppelrolle liest sich schon mal gut, das Ganze hat auch durchaus seine Momente, zudem kann ich mich weiterhin an jeder Szene mit Louie Anderson in seiner Rolle als resolute Mama Baskets erfreuen. Dennoch überlagert mir viel zu oft Leerlauf die Show, gute Episoden werden von leidlich durchschnittlichen egalisiert, Absurdität wechselt sich mit Stillstand ab. Vor allem die letzten Episoden der Staffel haben mich eher enttäuscht zurückgelassen. Eine zweite Season ist bereits abgesegnet und ich werde wegen der guten Ansätze zu Beginn wohl wieder reinschauen. Insgesamt eher etwas für Fans von Comedy im Stile von „Louie“, ohne das „Baskets“ an dessen Glanzmomente herankommen kann.

GESAMTWERTUNG: 4,60 Punkte (befriedigend)

DICE (SEASON 1)

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Andrew Dice Clay hat seine besten Zeiten hinter sich. Damals, Ende der 80er/Beginn der 90er, war er die lässige Bühnensau, ein vor ausverkauftem Haus auftretender Comedyprovokateur-Proll mit hochversauter Klappe und einer Kippe an den Lippen, die er sich gerne mit um dem Kopf geschlungenem Arm in den Mundwinkel fluppte. Selbstverständlich hält diese Nummer nicht ewig, genausowenig wie bei uns ein Ingo Appelt auf Dauer damit durchkam, auf der Bühne das Wörtchen „ficken“ auszusprechen. Heute ist Dice eher stämmig, lebt in Las Vegas mit seiner Freundin Carmen (Natasha Leggero) plus Dauerkumpel Milkshake (Kevin Corrigan) und versucht, über die Runden zu kommen.

Eine Mischung aus „Californication“, „Curb Your Enthusiasm“ und „Episodes“. In Vergessenheit geratener, alter starrsinniger Mann gibt nicht auf, cool zu bleiben. Läuft gerade mal sechs Episoden lang und ist durchaus unterhaltsam. Sofern man mit deftigen Fluchereien und dem anrüchigen Kram rundum Las Vegas etwas anfangen kann. Für die Vorbilder reicht es allerdings insgesamt nicht.

GESAMTWERTUNG: 4,58 Punkte (befriedigend)

LIFE IN PIECES (SEASON 1)

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Ich weiß gar nicht, wie die Show in der Gunst des amerikanischen Fernsehpublikums steht. Ist sie beliebt oder guckten sie die Amis direkt nach dem weiterhin sklavisch verfolgten „The Big Bang Theory“ einfach weg? Wie auch immer, für mich ist „Life In Pieces“ der beste Comedy-Newcomer dieser Saison. Sympathischer Cast, herausragende humorige Einzelkämpfer des Familien-Alltags wie Colin Hanks („Fargo“) und Dan Bakkedahl („Legit“), auf den Punkt gebrachte Mini-Storys. Vergleiche mit der überragenden ersten Staffel von „Modern Family“ sind freilich noch zu weit hergeholt, die spielte damals in ihrer eigenen Klasse. Allerdings lässt „Life In Pieces“ deren aktuelle siebte Ausgabe locker hinter sich. Wer reinschauen will, bleibe mindestens bis zur dritten Folge „Sleepy/Email/Brunch/Tree“ dran, die bei mir den 6er einheimsen konnte. Den Piloten hatte noch mit 4,5 Punkten verbeschieden, aber mit dem Baumdrama hatte die Großfamilie Short mich endgültig für sich gewonnen.

GESAMTWERTUNG: 5,30 Punkte (gut)

THE WALKING DEAD (SEASON 6)

the+Walking+Dead+Season+6+comic+con+poster

Rick Grimes und seine Truppe konnten tatsächlich in der Rückrunde der 6. Staffel dicke zulegen. Ich meckere ja desöfteren an der Show herum, dass sie gerne mal ihre unbestrittenen Qualitätsmomente präsentiert, um kurz danach durch ein paar Langweilerfolgen die aufgebaute Mauer aus Hoffnung mit dem Hintern voraus wieder einzureißen. Die Folgen 6×09-6×16 sind allerdings richtig, richtig gut geworden. Die Auseinandersetzung mit anderen Gruppierungen bringt einen Grad an Spannung, Drama und Mitfiebern, der beim schnöden Zombiedahinmetzeln auf Dauer einfach nicht erreicht werden kann. Über das Finale mit Cliffhanger kann man ein wenig streiten, von meiner Warte aus bleibt eine der besten Halbserien in der Geschichte der wandelden Toten. Hätten die ersten 8 Episoden nach gutem Start nicht ein paar Aussetzer gehabt, wäre diesmal das „sehr gut“ drin gewesen.

GESAMTWERTUNG: 5,30 Punkte (gut)

Demnächst die Neustarts featuring:

Game Of Thrones, The Americans, House Of Card, Crowded, Silicon Valley, Veep, The Odd Couple, The Path

94 (März 2016)

9 Mrz

Diesmal mit ein paar Neustarts und dem tiefsten Wertungsknick in der Geschichte dieser Kolumne. Den angekündigten Mid-Season-Seriencheck werde ich in ein paar Tagen nachreichen, der ist auch mittlerweile zeitablaufstechnisch eher zum Telegramm geworden.

