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46 (April 2011)

27 Mai

In der letzten Ausgabe vor der großen Saisonschlussbewertung mit an Bord: zwei Neustarts, vier bereits abgeschlossene Staffeln, Enttäuschungen, aber auch positive Überraschungen.

Breaking In (S1E01-S1E02)

Christian Slater spielt den Chef der Firma Contra, die im Auftrag ihrer Kunden Schwachstellen in deren Sicherheitssystemen ausfindig macht. Dazu lässt er seine Crew, bestehend aus Hackern, Knackern, Täuschern und Tricksern, in geschützte Gebäude einbrechen. US-Serienfans erkennen gleich Bret Harrison (Grounded For Life, Reaper) als frisch zum Team gestoßenen Hacker, der von den Kollegen zur Einstimmung gleich mal flott gepiesackt wird.

Als ich die Beschreibung las, hielt ich die Show für eine Dramaserie und wollte eigentlich gar nicht erst reinschauen. Ocean’s Eleven trifft halt auf irgendein Ermittler-Detektiv-Technikdingens-Format, war mein erster Gedanke. In Wahrheit ist Breaking In allerdings eine Comedyserie, die wohl Nerds im Allgemeinen und Fans des A-Teams im Besonderen ansprechen soll. Vor allem Mr. Slater gibt eine neumodische Version von Colonel John „Hannibal“ Smith zum Besten, dass man eigentlich minütlich auf die Zigarre im Mundwinkel oder den „Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert“-Spruch wartet. Der Rest des Teams besteht neben dem bereits erwähnten Frischling aus der attraktiven und umworbenen Knackerbraut, dem dunkelhäutigen Geek, der den Zuschauer direkt aufgedreht mit Star Wars- und Star Trek-Referenzen bombadiert und schließlich dem Spezialisten für Verkleidungen, dem ich im Piloten wegen seiner Mimik sofort den Spitznamen Jim Carrey 2.0 verpassen musste..

Mein Eindruck nach zwei gesehenen Folgen: ordentlich, wenn auch für meinen Geschmack ein wenig zu sehr bemüht auf cool, lässig und nerdy getrimmt. Es bleibt abzuwarten, was die Autoren aus den Figuren noch herausholen. Denn Slater alleine wird es nicht richten können.

Ersteindruck: S1E01: 4.5 von 6 Punkten (befriedigend), S1E02: 4.0 von 6 Punkten (durchschnittlich)

The Paul Reiser Show (S1E01)

Paul Reiser wurde zusammen mit Helen Hunt durch die Beziehungs-TV-Komödie Mad About You berühmt. In seiner neuen Show auf NBC spielt er sich selbst als den nach außen hin nett und freundlich wahrgenommenen ex-Comedystar, der auf der Suche nach neuen Herausforderungen ist und mit den von der Ehefrau und den Kindern in sein Leben geworfenen Freunden den Alltag meistert. Wie zum Staffelauftakt etwa eine Bastelarbeit für die Schule, die Antwort auf die in Formularen gestellte Frage nach der aktuellen Berufsbezeichnung oder ein Testprojekt als Gameshowmoderator. Dass dabei der Stil an die Erfolgsserie Curb Your Enthusiasm angelehnt ist, wird gleich im Piloten nicht verhehlt, sondern gelungen im Gespräch mit Gaststar Larry David auf eine Meta-Ebene gehievt.

Die Quoten für die erste Episode waren wohl, was ich so gelesen habe, ein ziemliches Desaster. Aber da stelle ich mich tapfer wider den Trend der Ignoranz und rufe Richtung Amerika: „Mr. Reiser, I really liked your show!“. Er wird es wohl nicht lesen, es wird wohl nichts helfen, es musste aber mal gesagt werden. Wer an Curb mit seinen Dialogen, Situationen und Eigenheiten seinen Spaß halt, sollte sich wirklich hinsetzen und der Paul Reiser Show eine Chance geben. Ich fand den Piloten witzig, unterhaltsam, sympathisch und damit ein Highlight inmitten der eher mauen Neustarts in der Comedyschiene diesen Jahres. Alleine der Charakter Habib „I got everything“ ist bereits die 21 ½ Minuten investierte Zeit wert. Aktuell sind sechs Folgen geordert und es wäre eine Schande, wenn diese Serie so schnell wieder vom Bildschirm verschwinden würde.

