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101 (September 2016)

23 Sep

Puh.
Gut, dass die neue US-TV-Saison gerade gestartet ist und derzeit richtig Schwung aufnimmt.
Denn auf Fußball habe ich jetzt schon keine Lust mehr.
Aus leistungs- und tabellenpositionsbezogenen Gründen. *seufz*

Der Seriencheck reicht diesmal ein paar Abschlusswertungen bereits besprochener Shows nach, stellt frische Neuzugänge vor und blickt vielleicht auch auf die Starts bekannter und beliebter Dauerbrenner. So ich das zeitlich in den nächsten Tagen auf die Reihe bekomme. Gut möglich, dass dieser Beitrag nach dem Wochenende aktualisiert wird. Also immer mal reinschauen.

BRAINDEAD (SEASON 1)

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You might think I’m crazy… aber meine Einstellung zu „BrainDead“ hat sich auch in den verbliebenen Folgen bis zum Finale hin nicht geändert. Ein netter Mix aus „Body Snatchers“ und US-Politik mit einer anhimmelungswürdig herzigen Mary Elizabeth Winstead, einem hübsch fiesen Tony Shalhoub, den besten „Last Time on…“-Zusammenfassungs-Songs im Serienbusiness sowie guten satirischen Ansätzen auf den gegenwärtigen tiefen Riss in der amerikanischen Parteienlandschaft. Aber eben auch mit einer mir zu ausführlich aufgekochten Love-Story, fehlender Schärfe und richtig zupackendem Biss. Im Finale blieb eine mich drängende Frage unbeantwortet, ansonsten aber führte die Show ihren erzählerischen Bogen zu einem runden Ende.

Letztlich landet „BrainDead“ damit in meiner Wertungsskala unter 5 Punkten, aber ich möchte dennoch eine Empfehlung aussprechen für Zuschauer, die mit dieser Mischung etwas anfangen können. Für mich das erste guilty pleasure der noch jungen Saison.

GESAMTWERTUNG: 4,86 Punkte (befriedigend) 

RAY DONOVAN (SEASON 4) 

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Da muss ich jetzt doch ein wenig herumkritteln, denn so gut mir die vierte Staffel des Fixers aus Boston gefallen hat, so einfach haben es sich die Drehbuchautoren an einigen Stellen gemacht. Ich hatte ja schon im letzten Beitrag zu dem Thema einen Satz fallen lassen. Daddy Mickey (wieder wunderbar gespielt von Haudegen Jon Voight) steckt in der Patsche, landet im Knast, aber Sohnemann Ray hat genau gegen den richtigen Mann im Justizapparat etwas in der Hand, um ihn dort rauszuholen? Schöner Zufall. Naja. Kann man einmal bringen. Aber bitte nicht im großen Finale, wenn die große Bedrohung der Saison ausgeschaltet wird wie ein kleiner Dealer, der sich den Fluchtweg verbaut hat. Das hat mir dann doch den Abschluss einer sonst guten Staffel vermiest und hatte deutliche Abzüge in der Endnote zur Folge. Wenn man ganz kritisch ist, waren auch die Nebenhandlungen um die Familienmitglieder Abby, Bridget, Conor und Teresa nicht die Bringer, sondern eher um sich kreisende, schließlich geräuscharm in sich zusammenfallende Plots. Dafür garantierten die Donovan-Kerle wieder gelungene Unterhaltung.

GESAMTWERTUNG: 5,34 Punkte (gut)

MR. ROBOT (SEASON 2) 

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?????????…. input error….. … can not evaluate… brain reboot now… ???????

Das waren meine ersten Gedanken unmittelbar nach Ende des Finales der zweiten Staffel von „Mr. Robot“. Jetzt, da ich diesen Text verfasse, habe ich selbst noch keine Ahnung, welche Endnote meine Excel-Datei ausspucken wird. Am gesetzten Schlusspunkt des diesjährigen Mind-Hacks mit dem frisch emmyprämierten Rami Malek werden die Meinungen weit auseinandergehen. Ich versuche mal, meine Erlebnisse als Begleiter von Elliot in kurzen Stichworten zusammenzufassen:

