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67 (Mai 2013)

17 Mai

Letzten Monat gab es keinen Seriencheck, dafür diesen Monat mindestens zwei. Denn es stehen die Abschlusswertungen für die Season 2012/2013 an, die ich dann wie gewohnt tabellarisch aufbereiten werde. Wer dabei nach Breaking Bad sucht, wird leider enttäuscht werden, denn dank des zweigeteilten Staffelaufbaus rutscht dessen Schlusswertung für die 5. Staffel erst in die kommende TV-Saison. Nach der Hälfte steht die Show allerdings bei 5,73 Punkten, wird also mit ziemlicher Sicherheit ganz oben landen. Jetzt aber zu den Neuzugängen, Neustarts und dem ersten Stapel an abgeschlossenen Shows.

NEUZUGÄNGE

HANNIBAL (Season 1)

hannibal

Neue Show von Bryan Fuller (Pushing Daisies, Dead Like Me) für NBC. Das FBI sucht unter der Leitung von Agent Jack Crowford (Laurence Fishburne) nach einem Serienkiller, der seine Opfer eher unschön drapiert am Tatort zurücklässt und ihnen zudem noch ein paar Organe mopst. Mit der Unterstützung des leicht neben der Spur laufenden Forensikprofessors und Profilers Will Graham (Hugh Dancy), der sich in die Psyche von Serienkillern versetzen und ihre Handlungsweise analysieren kann, geht es auf die Jagd. Ach ja, ein gewisser Psychiater namens Hannibal Lecter (Mads Mikkelsen) soll den labilen Graham unterstützen und kocht zudem ganz gerne der gesammelten Ermittlerschaft ein paar deliziöse Menüs aus dezent dubioser Herkunft. Ich sehe schon die letzte Szene der Serie vor mir, wie die arme Toilettenfrau im FBI-Hauptquartier in Quantico Überstunden schieben darf…

Wer es gerne zum Winden eklig hat, findet hier seine Erfüllung. Offene Wunden, abgetrennte Körperteile, innere Organe und anderes Gekröse werden in einer ausführlichen IN YOUR FACE-Exposition gezeigt, dass selbst gestandene Carnivoren wie ich für ein paar Tage nach Ausstrahlung einer neuen Folge einen Bogen um die Fleischtheke im Discounter machen. Bryan Fuller schafft darüber hinaus beeindruckend einprägsame Bilder und Szenen, die Show beschäftigt gar eine eigene Food-Stylistin (deren Blog man hier studieren kann), das Ganze hat trotz deftiger Einstellungen einen unverkennbaren, edlen Stil. Zu Beginn musste ich mich natürlich erst an Mads Mikkelsen (und seine leicht nuschelige Aussprache) als Hannibal Lecter anstelle von Anthony Hopkins gewöhnen. Allerdings überzeugt der dänischstämmige Mime durch seine kühle, unnahbare, emotionslose Art, die einem mit fortschreitender Dauer Gänsehaut beschert.

Nach ein paar Episoden hegte ich die Befürchtung, dass es vom Ablauf her doch zu eintönig werden könnte (neues Opfer, Ekelszene, Ermittlung, Graham leidet, Lecter plaudert und kocht, Erkenntnis, dass der Killer weiter frei herumläuft, Schluss), vor allem die Hauptperson erschien mir eher untätig und als bloßer Beobachter des Geschehens. Ab Folge 6 greift aber auch er ein bzw. zu. Bleibt wegen seiner faszinierenden Stilhaftigkeit weiter auf meiner Guckliste.

Wertungsschnitt nach 7 Folgen: 4,95 Punkte (gut)

HOW TO LIVE WITH YOUR PARENTS (FOR THE REST OF YOUR LIFE) (Season 1)

how to live

Langer Name, kurze Sendedauer. Die neue Sitcom mit Sarah Chalke (Scrubs) ist jetzt schon Geschichte,weil ABC keine zweite Staffel in Auftrag gegeben hat. Der Titel lässt die zugrundeliegende Story erahnen: geschiedene Mittdreißigern sucht mit ihrer kleinen Tochter Unterschlupf bei ihren leicht schrägen Eltern (Elizabeth Perkins/Weeds, Brad Garett/Everybody Loves Raymond).

Ich mag die Schauspielerriege, die aufgefahren wurde, aber im Endeffekt war die Show eben doch zu harmlos, zu bieder, zu vergessenswert. Da halfen auch die redlichen Versuche der Eltern nicht, so ähnlich peinlich zu wirken wie die Fockers in den „Meine Frau, ihre Schwiegereltern und ich“-Filmen mit Ben Stiller und Robert de Niro. Hier und da (vor allem in der Episode mit der Oscar-Nacht) blitzten ein paar gute Gags und Ideen auf, das meiste wurde allerdings von belanglosem Humor übertüncht. Mir war so etwa nach der vierten Episode klar, dass es nicht zum Knaller reichen wird.

Wertungsschnitt nach 4 Folgen: 3,88 Punkte (unterdurchschnittlich)

NEU GESTARTET

VEEP (Season 2)

Es läuft gut für unsere Vizepräsidentin Selina Meyers (Julia-Louis Dreyfus). Inkompetente Mitarbeiter, internationale Krisen und souverän überspielte Ahnungsfreiheit. Läuft. Sehr schön, dass es nun auch mal ins Ausland geht wie in der letzten Episode „Finland“, die mir sehr viel Freude bereitet hat. Dürfte sich wertungsmäßig locker an die erste Staffel anschließen.

Wertungsschnitt nach 5 Folgen: 5,05 Punkte (gut)

MEN AT WORK (Season 2)

Wuschelkopf und seine Freunde sind wieder am Start. Und laufen in meiner Rangliste so mancher alteingesessener Comedy mittlerweile den Rang ab. Vielleicht die derzeit stabilste Bro-Comedy, die sich anders als etwa „How I Met Your Mother“ keinen Abrutscher erlaubt, sondern bisher stets charmant abliefert. Nach oben hin ist sicherlich noch Luft, aber bei der aktuellen Comedy-Darbzeit bin ich sehr dankbar für eine Show, die beständig an der „Gut“-Meßlatte kratzt.

Wertungsschnitt nach 6 Folgen: 4,83 Punkte (befriedigend)

GAME OF THRONES (Season 3)

7 von 10 Episoden schon wieder vorbei und „Game Of Thrones“ schlägt sich wie zu erwarten fantastisch. Das Beste aus den Büchern komprimiert, manchmal auch etwas vereinfacht, aber nie ohne den erzählerischen Kern anzutasten. Dazu großartige Schauspieler wie Charles Dance als Tywin oder die zum Cast gestoßene Diana Rigg als scharfzüngige Queen of Thorns Olenna Tyrell. Anders als bei Staffel 2 gibt es bisher keine Szenen, die man wegen des fehlenden Budgets nicht so großartig umsetzen konnte, wie George R.R. Martin sie in den Büchern konzipiert hatte. Höchstens vielleicht der Schwertkampf zwischen Brienne und Jaime. Ich jedenfalls freue mich auf die letzten drei Episoden, denn als Kenner der Vorlage weiß ich: die dicken Klopse kommen erst noch.

Wertungsschnitt nach 7 Folgen: 5,85 Punkte (sehr gut)

ABGESCHLOSSEN

THE AMERICANS (Season 1)

Der Ersteindruck hat sich bestätigt: der Neuling The Americans ist eines der Highlights dieses US-TV-Jahres. Ein Setting frisch aus dem kalten Krieg zwischen den USA und der Sowjetunion, spannende Psychoduelle unter den Agenten der jeweiligen Seite, Intrigen internationalen Ausmaßes, die ständig lauernde Gefahr der Aufdeckung der russischen Spione und einfach gute Schauspieler (neben den beiden Hauptdarstellern Russell und Rhys erwähnenswert: Noah Emmerich und Richard „John-Boy“ Thomas auf Seiten des FBI).

Gefiel mir bis auf die etwas abfallende Liebesgeschichte in S1E03:Gregory durchgehend gut bis sehr gut. Ich freue mich auf die frische Perückenkollektion für unsere Spione in der kommenden Staffel.

