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114 (März 2018)

29 Mrz

Ich hätte wirklich Lust, mich zu beschweren. Schon wieder fast zwei Monate kein neuer Seriencheck! Was ist denn das los?

Wenig, um ehrlich zu sein. In letzter Zeit gab es nicht so die großen, neuen Knaller, gerade im Comedy-Bereich dümpelte einiges vor sich hin, was auf meiner Guckliste steht. Wenigstens startet nun „Silicon Valley“ wieder, darauf setze ich aktuell meine Hoffnungen. Neben ein paar abgeschlossenen Shows und Ersteindrücken schreibe ich auch kurz etwas zu den etablierten Comedy-Serien, die mittlerweile alle mehr als die Hälfte ihrer Staffelfolgen hinter sich haben.

STAR TREK: DISCOVERY (SEASON 1)

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Die neue Star Trek-Serie hat die Fans gespalten. Die einen desertierten gleich komplett rüber auf die USS Orville, andere meckerten über die neue Ausrichtung mit superkrassem Sporenantrieb, einem anweisungsresistenten und kaum sympathischen Captain Lorca sowie den neuen Klingonen, deren Sprachduktus inklusive nerviger Untertitelung generell wenig Freunde fand. Ich für meinen Teil stand den neuen Weltallabenteuern positiv gegenüber, fand den Ansatz erfrischend, konnte mit den ollen Stirngebirgsträgern aus Qo’noS eh nie viel anfangen und hatte stattdessen in Saru, dieser Mischung aus Angsthase und Bürovorsteher mit Alien-DNS sofort meinen Lieblingscharakter gefunden. Wertungsmäßig spiegelte sich dies in fast durchgehend 5,0 Punkten, mit dem Ausflug ins Spiegeluniversum und ein paar richtig netten Twists und Plotentwicklungen im letzten Drittel ging es sogar stetig eine Stufe höher. Genug geschrieben, Daumen hoch, knappes „Sehr gut“ drauf, allgemeine Freude. Wäre da nicht das Finale gewesen…

Tja, denn dort reißen Michael Burham und Co. leider ziemlich viel von dem, was man sich im Laufe der Staffel aufgebaut hat, wieder mit dem Hintern ein. Okay, die Serie muss sich letztlich stimmig in den allgemein gültigen Star Trek-Kanon eingliedern; aber auf mich wirkte die letzte Episode, als hätte man einem brodelnden Vulkan den Stöpsel gezogen und das ganze flüssige Feuer wäre hinten den Abfluss blubberfrei runtergeschäumt. Oder als hätte Scotty in langen Überstunden die Warpspulen endlich auf Warp 11 getunt und dann beim Anfahren die Kiste absaufen lassen. Da steckte teilweise gar keine Mühe mehr dahinter, die aufgebaute Spannung glaubwürdig aufzulösen. Und so ist „Discovery“ die erste Serie hier in meiner kleinen Rubrik, die es schafft, keine einzige durchschnittliche oder nur befriedigende Folge abzuliefern, sondern 10x 5,0 und 4x 5,5 Punkte einzufahren, aber dafür im Finale mit 3,5 Punkten zu unterwältigen. Auch eine Leistung. Unterm Strich reicht es dann doch „nur“ für ein solides „Gut“. Nachricht an das Sternenflotten-Hauptquartier: Bitte in der nächsten Staffel nicht nochmal so einen Fauxpas raushauen.

GESAMTWERTUNG: 5,21 PUNKTE (gut)  

THE X-FILES (SEASON 11)   

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Das war es dann wohl. Akte zu, Deckel drauf, noch schnell die „I love Dana Scully“-Sticker abgepfriemelt und dann ab in die wohlverdiente Ablage. Comebacks sind freilich nie ausgeschlossen, aber die Quoten waren wenig berauschend, Gillian Anderson stellt sich für eine Fortsetzung nicht mehr zur Verfügung und das Finale funktionierte zumindest als brauchbares Ende der Show, wenn auch sonst zu nicht viel mehr.