Hintergrundstory von fsociety näher beleuchtet. Cooler Wiedereinstieg. High five.
Story-Entschleunigung über mehrere Episoden fast bis hin zum Stillstand.  Meh.
Die ALF-Episode: Schreiend komisch oder einfach nur WTF? Bin zwiegespalten.
Twist, auf den ich nicht gekommen bin. Holla!
Mentale Notiz an den Serienschöpfer verfasst: „Meinen aufrichtigen Respekt, Mr. Sam Esmail. Hätte ich die Zeit gehabt, ich hätte mir die ersten 6 Folgen nochmal angeschaut“
Aufbau des großen Finales. Viel Verwirrendes, Diffuses, Angedeutetes, zum Ende hin aber stets eine Überraschung, gerne auch mal krachender Natur. 
Die Verhör-Szene mit dem kleinen Mädchen: Twin Peaks macht den Voight-Kampff-Test mit mir. 
Ich sehne mich nach erlösender Auflösung. 
Das Finale. Hä? Ich hab‘ es nicht verstanden. Glaube ich.

Wenn das Ziel der Staffel war, den Zuschauer an den Wahnsinn von Elliot Alderson anzunähern, hat sie das zumindest bei mir geschafft. Ich bin verwirrt und überfordert. Wahrscheinlich hätte es geholfen, die 12 Folgen an einem Stück (unter Anleitung eines guten Therapeuten) durchzuschauen, um alle Zusammenhänge zu verstehen. Als Viel-Anderes-Gucker hatte ich gerade gegen Ende echt Mühe, immer wieder reinzukommen und den Überblick zu behalten.

Was ich aber aus dieser Season mitnehme:

– Die Figur der FBI-Ermittlerin DiPierro hatte für mich keinerlei Ausstrahlungskraft, da wurde schlicht viel an Antagonisten-Potenzial liegengelassen

– Die Show ist weiterhin ohne Wenn und Aber hochklassig in Szene gesetzt, sei es Kameraführung, Dialoge oder die Abläufe der Hacks. Auch die Musikauswahl hinterlässt Eindruck.

– Der Kniff des unzuverlässigen Erzählers hat seine Reize, ließ ihn mir aber immer mehr den Wunsch nach Stringenz und Eindeutigkeit heranwachsen.

– Das Finale hat mich enttäuscht. Punktum. Weil die Show ab der Staffelmitte einen Höhepunkt anhypt, den sie dann schlicht nicht liefert, sondern lieber dem Zuschauer zum Abschluss in das immer noch von Fragezeichen übersäte Gesicht grinst.

Jetzt bin ich gespannt, was meine Wertungsformel meint:

GESAMTWERTUNG: can not compute Punkte (xxxxxx?????)

…system freeze…hello… please tell me you are seeing this too?….reboot….

GESAMTWERTUNG: 5,16 Punkte (gut)    

THE NIGHT OF

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Hatten wir einen Beitrag obendrüber schon ein Problem mit dem Finale, kommt das hier auch zum Tragen. Allerdings in bedeutend geringerem Ausmaß. Die acht Episoden von „The Night Of“ sind hervorragendes US-Fernsehen, eine erlebnisreiche, spannende Reise in die Nacht, die das Leben des Studenten Nasir für immer verändern sollte. Allerdings ist hier wie in dem allseits bekannten Sprichwort der Weg das Ziel eben dieser Reise, da die Show letztlich doch den Schwerpunkt auf die Gerichtsverhandlung und den Aufenthalt des Protagonisten im Gefängnis setzt. Für mich hat diese Entscheidung der Macher für das Gesamtpaket nur dahingehend Auswirkungen, dass ich doch nicht das Prädikat zücken kann, sondern knapp darunter bleibe. Allerdings kann ich nachvollziehen, wenn manche von dem Finale enttäuscht sein sollten.

GESAMTWERTUNG: 5,79 Punkte (sehr gut)  

Und damit zur Abteilung „Piloten-Check“. Inhalt: Neue Serien, deren erste Folge ich gesehen habe. Was hat Potenzial, was hat mich enttäuscht, was schafft es auf meine berüchtigte Guckliste?