Gesamtwertung: 5,49 Punkte (sehr gut -)

THE WALKING DEAD (Season 3)

Startete schlicht und einfach brillant, konnte die brutal hohe Qualität nach der Pause allerdings nicht halten und ließ ein wenig nach, ehe der Schluss viele Fans ernüchternd bis enttäuschend zurückließ. Fast also das Spiegelbild zur zweiten Staffel, wo nach erschreckend viel Leerlauf gegen Ende das Ruder noch herumgerissen wurde. Ja, auch ich hatte mir als Nichtkenner der Comics vom Finale mehr erwartet, wahrscheinlich waren die Erwartungen denn auch zu hoch angesichts der vorab gestreuten Liste der möglichen Todeskandidaten. Die Show ging eben doch – anders als noch Beginn der Season – zum Abschluss auf Nummer Sicher und scherte insofern mächtig von der Vorlage ab.

Dennoch bleibt das Fazit mehr als positiv und ich verdamme die Show wegen ihres inkonsequenten Saisonabschlusses nicht. Punktemäßig zehrt The Walking Dead von den verdammt großartigen ersten acht Folgen der Hinrunde, für das Spitzenprädikat allerdings reicht es wegen einiger Durchhänger dann allerdings nicht.

Gesamtwertung: 5,73 Punkte (sehr gut)

GO ON (Season 1)

Weiterhin kein Glück für Mr. Matthew Perry. Sein aktueller Versuch, an alte Comedyerfolge anzuknüpfen ist offiziell gescheitert, denn „Go On“ wurde vom Sender NBC nicht verlängert. Quotentechnisch hing man zu sehr am Zipfel einer im Vorfeld laufenden Castingshow, von der Qualität her gefiel mir der Season Opener lange Zeit mit einer 5 Punkte-Wertung am besten. Meistens tummelte sich die Trauerbewältigungsclique zwischen 4 und 4,5 Punkten. Nicht schlecht, aber eben auf Dauer auch nicht gut genug. Was bleibt? Ein paar stärkere Folgen mit Piper Perabo als Ryan Kings Freundin, der übertrieben auf seltsam gestrickte Mister K. und viele Sportanspielungen, die ich nicht verstanden habe.

Gesamtwertung: 4,39 Punkte (durchschnittlich)

LAST MAN STANDING (Season 2)

Einer der großen Leistungsabfaller der Saison. In der ersten Staffel noch nette Familiencomedy für Freunde von „Home Improvement“, in der zweiten Staffel eine Neubesetzung zum Schlechten, erschreckend platte Republikaner-Rhetorik, bei der mir als Europäer heftig der Kopfschüttelreflex einsetzte und ein Kinderdarsteller plus waschlappigem Erzeuger from Hell. Der geschätzte Kollege bullion ist wegen einiger nett gelungener Folgen mit Gaststars aus seligen Heimwerkerzeiten noch etwas milder gestimmt. Für mich dürfte sich eine weitere Runde mit Mike Baxter allerdings erledigt haben, wenn die neue Comedyserienwelle ertragreich sein sollte.

Gesamtwertung: 3,86 Punkte (unterdurchschnittlich)

WHITNEY (Season 2)

Gleich die nächste Enttäuschung obendrauf. „Whitney“ habe ich in der ersten Season gegen alle Widerstände recht gerne gesehen, ich fand die Chemie zwischen Cummings und D’Elia gut genug, um dranzubleiben. Aber alles, was den Charme der Show ausmachte, wurde zur zweiten Staffel über Bord geworfen. Schwach bis gar nicht zündende Gags, ein müdes neues Setting in Form der Bar des nun ex-Polizisten Mark, ein blass bleibender neuer Nebendarsteller und mehrere Episoden, die ich stumm leidend durchstehen musste (Tiefpunkt: die Transsexuellen-Folge „Lost In Transition“). Anders als Last Man Standing abgesetzt, das allerdings höchst verdient.

Gesamtwertung: 3,81 Punkte (unterdurchschnittlich)

GUYS WITH KIDS (Season 1)

Nach 17 Episoden plötzlich abgesetzt. Schon ein bisschen schade, denn „Guys With Kids“ war für mich wohl die Show, die die Erwartungen am meisten übertroffen hat. Wobei die Erwartungen angesichts der Prämisse „Coole Väter um die 30 hadern mit ihren Kindern und Ehefrauen“ zugegebenermaßen sehr, sehr niedrig angesetzt waren. Heraus kamen jedoch einige erfrischend gelungene Abhandlungen zum klassischen Thema „Gibt es noch ein Leben nach der Geburt“. Hätte ich gerne bis zum Schluss gesehen.

Wertungsschnitt nach 17 Folgen: 4,67 Punkte (befriedigend)

Fortsetzung folgt…

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64 (Januar 2013)

3 Jan

2012 ist nun endlich weg, hier der Comedy-Seriencheck. Rumpelt im Reimaufbau, aber es rumpelt eben auch bei den Komödien, was die Wertungen angeht. Mehr dazu im Folgenden:

2 BROKE GIRLS (Season 2)

Fast alles wie gehabt bei der drallen Derben und der dürren Blonden. Es gibt einen zuckersüßen Boyfriend für die Letztere, aber ansonsten wird etwa der Asiate weiterhin ob seiner Körpergröße gedisst, der Koch redet nur vom Pimpern, der alte Schwarze bleibt ein cooler Zottel und Jennifer Coolidge als Sophie ist meiner Meinung nach weiterhin so lustig wie ein Kotzfleck auf dem Dekolleté. Für die guten Momente sorgen die teils deftigen Sprüche von Kat Dennings, die Gags setzen allerdings weiterhin auf einen Zündfaktor nach dem Motto: „Lasst alles raus, was Gutes wird schon dabei sein“. Die Show pendelt wertungsmäßig hauptsächlich zwischen durchschnittlich (4,0 Punkte) und befriedigend (4,5 Punkte). Ausnahmeausreißer nach oben sind aber auch mal drin.

Wertungsschnitt nach 12 Folgen: 4,43 Punkte (durchschnittlich)

30ROCK (Season 7)

30Rock ist meiner Meinung nach nur dann nicht gut, wenn folgende Figuren auftreten: Angie, die Frau von Tracy Jordan; Criss, der Freund von Liz Lemon; Dennis, der ex-Freund von Liz Lemon; Paul, der Freund von Jenna. Das schreit geradezu nach einer Beziehungsentrümpelung, aber dafür ist es wohl in der letzten Staffel etwas zu spät. Von den ersten 8 Episoden litten allerdings einige an den oben erwähnten Persönlichkeiten, was den Schnitt derzeit etwas noch unten zieht. Ansonsten folgt nun das obligatorische Lob, dass die Show es auch im siebten Jahr noch schafft, in vielen Momenten hinreißend komisch zu sein. Auch wenn die ganz großen Knaller fehlen, der Großteil der Episoden überspringt locker die 5,0 Punkte-Hürde und verdient sich daher ein „Gut“. Bestbewertete Folge bis dato: „There’s No I In America“. Ich werde diese herrlichen politischen Seitenhiebe wirklich vermissen.

Wertungsschnitt nach 8 Folgen: 4,86 Punkte (befriedigend)

BEN AND KATE (Season 1)

Ja, was die Rolle von Ben (Nat Faxon) anbelangt, kann man geteilter Meinung sein. Mir persönlich ging seine hibbelige Art nicht allzusehr auf die Nerven, ich fand den Cast gut besetzt und hatte die ersten Folgen wirklich meinen Spaß. Leider trudelt es ab der dritten Episode zunehmend mehr in die „ganz nett, ist okay, kann man gucken“-Spirale. Wobei diverse Vertreter der Comedyserien aktuell Schwierigkeiten haben, diese Wertungsstufe konstant zu erreichen. Ich bleibe dran, aber wenn die Show doch abgesetzt werden sollte, geht das Leben eben weiter.

