103 (November 2016)

24 Nov

Seit dem Wahlsieg von Donald Trump sehe ich viele meiner geliebten US-Serien mit anderen Augen. „Designated Survivor“ wirkt wie eine hoffnungsvolle Alternativwelt, die Figuren in „Veep“ scheinen mir plötzlich zu kompetent und daher unrealistisch. Frank und Claire Underwood aus „House Of Cards“? Peinliche Streber mit gehobenem Wortschatz und intrigantem Geschick, die sich lächerlich viel anstrengen müssen, um die politische Leiter zu langsam zu erklimmen. Und schließlich bieten „BrainDead“ oder das weiter unten besprochene „People of Earth“ plötzlich scheinbar logisch valide Erklärungsmöglichkeiten für das, was vor knapp 2 Wochen geschehen ist.

An der Realität noch am nächsten war Charlie Brooker mit der Episode „The Waldo Moment“ aus „Black Mirror“, in der ein animierter Teddybär mit aggressivem Anti-Politik-Klamauk den Wahlkampf auf der britischen Insel aufmischte. Und mit Brookers neuesten Erzählungen fangen wir dann auch an:

BLACK MIRROR (SEASON 3) 

blackmirror

Die dritte Staffel der Techno-Dystopie präsentiert -für den bisher üblichen Umfang- beinahe verschwenderische 6 Folgen. Diesmal werden US-TV-Gucker einige bekannte Gesichter entdecken, wie etwa Bryce Dallas Howard („Jurassic World“), Alice Eve („Star Trek“), Jerome Flynn („Game of Thrones“), Mackenzie Davis („The Martian“) oder Kelly McDonald („Boardwalk Empire“). Die Bandbreite bleibt weit gefächert, von Social Media-Extremen über 80er Jahre-Reminiszenzen, Virtual Reality bis hin zu einem waschechten Kriminalfall mit ungewöhnlicher Täterschaft.

„Black Mirror“ war, ist und bleibt eine großartige Serie, Charlie Brooker der Erzählmeister des bedrohlich zukunftsnahen Katastrophenszenarios. Der Kerl hat mich diesmal bei einer Episode wie mit dem Hammer erschlagen zurückgelassen, einmal musste ich sogar zum Ende meine Tränendrüsen mit beiden Händen sanft abdrücken. Die Serie wirft nicht mit alles überbordenden Special Effects um sich, schafft es aber, eine durchgehend runde Visualisierung anzubieten, während die Geschichten selbst immer wieder zum Nachdenken anregen, nachdem der Bildschirm schwarz geworden ist. Insgesamt zog ich einmal die 5, viermal die 5,5 und einmal die 6 Punkte. Bei zwei, drei zusätzlichen Episoden hätte die Show daher wohl die Höchstwertung knacken können. Es bleibt die Vorfreude auf die 4. Staffel, die 2017 an den Start geht und bereits zusammen mit dieser Season geordert worden war. HBO wusste also, dass Brooker wie gewohnt abliefern würde.

 GESAMTWERTUNG: 5,80 Punkte (sehr gut)

FREQUENCY (SEASON 1)

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NYPD-Ermittlerin Raimy Sullivan (Peyton List) findet bei einem Abstecher in die Garage ihres Elternhauses heraus, dass sie mit dem dort herumstehenden Amateurfunkgerät Kontakt zu ihrem vor 20 Jahren verstorbenen Vater Frank aufnehmen kann. Bei dem Versuch, den Tod von Daddy zu verhindern, verändern beide die heutige Zukunft und sorgen für neue Probleme. Basierend auf dem Film „Frequency“ mit Dennis Quaid und Jim Caviezel.

Hat mich zu Beginn emotional doch gut am Schlawittchen gepackt, dieses Polizei-SciFi-Drama. Das gelang allerdings auch schon der Filmvorlage aus dem Jahr 2000. Mit Zeitlinienveränderungskrams hat man mich eben stets fix an der Aufmerksamkeitsangel. Mittlerweile, nach 6 Episoden, hat sich unser Verhältnis jedoch ein wenig abgekühlt, sind die 4,5 Punkte eher die Standardwertung denn die zu Beginn gezogenen 5 Punkte. Der Haken liegt darin begraben, dass Raimy im Jahr 2016 die ausgelösten Folgen des Funkgemauschels zu spüren bekommt, ihr Gehirn sich allerdings an sowohl die veränderte als auch die originale Zeitlinie erinnern kann. Das eröffnet den Autoren natürlich diverse Hintertürchen, falls sie sich in den temporälen Strängen mal verheddern sollten. Aktuell verlässt „Frequency“ zudem desöfteren den Hauptschauplatz und verliert sich in Nebenmissionen. Ich bleibe noch dran, aber falls es wertungsmäßig nicht mehr hochgehen sollte, kann es gut sein, dass Raimy mit verkniffenem Gesicht alleine in Gegenwart und Vergangenheit rumschnüffeln muss.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH 6 EPISODEN: 4,67 Punkte (befriedigend)

MAN WITH A PLAN (SEASON 1)

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Kommen wir zu leichterer Kost: Adam Burns (Matt LeBlanc) muss sich um seine Kinder kümmern, weil seine Frau wieder arbeiten geht. Selbstverständlich überfordern ihn die kleinen Engel schnell, die Verpflichtung, als Elternteil in der Schule Aufgaben zu nehmen, endet in diversen Kabbeleien mit dem leitenden Personal und gegenüber der Ehegattin müssen die ganzen Fehltritte verheimlicht oder im schlimmsten Fall ausgebügelt werden.

Ist nett und schnell weggeguckt. Ich höre bereits die kritischen Stimmen: „Aber Ini, das ist doch strunkenlangweiliger Uralt-Comedy-Scheiß mit dummem Laugh-Track, abgeschmackten Familiengeschichten, ohne das Aufgreifen moderner Trends, sexuelle Selbstfindungsthemen und bar jeder seelischen Tiefgründigkeit!„. Mir doch egal. LeBlanc zieht desöfteren den Joey-Charme aus den Mundwinkeln hervor, mit Kevin Nealon („Weeds“) spielt ein gestandener Comedian die Nebenrolle des Bruders, die Verwicklungen locken mir ab und an ein sanftes Grinsen ins Gesicht. Zudem läuft die Show im Doppelpack mit „Kevin Can Wait“, wobei das neue Vehikel von Kevin James derzeit die Nase gut einen halben Wertungspunkt vorne hat. Wer’s nicht sehen will, möge den nächsten beiden Shows eine Chance geben, die bei mir zum Teil deutlich durchgefallen sind.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH 4 EPISODEN: 4,60 Punkte (befriedigend)

THE GREAT INDOORS (SEASON 1)

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Reporter, Globetrotter und Naturmensch Jack Gordon (Joel McHale, „Community“) muss sich mit der digitalen Welt auseinandersetzen, als sein Boss Roland (Stephen Fry, britischer Nationalschatz und braucht daher keine Seriennennung) ihn beauftragt, zusammen mit einer Schar junger Hipster-Hüpfer mit permanent eingeschaltetem Social-Media-Gerät an den Fingerspitzen ein Outdoor-Magazin zu einem Erfolg werden zu lassen.

Die Prämisse erinnert durchaus an „The Big Bang Theory“. Zwei eigentlich unvereinbare Welten treffen aufeinander, hier eben Natur versus Millenials statt Geeks versus Frauen. Leider überspringt „The Great Indoors“ die guten ersten Staffeln von BBT und steigt direkt bei dessen nervig unspaßigen Episoden der Neuzeit ein. Ich wollte die Show allein schon wegen der beiden im ersten Absatz erwähnten Comedy-Namen wirklich mögen, aber mehr als zwei Folgen habe ich davon nicht ausgehalten. Den hyperaktiven, hibbeligen Twitter- und Facebook-Sklaven um Christopher Mintz-Plasse hätte ich desöfteren gerne einen Breitbandanschluss hochkant in den Mund gestopft und die elektrische Spannung auf Anschlag gedreht. Das macht der Show die Sache mit meiner Bindung als Zuschauer naturgemäß bereits schwierig, aber wenn dann selbst die Gags für McHale und Fry nicht zünden wollen, hat es schlicht keinen Sinn dranzubleiben.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH 2 EPISODEN: 3,5 PUNKTE (unterdurchschnittlich)

Sichtung eingestellt

PEOPLE OF EARTH (SEASON 1)

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Journalist Ozzie (Wyatt Scenac, „The Daily Show“) berichtet über ein Treffen mit UFO-Entführungsopfern und muss nach einem Unfall mit einem Hirsch feststellen, dass an dem Gemurmel über graue, reptiloide und weißhaarige Aliens doch etwas dran sein könnte. Meint jedenfalls der Hirsch, der fortan zu ihm spricht.

Eine weitere TBS-Comedy aus der Produktionsfirma von Conan O’Brien. Wie schon das vor ein paar Checks besprochene „Wrecked“, was bekanntlich „Lost“ in lustig sein sollte. „People of Earth“ könnte man entsprechend als „X-Files: The Comedy“ bezeichnen. Die Show hat ihre ordentlich seltsamen Momente, sucht aber nicht konsequent den Weg zum nächsten Gag, sondern hängt während einer Folge dann gerne mal humortechnisch länger durch. Das hätte man besser, sprich: lustiger machen können angesichts des Materials, das die Entführungsgläubigen mit ihren Geschichten und die Aliens selbst offerieren. So landet die Show, ähnlich wie „Wrecked“, bei mir in der Schublade „Schade, aber Potenzial nicht ausgeschöpft“.  Die Folge: „People of Earth“ ist wegen des knallharten Konkurrenzkampfes von meiner Guckliste der Comedy-Serien geplumpst.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH 3 EPISODEN: 4,33 Punkte (durchschnittlich)

Sichtung eingestellt

DIRK GENTLY’S HOLISTIC DETECTIVE AGENCY (SEASON 1)

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Den berühmten Detektiv zwischen Raum und Zeit aus der Feder von Douglas Adams hatte ich 2012 in der BBC4-Fassung (damals noch mit Steven Mangan, „Episodes“) verfolgt. Ich weiß selbst nicht mehr, weshalb mir nach dem Piloten die beiden weiteren Episoden entgangen sind, denn was damals gesehen, konnte durchaus überzeugen. Schön schräg, verquer und mit britischem Humor gewürzt.

Hier soll es aber nun um die BBC America-Fassung mit Elijah Wood („Lord of the Rings“) und Samuel Barnett („Penny Dreadful“) in der Hauptrolle gehen. Nach zwei Folgen fällt der Eindruck gemischt aus. Barnett mit seinem dandyhaften Auftreten setzt einen guten Ton, aber drumherum wirkt es mir zu chaotisch und zu wirr, viele Nebencharaktere sind zu überdreht, als Zuschauer wird man von den einzelnen Storyfragmenten, die sich wohl erst später zu einem Ganzen zusammensetzen, leicht überfordert. Wood selbst bringt meiner Meinung nach zu wenig in die Show ein, seine Figur hätte man fast auch weglassen können. Summa summarum reicht das wohl eher nicht, um mich weiterhin zum wöchentlichen Einschalten zu bewegen. Absetzen möchte ich „Dirk Gently“ noch nicht, vielleicht funktioniert die Show besser, wenn man sie am Stück sieht.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH 2 EPISODEN: 4,25 Punkte (durchschnittlich)

 

HUMANS (SEASON 2)

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Die Androiden mit den starren Augen sind wieder da! Und haben ein Problem namens „Westworld“, das sich bekanntermaßen ebenfalls mit dem Thema „Roboter auf dem Weg zur Menschwerdung mit Gefühlen und so“ befasst. Dazu noch in edler Aufmachung und im Western-Setting, wo es auch gerne actionmäßig rund gehen kann. Nicht nett, nicht fair, dass „Humans“ dagegen etwas abstinkt, zumal man mit der ersten Staffel gute und zum Nachdenken anregende Unterhaltung abgeliefert hat. Aber das Alleinstellungsmerkmal ist nun mal eben futsch, weshalb ich dem Saisonauftakt leider nicht mehr als ein Okay geben konnte. Weitere Zukunft unbekannt.



[Was ich schon bei der ersten Staffel noch unbedingt loswerden wollte: Immer, wenn ich Tom Goodman-Hill (auf dem Bild rechts außen) sehe, muss ich an den Hauptcharakter aus dem Double-Fine-Adventure „Broken Age“ denken. Als Tipp, falls das mal jemand verfilmen will.] 

SAISONSTARTWERTUNG: 4,5 Punkte (befriedigend)

THE WALKING DEAD (SEASON 7) 

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Alle schimpfen auf Negan, den Anführer der Saviors und fiesen Baseballschläger-Terrorfürsten mit Hang zur Schädelkomplettzertrümmerung. Was ich so in Foren lese, wird der ihn spielende Jeffrey Dean Morgan („Watchmen“) gerne als „Joker für Hartz4-Empfänger“ verspottet und der Auftakt zur siebten Staffel allein seinetwegen bereits als schlechteste Season bisher gebrandmarkt.

Sehe ich nicht so. Die erste Episode, puh, hat schon heftig reingehauen. War selbst mir eine Spur zuviel, hat sich allerdings auch eingebrannt. Danach beruhigte es sich und ich selbst bin mit dem Verlauf bisher qualitativ sehr zufrieden; das läuft derzeit sicher auf der 5,0 – 5,5 Punkte-Schiene. Von den Zombies selbst geht doch schon ewig kein echtes Bedrohungspotenzial mehr aus und die Auseinandersetzung mit menschlichen Unwesen hat mich schon immer stärker interessiert. Negan als Bombe auf zwei Beinen mit ständig brennender Lunte und dabei auch noch ekelhaft guter Laune hält mich insofern eher bei der Stange als der x-te Zombieangriff samt gähniger Standardexekutionen. Meine Meinung.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH 4 EPISODEN: 5,23 Punkte (gut)

102 (Oktober 2016)

14 Okt

Frische Piloten, von denen der Großteil allerdings sehr wenige nach oben gerichtete Daumen von mir bekommen hat. Überhaupt ist der Seriencheck dieses Mal leider sehr absetzfreudig ausgefallen. Aber fangen wir mit etwas Schönem an.

WESTWORLD (S1E01/E02)

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In einer vielleicht gar nicht so weit entfernten Zukunft baut eine vom Stil her stark an Apple angelehnte Firma einen Western-Freizeitpark namens Westworld. Bevölkert wird dieser von sogenannten Hosts, sprich: Robotern, die von Menschen kaum zu unterscheiden sind. Die zahlenden Gäste dürfen sich dort ganz und gar austoben, heldenhaft Banditen zur Strecke bringen, hilflose Frauen in Not vor den ständig auf Kriegspfad stehenden Rothäuten retten, auf Schatzsuche gehen oder schlicht sinnlos Hosts über den Haufen schießen und hernach die leichten Damen im Saloon durchbeglücken. Nachts werden die Roboter sodann überholt und neu justiert. Wer den 1973 veröffentlichten Film gleichen Namens kennt, ahnt, was kommt: Die Maschinenmenschen kriegen einen Knacks weg und im Park geht’s mächtig rund.