SON OF ZORN (PILOT) 

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Krieger Zorn (gesprochen von Jason Sudeikis, „Kill The Boss“) kehrt nach erfolgreicher Schlacht zurück zu Frau und Kind, die sich von ihm entfremdet haben und die er nun zurückerobern muss. Liest sich wie ein bodenständiges Wikinger-Drama, ist aber etwas komplett anderes. Denn Zorn ist ein Zeichentrick-Barbar im Stile von „Conan“, Frau und Kind hingegen reale Menschen in einer realen Vorstadt in Orange County, Kalifornien. Die ex-Gattin (Cheryl Hines, „Curb Your Enthusiasm“) hat mittlerweile einen sanft wortsprudelnden Psychologen-Fuzzi mit Männlichkeitsunsicherheit-Syndrom, der Sohn Alangulon ist ein Weichei. Unser Held muss sich seinem größtem Kampf stellen.

Vorab von mir einen dicken Pluspunkt für die mutig beknackte Prämisse. Zeichentrick und Realfilm zu mischen ist jetzt zwar nichts Neues, aber die Selbstverständlichkeit, mit der alle Beteiligten dem Comic-Wilden begegnen, hat schon etwas herrlich Absurdes. Der Pilot zeigt für mich genug Ansätze, um dran zu bleiben, auch wenn bei den Gags durchaus noch Luft nach oben ist. Ich freue mich auf weitere harsche Zusammenstöße zwischen übermännlicher Fantasywelt und irdischem Realitäts-Alltag. Oder wie mein Bruder meinte: „Das ist so bekloppt, dass es schon wieder gut ist“.

PILOTENBEWERTUNG: 4,5 Punkte (befriedigend)
TENDENZ: 4,5 – 5,5 Punkte

THE GOOD PLACE (PILOT)

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Eleanor Shellstrop (Kristen Bell, „Veronica Mars“) ist im Himmel. Auch genannt „The Good Place“, einem Ort, in dem nur die wahrhaft edelsten Vertreter der Menschheit ein durchweg seliges Leben führen dürfen. Gestaltet von Azubi-Paradiesdesigner Michael (Ted Danson, „Becker“), hakt es jedoch seit dem Auftauchen von Eleanor an diversen Ecken und Enden.

Nun raten wir mal gemeinsam, woran das liegen könnte: Richtig, Eleanor ist nicht die würdige Eleanor, sondern hat zu ihren irdischen Daseinszeiten eher extrem wenig Karmapunkte sammeln können. Gemeinsam mit dem ihr zugewiesenen Seelenverwandten Chidi versucht sie, eben dies zu ändern und nicht aus der Rolle zu fallen.

Michael Schur kriegt mich doch immer wieder. Der Autor und Produzent, der auf seinem nicht ernst gemeinten IMDB-Profilbild aussieht, als wolle er die amische Glaubenskultur mit einem einzigen, entschlossenen Blick verbreiten, steckt nach „The Office“, „Parks And Recreation“ und „Brooklyn Nine-Nine“ auch hinter dieser neuen Serie und kann erneut überzeugen. Ein fantasievoll schräg geschmiedetes Setting als Parodie auf das Paradies mit einigen Eigenheiten, Kristen Bell als Fehler im System, weil nach außen hin engelsgleiches Wesen, das es jedoch faustdick hinter den Ohren hat, philosophische Ausflüge hinsichtlich der Frage nach dem Sinn des gut geführten Lebens und Ted Danson als überforderter Schöpfer. Der Pilot lief als Doppelfolge, was sehr viel Sinn ergab, da man so im ersten Teil die Einführung in die Welt anbringen und danach mit dem gerne auch CGI-gestützten Spaß loslegen konnte. Sitzt, passt, ist charmant und macht Lust auf mehr.

PILOTENWERTUNG: 5,0 Punkte (gut)
TENDENZ: 5,0- 5,5 Punkte

KEVIN CAN WAIT (PILOT)

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Ex-Cop Kevin  (Kevin James, „The King of Queens“) hat eine hübsche Ehefrau, drei Kinder und sehr viel Freizeit, weil er kürzlich in Rente gegangen ist. Natürlich lassen die häuslichen, beziehungs- und erziehungstechnischen Probleme ihm kaum Zeit, sein Pensionärsdasein zu genießen. Wenn doch, sind seine Arbeitskumpels direkt zur Stelle.

