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55 (Februar 2012)

17 Feb

NEU

Alcatraz

Auf der berühmten Gefängnisinsel Alcatraz fielen 1963 endgültig die letzten Schlösser in ihre Riegel, alle Gefangenen und das Personal wurden transferiert, die Anlage stillgelegt. So heißt es. Aber Mysteryproduzent JJ Abrams meint, die Sache wäre komplett anders gelaufen, und vor allem mächtig aus dem Ruder. Weshalb er diese Serie an den Sender ABC verkauft hat. Nach seiner Lesart verschwanden alle Bewohner von Alcatraz auf geheimnisumwobene Weise und tauchen nun, knapp 50 Jahre später, wieder in San Francisco auf. Die Schwerverbrecher verbrechen gewohnheitsmäßig natürlich erneut exakt so wie früher, weshalb die junge Polizistin Rebecca Madsen (Sarah Jones) sich gemeinsam mit dem Alcatraz-Experten Dr. Soto (Jorge Garcia, LOST) auf die Jagd macht, sie wieder einzufangen. Dies alles im Auftrag des undurchsichtigen Regierungsagenten Emerson Hauser (Sam Neill, Jurassic Park).

Mir gefiel der Einstieg in diese neue Serie sehr gut. Die Geschichten der wieder auftauchenden Tunichtgute waren spannend, die Ermittlungen packend, es wurden die genretypischen Verknüpfungen gewebt (wie etwa direkt zu Beginn, dass Madsen ihren eigenen Großvater jagt), die schon aus LOST bekannten Rückblenden gewährten tiefe Einblicke in die Charaktere der Insassen, Wärter und Führungspersonal. In personeller Hinsicht sorgte Jorge Garcia für die geekig goldigen Momente, die burschikose Sarah Jones agierte tough, zäh, aber dennoch sexy und am Ende einer Episode hatte Mr. Hauser immer noch eine Pointe im Ärmel, um den Zuschauer in allerlei Grübelei zu versetzen. Problem: das galt für die ersten beiden Episoden.
Schon ab S1E03 schwächelt das Ganze wegen der Konzentration auf den „Alcatrazzy of the Week“. Ist der aktuell gesuchte Mann aus den 60ern und seine Geschichte uninteressant, schleppt sich auch die Folge entsprechend dahin. Ständig neue, aufregende Geheimnisse oder Querverbindungen kann man ebenfalls nicht in jede neue Episode packen. Kurz: es droht ein wenig der Leerlauf und die Gewohnheit. Das ebenfalls stark fallbezogene „Person of Interest“ hat ein ähnliches Problem, kann aber bei Bedarf noch ein paar Twists in die Story bringen, wohingegen Alcatraz bei den Ermittlungen ein wenig zu sehr auf Schienen läuft. Und, liebe Inselvorgeschädigte, mal Hand aufs Herz: wer befürchtet nicht auch, dass das große Geheimnis der Wiederkehrer enttäuscht, weil es zu lange hinausgezögert wird, keinen Sinn ergibt und nie jemand mal die richtigen Leute zum richtigen Zeitpunkt befragt? Legt man die aktuelle Zuschauerakzeptanz zugrunde, bin ich wohl nicht der Einzige, der so denkt.

Wertungsdurchschnitt nach 6 Episoden: 5,07 Punkte (gut)
Tendenz: befriedigend – gut

Are You There, Chelsea?

Chelsea Handler (Laura Prepon) ist Kellnerin, hat gerne Sex, will keine Beziehung und könnte so manchen gestandenen Lokalbecherer locker unter die Theke saufen. Zusammen mit ihrer besten Freundin Olivia, dem Kneipenbesitzer und ex-Liebhaber Rick, dem kleinwüchsigen Kellnerkollegen Todd, ihrer christlich konservativen Schwester Sloane und ihrer sexuell unerfahrenen, aber hibbeligen Mitbewohnerin Dee Dee erlebt sie Abenteuer in New Jersey.

„2 Broke Girls“ haben es vorgemacht, „New Girl“ setzt es ebenfalls ein, „Are You There, Chelsea?“ will dem Ganzen die Krone aufsetzen. Es geht um neue Frauenrollen in der TV-Comedy. Frech, unverblümt, schräg, derb und verlebt statt süß, lieb und schmachtend auf Mr. Perfect wartend ist das neue Motto. Zunächst einmal freut es mich, Laura Prepon aus „That 70’s Show“ wieder in einer Serie zu sehen. Beim Piloten fiel mir allerdings als erstes auf, dass ihre Stimme nicht so recht für spritzige Voice Over-Erzählungen geeignet ist. Okay, geschenkt. Wenn der Rest stimmen würde. Aber das tut er leider nicht.
Der Pilot ging nach einigermaßen durch, aber die beiden nächsten Folgen haben mich schließlich zur Aufgabe gezwungen. Zu viele nicht zündende Pointen, alles zu krampfhaft auf freche Schnauze getrimmt und mindestens zwei Nebenfiguren, die ziemlich in die Hose gegangen sind – die Mitbewohnerin ist wohl als eine Art weiblicher Sheldon Cooper angelegt, allerdings ohne geekige Attitüde, sondern mit jungfräulichem „I Love Kitty“-Einschlag. Prädikat: auf Dauer extrem nervig. Und der kleingewachsene Kellner tut mir fast ein wenig leid, weil er von den Autoren wirklich die abgeschmacktesten Sprüche serviert bekommt. Meines Erachtens machen die „2 Broke Girls“ in dem Bereich ihre Arbeit viel besser, auch wenn dort nicht gleich alles Gold ist. Ich für meinen Teil kann auf „Are You There, Chelsea?“ jedenfalls prima verzichten. Sorry, Laura.

Wertungsdurchschnitt nach 3 Episoden: 3,33 Punkte (mäßig)
Sichtung eingestellt

House Of Lies

Einblicke in das Leben und Streben der Unternehmensberater Kaan, van der Hooven, Oberholt und Guggenheim serviert diese neue Show des Senders Showtime. Sex’n’Success stehen im Mittelpunkt, wenn die Anzugträger den Globus bereisen und Firmen auf clevere Weise vorspielen, sie hätten den ultimativen Geschäftsmasterplan im Gepäck. Der sie natürlich einiges kosten wird. Hauptfigur ist dabei Marty Kaan (Don Cheadle), der desöfteren die laufende Geschichte anhält und die sog. vierte Wand durchbricht, indem er dem Zuschauer Fachbegriffe oder Vorgehensweisen aus seinem Metier erklärt.

Schwierige Kiste. Ich schätze Don Cheadle als Schauspieler, die aus „Veronica Mars“ bekannte Kristen Bell sehe ich immer wieder gerne auf dem Bildschirm, die Show selbst will einen mit einem Vibe packen, wie ihn auch „Entourage“ oder „Californication“ versprühen. Erfolgsmenschen, die sich auch ausreichend nackte Tatsachen gönnen dürfen, weil die Serie nun mal auf einem PayTV-Kanal läuft. Lässige und coole Typen, in deren Haut man schlüpfen möchte. Und genau da liegt bei mir der Hase begraben. Denn so gerne ich ein Hollywoodstar wie Vince Chase wäre oder ein Autor/Rocker/Draufgänger wie Hank Moody, so wenig empfinde ich Sympathien für gelackte Unternehmsberater. Ähnliche Probleme hätte ich hierzulande mit einer Show über gewiefte Abmahnanwälte, abgezockte Großbanker oder mit allen Wassern gewaschenen Verwertungsgesellschaftern der GEMA.