Wird von allen Seiten dick gelobt und ich kann da nur meinen bescheidenen kleinen Lorbeerkranz dazuflechten. Die Show ist grandios, da stimmt alles. Überragende Schauwerte, visuell ein Knaller wie ein mit falscher Munition geladener Colt, eine ordentliche Portion an Mysterien zum Dranherumrätseln, talentierte Schauspieler im Überfluss und ja, wer gerne mal nackte Haut in seiner TV-Show ausgestellt sieht, muss nicht mehr verdrießlich bis zur nächsten Staffel „Game of Thrones“ ausharren. Schon der Pilot bekam von mir die volle Punktzahl, die zweite Folge lag nur unweit dahinter. Viele Reboots und Remakes machen wenig Sinn (siehe einige der nachfolgenden Besprechungen), aber mit „Westworld“ als Serie in dieser modernen Aufmachung hat HBO schon jetzt das Original in allen Bereichen weggeblasen. Das gucken wir jetzt alle brav und denken darüber nach, wie man sich selbst in dieser Welt aufführen würde. Bei mir hat das schon dazu geführt, dass ich für meinen Teil die Playstation VR jedenfalls im Verkaufsregal stehen lasse und warte, bis Westworld gebaut wird.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH 2 EPISODEN: 5,90 PUNKTE (überragend)
TENDENZ: sehr gut – überragend

 
TIMELESS (S01E01/E02)

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„Lucy, pack‘ die alten Schlübber ein, wir geh’n wieder auf Zeitreise!“. Auf diesen Satz warte ich ja, wenn der kernige Haudrauf Wyatt und der Wissenschaftler Rufus die sexy Historikerin Lucy für die nächste Weltrettungs-Mission rekrutieren. Denn ein Bösewicht namens Flynn hat eine brandneue Zeitsprungkugel aus dem Labor einer undurchsichtigen Hi-Tech-Firma gemopst und will nun in der Vergangenheit die schöne amerikanische Geschichte kaputt machen. So geht’s ja nicht! Gut, dass noch ein weiteres, eher ältliches Modell der Hüpfkapsel im Lager steht. Jetzt aber hurtig los, zeitgemäß einkleiden und bloß nicht die Zeitlinie verändern! Oder halt nur minimal.

Mit Zeitreisen kriegt man mich so gut wie immer. Und nachdem ich „12 Monkeys“ abgesetzt habe, weil mich die Show wegen ihrer ständigen Herumhopserei auf der Zeitlinie verloren hat, ohne mir im Gegenzug etwas Spannendes zu bieten, nehme ich „Timeless“ gerne als Ersatz. Das ist nett gemachte Unterhaltung, bei der man gut der Story folgen und die knappe Dreiviertelstunde entspannt weggucken kann. Auf der Plusseite stehen mit Abigail Spencer („Rectify“, „Mad Men“) und Malcolm Barrett („Better Off Ted“) mir zwei bekannte und geschätzte Schauspieler. Ja, den großen Serienwurf sollte man hier nicht erwarten, die Spezialeffekte bewegen sich im „geht noch so“-Bereich, am Ende kommt dank der Mithilfe unserer Helden eh alles fast so, wie es halt kommen soll und der arme dunkelhäutige Wissenschaftler Rufus wird in jeder Folge aufstöhnen, dass es keine Epoche gibt, in die man als anständiger Afro-Amerikaner bedenkenlos reisen kann. Trotzdem: Ich fand’s charmant und leicht bekömmlich. Bleibt auf meiner Guckliste, auch wenn es wahrscheinlich kaum einmal über die 5,0-Punkte-Grenze springen wird.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH 2 EPISODEN: 4,50 PUNKTE (befriedigend)
TENDENZ: befriedigend+

 

SPEECHLESS (S01E01/E02)

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Die Abenteuer einer chaotischen bis leicht durchgedrehten Familie mit einem an Muskeldystrophie erkranktem Sohn in einer neuen Stadt. Inklusions-Comedy von ABC.

Ich nenne das Ganze jetzt einfach mal so, weil sich die Show schon schwerpunktmäßig um den auf den Rollstuhl angewiesenen Kenneth (Micah Fowler) und seine besonderen Bedürfnisse dreht. Keine Frage, es ist eine tolle Sache, dass man Kenneth zeigt, wie er seine Umgebung mit seinem schlagfertigen Humor eindeckt. Meiner Meinung nach bräuchte man die Figur deshalb allerdings nicht so in den Mittelpunkt zu stellen. Ich verweise in der Hinsicht gerne wieder auf „Legit“ mit Jim Jefferies und DJ Qualls, wo man dieses Thema einfach lässiger und eben ohne großen Fingerzeig behandelt hat. [Kleiner Linktipp hierzu: Jim Jefferies in seiner unverwechselbaren Art über das Casting mit an Muskeldystrophie leidenden Schauspielern]

Den Piloten fand ich in Ordnung, auch wenn mir Minnie Driver als übertrieben aufgekratzte und rauhschalige Mama schon direkt auf die Nerven gegangen ist. Ab der zweiten Episode wird allerdings klar, dass ABC hier eine Art „Shameless“ mit Inklusions-Wohlfühl-Bonus anbieten will, denn die restlichen DiMeos entpuppen sich doch als ziemliche Asi-Familie, ohne dabei auch nur ansatzweise an den speziellen Charme der Gallaghers aus Chicago heranzukommen. Dafür agieren die beiden anderen Kinder sowie John Ross Bowie („The Big Bang Theory“) als Vater zu wenig schillernd und schwarzhumorig. Sorry, aber da bleibe ich doch beim Original. Also dem US-Remake des britischen Originals.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH 2 EPISODEN: 4,0 PUNKTE (durchschnittlich)
TENDENZ: Sichtung eingestellt

 

LETHAL WEAPON (PILOT)

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Murtaugh und Riggs sind wieder da! Fast 30 Jahre nach dem Start der erfolgreichen vierteiligen Filmreihe bringt FOX unter dem Motto „Good Cop. Crazy Good Cop“ die beiden Ermittler wieder an den Start. Murtaugh (Damon Wayans, „What’s up, Dad?“) muss sich wegen Herzbeschwerden schonen und Riggs (Clayne Crawford, „Rectify“).. oh Mann, Riggs ist selbstmörderisch schlecht drauf. Aktive aggressive Depression wegen eines persönlichen tragischen Verlusts, was gleich zu Beginn etabliert wird. Ganz schlimm. Voll crazy, der Typ. Denkt dran: Dem ist alles wurscht, der will hopps gehen, dem kannst du als Bösewicht nicht mit gutem Zureden und Vernunft kommen.

Japp, der Zug fährt bei mir direkt auf der „Hätt’s nicht gebraucht“-Schiene ein. Der emotional gestimmte Anfang hat mich zwar nicht kalt gelassen, danach allerdings geht es vor allem in Sachen Riggs komplett über den Berg und jenseits der Logik. Habe ich schon erwähnt, dass Riggs richtig durch ist? Also wirklich ernsthaft? Der will nimmer. Falls ich es nicht erwähnt habe, die Serie weist im Verlauf des Piloten darauf hin. Sollte man drauf achten. Der ganze Wahnsinn gipfelt zum Ende in einer Schießszene von epischen Scheißdrauf-Triumph-Ausmaßen. Davon habe ich mich bisher nicht mehr erholen können. Ich gucke stattdessen lieber die Filme nochmal durch. Wer trotzdem weiterschauen möchte: Passt auf den Riggs auf! Wenn der von meiner Bewertung Wind bekommt, kann ich für nichts garantieren. Weil…

PILOTENWERTUNG: 4,0 PUNKTE (durchschnittlich)  
TENDENZ: Sichtung eingestellt 

 

MACGYVER (PILOT)

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Angus MacGyver ist irgendwann in den 90ern plötzlich Kult geworden. Weil er aus einer Stricknadel, vier Triangeln, einer Rolle Packpapier, zwei Kugelschreiberummantelungen und sechs Metern Gewebe-Klebeband (mattschwarz) einen rassigen Sportwagen mit aufgesetztem Maschinengewehr zusammendübeln konnte, um seinen Häschern zu entkommen.

Nun tritt Jung-MacGyver auf den Plan, der als Agent einer streng geheimen Regierungsorganisation arbeitet, böse Buben zur Strecke bringt und weltenvernichtende Waffen unschädlich macht. Alles freilich ohne Kanone (dafür ist sein Scharfschützenkumpel Jack zuständig), aber stets mit dem Bindfaden im Anschlag.

Die meinen das wirklich ernst. So mein erster Gedanke nach dem Piloten. Als 80er-Jahre-Trash-Spaß hätte das nämlich durchaus kurzfristig Sinn ergeben: Ein Gegenspieler, der die Welt brennen sehen will, weil man diese erst zerstören muss, um sie wieder neu aufbauen zu können. Eine Computerspezialistin, die mit rasantem Klickediklack auf der Tastatur sekundenschnell an jede Kamera, jede Information, jede Datei dieser Welt herankommt. Ein Held, der einen modernen Handabdruck-Scanner mit ein bisschen Gebröckel aus der Wand täuscht. Und ja, die restlichen Bastelarbeiten sind extrem unspektakulär, werden aber angeteasert, als würde gleich eine Sensation den Bildschirm implodieren lassen: Dramatischer Schwenk(!) auf und namentliche Einblendung(!!) einer Büroklammer(!!!) inklusive. Dazu noch mit Jack der eindimensionalste Charakter seit langem und eine krasse Wendung am Ende, die sämtliche Maulwurf-Twists bei „24“ stimmig und logisch erscheinen lässt. Kommt, Leute, geht nach Hause und lasst die Finger vom Tesafilm und die Nase vom Uhu-Kleber.

PILOTWERTUNG: 3,0 PUNKTE (mäßig)
TENDENZ: Sichtung eingestellt

THE EXORCIST (PILOT) 

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Basierend auf dem Horror-Kult-Film aus dem Jahre 1973, erzählt „The Exorcist“ die Geschichte zweier Priester, die bei einer ansonsten tadellosen Chicagoer Familie den Teufel austreiben müssen.

Ich möchte den Eindruck, den die Serie auf mich hinterlassen hat, mit einer Anekdote umschreiben. Als ich heute Morgen mit dem festen Willen aufstand, einen neuen Seriencheck zu vollenden, fiel mir lauwarm ein: „Ach Mist, über die Serie zum Exorzisten müsste ich ja auch was schreiben. Was ist da eigentlich nochmal passiert?

Der Pilot dieser Show ist wirklich an mir vorübergewabert, ohne meine Aufmerksamkeit ernsthaft auf sich ziehen zu können. Ich krame in meinem Gedächtnis: Geena Davis hat mitgespielt. Und der Typ aus Chaos City, Alan Ruck. Der arme Kerl hatte angehenden Alzheimer. In seiner Rolle. Am Schluss hatte jemand anderes den Teufel im Leib als man das vorher erwartet hatte. Dazwischen insgesamt ziemlich trübe Stimmung. Mehr kriege ich nicht zusammen. Den an Dämonenaustreibungen brennend interessierten Lesern möchte ich doch eher das thematisch ähnlich gelagerte „Outcast“ ans frisch polierte Kruzifix legen. Gott zum Gruße.

PILOTWERTUNG: 3,5 PUNKTE (unterdurchschnittlich)
TENDENZ: Sichtung eingestellt  

Und als Rausschmeißer Kurzeindrücke zu ein paar Staffelneustarts:

ASH VS. EVIL DEAD (S2E01/E02)

Bleibt weiterhin angenehm bescheuert, blutig und daher auf seine spezielle Art unterhaltsam. In der zweiten Episode wartet für Freunde der vollkommen übertriebenen Kettensägen-Herumsudelei ein Kunstwerk, das in die Analen eingehen (gewollter Rechtschreibfehler) und pensionierten FSK-Prüfern bzw. ex-Autoren des katholischen Filmlexikons schmerzvolle Tränen in die Augen treiben wird.

STARTWERTUNG: 5,0 Punkte (gut)

BLUNT TALK (S2E01)

Habe ich nochmal eine Chance gegeben, obwohl mich die erste Staffel letztlich nicht hat begeistern können. Trotz Patrick Stewart. Erkenntnis nach dem Auftakt zur zweiten Season: Außer dem erwähnten britischen Kultdarsteller und vielleicht noch Adrian Scarborough als seinem Butlerkumpel gehen mir alle Charaktere auf den Senkel. Das lassen wir mal lieber sein.

STARTWERTUNG: 3,5 Punkte (unterdurchschnittlich)

THE LAST MAN ON EARTH (S3E01)

Leider keine Besserung in Sicht. Dabei war damals der Beginn der zweiten Staffel noch richtig gut gelungen, ehe die Show in den kommenden Folgen die ganz große Abfahrt in Sachen Humorniveau und intelligentem Spaß nehmen sollte. Abgründe taten sich zwar noch nicht auf, aber richtig lustig ist es eben auch nicht. So langsam kann mich auch die Aussicht auf January Jones nicht mehr an „The Last Man On Earth“ binden.

STARTWERTUNG: 4,0 Punkte (durchschnittlich)

101 (September 2016)

23 Sep

Puh.
Gut, dass die neue US-TV-Saison gerade gestartet ist und derzeit richtig Schwung aufnimmt.
Denn auf Fußball habe ich jetzt schon keine Lust mehr.
Aus leistungs- und tabellenpositionsbezogenen Gründen. *seufz*

Der Seriencheck reicht diesmal ein paar Abschlusswertungen bereits besprochener Shows nach, stellt frische Neuzugänge vor und blickt vielleicht auch auf die Starts bekannter und beliebter Dauerbrenner. So ich das zeitlich in den nächsten Tagen auf die Reihe bekomme. Gut möglich, dass dieser Beitrag nach dem Wochenende aktualisiert wird. Also immer mal reinschauen.

BRAINDEAD (SEASON 1)

braindead

You might think I’m crazy… aber meine Einstellung zu „BrainDead“ hat sich auch in den verbliebenen Folgen bis zum Finale hin nicht geändert. Ein netter Mix aus „Body Snatchers“ und US-Politik mit einer anhimmelungswürdig herzigen Mary Elizabeth Winstead, einem hübsch fiesen Tony Shalhoub, den besten „Last Time on…“-Zusammenfassungs-Songs im Serienbusiness sowie guten satirischen Ansätzen auf den gegenwärtigen tiefen Riss in der amerikanischen Parteienlandschaft. Aber eben auch mit einer mir zu ausführlich aufgekochten Love-Story, fehlender Schärfe und richtig zupackendem Biss. Im Finale blieb eine mich drängende Frage unbeantwortet, ansonsten aber führte die Show ihren erzählerischen Bogen zu einem runden Ende.

Letztlich landet „BrainDead“ damit in meiner Wertungsskala unter 5 Punkten, aber ich möchte dennoch eine Empfehlung aussprechen für Zuschauer, die mit dieser Mischung etwas anfangen können. Für mich das erste guilty pleasure der noch jungen Saison.

GESAMTWERTUNG: 4,86 Punkte (befriedigend) 

RAY DONOVAN (SEASON 4) 

ray-donovan

Da muss ich jetzt doch ein wenig herumkritteln, denn so gut mir die vierte Staffel des Fixers aus Boston gefallen hat, so einfach haben es sich die Drehbuchautoren an einigen Stellen gemacht. Ich hatte ja schon im letzten Beitrag zu dem Thema einen Satz fallen lassen. Daddy Mickey (wieder wunderbar gespielt von Haudegen Jon Voight) steckt in der Patsche, landet im Knast, aber Sohnemann Ray hat genau gegen den richtigen Mann im Justizapparat etwas in der Hand, um ihn dort rauszuholen? Schöner Zufall. Naja. Kann man einmal bringen. Aber bitte nicht im großen Finale, wenn die große Bedrohung der Saison ausgeschaltet wird wie ein kleiner Dealer, der sich den Fluchtweg verbaut hat. Das hat mir dann doch den Abschluss einer sonst guten Staffel vermiest und hatte deutliche Abzüge in der Endnote zur Folge. Wenn man ganz kritisch ist, waren auch die Nebenhandlungen um die Familienmitglieder Abby, Bridget, Conor und Teresa nicht die Bringer, sondern eher um sich kreisende, schließlich geräuscharm in sich zusammenfallende Plots. Dafür garantierten die Donovan-Kerle wieder gelungene Unterhaltung.

GESAMTWERTUNG: 5,34 Punkte (gut)

 
MR. ROBOT (SEASON 2) 

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?????????…. input error….. … can not evaluate… brain reboot now… ???????