Ich musste mich doch arg wundern über die Besprechung bei den von mir hochgeschätzten Kollegen von serienjunkies.de, die wohl mit komplett falschen Erwartungen an die Show herangegangen sind. Dort wird nämlich ernsthaft die emotionale Tiefe vermisst. In einer Show, die offensichtlich ein Reboot von „King Of Queens“ ist, nur halt mit Kindern statt mit Arthur und mit Cops statt mit Kurierfahrern (sogar Gary Valentine ist wieder mit von der Partie!)? Genau so gut könnte ich jetzt enttäuscht auf den fehlenden Gewalt- und Freizügigkeitsgrad hinweisen.

Die letzten filmischen Aktivitäten von Mr. James habe ich eher mit körperlichen Schmerzen aufgenommen, seien es nun „Zookeeper“, „Here Comes The Boom“ oder „Paul Blart: Mall Cop 2“ (letzterer war wirklich kurz vor der Unansehbarkeit). Von daher erwartete ich nicht wirklich viel von „Kevin Can Wait“ und wurde positiv überrascht. Der sympathische Pfundskerl ist wieder voll in seinem Element, spielt sich routiniert die Dialoge mit Show-Frau Erinn Hayes („Guys With Kids“) zu, blödelt und kaspert herum wie in alten Heffernan-Zeiten. Das revolutioniert freilich nicht das Genre, ist aber eine wohltuende Rückkehr des ehemaligen Comedy-Darlings zu seinen Wurzeln und ich behaupte einfach mal dreist: Wer „King Of Queens“ mochte, wird zumindest auch an dieser ersten Folge seine Freude haben. Wohin die Reise geht, muss natürlich die Zeit zeigen. Dass eine Figur wie Arthur mit dem unvergleichlichen Jerry Stiller fehlt, könnte der Show auf Dauer schaden.

PILOTENBEWERTUNG: 5,0 Punkte (gut)
TENDENZ: 4,5 – 5,0 Punkte

BETTER THINGS (PILOT)

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Sam Fox (nein, nicht die Sam Fox aus den 80ern) hat drei Töchter, keinen Mann und schlägt sich als Synchro-Sprecherin für schäbige Kinderprogramme mehr schlecht als recht durch. Ihr Ziel: ein besseres Leben. Erdacht und produziert von Louis C.K. und Pamela Adlon („Californication“, „Louie“), die auch die Hauptrolle spielt.

Man könnte das jetzt grob in die Kategorie „Wie Louie, nur aus weiblicher Sicht“ einordnen. Bin ich leider nicht mit warm geworden. Der Einstieg mit der weinenden Tochter und Sams Reaktion darauf wusste zu gefallen, in der weiteren Folge musste ich mir aber eingestehen: Ich sehe lieber den Comedian Louis C.K. in der Abteilung „sex, swears, drugs, kids & daily problems“ umherwandern als die Schauspielerin Pamela Adlon. Zwei der drei Töchter sind mir auch – trotz eher kurzer Präsenz im Piloten – gleich auf die Nerven gegangen. Nee, sorry, ich warte lieber auf eine sechste Staffel von „Louie“.

PILOTENWERTUNGEN: 4,0 Punkte (durchschnittlich)  
TENDENZ: Sichtung eingestellt 

DESIGNATED SURVIVOR (PILOT)

Tom Kirkman (Kiefer Sutherland, „24“) ist Minister für Wohnungswesen und städtische Entwicklung. Aber nicht mehr lange. Denn bei einer Explosion im Kapitol anlässlich der Ansprache zur Lage der Nation geht die gesamte Regierung nebst der sonstigen politischen Elite hopps. Kirkman überlebt, weil die Verfassung gebietet, dass ein Mitglied der Regierung der Veranstaltung fernzubleiben und an einem sicheren Ort zu verbleiben hat. Damit eben dieses im Fall der Fälle zum US-Präsidenten ernannt wird und dessen Aufgaben übernimmt.