Wertungsschnitt nach 10 Folgen: 4,45 Punkte (befriedigend)

GO ON (Season 1)

Ein recht ähnlicher Verlauf zum obigen „Ben And Kate“. Ich gehöre weiterhin zu den Leuten, die den ewigen Chandler gerne auf dem Bildschirm sehen, aber: Go On ist wirklich nichts Besonderes. Die Therapiegruppe hat ein paar nette Charaktere wie den altersweisen blinden George oder die spanische Übermama Fausta, wohingegen Owen eher blass bleibt und im Gegensatz dazu Mr. K einfach zu übertrieben auf seltsam gepolt ist. Von den reichlichen US-Sportmetaphern und -anspielungen geht der Großteil an meinem europäischen Ohr vorbei; die Themen Tod, Verlust und Trauerverarbeitung halte ich weiterhin nicht für das Vorlagen-Nonplusultra, um eine Komödie drumherum zu schnitzen. Pendelt bei mir beständig zwischen 4,5 und 4 Punkten, ohne Tendenz nach oben. Gut möglich, dass der Matthew-Perry-Bonus irgendwann aufgebraucht ist.

Wertungsschnitt nach 11 Folgen: 4,36 Punkte (durchschnittlich)

GUYS WITH KIDS (Season 1)

Für mich die größte Überraschung in diesem TV-Herbst. Ich ging mit ziemlich null Erwartung an die Show heran, weil das Thema so ausgelutscht wirkte wie der Daumen eines frisch schnullerentwöhnten Kleinkindes. Ein Überknaller ist es nun auch nicht geworden, aber: „Guys With Kids“ bietet einen durchweg sympathischen Cast, viele schön inszenierte Momente des elterlichen Stresses, tolle Buddy-Momente und natürlich den Nick-Sheila-Zwist, der in jeder Episode zelebriert wird. Insgesamt konnten sich die Kerle mit den Kindern nach eher mäßigem Start durchweg im befriedigenden Bereich halten, aber auch mit einer guten und einer sehr guten Episode („The Bathroom Incident“) punkten.

Wertungsschnitt nach 10 Folgen: 4,60 Punkte (befriedigend)

HOT IN CLEVELAND (Season 3)

Gucke ich mehr aus Gewohnheit als aus echter Freude. So geht es mir bei Serien aus dem Hause TV Land generell. Man schaut rein, weil man immer irgendwelche altgedienten Showhasen herumhoppeln sieht, die nach dem Ende ihrer letzten großen TV-Serie keine Anschlussverwendung mehr gefunden haben (aktuelles Beispiel: Jay Harrington, der Ted aus „Better off Ted“ oder Heather Locklear). Aber die Geschichten und Gags sind dann doch zu bekannt und zu altbacken. Wer die vier älteren Damen in ihrer besten Form erleben will, möge sich die erste Staffel anschauen.

Wertungsschnitt nach 5 Folgen: 3,80 Punkte (unterdurchschnittlich)

HOW I MET YOUR MOTHER (Season 8)

Gemessen an meinen Ansprüchen die größte Enttäuschung bisher. Das hängt damit zusammen, dass ich die Beziehungskisten der einzelnen Figuren, sprich: Barney, Ted und Robin, für komplett uninteressant halte. Weil am Ende eh Barney und Robin zusammenfinden und Ted die titelgebende Mother halt irgendwann kurz vor Schluss der Serie kriegt. So habe ich das schon lange vorhergesagt und so wird es auch kommen. Der Rest besteht aus Scheingefechten, Trennungen aus hanebüchenen Gründen und romantischem Kuddelmuddel ohne Ziel. Vor allem die Figur des Barney Stinson hat meiner Meinung nach in den letzten Monaten ziemlich abgenommen, was ihre Unterhaltsamkeit anbelangt. Für die ganz hohen Wertungen reicht es schon seit einiger Zeit nicht mehr, nun schwingt man sich ab und an routiniert über die 5,0-Wertungsmarke, landet aber auch einige unschöne Ausrutscher nach unten. Letzte Season reichte es schon „nur“ für 4,75 Punkte als Schnitt, dieses Jahr droht es ähnlich zu werden. Es ist traurig, feststellen zu müssen, dass HIMYM in der Rückschau wohl ein bis zwei Staffeln zu lang gelaufen ist.

Wertungsschnitt nach 11 Folgen: 4,45 Punkte (befriedigend)

LAST MAN STANDING (Season 2)

Die erste Folge der neuen Season war sensationell grottig. Übelste Republikaner-Wahlwerbung inklusive Demokraten-Bashing, ganz so, als hätte FOX NEWS die Episode gesponsort. Klar ist Tim Allen mit seinem Charakter ein waffentragender, dumpfer Konservativer mit Drang zur Natur, aber man konnte ihn dennoch gern haben. Was mir bei manchen Folgen derzeit allerdings immer schwerer fällt. Neben einer (ziemlich blassen) neuen Darstellerin für die älteste Tochter und einem dackelgleich treu guckenden Kinderdarsteller hat die Show nun zusätzlich den Vater des Enkelkindes etabliert, der als weinerlicher, verweichlichter Ökofuzzi- und Alles-Ausdiskutier-Loser angelegt ist. Wie sich ein glühender Tea Party-Anhänger nun mal den bösen Sozialisten oder einen Grünen-Wähler halt so vorstellt. Gefällt mir nicht, mag ich nicht. Auch die Folge rund um das Thema Religion stieß mir übel auf und wurde entsprechend wertungsmäßig abgestraft. Wenn es so weitergeht, fliegt die Show aus meiner Guckliste.

Wertungsschnitt nach 7 Folgen: 3,64 Punkte (unterdurchschnittlich)

MODERN FAMILY (Season 4)

Auf die Pritchetts/Dunphys und den Tucker ist halt einfach Verlass. Auch im vierten Jahr präsentiert „Modern Family“ als einzige Comedy-Show auf meiner Liste noch in regelmäßigen Abständen sehr gute Episoden. Wahrscheinlich dürften auch über die Staffel verteilt ein, zwei überragende Folgen drin sein. Wenn es dann doch mal nach nicht ganz so toll ist, langt es immer noch für ein „befriedigend“. Im Schnitt ist aber jede Folge gute Unterhaltung. Die Verleihungen der anstehenden Emmys und Golden Globes könnten angesichts dieser Vormachtstellung ein wenig langweilig ausfallen.

Wertungsschnitt nach 10 Folgen: 5,30 Punkte (gut)

NEW GIRL (Season 2)

Findet ihr Schmidt auch so toll? Prima!

Ich nicht. Für mich der nervigste Charakter auch in diesem Jahr. Weshalb „New Girl“ weiterhin bei mir auf keinen grünen Zweig kommt. Überhaupt hat Zooey Deschanel ihren Schrägheitsbonus beständig abgebaut, denn dafür hat man ja Schmidt. Schmidt Schmidt Schmidt! Ha Ha FUN! Aber wohl nicht mehr lange in meinem Fernseher. Es sei denn, Nick oder von mir aus auch Winston kriegen mal ansatzweise gute Storylines aufgelegt.

Wertungsschnitt nach 11 Folgen: 4,05 Punkte (durchschnittlich)

PARKS AND RECREATION (Season 5)

Hält zusammen mit Modern Family und 30Rock die Beständigkeitslanze des Comedybetriebs hoch. Die Charaktere sind ein Fest für sich, da braucht man stellenweise fast gar keine Dialoge zu schreiben. Ron Swansons Blick, wenn er eines von Leslies Projekten angehen soll. Leslie, wenn sie sich um politisch hochwichtige Angelegenheiten kümmert. Jerry, wenn er in eine peinliche Situation gerät. Andy, wenn er nachdenkt. Chris, wenn er etwas gefunden hat, was ihn begeistert. „Parks And Recreation“ hält weiterhin gut sein Niveau, obwohl ich gerne ein paar Mal öfter die 5,5 Punkte ziehen würde.

Wertungsschnitt nach 9 Folgen: 4,99 Punkte (gut)

RAISING HOPE (Season 3)

Hier ist der Gesamteindruck eher gemischt. Nach der sehr guten zweiten Staffel sind diesmal von den bisher gesendeten 10 Episoden über ein Drittel Durchschnitt bzw. sogar darunter. Bleibt dennoch eine liebenswerte Serie mit außergewöhnlichen Charakteren. Spätestens, wenn Hope zu sprechen anfängt, dürfte für einen Qualitätsschub gesorgt sein. Aber auch so könnte ich den Chances immer zuschauen, wenn sie ihre Welt und Sicht der Dinge erklären.