Was schreiben wir also als finalen Vermerk? Akte X #11 war eine gemischte Tüte. Sehr gut waren von meiner Warte aus die over-the-top-silly-Episode „The Lost Art of Forehead Sweat“ und die bewusst dialogarme, dafür stark inszenierte Automatisierungsdystopie „Rm9sbG93ZXJz“. Für das Wiedersehen mit Richard Langly in „This“ ließ ich gerne die 5,0 Punkte springen. Der Rest hingegen konnte für mich nicht mehr das ungute, grüblerische „Mmmh, nicht auszuschließen, dass es so passiert ist“-Gefühl aus den 90ern transportieren, sondern landete eher in der Kategorie „Naja, nicht wirklich“. Vor allem das trashige „Nothing Lasts Forever“ erinnerte mich an eine späte (und daher per se schlechte) Ausgabe von „American Horror Story“. Und der große Storybogen? Wird im Finale zu einem Ende gebracht, wobei Chris Carter zwar ein eher mäßig gelungenes Bouquet seiner Verschwörungs- und Täuschungsfäden bindet, mit dem Fans der Serie aber leben können. Denn anders als der Abschluss der Vorgängerstaffel tat es beim Zuschauen diesmal nicht weh.

GESAMTWERTUNG:4,80 PUNKTE (befriedigend)

SANTA CLARITA DIET (SEASON 2)

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Ich befürchte, ich werde mir nie wieder „Justified“ ansehen können. So hieß die Show, in der Timothy Olyphant den schießfreudigen, unerbittlichen, aber coolen Sheriff aus Ost-Kentucky gab. Vorbei. Stattdessen sehe ich den guten Mann nur noch als nervös grinsendes Weichei vor mir, der mal wieder die Menschenfleisch-Eskapaden seiner untoten Ehefrau ausbügeln muss. Die erste Staffel fand ich damals richtig erfreulich frisch, eine sehr gut gelungene Mischung aus schräger Komödie, bisschen Ekelgedöns und der ständigen Frage „Was sollen nur die Nachbarn denken?“. Zum Auftakt der neuen Folgen befürchtete ich schon, dass der Zauber verflogen, quasi das „Trademark“ der Show bereits ausgelutscht sei.

Aber es sollte sich dann doch in die richtige Richtung entwickeln. Bedeutet: herrlich skurrile Momente wie die kopflastige Rolle von Nathan Fillion, die Nazis und ihre Schrankwand, der Tango, der „Dexter“-Tribute, der Blackout von Sheila (Drew Barrymore) oder das grinsende Portrait von Joel. Die Charaktere sind durch die Bank liebenswert, wobei aus meiner Sicht – ohne die Leistung des restlichen Casts schmälern zu wollen – Mr. Olyphant mittlerweile die Show zu einem beachtlichen Teil trägt. Ganz an die Qualität der Premierenstaffel kann man insgesamt nicht anknüpfen, was unter anderem an dem ziemlich unnötigen Nebenplot mit dem Fracking liegt, den man zweifelsfrei nur für eine Situation im Finale eingebaut hat. Wobei mir eben dieses Finale zum Ende hin dezent in Richtung „mmh, ein bisserl zu blöd ist das schon“ rutschte.