Wäre hierzulande mit einem CSU-Landwirtschaftsminister eine Knaller-Komödie. Über dem großen Teich ist es freilich Drama, mit Kiefer Sutherland als erst einmal unwilligem, uncharismatischem Präsidenten-Azubi in der schlimmstmöglichen Krise der USA seit der Kandidatur von Donald Trump. Der Pilot ging in Ordnung, ohne mich jetzt richtig gepackt zu haben. Man ahnt als eingefleischter Zuschauer, in welche Richtung sich die Angelegenheit bewegen wird. Kirkman wächst an seinen Aufgaben, handelt überlegter und weiser als die versammelte Generalschaft im Säbelrassel-Fieber, eckt aber dennoch wegen seiner Unerfahrenheit und fehlendem Stallgeruch an. Frau und Töchterchen werden für die kitschig-emotionale Momente sorgen, der Teenie-Sohn mich schwerstens nerven. Mich interessiert eigentlich nur, wer hinter dem Angriff steckte. Falls es auf die böse Industrie, die 1% der Superreichen oder gar auf einen Maulwurf hinausläuft, bin ich weg.

PILOTENBEWERTUNG: 4,5 Punkte (befriedigend) 

Immer noch nicht genug gelesen? Dann hier noch kurz gehaltene Kommentare zu den Staffelstarts bekannter Serien:

MODERN FAMILY (S8E01)

Positive Überraschung, denn die Dunphys liefern nochmal eine sehr gute Saisoneröffnung ab. Hübsch aufgezogene Verwirrspiele, herrlich peinliche Situationen, kein Erzählstrang mit einem Durchhänger. Und vor allem keine lahmen Liebesgeschichten. Kommt nah an die guten alten Zeiten heran. Gerne weiter so für den Rest der Staffel.

5,5 Punkte (sehr gut)

BROOKLYN NINE-NINE (S4E01)

Auftakt mit stark dezimiertem Ermittlerteam, aber das macht in diesem Fall nichts. Captain Holt und Detective Peralta sind spaßig genug, um die erste Folge des Einstiegs-Triples souverän alleine zu wuppen.

5,0 Punkte (gut)

THE GOLDBERGS (S4E01)

Es gibt immer noch 80er-Jahre-Kram, den diese wunderbare Show noch nicht ihrer speziellen Behandlung unterzogen hat. Zum Start arbeiten sich die Macher am Breakfast Club ab und schicken Obermutti Beverly Goldberg in die für ihre Kinder schlimmstmögliche Aushilfstätigkeit. Köstlich und für Kenner der Filmvorlage noch eine Stufe spaßiger.

5,5 Punkte (sehr gut)

BLACK-ISH (S3E01)

Wie schon „Modern Family“ tappt auch „Black-ish“ in die Werbefilm-Falle. Damals schickte offensichtlich das Tourismusbüro von Australien die Dunphys auf den staubigen Kontinenten (und sorgte für eine peinlich bemüht, aber unlustige Episode), diesmal zeigte sich Disney großzügig und lud die Johnsons nach Disneyland. Das Ergebnis: Viel Promo für die dortigen Attraktionen, dazwischen kaum gelungene, aber erzwungen wirkende Erheiterungsversuche, alles stabil auf der Humor-Linie des edlen Spenderkonzerns. Dezent peinlich.

3,5 Punkte (unterdurchschnittlich)  


GOTHAM (S3E01)

Adieu, Klein-Batman. Tschüß, Gotham. Ich habe mir den Auftakt in der irrigen Hoffnung angesehen, dass die Macher die im letzten Saisonfinale angekündigten Plots doch noch in einem Anfall von Erkenntnis komplett über den Haufen werfen. Oder anteasern und dann ganz schnell beerdigen. Stattdessen schicken sie „Gotham“ nun endgültig über die Schwelle zum Trash: Fish Mooney als Hauptbösewichtin, ein verwilderter, böser Zwilling von Bruce Wayne und James Gordon als abgefuckter Bounty-Hunter. Selten habe ich beim Abspann heftigeres horizontales Headbanging betrieben.  Schade für den Penguin (Robin Lord Taylor) und Alfred (Sean Pertwee), deren Darsteller bisher zu überzeugen wussten.