Wertungsschnitt nach 10 Folgen: 4,45 Punkte (befriedigend)

SUBURGATORY (Season 2)

Da war ich knallhart, habe in den Saisoneröffner reingeschaut und leider keine Anzeichen gefunden, dass die Show den „Naja, ganz nett“-Rahmen verlassen könnte. Sicherlich hätte es da andere Serien aus meiner Liste treffen können und vielleicht greife ich nochmal auf „Suburgatory“ zurück, wenn ich andere Wackelkandidaten leid bin.

Sichtung nach einer Episode eingestellt

THE BIG BANG THEORY (Season 6)

Gefällt mir wieder richtig gut, muss ich gestehen. Ich habe an der Serie ja seit etwa Season 3 einiges zu bekritteln gehabt und freilich ist es in Mode, zu meckern, wenn eine Sendung große Zuschauererfolge feiert, aber: derzeit stimmt für mich das Verhältnis zwischen Geekfaktor, Sheldonscher Singularität und Beziehungskiste. Wobei der Start in die neue Staffel allerdings eher holprig ausfiel. Danach überzeugten die Wissenschaftler mit durchweg guten Testergebnissen.

Wertungsschnitt nach 11 Folgen: 4,96 Punkte (gut)

THE MIDDLE (Season 4)

Da ist wiederum eher der Wurm drin. Der Darsteller des kleinen Brick ist im Stimmbruch, die Show selbst kommt mir ebenfalls nicht recht in die Gänge. Es beschleicht einen als Zuschauer das Gefühl, dass den Autoren zu den – zugegebenermaßen eng charakterisierten – Kindern nichts mehr einfällt. Schon ein kleiner Rückschlag angesichts der letzten beiden Staffeln, in der „The Middle“ beständig ordentlich und ohne gravierende Ausrutscher nach unten punkten konnte.

Wertungsschnitt nach 10 Folgen: 4,25 Punkte (durchschnittlich)

THE OFFICE (Season 9)

Wer dachte, dass sich zur letzten Staffel der Bürocomedy etwas Tolles tun würde, den darf ich an dieser Stelle … genauso enttäuschen wie damals beim großen Reboot, nachdem Steve Carell den Chefsessel geräumt hat. Es dünnt weiterhin vor sich hin wie der kaltwerdende Kaffee in den Tassen, daran ändern selbst die zwei neuen Figuren aus der Praktikantenabteilung nichts. Bei Dwight blitzt es ab und an noch auf, Andy macht gerade mal Pause, was erstaunlicherweise auch nicht hilft und Pam/Jim sind nur noch ein Schatten ihrer selbst. Was soll’s, diese Staffel kriegen wir nun ebenfalls noch rum. Und wenn ich meinen Freunden erzähle, dass diese Show mal das Beste war, was das US-Fernsehen zu bieten hatte, glaubt mir das keiner.

Wertungsschnitt nach 9 Folgen: 4,17 Punkte (durchschnittlich)

THE SIMPSONS (Season 24)

Wird weggeguckt, weil „Futurama“ halt nicht läuft. Es ist die übliche Mischung aus befriedigendem Abnicken plus diversen, teils erschreckenden Langeweiler-Ausgaben, die selbst Auftritte von Gaststars nicht retten können. Ich warte auf den obligatorischen Ausrutscher nach oben, aber bisher kam nichts in dieser Hinsicht.

Wertungsschnitt nach 8 Folgen: 4,18 Punkte (durchschnittlich)

TWO AND A HALF MEN (Season 10)

Ja, ich habe die erste Folge gesehen. Ja, ich habe es bereut. Ja, ich stehe immer noch dazu, dass die Show mir mal richtig Freude bereitet hat. Aber das ist lange, lange her. Ich warte auf das Eingeständnis aller Beteiligten, dass man irgendwann um die siebte Season hätte aufhören müssen und der danach folgende Rest einfach nur langweilig bis hochgradig peinlich war.

Sichtung nach einer Episode eingestellt

WHITNEY (Season 2)

Läuft auch nicht gut. Wo ich in der ersten Staffel noch die Chemie der Hauptdarsteller untereinander lobte, stechen derzeit schwache Skripte, lahme Dialoge und entsprechend durchschnittliche Bewertungen an. Es scheint, als würde Miss Cummings sich aktuell in andere Projekte mehr investieren als in die Show, die ihren Vornamen trägt. Ein bisschen schade ist das schon.

Wertungsschnitt nach 4 Folgen: 3,75 Punkte (unterdurchschnittlich)

Bonus:

SHAMELESS (US) (Season 1)

Willkommen bei der Familie Gallagher, deren Oberhaupt Frank (William H. Macy) seine Invaliditätsrente versäuft und meistens auf dem Teppich oder irgendwo draußen herumliegt, während die älteste Tochter Fiona (Emmy Rossum) den Haushalt schmeißt und zusammen mit ihren Brüdern und einer Schwester das Geld für die anfallenden Rechnungen zusammenkratzt. Ebenfalls involviert: die sexsüchtigen Nachbarn Steve und Veronica, die Jacksons, deren Dame des Hauses Sheila seit Jahren sich nicht mehr aus den eigenen vier Wänden heraustraut und der arabische Gemischtwarenhändler Kash, der unter der Knute seiner weißen islamkonvertierten Frau steht und eigentlich ganz andere sexuelle Bedürfnisse hat.

Habe ich mir zu Weihnachten gekauft und bin aktuell sehr angetan davon. Skurrile Charaktere, allesamt in einem sozialen Brennpunkt gefangen, stets pleite, ein bisschen asig, aber eben auch verdammt clever, straßenschlau und mit einem Zusammengehörigkeitsgefühl, das sie dann doch wieder sympathisch macht. Wo hierzulande eine derartige Familie höchstens im Rahmen einer Reality-Doku auf peinlichste Art vorgeführt werden würde, zeigt das ursprünglich aus Großbritannien stammende „Shameless“, wie man sich trotz einfachster Lebensumstände durchschlägt und zeichnet dabei Figuren, die dem Zuschauer immer mehr ans Herz wachsen. Läuft auf Showtime und spart daher nicht mit Sex, derben Themen und deftiger Sprache. Dafür versprüht es einen Humor, dem man sich einfach nicht entziehen kann. Wenn dem Sozialdienst etwa statt der lange verstorbenen Tante, deren Rente Frank munter weiter bezieht, eine aus dem Altersheim entführte Oma aus dem Altersheim präsentiert wird. Oder das meist betrunkene Familienoberhaupt seine eigene Beerdigung inszeniert, um Schuldeneintreibern zu entgehen. Wen das immer noch nicht überzeugt, der sei drauf hingewiesen: vor allem Emily Rossum,  aber auch Laura Slade Wiggins und Shanola Hampton sind heiß und zeigen sich desöfteren recht freizügig. Das ist jetzt beileibe nicht der alleinige ausschlagende Grund, die Show zu mögen. Aber halt das berühmte Tüpfelchen auf das i.

Gesamtwertung: 5,50 Punkte (sehr gut)

1600 PENN (Pilot)

NBC probiert sich an einer Comedy rundum das Weiße Haus. Genauer gesagt um den etwas missratenen Präsidentensohn Skip (Josh Gad, „Back to You“), der mit seiner leicht trotteligen Art, aber dennoch großem Herzen Chaos in alles bringt, was seine Eltern (Bill Pullman und Jenna Elfman) nach geregeltem Protokoll ablaufen lassen wollen.

Schön, dass Bill Pullman nach „Independance Day“ nochmal das amerikanische Staatsoberhaupt gibt. Allerdings bräuchte es schon eine zünftige Alien-Invasion, um diese Show für mich witziger oder zumindest interessanter zu machen. Da hilft es auch nicht, dass mit Jason Winer ein gestandener Regisseur diverser „Modern Family“-Folgen mitwirkte. Oder mit Jon Lovett ein altgedienter Redenschreiber im Weißen Haus. Es reicht gerade mal für ein paar leichte Schmunzler, aber vor allem Josh Gads Bemühungen in der Rolle des großen Kindes habe ich schon tausendmal gesehen und den Rest des Casts so gut wie nicht wahrgenommen. Mein Bruder fand es hingegen okay. Aber der schreibt hier drin nicht die Wertungen.