Das waren meine ersten Gedanken unmittelbar nach Ende des Finales der zweiten Staffel von „Mr. Robot“. Jetzt, da ich diesen Text verfasse, habe ich selbst noch keine Ahnung, welche Endnote meine Excel-Datei ausspucken wird. Am gesetzten Schlusspunkt des diesjährigen Mind-Hacks mit dem frisch emmyprämierten Rami Malek werden die Meinungen weit auseinandergehen. Ich versuche mal, meine Erlebnisse als Begleiter von Elliot in kurzen Stichworten zusammenzufassen:

Hintergrundstory von fsociety näher beleuchtet. Cooler Wiedereinstieg. High five.
Story-Entschleunigung über mehrere Episoden fast bis hin zum Stillstand.  Meh.
Die ALF-Episode: Schreiend komisch oder einfach nur WTF? Bin zwiegespalten.
Twist, auf den ich nicht gekommen bin. Holla!
Mentale Notiz an den Serienschöpfer verfasst: „Meinen aufrichtigen Respekt, Mr. Sam Esmail. Hätte ich die Zeit gehabt, ich hätte mir die ersten 6 Folgen nochmal angeschaut“
Aufbau des großen Finales. Viel Verwirrendes, Diffuses, Angedeutetes, zum Ende hin aber stets eine Überraschung, gerne auch mal krachender Natur. 
Die Verhör-Szene mit dem kleinen Mädchen: Twin Peaks macht den Voight-Kampff-Test mit mir. 
Ich sehne mich nach erlösender Auflösung. 
Das Finale. Hä? Ich hab‘ es nicht verstanden. Glaube ich.

Wenn das Ziel der Staffel war, den Zuschauer an den Wahnsinn von Elliot Alderson anzunähern, hat sie das zumindest bei mir geschafft. Ich bin verwirrt und überfordert. Wahrscheinlich hätte es geholfen, die 12 Folgen an einem Stück (unter Anleitung eines guten Therapeuten) durchzuschauen, um alle Zusammenhänge zu verstehen. Als Viel-Anderes-Gucker hatte ich gerade gegen Ende echt Mühe, immer wieder reinzukommen und den Überblick zu behalten.

Was ich aber aus dieser Season mitnehme:

– Die Figur der FBI-Ermittlerin DiPierro hatte für mich keinerlei Ausstrahlungskraft, da wurde schlicht viel an Antagonisten-Potenzial liegengelassen

– Die Show ist weiterhin ohne Wenn und Aber hochklassig in Szene gesetzt, sei es Kameraführung, Dialoge oder die Abläufe der Hacks. Auch die Musikauswahl hinterlässt Eindruck.

– Der Kniff des unzuverlässigen Erzählers hat seine Reize, ließ ihn mir aber immer mehr den Wunsch nach Stringenz und Eindeutigkeit heranwachsen.

– Das Finale hat mich enttäuscht. Punktum. Weil die Show ab der Staffelmitte einen Höhepunkt anhypt, den sie dann schlicht nicht liefert, sondern lieber dem Zuschauer zum Abschluss in das immer noch von Fragezeichen übersäte Gesicht grinst.

Jetzt bin ich gespannt, was meine Wertungsformel meint:

GESAMTWERTUNG: can not compute Punkte (xxxxxx?????)

…system freeze…hello… please tell me you are seeing this too?….reboot….

GESAMTWERTUNG: 5,16 Punkte (gut)    

THE NIGHT OF

the-night-of-header

Hatten wir einen Beitrag obendrüber schon ein Problem mit dem Finale, kommt das hier auch zum Tragen. Allerdings in bedeutend geringerem Ausmaß. Die acht Episoden von „The Night Of“ sind hervorragendes US-Fernsehen, eine erlebnisreiche, spannende Reise in die Nacht, die das Leben des Studenten Nasir für immer verändern sollte. Allerdings ist hier wie in dem allseits bekannten Sprichwort der Weg das Ziel eben dieser Reise, da die Show letztlich doch den Schwerpunkt auf die Gerichtsverhandlung und den Aufenthalt des Protagonisten im Gefängnis setzt. Für mich hat diese Entscheidung der Macher für das Gesamtpaket nur dahingehend Auswirkungen, dass ich doch nicht das Prädikat zücken kann, sondern knapp darunter bleibe. Allerdings kann ich nachvollziehen, wenn manche von dem Finale enttäuscht sein sollten.

GESAMTWERTUNG: 5,79 Punkte (sehr gut)  

Und damit zur Abteilung „Piloten-Check“. Inhalt: Neue Serien, deren erste Folge ich gesehen habe. Was hat Potenzial, was hat mich enttäuscht, was schafft es auf meine berüchtigte Guckliste?

 
SON OF ZORN (PILOT) 

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Krieger Zorn (gesprochen von Jason Sudeikis, „Kill The Boss“) kehrt nach erfolgreicher Schlacht zurück zu Frau und Kind, die sich von ihm entfremdet haben und die er nun zurückerobern muss. Liest sich wie ein bodenständiges Wikinger-Drama, ist aber etwas komplett anderes. Denn Zorn ist ein Zeichentrick-Barbar im Stile von „Conan“, Frau und Kind hingegen reale Menschen in einer realen Vorstadt in Orange County, Kalifornien. Die ex-Gattin (Cheryl Hines, „Curb Your Enthusiasm“) hat mittlerweile einen sanft wortsprudelnden Psychologen-Fuzzi mit Männlichkeitsunsicherheit-Syndrom, der Sohn Alangulon ist ein Weichei. Unser Held muss sich seinem größtem Kampf stellen.

Vorab von mir einen dicken Pluspunkt für die mutig beknackte Prämisse. Zeichentrick und Realfilm zu mischen ist jetzt zwar nichts Neues, aber die Selbstverständlichkeit, mit der alle Beteiligten dem Comic-Wilden begegnen, hat schon etwas herrlich Absurdes. Der Pilot zeigt für mich genug Ansätze, um dran zu bleiben, auch wenn bei den Gags durchaus noch Luft nach oben ist. Ich freue mich auf weitere harsche Zusammenstöße zwischen übermännlicher Fantasywelt und irdischem Realitäts-Alltag. Oder wie mein Bruder meinte: „Das ist so bekloppt, dass es schon wieder gut ist“.

PILOTENBEWERTUNG: 4,5 Punkte (befriedigend)
TENDENZ: 4,5 – 5,5 Punkte

 
THE GOOD PLACE (PILOT)

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Eleanor Shellstrop (Kristen Bell, „Veronica Mars“) ist im Himmel. Auch genannt „The Good Place“, einem Ort, in dem nur die wahrhaft edelsten Vertreter der Menschheit ein durchweg seliges Leben führen dürfen. Gestaltet von Azubi-Paradiesdesigner Michael (Ted Danson, „Becker“), hakt es jedoch seit dem Auftauchen von Eleanor an diversen Ecken und Enden.

Nun raten wir mal gemeinsam, woran das liegen könnte: Richtig, Eleanor ist nicht die würdige Eleanor, sondern hat zu ihren irdischen Daseinszeiten eher extrem wenig Karmapunkte sammeln können. Gemeinsam mit dem ihr zugewiesenen Seelenverwandten Chidi versucht sie, eben dies zu ändern und nicht aus der Rolle zu fallen.

Michael Schur kriegt mich doch immer wieder. Der Autor und Produzent, der auf seinem nicht ernst gemeinten IMDB-Profilbild aussieht, als wolle er die amische Glaubenskultur mit einem einzigen, entschlossenen Blick verbreiten, steckt nach „The Office“, „Parks And Recreation“ und „Brooklyn Nine-Nine“ auch hinter dieser neuen Serie und kann erneut überzeugen. Ein fantasievoll schräg geschmiedetes Setting als Parodie auf das Paradies mit einigen Eigenheiten, Kristen Bell als Fehler im System, weil nach außen hin engelsgleiches Wesen, das es jedoch faustdick hinter den Ohren hat, philosophische Ausflüge hinsichtlich der Frage nach dem Sinn des gut geführten Lebens und Ted Danson als überforderter Schöpfer. Der Pilot lief als Doppelfolge, was sehr viel Sinn ergab, da man so im ersten Teil die Einführung in die Welt anbringen und danach mit dem gerne auch CGI-gestützten Spaß loslegen konnte. Sitzt, passt, ist charmant und macht Lust auf mehr.

PILOTENWERTUNG: 5,0 Punkte (gut)
TENDENZ: 5,0- 5,5 Punkte

 
KEVIN CAN WAIT (PILOT)

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Ex-Cop Kevin  (Kevin James, „The King of Queens“) hat eine hübsche Ehefrau, drei Kinder und sehr viel Freizeit, weil er kürzlich in Rente gegangen ist. Natürlich lassen die häuslichen, beziehungs- und erziehungstechnischen Probleme ihm kaum Zeit, sein Pensionärsdasein zu genießen. Wenn doch, sind seine Arbeitskumpels direkt zur Stelle.

Ich musste mich doch arg wundern über die Besprechung bei den von mir hochgeschätzten Kollegen von serienjunkies.de, die wohl mit komplett falschen Erwartungen an die Show herangegangen sind. Dort wird nämlich ernsthaft die emotionale Tiefe vermisst. In einer Show, die offensichtlich ein Reboot von „King Of Queens“ ist, nur halt mit Kindern statt mit Arthur und mit Cops statt mit Kurierfahrern (sogar Gary Valentine ist wieder mit von der Partie!)? Genau so gut könnte ich jetzt enttäuscht auf den fehlenden Gewalt- und Freizügigkeitsgrad hinweisen.

Die letzten filmischen Aktivitäten von Mr. James habe ich eher mit körperlichen Schmerzen aufgenommen, seien es nun „Zookeper“, „Here Comes The Boom“ oder „Paul Blart: Mall Cop 2“ (letzterer war wirklich kurz vor der Unansehbarkeit). Von daher erwartete ich nicht wirklich viel von „Kevin Can Wait“ und wurde positiv überrascht. Der sympathische Pfundskerl ist wieder voll in seinem Element, spielt sich routiniert die Dialoge mit Show-Frau Erinn Hayes („Guys With Kids“) zu, blödelt und kaspert herum wie in alten Heffernan-Zeiten. Das revolutioniert freilich nicht das Genre, ist aber eine wohltuende Rückkehr des ehemaligen Comedy-Darlings zu seinen Wurzeln und ich behaupte einfach mal dreist: Wer „King Of Queens“ mochte, wird zumindest auch an dieser ersten Folge seine Freude haben. Wohin die Reise geht, muss natürlich die Zeit zeigen. Dass eine Figur wie Arthur mit dem unvergleichlichen Jerry Stiller fehlt, könnte der Show auf Dauer schaden.

PILOTENBEWERTUNG: 5,0 Punkte (gut)
TENDENZ: 4,5 – 5,0 Punkte

 
BETTER THINGS (PILOT)

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Sam Fox (nein, nicht die Sam Fox aus den 80ern) hat drei Töchter, keinen Mann und schlägt sich als Synchro-Sprecherin für schäbige Kinderprogramme mehr schlecht als recht durch. Ihr Ziel: ein besseres Leben. Erdacht und produziert von Louis C.K. und Pamela Adlon („Californication“, „Louie“), die auch die Hauptrolle spielt.

Man könnte das jetzt grob in die Kategorie „Wie Louie, nur aus weiblicher Sicht“ einordnen. Bin ich leider nicht mit warm geworden. Der Einstieg mit der weinenden Tochter und Sams Reaktion darauf wusste zu gefallen, in der weiteren Folge musste ich mir aber eingestehen: Ich sehe lieber den Comedian Louis C.K. in der Abteilung „sex, swears, drugs, kids & daily problems“ umherwandern als die Schauspielerin Pamela Adlon. Zwei der drei Töchter sind mir auch – trotz eher kurzer Präsenz im Piloten – gleich auf die Nerven gegangen. Nee, sorry, ich warte lieber auf eine sechste Staffel von „Louie“.

PILOTENWERTUNGEN: 4,0 Punkte (durchschnittlich)  
TENDENZ: Sichtung eingestellt 

DESIGNATED SURVIVOR (PILOT)

Tom Kirkman (Kiefer Sutherland, „24“) ist Minister für Wohnungswesen und städtische Entwicklung. Aber nicht mehr lange. Denn bei einer Explosion im Kapitol anlässlich der Ansprache zur Lage der Nation geht die gesamte Regierung nebst der sonstigen politischen Elite hopps. Kirkman überlebt, weil die Verfassung gebietet, dass ein Mitglied der Regierung der Veranstaltung fernzubleiben und an einem sicheren Ort zu verbleiben hat. Damit eben dieses im Fall der Fälle zum US-Präsidenten ernannt wird und dessen Aufgaben übernimmt.

Wäre hierzulande mit einem CSU-Landwirtschaftsminister eine Knaller-Komödie. Über dem großen Teich ist es freilich Drama, mit Kiefer Sutherland als erst einmal unwilligem, uncharismatischem Präsidenten-Azubi in der schlimmstmöglichen Krise der USA seit der Kandidatur von Donald Trump. Der Pilot ging in Ordnung, ohne mich jetzt richtig gepackt zu haben. Man ahnt als eingefleischter Zuschauer, in welche Richtung sich die Angelegenheit bewegen wird. Kirkman wächst an seinen Aufgaben, handelt überlegter und weiser als die versammelte Generalschaft im Säbelrassel-Fieber, eckt aber dennoch wegen seiner Unerfahrenheit und fehlendem Stallgeruch an. Frau und Töchterchen werden für die kitschig-emotionale Momente sorgen, der Teenie-Sohn mich schwerstens nerven. Mich interessiert eigentlich nur, wer hinter dem Angriff steckte. Falls es auf die böse Industrie, die 1% der Superreichen oder gar auf einen Maulwurf hinausläuft, bin ich weg.

PILOTENBEWERTUNG: 4,5 Punkte (befriedigend) 

Immer noch nicht genug gelesen? Dann hier noch kurz gehaltene Kommentare zu den Staffelstarts bekannter Serien:

MODERN FAMILY (S8E01)

Positive Überraschung, denn die Dunphys liefern nochmal eine sehr gute Saisoneröffnung ab. Hübsch aufgezogene Verwirrspiele, herrlich peinliche Situationen, kein Erzählstrang mit einem Durchhänger. Und vor allem keine lahmen Liebesgeschichten. Kommt nah an die guten alten Zeiten heran. Gerne weiter so für den Rest der Staffel.

5,5 Punkte (sehr gut)

BROOKLYN NINE-NINE (S4E01)

Auftakt mit stark dezimiertem Ermittlerteam, aber das macht in diesem Fall nichts. Captain Holt und Detective Peralta sind spaßig genug, um die erste Folge des Einstiegs-Triples souverän alleine zu wuppen.

5,0 Punkte (gut)

THE GOLDBERGS (S4E01)

Es gibt immer noch 80er-Jahre-Kram, den diese wunderbare Show noch nicht ihrer speziellen Behandlung unterzogen hat. Zum Start arbeiten sich die Macher am Breakfast Club ab und schicken Obermutti Beverly Goldberg in die für ihre Kinder schlimmstmögliche Aushilfstätigkeit. Köstlich und für Kenner der Filmvorlage noch eine Stufe spaßiger.

5,5 Punkte (sehr gut)

BLACK-ISH (S3E01)

Wie schon „Modern Family“ tappt auch „Black-ish“ in die Werbefilm-Falle. Damals schickte offensichtlich das Tourismusbüro von Australien die Dunphys auf den staubigen Kontinenten (und sorgte für eine peinlich bemüht, aber unlustige Episode), diesmal zeigte sich Disney großzügig und lud die Johnsons nach Disneyland. Das Ergebnis: Viel Promo für die dortigen Attraktionen, dazwischen kaum gelungene, aber erzwungen wirkende Erheiterungsversuche, alles stabil auf der Humor-Linie des edlen Spenderkonzerns. Dezent peinlich.