Auch wenn in der Show mancher mächtige Boss als tumber Idiot bloßgestellt wird und die Truppe als Glücksritter angelegt sind, die sich aus jeder hoffnungslosen Situation retten, bleibt bei mir trotzdem immer dieser Graben, der es verhindert, dass mir die Charaktere ans Herz wachsen. Mir geht da nun mal die ultrakapitalistische „Erfolg um jeden Preis“-Mentalität eines Donald Trump ab, der sicher viel Spaß an der Show hat. Von daher lege ich die Serie vorerst mal auf Eis und werde vielleicht später nochmal reinschauen.

Wertungsdurchschnitt nach 2 Episoden: 4,0 Punkte (durchschnittlich)
Sichtung ausgesetzt

¡Rob!

Rob, ein durchschnittlicher Amerikaner, heiratet eine junge, attraktive Frau mexikanischer Abstammung und darf sich fortan – stets auf der Suche nach Anerkennung und Akzeptanz – mit der Großfamilie seiner Gattin auseinandersetzen. Die ihr Nesthäkchen natürlich viel lieber mit einem echten Latinomann verkuppelt hätten.

Rob Schneider – ein Name wie Donnerhall bei Kinofans. In dem Sinne, dass man die flachen Komödien, in denen er mitspielt, weiträumig umgehen sollte, bevor der Blitz in den Sessel einschlägt. Dementsprechend erwartete ich mir rein gar nichts von diesem TV-Comedyvehikel, zumal a) die Grundprämisse mit ihrer thematisierten Völkermentalitätsdissonanz wenig frisch anmutete und b) mir damals bei „Weeds“ das Mexiko-Setting mal den Spaß an einer ganzen Staffel versaut hatte. Entsprechend nickte ich den Piloten auch als nix Besonderes ab. Üblicherweise hätte ich der Show noch ein, zwei Episoden gegeben und sie dann von meiner Guckliste gestrichen. Ab S1E03 wird es auch leicht besser, aber die aktuell letzten Episoden haben mir sogar richtig gut gefallen. Das liegt jetzt nicht daran, dass Rob Schneider oder seine Partnerin Claudia Bassols überragend schauspielern würden. Nein, in der mexikanischen Familie liegt der Kern der Überraschung. Urgestein Cheech Marin als griesgrämiges Familienoberhaupt, Diana Maria Riva als lästernde Schwiegermutter und der herrlich schleimige, begriffsstutzige Schwager Hector alias Eugenio Derbez sorgen bei mir dafür, dass ich weiterhin einschalte. Die vierte und fünfte Folge haben bei mir 5,5 bzw. 5 Punkte einsacken können und damit Wertungen, die in dieser Season vielen der auf ein „befriedigend“ als Gesamtwertung zulaufenden neuen Comedyserien bisher verwehrt geblieben sind. Eine Show wie eine Piñata. Wenn man lange genug dagegen klopft, kommt etwas Gutes dabei heraus. Ich bin gespannt, ob „¡Rob!noch weitere solcher Überraschungen bietet.

Wertungsdurchschnitt nach 5 Episoden: 4,65 Punkte (befriedigend)
Tendenz: befriedigend

The River

Der bekannte Dokumentationsfilmer und Fernsehstar Dr. Emmet Cole verschwindet spurlos irgendwo in den Weiten des Amazonas. Seine in der Heimat zurückgelassene Familie ist gerade richtig schön am Trauern, da rauscht das Notsignal des Forschers durch den Äther. Frau, Sohn und ein komplettes TV-Produktionsteam machen sich mitsamt ungezählten Kameras auf den Weg, um auf Geheimnisse, Schrecken und vielleicht sogar irgendwann den Verschollenen selbst zu stoßen.

Neue Horror-Mystery-Show von den Leuten, die für die Paranormal Activity-Filmreihe verantwortlich zeichneten. Deren prägendste Eigenschaften sind bekanntlich lange Kameraufzeichnungen von Schlaf- oder Wohnzimmereinrichtungen, in denen meistens nichts, plötzlich aber dann doch etwas passiert. Das Erfolgsrezept liegt zum größten Teil darin begründet, dass man als Zuschauer in die Privatsphäre anderer eingeladen, dabei hautnah Zeuge schrecklicher Ereignisse wird und im Folgenden unruhig nachts durch die eigenen vier Wände schleicht. Funktioniert dieses Konzept des intimen Schreckens auch im Regenwald?

Kurze Antwort: nein, für mich nicht. Zum einen weiß ich als Kenner der Filme, dass schon aus Gründen des Budgets ausgefeilte Schockeffekte nicht drin sind. Mit von Geisterhand zugeschlagenen Türen, durchs Bild schwebenden Gegenständen oder hypnotisiert herumwandelnden Menschen zieht man eben im Dschungel keine Schlange vom Baum. Gore ist wegen der Sendezeit und des Senders ABC nicht drin, entsprechend hängen von der dortigen Flora keine blutigen Kadaver, sondern bös dreinblickende Puppen und Teddybären herunter. Zum anderen haben die Produzenten zur paranormalen Aktivität noch eine ordentliche Portion „Blair Witch Project“ beigemischt. Will sagen: Wackelkamera bis zur Schüttellähmung, authentische „being there“-Streifen inklusive. Wenn also etwas Dramatisches passiert, wie etwa das Auftauchen eines unheimlichen Wesen, wird man außer Gewackele nichts davon sehen. Dachte ich mir. Und so kam es denn auch. Den endgültigen Todesstoß erhält die Show durch wenig überzeugende Schauspieler (hallo, Herr Kretschmann), nervige Charaktere (hallo, Tochter des Mechanikers) und an den Haaren herbeigezogene Plots (hallo, im Mund steckende, englisch lehrende Libelle mit tiefer Stimme), die selbst mein trashgestählter Bruder nicht ertragen konnte. Wer diese Saison gescheiten Horror erleben will, möge sich „American Horror Story“ zuwenden.

Wertungdurchschnitt nach zwei Episoden: 3,0 Punkte (mäßig)
Sichtung abgebrochen und danach eingestellt

Touch

Alle Schicksalsstränge dieser Welt sind miteinander verknüpft, jeder Mensch auf eine gewisse Art mit den anderen verbunden. Es ist nur eine Frage des Zeitpunktes, wann alles zusammenkommt, an dem Personen in das Leben anderer treten, um deren zukünftigen Weg zu beeinflussen und entscheidend zu prägen. Der autistisch veranlagte Jake Bohm hat den mathematischen Code des Schicksals anhand der Fibonacci-Sequenz entschlüsselt, um den roten Faden aus dem chaotischen Knäuel unserer Existenzen herauszulösen. Das Problem: der Bub redet seit seiner Geburt kein Wort, sondern spricht exklusiv nur zum Zuschauer dieser neuen Mysteryserie. So darf sein alleinerziehender Vater Martin (Kiefer Sutherland, 24) den kryptischen Zahlen seines Sprösslings hinterherhecheln, um danach Zeuge der wundersamen weltweiten Verknüpfung berührender Ereignisse zu werden.