Ersteindruck: 3,5 Punkte (unterdurchschnittlich)

56 (April 2012)

10 Apr

NEU

Awake

Polizeidetektiv Michael Britten verliert bei einem Autounfall Ehefrau und Sohn. Nach deren Beerdigung wacht er am nächsten Tag auf und findet seine um den gemeinsamen Sohn trauernde Frau Hannah quicklebendig neben sich im Ehebett. Wieder eine Nacht später lebt Sprössling Rex, während die Gattin verstorben bleibt. Auch auf der Arbeit durchlebt Britten zwei Welten, eine an der Seite des Neulings Vega (Wilmer Valderama, That 70s Show), die andere mit seinem gewohnten Partner Freeman (Steve Harris, Friday Night Lights). Um sein Doppelleben zu vervollständigen, wird er zur Bewältigung seines Traumas an den psychologischen Dienst verwiesen – wo ihm zwei Psychologen jeweils versichern, Realität und nicht Traum zu sein.

Normalerweise kann ich mit prozeduraler Serienermittlerkost nicht soviel anfangen; davon kann u.a. Nathan Fillion ein Liedchen singen, dessen „Castle“ ich trotz meiner Begeisterung für den Schauspieler kaum gucke. „Awake“ hingegen hat mich mit seinem Parallelwelten-Ansatz, der Mysterykomponente, dem stets durchscheinenden Trauer- und Verlust-Motiv sowie den spannend aufgebauten Fällen sofort gepackt und nicht mehr losgelassen. Als Zuschauer wird man hier zweifach gefordert, gilt es doch, pro Folge zwei Handlungsstränge mit zwei verschiedenen Fällen zu verfolgen. Wobei unser Ermittler etwaig gesammelte Hinweise oder Spuren aus der einen Welt in der anderen Welt einsetzt.

Bisher liefen sechs Episoden und keine davon hat mich enttäuscht, die Wertungen liegen zwischen gut und sehr gut. Leider läuft die Show auf NBC und leidet wie das gesamte Programm des Senders unter chronisch schlechten Einschaltquoten. Ich allerdings möchte sie jedem Fan gut gemachter Krimiserien wärmstens ans Herz legen. Für das Finale der ersten Staffel steht immerhin schon ein Termin fest, also stehen die Chancen nicht ganz schlecht, zumindest einen runden Abschluss zu bekommen. Vielleicht findet Detective Britten zumindest seinen Frieden.

Wertungsdurchschnitt nach 6 Episoden: 5,30 Punkte (sehr gut)
Tendenz: sehr gut

Bent

Begehrenswerte, frisch geschiedene Frau (Amanda Peet, Studio 60 on the Sunset Strip) heuert einen sie anbaggernden und lässig brummelnden Handwerkerchef (David Walton, Perfect Couples) samt dessen chaotischer Truppe an, um ihr Haus auf Vordermann zu bringen. Kommen die beiden zusammen oder behält der neue Freund von sexy Frau die Oberhand? Ein Comedyversuch von NBC.

Um die im vorletzten Satz aufgeworfenen Fragen zu beantworten. Ich weiß es nicht. Wir werden es wohl alle nie erfahren. Denn „Bent“ wurde nach der Schnellausstrahlung von 6 Episoden aus dem Programm genommen. Kein so großer Verlust, wie ich nach einer selbst gesehenen Folge hinzufügen darf. Weil mich die Show direkt nicht zu überzeugen wusste. Es sollte wohl grob in die Richtung „Cougar Town“, also „lustige Charaktere mit gewitzt schnellen Dialogen und ohne Lachband“ laufen. Nur: der Witz kam nicht rüber. Erinnerte mich in seiner Unspritzigkeit an die erste Folge von „Up All Night“, wobei mir dort die Schauspieler weitaus mehr zusagten. Miss Peet ist zugegebenermaßen eine attraktive Frau, überragendes Comedytiming mag ich ihr aber nicht attestieren wollen. David Walton kriegt als übercooler Außenseiterhandwerker den Mund kaum auf, während der mir schon „Curb Your Enthusiasm“ teils zur Qual machende J.B. Smoove die Gags in seinem Redeschwall wegsprudelt, ohne dass du als Nicht-Ami eine Chance hast, sie ansatzweise mitzubekommen. Insgesamt so unnötig wie ein Handwerker, der seine Arbeitszeit mit Dialogen mit seinem Auftraggeber vertrödelt.

Sichtung nach einer Episode eingestellt

WIEDER DA

Breaking In (Season 2)

Christian Slater gibt nicht auf. Er trotzt desaströsen Einschaltquoten und kommt immer wieder zurück. Bei seiner Show „Breaking In“ hatte ich wahrlich nicht mit einem Comeback gerechnet, aber irgendwie hat er es geschafft. Wir erinnern uns: Slater spielt Oz, den Chef einer Sicherheitsfirma und erinnert mit seiner Art der Menschenführung und Coolness an Colonel Hannibal Smith aus dem A-Team. Seine Untergebenen sind allesamt freakige Spezialisten, natürlich haben wir die heiße Einbrecherbraut und den sie heimlich anhimmelnden sympathischen Loser, den blöden Freund der Einbrecherbraut und den dunkelhäutigen Obergeek, der für die Absonderung von Zitaten aus allseits bekannten SciFi/Fantasy-Universen zuständig ist. Liest sich doch nett, weshalb hat die Show also nicht bei mir funktioniert?

Weil der blöde Freund ungeheuer nervig war, ich den aus „Reaper“ für seine Loser-Rolle bekannten Bret Harrison nicht mehr sehen konnte, die Geschichten insgesamt zu schwachbrünstig daherkamen und eigentlich nur der Boss mit seinem biestigen Gehabe für gelungene Momente sorgte. Was hat man nun zum Neustart der Show geändert? Der blöde Freund ist zumindest in der von mir gesehenen Folge weg (hurra), dafür hat man eine ihn in Sachen quälender Nervigkeit absolut ädaquat ersetzende Chefin (Megan Mullaly, Childrens Hospital) plus komplett uninteressanter Assistenten-Blondine installiert, Boss Oz rückt in die zweite Reihe, der Rest bleibt wie gewohnt tendenziell lahm. Ehrlich: wenn Christian damit wieder durchkommt, gebe ich auf.

Sichtung nach einer Episode eingestellt
 

Game of Thrones (Season 2)

Ich lese gerade den zweiten Band und bin seit der ersten Staffel Fan. Was soll also logischerweise jetzt in den folgenden Absätzen kommen außer schlimmster Lobhudelei? „Game of Thrones“ hat letzte Season von mir vollkommen zu Recht das Prädikat „überragend“ erhalten; die Bücher sind wie Schauspielerin Emilia Clarke zu Protokoll gab, „crack on paper“, das Produktionsbudget wurde erhöht, da konnte für den Auftakt der zweiten Staffel nichts schief gehen.

Tut es dann auch nicht. Der Auftakt ist ruhiger als bei Season 1, wo es direkt mit abgehackten Köpfen, offengelegten Brüsten und zünftigem Inzest rundging. Dafür werden neue Schauplätze mit neuen Charakteren eingeführt, von denen Balon Greyjoy, Davos Seaworth und Stannis Baratheon sehr gut meinen Vorstellungen entsprachen. Die liebgewonnenen Figuren wie Tyrion, Varis, Cersei oder Joffrey wachsen einem direkt wieder ans Herz bzw. lassen die Hassadern schwellen.

Wer das zugrundeliegende Buch kennt, wird einiges an Veränderungen bemerken. Zum einen fehlen diverse Figuren bzw. werden durch andere ersetzt, die Geschichte ist viel straffer und kommt schneller voran. So hatte ich das Gefühl, dass in den ersten beiden Folgen bereits die Hälfte von „A Clash of Kings“ abgehandelt wurde. Wo George RR Martin den Leser gerne und häufig zu sehr mit Details überschüttet, filetiert die Serie den Kern der Erzählung und serviert ihn in beeindruckenden Aufnahmen bzw. packenden Dialogen, die mir so nicht aus der Vorlage in Erinnerung sind. Mein Lob an die dafür verantwortlichen Autoren und Regisseure, denn während ich beim Lesen am Ende eines Kapitels mir manchesmal die Frage stellte, was denn nun groß passiert ist, hält einen die Inszenierung fürs Fernsehen ständig bei der Stange. Wenn ich etwas zu bekritteln hätte, dann vielleicht die Besetzung der Rolle des Gendry, der mir zu erwachsen scheint und den ich trotz Kenntnis der Serie und der Bücher zunächst nicht mit dem königlichen Bastard in Verbindung brachte. Wegen des noch gemächlichen Auftakts rangiert die Show aktuell „nur“ in „sehr gut“-Gefilden, aber ich bin mir sicher, dass sie wieder die Stufe zum „überragend“ nehmen wird.    

