4 (April 2006)

27 Mai

Die US-TV-Saison nähert sich so langsam ihrem Ende. Zeit also, einen Blick auf die bisher noch nicht in diesem Blog gewürdigten Shows zu werfen.

24:

Die Serie, die am ehesten definiert, was man unter einem „nicht ganz optimal verlaufenden Arbeitstag“ zu verstehen hat. Wenn ich auch nur ansatzweise zwei Dutzend Stunden erleben müsste wie es Jack Bauer zu tun pflegt, ich würde mich freiwillig in die nächstbeste geschlossene Anstalt begeben.

Zu Beginn der neuen Staffel war ich mir eigentlich sicher, dass mich die Show nicht mehr richtig packen könnte; gab es doch zuvor schon dezente Wiederholungen diverser Versatzstücke (Folterverhöre, Katastrophen, Maulwürfe in Reihen der CTU, Intrigen, Geiselnahmen, Entführungen) – andererseits gehört dieses Potpourri mittlerweile wohl auch schon fast zu den Trademarks wie die ablaufende Uhrzeit im Digitalformat oder der CTU-Klingelton.

Staffel 5 fesselte mich direkt mit der ersten Folge; die Produzenten wussten wohl, dass man sich einen behutsamen, langsamen Einstieg nicht leisten konnte, sondern es einen Paukenschlags bedurfte, um das Publikum auf seine Seite zu ziehen. Ich habe diesen Köder bereitwillig geschluckt und war schnell erneut Feuer und Flamme. Als hätte einem ohne den alten Terroristenschreck Jack Bauer doch etwas gefehlt.

Ich will nicht zuviel spoilern, erwähnt sei jedoch, dass die bis dato letzte Folge einen überraschenden Abschluss bot, den man hoffentlich einigermaßen logisch aufzulösen weiß. Sollte dies gelingen, rangiert der fünfte Tag aus Jacks Leben definitiv im oberen Wertungsbereich der Unterhaltungsskala.

The New Adventures Of Old Christine:

Julia Louis-Dreyfus (bekannt als Elaine aus „Seinfeld“) probiert es mal wieder mit einer neuen Sitcom. Und leidet erneut trotz toller Eigenpräsenz unter der schwankenden Qualität der Drehbücher. Ein Schicksal, das sie mit Seriendarstellern wie Andy Richter oder Jason Alexander teilt. Man könnte Julia fast schon als amerikanische Anke Engelke bezeichnen: im Grunde wirklich witzig, aber ohne gescheites Material sinnlos verheizt.

Louis-Dreyfus spielt Christine, eine geschiedene Mittdreißigerin mit Kind, die mit dem Umstand hadert, dass ihr Ex in seiner neuen Freundin (dem Titel gemäß passenderweise ebenfalls mit Namen Christine) das große Glück gefunden zu haben scheint – während sie sich mit verpatzten Dates, einem leicht neben sich stehenden Bruder und anderen Alltagsfreuden herumschlagen muss. Bisher liefen 5 Episoden, von denen eine richtig klasse Unterhaltung bot (zufälligerweise spielte da auch Andy Richter mit), während die anderen nett bis öde daherkamen. Fazit: Potenzial ist da, es müsste nur ausgeschöpft werden. Es würde mich nicht wundern, wenn meine Geduld länger wäre als die der amerikanischen Zuschauer.

The Office (US):

Nach dem englischen Original und dem deutschen Stromberg startete im März 2005 die amerikanische Ausgabe. Und gilt neben dem immer noch spaßigen „My Name Is Earl“ mittlerweile als einer der wenigen Zuschauergaranten für NBC. Produziert von Ricky Gervais, lebt die Show anders als Stromberg nicht nur von einem Charakter, der stets neue Peinlichkeitsgrenzen auslotet- hier gibt es gleich zwei von der Sorte: Steve Carell als Michael Scott und Rainn Wilson als dessen unfassbarer Assistent Dwight K. Schrute. Alleine wegen dieses Chaotenduos ein Pflichtprogramm. Und auch ein wenig wegen der süßen Jenna Fischer.

Two And A Half Men:

Immer noch bei mir auf der Guckliste, in den USA mittlerweile in der dritten Staffel. Lief in Deutschland unter dem wie üblich wenig treffsicher übersetzten Titel „Mein Onkel Charlie“. Charlie Sheen und John Cryer als Brüderpaar, das sich gemeinsam um Scheidungskind Jake (Angus T. Jones als Stereotyp des amerikanischen Teenagers; dick, dumm, faul – fast könnte der Jungdarsteller einem leid tun) kümmert. Die leider viel zu selten auftretende mürrische Haushälterin Berta zählt zu meinen Lieblingscharaktern in einer Sitcom. Dialoge und Drehbuch fand ich bereits zum Start im September 2003 erfrischend witzig, weshalb ich der Show bis dato die Treue halte. Nette Unterhaltung für zwischendurch, zumal die Konkurrenz in Form von „King Of Queens“ so langsam ihr Pulver verschossen hat.

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