GESAMTWERTUNG: 5,10 Punkte (gut)
ASH VS. EVIL DEAD (SEASON 3)

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Eine Staffel bereits weiter im „Quatsch&Matsch“-Genre ist Ash Williams, der sich zu Beginn seiner neuen Schnetzeleien unerwartet als Vater einer Tochter im Teenager-Alter wiederfindet. Ansonsten alles wie gehabt. Das Böse will Slashy Ashys Stammbaum abholzen und läuft dabei forsch in die laufende Kettensäge. Sind wir mal ehrlich: Wir gucken das alle wegen der Sprüche von Oberkinn Bruce Campbell plus ein paar over-the-top Sauereien mit ordentlich Blut-und-Knochengemantsche. Nach vier Episoden in Season 3 ist diesbezüglich festzuhalten: Es wiederholt sich doch einiges, die Zahl kreativer Ekelkills der hochfeinen Sorte ist nun eben auch begrenzt, es schmoddert sich halt nicht mehr so lässig aus der Hüfte wie früher. Liegt derzeit bei mir direkt an der Schnittstelle zwischen befriedigend und gut. Bin gespannt, in welche Richtung es gehen wird.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH VIER EPISODEN: 4,75 PUNKTE (befriedigend)

TIMELESS (SEASON 2)

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Jetzt mal alle die Luft anhalten, denn: RITTENHOUSE ist zurück! Die umtriebige, böse Geheimorganisation, die mittels Zeitreisen ihre so schon schlimm große Macht noch steigern will und die generell an allem schuld ist. VERDAMMTES RITTENHOUSE! Ihre neueste Schandtat: Schläferzellen in der Vergangenheit einpflanzen, die dann unentdeckt die Geschichte korrumpieren. Pfui. Gut, dass unsere Helden Rufus, Lucy und Wyatt sich dem tapfer entgegenstellen.

Es war zweifelsfrei eine Überraschung, dass „Timeless“ für eine zweite Staffel verlängert wurde. Als Fan von Zeitreisen gucke ich mir das gerne an, hier da fallen ein paar witzige Sprüche ab, man lernt ein bisschen was über (amerikanische) Geschichte, das Trio in der Zeitreisekapsel (Geschichtsprofessorin, Techniker, Muskelmann) wächst einem ans Herz. Mit dem neuen Schläferzellen-Plot geht allerdings nun größtmögliche Drehbuchfreiheit einher, will sagen: die Autoren können sich jeden Quatsch einfallen lassen. Bisher haben mich die Szenarien (Stock Car Rennen in den 50ern, Diebstahl des Drehbuchskripts zu „Citizen Kane“) aber noch nicht packen können.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH DREI EPISODEN:  4,33 PUNKTE (DURCHSCHNITTLICH)

HOMELAND (SEASON 7)

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Ich überlege gerade, mir einen Vollbart wie Saul Berenson wachsen zu lassen. Was ganz klar nur eins bedeuten kann: Homeland hat mich wieder am Schlawittchen! Zwar hat man in der Welt von Carrie und Saul weiterhin keinen Trump-Typen im Weißen Haus, dafür spiegelt man aktuelle Themen wie russische Interventionen, Fake News und irre Verschwörungstheoretiker, denen von leichtgläubigen Landeiern Glauben geschenkt wird. Daneben muss sich unsere Heldin mittlerweile ihre Medizin selbst dosieren und Mr. Rauschebart als nationaler Sicherheitsberater die Kohlen aus dem Feuer holen. Läuft.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH  SECHS EPISODEN: 5,18 PUNKTE (gut)

Zum Abschluss die Zwischenstände bei diversen Comedy-Serien, inklusive kurzer Bemerkungen:

Black-ish  4,58 Punkte (15 Episoden)
Läuft nicht rund bei den Johnsons. Nicht dass man nur noch ernste Themen anspricht, nein, es fehlen mir seit vielen Episoden einfach die richtig witzigen Momente.

Brooklyn Nine-Nine 5,23 (12)
Immer noch stabil wie die Brustmuskeln von Terry Crews.

Kevin Can Wait 4,47 (19)
Kevin versucht’s mehr oder minder allein zu reißen. Klappt nicht immer. Und nein, das Zusammenspiel mit Leah hat halt nicht mehr King of Queens-Niveau.

L.A. to Vegas 4,50 (9)
Entwickelt sich auch nicht so gut wie gedacht. Peter Stormare ist im Drama wohl besser aufgehoben und Ed Weeks nervt mit seiner Unlustigkeit.