„Touch“ ist die neue Show von Tim Kring, dem Showrunner von „Heroes“. Wie dort stehen verschiedene Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen im Mittelpunkt, die die Schicksalszahlen zusammenführt. Allerdings fernab von Superheldenfähigkeiten oder der Bekämpfung von Bösewichtern, sondern in Form von emotional geprägten Geschehnissen, die aufgrund der Nummern bzw. ihrer Deutung Wirklichkeit werden.
Zu allererst fällt es mir schwer, mich an Kiefer Sutherland, also quasi Jack Bauer, in einer ungewohnt jammerlappigen Rolle zu gewöhnen. Zuschlagen darf er einmal, das berühmte „Dammit“ entfleucht ihm ebenfalls, aber sonst ist der Kerl ein armer Wicht. Kann sich ja noch ändern. Nicht ändern dürfte sich hingegen die teilweise anstrengend bemühte Art, mit der das Geflecht von Handlung und Wirkung zu einem tränenseligen Happy End geführt wird. Zufall gibt es laut der Show ja nicht. Aber gäbe es ihn, „Touch“ hätte ihn an vielen Stellen schon arg strapaziert. Wer die bisher ausgestrahlte Pilotfolge gesehen hat, wird verstehen, was ich meine. Ich lasse mal als Beispiel den rasend schnell und komplikationslos gelieferten Backofen im Kopf der Leser kreisen. Insgesamt befürchte ich, dass mich die esoterische Komponente der Show letztlich nicht überzeugen und die auf größtmögliche Schluchzer ausgelegte Schlusskompositon jeder Folge mit der Zeit kalt lassen wird. Eine Chance werde ich „Touch“ aber sicherlich noch geben.

Wertung nach Sichtung des Piloten: 4,0 Punkte (durchschnittlich)

WIEDER DA

30Rock (Season 6)

Alles wie gehabt bei 30Rock. Es guckt so gut wie keiner, aber es macht Spaß, hat tolle Ideen (wie die Parodie auf den Castingshow-Wahnsinn namens America’s Kidz Got Singing) und wird weiterhin solange für einen Emmy nominiert werden, bis die Amis endlich mal merken, dass die Show eine Perle des US-TV-Fernsehens ist, die auch mit den Jahren einfach nicht merklich an Qualität abnimmt. Was man beileibe nicht von allen schon länger präsenten Comedyserien sagen kann (siehe „Two And A Half Men“, „The Office“, „The Big Bang Theory“ und leider jüngst auch „How I Met Your Mother“).

Wertungsdurchschnitt nach 6 Episoden: 5,10 Punkte (gut)
Tendenz: gut – sehr gut

Justified (Season 3)

Endlich nochmal Clint Eastwood/Dirty Harry-Feeling. Denn Harlan County bekommt wieder Gerechtigkeit zu spüren in Form von Deputy Marshal Raylan Givens und seiner getreuen Dienstwaffe. Ich muss sagen, mittlerweile ist das Ding fast ein Selbstläufer. Vier Episoden habe ich gesichtet und alle waren gut bis sehr gut. Timothy Olyphant ist und bleibt eine coole Sau, Walton Goggins als Boyd Crowder hat immer ein krummes Ding am Laufen und ich freue mich jedes Mal, wenn die Kleinkriminellen Dickie Bennett (Jeremy Davies, LOST) und Dewey Crowe (Damon Herriman) am Jammern sind. Dazu setzt es noch frische, starke Charaktere mit interessantem Hintergrund. Es wird wie gehabt rundgehen im Hinterland von Kentucky. Ab 10. März übrigens auch hierzulande auf Kabel 1.

Wertungsdurchschnitt nach 4 Episoden: 5,35 Punkte (gut)
Tendenz: gut – sehr gut

The Walking Dead (S2E08)

Nach einer Pause von zweieinhalb Monaten melden sich die wandelnden Toten wieder an. Kommt nun der Schnitt, geht es nun bergauf, vielleicht sogar weg von der Farm und dem Campingfeeling mit dem langweiligen Gruppenbeziehungskrams? Der Auftakt lässt mich zweifeln, gibt aber auch Hoffnung. Die ersten Minuten leben noch vom starken Abschluss der letzten Folge, danach allerdings setzt es 30 Minuten Leerlauf, bevor „The Walking Dead“ mit einer sehr starken Szene in der Kneipe in beeindruckender Weise zeigt, dass noch packende Momente möglich sind. Wenn ich Punkte für die einzelnen Abschnitte geben müsste, wären es 5 Punkte für die ersten zehn Minuten, 3 Punkte für die folgende halbe Stunde und 5,5 für die letzten zehn Minuten. Macht als

Wertungsdurchschnitt für den Wiedereinstieg: 4,5 Punkte (befriedigend)

VORBEI

Chuck (Season 5)

Ach ja, Chuck ist nun auch endgültig Geschichte. Und wenn ich ehrlich bin, hat man den Schluss nicht zu früh gesetzt. Ohne Frage hat mir die Spy Comedy die Jahre hindurch viel Spaß bereitet, vor allem, wenn sie sich selbst nicht zu ernst genommen und den ihren nerdigen Anstrich betont hat. Langsam aber sicher jedoch gingen den Machern offensichtlich die Ideen aus. Die Intersect-Datenbank wurde fleißig upgedatet und herumgereicht, Sarah Walker hatte langsam ihren Unterwäscheschrank durch, Casey beendete schon automatisch jeden Satz mit einem Grunzen, jeder Darsteller bekam ein Liebchen verpasst und wenn man es auf Biegen oder Brechen weitergeführt hätte, wäre wohl Großvater Grimes oder Caseys Mutter demnächst in den Besitz der berühmten Brille gelangt oder es wäre zu dramatischen Diskussionen gekommen, wie Chuck und Sarah die Einrichtung ihres Hauses gestalten sollen.

Schon in der vierten Staffel gab es einige Durchhänger, die allerdings durch sehr starke Episoden ausgeglichen wurden und so doch noch für eine sehr gute Gesamtwertung sorgten. Bei Nr. 5 allerdings herrscht Mittelmaß; lediglich drei gute, eine sehr gute und eine überragende Episode stehen dieses Jahr zu Buche. Der Auftakt mit Morgan als neuen Intersect-User fiel in die letztere Kategorie, danach mischten sich jedoch viele durchschnittliche bis gar unterdurchschnittliche Episoden in den Serienablauf. Tiefpunkt dabei: S5E12, Chuck vs. Sarah, eine wirklich komplett vorhersehbare und unnötige Folge. Immerhin: zum Finale hat man alles richtig gemacht. Der Bogenschlag zur allerersten Episode, ein Auftritt von Jeffster, alle Nebenfiguren glücklich vereint und eine Schlusseinstellung der Marke „Hach ja“-Happy End.

Gesamtwertung: 4,57 Punkte (befriedigend)

Best of Season: S5E13 Chuck vs The End, S5E01 Chuck vs The Zoom

The Increasingly Poor Decisions Of Todd Margaret (Season 2)

Die gute Nachricht vorneweg: zum Ende der zweiten Staffel wird die berühmte Gerichtsverhandlung gegen Todd Margaret präsentiert, deren kurze Ausschnitte die Folgen der ersten Staffel einleitete. Gut möglich also, dass eine dritte Staffel den Weg Margarets zum roten Knopf Nordkoreas zeigt. Richtige Lust darauf habe ich allerdings nicht bekommen und damit zur schlechten Nachricht: das war irgendwie nix. „The Increasingly Poor Decisions“ wanderte von Anfang an stets auf dem schmalen Grat zwischen krasser Absurdität und schierer Blödheit, aber diesmal ist David Cross beim Schreiben zu oft von dort heruntergefallen und im Graben der Blödheit gelandet. Eigentlich konnten mir von den insgesamt 6 Episoden nur der Auftakt und das Finale so einigermaßen zusagen, der Rest fiel leider in die Kategorie „Puh. Nee. Lass sein“.

