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106 (März 2017)

23 Mrz

Es sind noch nicht mal drei Monate im Jahr vergangen und ich habe schon den zweiten Stamm an Grippeviren durchhusten und wegschleimen müssen. Aber dafür weiß ich, wer Schuld daran hat. Und zwar RITTENHOUSE. VERDAMMTES, VERFLUCHTES RITTENHOUSE.

TIMELESS SEASON 1

Zur Aufklärung: Rittenhouse ist die fiese Dunkelmunkel-Organisation in „Timeless“, die die Zeitlinie verändern will, um noch mehr Macht zu gelangen, als sie eh schon hat. Genauer kann ich das nach der mittlerweile abgeschlossenen Staffel von „Timeless“ auch nicht ausführen, so verschlagen agiert dieser üble Geheimbund. Sicher aber ist: Geht was schief, treibt sich was Böses in der Finsternis herum, droht alles den Bach runterzugehen, dann war es Rittenhouse. Nebenbei ist dies das ideale Werkzeug zur Drehbuchplotsteuerung. In der Show wird es im letzten Drittel so exzessiv genutzt, dass es wirklich als running gag durchgeht.

Abseits dieses ungewollten Elements hatte ich meinen Spaß mit der Serie. Ein bisschen lehrreich in Sachen Geschichte, ein paar witzige Elemente dank Malcolm Barrett, die Zeitreise-Crew hielt stets zusammen wie ein echtes Team. Natürlich schlichen sich ein paar Langweiler-Folgen ein, insgesamt reichte es aber meistens für die befriedigende Wertung, mit einigen bemerkenswerten Ausreißern in weiter oben liegende Gefilde. Das Finale hätte man sich aber angesichts der sehr geringen Wahrscheinlichkeit auf eine Fortsetzung sparen und die Folge zuvor als Abschluss nehmen können. Aber Rittenhouse musste ja am Ende noch das letzte Wort haben. RITTENHOUSE!

GESAMTWERUNG: 4,71 Punkte (befriedigend)
PATRIOT SEASON 1

Agent John Tavner (Michael Dorman, „Wonderland“) hat einen speziellen Auftrag: Als getarnter Mitarbeiter einer Rohrleitungsfirma in Milwaukee, Wisconsin muss er dafür sorgen, dass der Iran nicht an nukleares Material herankommt. Dabei helfen ihm sein ebenfalls Country-Music-abhängiger Vater/Mentor Tom (Terry O’Quinn, „LOST“) und sein die geilsten Trainingsanzüge auftragender Diplomatenbruder Edward (Michael Chernus, „Orange Is The New Black“). Im Weg dagegen stehen ihm: Der Typ mit dem Mädchennamen (Kurtwood Smith, „That 70s Show“), ein Asiat mit Gedächtnisstörung und das komplett weiblich besetzte Kriminaldezernat von Luxemburg (Stadt).

Amazon präsentiert eine schräge Agenten-Comedy mit melancholischem Unterton, die Wes Anderson im Verbund mit den Coen-Brüdern nicht hätten sonderbarer gestalten können. Kurz zusammengefasst ist das Homeland mit Country Blues und herrlich verschrobenen Figuren. Habe ich an einem Wochenende meiner Grippe gemeinsam mit dem Protagonisten mit Freude durchlitten und kann ich Fernsehfreunden empfehlen, die etwas mit den oben erwähnten Namen und dem dahinterstehenden Stil anfangen können. Der Ablauf der Geschehnisse ist eher ruhig, es gibt einiges an Rückblenden und Lückenauffüllern, die Show räumt den so entstehenden Raum voll und ganz seinen höchst seltsamen Charakteren und Ereignissen ein.

Michael Dorman als unglücklicher Student der Rohrtechnik bleibt noch einige Zeit hängen, Kurtwood Smith überzeugt bei seiner Rückkehr nach Wisconsin und ich würde mich freuen wie ein Schießgewehr bei der Entenjagd, wenn es eine zweite Staffel geben sollte.

Die deutsche Fassung ist übrigens ab dem 24. März verfügbar – ich bin gespannt auf die Übersetzung der Rohrleitungsfachbegriffe. Man will sich ja weiterbilden.

GESAMTWERTUNG: 5,25 Punkte (gut)

TRIAL & ERROR SEASON 1

Den unerfahrenen Rechtsanwalt Josh Simon (Nicholas D’Agosto, „Gotham“) verschlägt es in eine Kleinstadt im ländlichen Süden der USA, um einen exzentrischen Professor (John Lithgow, „3rd Rock from the Sun“) in einem bizarren Mordfall zu verteidigen. Was sich als schwierig entpuppt, wenn die Mitarbeiter beeindruckende Kompetenzmängel aufweisen und das Kanzlei-Büro mit einem Tierpräparator geteilt werden muss.