Life In Pieces 5,10 (14)
Hat sich nach der doch deutlich schwächeren zweiten Staffel mittlerweile gut gefangen.

Man With A Plan 4,76 (14)
Joey aus Friends schlägt Kevin aus King of Queens. Wegen besserem Ensemble und besseren Drehbüchern.

Modern Family 4,80 (16)
War auf einem richtig tollen Weg und haut dann jüngst drei wirklich nur durchschnittliche Episoden am Stück raus. Was den Schnitt wieder auf unter 5 Punkte schiebt. Schade.

Superior Donuts 4,33 (15)
Maz Jobrani und Judd Hirsch sind dann doch leider zu wenig, um überlegene Comedy zu backen. Bleibe wegen den beiden trotzdem dran.

The Goldbergs 5,02 (16)
Tun sich schwer, die guten 80er Jahre-Themen sind wohl durch. Heimsten dafür mit der Episode „Dinner with the Goldbergs“ allerdings die Höchstwertung (6,0 Punkte) ein.

The Middle 4,28 (17)
Hey, man guckt es halt, weil es die letzte Staffel ist.

The Simpsons 4,68 (12)
Für eine Simpsons-Staffel jenseits der 20 gar nicht so übel.

Young Sheldon 4,63 (15)
Ist nun mal Sheldon. Guckt man weg, ohne dass es schmerzt. Hat ab und an auch nette Momente.

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111 (September 2017)

29 Sep

Viele, viele bunte Ersteindrücke gibt es diesmal. Aber auch zwei durchgeguckte Staffeln. Aktuell sorgt mein lausiges Freizeitmanagement leider dafür, dass selbst hochwertige Kost wie die fünfte Staffel von „Ray Donovan“ oder sogar „The Deuce“ von den „The Wire“-Machern auf Halde liegt.

Hier also das, was ich zeitlich in den Programmplan einbauen konnte.

THE ORVILLE (SEASON 1)

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Die Erde, 25. Jahrhundert, Sternzeit null, komma null Ahnung. Captain Ed Mercer (Seth MacFarlane, „Family Guy“) bekommt seine Chance, Karriere zu machen. Seine Vorgesetzten geben ihm das titelgebende Forschungsraumschiff, eine Crew mit lockeren und unlockeren Charakteren plus seine in Ungnaden geschiedene ex-Gattin als Ersten Offizier. Beste Voraussetzungen für schief laufende Abenteuer, die mit Witz und Herz nochmal gerade gebogen werden.

Vorab: Das ist kein „Family Guy“ im Weltall. Was angesichts der Laufzeit von über 40 Minuten und der berüchtigten MacFarlane’schen Gag-Trefferquote auch hart geworden wäre. Als erstes fällt auf, wie ehrfurchtsvoll die Trademarks der 80er und 90er Star Trek-Serien kopiert werden. Majestätische Intromusik, edel geschwungene Raumschiffe, das Interieur aus der Next- Generation-Baureihe liebevoll nachgeklöppelt, Freunden von Deep Space 9 dürfte die Bösewichtrasse der Krill optisch bekannt vorkommen (Stichwort: Jem’Hadar), ja sogar die Stimme des Wissenschaftsoffizier-Androiden bemüht sich um einen geflissentlichen Mr. Data-Duktus, so dass ich sicherheitshalber nachsehen musste, ob sich Brent Spiner nicht ein kleines Zubrot verdient hat (kein so ehrenrühriger Gedanke, sind doch mit Brannon Braga, Jonathan Frakes oder Robert Duncan McNeill einige Star Trek-Alumni etwa hinter der Kamera involviert). Die Anwälte von Paramount Pictures jedenfalls müssen wohl gerade geschlossen auf Betriebsausflug mit Weltenzerstörungs-Safari in einem Borg-Kubus sein, dass sie diese Ähnlichkeiten durchgehen lassen.