Gesamtwertung: 3,58 Punkte (unterdurchschnittlich)  

The Exes (Season 1)

Da kann ich mich kurz fassen. Old School Comedy mit bekannten Stars aus kultigen Serien wie „Seinfeld“, „Scrubs“ und „3rd Rock from The Sun“, die keinem weh tut, nicht nervt, aber eben auch längstens bekannte Konstellationen und Geschichten durchnudelt und vom Humor her viel zu bieder ist, um positiv aufzufallen. Halt was für die Fans von Newman und Turk.

Gesamtwertung: 3,75 Punkte (unterdurchschnittlich)

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54 (Januar 2012)

9 Jan

Der erste Seriencheck 2012 hat alles zu bieten: Neustarts, Saisonabschlüsse und Saisonstarts. Nicht gewagt habe ich mich an die neue ABC-Comedy „Work It“, die phänomenal schlecht gewesen sein soll, wenn man den Kollegen von Serienjunkies glaubt. Selbst mein Bruder hat noch kein Bedürfnis danach angemeldet.

Neustarts

I Hate My Teenage Daughter

Annie Watson und Nikki Miller hassen ihre Teenagertöchter. Weil sie sie nicht verstehen. Weil sie anders sind als sie damals. Oder doch unterschwellig erschreckend ähnlich? Selten hat ein Titel den Inhalt einer Serie so kompetent zusammengefasst. Den Töchter-Mütter-Konflikt präsentiert mit der aus „My Name Is Earl“ bekannten Jaime Pressly eine Emmy-Gewinnerin, nach vier gesendeten Folgen stehen in meiner Datenbank allerdings drei unterdurchschnittliche Episodenwertungen und die zweite Episode, „Teenage Family Night“, die mir deutlich verbessert daherkam und so kurzzeitig Hoffnung machen konnte. Das Thema ist wohl doch zu abgenutzt, Miss Pressly müht sich leicht umsonst durch eher spröde Skripts, echte Großtaten erwarte ich mir nicht mehr.

vorläufige Wertung nach4 Episoden: 3,75 Punkte (unterdurchschnittlich)

The Exes

Eine drei-Mann-WG, allesamt lädiert von einer beendeten Beziehung, wird betreut von einer Scheidungsanwältin (Kristen Johnston, 3rd Rock From The Sun), die ebenfalls auf der Suche nach Liebe ist.
Eine Produktion von TV-Land, was bedeutet: bekannte Darsteller, die keine großen neuen Rollen mehr finden, mühen sich in einem eher altmodisch angetriebenen Comedy-Laufstall ab. Die Vorzeigeshow des Senders, „Hot in Cleveland“, hat nach einer richtig gelungenen ersten Saison mittlerweile viel an Drive verloren. Mit „Retired At 35“ konnte man mich danach nicht überzeugen und „The Exes“ ist eine Spur besser, haut mich allerdings auch noch nicht vom Hocker. Dabei bin ich wegen der Besetzung immer wieder versucht, der Show eine weitere Chance zu geben. Schließlich spielen von mir geschätzte Darsteller aus Scrubs (Donald Faison als Schürzenjäger) und Seinfeld (Wayne Knight als Couchgeek) mit! Der Dritte in der Männerrunde, ein gewisser David Allen Basche, bleibt demgegenüber eine blasse Randfigur. Die Storys sind natürlich weder neu noch frisch, erst neulich etwa lief die „Wir spielen der Mutter vor, wir wären noch verheiratet“-Nummer, vorher hieß es „Ich habe meiner Internetbekanntschaft ein Bild von dir statt mir geschickt, geh du für mich zum Date“. Ist nach sechs gelaufenen Episoden bei mir noch nicht über die Durchschnittlichkeitswertung gesprungen. Werde es aber wohl weitergucken, wenn ich es in den Programmplan einbauen kann – ich sehe Turk und Newman halt so gerne.

vorläufige Wertung nach 4 Episoden: 3,5 Punkte (unterdurchschnittlich)

Black Mirror

Produziert von und zum Teil geschrieben von dem zurecht hochgelobten Autoren, Journalisten und Fernsehkritikers Charlie Brooker, entstammt diese dreiteilige Serie für den britischen Channel 4, die sich um die elegant weitergesponnene Zukunft der neuen, schönen sozialen Medienwelt dreht. Die dabei aufgeworfenen Fragen sind allesamt spannend und kraftvoll inszeniert: Was, wenn der britische Premier öffentlich via Internet erpresst würde, eine im wahrsten Sinne des Wortes unerhörte Schweinerei zu begehen, um ein entführtes Mitglied der Königsfamilie aus den Händen ihres Entführers zu befreien? Was, wenn wir in einer Welt lebten, in der wir unseren Lebensunterhalt als Credits täglich auf dem Heimtrainer im Sportstudio erstrampeln müssten, in jedem Moment unserer Existenz mit Werbebotschaften bombadiert würden und die einzige Flucht in einer Teilnahme bei einer Castingshow bestünde? Was, wenn wir unsere Erinnerungen permanent speichern, abspielen und anderen Personen vorführen könnten?
Insgesamt eine sehr empfehlenswerte Serie, die einen nachdenklich zurücklässt. Ein paar Punktabzüge gab es von meiner Seite für die einzelnen Episoden: wie die etwas zu sehr krass auf ordinär getrimmte Aufgabe des Premiers, die mich das fesselnde Thema eher belächeln ließ. Oder das Ende der Castingshow-Folge. Der letzten Folge der Serie merkte man an, dass man mit dem Erinnerungsaufzeichnungsgerät alleine trotz diverser Memory-Loops doch nicht die ganze Stunde auffüllen konnte. Weil drei Episoden nur bei den Briten als Serie durchgehen, vergebe ich Einzelwertungen.

S1E01 The National Anthem : 5,0 Punkte (gut)
S1E02 15 Million Merits: 5,5 Punkte (sehr gut)
S1E03 The Entire History of You: 4,5 Punkte (befriedigend)

Abgeschlossene Shows:

American Horror Story (Season 1)

Die Gruselgeschichten um das verfluchte Haus in Los Angeles bleiben ein Highlight des Serienjahres. Mir gefiel vor allem, wie jede Folge noch eine Schicht aus Staunen, Wahnsinn und Abgedrehtheit auf das Storygerüst draufgepackt wurde. Mit der fortschreitenden, aber immerhin konsequent angegangenen Auflösung der Mysterien ging allerdings ein wenig der Thrill verloren. Der Saisonabschluss geriet darüber hinaus leider zum kleinen Fiasko, der der Show bei mir die Höchstwertung versaut hat. Ich gehe sogar soweit zu behaupten, dass man sich diese uninspirierten finalen 42 Minuten komplett hätte sparen sollen, denn es werden lediglich ein paar wenig überraschende Weichen für die zweite Staffel gestellt und der Rest relativ unspektakulär mit Füllmaterial zugekleistert. Trotzdem bleibt American Horror Story eine lohnenswerte Geisterbahnfahrt, an deren Ende halt leider nur eine schnurstracks geradeaus gerichtete, öde Fahrt durch leere Kulissen bleibt. Bis die zweite Runde vom Kind des Teufels eingeläutet wird.