Hier noch die Liste der prominenten, von mir abgesetzten Shows: „The Big Bang Theory“, „The Muppets“ und „The Grinder“. Keine gute Zeit für Shows, die mit „The“ beginnen.

THE X-FILES (SEASON 10)

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Fängt der schon wieder mit Akte X an? Das hatten wir doch bereits letzten Monat!
Korrekt. Aber erstens steht hier nun die Abschlussnote für die komplette Staffel an (die eben nur sechs Episoden enthielt) und zweitens muss ich an vorderster Stelle all denen, die nach meinen Eindrücken im letzten Seriencheck schon vor Euphorie ins nachgebaute UFO steigen wollen, leider die Einstiegsleiter umtreten. Denn die abschließenden beiden Folgen sind richtig übel in die Hose gegangen. War S10E04 „Home Again“ noch eine solide „Monster of the Week“-Ausgabe mit ein wenig Trauer-Drama, rissen „Babylon“ und „My Struggle II“ die Wertungskurve derb nach unten.

„Babylon“ legt eine vor Klischees strotzende Terroristen-Story vor und mischt sie mit einem in diesem Zusammenhang vollkommen unpassendem, surrrealem Drogentrip. Ich wäre milder gestimmt gewesen, hätte man den lustig gemeinten Part in einer eigenen Episode verwurstet (wobei man ja mit „Mulder & Scully meet the Were-Monster“ bereits eine aus dem Rahmen fallende Geschichte präsentiert hatte). So allerdings wurde es ein herzhafter Griff in den Fettnapf der falschen Tonalität, was mich richtiggehend verärgert hat. Dazu kamen nicht zu übersehende Logiklöcher und die Einführung eines Agentenpaares, das man hoffentlich nicht als Next-Generation-Team für eine etwaige Fortsetzung im Auge hat.

Das Staffelfinale schließlich geriet als eine wilde, wirre Aneinanderreihung von Verschwörungstheorien, schlecht inszenierter Apokalypse, dezent lächerlicher Rettung und einem Cliffhanger, der bei mir eher Kopfschütteln als Lust auf weitere Ermittlungen in diesem Storybogen auslöste. Man muss es so hart sagen, aber Chris Carter und die Autoren haben mit diesem schiefen Schlussakkord einiges von dem eingerissen, was sie zuvor mehr als ordentlich aufgebaut haben.
So reicht es trotz des starken Starts am Ende doch nur für ein knappes „Befriedigend“. Schade.

GESAMTWERTUNG: 4,60 PUNKTE (befriedigend) 

BASKETS (SEASON 1)

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„Baskets“ erzählt die Geschichte von Chip (Zach Galifianakis), der sein Leben als Clown verbringen möchte und nicht nur einmal mit diesem Karrieretraum an die Grenzen der Realität stößt. Produziert von Louis C.K. („Louie“).

Als Fan des bärtigen, immer etwas neben der Spur wirkenden Comedians Galifianakis, dessen Witz vielschichtiger ist als in seiner Rolle in den Hangover-Filmen, war die Show ein klarer Fall für meine Guckliste. Die Show lebt von ihrer verschrobenen Sonderbarkeit, der Verwurzelung des Dramatischen im Lustigen, es gibt keine Schenkelklopfer zu beglucksen, sondern eher stille Momente der Absurdität zu erleben. Kurz gefasst: Wer schon bei „Louie“ nicht so recht weiß, wo und wann er die Mundwinkel anheben soll, dürfte auch mit „Baskets“ nicht glücklich werden. Mir gefällt neben Zach vor allem Louie Anderson in der Rolle der Mutter, der auf seine unnachahmlich tantenhafte Art wirklich alle Szenen an sich reißt und ein Highlight jeder Episode bildet. Manchmal allerdings scheint gar nichts zu passieren und die Show wirkt auf mich so unterhaltsam wie die Gesichtszüge von Chips‘ Anhängsel und Versicherungsagentin Martha.

Insgesamt eine schwierig zu bewertende Angelegenheit und definitiv nicht jedermanns Seriengeschmack, aber ich bleibe weiterhin dran, zumal eine zweite Staffel bereits gesichert ist. Wertungstechnisch pendelt es bis dato irgendwo zwischen befriedigend und gut, aber anders als bei vielen Comedy-Serien, die auf einem Niveau verharren, schwingt bei „Baskets“ immer das Potenzial mit, kleine Humor-Perlen in einer Folge zu finden.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH 4 EPISODEN: 4,70 PUNKTE (befriedigend)

BETTER CALL SAUL (SEASON 2)