Ersteindruck: S1E01: 5.5 von 6 Punkten (sehr gut)

Californication (Season 4)

Hank Moody ist wieder besser drauf in der vierten Staffel. An die ganz großen Übercoolness-Aktionen der ersten beiden Seasons kann er zwar nicht wieder anknüpfen, aber wenigstens dafür die eher schwache Vorgängerausgabe vergessen machen. Was auch damit zusammenhängt, dass es gibt wieder so etwas wie eine Story gibt, die an frühere Ereignisse anknüpft und sich als roter Faden durch Hanks neue Abenteuer zieht, weshalb sich „Californication“ nicht nur über Oneliner und Sexszenen definieren muss. Nichts gegen hübsch ins Bild geschobene Brüste und schnodderig geraunte Sprüche, aber ich finde die Hauptfigur mit am interessantesten, wenn sie sich immer wieder in der Rolle als Vater und Freund versucht, der trotz vieler gescheiterter Versuche nicht aufgibt, seine Familie zusammenzuhalten. Mit „Monkey Business“ stand fernab dessen eine gelungene Folge voller schräger Situationen zu Buche, man zitierte ein paar frühe Klassiker der Show und das Finale schließlich ließ den Fan mit einem wohligen Gefühl der Zufriedenheit zurück.

4,5 von 6 Punkten (befriedigend)

Episodes (Season 1)

Kurz und knapp gesagt: das hätte besser werden können. Die erste Episode machte mir soviel Lust auf die Charaktere, die Story, die Entwicklung der Show in der Show. Doch die nur 7 Folgen umfassende Staffel verlor sich zusehends in der Dreiecksbeziehung zwischen den beiden Autoren und Matt LeBlanc. Dabei hätte ich viel lieber gesehen, welche Reaktionen, welche Veränderungen die amerikanische Adaption des britischen Serienstoffes hervorgerufen und durchlebt hätte. Und wie die Autoren und Schauspieler damit umgegangen wären. So kam Episodes nach dem guten Einstieg nie über das Prädikat „in Ordnung“ hinaus, das letzte Drittel geriet von meiner Warte aus sogar eher unterdurchschnittlich. Schade drum.

4 von 6 Punkten (durchschnittlich)

Mr. Sunshine (Season 1)

Auch Matthew Perry hätte ich einen besseren Wiedereinstieg in die Comedyschiene gegönnt. Die 9 Episoden der ersten Staffel sind allerdings eine einzige verpasste Chance und zeigen, dass ein guter Charakter einfach nicht reicht, um ein Comedyvehikel zu tragen. Perry als der trockene Sprüche absondernde Mehrzweckhallenmanager gibt einen Chandler, der nie seine Friends bzw. seine Monica getroffen hat. Seine Chefin, dargestellt von Allison Janney, müht sich um Extravaganz und Schrägheit, kommt allerdings an die Vorbilder wie 30Rocks Jack Donaghy oder Better Off Teds Veronica Palmer nicht heran. An hervorhebenswerten Figuren war es das dann auch schon (sofern man die leider zu kurzen Gastauftritte von Jorge „Hurley“ Garcia außen vor lässt). Denn der Rest der Belegschaft schwankt zwischen nervig (Nate Torrence als Sohn der Chefin mit kindlichem Gemüt), eindimensional (Portia Doubleday als Assistentin) bis schön anzusehende, aber nicht weiter auffallende Staffage (Andrea Anders, James Lesure). Immerhin: in der letzten Episode zauberte Lizzy Caplan als Kurzzeitfreundin von Ben so etwas wie schauspielerisch fühlbare Präsenz auf den Schirm.

Am treffendsten bringt mein Bruder das Fazit auf den Punkt: denn jedesmal beim Abspann, wenn die Comicfigur mit dem begeisterungsfreien Ausdruck im Gesicht die Achterbahn runterfährt, kommentiert er das mit einem „Genauso ging es mir wieder mit dieser Folge“. Ohne Mr. Perry wäre die Show ein einziges „Meh“.