Gesamtwertung: 5,80 Punkte (sehr gut)
Best of Show: S1E03 Murder House, S1E04 Halloween (1), S1E06 Piggy Piggy

Boardwalk Empire (Season 2)

Enoch „Nucky“ Thompson gegen James „Jimmy“ Darmody hieß das große Duell der zweiten Staffel der HBO-Serie. Zunächst die obligatorische Feststellung, dass man als Zuschauer die Ausstattung, den Produktionswert, die Darsteller und die kleinen Details wie die zur Epoche passenden Musikstücke nicht genug loben kann. Und dennoch habe ich wie schon in der ersten Season mit der Show gehadert. Damals bemängelte ich hauptsächlich den wenig knalligen Abschluss, was man von der nun jüngst beendeten Staffel wahrlich nicht behaupten kann. Im Gegenteil: hier wird in Sachen Konflikt, Drama und Entwicklungspotenzial aus allen Rohren geschossen, dass es eine wahre Freude ist. In Zahlen ausgedrückt sprechen drei Mal 6 Punkte für die letzten drei Folgen eine mehr als deutliche Sprache. Weshalb steht dann am Ende doch nur wieder ein „Gut“ für dieses 20er-Jahre-Opus? Weil nach einem gelungenen Start schon direkt mit der zweiten Folge quälende Langeweile aufkam. Es gibt für meinen Geschmack zu viele Momente, in der der Storyfaden schlaff herunterhängt, wenig aufregende Nebenschauplätze eröffnet werden, die Charaktere sich in belanglosen Dialogen ergehen. Man mag das als ruhige Momente würdigen, die als Kontrast zur sich aufbauenden Spannungskurve vonnöten sind und in denen man sich halt an den anderen Reizen der Show erfreuen soll. Aber ich will nun mal, dass es durchgehend rund geht und bei jeweils knapp 60 Minuten Sendezeit für je 12 Folgen wiegen drei bis vier Ausfälle entsprechend schwer. Zumal auch Episoden mit letztlich guter Wertung nicht vor ereignisarmen Einschüben gefeit sind.

Gesamtwertung: 5,18 Punkte (gut)
Best of Show: S2E10 Georgia Peaches, S2E11 Under God’s Power She Flourishes, S2E12 To The Lost

Bored To Death (Season 3)

Das Buch ist zu. Kein „Bored To Death“ mehr, HBO hat die Serie für mich überraschend nach drei Staffeln abgesetzt. Sehr schade, denn die Abenteuer von Jonathan, Ray und George hätte ich locker noch weiterschauen können. Putzig, skurril und liebenswert sind weiterhin die Adjektive, mit denen sich die Detektivshow mit dem künstlerischen Flair am besten beschreiben lässt. Möglicherweise ist der tapsigste Teddybär des Showgeschäfts, Zach Galifianakis, derzeit in Hollywood zu schwer angesagt, um in einer obskuren kleinen Comedyserie mitzuspielen. In jedem Fall werde ich die Serie vermissen, vor allem, wenn ich bei den neuen Komödien der anderen TV-Sender wieder nicht richtig bedient werde. Denn „Bored To Death“ hat auch dieses Jahr wieder locker-leicht die 5-Punkte-Hürde genommen, auch wenn es für einen 6er-Volltreffer heuerl nicht gereicht hat.

Gesamtwertung: 5,10 Punkte (gut)

Dexter (Season 6)

Für viele ist die aktuell beendete 6. Staffel die schwächste der Show bisher. Diese Einschätzung hätte ich zu Beginn weit von mir gewiesen, denn der Auftakt gefiel mir wirklich richtig gut. Und es lief auch mehr als ordentlich weiter: der Gore-Faktor stimmte wegen der Inszenierungen des Doomsday-Killers, Miss „Fuckin’Shit“ Deb als Boss der Ermittlertruppe hatte Unterhaltungspotenzial, Dexters Auseinandersetzungen mit dem Thema Religion waren zunächst schwarzhumorig und später interessant, die Nebenhandlungen jetzt zwar nicht übertoll (vor allem Quinn), aber nicht ganz so schlimm nervig wie damals die LaGuerta-Batista-Eheprobleme. Der Bruch folgte mit der Offenlegung des Twists, den ich leider so schon früh erahnt hatte und der mir die Hoffnung auf ein spannendes Finale nahm. Dementsprechend lief auch so ziemlich das letzte Drittel der 12 Folgen für mich aus dem Ruder, was meine Aufmerksamkeit und Begeisterungsfähigkeit anbelangt. Immerhin hat man mit dem finalen Moment der Show nun eine Ausgangssituation geschaffen, auf die die vielen Fans der Show wohl händeringend gewartet haben. Ich war kurz am Überlegen, ob ich deswegen die Staffel noch auf „Gut“ hochwerten sollte. Aber letzten Endes überwog bei mir der Eindruck, dass die Autoren zu offensichtlich einfach den lange aufbewahrten Rettungsanker geworfen haben, um der Staffel ein erinnerungswürdige Ende zu bescheren, das sie sonst wohl nicht erreicht hätten. Man darf gespannt sein, was sie damit für die mittlerweile bestätigten nächsten zwei Staffeln anstellen werden.

Gesamtwertung: 4,90 Punkte (befriedigend)
Best of Show: 6×01 Those Kinds of Things

Homeland (Season 1)

Wohl der Überraschungshit der Saison. Auch ich hatte die Serie anfangs nur ganz klein auf dem Radar, vor allem das militärische Setting wirkte alles andere als anziehend auf mich. Aber weit gefehlt. Großartige Schauspieler (sowohl Claire Danes als auch Mandy Patinkin sind aus meiner Sicht heiße Anwärter auf einen Emmy und/oder einen Golden Globe), ein packendes Setting und eine Geschichte mit vielen Wendungen, die den Zuschauer antreibt, selbst Vermutungen aufzustellen. Insgesamt ein Kandidat für exzellente Wertungsweihen, weil durchgehend gute und sehr gute Episoden abliefernd, doch das Finale vermochte dann doch nicht ganz den hohen Erwartungen gerecht zu werden. Damon Lindelof, LOST-Showrunner und bekanntester Final-Krepierer der jüngeren Seriengeschichte, nahm via Twitter mit wohliger Genugtuung das Gejammere der Fans über den Saisonabschluss entgegen. So schlimm lief es dann doch nicht. Die Doppelfolge hatte überragende Spannungsmomente, doch beschlich wohl nicht nur mich am Ende das Gefühl, als wäre ein Programmverantwortlicher von SHOWTIME mitten in die Autorensitzung geplatzt und hätte in stolzgeschwelltem Brustton verkündet: „Leute, noch nicht einpacken, das Ding läuft gut, da machen wir eine weitere Staffel von. Also dreht es so, dass es weitergehen kann“. Der Fluch des Erfolges. Nichtsdestotrotz eine Serie, die man wirklich nicht verpasst haben sollte.

Gesamtwertung: 5,51 Punkte (sehr gut)

InSecurity (Season 2)

Ich habe es ja schon erwähnt, die zweite Staffel von „InSecurity“ ist für mich die große Enttäuschung des Serienjahres. Dabei war ich so stolz auf diese kanadische Spoof-Show, die so charmant die Tücken nationaler Sicherheitsagenturen aufs Korn genommen hatte, dass selbst Jack Bauer sich ein Lächeln hätte abringen müssen. Aus und vorbei in Staffel 2! Man konzentriert sich mehr auf die Beziehungen der Agenten untereinander, die Pointen sitzen nicht, sondern fliegen orientierungslos im Raum, lediglich ein paar Eröffnungsgags erinnern noch an große Zeiten. Ich habe keine Einsicht in den Autorenstamm des Senders CBC, aber ich könnte wetten, dass sie die komplette Riege ausgetauscht haben. Anders kann ich mir den Qualitätsabfall nicht erklären.