Wertungsdurchschnitt nach zwei Episoden: 5,60 Punkte (sehr gut)
Tendenz: sehr gut – überragend

Nurse Jackie (Season 4)

Ich mache es kurz. „Nurse Jackie“ mochte ich die ersten beiden Staffeln, weil es eine gut inszenierte „Dr. House meets Krankenschwester“-Variation war und Edie Falco ihre Rolle der mürrischen, gebrochenen aber doch liebenswerten Jackie Peyton bravourös spielte. Season 3 hat mich allerdings schon größtenteils gelangweilt und der Beginn der vierten Staffel geht doch eher Richtung Entzugsdrama. Mir fehlen da doch die großen Momente, wo die resolute Dame der Ärzteschaft in den weißbekittelten Hintern tritt. Deshalb lasse ich diese Staffel aus.

Sichtung nach einer Episode eingestellt

VORBEI

Alcatraz (Season 1)


Von der Mysteryserie um die berüchtigte Gefängnisinsel hatte ich mir doch etwas mehr erwartet. Man könnte sogar behaupten, dass „Alcatraz“ mich von Folge zu Folge mehr ernüchtert hat. Dabei war der Beginn absolut gefällig: herumstreunende, extrem gefährliche Bösewichte, der geheimnisvolle Agent Hauser, Rückblenden ins Alcatraz der 60er Jahre, die taffe Ermittlerin (Sarah Jones) und der „Golden Boy of Geeky Niceness“ Jorge Garcia. Leider agierte man bei der Aufdeckung von Geheimnissen extrem betulich, die Show stand und fiel letzten Endes mit dem wöchentlichen Neuankömmling. Wobei das Fallen mit fortschreitender Dauer immer eindringlicher wurde. Weder konnten mich die Gefangenen und ihre Hintergrundgeschichten vor den Fernseher fesseln, noch weckten die Heimlichtuereien der Gefängnisleitung mein Interesse. Überdies empfand ich es schon als erstaunlich, wie souverän sich die 63er im modernen LA zurechtfanden. Beziehungsweise, dass keiner mal so verschlagen war, seine Vorgehensmethoden zu ändern. Das Showkonzept wirkte daher schnell überraschungsarm, routiniert und ohne echte Höhepunkte. Selbst das Finale enttäuschte auf ganzer Ebene. Ohne spoilern zu wollen: das gelüftete Geheimnis hinter der (natürlich nur mit den Schlüsseln und sonst nicht anders zu öffnenden) Tür haute mich wahrlich nicht vom Gefängnisschemel und wie es mit Detective Madsen weitergeht, lässt sich auch relativ leicht erahnen.

Punktemäßig profitiert „Alcatraz“ von mehreren hohen Wertungen zu Beginn und hält sich deshalb noch im „befriedigend“. Ich bin mir jedoch sicher, dass die Show bei noch mehr Episoden vollends in die Durchschnittlichkeit gerutscht wäre.

Gesamtwertung: 4,56 Punkte (befriedigend)
Best of Season: S1E01 Pilot, S1E02 Ernest Cobb

The Walking Dead (Season 2)

Eine zwiegespaltene Saison erlebten die wandelnden Toten aus meiner Sicht. Noch vor der großen, dreimonatigen Pause hatte ich „The Walking Dead“ als Enttäuschung des Serienjahres bezeichnet. Denn nach einem gelungenen Start schien sich die Show auf der Farm quälend langsam um sich selbst zu drehen. Nun erwarte ich nicht, dass die Zombieapokalypse jeden Tag aufs Neue über die Gruppe hereinbricht. Aber es wurde offensichtlich, dass die altbekannten und neu hinzugekommenen Charaktere größtenteils einfach zu wenig interessant waren, dass man zu wenig mit ihnen involviert war, als dass man die internen Streitigkeiten mit innerer Anspannung verfolgt hätte. Die Auflösung des „Scheunen-Dramas“ war dafür überragend in Szene gesetzt und nahm den Zuschauer mit auf eine emotionale Achterbahnfahrt, wo vorher noch schrittgeschwindigkeitsbegrenzte Einbahnstraße herrschte.  
Die zweite Hälfte der Staffel schließlich gab deutlich weniger Grund zum Meckern. Das Aufeinandertreffen mit anderen Überlebenden geriet im Gegensatz zu den internen Nickeligkeiten zur furios spannenden Angelegenheit, die ethische Frage, wie man mit dem Gefangenen umgehen sollte, stimmte nachdenklich und nagte am eigenen Gewissen. Das noch in der Vorgängerstaffel leicht verpfuschte Finale schaffte es diesmal, auf meiner Wertungsskala voll und ganz zu überzeugen und der Ausblick auf Figuren und Handlungsort der nächsten Season lassen mich mit guter Hoffnung zurück, dass diese Staffel dann mit weniger Leerlauf auskommen wird. Wegen der ordentlichen Steigerung zum Ende hin ein knappes „gut“.


Gesamtwertung: 4,93 Punkte (gut)
Best of Season: S2E13 Beside The Dying Fire; S2E01 Miles Behind Us; S2E11 Judge, Jury, Executioner

Whitney (Season 1)

Whitney wurde weder von Kritikern noch von Fans mit der ganz großen Begeisterung empfangen. Ich hingegen war angenehm überrascht von dieser Couple-Comedy, die nach meiner persönlichen Einschätzung einige hochgepriesene Comedyneustarts dieses Jahres wertungsmäßig hinter sich lassen dürfte.
Was gefällt mir nun an der Show? Zum einen stimmt die Chemie zwischen Whitney Cummings und Chris D’Elia. Vor allem letzterer überzeugte mich durchgehend mit seiner unaufgeregten, betont lässigen Art, die man wohl im Umgang mit dieser speziellen Freundin braucht. Natürlich werden einige der bekanntesten Beziehungsprobleme durchexerziert und auch nichts bahnbrechend Neues erfunden. Aber die Situationen und Dialoge sind mit Witz und Charme besetzt. Die Nebenfiguren nerven nicht, sondern haben auch ihre kleinen gelungenen Momente zum großen Ganzen beizutragen. Es gibt qualitätsmäßig keine bösen Ausrutscher nach unten, wo man bei manch anderen Comedyserien allzu deutlich das Gefühl hat, dass den Autoren gar nichts eingefallen ist. An die Schwergewichte der TV-Komödien vermag „Whitney“ damit natürlich nicht heranzureichen, aber es bleibt eine unterhaltsame Comedy, die punktemäßig sehr oft im 4,5er Bereich („befriedigend“) landete, mehrmals 5 Punkte erreichen konnte und einmal gar mit der Episode „Private Parts“ ein „sehr gut“ absahnte.

Gesamtwertung: 4,64 Punkte (befriedigend)
Best of Season: S1E11 Private Parts

ABGEBROCHEN 

„Touch“

Die dritte Folge hat mir endgültig den Rest gegeben. Zu tränendrüsig,
kein übergeordneter Storybogen, die Dialoge käsig. Schöne Happy Ends zum
Schluss einer Episode gibt’s bei „Raising Hope“, emotionale Momente
kriegt „Awake“ besser hin. Ich befürchte, „Touch“ tendiert Richtung
modern mystifizierte Variante von „Ein Engel auf Erden“. Nix für mich.

„Once Upon A Time“

Nach langem Durchhalten endgültig eingestellt. Ich glaub einfach nicht
mehr dran, dass Giancarlo Esposito alias Gustavo Fring zusammen mit Rumpelstilzchen ein
Meth-Labor aufzieht und im Märchenland aufräumt. Nein, ernsthaft: ist
mir zu öde und schnulzig.