4 von 6 Punkten (durchschnittlich)

InSecurity (Season 1)

Bei meiner Fernsehstippvisite ins Land des Eishockeys, des Ahornblattes und der Elche wurde mir schnell klar: Die Sicherheit Kanadas kann nicht gewährleistet werden. Dafür sorgt mit gewissem Stolz die nationale Sicherheitsbehörde NISA mit ihren Agenten, in deren Reihen ein Jack Bauer mit großer Wahrscheinlichkeit nicht eine einzige Stunde überlebt hätte. Wer wie ich 24 mit all seinen liebgewonnenen Szenarien gesehen hat, dürfte an diesem gelungenen Spoof des kanadischen Senders CBC seine Freude haben. Nach ausnahmslos jeder Episode waren jedenfalls bei mir auf der Couch die Stirnklatschmomente und die anerkennenden „Ist das ein Scheiß“-Lobsprüche präsent. Schade, dass die Legende Leslie Nielsen das nicht mehr miterleben konnte, er hätte sofort eine Rolle für sich einbauen lassen.

Der planlose Dandy-Chef, die blond-verpeilte Einsatzleiterin, der afrikanische Folterfreund, der rothaarige Agent mit der Lizenz zum Rumtölpeln, der gemütliche Franzose mit der gourmethaften Außer-Form-Figur, die asiatische Zyankalizynikerin – ich habe sie im Verlauf der 13 Folgen alle schätzen gelernt und es war eine Freude. Keine Ahnung, weshalb InSecurity bei IMDB eher schlecht wegkommt. Wer sich auf den Humor einlässt und vor allem die parodierten Vorlagen kennt, hat mehr Spaß als Chloe damals bei der Vertuschung von Jack Bauers Geheimaktionen.

5.5 von 6 Punkten (sehr gut)

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45 (Februar 2011)

27 Mai

Diesmal mit einem Blick auf neue Serien bekannter Gesichter, einigen Staffelstarts, wieder einer deutschsprachigen Serie und ein paar Entwicklungstendenzen.

Mr. Sunshine (S1E01)

Chandler ist wieder da. Ein bisschen älter ist er geworden, der Gute, genauer gesagt pünktlich zum Serienpiloten 40 Jahre. Da kann ich mitfühlen, dieser Kelch kommt in ein paar Tagen auch auf mich zu. Legt man die erste Episode zugrunde, bekommt man den Eindruck, als hätte er nie seine FRIENDS gehabt, um einen funktionsfähigen Menschen aus ihm zu machen. Stattdessen arbeitet er sich verdrießlich und vom Leben desillusioniert durch seinen Alltag als Manager einer Mehrzweckhalle, leidet unter seiner mental gerne abhebenden Chefin, dem für ihn nicht neuen Ende einer Romanze, der fehlenden Kompetenz der Mitarbeiter und diversen arbeitsbezogenen Problemchen wie etwa der unbedingt zu verhindernden Aufführung der Eisrevue „Elephants on Ice“.

Natürlich rede ich von Matthew Perry, einem Schauspieler, der eine Rolle in der neuen Sitcom „Mr. Sunshine“ spielt. Eine Rolle, die sich allerdings wirklich ziemlich treffend beschreiben lässt, wenn man so wie ich im obigen Absatz Parallelen zur fiktiven Figur Chandler Bing zieht. Das Setting erinnert mich zudem etwas an „30Rock“ (seltsamer Vorgesetzter; Verantwortlicher, der a) genug Probleme mit sich hat und b) täglich gegen das Chaos seiner Mitarbeiter ankämpft), der Humor zündete allerdings noch nicht direkt wie bei Tina Feys Meisterwerk. Man merkt der Show bereits im Piloten an, dass sie etwas reißen will, dass sie ihr sicherlich vorhandenes Potenzial zeigen will. Schließlich taugt eine Mehrzweckhalle im Erfolgsfall den Drehbuchautoren als wandlungsfähiges Vehikel, um Gaststars (wie eben „LOST“-Darling Jorge „Hurley“ Garcia) in die Skripte reinzuschreiben. Richtig überzeugen konnte mich der Pilot allerdings noch nicht. Vielleicht war auch Andrea Anders schuld, die mittlerweile fast hauptberuflich durch unverdient kurzlebige Shows tingelt und mich in ihrer Rolle an den Start von „Better Off Ted“ erinnerte, welcher mich weit mehr zu beeindrucken vermochte. Keine Sorge, ich werde dem traurigen Sonnenscheinmann dennoch weiterhin eine Chance geben.