Gesamtwertung: 3,90 Punkte (unterdurchschnittlich)

Life’s Too Short (Season 1)

Warwick Davis ist ein großartiger Schauspieler in einem klein gewachsenen Körper. Das muss er auch sein angesichts der Leiden, die ihm das Schicksal in Form der Autoren Ricky Gervais und Stephen Merchant auf den Leib geschrieben hat. Natürlich verbraucht sich die Formel der größtmöglichsten Peinlichkeit und des schlimmsten Gedemütigtwerdens irgendwann. Doch die zahlreichen Gaststars und eben die Darstellerkunst von Mr. Davis halten den immer schlimmer mitfühlenden Zuschauer für die insgesamt sechs Folgen der Staffel bei der Stange. Ich weiß nicht, wie oft ich bei dieser Serie den Satz „Jetzt lasst den kleinen Mann doch mal in Ruhe“ ausgerufen habe. Die Nebendarsteller wie der Steuerberater und die Sekretärin sind dabei haarscharf an der Karikatur eines denkenden Menschen, Warwick selbst klettert gegen Ende zu einfach in die meterhohen Fettnäpfchen – da hilft schon die kurze Laufzeit, dass es mit dem Draufhauen nicht überstrapazierend übertrieben wird.

Gesamtwertung: 5,10 Punkte (gut)

Man Up! (Season 1)

Nach acht Episoden vom Sender NBC eingestellt, konnte ich kurz vor Weihnachten die unausgestrahlten restlichen fünf Folgen als Web-HD-Rips im Netz ausfindig machen und sichten. Was mein Bedauern um die verfrühte Absetzung bestärkt hat, denn die Show pendelt sich durchweg auf ordentlichem Niveau (sprich 4,5 Punkte auf meiner Skala) ein. Ich fand die drei zockenden Mittdreißiger-Typen und das feinfühlige The Rock-Double schlichtweg sympathisch auf ihrer Queste nach der Männlichkeit. Und das Potenzial für geekige Gastauftritte wie dem von Mr. Lando Calrissian war ohne Frage gegeben. Klar, an die Klasse eines „Community“ oder „Modern Family“ kam die Show nicht heran, aber es würde mich nicht wundern, wenn die Show wertungspunktemäßig am Ende einige der Serien hinter sich lassen würde, die eine volle Staffel genehmigt bekamen. Aktuell sehe ich die noch laufenden „Last Man Standing“, „2 Broke Girls“ oder „Suburgatory“ dahinter.

Gesamtwertung: 4,74 Punkte (befriedigend)

Saisonstarts:


Californication (Season 5)

Frisch angelaufen ist die 5. Staffel von „Californication“. Der Auftakt hat mich allerdings nun doch nicht sonderlich beeindruckt bzw. in der Hoffnung gestärkt, dass die Show wieder auf den Weg zur lässigen Größe der ersten beiden Staffeln zurückfindet. Dicker Minuspunkt schon mal gleich, dass Hank jetzt mit einem Rapper zusammenarbeitet. Sorry, aber Rapper haben in meinem Rocker-Coolness-Universum nix verloren. Wenigstens versprach das Aufeinandertreffen Hanks mit dem Freund seiner Tochter eine reizvolle Auseinandersetzung. Mal schauen, wie es sich entwickelt. Für den Start 4,0 Punkte.


The Increasingly Poor Decisions of Todd Margaret (Season 2)

Komiker David Cross (Arrested Development) hat leider eine gewisse Tendenz zu übertreiben. Die Show mit den langen Episodentiteln krankt ein wenig daran, dass ihr Erfinder seinen Hauptcharakter Todd Margaret in zu abstruse Verwicklungen schickt, ihn zu blödsinnige Entscheidungen treffen lässt, nur um das ganz große Fass der Peinlichkeit aufmachen zu können. Wie schon bei „Life’s Too Short“ erwähnt, funktioniert das bei mir nur in kleinen Dosen – auf längere Sicht zu dick aufgetragen schmeckt die Mischung auf Dauer fade. Und genau das befürchte ich nach Sichtung der ersten Folge der zweiten Staffel, in der immerhin Jon Hamm mit seinem Gastauftritt ein kleines Highlight setzen konnte. Obwohl ich wirklich gerne herausfinden würde, ob Todd Margaret am Ende wirklich als Oberbefehlshaber Nordkoreas den roten Knopf drückt. Aber war nicht schon in der ersten Season der Teaser mit der Gerichtsverhandlung am Ende gar nicht abgehandelt worden? 4 glatte Punkte zum Start, da muss mehr kommen.

Hot In Cleveland (Season 3)

Über die zweite Staffel habe ich hier drin schon gar kein Wort und keine Wertung mehr verloren, so deutlich schwächer war diese im Vergleich zu den ersten Abenteuern der vier reifen Damen. Für die aktuelle Season raffe ich mich nochmal auf und fülle den Wertungsbogen aus. Die Diagnose ist jedoch dieselbe; durchschnittliche bis unterdurchschnittliche Kost, leicht verdaulich, wenig prickelnd – selbst die frechen Sprüche des neuen Szene-Girls der TV-Comedy, Betty White, sitzen nicht mehr so richtig. Mit dem John Mahoney gesellt sich ein weiterer geschätzter „Frasier“-Veteran zur Gruppe hinzu, kann das allgemeine Schwächeln aber auch nicht verhindern.
Wertung nach 6 Episoden: 3,91 Punkte (unterdurchschnittlich)

Sherlock (Season 2)

Pünktlich zum neuen Jahr lassen es die Briten krachen mit dem Auftakt zur zweiten Staffel „Sherlock“. Ich bin erst spät auf dieses Juwel gestoßen und habe die erste Staffel mit ihren drei Folgen à 90 Minuten auf Deutsch angesehen. Mein Fazit in Kurzform: Schöpfer und Autor Steven Moffat hat ein überragendes Gespür für packende Erzählformate, verschrobene Momente, überraschende Twists und geschliffene Dialoge, die Darsteller sind eh über jeden Zweifel erhaben (Benedict Cumberbatch etwa spielt demnächst als Bösewicht im zweiten Teil des Star Trek-Reboots mit). Eine überragende Eröffnungsepisode (6 Punkte), in Ordnung gehender Mittelteil (4,5 Punkte), den Moffat nicht selbst geschrieben hatte, danach gelungener Abschluss mit ganz bösem Cliffhanger (5,5 Punkte).
Für die zweite Staffel wagte ich mich mit Untertiteln bewaffnet an die erste Episode. Und wieder haut Moffat zu Beginn eine brilliante Inszenierung des Meisterdetektivs raus. Alleine wegen der hier auftauchenden Antagonistin Irene Adler (gespielt von Lara Pulver) mit ihrer Mischung aus Erotik, Laszivität und Arroganz ist das Zuschauen ein Erlebnis, Sherlock geht bis an seine Grenzen, spielt in einer raffiniert gesponnenen Geschichte am Ende aber doch noch seine Trümpfe aus. Überragende Unterhaltung und folglich nur mit der Höchstwertung von 6 Punkten auszuzeichnen. Ich bin gespannt, ob die zweite Folge das Niveau diesmal halten kann.

43 (November 2010)

27 Mai

Die 43. Ausgabe des Serienchecks diesmal mit einem sehr beachtenswerten Neustart und einem Überblick plus kurzer Bestandsaufnahme über die Shows, die ich verfolge bzw. verfolgt habe.