Am meisten Spaß mit der Show haben sicher jene, die sich bei Picard und Co. immer schon die Frage gestellt haben, ob das ganze hochgestelzte Sternenflottengehabe mit ein paar lockeren Sprüchen, ein bisschen Flapsigkeit, ein wenig Bro-mance, ja auch gerne mal einem behutsam eingeschenkten Pimmelwitz nicht deutlich unverkrampfter und damit schlicht noch besser wäre. Okay, man muss der Show anrechnen, dass sie bei weitem seltener als befürchtet in die Kalauerkiste greift. Und – anders als noch im Piloten – etwa mit der dritten Episode fast durchgängig ein ernsthaftes Thema abarbeitet und sich einen mutigen Ausgang der Geschichte traut.

Trotzdem hat „The Orville“ mich noch nicht für sich einnehmen können.

Die Gründe: 1.) MacFarlane ist nun mal – siehe seine Film-Biografie – kein sonderlich guter Schauspieler. 2.) Der Humor wirkt auf mich zu oft reingepresst nach dem Motto: „Hoho, der Gag wäre bei Star Trek aber nicht durchgekommen“. 3.) Die Drehbücher schließlich vermitteln bisher den Eindruck, als hätte jemand die besten abgelehnten Star Trek-Scripts aufgekauft und Seth dann Witzchen reingemalt. Meine Wertung soll Folgendes ausdrücken: Nicht schlecht, vielleicht sogar besser als befürchtet, aber doch noch weit von der Aufnahme ins Q-Continuum entfernt.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH 3 EPISODEN: 4,50 Punkte (befriedigend)

STAR TREK: DISCOVERY (SEASON 1)

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And now… the real thing.

Also zumindest das, worunter sich die Rechtsinhaber vorstellen, wohin es mit dem Franchise gehen soll. Über 12 Jahre nach dem Ende der letzten Star Trek-Serie präsentiert CBS die Abenteuer der U.S.S. Discovery. Zeitlich spielt die Show etwa 100 Jahre vor Kirk, Spock und Pille und beleuchtet in der ersten Episode ein wenig erfreulich verlaufendes Aufeinandertreffen mit den Klingonen, deren 24 Stämme sich unter einem neuen Anführer vereinen. Auslöser und mittendrin im Schlamassel: die Crew der U.S.S. Shenzhou unter der Führung von Capt. Philippa Georgiou (Michelle Yeoh, „Tiger & Dragon“) und ihrem Ersten Offizier Michael Burnham (Sonequa Martin-Green, „The Walking Dead“).

Optisch sieht das schon mal sehr beeindruckend aus und orientiert sich stark am Aussehen der letzten Kinofilme. Als Zuschauer darf man in diesem Moment halt schlicht nicht daran denken, wie sich das Design in einem Jahrhundert dramatisch verändern wird. Auch die Klingonen sehen verändert, – passend zu ihrem eher grummeligen Wesen – noch verkniffener im Gesicht aus und sind mit einer quälend langen Aussprache ausgestattet, die so manchen US-Zuschauer zusammen mit dem Lesen der Untertitel bereits zum Abschalten nötigen könnte. Einen klaren Minuspunkt für mich kann ich jetzt schon ausmachen: Das Titelthema bleibt zumindest mir nicht im Ohr hängen.