3,0 Punkte (mäßig)

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100 (August 2016)

18 Aug

Liebe Brüder und Schwestern,

Glaube steht gleich dreimal als Thema an bei diesem Seriencheck, der die letzten Nachzügler-Schäflein für die Haupt-US-TV-Saison behandelt. In „Outcast“ wird der Teufel eher mittelmäßig erfolgreich ausgetrieben, „Preacher“ bringt Gott per Live-Zuschaltung in die Kirche und Katholik Jim Gaffigan glaubt weiterhin an die heilige Kraft des Essens, was ihn meiner Meinung zu einem sehr guten Menschen macht. For what you are about to receive: May the Lord help you. Amen.

OUTCAST (SEASON 1)

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Läuft nicht bei Kyle Barnes. Der arme Kerl musste bisher miterleben, wie seine Mutter und später seine Ehefrau vom Teufel besessen waren. Nun kehrt er in sein Heimatstädtchen Rome zurück und versucht gemeinsam mit dem umtriebigen Reverend Anderson, der immer größer werdenden Zahl an dämonischen Körpereinnistungsversuchen Einhalt zu gebieten. Basierend auf den Comics von Robert Kirkman (The Walking Dead).

Der Exorzist in Serienform, könnte man zusammenfassend sagen. So hart geflucht wie im Vorbild wird beileibe nicht, ekelerregende Schockmomente sind mir nicht aufgefallen, dennoch hat mich „Outcast“ richtig gut unterhalten. Das fängt bei dem schwelend düsteren Theme von Atticus Ross an, geht über die sauber dargestellten Charaktere Kyle Barnes (immer verzweifelt), Reverend Anderson (immer mit Gottvertrauen), Polizeichef Giles (immer kernig: Reg E.Cathey) und Sidney (immer undurchsichtig: Brent Spiner als böser Mann mit Hut), bis hin zu kribbelig schaurigen Momenten, dramatischen Wendungen und einem fiesen Twist gegen Ende. Kann ich empfehlen für alle, die sich vor dem Schlafengehen wohlig gruseln wollen, ohne tags drauf die Bettwäsche gleich wechseln zu müssen.

GESAMTWERTUNG: 5,25 PUNKTE (gut)

PREACHER (SEASON 1)

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Ich bin mir immer noch uneins, was den Preacher anbelangt. Auf der positiven Seite stehen sicherlich die Lässigkeit des Hauptcharakters, die schräg angelegten Figuren wie die beiden Engelsmänner, die staubig trockene Inszenierung, geniale Momente à la die Kampfszene im Hotelzimmer oder der große Auftritt in der Kirche im Finale. Andererseits kam mir die Geschichte gerade zu Beginn zu zerstückelt und wirr vor, viele Charaktere waren für meinen Geschmack zu comichaft überzeichnet und auf boah,ey-krass getrimmt, richtige Sympathien für das Haupt-Trio konnte ich bei mir auch nur mühsam ausmachen. Die gute Nachricht: zum Ende der Staffel hin legt sich das große Fragezeichen über dem Kopf des Zuschauers und es wird einiges zusammengefügt, was vorher nur als angedeutetes Stückwerk erschien. Dann überwiegt doch noch das leichte, zufriedene Grinsen über diese wirklich seltsame Show um göttliche Kräfte.

GESAMTWERTUNG: 5,00 PUNKTE (gut)

VICE PRINCIPALS (SEASON 1) 

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Der alte Schuldirektor (eingangs kurz gespielt von Bill Murray) zieht sich zurück, seine beiden Vize (Danny McBride und Walton Goggins) kämpfen fortan mit allen Mitteln um den begehrten Posten. Mit allen Mitteln meint: Keine Beschimpfung ist ihnen zu niveaulos, kein Verhalten zu kindisch, kein Spruch zu peinlich.