The Walking Dead

Neue aMC-Serie zu einem Thema, das uns alle betrifft, nämlich Zombies. Es ist die ganz alltägliche Geschichte von Sheriff Deputy Rick Grimes: morgens steht er noch gemütlich auf, beballert amtlich einen fliehenden Bösewicht, fängt sich eine Kugel ein und als er nach einer stärkenden Ruhephase von ein paar Wochen schließlich im Krankenhaus aufwacht, sind so gut wie alle tot, untot oder extrem schlecht drauf. Sein ehemaliger Kollege Shane Walsh hat sich unterdessen seine Frau und Kind gekrallt, was Grimes aber noch nicht mal ahnt, sondern nur der Zuschauer erzählt bekommt. Ja, das Leben während der Apokalypse kann unschön sein.

The Walking Dead basiert auf den Comics von Robert Kirkman und wurde von Frank Darabont (der für einen meiner absoluten Lieblingsfilme, „The Shawshank Redemption“, Verantwortung zeichnet) in Szene gesetzt. Nun kenne ich weder die Vorlage, noch lechze ich begeistert jedem Untoten hinterher, der mir in Film, Fernsehen oder Fußgängerzone begegnet, aber um zu erkennen, dass diese Show großartig ist, brauche ich kaum mehr als einen Fingerbreit an Hirnmasse in der Kopfraum.

Kenner des Comics dürften den recht freien Umgang mit dem Quellenstoff bekritteln, klassische Zombieveteranen über die flotte Schlurfgeschwindigkeit der hier als Walker bezeichneten Wankfüßler ganz langsam den Kopf schütteln, aber für mich hat die TV-Aufbereitung alles, was es braucht: überzeugende Schauspieler, eine edle Produktion samt prächtig ausgestatteter Maskenabteilung, beeindruckende Bilder, spannende Story und natürlich Blut, Gore und anderes Ekelzeugs. Gerade bei letzterem erweist es sich als Vorteil für die Serie, auf einem Kabelsender gelandet zu sein. Zwei Folgen liefen bisher, zweimal zückte ich am Ende lächelnd-röchelnd die Höchstpunktzahl. Eine zweite Staffel ist schon gesichert und es müsste schon allerhand schiefgehen, wenn The Walking Dead nicht die beste Zombie-TV-Serie überhaupt werden sollte.

30Rock

Liz Lemon und Jack Donaghy halten sich tapfer in der 5. Staffel, was schon mal eine Leistung an sich ist. Es bleibt anspielungsreich humorvoll,  leider fehlen mir allerdings bisher die absoluten Höhepunkte, die aber noch im Laufe der Saison kommen können.

Better With You

Hat sich gesteigert, muss ich lobend feststellen. Die erste Episode hatte ich noch in der Kategorie „harmlose Relationship-Comedy mit zu wenig überzeugenden Jungdarstellern neben zwei alten Showhasen“. Aber die Autoren legten einige richtig schöne Episoden vor, in denen neben den Oldies Debra Jo Rupp und Kurt Fuller auch der Rest der Truppe überzeugen konnte. Wer also auf fluffig-leichte Unterhaltung mit Beziehungskrams steht, darf ruhig einschalten.

Boardwalk Empire

Definitiv eines der Highlights in der TV Serienlandschaft 2010. Auch wenn ich manchmal Probleme habe, die Figuren einzuordnen und das Nackedei der Woche mir stellenweise zu sehr in die Show gedrängt wird – „Boardwalk Empire“ verströmt den Charme der 20er und des Qualitätsfernsehens made by HBO.

Bored To Death

Legt im Vergleich zur ersten Staffel stetig zu und mausert sich langsam zu einer echten Empfehlung für Freunde schräger Comedy. Ein eher unterkühlter Start in die zweite Staffel, aber spätestens die Episode mit Ted Danson als bekiffter Waffenträger zeigte das Potenzial der Show und verdiente sich die erste volle Punktzahl auf meiner Bewertungsskala. Zach Galifianakis bleibt zudem eine Kategorie für sich.

Castle

Eine meiner aktuellen Auf-Halde-Serien, von daher nicht bewertbar. Die bisher gesehene Eröffnung der 2. Staffel war schon mal recht unterhaltsam. Ich hoffe auf weitere Firefly-Anspielungen im Laufe der Season.

Chuck

Leicht schwankende Qualität bei Chuck & Co. Der Handlungsstrang um die Mutter haut mich nicht um, die Beziehungsprobleme zwischen dem Agentenduo könnte man von mir aus auch eher flotter abarbeiten. Spaß machen zweifellos das neue Pärchen Grimes & Casey, die Buymore-Geeks hingegen kommen mir noch zu kurz.

Community

Und nochmal schwankende Qualität. Sehr gepflegter Einstieg mit Betty White als Gastprofessorin, danach erinnerte es mich stark an die Folgen der 1. Staffel, will sagen: Nette bis gute Unterhaltung, aber halt nicht der Knaller. Bis mit „2×04 Basic Rocket Science“ und vor allem „2×06 Epidemiology 206“ das Spaßpedal durchgetreten wurde. Darauf folgte eine schwache, jüngst eine wieder richtig gelungene Episode. Kann es sein, dass die Autoren aktuell mit Senor Chang nichts anzufangen wissen?

Desperate Housewives

Nach zwei Episoden aus meiner Guckliste geflogen. Kontinuierliche Fortsetzung der schwachen 6. Staffel, mit Handlungssträngen, die mich als Kerl nun wirklich nicht ernsthaft ansprechen konnten. So long, Wisteria Lane, es war mal ganz schön.

Dexter

Bin mit Dexter wieder nicht richtig glücklich. Schon letzte Staffel dauerte es, bis die Show dank John Lithgow zündete. Dieses Jahr läuft das Blut zu Beginn eher noch zäher statt flüssig, die Nebenschauplätze reichen von belanglos bis hattenwirschonmal. Erst in den letzten drei Episoden weckten die Ereignisse um Dex und seine neue Freundin mein Interesse. Ich hoffe, die Macher haben sich noch etwas richtig Großes aufgespart.

Fringe

[Achtung, Schreibmaschinen bereithalten, es folgt eine Durchsage an alle Bewohner dieser und sämtlicher angeschlossener Parallelwelten:]

Wie genial bitte ist diese Show geworden? Der Kniff mit der alternativen Fringe-Division ist grandios, die Geschichten ohne Fehl und Tadel, es kommt keine Langeweile wie bei früheren Füllerepisoden auf, die Show bolzt schon direkt Highlights heraus, als würde es Richtung Finale gehen. Meine persönliche Überraschung dieses Jahrgangs und neben „The Walking Dead“ die Serie, auf die ich mich unter der Woche am meisten freue.

How I Met Your Mother

Läuft ähnlich wie 30Rock weiterhin stabil, auch wenn sich zu Beginn einige schwächere Ausgaben einschleichen. Der Zahn der Zeit nagt eben auch dezent an Barney & Co. Immerhin, seit der sehr guten Folge „6×04 Subway Wars“ hält sich HIMYM wieder sicher in der Qualitätsspur.

Mike & Molly

Lange habe ich der Show ihre Chance gegeben, sie nun aber doch mit der  7. Folge abgesetzt. Die neueste Chuck Lorre-Produktion ist bei mir nie über die Einschätzung „ganz nett bis geht so“ hinausgekommen. Den Piloten fand ich recht akzeptabel, danach ging es aber einfach nicht weiter aufwärts. Ob die Hauptdarsteller nun dick sind oder nicht, am Ende zählen für mich die Drehbücher, die in Bezug auf meine Humortrefferquote eher schwach auf der Brust waren.