3,5 Punkte (unterdurchschnittlich)  


GOTHAM (S3E01)

Adieu, Klein-Batman. Tschüß, Gotham. Ich habe mir den Auftakt in der irrigen Hoffnung angesehen, dass die Macher die im letzten Saisonfinale angekündigten Plots doch noch in einem Anfall von Erkenntnis komplett über den Haufen werfen. Oder anteasern und dann ganz schnell beerdigen. Stattdessen schicken sie „Gotham“ nun endgültig über die Schwelle zum Trash: Fish Mooney als Hauptbösewichtin, ein verwilderter, böser Zwilling von Bruce Wayne und James Gordon als abgefuckter Bounty-Hunter. Selten habe ich beim Abspann heftigeres horizontales Headbanging betrieben.  Schade für den Penguin (Robin Lord Taylor) und Alfred (Sean Pertwee), deren Darsteller bisher zu überzeugen wussten.

3,0 Punkte (mäßig)

100 (August 2016)

18 Aug

Liebe Brüder und Schwestern,

Glaube steht gleich dreimal als Thema an bei diesem Seriencheck, der die letzten Nachzügler-Schäflein für die Haupt-US-TV-Saison behandelt. In „Outcast“ wird der Teufel eher mittelmäßig erfolgreich ausgetrieben, „Preacher“ bringt Gott per Live-Zuschaltung in die Kirche und Katholik Jim Gaffigan glaubt weiterhin an die heilige Kraft des Essens, was ihn meiner Meinung zu einem sehr guten Menschen macht. For what you are about to receive: May the Lord help you. Amen.

OUTCAST (SEASON 1)

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Läuft nicht bei Kyle Barnes. Der arme Kerl musste bisher miterleben, wie seine Mutter und später seine Ehefrau vom Teufel besessen waren. Nun kehrt er in sein Heimatstädtchen Rome zurück und versucht gemeinsam mit dem umtriebigen Reverend Anderson, der immer größer werdenden Zahl an dämonischen Körpereinnistungsversuchen Einhalt zu gebieten. Basierend auf den Comics von Robert Kirkman (The Walking Dead).

Der Exorzist in Serienform, könnte man zusammenfassend sagen. So hart geflucht wie im Vorbild wird beileibe nicht, ekelerregende Schockmomente sind mir nicht aufgefallen, dennoch hat mich „Outcast“ richtig gut unterhalten. Das fängt bei dem schwelend düsteren Theme von Atticus Ross an, geht über die sauber dargestellten Charaktere Kyle Barnes (immer verzweifelt), Reverend Anderson (immer mit Gottvertrauen), Polizeichef Giles (immer kernig: Reg E.Cathey) und Sidney (immer undurchsichtig: Brent Spiner als böser Mann mit Hut), bis hin zu kribbelig schaurigen Momenten, dramatischen Wendungen und einem fiesen Twist gegen Ende. Kann ich empfehlen für alle, die sich vor dem Schlafengehen wohlig gruseln wollen, ohne tags drauf die Bettwäsche gleich wechseln zu müssen.

GESAMTWERTUNG: 5,25 PUNKTE (gut)

PREACHER (SEASON 1)

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Ich bin mir immer noch uneins, was den Preacher anbelangt. Auf der positiven Seite stehen sicherlich die Lässigkeit des Hauptcharakters, die schräg angelegten Figuren wie die beiden Engelsmänner, die staubig trockene Inszenierung, geniale Momente à la die Kampfszene im Hotelzimmer oder der große Auftritt in der Kirche im Finale. Andererseits kam mir die Geschichte gerade zu Beginn zu zerstückelt und wirr vor, viele Charaktere waren für meinen Geschmack zu comichaft überzeichnet und auf boah,ey-krass getrimmt, richtige Sympathien für das Haupt-Trio konnte ich bei mir auch nur mühsam ausmachen. Die gute Nachricht: zum Ende der Staffel hin legt sich das große Fragezeichen über dem Kopf des Zuschauers und es wird einiges zusammengefügt, was vorher nur als angedeutetes Stückwerk erschien. Dann überwiegt doch noch das leichte, zufriedene Grinsen über diese wirklich seltsame Show um göttliche Kräfte.

GESAMTWERTUNG: 5,00 PUNKTE (gut)

VICE PRINCIPALS (SEASON 1) 

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Der alte Schuldirektor (eingangs kurz gespielt von Bill Murray) zieht sich zurück, seine beiden Vize (Danny McBride und Walton Goggins) kämpfen fortan mit allen Mitteln um den begehrten Posten. Mit allen Mitteln meint: Keine Beschimpfung ist ihnen zu niveaulos, kein Verhalten zu kindisch, kein Spruch zu peinlich.

Freunde, ich habe es versucht. Aber das ist nicht mein Humor. Walton Goggins hat nach seinen Rollen in „Justified“ und „The Hateful Eight“ einen dicken Stein bei mir im Brett, aber leider war Danny McBride für das Drehbuch zuständig und zieht Mr. Goggins mit ins Verderben. Soll heißen: Wer Rumgefluche in der suck-fuck-cock-ass-Geschmacksmischung an sich zum Brüllen findet oder generell infantil-doofes Verhalten erwachsener Männer, dürfte sehr viel Spaß mit der Show haben. Hey, ich störe mich nicht an deftiger Wortwahl (so gehören etwa Louis C.K. und Jim Jefferies zu meinen Lieblings-Stand-Up-Comedians), aber es muss wirklich mehr Mühe dahinterstecken als die bloße Aneinanderreihung von Schimpfwörtern, um mir einen Schmunzler zu entlocken. Die erste Episode ging noch in Ordnung, aber bei der zweiten war mehr oder minder Schicht im Schacht für mich. Sorry, minutenlang zuzusehen, wie McBride und Goggins unter Proll-Gepose eine Wohnung auseinandernehmen und in Brand setzen, fällt bei mir nicht unter die Definition von erfrischendem Witz. Die dritte Folge etwas besser, was aber schon keine große Leistung mehr war. Nee, HBO, das ist nix.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH DREI EPISODEN: 3,75 PUNKTE (unterdurchschnittlich)

Sichtung eingestellt 

WRECKED (SEASON 1)

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Selten war eine Beschreibung so einfach. Flugzeugabsturz. Die Überlebenden stranden auf einer Insel. LOST als Comedyserie. Mit Gags statt Mystery.

Beziehungs- und ehrlicherweise mit ohne Gags statt Mystery. Drei Folgen gesehen und leider keinen Mundwinkel hochgezogen bekommen. Der Humor ist beileibe nicht so dumpf-schmerzend wie bei „Vice Principals“, sondern eher aus der traurigen Kategorie „Kein Anschluss unter dieser Nummer“. Das tut mir besonders leid für Rhys Darby (der Kultbandmanager Murray aus „Flight of the Conchords“), der zum wiederholten Mal keinen Treffer bei mir landen kann. Eines dieser Projekte, wo alle Beteiligten sich beim gemeinsamen table read formidabelst beömmelten und auch später beim Drehen aus dem Lachen nicht herauskamen. Bis die ganze Angelegenheit dem Zuschauer vorgesetzt wurde, der leider beim Spaß der Produktion eben nicht dabei war und den Witz nicht findet.

DURCHSCHNITTSWERTUNG: 3,83 PUNKTE (unterdurchschnittlich)

Sichtung eingestellt

THE JIM GAFFIGAN SHOW (SEASON 2)

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Jim Gaffigan isst, glaubt und kämpft sich wieder mit immer noch fünf Kindern und Ehefrau in einer Zwei-Schlafzimmer-Wohnung in New York durch sein Leben als Comedian. Ich fand die erste Season ja mehr als ordentlich und war deshalb umso mehr vom Auftakt der zweiten enttäuscht. Die ersten vier Episoden kamen nicht über den Durchschnittwertungsdaumen hinaus, da halfen selbst Gaststarauftritte von Jerry Seinfeld, Zachary Quinto, Carrot Top oder Nickelback nichts. Zu schwere Kost für Jim wie Berufung, katholischer Glauben und philosophische Gedankengänge im Auftakt, danach ein von den Gags her eher schwach angelegter Gerichtsprozess, gefolgt von einer eher platten Folge, in der Jim ständig als hässlich tituliert wird. Mittlerweile hat sich die Show gefangen und konnte zuletzt auch mal ein knappes „gut“ als Wertung für eine Episode einheimsen. Wird in der Gesamtschau allerdings diesmal eher im Befriedigend landen.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH NEUN EPISODEN: 4,33 PUNKTE (befriedigend)

 

MR. ROBOT (SEASON 2) 

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Mit Elliot bin ich bis dato auch noch nicht so recht zufrieden. Vor allem nicht nach der fulminanten ersten Staffel, die bei mir knapp an der „überragend“-Wertung kratzte. Punkten kann die Show weiterhin, wenn sie wie im Season Opener die Geschichte von fsociety beleuchtet, Gefahrensituationen urplötzlich hereinbrechen lässt oder unseren Lieblingshacker in den albtraumhaften Wahnsinn schickt. Andererseits ging es mir in den ersten Episoden gerade auch angesichts der verlängerten Episodenlaufzeiten zu wenig voran mit der Geschichte um den größten Hack, den die Welt bisher gesehen hat. Und mit der FBI-Ermittlerin DiPierro bin ich auch noch nicht warm geworden. Summa summarum bisher nur gut, da muss noch mehr kommen. Zumal die Einschaltquoten nicht die besten sein sollen.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH SECHS EPISODEN: 5,05 PUNKTE (gut)  

 
RAY DONOVAN (SEASON 4) 

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Alles in der Spur bei „Ray Donovan“. Also nicht bei den Donovans, wo wieder mal das Familienchaos herrscht, sondern bei der Show an sich. Die steuert nämlich stabil auf eine erneut gelungene Staffel hin. Anzeichen, dass man wie in der zweiten Season zähe bis langweilige Handlungsstränge verfolgt, sind nicht ersichtlich. Stattdessen die übliche schöne Mischung aus kollektivem In-der-Patsche-stecken, egal, bei welchem Familienmitglied man vorbeischaut. Klar, hie und da wird per Drehbuch der Haltegriff herbeigezaubert, mit dem sich Papa Mickey, Ray, Bunchy und Terry noch gerade so aus der Scheiße ziehen können. Da meckere ich aber nicht groß dran herum, denn die Boston-Sippe gehört bei mir fast schon zur Familie. Schön übrigens, dass Liev Schreiber nun desöfteren auf Nominierungslisten auftaucht. Die Serie hätte das auch langsam verdient.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH SIEBEN EPISODEN: 5,29 PUNKTE (gut)

THE NIGHT OF 

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Achtteilige Mini-Serie über den pakistanischstämmigen Studenten Nasir, für den eine geplante Partynacht komplett aus dem Ruder läuft und der sich nun der unerbittlichen Härte des amerikanischen Justizsystems gegenüber sieht. Sein einziger Verbündeter: der fußmalade, schmuddelige Verteidiger Jack Stone (John Turturro).

Klare Empfehlung von mir. Nichts weiter groß drüber lesen, einfach gucken. Das ist die Sorte von Show, bei der man trotz je knapp einstündiger Episodenlaufzeit kein einziges Mal nachschaut, wie lange es noch geht. Weil die Schauspieler großartig sind. Weil die Dialoge sitzen. Weil die Geschichte spannend ist. Weil keine Figur schwarz oder weiß gestrickt ist, sondern Grautöne besitzt und unklar ist, wer später noch wie handeln wird. Weil man als Zuschauer wissen will, was in dieser einen besonderen Nacht geschah. Obwohl ich meine DVD-Box von „The Wire“ bis heute nicht gesehen habe (ja, Eimer voller Asche über mein Haupt) soll es von der erzählerischen Qualität her in diese Richtung schlagen. Spurenelemente von „True Detective“ sind ebenfalls vorhanden. Wer jetzt immer noch zögert, verpasst höchstwahrscheinlich den nächsten HBO-Kracher. Ich habe drauf hingewiesen.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH SECHS EPISODEN: 5,80 PUNKTE (sehr gut)

HOUSE OF CARDS (SEASON 4)

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Unfassbar, aber wahr: Ich habe endlich die vierte Staffel von „House Of Cards“ fertig geschaut. Die Gründe für mein Herumgehänge: diverse andere Serien, Dark Souls 3 (sehr unbefriedigendes Ende übrigens), Fußball-EM (dito), die Tatsache, dass ich bei einem Handlungsstrang aufgehört habe, bei dem meiner Meinung nach der Hauptfigur nichts passieren konnte. Ich fand die Show nach der guten, aber keine Steigerung bringenden dritten Staffel, wieder ein bisschen besser. Auch wenn mir die ganz großen Gemeinheiten der Underwoods fehlten und der echte US-Wahlkampf derzeit noch chaotischer und verrückter erscheint. Ich bin mir sicher, die aktuelle Managerin der Trump-Kampagne wäre selig, wenn sie so intelligent-intrigante, aber fies machtgeile Leute betreuen dürfte statt des dumpfdummen Prolls mit dem lächerlichen Haupthaar.

Was ich sagen will: House Of Cards hält sein hohes Niveau, leidet aber auch ein wenig darunter, dass die Realität noch eine Spur dramatischer ist. Episoden, die mir nur befriedigend gefielen, waren keine dabei. Gegen Ende hin packt die Show nochmal den Drama-Hammer aus. Zur nächsten Amtsperiode sind wir alle sicher wieder dabei.

GESAMTWERTUNG: 5,45 PUNKTE (gut +)

99 (Juli 2016)

27 Jul

Nach einer eher mäßigen Fußball-EM melde ich mich mit einem neuen Seriencheck wieder zurück. Und in Sachen Qualität darf man konstatieren: TV-Serie schlägt Fußball klar mit 4:0, dank vier Mal hochklassigem Fernsehfutter. Siehe die ersten vier Beiträge.

STRANGER THINGS (SEASON 1)

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Wir schreiben die 80er Jahre in einer Kleinstadt in Indiana. Im Anschluss an eine aufregende, mehrstündige Runde Dungeons & Dragons gehen die vier Freunde Mike, Dustin, Lukas und Will auseinander. Doch Will kehrt nicht nach Hause zurück. Das verbliebene Trio macht sich auf Spurensuche und entdeckt vertuschte Geheimexperimente, setzt sich übernatürlichen Kräften aus und stellt sich einem furchterregenden Monster.

Als hätte man vor 30 Jahren ein Stephen King-Skript unter der Leitung von Steven Spielberg verfilmt und dabei die besten Elemente aus „The Goonies“, „E.T.“, „Carrie“, „Stand By Me“ und „Alien“ untergemischt. Oder anders ausgedrückt: Das ist das, was Abrams und Spielberg vor fünf Jahren mit „Super 8“ vorhatten, aber nicht wirklich richtig auf den Punkt bekamen. Wunderbare Unterhaltung, bei der vor allem der überragende Kinderdarsteller-Cast heraussticht, das wohlige Gefühl der guten alten 80er-Filme eingefangen und in acht Episoden eine sauber erzählte, runde Geschichte abgeliefert wird. Meiner Meinung nach die bisher beste Netflix-Produktion. Wer mit den oben genannten Filmen etwas anfangen kann, sollte jetzt schon den Bestellknopf drücken und keine weiteren Inhaltsangaben lesen.