51 (September 2011)

26 Sep

Der Seriencheck mit etwas mehr als einer Handvoll brandneuer Serien und einem Kurzüberblick über diverse Staffelstarts:

2 Broke Girls

Zwei junge Kellnerinnen in einem eher schäbigen New Yorker Restaurant raufen sich trotz ihrer gegensätzlichen Charaktereigenschaften (hier rauhbeiniges Brooklyner Original mit dem Herz am rechten Fleck, dort eine Art Paris Hilton ohne Geld) zusammen. Wie der Titel erahnen lässt, sind beide mittellos, aber eben auch mit großen Träumen und auf der Suche nach dem Glück.

Laugh-Track-Comedy, die durch teils für amerikanische Fernsehverhältnisse deftige Dialoge auffällt. Wenn der dunkelhaarigen Max (Kat Denning) etwas auf die Eierstöcke geht, lässt sie das ihre Umwelt gerne ungeschönt wissen. Diese verbale Offenheit lässt sich sicher dadurch erklären, dass einer der Autoren bei „Sex And The City“ werkelte, erinnert allerdings auch an die damals erfrischend frechen Wortwechsel zu Beginn von „Two And A Half Men“. Kat Denning hat mit ihrer frechen Schnauze so schon einmal für ein Markenzeichen gesorgt, der Rest des Castes muss aufpassen, nicht im Hintergrund zu versinken. Ich fand den Piloten in Ordnung und bleibe für die nächsten Folgen dran.

Ersteindruck: 4,5 von 6 Punkten (befriedigend)

New Girl

Sympathisch schräges, tollpatschiges Mädchen wirbelt nach einer spektakulär abgewickelten Beziehung eine Männer-Wohngemeinschaft durcheinander.

Die nächste One-Woman-Show, diesmal mit Zooey Deschanel in der Hauptrolle. Von der herrlich komischen Anfangsszene, in der sie in ihrer Rolle als Jess ihren baldigen ex-Freund bezirzt über die tränenreichen „Dirty Dancing“-Marathonsitzungen, der geekigen „Herr der Ringe“-Metapher bis hin zum Schluss-Gag mit dem „douchebag jar“ lebt die Show von Descanels liebenswerter Quirligkeit und Schusseligkeit. Den Auftakt darf man durchweg als gelungen bezeichnen, wobei ich allerdings den Großteil der mein Humorzentrum treffenden Gags schon zuvor im Trailer gesehen hatte. Es gilt abzuwarten, welche Dynamik sich aus dem Zusammenspiel Zooey und eingeschworene Männer-Clique (bei der in der zweiten Episode die Rolle von Damon Wayans Jr. neu besetzt werden wird) noch ergeben wird. Natürlich besteht bei einer derartigen Konzentration auf die weibliche Hauptrolle die Gefahr, dass sich mit fortlaufender Staffel die Einschätzung des Publikums in Bezug auf Miss Deschanel von „liebenswert flapsig“ hin zu „schlichtweg nervig“ wandelt. Für den Moment spreche ich aber eine uneingeschränkte Weitersehempfehlung aus.

Ersteindruck: 5 von 6 Punkten (gut)

Up All Night

Reagan und Chris, ein junges, erfolgreiches Paar bekommt ein Baby, das von nun ihren Alltag bestimmt und durcheinanderwirbelt.

Christina Applegate und Will Arnett mag ich beide. Sehr sogar. Insofern rechnete ich mir bei ihrem neuen Projekt „Up All The Night“ kurzweilige Unterhaltung aus. Klar, die Prämisse der Show hat einen ewig langen Bart, dennoch war ich guter Hoffnung, dass die beiden Comedyprofis das Beste daraus machen würden. Ich sollte mich irren.

Denn der Pilot war eine einzige witzlose Angelegenheit, so hart muss man das leider sagen. Hätte ich für diese Auftaktepisode nachträglich einen Laugh Track einbauen müssen, ich wäre wohl verzweifelt, denn es wollte so rein gar nichts passen oder stimmen. Gerade im Vergleich zu „Raising Hope“ oder „Modern Family“ wird das Thema „Familie mit Kind“ fast schon erschreckend gähnig angegangen. Der Nebenplot mit der anstrengenden Chefin der frischgebackenen Mutter (Maya Rudolph als spleenige Talkshowgastgeberin) sprach mich ebenfalls so gut wie gar nicht an. Immerhin: die zweite Folge war bereits deutlich besser, konnte aber immer noch nicht meine Anforderungen an solide Kömodienkost erfüllen. Meine Prognose: „Up All Night“ wird es schwer haben, sich zu halten.

Ersteindruck: 3 – 3,5 von 6 Punkten (mäßig – unterdurchschnittlich)

Free Agents

US-Remake einer englischen Comedy, in der zwei Mitarbeiter einer PR-Agentur etwas widerwillig in eine Beziehung geraten und diese vor ihrem beruflichen Umfeld geheim halten wollen. Mit Hank Azaria (The Simpsons, Huff), Kathryn Hahn (Crossing Jordan) und Anthony Stewart Head (Buffy, Free Agents UK) als britisch-schrulligem Chef.

Gefiel mir besser als „Up All Night“, Azaria und Hahn haben eine gute Chemie füreinander, aber es fehlt den Drehbüchern an der gewissen Portion Spritzigkeit, um mir die Show positiv im Gedächtnis zu behalten. Aus dem Spielplatz PR-Agentur müssten sich doch eigentlich ein paar gute Geschichten destillieren lassen. Bisher rangiert die Show bei mir eher unter der Rubrik „nett, zahm, harmlos“ und sollte sich das nicht in den nächsten Folgen nachhaltig ändern, entlasse ich für meinen Teil die Agenten in die Freiheit.

Ersteindruck: 3,5 – 4 von 6 Punkten (unterdurchschnittlich-durchschnittlich)

Whitney

Junges Paar ohne Trauschein, aber in langjähriger Beziehung, versucht seine Liebe füreinander neu zu entflammen.

Klassische Comedy mit Lachkonserve. Der Name Whitney Cummings war mir bis dato kein Begriff, erwähnenswert erscheint aber in dem Zusammenhang, dass die gute Frau bei „2 Broke Girls“ kreativ beteiligt ist. Für die erste Folge schmiss man die Hauptdarstellerin direkt in sexy Outfits, konnte aber auch davon abgesehen bei den Dialogen punkten: vor allem gefiel mir dabei Chris D’Elia in seiner Rolle als männlicher Gegenpart zu Whitney. Bei den Zuschauern scheint die Show allerdings bereits jetzt schon durchgefallen zu sein, wie die IMDB-Wertung von aktuell 3,7 Sternen zeigt. Keine Ahnung, woher diese Ablehnung herrührt, ich fand den Auftakt absolut in Ordnung und den Cast im Gegensatz zu vielen anderen neuen Produktionen ausgeglichen besetzt. Mein Herz schlägt aber eben auch noch für die altmodische Sitcom. Wird wohl am Ende in der Kategorie „gucken, solange es läuft“ landen.

Ersteindruck: 4,5 von 6 Punkten (befriedigend)

Person of Interest

John Reese, ein ehemaliger Agent und Mr. Finch, ein mysteriöser Wissenschaftler, arbeiten zusammen, um Verbrechen zu verhindern, bevor sie begangen werden. Ihr Hinweisgeber ist eine geheimnisvolle Maschine, die alles und jeden überwacht, aber nur die Sozialversicherungsnummer der in das Verbrechen verwickelten Person ausspuckt.  Immer auf der Spur der beiden offiziell für tot erklärten Ermittler: die örtliche Polizei in Form von Detective Carter.

Treffsicheres Casting gilt es vorab festzuhalten, denn Michael Emerson passt als Erfinder der Überwachungsmaschine und Drahtzieher der Ermittlungsarbeiten natürlich wunderbar in seine Rolle. Ich habe mich mehrfach dabei erwischt, das Mantra des von ihm gewohnt wieselig gespielten Finch („Ich werde Ihnen immer die Wahrheit sagen“) umgehend anzuzweifeln und ich fresse einen Besen, wenn ich damit falsch liegen sollte. James Cavienzel als sein Partner ist für die Action zuständig und liefert diese auch mächtig eindrucksvoll ab. Ein wenig erinnert mich seine Figur an eine Mischung aus dem coolen, den Bösewichtern immer einen Schritt voraus agierenden Marshal Raylan Givens aus „Justified“ und Jack Bauer aus „24“ in seinen brachialen Momenten. Was schon mal definitiv keine schlechter Vorbilder sind. Ein netter Twist in der Geschichte, satte Action, immer ein kleiner Dunst an geheimnisvollem Schleier, viele offene Fragen über die Hintergründe der Figuren bilden zusammen einen sehr gelungenen Auftakt.