Modern Family

Läuft weiterhin großartig und hält insoweit das Niveau der ersten Saison, auch wenn ich bisher noch keine Folge mit der Höchstpunktzahl ausgezeichnet habe (allerdings bereits einige mit der zweitbesten Note). Ist aber sicher nur eine Frage der Zeit, bis Phil „The Dad“ Dunphy sich den ganz großen Bock leistet. Oder eben Cameron. Oder Jay. Ach, eigentlich sind alle dazu imstande.

Outsourced

Mein Bruder guckt es weiterhin und ich gezwungenermaßen halt auch. Aber nur wegen Gupta, den ich mir gut als Nebendarsteller in einer Hit-Comedy vorstellen könnte. Die anderen Figuren reizen mich überhaupt nicht, (okay, vielleicht gerade noch so der Assistant Manager), der Humor verpufft zum allergrößten Teil an mir vorbei, das Setting langweilt. Ich will endlich Parks & Recreation auf dem Sendeplatz wieder haben!

Raising Hope

Beste neue Comedy meiner bescheidenen Meinung nach. Goldiges Baby, herzlich kaputte Familie, quietschig drollige Nebendarsteller (ich sage nur Kate Micucci, die Ukulele-Lady aus „Scrubs“), schöne, immer mit einem Schuss Herzensgüte versehene Geschichten. Wer „My Name Is Earl“ mochte, hat hier äquivalenten Ersatz. Obwohl die Familie Chance mit dem Wort äquivalent sicher nichts anzufangen wüsste.

Running Wilde

It’s not Arrested Development. Muss man leider so festhalten. Nach einem verheißungsvollen Start trudelte die Show langsam, aber sicher Richtung Bedeutungslosigkeit. Mir fehlen die sympathisch-schrägen Elemente oder auch einfach die kaputten Typen, die die Show um die Familie Bluth seinerzeit hervorbrachte. Bei „Running Wilde“ bemüht sich Will Arnett zwar, seine Rolle als exzentrischer Millionär entsprechend zu befüllen, aber das alleine reicht nicht. Vor allem, wenn die restlichen Rollen auch einfach zu wenig mit echten, erinnerungswürdigen Charakteren besetzt sind. Sorry, Mitchell Hurwitz, dann lieber schnell wieder an den Schreibtisch zurück, um endlich den „Arrested Development“-Film ins Kino zu bringen.

$#*! My Dad Says

Auch bekannt als die Show, in der William Shatner ab und zu etwas Witziges sagt. Ich kenne den Twitter-Channel nicht, der hier als Vorlage diente, aber ich würde wetten wollen, dass ich genau sagen kann, welche Drehbuchteile ihm entstammen und welche nicht. Steht bei mir auch nur deshalb noch auf der Guckliste, weil ich Old Captain Kirk Bill weiterhin für eine coole Sau halte. Der Rest des Castes geht gnadenlos unter in der eigenen Bedeutungs- und Witzlosigkeit.

The Big Bang Theory

Ein überragender Start der amtlichen Geeks von CBS, was mir reichlich Hoffnung machte nach der doch qualitätsmäßig abfallenden dritten Staffel. Es scheint, als wüssten die Autoren wieder, was der Kernbereich der Show ist. Nämlich die Zuschauer mit abgedrehten Dialogen über Roboter, SciFi, Computern, Superhelden und anderem Nerdgold zu unterhalten. Mittlerweile haben sich auch ein paar Füllerepisoden eingeschlichen, aber mit Gastauftritten wie zuletzt jenem von Will Wheaton kann man einfach nichts falsch machen.

The Event

Ich mag sie weiterhin, diese Mischung aus „24“, Flashbacks und Mystery. Klar, wie schon bei Jack Bauers Abenteuern tun sich situationsbedingt ein paar Logiklöcher auf, aber wer sich davon den Spaß nicht trüben lässt, findet in „The Event“ spannende Unterhaltung. Auf meiner internen Bewertungsliste hat bisher jede Folge solide 5 Punkte einfahren können. Auch, weil die Show es schafft, mich als Zuschauer am Ball zu halten, mir keine nervigen Charaktere oder Ablenkungsmanöver zu präsentieren und jede Episode mit einem knackigen Ende zu versehen. Leider stimmen die Quoten mal wieder nicht. Anders als bei „FlashForward“ oder „V“ ärgert mich das in diesem speziellen Fall.

The Increasingly Poor Decisions Of Todd Margaret (Season 1)

Nach 6 Episoden schon durch und daher von mir auch mit einer endgültigen Bewertung zu versehen. Vielen dürfte der Charakter von Todd Margaret schlicht und ergreifend zu schmerzhaft doof sein, das ging mir an manchen Stellen auch so. Andererseits aber hat die von David Cross erschaffene Show stellenweise so harten Humor zu bieten, dass ich ein wenig darüber hinwegsehen kann. Wer also mit seinem eigenen Witzgeschmack den Ansatz „So krank, dass es schon wieder gut ist“ vereinbaren zu vermag, darf reinschauen. Andere können einen guten Punkt abziehen oder sich besser gleich davon fernhalten. In jedem Fall darf man bekritteln, dass der Schluss etwas zu abrupt kommt und vor allem den Vorspann überhaupt nicht erklärt. Wehe, die zweite Staffel ist noch nicht klar.

4,5 von 6 Punkten (befriedigend)

The Middle

Weiterhin der kleine unscheinbare Bruder von „Modern Family“, denn zumindest bei mir liegt diese Show immer um einen guten Wertungspunkt hinter der emmyausgezeichneten Nachfolgesendung. Wird sich auch dieses Jahr in einem soliden Bereich einpendeln, wie es aussieht.

The Office

Zumindest die ersten Minuten bis hin zum Vorspann versprühen ab und an noch das Flair der großen Unterhaltung, für die diese Show jahrelang stand. Aber dann folgen zu viele Minuten, die einen eindrucksvoll daran erinnern, dass die besten Bürozeiten schon lange hinter einem liegen. Auch die 7. Staffel schafft es nicht, in meiner Gunst wieder zu klettern. Ansätze waren da, wie bei der die Staffel eröffnenden Episode „7×01 Nepotism“,  und auch die aktuelle „7×08 Viewing Party“ war durchaus unterhaltsam. Demgegenüber stehen allerdings zu viele Folgen, die ich wirklich schmunzelfrei durchgestanden habe.

The Simpsons

Same procedure as almost every year. Die Halloween-Episode hui, der Rest meh. Einzig der Banksy-Vorspann blieb mir noch in Erinnerung.

Two And A Half Men

Wie zu erwarten: die Show wird der Quoten wegen durchgezogen (und um die Gehaltserhöhung von Charlie Sheen zu rechtfertigen), aber von früheren Großtaten ist man entfernt und pendelt sich im „naja, ist okay“-Bereich ein. Einziger Ausfall nach oben bisher: die aktuelle Episode „8×08 Springtime On A Stick“. Wer nochmal daran erinnert werden will, wie gut diese Serie mal war, braucht von der bisherigen Staffel eigentlich nur diese eine Folge zu sehen.

Weeds

Nach drei Folgen auf Halde gelegt. Der Start war zwar interessanter, weil das erzählerisch langweilige Mexiko-Setting verlassen wurde. Überragend packend gestaltete sich der Neubeginn allerdings auch nicht.