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In der Ruhe liegt die Kraft, im ruhigen Aufbau und der bedächtigen Erzählweise von „Better Call Saul“ hoffentlich auch. Denn so sehr ich vor Inszenierung, Kameraarbeit, Dialogen und natürlich den Schauspielern den Hut ziehe, so sehr fehlt mir der Zug in der Geschichte. Da werden natürlich Erinnerungen an manche Breaking Bad-Episode wach, die auch mal gerne nur vor sich hinblubberte. Dort allerdings kam es immer wieder zu mitreißenden Eruptionen, die mir bei „Better Call Saul“ bis hierhin fehlen. Mit Sicherheit wird Vince Gilligan da noch das ein oder andere As ziehen, im Vergleich zu Shows wie etwa „Fargo“ schafft es sein derzeitiges Projekt aber nicht, durchgehend zu fesseln und mir höhere Wertungen als die 5,0 zu entlocken.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH 3 EPISODEN: 4,83 PUNKTE (befriedigend)  

THE REAL O’NEALS (SEASON 1)

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Nach den Afro-Amerikanern („Black-ish“)und den Asia-Amerikanern („Fresh Off The Boat“, „Dr. Ken“) präsentiert ABC nun die eigene Comedy-Show für amerikanisch-irische Katholiken. Willkommen bei den O’Neals, der perfekten, gottesfürchtigen Familie, deren nach außen hin zelebrierte heile Welt bereits in der Pilotfolge krachend in sich zusammenbricht.

Drüben bei den Serienjunkies direkt verrissen, fand ich den Auftakt jetzt nicht so schlimm. Vor allem mochte ich Noah Galvin als nervös-hibbeligen Teenager, der sich sexuell outen muss. Mama O’Neal Martha Plimpton hat seit „Raising Hope“ eh einen Stein bei mir im Brett und die ganze zwanghafte „Achgottchen, was denken wohl die Leute von uns?“- Gedankenschiene ist meiner Meinung nach so peinlich, dass sie fruchtbaren Boden für eine Komödie bietet. Ja, das Aufplatzen der Familien-Idylle am Ende des Piloten war holzhammerhaft, auch in der zweiten Folge setzt man mit der Präsentation der jüngsten Tochter zu plump an, um das tratschige Getuschel anzuheizen. Aber die Show hat andererseits durchaus nette Ansätze, so dass ich mir den gesellschaftlichen Niedergang der O’Neals mal noch weiter anschauen werde.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH 2 EPISODEN: 4,50 PUNKTE (befriedigend)      

VINYL (SEASON 1)

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New York, 1973: „Vinyl“ entführt uns in die Welt des Plattenfirmen-Bosses Richie Finestra (Bobby Cannavale, „Boardwalk Empire“), der gerade dabei ist, sein Label American Century Records an den deutsch-holländischen Konzern Polygram zu verkaufen. Im Mittelpunkt: 70er Jahre-Musik, Intrigen, Deals, Geld, Sex und Koks, bis der Schneemann weint.

Knapp zwei Stunden zum Auftakt sind schon mal eine Ansage. Aber wenn Martin Scorsese und Mick Jagger hinter einer Show stehen, wird halt geklotzt statt gekleckert. Als bekennender Rockmusik-Fan hat mich der Pilot schon alleine aufgrund des großartigen Soundtracks sofort in seinen Bann geschlagen. „Everybody Loves Raymond“ Ray Romano in einer etwas anderen Rolle fand ich schwer unterhaltsam, da steckt noch einiges an Potenzial drin. Die Kabbeleien mit den deutschen Juristen, die Verhandlungen mit dem schillernden Manager von Led Zeppelin, der Rückblick auf Finestras Ursprünge – alles wohlwollend von mir abgenickt. Weniger gut gefielen mir die ausschweifenden Drogentrips des Protagonisten, die die Geschichte nicht recht voranbringen. Auch hat der familiäre Plot noch Luft nach oben. Für den Piloten ziehe ich lässig die 5 Punkte und hoffe auf ständig bessere Auskopplungen.

ERSTEINDRUCK: 5,0 PUNKTE (gut)

86 (Mai 2015)

5 Mai

Letzten Monat gab es keinen Seriencheck, dafür platzt der im Mai fast aus allen Nähten. Staffeln, Serienfinals, Neustarts, eine deutsche (Mini)-Serie und möglicherweise eine neue Unterkategorie namens „NotMyKindOfShow“. Was allerdings nicht schlimm ist, denn es kommt mittlerweile so viel Zeugs raus, wenn ich das alles prima finden würde, müsste ich mich direkt im Fernsehzimmer einzäunen wie einst Al Bundy.  Zum Start kümmere ich mich heute um Serien, die ich komplett gesehen habe, der Rest folgt im Laufe des Monats.

BETTER CALL SAUL (SEASON 1)

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Die Frage, die sich alle Walter White-Jünger stellen, wird hier und jetzt unmissverständlich beantwortet: Ist es so geil wie „Breaking Bad“?

Naja, schon, aber…also… ich sag mal: Vergleicht man die jeweils ersten Staffeln, liegt „Better Call Saul“ vorne. Aber an „Breaking Bad“ in seiner Blütezeit kommen die Abenteuer von Slippin‘ Jimmy noch nicht heran.