Mit Gesetzesdramen kann man mich eher jagen, aber diese law comedy hat mich von der ersten Folge an für sich eingenommen. Denn das ist abgedrehte, sich selbst keine Sekunde ernst nehmende, gerne mal scharf an der Grenze zur Dummheit verlaufende Unterhaltung, ohne dass es primitiv, blöd oder tief unter die Gürtellinie gehend wird. Sei es die Sekretärin mit ihren Ticks, die selbst jene von Adrian Monk in den Schatten stellen, der trottelige Chefermittler mit Taser-Trauma oder eben John Lithgow als mögliches Justizopfer bzw. ständiger Fettnäpfchensucher  und -treter: in manchen Momenten fühlte ich mich wohlig an den Klassiker „Soap – Trautes Heim“erinnert. Vor allem, wenn man die aberwitzigen Wege betrachtet, durch die sich die Geschichte immer weiter voranschlängelt. Nach vier gesehenen Episoden deutet sich ein Highlight der Comedy-Season an, wenn das Niveau weiter gehalten werden kann.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH 4 EPISODEN: 5,18 Punkte (gut)
ERSTEINSCHÄTZUNG: 5,0 – 5,5 Punkte (gut – sehr gut)

24: LEGACY SEASON 1

„24“ ist wieder da! Okay, nicht mit Jack Bauer, der versucht sich gerade in „Designated Survivor“ als US-Präsident. Aber dafür mit „Black“ Bauer, sprich: Sergeant Eric Carter (Corey Hawkins, „The Walking Dead“), dessen streng geheime Sonderkommando-Einheit enttarnt und von den bösen Feinden Amerikas Mann für Mann dezimiert wird. Carter ist ein tougher Kerl mit knallhartem In-tha-hood-Background, sein Bruder Isaac ist dort immer noch aktiv und spricht das „alright“ gnadenlos ohne „l“, aber dafür mit Auslassungszeichen aus.

Macht jetzt nichts schlechter als „24“ in seiner Endphase, aber eben beileibe auch nichts sonderlich besser. Und landet daher bei mir umgehend in der „Wer braucht’s?“-Schublade. In den zwei Folgen, die ich gesehen habe, gab es schon die ein oder andere realitätsholprige Situation zu bestaunen, aus der Carter sich gerade nochmal herausmanövrieren konnte. Sorry, ich kann da wirklich keine Empfehlung aussprechen. Vielleicht für beinharte 24-Fans, denen die satten 3 Jahre seit der letzten Folge der Serie („24: Live Another Day“) einfach zu unerträglich lang geworden sind. Aber gibt’s die wirklich?

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH 2 EPISODEN: 4,25 Punkte (durchschnittlich)
ERSTEINSCHÄTZUNG 4,0 – 4,5 Punkte (durchschnittlich – befriedigend)
Sichtung eingestellt
CRASHING SEASON 1

Pete Holmes spielt einen eher erfolglosen Stand-Up-Comedian. Seine Frau hat ihn jüngst betrogen und aus dem Haus geworfen, weshalb er neben der Fortführung seiner Komiker-Karriere in den Clubs von New York auf diversen Couches seiner Kumpels übernachten darf.

Stand-Up-Comedians sind meine Helden, von daher war es klar, dass diese HBO-Serie auf meiner Guckliste landet. Leider muss ich nach mittlerweile fünf gesichteten Folgen konstatieren: die Gastauftritte von erprobten Rampensäuen wie Artie Lange, T.J. Miller oder Jermaine Fowler sind das Beste an der Show. Mit dem unsicheren, leicht lahmen Humor des Protagonisten werde ich hingegen nicht wirklich warm. Da zündet nichts, da lodert nichts, das zieht eher lauwarm vor sich hin.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH 5 EPISODEN: 4,30 Punkte (durchschnittlich)

MAKING HISTORY SEASON 1

Zeitreisen sind wieder schwer angesagt. Neben dem von H.G. Wells inspirierten und aktuell gar nicht gut laufenden „Time After Time“ (zu dem ich noch nicht gekommen bin), müht sich die FOX-Comedy „Making History“ um die Gunst der Zuschauer. Uni-Hausmeister Dan (Adam Pally, „The Mindy Project“), pendelt gemeinsam mit einem Geschichtsprofessor und einem (wohl besser nicht näher zu hinterfragendem) Zeitreisezelt in das junge Amerika kurz vor der Revolution, um dort ungewollt für Chaos zu sorgen und die Dame seines Herzens zu beeindrucken.