Die eröffnende Doppelfolge lässt sich zunächst viel Zeit, um die Figur der Michael Burnham und ihren Hintergrund vorzustellen, aufgelockert durch ein bisschen Anomalie-Erforschung. Bis es schließlich zu einer großangelegten Konfrontation gelangt, in deren Verlauf einiges an Maschinerie, Ethikvorstellungen und leider auch Logik zu Schaden kommt. Letzteres führte fast dazu, dass ich mit meiner Wertung doch noch ins „befriedigend“ abgerutscht wäre. Weil die erste Episode allerdings als eine Art Prolog funktioniert, zeige ich mich mal gnädig, zumal mir Optik, Ausstattung, schauspielerische Leistungen und Spezialeffekte insgesamt gut gefielen. Wir erinnern uns: Der Auftakt zu „Star Trek: Next Generation“ war damals ja auch eher holprig und es wurde noch eine großartige Serie daraus. Noch den Vorfreude-Bonus auf neue, nicht kopierte SciFi draufgepackt, lande ich bei:

ERSTEINDRUCK: 5,0 Punkte (gut)

ATYPICAL (SEASON 1)

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Da muss ich mich vorab bei Leser, Blogger und Metalbruder im Geiste Alph bedanken, der mich in den Kommentaren auf diese Serie hingewiesen hat.


Sam Gardner (Keir Gilchrist) ist 18, liebt die Antarktis samt Pinguinen und beschließt, sich jetzt eine Freundin zu suchen. Nicht ganz so einfach, wenn man Autist ist. Aber nichts, was man mit Unterstützung von  Schwester (Brigette Lundy-Paine), den Eltern (Michael Rapaport, „The War At Home“ / Jennifer Jason Leigh, „The Hateful 8“) und Therapeutin Julia (Amy Okuda, „The Good Place“) nicht doch hinbekommt.

„Atyical“ ist keine klassische Comedy, sondern fällt in die Kategorie
Dramedy, deren Vertreter schon in erschreckend hoher Zahl zuverlässig an mir abgeprallt sind. Hier aber habe ich Sam und all die anderen Charaktere direkt von der ersten Episode an in mein Herz geschlossen. Liebenswert, schrullig, witzig.

Zu meiner Schande bin ich trotz meiner Begeisterung erst bei der zweiten von gerademal acht Episoden. Gut möglich, dass ich mir die Show unbewusst aufspare, denn ich glaube, dass hier ein echter Geheimtipp lauert. Für den Moment:

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH 2 EPISODEN: 5,30 Punkte (gut)

 

GHOSTED (SEASON 1)

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– hey dude, was geht?
– alles locker, bro. und bei dir?
– mega. hab eine smoothe idee für ne show. interested?
– sag an, bro!
– also: 1 genialer, aber para-abgefuckter wissenschaftler und 1 ex-cop werden von geheimer orga recruitet, um unerklärliche mysteries zu erforschen. mit aliens, geistern, gespenstern und so shice.
– alter! wie men in black, akte x und den angeschleimtem hoschis, die wo jetzt bitches sind
– ghostbusters. abba sowas von , yo!
– krass.
– yo. wir zwei also voll die lauchboys, bau’n shit, sind voll am abcreepen und whinen. so funny! dann noch zwei cgi-effekte und fertig ist die lotte
– haste schon ’n script am start?
– nö. is‘ eh bullshit, das machen wir on the fly beim abcreepen und whinen. haha, das wird so derb.
– word. mach ich mit. wo sellen wir den shit hin?
– fox. die nehmen alles, kein stress, mann. nur gechillte dudes dort. lassen uns auch executive producen
– fett. das wird so episch, die crowd wirds abfeiern, alle nur am lolen, weil hey wir sind so funny

So muss das gewesen sein, als Adam Scott („Parks And Recreation“) und Craig Robinson („The Office“) auf die Idee zu „Ghosted“ kamen. Ich mag die beiden Kerle ja und bin mir sicher, dass sie eine riesig spaßige Zeit beim Dreh hatten. Aber für die Pilotfolge, in die man vor dem offiziellen Start im Oktober reinschauen konnte, hätte es vielleicht jemanden gebraucht, der weiß, worüber Zuschauer und nicht nur die Darsteller samt Crew lachen.