Selbstverständlich gibt es immer Leute, die im einhelligen Jubel den mahnenden, selbstbeschrifteten „Meh, so toll ist es auch nicht!!!“-Zeigefinger erheben müssen. Ja, „Stranger Things“ erfindet nichts neu, Wynona Rider als besorgte Mutter des vermissten Jungen ist zu 99% ihrer Bildschirmzeit verzweifelt, verwirrt oder kurz vorm Durchdrehen, krasser Horror wird nicht geboten (hat den jemand wirklich erwartet?), der Nebenstrang mit der Teenie-Anbandelungskiste hätte nicht sein müssen, tut aber keinem weh. Für die Höchstnote reicht es bei mir auch nicht ganz, aber die Show schrammt nur ganz knapp daran vorbei.

GESAMTWERTUNG: 5,79 PUNKTE (sehr gut)

GAME OF THRONES (SEASON 6)

Die Höchstnote gibt es aber für „Game of Thrones“ mal wieder. Trotz der hier und da auftauchenden, nicht ganz so zupackenden Episode und den berüchtigten „Hach, es geht einfach nicht voran“-Seufzern der ungeduldigen Schar an Fans. Welche allerdings noch schlimmer aufstöhnt, wenn man sie darauf hinweist, dass es ab jetzt nur noch verkürzte Staffeln gibt und ein Ende dieser wahrlich neue Maßstäbe setzenden Fantasy-Serie immer näher rückt. Ich für meinen Teil genieße mittlerweile jede Minute dieser Show und störe mich nicht an Kleinigkeiten, zumal diese – so vorhanden – stets durch schauspielerische Glanzleistungen, dramatische Wendungen oder humorige Anflüge gut ausgeglichen werden.

Letztlich wurde es eine Punktlandung auf die 6,00 und selbst wenn ich nach meinen Berechnungen nicht dort hingekommen wäre, hätte ich großzügig aufrunden müssen. Der Grund: die beiden abschließenden Episoden verdienen eigentlich sieben Punkte, denn was hier abgeliefert wird, nötigt selbst dem hartnäckigsten Kritiker einen vor Staunen offenen Mund ab. Ein furioser Doppelschlag, der wirklich abliefert, keinen Fan der Show unbeeindruckt lässt und den Weg ebnet für eine epische Fortführung in den nächsten beiden Staffeln. Schade, dass es bis zur Fortsetzung diesmal bis zum Sommer 2017 und damit noch länger dauern wird, weil man mit den Dreharbeiten erst beginnen kann, wenn es grimmig-graues Wetter gibt. Winter is really coming.

GESAMTWERTUNG: 6,00 PUNKTE (überragend)

SILICON VALLEY (SEASON 3)

Keine Abnutzungserscheinungen bei Pied Piper. Die Jungs um Obernerd Richard Hendricks programmieren und stolpern wieder durch Arbeitsalltag und Leben, dass es eine wahre Freude ist, ihnen dabei über die Schultern zu schauen. Das Qualitätsmanagement läuft wie geschmiert, schwerwiegende Bugs im Humor-Code konnte ich keine feststellen, nur im Bereich „Merchandise Wearables“ würde ich wirklich mal eine tiefgreifende Optimierung anstrengen wollen. „Silicon Valley“ bleibt das Maß der Dinge in Sachen Nerd-Comedy.

GESAMTWERTUNG: 5,50 PUNKTE (sehr gut)

VEEP (SEASON 5)

Nichts falsch machen kann man mit Selina Meyers. Angesichts der aktuellen Situation im US-Wahlkampf wirkt die Frau und ihr Team kompetent, zurückhaltend und zuverlässig. Doch damit nicht genug: Wer immer auch in der aktuellen Staffel auf die Idee kam, Jonah Ryan sich um ein Amt als Kongressabgeordneter bewerben zu lassen, verdient meine Hochachtung und die Dankbarkeit meines Zwerchfells. Seine Inszenierungen sind pures Entertainment-Gold und können von Donald Trump, wenn er denn endlich zugibt, dass seine Kandidatur nur ein PR-Stunt für einen Auftritt in der nächsten Staffel der Show war, nicht mehr übertroffen werden.

GESAMTWERTUNG: 5,40 PUNKTE (gut +) 

THE PATH (SEASON 1) 

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Da reiche ich nur kurz die Abschlusswertung nach. Ich hatte in meinem ersten Eintrag ja schon die guten Ansätze erwähnt, aber auch auf den großen Knaller gehofft. Der fiel leider dann doch weg, das Mysterium um die Sekte dünnte mir nach der Hälfte der Staffel zu sehr aus, das Finale brachte ebensowenig den Moment, der der ganzen Geschichte einen mich hungrig nach mehr zurücklassenden Kniff mitgegeben hätte. Insgesamt daher eher in die Kategorie „Ganz okay, aber ohne richtigen Payoff“ einzuordnen.

GESAMTWERTUNG: 4,85 PUNKTE (befriedigend)

ANGIE TRIBECA (SEASON 1 / SEASON 2 E01-05)

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Die von Steve Carell („The Office“) und seiner Frau Nancy erschaffene Spoof-Comedy zeigt den Alltag der namensgebenden Heldin (Rashida Jones, „The Office“) in der Spezialeinheit bei der Polizei von L.A.  

„Die nackte Kanone“ stand unübersehbar Pate für diese Show, die allerdings freilich nicht an die Klasse der Trotteligkeit von Lieutenant Detective Frank Drebin herankommt und eher auf dem Level von „Childrens Hospital“ landet. Will sagen: Hier wird um der heiligen Gagdichte willen jeder Witz reingedrückt, egal, wie flach er auch sein mag. So lädt der Chef etwa ins Büro und befiehlt seinen Ermittlern „Grab a seat“ – schon halten die beiden Kommissare wie selbstverständlich je einen Stuhl in der Hand, der Zuschauer fasst sich kurz an den Kopf und schmunzelt dann doch ob dieser Albernheit. Diese Masche, das muss ich gestehen, funktionierte bei mir die erste Staffel ganz ordentlich. Wer also wieder mal sinnlos angeblödelt werden möchte, darf sich die zehn Episoden durchaus gerne ansehen, von mir gibt es dahingehend eine leichte Special Interest-Empfehlung. Die zweite Season hat mich bisher allerdings enttäuscht, da wirft der Humor zumindest für mich kaum mehr etwas ab. Eine Entwicklung, die ich schon bei dem oben erwähnten „Childrens Hospital“ hatte. Irgendwann hat man alle Untiefen gemeinsam durchwatet, hatte seinen Spaß beim seichten Herumplätschern und will etwas anderes.

GESAMTWERTUNG SEASON 1: 4,80 PUNKTE (befriedigend)

DURCHSCHNITTSWERTUNG SEASON 2 NACH 5 EPISODEN: 4,20 PUNKTE (durchschnittlich)

BRAINDEAD (SEASON 1)

Laurel Healy (Mary Elizabeth Winstead, „Scott Pilgrim vs. the World“) ist gerade in Washington angekommen, um ihrem als Senator tätigen Bruder bei einem „government shutdown“ (der Stillegung der Regierung wegen fehlender Einigung über die Bewilligung von Haushaltsmitteln) auszuhelfen. Dabei kommt sie einer wahnwitzigen Epidemie auf die Spur, die erklärt, weshalb in der Hauptstadt alle Politiker, egal ob Republikaner oder Demokraten, durchzudrehen beginnen: Eine außerirdische Käferart, die sich über den Gehörgang einnistet, das Gehirn schleichend auffrisst und seltsamerweise gerne „You Might Think“ von „The Cars“ hört.

Liest sich herrlich bescheuert, hat mit Mrs. Winstead eine wirklich bezaubernde Hauptdarstellerin, Tony Shaloub („Mr. Monk“) ist endlich wieder in einer Fernsehrolle zu sehen und gibt einen republikanischen Bösewicht. Ebenfalls im Repertoire: ein verwirrter Pseudowissenschaftler, explodierende Köpfe und ein jeweils zu Beginn einer Episode gesungener Vorspann mit einem Rückblick auf das Geschehene. Und dennoch: Ich hätte es gerne abgedrehter. Die komische Mischung aus Politik-Drama und Alien-Invasion hätte man noch schärfer, bissiger, wilder ansetzen können. Denn weder reicht „BrainDead“ an den Intrigantenreichtum von „House of Cards“ heran, noch kann man „Veep“ in Sachen Humor das Wasser reichen. Die Show nutzt leider nicht die Chance, dem derzeitigen Politik-Chaos in den USA den Spiegel vorzuhalten, sich krachend und überspitzt lustig zu machen über die amerikanische Parteienlandschaft. Weshalb sie nur ausnahmsweise über die 4,5 Punkte als Standardwertung hinauskommt. Für mich bisher daher lediglich das aktuelle guilty pleasure auf meiner Serienguckliste.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH FÜNF EPISODEN: 4,70 PUNKTE (befriedigend) 

Demnächst:

OUTCAST (SEASON 1) 

WRECKED (SEASON 1)

VICE PRINCIPALS (SEASON 1)

PREACHER (SEASON 1)

MR. ROBOT (SEASON 2)

RAY DONOVAN (SEASON 4)

THE JIM GAFFIGAN SHOW (SEASON 2)

98 (Mai 2016)

6 Jun

Hastig in die Tastatur gehobelter Seriencheck, weil ich bis zur
Fußball-Europameisterschaft die wichtigsten Shows abgedeckt haben
möchte, Teil 2:

GAME OF THRONES (SEASON 6)

Von jetzt an hat kein Buchleser mehr Ahnung. Neuland in Westeros für alle. Nach sechs gesehenen Folgen und einem „Ich-hab-was-im-Auge-schau-den-Abspann-mal-gerade-alleine“-Moment darf ich sagen: Ist halt wieder geil. Wer meckern will, findet sicherlich etwas, aber ganz ehrlich, das ist Meckern auf hohem Niveau. Die Serie hat mittlerweile eine Qualität erreicht, da reißt selbst eine nicht ganz so gelungene Szene eine Folge nicht runter. Im Gegensatz zur Staffelvorgängerin ist bereits in den ersten Episoden gut etwas los im Lande des eisernen Throns und George R.R. ließ es sich nicht nehmen, dem nach Erfolgserlebnissen für „die Guten“ hungernden Fernsehvolk ein bisschen Futter zu geben. Um danach…aber das kennt man halt, damit muss man rechnen. Von meiner Warte aus geht der Wertungsdaumen wieder stark Richtung „sehr gut“-„überragend“.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH SECHS EPISODEN: 5,67 PUNKTE (sehr gut)

SILICON VALLEY (SEASON 3)

Comedymäßig war die Hauptsaison nicht sonderlich pralle. Das Prädikat durchgehend gut konnten bei mir nur „Brooklyn Nine-Nine“, „The Goldbergs“, „Life In Pieces“ und „Galavant“ erreichen. Damit ist jetzt Schluss, denn HBO hievt wieder seine beiden Premium-Spaß-Formate ins Programm: „Silicon Valley“ und „Veep“. Die Nerds liegen in meiner Gunst derzeit minimal vorne, in der jetzigen Form streben sie gar einen neuen Spitzenwert an. „Silicon Valley“ läuft so stabil, Microsoft soll schon nach dem Code angefragt haben. Ich fange jetzt nicht wieder Vergleiche mit „The Big Bang Theory“ an (von dem ich doch noch das Staffelfinale gesehen habe und ob der Faulheit der Autoren entsetzt war), die verbieten sich mittlerweile von alleine. Richard, Gilfoyle, Dinesh und Erlich sind meine Helden, selbst Nebenfiguren wie Big Head und (der lange von mir in „The Office“ geschmähte) Jared bringen herrliche Momente mit ein. Gavin Belson schließlich platziert mit jedem absurden Auftritt ein Sahnehäubchen auf die Folge. Könnte das bitte jemand in Endlosschleife programmieren lassen?

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH SECHS EPISODEN: 5,53 PUNKTE (sehr gut)

VEEP (SEASON 5)

Auch „Veep“ mit der immer wieder tollen Julia Louis-Dreyfus liefert ab. Aktuell scheint man mit dem offiziellen Serienidioten Jonah Ryan Großes vorzuhaben, worauf ich mich sogar noch mehr freue als über die neuesten Trotteligkeiten eines Donald Trump. Die Überdevotion von Gary Walsh und die trocken-fiesen Sprüche von Amy, Mike, Dan und Kent sitzen weiterhin auf den Punkt genau. Erfreulich auch, dass man als europäischer Zuschauer im Gegensatz zu früheren Staffeln nicht mehr knietief in US-amerikanischen Politikdetails waten muss, sondern die größeren Themen angeschnitten werden. Von Comedy-Amtsmüdigkeit keine Spur, ich würde mein Kreuzchen jederzeit ohne hinzugucken wieder bei Selina Meyer machen.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH SECHS EPISODEN: 5,40 PUNKTE (gut +)

THE AMERICANS (SEASON 4)

Ein Mann hat kein Gesicht. Dennoch wird ein Mann sich freuen. Tom Wlaschiha, der Faceless Man aus „Game Of Thrones“, hat sich im Interview bei den Rocket Beans als Fan von „The Americans“ geoutet. Guter Geschmack, kann ich da nur sagen. Ist das russische Agentenpaar Elizabeth und Philip Jennings damit nicht nur mir mittlerweile wirklich ans Herz gewachsen. Die Finalfolge der vierten Staffel läuft zwar erst diese Woche, aber ich gehe fest davon aus, dass dieses Jahr die 5-Punkte-Marke wieder übersprungen wird. Besser also als die mir mit etwas zu viel Leerlauf ausgestattete dritte Season. Natürlich hat die Show auch in der aktuellen Laufzeit ihre ruhigen Folgen im Portfolio, aber dank der im letzten Finale angestoßenen Entwicklung schwelt stets eine gewisse Spannung über dem alles andere als leichten Familienleben unserer Spione.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH ZWÖLF EPISODEN: 5,02 PUNKTE (gut)  

PREACHER (SEASON 1)

Von Seth Rogen mitproduzierte Umsetzung des Comics gleichen Namens. Ein von inneren Konflikten geplagter Prediger in einer Kleinstadt in Texas begibt sich auf die Reise, um Antworten von Gott zu erhalten.

Wie üblich kenne ich die Vorlage nicht, sodass ich mich nur auf meine Eindrücke aus dem knapp anderthalbstündigen Piloten beziehen kann. Meine Einschätzung: Tja. Kann richtig gut werden. Oder auch nicht. Ich bin da noch nicht richtg durchgestiegen, um ehrlich zu sein. Es gibt viele Charaktere an vielen Orten zu bestaunen und irgendwie haben sie jemanden vergessen, der den Zuschauer an die Hand nimmt und erklärt, wohin die Reise genau geht. Dominic Cooper als titelgebener Prediger versprüht schon mal rauen Charme plus optionaler Coolness, bei seinen Begleitern muss ich wirklich abwarten, ob sie eher Richtung lässig oder nervig driften. Wahrscheinlich setze ich mich hin und schaue mir vor der heute erschienen zweiten Episode den Einstieg nochmal an. Als erste Einschätzung schwanke ich derzeit zwischen 4,5 und 5,0 mit leichterer Tendenz zu „gut“. Aber wie schon geschrieben, ist durchaus alles noch drin, was mein Wertungsspektrum so hergibt.