Was der Show allerdings bei mir noch nicht gelungen ist. Die Gags drehen sich hauptsächlich darum, im 18. Jahrhundert Songs aus der Neuzeit als Eigenleistung zu verkaufen oder sonst popkulturelle Namen fallen zu lassen, mit denen der amerikanische Revoluzzer nichts anfangen kann. Okay, das ist gut für ein paar Schmunzler, aber nach drei Folgen hätte ich schon gerne ein bissel mehr. Der Rest ist eher unspektakuläres Gewitzel zwischen Dude Dan und Prof Chris. Sollte da nicht mehr kommen, wird Dan das Rätsel, weshalb sein schäbiges Zelt durch die Zeit reisen kann, für sich behalten dürfen.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH 3 EPISODEN: 4,13 Punkte (durchschnittlich) 
ERSTEINSCHÄTZUNG 4,0 – 4,5 Punkte (durchschnittlich – befriedigend)

TRAINING DAY SEASON 1

Idealistischer, junger Polizist geht bei einem mit allen Wassern gewaschenen Haudegen-Cop in die Lehre. Der Meister soll allerdings Dreck am Stecken haben und sich zu wenig bis gar nicht an die Regeln halten, wenn es gegen die bösen Jungens auf der Straße geht. TV-Sequel zu „Training Day“ aus dem Jahr 2001 mit Denzel Washington und Ethan Hawke.

Es ist knifflig, eine Show zu bewerten, die auf einem oscarprämierten Film basiert (Denzel Washington als bester Hauptdarsteller). Und es ist noch kniffliger, eine Show zu bewerten, deren Hauptdarsteller – hier: Bill Paxton – auf tragische Weise viel zu früh verstorben ist. Dilemma #1 führt dazu, dass die Show von vorneherein nicht an das Vorbild heranreichen kann. Dilemma #2 wirft die Frage auf, ob man die restlichen Folgen (die komplette erste Staffel war zur Zeit des Ablebens von Paxton bereits fertig abgedreht) wirklich sehen will.

Ich beschränke mich auf den Piloten und den fand ich im Groben und Ganzen okay. Paxton liefert eine ordentliche Performance als knallharter Cop mit eigenen Spielregeln ab, ich hatte aber nie das Gefühl, dass mich das Setting über die Dauer einer kompletten Staffel fesseln würde können. Vielleicht schaue ich noch in ein paar Episoden rein, auch wenn sich dann wohl ein wenig Feuchtigkeit um die Augen in die Action mischen dürfte.

ERSTEINSCHÄTZUNG:  4,5 Punkte (befriedigend)

THE PATH SEASON 2 

Mir gefiel der Auftakt zur zweiten Staffel des Sekten-, pardon, Bewegungs-Dramas. Anders als befürchtet, verstrickte sich die Show nach dem letztjährigen Finale nicht in supranaturalen Gefilden, sondern bleibt auf dem Boden und erzählt die Geschichte spannend weiter. Das hält allerdings auch nur zwei Episoden an. Mittlerweile bin ich zur Hälfte durch und es passiert mir einfach zu wenig. In Sachen Spannung ist fast der Stillstand auszurufen, die Handlungsstränge konzentrieren sich um den rebellischen Teenie-Sohn und der komplizierten Liebesbeziehung zwischen Eddie und Sarah Lane. Selbst Hugh Dancy vermag aktuell keine Akzente zu setzen. Tendenz: Es fällt mir derzeit schwer, da konzentriert dranzubleiben.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH 6 EPISODEN: 4,58 Punkte (befriedigend)

THE AMERICANS SEASON 5

Ihr bevorzugt lieber Agenten mit Familie in Washington statt Agenten mit Melancholie in Milwaukee? Dürfen es auch Russen sein? Na, dann empfehle ich weiterhin „The Americans“. In der mittlerweile bereits fünften Staffel werde ich das Gefühl nicht los, dass sich die ganzen Investitionen der Serie in die Charakterzeichnung immer mehr auszahlen. Man kennt sich, man schätzt sich. Ich kam direkt gut rein in die neue Season, es ist ein bisschen wie Nach-Hause-Kommen. Nur mit biologischen Waffen und der ständigen Gefahr der Aufdeckung, weil die Tochter ausgerechnet mit dem Sohn des FBI-Nachbarn rummachen muss.

Dürfte wieder eine runde Sache werden, die vor allem zum Ende der Staffel hin ein paar Tiefschläge raushaut. Für den Beginn – es liefen bisher zwei Folgen – zweimal 5 Punkte.

DURCHSCHNITTSWERTUNG NACH 2 EPISODEN: 5,0 Punkte (gut)

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