Mad Love (S1E01)

Eine neue Show mit Sarah Chalke aus „Scrubs“? Ich mag Sarah Chalke! Und das nicht nur wegen der wunderbaren Namensähnlichkeit zu meinem Lieblingsfußballverein. Es geht um vier New Yorker, allesamt Ende 20, alle auf der Suche nach Liebe. Das typische RomCom-Rezept eben. Der ausführende Sender CBS platziert diesen Newcomer in das Lineup mit „How I Met Your Mother“ und nach Sichtung der ersten Episode stelle ich mr schon die Frage, ob wirklich keinem, niemandem, nicht einer einzigen an der Produktion beteiligten Person da etwas aufgefallen ist. Moment, ich fange aus enthüllungsdramatischem Zweck einen neuen Absatz an:

DAS IST HOW I MET YOUR MOTHER, ABER IN SEHR DEUTLICH WENIGER GUT.

Es beginnt mit einem Voice Over des aus „Reaper“ bekannten Tyler Labine (der sich sicher auf die Zunge beißen musste, um die Zuschauer nicht mit einem „Kids,…“ zu begrüßen), die Gang trifft sich in der atmosphärisch 1:1 übernommenen Kneipe, Jason Biggs („American Pie“) sucht nicht nur die große Liebe, sondern auch eine möglichst große Ähnlichkeit in der Darstellung zu Josh Radnor, Sarah Chalke nimmt ihre Figur aus HIMYM quasi wieder auf und der eingangs erwähnte Labine möchte gerne der Barney sein, hat aber leider nur Zoten statt Klasse zu bieten. Was noch fehlt – außer einem Marshall für die als Lily gecastete Judy Greer („Arrested Development“) – sind funktionierende Gags. Wo das große Vorbild auch in der 5. Staffel immer noch frische und komische Situationen anbietet und durch erinnerungswürdige Episoden wie den just direkt vor dem Piloten platzierten „Desperation Day“ Spaß verbreitet, fällt bei „Mad Love“ die Unterhaltungskurve erschreckend steil ab und landet nur wenige Ausschläge nach oben auf ihrer sonst flachen Geraden. Ich würde an der Stelle von CBS schnellstens ein paar Stellenanzeigen schalten, um Autoren zu finden, die der Show und ihren Figuren etwas mehr Eigenständigkeit einhauchen. Etwas mehr als „Hey, die suchen immerhin keine Mutter“ müsste es schon werden.

Outcasts (S1E01)

Kolonisations-SciFi-Drama der BBC. Die Erde ist mal wieder im Eimer, der Rest der Menschheit flieht zu einem bereits besiedelten Planeten, auf dem die Bewohner fröhlich dabei sind, Uneinigkeit und Chaos als Begrüßungsgeschenk zu verbreiten. Der US-Serienfan erblickt mit einem „Hurra“ in den Augen Jamie Bamber alias Apollo aus „Battlestar Galactica“, kann sich aber nicht lange daran erfreuen und darf sich stattdessen viele erhabene Dialoge von erhabenen britischen Darstellern anhören, während in die Kulissen offensichtlich sehr wenig Budget geflossen ist. Entweder das oder auf fremden Planeten sieht es aus wie bei mir hinterm Garten, wo Matsch und ein Flüßchen für tümpelhaftes Ambiente sorgen. Man ahnt es: Outcasts hat mich nicht begeistern können. Kaum Action, zu lange Laufzeit mit viel Gerede, das britische Englisch bereitet mir wie üblich Verständnisschwierigkeiten, die zu überwinden ich wenig Anreiz sehe. Es folgt der gewohnte Aufruf an die werte Leserschaft: wenn das richtig gut werden sollte, bitte Bescheid sagen. Ich siedele solange alleine weiter.