Ersteindruck: 5,5 von 6 Punkten (sehr gut)

Fortsetzung folgt….

Und zum Schluss die Staffelstarts bekannter Shows in der Kurzbesprechung:

Fringe (S4E01)
Ich war verwirrt nach der ersten Folge, aber das ist bei Fringe ja durchaus beabsichtigt und insofern eher als gutes Zeichen zu werten. Die Autoren haben eine Art Reset eingebaut und dem Zuschauer teilweise einen Wissensvorsprung geschenkt (Existenz von Peter), teilweise aber auch komplette Ahnungslosigkeit (die Beobachter, die aktuelle Beziehung der beiden Parallelwelten) mit auf den Weg gegeben. Insgesamt ein guter Start und John Noble bleibt natürlich weiterhin der beste Wissenschaftlicher in und außerhalb eines Labors.
5 Punkte.

Dexter (S6E01)
Die vielleicht positivste Überraschung, denn der Season Opener hatte einfach alles, was ich an der Show brilliant finde: einen schockierenden Einstieg, wunderbar schwarzhumorige Voice Over, ein herrlich peinlicher Masuka, Action mit Debra, LaGuerta und Batista endlich wieder mit interessantem Plot, eine gute Portion Gore und mit Edward James Olmos einen zwielichtigen Gegenspieler im religiösen Wahn. Überhaupt scheint Religion in dieser Staffel eine größere Rolle zu spielen. Wenn das Thema weiter so behandelt wird wie in dieser Folge, kommt da noch etwas Großartiges auf den Zuschauer zu. Meine Wertung: endlich nochmal direkt zum Start volle 6 Punkte.

Modern Family (S3E01+02)
Läuft gewohnt prima und bleibt damit die beste Comedy, die die Zuschauer in den USA auch wirklich gucken. Der Kniff mit der neuen Lilly dürfte noch für einigen Spaß sorgen, der Cast ist eingespielt, die Drehbücher witzig, die Situationen komisch. Ty Burrell hat verdammt nochmal jede Auszeichnung verdient, die man ihm in den Weg wirft. Wertung: zwischen 5 und 5,5 Punkten.

The Middle (S3E01+02)
Allein für das Aufeinandertreffen von Patricia Heaton und Ray Romano muss man den Auftakt zur dritten Staffel schon gerne haben. Auch hier gilt: eingespieltes Team aus Autoren und Schauspielern, man kann die Hecks eigentlich mittlerweile überall hinschicken und hat seinen Spaß daran. Kommt natürlich nicht ganz an die Genialität von Modern Family heran, bleibt aber nicht allzu sehr dahinter. 5 Punkte.

How I Met Your Mother (S7E01+02)
Die wahrscheinlich letzte Season dieser wunderbaren Show steht an und ich kann mir nicht vorstellen, dass es an deren Ende einen Grund geben sollte, endlich die große Box mit allen Staffeln zu ordern. Bisher hat sich HIMYM trotz der langen Laufzeit sehr gut gehalten und die ersten Folgen geben keinerlei Anlass für den Gedanken, das sich daran etwas ändern sollte. Ich für meinen Teil kann mir schon sehr gut vorstellen, wie das Ende aussehen wird und bin mir recht sicher, dass die Story um die lange gesuchte Mutter letztlich eher mit einem augenzwinkernden Witz aufgelöst wird. Der Fokus bleibt auf den fünf Freunden und ihren Erlebnissen. Was dicke ausreichen dürfte, um eine weitere sehr gute Season abzuliefern. 5 Punkte für den Anfang.

Community (S3E01)
Die beste Comedy, die keiner sieht. Verstehe einer diese Amis. Da werden sie zum Start mit einer grandiosen Musical-Einlage gelockt und bleiben dennoch fern. Es ist noch ein wenig Luft nach oben, aber dafür zeichnen sich mit Vice Dean John Goodman und Chang als Hüter von Recht und Ordnung schon einige vielversprechende Chaosquellen ab. Zum Start glatte 5 Punkte.

The Office (S8E01)
Seufz. Man hätte die Ablösung von Michael Scott für einen fulminanten Neustart nutzen können. Und hat es nicht getan. Leider. Andy Bernard als neuer Chef ist alles andere als meine Traumbesetzung, da hilft auch James Spader als neuer CEO wenig. Es bleibt dabei: an die Großtaten der ersten vier Staffeln kommt die Show wohl nie wieder heran, keine der Figuren hat mich richtig überzeugen können. Und ohne den herzigen Pam/Jim-Moment am Ende wäre der Start bei mir wohl unterdurchschnittlich angekommen. So sind es 4 Punkte geworden. Und ein großer Seufzer.

Raising Hope (S2E01)
Als zu Beginn Kate Micucci mit der Ukulele auftauchte, hatte ich schon große Hoffnungen, doch der musikalische Einstieg erwies sich wie die gesamte Folge eher so, wie sich die Show seit der letzten Hälfte der ersten Staffel präsentierte: nett, okay, aber nicht mehr so herrlich anarchisch-witzig wie noch zu Beginn. Die kleine Hope ist etwas größer geworden, steht jedoch weiterhin eher selten im Mittelpunkt. Die Zeit wird zeigen, ob es bei dem Niveau bleibt. 4,5 Punkte.

Parks And Recreation (S4E01)
Selbstläufer dank toller Charaktere und einer Amy Poehler, der ich alleine für ihren Auftritt bei den Emmys sofort und ohne Zögern die Trophäe überreicht hätte. Die Story um Ann und die Gemächtbilder war für sich schon die 5 Punkte wert und dann bekommt Andy zum Ende gar auch noch einen Assistentenposten. Es wird wieder genug zu lachen geben in Pawnee.

The Big Bang Theory (S5E01+02)
Hier hat mich der Beginn doch ziemlich enttäuscht. Zu viel Beziehungskrams, zu wenig Nerdspaß. Mir scheint, als wollte Chuck Lorre seine Show nun noch mehr auf Massenappeal trimmen. Quotenmäßig scheint dieser Plan auch aufzugehen, aber ich als Fan der früheren Staffeln kann mit dieser Ausrichtung einfach nichts anfangen. Penny und die drei Wissenschaftler hatten drei Staffeln hindurch eine tolle Chemie, die weiteren Frauenrollen hätten meiner Meinung als Gastauftritte locker ihren Zweck erfüllen können. Naja, vielleicht wird der Geek-Faktor ja noch im Laufe der Staffel erhöht. Im Zweifel wird es Sheldon halt wieder richten müssen. Für den Anfang gibt es von mir aber nur 4 Punkte.

Two And A Half Men (S9E01)
Charlie ist tot. Obwohl ich mir da nicht so sicher wäre, wenn Rose die einzige Zeugin seines Ablebens sein sollte. Wie auch immer: es war ganz schön clever, den Reboot der Show zu Beginn von Jon Cryer und den ehemaligen Verflossenen von Charlie Harper bestreiten zu lassen. Meiner Meinung nach war es nämlich Cryer (und früher Angus T. Jones, als er noch putzig war) der die Show getragen hat. Und auch zum Start der mittlerweilen 9. Staffel für die besten Gags sorgt. Die Einführung von Ashton Kutcher ging soweit in Ordnung, aber es muss in Sachen Humor sicherlich noch mehr rüberkommen als dessen nackiges Herumgetapse durch die Wohnung. Im Vergleich zu stellenweise elendigen Folgen der 8. Season war das dennoch eine deutliche Steigerung. Traurig hingegen wieder einmal, was die Autoren mit Jake anzufangen wussten: er durfte sagen, dass er Hunger hat und danach kräftig furzen. Naja. Knappe 5 Punkte.