Viel von ihrer Wertigkeit erlangt die Show ohne Zweifel durch ihre handwerklich überragende Machart und den Auftritt bekannter Gesichter aus dem Universum der Crystal-Meth-Saga. Mit der Figur des Mike Ehrmantraut hat man nicht nur einen Charakter, von dem man weiß, wie großartig er noch werden wird, sondern auch den Schauspieler Jonathan Banks, der in der besten Episode der Serie (Five-O) den Zuschauer mit seiner Darstellung emotional packt und nicht mehr loslässt.

Der Rest der gerade mal 10 Episoden bleibt stets auf einem guten bis sehr guten Niveau, an manchen vom Aufbau sehr gemächlich vorangehenden Stellen hätte ich mir aber mehr von Sauls Eskapaden gewünscht, die wohl erst ab der zweiten Season zu sehen sein werden. Das Finale konnte mich jetzt auch nicht hundertprozentig überzeugen, markiert es doch eher den Abschluss einer Entwicklung, als noch einen Höhepunkt zu setzen.

Sorgen muss man sich um die Show selbstverständlich keine machen. Das Ding wird mit großer Sicherheit von Staffel zu Staffel besser werden und ich freue mich darauf, den nächsten Schatz an versteckten Easter Eggs ausfindig zu machen.

GESAMTWERTUNG: 5,60 Punkte (sehr gut)

HOUSE OF CARDS (SEASON 3)

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Mittlerweile habe ich die dritte Staffel durch und stehe vor einem kleinen Dilemma. Kevin Spacey finde ich klasse, von dem schaue ich mir sogar gerne Werbespots an, wie er in wohl mehr funktional hochwertigen denn attraktiven Autoklötzen französischer Bauart durch die Gegend kutschiert. Dass in der aktuellen Ausgabe der Politik-Abenteuer der Underwoods weder er noch Robin Wright enttäuschen, bedarf wohl keiner Erwähnung. Beim Gegenüberstellen des diesjährigen Plots mit dem der vorherigen Seasons werde allerdings zumindest ich das Gefühl nicht los, als hätten die Macher aufgrund des Erfolges eher mal eine kleine Zwischenstation eingelegt. So nach dem Motto: „Das Ding läuft noch ein paar Jahre, wir können jetzt nicht jedes Mal einen draufsetzen, sonst landen wir in der „24- Eine Atombombe ist nicht genug“-Spirale“.

Sprich: Ich hatte mir von der Ausgangskonstellation etwas mehr erwartet. Zwar setzt es hier und da die gewohnten „Das hat Frank jetzt doch nicht wirklich“-Spitzen, die direkten Anreden an den Zuschauer funktionieren auch weiterhin, aber den letzten Kick bringt die Geschichte für mich nicht auf den Schirm. Gerade in der Mitte der Staffel musste ich doch wertungsmäßig einmal 4 (durchschnittlich) und einmal 4,5 Punkte (befriedigend) geben, was sich in der Schlusswertung widerspiegelt. Insgesamt daher die bisher schwächste Staffel, allerdings deutet das Finale an, dass es in den kommenden Kapiteln wieder richtig zur Sache gehen wird.

GESAMTWERTUNG: 5,29 Punkte (gut)

GALAVANT (SEASON 1)

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Es ist eine tückische Krankheit, die vor allem Haushalte mit kleinen Kindern befällt. Elterliche OverFROZENisierung oder anders ausgedrückt: die Unfähigkeit erwachsener Menschen, nach „Frozen“ und dem von kindlicher Seite aufgezwungenen Auswendiglernen sämtlicher Liedtexte wieder Zugang zu und Freude an einer Produktion mit dem Thema „Musical“ und „Märchen“ zu finden. Der alte Serienonkel Ini empfiehlt in diesem Fall Galavant. Erzählt wird die Geschichte um den edlen Ritter selben Namens, der beliebt beim Volk, verliebt in seine makellose Maid Madalena und obendrauf sangesstark und -freudig ist. Bis der böse König Richard auftaucht, die holde Liebste entführt, woraufhin… nun ja, danach wird es kompliziert. Und stellenweise herrrlich köstlich schräg.

Denn Galavant nimmt sich erfrischenderweise selbst nicht ernst. Die Songs sind schmissig und nehmen viele Klischees auf die Schippe, die Geschichte driftet beachtlich vom üblichen Lauf der Märchendinge ab, die Charaktere (allen voran der aus Psych bekannte Timothy Omundson als König) nehmen fast schon montypythoneske Züge an, es gibt Gastauftritte von Weird Al Yankovic, John Stamos oder Ricky Gervais, kurz gefasst: die Show ist eine Mischung aus Dr. Horrible, Ritter der Kokosnuss und Märchen. Mich hatte Galavant bereits mit der Eröffnungsnummer und dem Hauptthema, dessen Melodie man sich wirklich chirurgisch entfernen lassen muss.

 

Der Wermutstropfen muss allerdings auch eingeschenkt werden: nach schon 8 Episoden (die von ABC auch noch im Zweierpack versendet wurden) ist Schluss und eine Fortsetzung nicht geplant. Sehr, sehr schade. Weshalb ich nur hoffen kann, dass die Serie vielleicht im Nachhinein ein wenig Kultstatus erhält und danach von Netflix, amazon, Yahoo oder anderen Sendern doch noch fortgeführt wird. Von mir eine dicke Empfehlung nicht nur an Menschen, die endlich „Let It Go“ aus den Ohren gespült haben wollen.