Doctor’s Diary (Season 3)

Wieder eine deutsche Serie im Seriencheck. Die Kandidaten für diese Ehre kann man ja locker an einer Hand abzählen. Dr. Gretchen Haase und ihre ewige Liebesjagd auf Dr. Meier brachte mir auch in der dritten Staffel eine Menge Spaß. Vor allem, weil der langweilige Millionärstyp endlich in den Wind geschossen wurde. Die Dialoge sind stellenweise von urkomischer Direktheit, die Geschichten teilweise herzhaft überdreht, Dr. Kälbchen zieht wie gewohnt souverän von einer Liebeskrise zur nächsten, Frau Dr. Hassmann bleibt die Frau Dr.milf. meines Herzens, der neue Pathologe ist ein liebenswerter Nerd, Schwester Gabi treibt mich mit ihrem Sprachduktus immer wieder ins Kichern und Dr. Meier kann so herrlich gemein zu Frauen sein, dass ich ihn gerne als Co-Kommentator dabei hätte, wenn ich wirklich das unfassbar kompetenzfreie WM-Tagebuch zur Frauenfußball-WM 2011 schreiben sollte.

Kurzum, die dritte Staffel hat mir wieder ein Stück besser gefallen als die zweite. Ein dickes Lob für die Autoren, die beweisen, dass auch deutsche Serien lustig sein können. Und wer so cool ist, in das sehr rührige und selbst mir ein leises „Hach“ entlockende Finale auch noch eine Little Britain-Referenz einzubauen, hat bei mir als Serienjunkie eh einen dicken Wertungsstein im Brett. 

5.5 von 6 Punkten (sehr gut)

Justified (S2E01)

Deputy Marshal Raylan Givens ist wieder zurück und gibt den Hinterwäldlern Saures. Hut auf, schwarze Limo vorgefahren, Colt vorgewärmt und auf geht’s. Die Staffeleröffnung mit „The Moonshine War“ bot alles, was die Show bereits in der ersten Staffel groß gemacht hat. Wer Spaß an coolen Cowboys mit Law’n’Order-Einstellung und lässiger Konversationsfähigkeit hat, darf bedenkenlos einschalten. Ich bin mir sicher, „Justified“ hat wieder ein paar Highlights auf der Pfanne.

Retired At 35 (S1E01-S1E04)

Den Piloten dieser klassischen Comedy fand ich wirklich gut, aber Stück für Stück bzw. Episode um Episode bröckelte meine Begeisterung ab. Anders als bei „Better With You“, das sich kontinuierlich gesteigert hat und meines Erachtens eine echter Geheimtipp für Freunde der Beziehungskomöde geworden ist, werde ich bei „Retired At 35“ nicht mehr dranbleiben. Die Altstars George Segal und Jessica Walter mühen sich redlich, doch die restlichen Figuren sind zu blass, die Drehbücher zu fade und bieder. Nach „Shit My Dad Says“, „Mike & Molly“ und „Outsourced“ der dritte Streichkandidat auf meiner Comedyliste. Eigentlich der vierte, aber „Outsourced“ gucke ich mit einem halben Auge weiter, weil mein Bruder Fan von Gupta ist.

Episodes (S1E01-S1E06)

Guter Start, aber dann ließ es doch stark nach. Eine Folge vor Ende der Staffel muss man leider dieses Fazit ziehen. Dabei waren die Voraussetzungen so vielversprechend, ich mochte den Ansatz, den Untergang einer US-Adaption einer britischen Erfolgsserie in allen lustigen und tragischen Einzelheiten zu erleben. Doch leider entfernte sich Episodes immer weiter davon, der Serienproduktion à la Hollywood den Spiegel vorzuhalten. Stattdessen driftete das Ganze in wenig unterhaltsame Kabbeleien zwischen Matt LeBlanc und dem Autorenpärchen ab. Schade, hätte man mehr draus machen können.