ERSTEINSCHÄTZUNG: 4,5 – 5,0 PUNKTE (befriedigend – gut) 

HOUSE OF CARDS (SEASON 4)

Zu meiner Schande leider die Serie, bei der ich ständig und immer noch hinterherhänge. Dabei ist die Qualität dank der schauspielerischen Wucht von Spacey und Wright erneut hoch, bis zur von mir gesehenen fünften Episode sind mir auch keine nur befriedigenden oder gar bloß durchschnittlichen Folgen untergekommen. Was ja in Season 3 durchaus mal passierte. Ich belasse es für den Moment daher mal wieder bei einer kurzen Wasserstandsmeldung; soweit alles gut bei Underwood. Jetzt nicht in der Show selbst, aber von meiner Wertung her. Mehr, wenn ich durch bin. Wahrscheinlich erst nach der EM-Pause hier im Blog.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH FÜNF EPISODEN: 5,30 PUNKTE (gut) 

97 (Mai 2016)

31 Mai

Hastig in die Tastatur gehobelter Seriencheck, weil ich bis zur Fußball-Europameisterschaft die wichtigsten Shows abgedeckt haben möchte, Teil 1:

THE PATH (SEASON 1)

Eddie (Aaron Paul, „Breaking Bad“) und Sarah Lane (Michelle Monaghan, „True Detective“) leben in einer Sekte, pardon, einer Bewegung namens „The Meyerist Movement“, in der sich vieles um erklommene Leitern, Licht, Liebe, Gemeinschaft, eine geheimnisvolle Stätte in Peru und Weltuntergang dreht. Quasi eine fröhliche Mischung aus Hippie-Kommune, Scientology und R’hllor. Sarah hat bereits eine gehobene Stellung in der Gemeinschaft inne, Eddie kraxelt noch die Leiter der Erleuchtung hoch und kann so manchen leisen Zweifel nicht beiseite legen. Was dem aktuellen Chefideologen Cal (Hugh Dancy, „Hannibal“) so gar nicht gefallen mag…

Schön, wieder Aaron Paul und Hugh Dancy in tragenden Rollen zu sehen. „The Path“ lockt ähnlich wie „The Leftovers“ damit, den Zuschauer in eine fremde Welt zu werfen und die kleinen Besonderheiten und Seltsamkeiten nach und nach zu enthüllen. Das gelingt der Show in den ersten Episoden auch richtig gut, denn spätestens in den letzten Sekunden gibt es immer etwas Dramatisches zu bestaunen. Was sodann wiederum in der allgemeinen Erkenntnis mündet: Hier ist gewaltig was faul im Staate Eden. Ich bin die insgesamt 10 Episoden noch nicht durch, mit Folge vier allerdings gingen für mich ein wenig die Highlights aus und als Zuschauer bleiben dann zunächst mal nur das eindrückliche Schauspiel von Mr. Dancy und der Blick in den Alltag der Bewegung. Ich hoffe, dass hier noch ein dicker Knaller gezündet wird. Aktuell gebe ich nach sechs Folgen auf meiner Leiter der glückseligmachenden TV-Serien 4,83 von 6 möglichen Sprossen, die Tendenz geht hoffentlich aufwärts, sonst geht vorzeitig das Licht aus.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH 6 EPISODEN: 4,83 PUNKTE (befriedigend)

CROWDED (SEASON 1)

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Mike und Martina Moore freuen sich auf trautes und entspanntes Zusammensein, weil sie die beiden erwachsenen Töchter Shea und Stella aus dem Haus geschafft haben. Doch das Glück währt nicht lange, denn schwupps, sind die beiden Damen draußen in der weiten Welt gescheitert und überfüllen das kuschelige Heim erneut.

Ist mittlerweile nach einer durchgelaufenen Staffel abgesetzt worden, weshalb ich mich kurz fassen kann: Hat mir als traditionelle Familiencomedy durchaus Spaß gemacht und lag sogar über dem Schnitt diverser Shows, die ich im Laufe dieser Saison ein wenig mitgeschleppt habe. Vor allem Patrick Warburton als Daddy mit seiner Mischung aus Gegrummele und Verzweiflung wusste mir durchgehend zu gefallen. Auch der unverwüstliche Stacy Keach als der harte Schale, weicher Kern-Opa der alten Schule brachte der Show einige sehr unterhaltsame Momente ein. Konstant zwischen 5,0 und 4,5 liegend, einmal sogar eine 5,5 einheimsend, hat man gegen Ende allerdings zwei wirklich schwache Geschichten in die Wertung eingeführt, was dem Abschlusswert nicht gerade förderlich war. Mr. Warburton, kommen Sie bald wieder, kann ich da nur sagen.

GESAMTWERTUNG: 4,63 PUNKTE (befriedigend) 

GOTHAM (SEASON 2)

Aaargh, über Gotham habe ich mich dann doch wieder aufregen müssen! Ich hatte es ja schon zuletzt angedeutet: Die Show kann richtig tolle Folgen produzieren, nur um kurz darauf sich ein stinkendes faules Ei ins Nest zu legen. Weil den Drehbuchautoren halt plötzlich Ernsthaftigkeit und Logik schnurz sind und sie Zufälle zum An-den-Kopf-klatschen einbringen, gerne gepaart mit trashigem Humor, Effekten und Ideen. Ja, die Batman-Vorlage ist halt ein Comic, ein bisserl Pulp und Trash kann man auch reinbringen, aber es stört mich einfach, weil man damit die prima gelungenen Episoden entwertet. Entweder konstant auf der inkohärenten, aber spaßigen Linie fahren oder durchgehend das Niveau hochhalten und mit vielleicht ein paar Humoreinsprengseln garnieren.

Die zweite Staffel fand ich in weiten Teilen viel besser als ihre Vorgängerin, ich erwähne da gerne nochmal die Truppe um Theo Galavan inklusive dem Joker. Das Finale allerdings wurde meiner Meinung nach mit Karacho in den Boden gerammt. Nicht nur, dass man die für mich nervigste Figur wiederbeleben muss (und dann nicht direkt zur allgemeinen Erleichterung die nächste Folge sterben lässt), die große Frage nach den Mördern von Bruce Waynes Eltern wird einfach eine Stufe höher geschoben und der Ausblick auf die dritte Season versaut.  Mein erster Gedanke nach Ende der Folge und bei Erscheinen des Gotham-Schriftzugs war folgender: „Ich weiß nicht, ob ich mir das noch weiter ansehen soll“. Reife Leistung, meine Damen und Herren! Wertungsmäßig schneidet „Gotham“ diesmal wegen diverser groben Schnitzer exakt gleich ab, die Hochrundung lasse ich diesmal aber stecken. Irgendwie passt es allerdings schon zu dieser Serie voller Höhen und Tiefen, dass sie sich zum Schluss nach unten katapultiert.

GESAMTWERTUNG: 4,95 PUNKTE (befriedigend)

THE ODD COUPLE (SEASON 2)

Felix Unger und Oscar Madison anno 2015 sind wieder da. Und wer erwartet hat, dass sich im Vergleich zur ersten Staffel etwas tun würde, dem kann ich jetzt schon die Hoffnung daran mit dem Putztuch von der Platte feudeln. Alle meine Kritikpunkte sind weiterhin vorhanden: altbackene Comedy, biedere Geschichten, Matthew Perry stinkt gewaltig ab im Vergleich zu Thomas Lennon, ans Original kommt nichts ran. Ich habe nur deshalb 9 der insgesamt 13 Folgen gesehen, weil a) mein Bruder sie unbedingt sehen wollte und b) NBC das Ganze als Doppelfolgen rausgeschossen hat. Weshalb eine dritte Season schon bestellt ist, mag sich mir nicht erschließen. Vielleicht gucken die Amis es ähnlich wie mein Bruder mit einer „War-doch-gar-nicht-sooo-schlecht“-Attitüde weg.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH 9 EPISODEN: 4,07 PUNKTE (durchschnittlich -)
Sichtung abgesetzt

GRANDFATHERED (SEASON 1)

Das habe ich tapfer bis zum Schluss durchgehalten und bin nicht belohnt worden. Die Show lebte meiner Meinung nach von Opa Jimmy John Stamos und der goldigen Enkeltochter Edie, der Rest war okay (Paget Brewster) bis unnötig (Josh Peck) bzw. nervig (Christina Milian). Bei einer Autorensitzung muss dann jemand auf die glorreiche Idee gekommen sein, diesen Fokus zugunsten der Nebendarsteller zu verschieben. Keine gute Idee. Gar keine gute Idee. Vor allem die letzten Episoden waren ein einziger Krampf, das Finale konnte ich nur mit Mühe durchhalten. Angesichts dessen zu Recht nicht vom Sender verlängert worden.

GESAMTWERTUNG: 4,23 PUNKTE (durchschnittlich)

THE SIMPSONS (SEASON 27)

Alle Jahre wieder als Service die guten Episoden der mittlerweilen 27. Staffel:

S27E05 Treehouse Of Horror XXVI – 5,5 Punkte (sehr gut)

Das war’s. Kein Witz. Der Rest schwankt zwischen maximal „nett“ bis hinunter zu „würde ich nicht nochmal sehen wollen“. Gute Folgen, mit 5,0 Punkten bewertet? Fehlanzeige. Ein Trauerspiel. Bitte in den Kommentaren keine Frage, weshalb ich das weiterhin gucke.

GESAMTWERTUNG: 4,07 PUNKTE (durchschnittlich -)

THE LAST MAN ON EARTH (SEASON 2)

thelastmanonearths2

Ich habe ja schon ausgeführt, dass sich die Show und vor allem Hauptdarsteller Will Forte von der sympathischen Loser-Story hin ins nervig-pubertär-Humorige gekehrt haben. Man könnte auch sagen: Sorry, das ist mir einfach zu blöd geworden. Witzigerweise habe ich bei den Serienjunkies das komplette Gegenteil gelesen und war aufs Baffste erstaunt. Die Show, bei der dreißig Jahre in einem Glas konservierte Fürze freigelassen werden, hat sich also vom Humor her positiv entwickelt? Da ziehe ich mich aber ganz flott auf meine „Ich bleibe bei meiner Darstellung“-Insel zurück und schmolle kurz mal störrisch vor mich hin.

Summa summarum: Nach einem richtig guten Einstieg (daher die noch relativ hohe Gesamtwertung) ging es ab Folge 8 immer mehr den Bach runter, vor allem Phil hätte ich zwischendurch gerne mal eine gewatscht, so sehr ging mir der Charakter auf die Nerven. Weshalb ich dennoch bis zum Schluss durchgehalten und nicht konsequent auf den Absetz-Knopf gedrückt habe? January Jones. Hach.

GESAMTWERTUNG: 4,60 PUNKTE (befriedigend)   

FRESH OFF THE BOAT (SEASON 2)

Kurzfassung:

Show befriedigend bis gut, wenn Constance Wu einen ihrer großen Auftritte als mürrische Mutter Jessica hat.

Show durchschnittlich, wenn nicht.

Show insgesamt zu oft durchschnittlich.

GESAMTWERTUNG: 4,33 PUNKTE (durchschnittlich)

THE MIDDLE (SEASON 7)

Ich hänge halt irgendwie an den Hecks. Obwohl es dieses Jahr nicht einmal mehr für eine „Gut“-Wertung gelangt hat. Macht am Ende ein nur minimal bessere Wertung als „The Simpsons“, wobei die Zahl der unterdurchschnittlichen Episoden bei „The Middle“ deutlich geringer ist. Klarer Fall von „Man bräuchte nicht, aber man guckt’s halt weg“. Wohl auch nächstes Jahr, denn Staffel 8 ist gesichert.

GESAMTWERTUNG: 4,10 PUNKTE (durchschnittlich)

MODERN FAMILY (SEASON 7)

Nenne ich mittlerweile liebevoll „Die Bröckel-Comedy“, denn zum Abschluss jeder Staffel fällt meine Gesamtwertung ein bisschen schlechter aus. Aktueller Stand: ziemlich in der Mitte zwischen „gut“ und „befriedigend“. Die Glanzzeiten sind vorbei, vor allem fast jede Szene mit den aus dem Teenageralter entwachsenen Kindern Haley, Luke und Alex gibt es mir nicht mehr, Ed O’Neill, Ty Burrell und Eric Stonestreet hingegen reißen es ab und an noch raus.

GESAMTWERTUNG: 4,73 PUNKTE (befriedigend)

THE GOLDBERGS (SEASON 3)

Bei den Goldbergs hingegen heißt es stabil, verlässlich, witzig. Auch in der dritten Season sehe ich keine Verschleißerscheinungen, auch wenn Hauptdarsteller Sean Giambrone während der Sommerpause durch den Stimmbruch musste – worüber prompt in der Show gewitzelt wurde. Für 80er-Jahre-Fans weiterhin ein Quell der Freude und sollten irgendwann mal die Themen des Jahrzehnts ausgehen, kann man sich von mir gerne der 90er bedienen. Der Cast wird mit Sicherheit auch dann funktionieren und prima Unterhaltung abliefern.

GESAMTWERTUNG: 5,29 PUNKTE (gut) 

BLACK-ISH (SEASON 2) 



Sie haben sich in mein Herz gespielt, die Mitglieder der Familie Johnson. Der herzige Ausruf „Black Jesus!“ der schwergläubigen Großmama Ruby ist in meinen Sprachschatz übergegangen, Dre und Rainbow sind ein herrliches Ehepaar, die Kinder (vor allem Marsai Martin) überraschen mit manchem Gag, Opa Laurence „Pops“ Fishburne ist eh eine Klasse für sich. Manches Mal verhebt man sich jedoch an schweren Themen, die die black community umtreibt, aber als Aufarbeitung in einer Comedy meiner Meinung nicht taugen, wie etwa in der Folge um Polizeigewalt gegen Schwarze. „Black-ish“ kann insgesamt im Vergleich zur ersten Staffel nochmals zulegen und punktgenau bei 5 Punkten landen. Weiter so.

GESAMTWERTUNG: 5,00 PUNKTE (gut)

Demnächst:

Preacher

Veep

Silicon Valley

Game Of Thrones

House Of Cards

96 (Mai 2016)

11 Mai

Ja, ich habe den Seriencheck schleifen lassen, letzten Monat gab es überhaupt keinen.
Beschwerden dahingehend bitte in mehrfacher Abschrift an YouWillDie@DarkSouls3 und demnächst LooksAwesomeMustBuyItNow@Uncharted4. Nun aber zu den frisch abgeschlossenen TV-Serien.

11.22.63 

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Hat mich schon bei meinen ersten niedergeschriebenen Eindrücken überzeugen können und vermochte dieses Niveau bis zum Schluss der insgesamt 8 Episoden zu halten. Ich bin zugegeben mit der Buchvorlage nicht vertraut, aus eben dieser Ecke habe ich ein paar kritischere Stimmen zur Serie gelesen. Für mich war das ein rundes Finale, spannende Momente, stimmige Eindrücke aus der Zeitperiode um die Ermordung Kennedys, ein gut aufgelegter James Franco, eine mich nicht im geringsten störende Liebesgeschichte und als letzter Pluspunkt: Meine nicht zu verleugnende Verschossenheit in Sarah Gadon. Wie bereits erwähnt, ist die Show mehr locker aufbereitete Zeitgeschichte denn Zeitreise, da sollte man schon mit den richtigen Vorstellungen herangehen. Wegen des gelungenen Abschlusses hieve ich das Ganze knapp auf die Wertung „sehr gut“

GESAMTWERTUNG: 5,45 Punkte (sehr gut)

BETTER CALL SAUL (SEASON 2)

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Das ist schon ein mit Wertungswerkzeugen härter zu bearbeitender Brocken. Ich liebe Breaking Bad, ich liebe die Figuren Jimmy McGill (Bob Odenkirk) und vor allem Mike Ehrmantraut (Jonathan Banks), ich liebe die Inszenierung, die kleinen Feinheiten in der Bildkomposition, die Kameraführung mit ihren Spielereien, die Anbindungen und Anspielungen an die Hauptserie. Bevor ich nun vor Freude und Liebe kollabiere, muss ich das große Aber einfügen:

Aber die Geschichte hat mich nicht gepackt. Vor allem jene des titelgebenden Helden. Jonathan Banks arbeitet weiter an der Legende der obercoolsten Sau im US-Fernsehen, die sich um ihn drehenden Handlungsstränge habe ich samt und sonders mit zwei erhobenen Daumen verfolgt. Die Anwaltserlebnisse von Jimmy hingegen fand ich ziemlich unspektakulär an mir vorbeiwehend. Ab und an ein kleiner Moment des Lächelns und Nickens, allerdings hatte ich mir doch etwas mehr erwartet. Es ist nun mal noch nicht der Saul Goodman, den man kennen und lieben gelernt hat. Schließlich konnte ich der Figur der Kim Wexler leider immer noch nicht allzu viel abgewinnen angesichts der Tatsache, dass sie durchaus beträchtliche Screentime in Anspruch nimmt. Sehr spät fährt die Show das große emotionale Geschütz auf, schafft allerdings im Finale keinen großen Spannungsmoment mehr.