NACHTRAG:

Tja, da habe ich erfreulicherweise Kappes geschrieben, denn Galavant hat wider Erwarten tatsächlich grünes Licht für eine zweite Staffel bekommen. Sehr, sehr prima! Zeit, wieder die Heldenkehle zu ölen.

GESAMTWERTUNG: 5,56 Punkte (sehr gut)

JUSTIFIED (SEASON 6)

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Ich ziehe meinen Stetson vor dieser abschließenden Staffel, lege meinen Colt ehrfürchtig nieder, gehe in den Berg und schreie ein „Hol’s der Holler, war das eine geile Show“ Richtung Ost-Kentucky. Nachdem die vierte Staffel bei mir als bisher einzige unterhalb der „Gut“-Wertung landete, hat man nun erneut alles richtig gemacht. SO muss man einer Show wie Justified die letzte Ehre erweisen. Alle liebgewonnenen Nebenfiguren nochmals abfeiern (und gegebenenfalls mit einem tödlichen Schuss abtreten lassen), lang gewebte Storystränge zusammenführen,  schweinecoole Gangstertypen präsentieren wie Avery Markam (Sam Elliott) oder dessen Handlanger Boon (Jonathan Tucker), ein letztes großes Duell aufbauen, anfüttern und dann doch anders als gedacht abschließen, um am Ende den Zuschauer zufrieden auf dem Sofa aufseufzen zu lassen. Wer mit dem Modern-Wild-West-Cowboy-Law-And-Order-Setting etwas anfangen kann und von der Pilotfolge „Fire in the Hole“ anno 2012 gepackt wurde wie ich damals, darf ohne Zucken in der Schusshand direkt die Komplettbox bestellen und sich auf gelungene Unterhaltung einstellen.

GESAMTWERTUNG: 5,71 Punkte (sehr gut)  

THE LAST MAN ON EARTH (SEASON 1)

TV Serie - Commedy - Commedia - 2015 - The Last Man on Earth - Ultimo uomo sulla Terra - Will Forte is Phil Miller - Kristen Schaal is Carol Pilbasian

Phil Tandy Miller ist ein Vorbild für uns alle. Für uns Männer. Für uns Männer nach der Apokalypse. Für uns Männer nach der Apokalypse, die wir darauf bedacht sind, nicht alles falsch zu machen und große Scheiße zu bauen. Denn im Allesfalschmachen und Großscheißebauen ist Phil Tandy Miller einfach der Beste auf der ganzen weiten, wenn auch ziemlich entvölkerten Welt.

Ich hatte meinen Spaß mit dieser etwas anderen Art des Lebens nach dem Aussterben der menschlichen Spezies. Die Show gab mir vor allem direkt im Anschluss an manche öde „The Walking Dead“-Episode wieder ein wenig Freude zurück. Es gilt allerdings wie mittlerweile so oft bei US-Comedyshows: Wer gar nicht mit Fremdscham umgehen kann, dürfte hier kaum seine Erfüllung finden. Denn es ist teilweise zum Zähneknirschen, wie unser Held in die Fettnäpfe tritt, sich es mit allem und jedem verdirbt oder einfach nur als peinliche Wurst rüberkommt. Anfang und Ende bilden ein wenig die Klammer dieser Staffel, denn just diese beiden Folgen sind in meinen Augen ein wenig schwächer ausgefallen als der Rest, weshalb es letztlich nicht ganz für die Wertung „sehr gut“ gereicht hat. Ich freue mich auf die schon gesicherte zweite Season.

GESAMTWERTUNG: 5,37 Punkte (gut)

FRESH OFF THE BOAT (SEASON 1)

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Nach 13 Episoden ist die erste Staffel der asiatisch-amerikanischen Serie bereits beendet, eine Verlängerung ist trotz recht guter Quoten derzeit noch in der Schwebe. Ich bin ein wenig zwiegespalten; einerseits mochte ich die Geschichten, die sich um die Eltern drehten, die Idee mit dem success perm, also der Erfolgsfrisur, mit der man gegenüber seinen Verwandten angibt, den Aufprall der Kulturen, wenn typische Asiaten Basketball spielen oder Wildwest-Restaurants eröffnen. Andererseits konnte ich mit dem rebellischen HipHop-Kid und seiner rapgeprägten Ausdrucksweise ziemlich wenig anfangen. Die komödiantische Rolle der Großmutter hat sich mir bis dato sogar komplett verschlossen. Für mich ein klarer Fall von „ganz nett genug, um ab und an gut zu sein“, weshalb der Großteil der Folgen auch irgendwo im Wertungsspektrum zwischen 4,0 und 5,0 landete. Folgerichtig trifft man sich in der Endabrechnung fast genau in der Mitte. Würde ich es im Falle der Weiterführung gucken? Käme sicherlich darauf an, wieviele Comedies nachrücken bzw. wegfallen, aber wahrscheinlich schon.