Freunde, ich habe es versucht. Aber das ist nicht mein Humor. Walton Goggins hat nach seinen Rollen in „Justified“ und „The Hateful Eight“ einen dicken Stein bei mir im Brett, aber leider war Danny McBride für das Drehbuch zuständig und zieht Mr. Goggins mit ins Verderben. Soll heißen: Wer Rumgefluche in der suck-fuck-cock-ass-Geschmacksmischung an sich zum Brüllen findet oder generell infantil-doofes Verhalten erwachsener Männer, dürfte sehr viel Spaß mit der Show haben. Hey, ich störe mich nicht an deftiger Wortwahl (so gehören etwa Louis C.K. und Jim Jefferies zu meinen Lieblings-Stand-Up-Comedians), aber es muss wirklich mehr Mühe dahinterstecken als die bloße Aneinanderreihung von Schimpfwörtern, um mir einen Schmunzler zu entlocken. Die erste Episode ging noch in Ordnung, aber bei der zweiten war mehr oder minder Schicht im Schacht für mich. Sorry, minutenlang zuzusehen, wie McBride und Goggins unter Proll-Gepose eine Wohnung auseinandernehmen und in Brand setzen, fällt bei mir nicht unter die Definition von erfrischendem Witz. Die dritte Folge etwas besser, was aber schon keine große Leistung mehr war. Nee, HBO, das ist nix.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH DREI EPISODEN: 3,75 PUNKTE (unterdurchschnittlich)

Sichtung eingestellt 

WRECKED (SEASON 1)

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Selten war eine Beschreibung so einfach. Flugzeugabsturz. Die Überlebenden stranden auf einer Insel. LOST als Comedyserie. Mit Gags statt Mystery.

Beziehungs- und ehrlicherweise mit ohne Gags statt Mystery. Drei Folgen gesehen und leider keinen Mundwinkel hochgezogen bekommen. Der Humor ist beileibe nicht so dumpf-schmerzend wie bei „Vice Principals“, sondern eher aus der traurigen Kategorie „Kein Anschluss unter dieser Nummer“. Das tut mir besonders leid für Rhys Darby (der Kultbandmanager Murray aus „Flight of the Conchords“), der zum wiederholten Mal keinen Treffer bei mir landen kann. Eines dieser Projekte, wo alle Beteiligten sich beim gemeinsamen table read formidabelst beömmelten und auch später beim Drehen aus dem Lachen nicht herauskamen. Bis die ganze Angelegenheit dem Zuschauer vorgesetzt wurde, der leider beim Spaß der Produktion eben nicht dabei war und den Witz nicht findet.

DURCHSCHNITTSWERTUNG: 3,83 PUNKTE (unterdurchschnittlich)

Sichtung eingestellt

THE JIM GAFFIGAN SHOW (SEASON 2)

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Jim Gaffigan isst, glaubt und kämpft sich wieder mit immer noch fünf Kindern und Ehefrau in einer Zwei-Schlafzimmer-Wohnung in New York durch sein Leben als Comedian. Ich fand die erste Season ja mehr als ordentlich und war deshalb umso mehr vom Auftakt der zweiten enttäuscht. Die ersten vier Episoden kamen nicht über den Durchschnittwertungsdaumen hinaus, da halfen selbst Gaststarauftritte von Jerry Seinfeld, Zachary Quinto, Carrot Top oder Nickelback nichts. Zu schwere Kost für Jim wie Berufung, katholischer Glauben und philosophische Gedankengänge im Auftakt, danach ein von den Gags her eher schwach angelegter Gerichtsprozess, gefolgt von einer eher platten Folge, in der Jim ständig als hässlich tituliert wird. Mittlerweile hat sich die Show gefangen und konnte zuletzt auch mal ein knappes „gut“ als Wertung für eine Episode einheimsen. Wird in der Gesamtschau allerdings diesmal eher im Befriedigend landen.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH NEUN EPISODEN: 4,33 PUNKTE (befriedigend)

 

MR. ROBOT (SEASON 2) 

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Mit Elliot bin ich bis dato auch noch nicht so recht zufrieden. Vor allem nicht nach der fulminanten ersten Staffel, die bei mir knapp an der „überragend“-Wertung kratzte. Punkten kann die Show weiterhin, wenn sie wie im Season Opener die Geschichte von fsociety beleuchtet, Gefahrensituationen urplötzlich hereinbrechen lässt oder unseren Lieblingshacker in den albtraumhaften Wahnsinn schickt. Andererseits ging es mir in den ersten Episoden gerade auch angesichts der verlängerten Episodenlaufzeiten zu wenig voran mit der Geschichte um den größten Hack, den die Welt bisher gesehen hat. Und mit der FBI-Ermittlerin DiPierro bin ich auch noch nicht warm geworden. Summa summarum bisher nur gut, da muss noch mehr kommen. Zumal die Einschaltquoten nicht die besten sein sollen.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH SECHS EPISODEN: 5,05 PUNKTE (gut)  