ERSTEINDRUCK: 3,5 – 4,0 Punkte (unterdurchschnittlich – durchschnittlich)
PHILIP K. DICK’S ELECTRIC DREAMS (SEASON 1)

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Kurz vor dem Start von „Blade Runner 2049“ (Ich sag’s euch: Dennis Villeneuve wird eines Tages den Kinofilm retten) präsentiert Channel 4 eine jeweils von einer abgeschlossenen Kurzgeschichte von Philip K. Dick inspirierte Serie – dessen „Do Androids Dream of Electric Sheep?“ bekanntermaßen die Grundlage von „Blade Runner“ bildete. Den Auftakt macht „The Hood Maker“, in dem die junge Gedankenleserin Honor (Holliday Grainger, „The Borgias“) ihren Dienst bei der Polizei unter der Obhut von Agent Ross (Richard Madden, „Game Of Thrones“) antritt.

Düsteres, dystopisches Setting, zynisch trockener Humor – die Warenzeichen des Autoren Dick sind schon mal an Bord. Es fehlt eigentlich nur der Dauerregen und der hochgezogene Trenchcoat. Ebenfalls etwas vermisst habe ich ein richtig fettes Produktionsbudget, welches, richtig eingesetzt, einen bleibenden Eindruck hinterlassen hätte. So muss man sich als Zuschauer schwerpunktmäßig an der Qualität der Story festhalten. Die für den Auftakt in Ordnung ging, mich aber noch nicht vom Verhörtisch hauen konnte. Alleine schon wegen der angekündigten Gaststars wie Steve Buscemi, Bryan Cranston und Liam Cunningham bleibe ich jedoch selbstverständlich dran.

ERSTEINDRUCK: 4,5 Punkte (befriedigend)
THE TICK (SEASON 1)

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In einer Welt, in der man sich an Superbösewichte und Superhelden gewöhnt hat, liegt die Hoffnung der Welt auf einem nervösen Buchhalter (Griffin Newman, „Vinyl“) und einer blaugewandeten Riesenzecke (Peter Serafinowicz, „Running Wilde“).

 

Ich und Superhelden, man kennt die Geschichte. Höchstselten kommen wir beide zusammen, aber das hier ist angenehm schräg und witzig. Die bisher gerade mal 6 Episoden lassen sich locker leicht schmunzelnd weggucken, Griffin Newman gäbe einen prima Morty für eine Realverfilmung von „Rick and Morty“ ab, während Peter Serafinowicz in getragenem Tonfall seltsame Sprüche vorträgt und beide später auf einen brummeligen Superhelden mit schwer schnippischem Sicherheitssystem treffen. Noch die charmante Valorie Curry als Schwester des Tick-Assistenten als Bonus drauf und schon reicht das insgesamt für ein knappes „Gut“.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH 6 EPISODEN: 5,05 Punkte (gut)

OUTCAST (SEASON 2)

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Die erste Staffel der Gruselserie aus dem Fingern von „The Walking Dead“-Schöpfer Robert Kirkman hatte mir überraschend gut gefallen (5,25 Punkte). Nicht zu heftiger Horror, aber das Beste mit den zur Verfügung stehenden Mitteln herausgeholt, dazu ein gut besetzter Cast einschließlich der Kinderdarsteller und natürlich der angenehm an den Nerven zerrende Soundtrack von Atticus Ross.

Staffel 2 fällt demgegenüber ein gutes Stück ab. Die Stärken sind weiterhin vorhanden, aber man wünschte der Show an vielen Stellen den Aufwand bezüglich der blutig-ekeligen Spezialeffekte, der eben bei einem „The Walking Dead“ gerne mal betrieben wird. Den dramatischen Exorzismus-Atemaustausch-Durchschüttler kann ich nämlich langsam nicht mehr sehen. Leider erschafft man unter diesen Umständen auch einen eher preiswert aussehenden, großen Schlussakt im Finale. Immer noch durchaus unterhaltsam, aber weniger erinnerungswürdig.

GESAMTWERTUNG: 4,85 Punkte (befriedigend)