GESAMTWERTUNG: 4,54 Punkte (befriedigend)

EICHWALD, MdB (SEASON 1)

eichwaldCopyright: Daniela Incoronato / ZDF

Ich musste selbst schmunzeln, als ich eben das SEASON 1 hingeschrieben habe. Denn Eichwald, MdB ist eines dieser ZDF-Experimente, die man ganz klammheimlich am Zuschauer vorbeisenden möchte. Nur vier Folgen, läuft auf ZDFneo, alle Folgen sind aber in der Mediathek des Senders abrufbar.

Hans-Josef „Hajo“ Eichwald ist der typische Hinterbänkler im Bundestag, der täglich mit seinem vor Kompetenz strotzenden Team darum kämpft, wahrgenommen zu werden, um die Wähler aus seinem Wahlkreis von seiner Unentbehrlichkeit zu überzeugen. Bei dieser Tätigkeit wird ein ruppig-herzlicher Ton angeschlagen, Fluchen gehört zum täglichen Geschäft, Versagen ebenso. Wem jetzt bei dieser Konstellation die Namen „Armando Iannuci“, „The Thick Of It“ oder „Veep“ vor der Netzhaut umhertanzen, darf sich ein Kreuz auf die Wiederwahlkarte malen. Denn das ist hier quasi die deutsche Fassung, so wie „Lerchenberg“ (das ich zwar bemüht, aber dann doch qualitativ ein gutes Stück weit vom Original und daher nicht so prall fand) damals der Versuch war, „30Rock“ einzudeutschen.

Das Urteil: Hab ich wirklich gerne gesehen. Natürlich trübt die Gewissheit, lediglich eine an deutsche Verhältnisse angepasste Kopie zu verfolgen, um einiges den Spaß. Aber es ist handwerklich gut gemacht, die Schauspieler liefern ihre Sprüche ordentlich, Bernhard Schütz als Protagonist hat sich bei mir alle respektvollen Ehren erspielt und gerade die Folge um die Lebensmittelampel zeigt, wie man den Regulierungs- und Aufklärungsverhinderungswahn vieler politischer Projekte in eine witzige halbe Stunde verpacken kann. Daher von mir ein aufmunterndes „Hey, ZDF, das braucht ihr nicht zu verstecken. Einfach direkt nach der heute show mal ins Programm reinklemmen und gut ist“.

Weil vier Folgen bei mir keine Staffel ausmachen, vergebe ich nur eine Stammnote. Und da lande ich trotz einiger Abzüge bei der Originalität doch knapp im „Gut“.

GESAMTWERTUNG: 5 Punkte (gut)

84 (Februar 2015)

17 Feb
Lossd misch met Karneval in Ruh‘
Ruf isch dem närrisch‘ Volke zu
Gebor’n als Rosenmontagskind
Das hier mei Feierstunde sind:
Dem Schunkeln vorzieh’n allemool
Tu isch die Show Better Call Saul
Die Umzüüch gugg isch‘ eher net
Nur die mit Zombies, Walking Dead
So mancher macht sich heut‘ zum Affe
Mir macht 12 Monkeys mehr zu schaffe
Die Handlung springt von Jahr zu Jahr
Das kriegt ma jo im Kopp net klar
Den Cowboyhut halt‘ isch bereit
Wenn Raylan Givens justified
Es grölt der Narr, es schreit der Jeck
Nun folgt e neuer Seriencheck

NEUSTARTS

BETTER CALL SAUL (SEASON 1)

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Die Breaking Bad-Kollaborateure Vince Gilligan und Peter Gould erzählen die Geschichte vom Werdegang des erfolglosen Anwalts Jimmy McGill zum zwielichtigen Rechtsausleger Saul Goodman. Mit Bob Odenkirk und vielen anderen irgendwoher bekannt vorkommenden Gesichtern.

Natürlich DIE Show mit den größtmöglichen Erwartungen im Vorfeld und das nicht nur bei Freunden des babyblauen Crystal Meths. Ist das nun besser als Walter Whites Transformationsgeschichte oder eher ein dünn aufgekochter Schnellschuss unterm Laborkittel? Nach zwei Folgen kann ich reinen Gewissens sagen: Das Ding ist gut und wird Fans keinesfalls enttäuschen. Dafür sorgen nicht zuletzt schon die ganzen schönen Reminiszenzen an die Mutterserie. Endlich wieder Ausflüge in die Wüste rundum Albuquerque, endlich wieder faszinierend komponierte Kameraeinstellungen und Bilder, endlich wieder Saul und andere Figuren, deren Erscheinen dem Fan ein Lächeln ins Gesicht zaubert.

Moment, hatte ich da oben was von „gut“ geschrieben? Nicht großartig, toll, umwerfend grandios? Richtig. Denn ein bisschen Luft nach oben geht durchaus noch. Bei der ersten Episode fand ich den Einstieg zwar schlicht überragend, den späteren Erzählstrang um den mysteriösen älteren Bruder Chuck allerdings etwas langatmig. Die tags darauf laufende zweite Folge konnte allerdings schon eine Wertungsstufe mehr einheimsen und ich kann mir nur schwer vorstellen, dass die Show jemals von diesem Qualitätsniveau abfallen wird. Überhaupt scheint „Better Call Saul“ einen weiten Erzählbogen zu spannen, ich hatte eigentlich mehr an etwas wie „Saul Goodmans schräge Fälle der Woche“ gedacht. Soll mir allerdings recht sein.