 
RAY DONOVAN (SEASON 4) 

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Alles in der Spur bei „Ray Donovan“. Also nicht bei den Donovans, wo wieder mal das Familienchaos herrscht, sondern bei der Show an sich. Die steuert nämlich stabil auf eine erneut gelungene Staffel hin. Anzeichen, dass man wie in der zweiten Season zähe bis langweilige Handlungsstränge verfolgt, sind nicht ersichtlich. Stattdessen die übliche schöne Mischung aus kollektivem In-der-Patsche-stecken, egal, bei welchem Familienmitglied man vorbeischaut. Klar, hie und da wird per Drehbuch der Haltegriff herbeigezaubert, mit dem sich Papa Mickey, Ray, Bunchy und Terry noch gerade so aus der Scheiße ziehen können. Da meckere ich aber nicht groß dran herum, denn die Boston-Sippe gehört bei mir fast schon zur Familie. Schön übrigens, dass Liev Schreiber nun desöfteren auf Nominierungslisten auftaucht. Die Serie hätte das auch langsam verdient.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH SIEBEN EPISODEN: 5,29 PUNKTE (gut)

THE NIGHT OF 

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Achtteilige Mini-Serie über den pakistanischstämmigen Studenten Nasir, für den eine geplante Partynacht komplett aus dem Ruder läuft und der sich nun der unerbittlichen Härte des amerikanischen Justizsystems gegenüber sieht. Sein einziger Verbündeter: der fußmalade, schmuddelige Verteidiger Jack Stone (John Turturro).

Klare Empfehlung von mir. Nichts weiter groß drüber lesen, einfach gucken. Das ist die Sorte von Show, bei der man trotz je knapp einstündiger Episodenlaufzeit kein einziges Mal nachschaut, wie lange es noch geht. Weil die Schauspieler großartig sind. Weil die Dialoge sitzen. Weil die Geschichte spannend ist. Weil keine Figur schwarz oder weiß gestrickt ist, sondern Grautöne besitzt und unklar ist, wer später noch wie handeln wird. Weil man als Zuschauer wissen will, was in dieser einen besonderen Nacht geschah. Obwohl ich meine DVD-Box von „The Wire“ bis heute nicht gesehen habe (ja, Eimer voller Asche über mein Haupt) soll es von der erzählerischen Qualität her in diese Richtung schlagen. Spurenelemente von „True Detective“ sind ebenfalls vorhanden. Wer jetzt immer noch zögert, verpasst höchstwahrscheinlich den nächsten HBO-Kracher. Ich habe drauf hingewiesen.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH SECHS EPISODEN: 5,80 PUNKTE (sehr gut)

HOUSE OF CARDS (SEASON 4)

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Unfassbar, aber wahr: Ich habe endlich die vierte Staffel von „House Of Cards“ fertig geschaut. Die Gründe für mein Herumgehänge: diverse andere Serien, Dark Souls 3 (sehr unbefriedigendes Ende übrigens), Fußball-EM (dito), die Tatsache, dass ich bei einem Handlungsstrang aufgehört habe, bei dem meiner Meinung nach der Hauptfigur nichts passieren konnte. Ich fand die Show nach der guten, aber keine Steigerung bringenden dritten Staffel, wieder ein bisschen besser. Auch wenn mir die ganz großen Gemeinheiten der Underwoods fehlten und der echte US-Wahlkampf derzeit noch chaotischer und verrückter erscheint. Ich bin mir sicher, die aktuelle Managerin der Trump-Kampagne wäre selig, wenn sie so intelligent-intrigante, aber fies machtgeile Leute betreuen dürfte statt des dumpfdummen Prolls mit dem lächerlichen Haupthaar.

Was ich sagen will: House Of Cards hält sein hohes Niveau, leidet aber auch ein wenig darunter, dass die Realität noch eine Spur dramatischer ist. Episoden, die mir nur befriedigend gefielen, waren keine dabei. Gegen Ende hin packt die Show nochmal den Drama-Hammer aus. Zur nächsten Amtsperiode sind wir alle sicher wieder dabei.

GESAMTWERTUNG: 5,45 PUNKTE (gut +)