Wertungsmäßig hielt sich „Better Call Saul“ wegen der oben angepriesenen Vorzüge durchgehend bei 5 Punkten, ging aber auch nie darüber hinaus. Letzten Endes landet Vince Gilligans Werk in der zweiten Saison knapp in diesem Bereich. Wer von der ruhigen Machart begeistert ist, darf die Show gerne als von mir unterbewertet ansehen; ich für meinen Teil hätte mir ein bisschen mehr Wumms anstelle gemächlich vor sich hin zündelnder Lunte erhofft.


GESAMTWERTUNG: 4,95 Punkte (gut)

VINYL (SEASON 1)

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Das, was ich oben drüber geschrieben habe. Ersetze Jimmy McGill durch Richie Finestra (Bobby Cannavale), Mike Ehrmantraut durch Zak Yankovich (Ray Romano). Ganz ehrlich, Ray Romano fand ich super in der Serie. Als Anpreisungsobjekt werfe ich noch den richtig geilen ’70er Jahre-Soundtrack und den Blick hinter die Kulissen einer Plattenfirma zur Hochzeit der Musikproduktion rein. Von der Story allerdings habe ich, mitvernebelt von den Koks-Exzessen des Protagonisten, eher wenig in Erinnerung. Bei mir wurden durchaus Assoziationen zu „Boardwalk Empire“ wach, das auch gerne mal Geschichten in den Mittelpunkt stellte, für die ich mir einen kleinen, exklusiven Szenen-Vorspulknopf gewünscht hätte. Und wenn ich schon Vergleiche zu „Better Call Saul“ anstelle: Die „Nasty Bits“ sind die musikalischen Kim Wexler der Show. Sorry. Dafür spielt ihr Manager einen richtig geilen Blues.

Fazit: Gute Show, mehr noch nicht. Ich freue mich aber auf die weiteren Abenteuer von Richie & Co und bin guter Dinge, dass in der nächsten Staffel storymäßig ein paar Schippen draufgelegt werden.

GESAMTWERTUNG: 5,00 Punkte (gut) 

BROOKLYN NINE-NINE (SEASON 3)

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Ganz klarer Anwärter auf die beste Comedyserie dieser Saison. Erstklassige Show, toller Cast, von der jeder einzelne Charakter klasse Gags raushauen kann, keine Ausfälle. Mein Bruder wurde zwar mit dem spät in der Show auftauchenden Ermittler Pimento nicht so recht warm, aber meiner Meinung nach steckt in dieser Polizei-Comedy dermaßen viel Qualität und Potenzial, dass da so schnell nichts die gute Stimmung beim Sehen trüben kann. Ach ja, die Halloween-Episode erhielt die selten gezogene Höchstwertung von 6,0 Punkten.

Genug der Lobhudelei. Wegtreten. Captain Holt out.

GESAMTWERTUNG: 5,53 Punkte (sehr gut)

DR. KEN (SEASON 1)

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Dr. Ken ist ein Beispiel für eine Serie, die ich bis zum Ende der Staffel verfolgt habe, obwohl sie wertungsmäßig immer nur 4,0 oder 4,5 Punkten ablieferte. Von daher eigentlich kein Kandidat für diese Art von Treue, aber ich sehe nun mal ganz gerne Ken Jeong und Dave Foley bei ihrer gegenseitigen Fopperei während der Arbeit zu. Wegen dieser beiden Figuren bleibe ich auch dran, der Rest der Crew hinkt leider mit weitem Abstand hinterher. Was auch der Grund ist, weshalb es schlicht für höhere Wertungsweihen nicht reicht. Meistens ordentlich, aber desöfteren eben nur durchschnittlich, die zwanzig Minuten sind halt auch schnell mal weggeguckt. Eine Fortsetzung ist aktuell noch in der Schwebe, für mich müsste man bei den Nebencharakteren zulegen.

GESAMTWERTUNG: 4,34 Punkte (durchschnittlich)

BASKETS (SEASON 1)

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Hat sein Potenzial leider nicht so ganz ausschöpfen können. Zach Galifianakis in einer Doppelrolle liest sich schon mal gut, das Ganze hat auch durchaus seine Momente, zudem kann ich mich weiterhin an jeder Szene mit Louie Anderson in seiner Rolle als resolute Mama Baskets erfreuen. Dennoch überlagert mir viel zu oft Leerlauf die Show, gute Episoden werden von leidlich durchschnittlichen egalisiert, Absurdität wechselt sich mit Stillstand ab. Vor allem die letzten Episoden der Staffel haben mich eher enttäuscht zurückgelassen. Eine zweite Season ist bereits abgesegnet und ich werde wegen der guten Ansätze zu Beginn wohl wieder reinschauen. Insgesamt eher etwas für Fans von Comedy im Stile von „Louie“, ohne das „Baskets“ an dessen Glanzmomente herankommen kann.

GESAMTWERTUNG: 4,60 Punkte (befriedigend)

DICE (SEASON 1)

dice

Andrew Dice Clay hat seine besten Zeiten hinter sich. Damals, Ende der 80er/Beginn der 90er, war er die lässige Bühnensau, ein vor ausverkauftem Haus auftretender Comedyprovokateur-Proll mit hochversauter Klappe und einer Kippe an den Lippen, die er sich gerne mit um dem Kopf geschlungenem Arm in den Mundwinkel fluppte. Selbstverständlich hält diese Nummer nicht ewig, genausowenig wie bei uns ein Ingo Appelt auf Dauer damit durchkam, auf der Bühne das Wörtchen „ficken“ auszusprechen. Heute ist Dice eher stämmig, lebt in Las Vegas mit seiner Freundin Carmen (Natasha Leggero) plus Dauerkumpel Milkshake (Kevin Corrigan) und versucht, über die Runden zu kommen.

Eine Mischung aus „Californication“, „Curb Your Enthusiasm“ und „Episodes“. In Vergessenheit geratener, alter starrsinniger Mann gibt nicht auf, cool zu bleiben. Läuft gerade mal sechs Episoden lang und ist durchaus unterhaltsam. Sofern man mit deftigen Fluchereien und dem anrüchigen Kram rundum Las Vegas etwas anfangen kann. Für die Vorbilder reicht es allerdings insgesamt nicht.

GESAMTWERTUNG: 4,58 Punkte (befriedigend)

LIFE IN PIECES (SEASON 1)

Life-in-Pieces

Ich weiß gar nicht, wie die Show in der Gunst des amerikanischen Fernsehpublikums steht. Ist sie beliebt oder guckten sie die Amis direkt nach dem weiterhin sklavisch verfolgten „The Big Bang Theory“ einfach weg? Wie auch immer, für mich ist „Life In Pieces“ der beste Comedy-Newcomer dieser Saison. Sympathischer Cast, herausragende humorige Einzelkämpfer des Familien-Alltags wie Colin Hanks („Fargo“) und Dan Bakkedahl („Legit“), auf den Punkt gebrachte Mini-Storys. Vergleiche mit der überragenden ersten Staffel von „Modern Family“ sind freilich noch zu weit hergeholt, die spielte damals in ihrer eigenen Klasse. Allerdings lässt „Life In Pieces“ deren aktuelle siebte Ausgabe locker hinter sich. Wer reinschauen will, bleibe mindestens bis zur dritten Folge „Sleepy/Email/Brunch/Tree“ dran, die bei mir den 6er einheimsen konnte. Den Piloten hatte noch mit 4,5 Punkten verbeschieden, aber mit dem Baumdrama hatte die Großfamilie Short mich endgültig für sich gewonnen.

GESAMTWERTUNG: 5,30 Punkte (gut)

THE WALKING DEAD (SEASON 6)

the+Walking+Dead+Season+6+comic+con+poster

Rick Grimes und seine Truppe konnten tatsächlich in der Rückrunde der 6. Staffel dicke zulegen. Ich meckere ja desöfteren an der Show herum, dass sie gerne mal ihre unbestrittenen Qualitätsmomente präsentiert, um kurz danach durch ein paar Langweilerfolgen die aufgebaute Mauer aus Hoffnung mit dem Hintern voraus wieder einzureißen. Die Folgen 6×09-6×16 sind allerdings richtig, richtig gut geworden. Die Auseinandersetzung mit anderen Gruppierungen bringt einen Grad an Spannung, Drama und Mitfiebern, der beim schnöden Zombiedahinmetzeln auf Dauer einfach nicht erreicht werden kann. Über das Finale mit Cliffhanger kann man ein wenig streiten, von meiner Warte aus bleibt eine der besten Halbserien in der Geschichte der wandelden Toten. Hätten die ersten 8 Episoden nach gutem Start nicht ein paar Aussetzer gehabt, wäre diesmal das „sehr gut“ drin gewesen.

GESAMTWERTUNG: 5,30 Punkte (gut)

Demnächst die Neustarts featuring:

Game Of Thrones, The Americans, House Of Card, Crowded, Silicon Valley, Veep, The Odd Couple, The Path

95 (März 2016)

17 Mrz

Jetzt endlich wie angekündigt der kurze Blick auf die Shows, über die in den letzten Monaten hier drinnen nicht groß berichtet worden ist. Was hält sich? Was läuft richtig gut? Was fällt langsam? Was ist gar schon gestrichen? Wertungen lasse ich außen vor, da bei den meisten Serien eh bald die Abschlussnote ansteht. Zum Beginn allerdings noch ein durchweg empfehlenswerter Neustart (eigentlich wollte ich auch noch House of Cards Season 4 unterbringen, aber da bin nicht weiter als die erste Folge gekommen):

11.22.63 (SEASON 1)

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Der Englisch-Lehrer Jake Epping (James Franco) entdeckt nach einem kumpelhaften Hinweis von seinem örtlichen Speiselokalbetreiber ein Zeitportal, welches direkt in das Jahr 1960 führt. Dieser hatte bereits mehrfach versucht, von dort aus die Ermordung von John F. Kennedy zu verhindern. Eine Aufgabe, die er nun an Epping weitergibt. Achtteilige Mini-Serie nach einem Buch von Stephen King, produziert von J.J. Abrams.

Nun bin ich ja nicht der ganz große JFK-Verschwörungsaufdeckungsonkel, aber mit Zeitreisen kriegt man mich fast immer. Wobei „11.22.63“ mehr geschichtliches Drama mit Hintergrundrecherche zum Attentat ist, denn den berüchtigten Schmetterlingseffekt hat man durch einen erzählerischen Kniff mehr oder minder aus der Serie herausgehalten. Daran mag sich manch einer stören, mir persönlich haben die ersten fünf Episoden allerdings so gut gefallen, dass ich mich an diesem Umstand nicht groß aufhänge. Zum einen freut es mich, Franco mal wieder in einer ernsteren Rolle zu sehen als in seinen letzten Kifferkomödien im Dunstkreis von Seth Rogen. Darüber hinaus erzählt „11.22.63“ auf spannende Art und Weise die geschichtlichen Ereignisse um den Todesschützen Lee Harvey Oswald, die 60er-Jahre werden hochwertig und akkurat präsentiert, ein paar witzige Anspielungen eingebaut und unser Held in eine zu Herzen gehende Romanze mit der Bibliothekarin Sadie (Sarah Gadon) geschickt. Insgesamt eine empfehlenswerte Show, durch deren bisherige Folgen ich mich schneller durchgesehen hatte als jene von „Vinyl“ oder „Better Call Saul“.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH FÜNF EPISODEN: 5,30 PUNKTE (gut)

Black-ish (Season 2)

Immer wieder für tolle Episoden gut, vor allem dank den Ehe-Kabbeleien zwischen Dre und Rainbow, der zynischen Ader der kleinen Diane, dem grummeligen Opa und der Black-Jesus-anrufenden Oma. Läuft stabil Richtung „gut“, allerdings hat man sich bei der Folge „Hope“, bei der man Polizeibrutalität gegenüber Schwarzen in einem Comedyrahmen thematisieren wollte, meiner Meinung nach schwer übernommen.

Brooklyn Nine-Nine (Season 3)

Liegt ganz klar auf Kurs im Rennen um die Krone zur besten Comedy des Jahres. Diesmal ohne Ausfälle (letztes Jahr fand ich ja die Episoden mit Eva Longoria ein bisserl spaßlos), mit dem wohl besten Ensemble, in dem wirklich alle Figuren eine Folge tragen können und mit der Auszeichnung einer 6,0-Episode. Was für eine Comedy bei mir schwer zu erreichen ist.

Dr. Ken (Season 1)

Kommt über den Mitläuferstatus leider nicht hinaus. Die Gründe, weshalb ich es dennoch weitergucke? Ich mag Ken Jeong, Dave Foley als schmieriger Krankenhaus-Chef ist ebenfalls gerne für die ein oder andere Peinlichkeit gut, es ist die einzige Serie, die am Wochenende auf meinem Guckplan läuft und sie enttäuscht eigentlich nie, erreicht allerdings auch keine 5er-Bewertungen.

Fresh Off The Boat (Season 2)

Die Show mit dem unstrittig grässlichsten Theme-Song, immerhin ist er wenigstens kurz. Ansonsten kann ich fast auf die Ausführungen obendrüber bei Dr. Ken verweisen. Lieblingsfigur bei weitem: Die resolute Ehegattin Jessica (Constance Wu), deren Disziplin und Mürrischkeit so manche Episode veredelt hat.


Gotham (Season 2)

Da hatte ich ja schon zur ersten Staffelhälfte was geschrieben, weshalb ich mich jetzt auf die ersten beiden Episoden nach der Winterpause beschränken kann. Die Tendenz geht weiter Richtung „gut“, auch wenn es immer wieder Kleinigkeiten wie mäßig spektakuläre Spezialeffekte oder Logikfehler gibt, die es eben doch verhindern, dass „Gotham“ zu den ganz großen Shows aufschließen kann. Mit der Verbrechertruppe um Theo Galavan hat man einen ziemlich hohen Qualitätsmaßstab angelegt, an den es nun heranzukommen gilt. Weiterhin sehr bemerkenswert und für mich einer der Gründe fürs Weitergucken: Robin Lord Taylor in seiner Rolle als „Penguin“.

Grandfathered (Season 1)

Hat es anders als „The Grinder“ geschafft, weiter in meinem persönlichen Programm zu laufen. Vanessa, die Mutter der kleinen goldigen Edie finde ich immer noch komplett unsympathisch, Sohn Gerald ist ebenfalls komödiantisch höchst vernachlässigbar, aber die alte Riege um John Stamos und Paget Brewster reißt es halt immer wieder ins „Okay“.


Lego Star Wars: The Resistance Rises (Season 1)

„Star Wars: Droid Tales“ hat mir schon richtig viel augenzwinkernden Spaß bereitet, nun steht mit „The Resistance“ die VerLEGOisierung des neuesten Sternenkrieg-Filmes an. Bisher lief nur eine Folge und die war in Ordnung, hat also noch Luft nach oben.

Life In Pieces (Season 1)

Dürfte diese Saison den Titel „Beste neue Comedy“ für sich entscheiden, wenn ich jetzt nicht etwas Entscheidendes übersehen habe. Die Wertungskurve verläuft stabil im 5-Punkte-Bereich, die Charaktere sind allesamt sympathisch, die Geschichten konzeptbedingt kurz und knackig. Colin Hanks und Dan Bakkedahl treten meiner Meinung nach in die Fußstapfen von Ty Burrell in seiner Paraderolle als Phil Dunphy.