WERTUNGSDURCHSCHNITT (nach zwei Episoden): 5,30 Punkte (gut)

TENDENZ: sehr gut – überragend

GUCKLISTENSTATUS: Hohes Gericht, ich fühle mich von dieser Frage in meiner Berufsehre beleidigt

12 MONKEYS (SEASON 1)

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Der Syfy-Channel bedient sich des Filmklassikers „12 Monkeys“ und strickt eine TV-Serie daraus. Die Weltbevölkerung hat es mal wieder infolge eines tödlichen Virus weitestgehend dahingerafft, was die Überlebenden im Jahre 2043 dazu veranlasst, den Straftäter James Cole zurück in der Zeit zu schicken, um die Katastrophe im Vorfeld zu verhindern.

Beim Syfy-Channel bin ich ja immer ein bisschen kritisch, so recht konnte sich der Sender nämlich nach „Battlestar Galactica“ nicht mehr in mein Serienherz einfinden. Mit dieser Produktion allerdings könnte das anders werden, denn mit Zeitreisen kann man mich eigentlich immer kriegen. Klar, die modernisierte Fassung atmet nicht den genial wahnsinnigen Geist, den Terry Gilliam der Vorlage eingehaucht hat, die Show arbeitet sich zumindest in den ersten Folgen eher direkt an der Vorgabe der Story ab. Und verwendet Zeitsprünge. Reichlich Zeitsprünge. Ich hatte durchaus meine Probleme, nach einer zu langen Pause zwischen zwei Episoden wieder rein zu kommen.

Vom Cast her kamen mir nur Kirk Acevedo („Fringe“) und von weiter Serienferne Aaron Stanford („Traveler“) bekannt vor, deutsche Filmfans ohne meine Kulturbanausigkeit erkennen natürlich Barbara Sukowa („Berlin Alexanderplatz“) als Wissenschaftlerin Katarina Jones. Optisch keinesfalls zu vernachlässigen: Amanda Schull („Suits“, „Pretty Little Liars“), die eine Mischung aus Nicole Kidman und Naomi Watts in ihren Jugendjahren auf den Schirm bringt.

Ob „12 Monkeys“ in die Wertungsgefilde jenseits des „befriedigend bis gut“ eindringen wird, dürfte die Zeit zeigen. Bisher ist es jedenfalls sehr gefällige Unterhaltung.

WERTUNGSSCHNITT (nach fünf Episoden): 4,95 Punkte (gut -)

TENDENZ: befriedigend – gut

GUCKLISTENSTATUS: komme immer wieder gerne drauf zurück

FRESH OFF THE BOAT (SEASON 1)

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Taiwanesischstämmige Familie entflieht inmitten der 90er Jahre dem Verwandtendunstkreis in Washington, D.C. durch einen Umzug nach Orlando, Florida.

Erinnert sich noch jemand an „Everybody Hates Chris“? Das in die 90er transferiert, mit Asiatamerikanern statt Afroamerikanern plus ein wenig Kulturschock – schwupp, fertig ist  „Fresh Off The Boat“. Comedymäßig läuft derzeit meiner Meinung nach keine richtig überragende Show im US-Fernsehen, „Veep“ war da letztes Jahr der Spitzenreiter. Und genau von dort kenne ich auch Randall Park („The Interview“), der hier den soften Familienvater gibt, welcher sich den Traum vom eigenen Cowboy-Restaurant verwirklicht. Ganz im Gegensatz zur strengen (und knauserigen) Ehegattin, die ständig die Ausgaben und fehlenden Einnahmen kritisiert. Dazu noch drei Kids, von denen das älteste schwer HipHop-abhängig ist und die nur taiwanesisch sprechende Oma im Rollstuhl.

Kann man angesichts der Comedy-Dürre gucken. muss man aber wahrscheinlich nicht. Ich hänge noch dran, weil ich das Ehepaar und seine Streitereien mag, Asiaten im Cowboy-Fieber und mit Erfolgsdauerwelle nicht von der Hand zu weisen lustig sind und ich Ersatz brauche, weil man mir „The McCarthys“ jüngst senderseits aus der Guckliste gestrichen hat. Allerdings kann ich mit dem von der Show zum Hauptdarsteller gekürten HipHop-Kid rein gar nichts anfangen. Weil ich selbst Asiaten im HipHop-Fieber nicht lustig finde.

WERTUNGSSCHNITT (nach vier Episoden): 4,63 Punkte (befriedigend)

GUCKLISTENSTATUS: auf Bewährung

BACKSTROM (SEASON 1)

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Rainn Wilson („The Office“) als versiffter Ermittler mit ungesunden Ernährungsgewohnheiten und schwerer Unfreundlichkeit gegenüber seinen Mitmenschen.

