19 (Oktober 2007)

27 Mai

Diesmal: drei Neuvorstellungen und der Startschuss-Check

Back To You

Ich habe „Frasier“ immer gemocht und „Everybody Loves Raymond“ stets gerne gesehen. Soll ich nun eine Serie hassen, die zwei Hauptdarsteller dieser Shows (Kelsey Grammer und Patricia Heaton) zusammenbringt? Sorry, das kann ich nicht. Ich freue mich vielmehr, die beiden altgedienten Stars wiederzusehen. „Back To You“ spielt in der Newszentrale eines Senders mit dem schönen Namen WURG-9 und erzählt die Geschichte zweier Nachrichtenmoderatoren, die nach 10 Jahren wieder zusammenarbeiten müssen und einiges aus ihrer gemeinsamen Vergangenheit aufzuarbeiten haben.

In der Show kommen definitiv nicht vor: brachiale Schimpfwörter, frontale Nacktheit, Körperflüssigkeiten, offenherzige Sexszenen, Homosexualität, Ghettoslang, Kiffen und Special Effects. Ich höre schon die ersten Leser aufschreien: „Lahme Opa-Show“, „altmodischer Muckefuck“ oder „die Volksmusiksendung unter den Comedies“. Nun mal langsam mit den alten Pferden.

Die Pilotfolge war noch ein wenig trocken und bemüht, Episode Nr. 2 mit dem exzessiven Verbrauch an Goldfischen hat mich jedoch an richtig gute alte Frasier/Raymond-Zeiten erinnert. Eine Show für Fernsehfreunde, die auch gerne mal in das altbackene Komödienbrötchen beißen, um dann über den lecker-weichen Kern erfreut zu sein.

The IT Crowd

Bisher unter meinem Radar durchgeschlüpft, entpuppte sich die britische Serie um zwei Geeks aus der IT-Abteilung eines Unternehmens und ihre weibliche Chefin Jen, deren schwere Aufgabe es ist, den beiden so etwas wie soziale Kompetenz beizubringen, als absolutes Highlight. Wer sich wie ich der Computerwelt verschrieben hat, findet in Moss und Roy endlich seine Identifikationshelden im Serienuniversum. Alleine die von Letzterem aufgetragenen Nerdshirts sind immer für einen Lacher gut.

Die zweite Staffel ist ein klein wenig weniger gut gelungen als ihre Vorgängerin. Der Grund: der wunderbar montypythoneske Oberboss Denholm tritt frühzeitig ab. Sein Nachfolger ist zwar nicht minder seltsam, braucht allerdings ein paar Folgen, um in Fahrt zu kommen. Wie schon bei „The Office“ ist der gute Ruf der Show über den Ozean geschwappt und das Potenzial der Serie erkannt worden. Nach dem letzten Stand der Dinge wird eine amerikanisierte Fassung jedoch so schnell nicht aus den Startlöchern kommen. Meine Vorfreude über eine deutsche Ausgabe mit Sky Du Mont als Geschäftsführer hält sich demgegenüber in arg überschaubaren Grenzen.

Carpoolers

Vier Kerle in einem Auto, die auf dem Weg zur Arbeit ihre häuslichen Probleme erörtern und sich im Laufe der Show natürlich gegenseitig freundschaftlich unterstützen. Netter Ansatz, guter Anfang der Pilotepisode, dann wird es jedoch schnell durchschnittlich bis öde. Vollkommen nervig: der unerträglich doofe, stets im Slip herumlaufende, erwachsene Sohn eines der Carpoolers. Nichts gegen überzeichnete Charaktere, aber den Typ würde sogar Randy aus „My Name Is Earl“ im Intelligenztest weit hinter sich lassen.

Das Ganze erinnert mich fatal an „In Case Of Emergency“, dessen Drehbuchschreiber bekanntlich so gut wie nie das Potenzial der Serie auszuschöpfen wussten. Zwar besser als ABCs andere Comedy „Cavemen“ (dessen neugedrehter Pilot nur wenig Boden gegenüber der katastrophalen Ursprungsfassung gutmachen kann), insgesamt aber deutlich zu wenig.