Modern Family (Season 7)

Wie auch schon die letzten Staffeln mit einigen Durchhängern, aber eben auch besser gelungenen Folgen. Was fehlt, sind die qualitätiven Höhenflüge, zu der die Show in den ersten Seasons in beeindruckender Manier durchgehend ansetzen konnte. Aus meiner Sicht sind gerade die Geschichten, in denen es um die Liebesbeziehung der Dunphy-Töchter geht, am schwächsten. In dem Zusammenhang kann ich mich an keine Episode erinnern, in der Andy mitspielte und die ich richtig gut fand.

The Big Bang Theory (Season 9)

Es ist vorbei. Ich bin befreit. Ich weiß, dass ich nichts mehr verpassen werde.

Bis zur Star Wars 7-Folge blieb ich dran und selbst die konnte nicht meine Gunst finden. Punktemäßig krebste die Staffel erneut unterhalb der 4,0-Marke herum, Gaststars brachten kaum einen Humorschub, der Nerdfaktor ist schon lange untergegangen bzw. wird künstlich aufrechterhalten. Insgesamt keine Verbesserung zur eh schon bräsigen 8. Season und insofern eine schlicht durchschnittliche Couple-Comedy, deren anhaltender Erfolg mir immer rätselhafter erscheint. Sheldon ist noch der einzige Grund, weshalb man reinschauen sollte, aber so gut wie früher wird der auch nicht mehr angesichts der Autoren, die wohl genau wissen, dass sich die Fans mit immer weniger genauso zufrieden geben.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH ELF EPISODEN: 3,86 Punkte (unterdurchschnittlich)

The Goldbergs (Season 3)

Härtester Konkurrent für „Brooklyn Nine-Nine“, was den ersten Platz im Bereich Comedy angeht. Auch in der dritten Staffel funktioniert die Mischung aus 80er-Nostalgie und gut aufgelegtem Cast ohne Ausrutscher. Eigentlich müssten die großen Themen des Jahrzehnts bald alle durch sein, aber die Goldbergs finden halt immer wieder etwas, das sie liebevoll und mit Witz behandeln können. Wenn dann eine Folge wie „Wingmom“ herauskommt, in der Mutter Goldberg ihren von Top Gun inspirierten ältesten Sohn zur Militärübung begleitet, kann ich nur auf viele weitere Ausgaben hoffen.

The Grinder (Season 1)

Die 4,5 ist eine wichtige Zahl in meinen kleinen Wertungsuniversum. Fällt eine Show im Schnit unter diese Marke und hat zudem keine Tradition, aus der man heraus sie weiterhin schaut, wird es eng. So hat es „The Grinder“ erwischt, der in den letzten Wochen eigentlich nur noch glatte Durchschnittsware anbieten konnte. Letztlich war es eben doch nur Rob Lowe, der die Serie zu tragen imstande war. Dessen Figur entpuppte sich im Verlauf jedoch als viel zu eindimensional: Ja, er kann sich von seiner TV-Persönlichkeit nicht trennen, wir haben es verstanden. Jenseits dessen bot die Show schlicht zu wenig und mein Interesse an weiteren „Er ist der Grinder *dramatische Musik*“-Ausführungen fiel gegen Null.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH FÜNFZEHN EPISODEN: 4,41 Punkte (durchschnittlich)


The Last Man On Earth (Season 2)

Überraschung! Die zweite Staffel von „The Last Man On Earth“ ist noch gar nicht zu Ende. Nach knapp dreimonatiger Pause schiebt FOX zwei weitere Folgen nach, im April geht es dann weiter bis tief in den Mai hinein. An meinen Kritikpunkten ändert das freilich wenig, Phil Tandy Miller ging mir in letzter Zeit so schwer auf den Geist, dass ich den Wiederauftakt, der sich nur um Millers Bruder und dessen Bekanntschaft drehte, richtiggehend erfrischend fand. Die aktuell letzte Folge war okay, aber die Show muss wirklich an sich arbeiten, wenn sie wieder den Spaßlevel erreichen will, den sie in der ersten Staffel anbieten konnte.

The Middle (Season 7)

Da gestehe ich, dass ich die Show eher aus Gewohnheit denn aus Begeisterung weiterverfolge. Die Hecks gehören halt mittlerweile zum Serieninventar, die Glanzzeiten liegen schon gute drei bis vier Staffeln zurück, es guckt sich halt fast von selbst weg. Die guten Storys sind eben auserzählt und aufregend Neues fällt den Autoren nicht mehr ein. Trotzdem gibt es immer wieder die Verlängerung. Senderchefs sind wohl auch Gewohnheitstiere.

The Muppets (Season 1)

Ich hatte mir nach der Pause einen frischfrechen Neustart erhofft, schließlich hatte man doch einen neuen Showrunner verpflichtet. Weg mit Bob Kushell („Anger Management“, „3rd Rock from the Sun“), her mit Kristin Newman („Galavant“, „Chuck“, „That 70’s Show“). Wird jetzt mehr gesungen? Wird was aus den Gaststarauftritten gemacht? Sind die unlustigen Viecher wie de Ratten Yolanda und Rizzo oder die Riesengarnele Pepe weg? Nein. Leider ist gar nix besser geworden. Alles weiterhin die dünne Gagsuppe. Sehr sehr schade, aber die Muppets sind in dieser Form für mich absolut belanglos geworden. Die Folge: von mir frühzeitig abgesetzt.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH VIERZEHN EPISODEN: 4,14 Punkte (durchschnittlich)

The Simpsons (Season 27)

Könnte ich mir auch von Jahr zu Jahr mehr sparen. Aber ich hoffe auf die kleinen Überraschungen, wenn die Simpsons sich nochmal am eigenen Schopf aus dem Sumpf des erzählerischen Trotts ziehen. Nochmal richtig frech werden, aktuelle Ereignisse durch den Kakao ziehen, der Gesellschaft den Spiegel vorhalten. Meinem Gefühl nach werden es immer weniger Folgen, die diesem Anspruch auch nur ansatzweise gerecht werden. Stattdessen produziert man eben doch nur die x-te „Lisa will was werden“, „Bart ist verliebt“ und „Homer und Marge haben Ehekrach“-Episode.

The Walking Dead (Season 6)

Wer bis jetzt drangeblieben ist, den erwartet eine positive Überraschung. Denn „The Walking Dead“ ist seit der Rückrunde der sechsten Staffel in beachtenswerter Form. Der Höchstwertung direkt zu Beginn folgten spannende, intensive Episoden, in der nicht so sehr das Zombie-Szenario (aus dem man in 6x01ff. nochmal das Beste herausgeholt hat) im Vordergrund stehen, sondern der Konflikt mit anderen Überlebenden, der existenzielle Fragen aufwirft wie jene, was die Apokalypse aus Rick und seiner Gruppe gemacht hat. Eine mehr als angenehme Überraschung und eine Richtung, die meiner Meinung die Stärken der Serie am besten hervorbringt. Gerne weiter so.


94 (März 2016)

9 Mrz

Diesmal mit ein paar Neustarts und dem tiefsten Wertungsknick in der Geschichte dieser Kolumne. Den angekündigten Mid-Season-Seriencheck werde ich in ein paar Tagen nachreichen, der ist auch mittlerweile zeitablaufstechnisch eher zum Telegramm geworden.

Hier noch die Liste der prominenten, von mir abgesetzten Shows: „The Big Bang Theory“, „The Muppets“ und „The Grinder“. Keine gute Zeit für Shows, die mit „The“ beginnen.

THE X-FILES (SEASON 10)

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Fängt der schon wieder mit Akte X an? Das hatten wir doch bereits letzten Monat!
Korrekt. Aber erstens steht hier nun die Abschlussnote für die komplette Staffel an (die eben nur sechs Episoden enthielt) und zweitens muss ich an vorderster Stelle all denen, die nach meinen Eindrücken im letzten Seriencheck schon vor Euphorie ins nachgebaute UFO steigen wollen, leider die Einstiegsleiter umtreten. Denn die abschließenden beiden Folgen sind richtig übel in die Hose gegangen. War S10E04 „Home Again“ noch eine solide „Monster of the Week“-Ausgabe mit ein wenig Trauer-Drama, rissen „Babylon“ und „My Struggle II“ die Wertungskurve derb nach unten.

„Babylon“ legt eine vor Klischees strotzende Terroristen-Story vor und mischt sie mit einem in diesem Zusammenhang vollkommen unpassendem, surrrealem Drogentrip. Ich wäre milder gestimmt gewesen, hätte man den lustig gemeinten Part in einer eigenen Episode verwurstet (wobei man ja mit „Mulder & Scully meet the Were-Monster“ bereits eine aus dem Rahmen fallende Geschichte präsentiert hatte). So allerdings wurde es ein herzhafter Griff in den Fettnapf der falschen Tonalität, was mich richtiggehend verärgert hat. Dazu kamen nicht zu übersehende Logiklöcher und die Einführung eines Agentenpaares, das man hoffentlich nicht als Next-Generation-Team für eine etwaige Fortsetzung im Auge hat.

Das Staffelfinale schließlich geriet als eine wilde, wirre Aneinanderreihung von Verschwörungstheorien, schlecht inszenierter Apokalypse, dezent lächerlicher Rettung und einem Cliffhanger, der bei mir eher Kopfschütteln als Lust auf weitere Ermittlungen in diesem Storybogen auslöste. Man muss es so hart sagen, aber Chris Carter und die Autoren haben mit diesem schiefen Schlussakkord einiges von dem eingerissen, was sie zuvor mehr als ordentlich aufgebaut haben.
So reicht es trotz des starken Starts am Ende doch nur für ein knappes „Befriedigend“. Schade.

GESAMTWERTUNG: 4,60 PUNKTE (befriedigend) 

BASKETS (SEASON 1)

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„Baskets“ erzählt die Geschichte von Chip (Zach Galifianakis), der sein Leben als Clown verbringen möchte und nicht nur einmal mit diesem Karrieretraum an die Grenzen der Realität stößt. Produziert von Louis C.K. („Louie“).

Als Fan des bärtigen, immer etwas neben der Spur wirkenden Comedians Galifianakis, dessen Witz vielschichtiger ist als in seiner Rolle in den Hangover-Filmen, war die Show ein klarer Fall für meine Guckliste. Die Show lebt von ihrer verschrobenen Sonderbarkeit, der Verwurzelung des Dramatischen im Lustigen, es gibt keine Schenkelklopfer zu beglucksen, sondern eher stille Momente der Absurdität zu erleben. Kurz gefasst: Wer schon bei „Louie“ nicht so recht weiß, wo und wann er die Mundwinkel anheben soll, dürfte auch mit „Baskets“ nicht glücklich werden. Mir gefällt neben Zach vor allem Louie Anderson in der Rolle der Mutter, der auf seine unnachahmlich tantenhafte Art wirklich alle Szenen an sich reißt und ein Highlight jeder Episode bildet. Manchmal allerdings scheint gar nichts zu passieren und die Show wirkt auf mich so unterhaltsam wie die Gesichtszüge von Chips‘ Anhängsel und Versicherungsagentin Martha.

Insgesamt eine schwierig zu bewertende Angelegenheit und definitiv nicht jedermanns Seriengeschmack, aber ich bleibe weiterhin dran, zumal eine zweite Staffel bereits gesichert ist. Wertungstechnisch pendelt es bis dato irgendwo zwischen befriedigend und gut, aber anders als bei vielen Comedy-Serien, die auf einem Niveau verharren, schwingt bei „Baskets“ immer das Potenzial mit, kleine Humor-Perlen in einer Folge zu finden.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH 4 EPISODEN: 4,70 PUNKTE (befriedigend)

BETTER CALL SAUL (SEASON 2)

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In der Ruhe liegt die Kraft, im ruhigen Aufbau und der bedächtigen Erzählweise von „Better Call Saul“ hoffentlich auch. Denn so sehr ich vor Inszenierung, Kameraarbeit, Dialogen und natürlich den Schauspielern den Hut ziehe, so sehr fehlt mir der Zug in der Geschichte. Da werden natürlich Erinnerungen an manche Breaking Bad-Episode wach, die auch mal gerne nur vor sich hinblubberte. Dort allerdings kam es immer wieder zu mitreißenden Eruptionen, die mir bei „Better Call Saul“ bis hierhin fehlen. Mit Sicherheit wird Vince Gilligan da noch das ein oder andere As ziehen, im Vergleich zu Shows wie etwa „Fargo“ schafft es sein derzeitiges Projekt aber nicht, durchgehend zu fesseln und mir höhere Wertungen als die 5,0 zu entlocken.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH 3 EPISODEN: 4,83 PUNKTE (befriedigend)  

THE REAL O’NEALS (SEASON 1)

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Nach den Afro-Amerikanern („Black-ish“)und den Asia-Amerikanern („Fresh Off The Boat“, „Dr. Ken“) präsentiert ABC nun die eigene Comedy-Show für amerikanisch-irische Katholiken. Willkommen bei den O’Neals, der perfekten, gottesfürchtigen Familie, deren nach außen hin zelebrierte heile Welt bereits in der Pilotfolge krachend in sich zusammenbricht.

Drüben bei den Serienjunkies direkt verrissen, fand ich den Auftakt jetzt nicht so schlimm. Vor allem mochte ich Noah Galvin als nervös-hibbeligen Teenager, der sich sexuell outen muss. Mama O’Neal Martha Plimpton hat seit „Raising Hope“ eh einen Stein bei mir im Brett und die ganze zwanghafte „Achgottchen, was denken wohl die Leute von uns?“- Gedankenschiene ist meiner Meinung nach so peinlich, dass sie fruchtbaren Boden für eine Komödie bietet. Ja, das Aufplatzen der Familien-Idylle am Ende des Piloten war holzhammerhaft, auch in der zweiten Folge setzt man mit der Präsentation der jüngsten Tochter zu plump an, um das tratschige Getuschel anzuheizen. Aber die Show hat andererseits durchaus nette Ansätze, so dass ich mir den gesellschaftlichen Niedergang der O’Neals mal noch weiter anschauen werde.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH 2 EPISODEN: 4,50 PUNKTE (befriedigend)      

VINYL (SEASON 1)

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New York, 1973: „Vinyl“ entführt uns in die Welt des Plattenfirmen-Bosses Richie Finestra (Bobby Cannavale, „Boardwalk Empire“), der gerade dabei ist, sein Label American Century Records an den deutsch-holländischen Konzern Polygram zu verkaufen. Im Mittelpunkt: 70er Jahre-Musik, Intrigen, Deals, Geld, Sex und Koks, bis der Schneemann weint.

Knapp zwei Stunden zum Auftakt sind schon mal eine Ansage. Aber wenn Martin Scorsese und Mick Jagger hinter einer Show stehen, wird halt geklotzt statt gekleckert. Als bekennender Rockmusik-Fan hat mich der Pilot schon alleine aufgrund des großartigen Soundtracks sofort in seinen Bann geschlagen. „Everybody Loves Raymond“ Ray Romano in einer etwas anderen Rolle fand ich schwer unterhaltsam, da steckt noch einiges an Potenzial drin. Die Kabbeleien mit den deutschen Juristen, die Verhandlungen mit dem schillernden Manager von Led Zeppelin, der Rückblick auf Finestras Ursprünge – alles wohlwollend von mir abgenickt. Weniger gut gefielen mir die ausschweifenden Drogentrips des Protagonisten, die die Geschichte nicht recht voranbringen. Auch hat der familiäre Plot noch Luft nach oben. Für den Piloten ziehe ich lässig die 5 Punkte und hoffe auf ständig bessere Auskopplungen.

ERSTEINDRUCK: 5,0 PUNKTE (gut)