Das wird jetzt eher kurz, weil ich die erste Episode nach etwa 20 Minuten zuerst mal ausgeschaltet habe. Die Show will eine cool-kaputte Figur irgendwo zwischen „Dr. House“, „Columbo“ und Oskar aus „Männerwirtschaft“ etablieren und scheitert zumindest bei mir auf ganzer Linie. Zwanghaft bemüht und nicht überzeugend in Ausarbeitung und Darbietung. Dass am Ende (ja, im zweiten Versuch habe ich die Pilotfolge geschafft) der Verdächtige auch noch in die uralte „Das können Sie doch gar nicht wissen“-Verplapperungsfalle läuft, setzte der Langeweile die Krone auf.

WERTUNG: 3,0 Punkte (mäßig)  

GUCKLISTENSTATUS: Sichtung eingestellt
SCHITT’S CREEK (SEASON 1)

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Kanadische Serie um eine vermögende Familie, die alles verliert und in ein von ihr noch im Vermögensrausch gekauftes Kaff umzieht. Mit Eugene Levy und Familie.

Ach ja, Eugene Levy, die olle Augenbraue aus den „American Pie“-Filmen. Hat ja danach auch nicht unbedingt den Comedy-Olymp erklommen. Bei „Schitt’s Creek“ findet er sowohl vor als hinter der Kamera  reichlich Unterstützung von diversen Familienmitgliedern wie Sohn Dan oder Tochter Sarah. Nur lustig macht das die Show leider nicht.

Zwei Folgen gesehen, nur ganz milde hoffnungsvoll gelächelt und gute 40 Minuten umsonst auf einen handwerklich ordentlichen Witz gewartet. Keine Ahnung, was die Kollegen von Serienjunkies am Piloten gefunden haben.

WERTUNGSSCHNITT (nach zwei Episoden): 3,50 PUNKTE (UNTERDURCHSCHNITTLICH)

GUCKLISTENSTATUS: Sichtung eingestellt

WIEDER DA

THE WALKING DEAD (SEASON 5 EPISODE 09)

Der Wiedereinstieg nach über zwei Monaten Pause hat sich bei mir erst in der letzten Viertelstunde das „Gut“ verdienen können. Denn wohin genau die Reise in der Rückrunde gehen wird, zeigen wohl erst die kommenden Episoden. Mit „What Happened and What’s Going On“ hat man sich zunächst einmal von einem weiteren Mitglied der verschworenen Überlebensgemeinschaft verabschiedet, was gerade gegen Ende mich dann doch emotional ein wenig am Herzmuskel zerren konnte. Ein Extra-Lob auch an die eine Slo-Motion-Szene bei dem Zombieangriff, die optisch wirklich beeindruckend gelungen ist.

WERTUNG: 5,0 Punkte (gut)

JUSTIFIED (SEASON 6)

Justified mit der finalen Staffel und wie schon am Ende der Vorgängerstaffel etabliert, läuft alles auf das große Duell Raylan Givens vs. Boyd Crowder hinaus. Mit den neuen Bösewichtern Sam „leider ohne Schnurrbart“ Elliott („The Big Lebowski“) und Garret “ mit prächtigem Vollbart“ Dillahunt („Raising Hope“) hat man prächtige Zwischengegner für die beiden Duellanten in die Show geholt. Ich habe diverse Wiedersehen mit beliebten Gesichtern und deren spektakuläres Ableben erwartet und schon in den ersten Folgen bekommen. Das Ding läuft, die Komplettbox kann geordert werden.

WERTUNGSSCHNITT (nach vier Episoden): 5,35 Punkte (gut)

PARKS AND RECREATION (SEASON 7)

Auch hier herrscht Endzeitstimmung, denn Leslie Knopes Amtzeit geht unweigerlich dem Ende zu. Ein Zeitsprung ins Jahr 2017 und eine mysteriöse Fehde mit Ron Swanson hat mich zum Einstieg doch eher ratlos zurückgelassen. Nach der Aufklärung findet die Show aber in bessere Gefilde zurück. Dennoch: Mir läuft es zu sehr auf die Weichenstellung für die große Happy End-Verabschiedung für alle Figuren und weniger auf zünftige Ensemble-Comedy hinaus. Wenn ein Ron Swanson schon menschliche Züge annimmt und Anflüge von Gefühlsduseligkeit hat, verliert die Show einiges an Unterhaltsamkeit, die sie bisher locker jenseits der 5-Punkte-Wertungsgrenze gebracht hat.

WERTUNGSSCHNITT (nach neun Episoden): 4,93 Punkte (befriedigend +)

THE AMERICANS (SEASON 3)

Der Einstieg noch eher freundlich-gemäßigt, aber schon ab der zweiten Folge geht es wieder rund im Leben des Ehepaares Elizabeth und Philip Jennings. Neuerdings scheint man sich an für den Zuschauer schmerzhaften Momenten zu probieren, ich verweise da nur auf die Szenen mit der Leichenverstauung oder der privaten Zahnbehandlung. Uiuiui, da zuckt selbst der beinharte „The Walking Dead“-Anhänger kurz zusammen. Ist ganz schön hart, das russische Agentenleben.

WERTUNGSSCHNITT (nach drei Episoden): 5,05 Punkte (gut)