Zum Schluss der Startschuss-Check:

Hervorragend aus den Startlöchern hervorgekommen

Brothers And Sisters:

Juhu, endlich wieder Familiendrama im Haus. Bei den Walkers ist halt immer was gebacken.

Desperate Housewives:

Alle Damen einsatzbereit und in Nöten, dazu Nathan Fillion/Dana Delany als mysteriöse neue Nachbarn. Das wird.

The Office:

Weiterhin zum Wegschmeißen komisch, da werde ich wohl keine wirklich schlechte Episode von erleben.

Curb Your Enthusiasm:

Larry bleibt unantastbar auf dem Fettnäpfchen-Thron, daran führt ein Weg so wenig vorbei wie Larry selbigen aufs Klo auslässt. Fragt Cha-Cha.

Weeds:

Guter Stoff wird niemals schlecht.

Californication:

Die Brüste kommen seit neustem meist aus der Konserve, dennoch wegen des herrlich kaputten Duchovny weiterhin sehenswert.

Two And A Half Men:

Mittlerweile souverän aufeinander eingespielter Dreier, da brennt so schnell nix an.

Reaper:

Die Mischung aus sympathisch einfältigen Twens, dem Teufel, seinen Waffen und miesepetrigen, entflohenen Höllenbewohnern haut immer noch hin.

Dexter:

In Ermangelung einer deutscher Metapher, die Blut mit Großartigkeit verbindet, fasse ich meinen bisherigen Eindruck der zweiten Staffel von Dexter auf englisch zusammen:

BLOODY AWESOME!

Wunderbare Zusammenfassung der ersten Staffel, nahtlose Anknüpfung an die Ereignisse, charmant makabre Dialoge, tolle Storywendungen und das alles schon nach zwei Folgen. Unser allerliebster Blutschnüffler zeigt Heroes, wie man den Wiedereinstieg schafft.

Chuck:

Überzeugte mich auch mit der zweiten Folge. Weiterhin tolle Balance zwischen nerdigem Humor und spannender Agentenstory. Zusätzlich geht der derzeitige „rrrrr“-Award für weibliche Attraktivität in Fernsehserien an Miss Yvonne Strzechowski. Ich bin halt auch nur ein Mann.

Noch mit Startschwierigkeiten

My Name Is Earl:

Der Redneck-Charme scheint so langsam zu verfliegen, der Auftakt hat mich enttäuscht wie teilweise schon die zweite Staffel.

The Simpsons:

Highlight der 19. Staffel: der Vorspann zum Staffelstart setzt dort an, wo der Film aufgehört hat. Danach leider wie gewohnt ohne rechten Pep. Arbeiten die Gagschreiber schon am zweiten Film?

Family Guy:

Klasse Star Wars-Episode zu Beginn, danach wieder nix. Verstehe ich die Anspielungen nicht mehr oder hat die Show wirklich abgebaut?

How I Met Your Mother:

Ui, das war auch mal besser. Schmalzlatino Enrique Iglesias als Liebhaber von Robin nervt, bisher ist nur Barney annähernd in Normalform.

Heroes:

Unsere Helden scheinen müde zu sein von der ersten Staffel. Noch kommt die neue Season nicht so recht in Schwung und glänzt mehr durch zahlreiche Untertiteleinblendungen als Spannung. Ich hoffe, das ist die Ruhe vor dem Sturm.

Bionic Woman:

Katee Sackhoff ist nicht mehr so präsent und fies wie im Piloten (haben die Produzenten gemerkt, dass die Dame der Protagonistin den Rang abzulaufen drohte?), die Story wird am Ende zu schnell abgewickelt – da ist noch Luft nach oben.

Im Startblock hängengeblieben

Flash Gordon:

Selbst mein Bruder will es nicht mehr gucken. Obwohl es gar nicht sooo schlecht sein soll, wie er betont. Jaja, schon klar.

Til Death:

Zu langweilig und spröde. Brad Garrett müht sich, die Show braucht aber spätestens seit „Back To You“ wirklich keiner mehr.

The Big Bang Theory:

Zieht nicht mal ansatzweise eine Wurstscheibe vom Brot im Vergleich zu „The IT Crowd“. Sorry, Nerds.

American Dad:

Bei „Family Guy“ hoffe ich unbeirrt weiter, „American Dad“ habe ich aber endgültig abgeschossen.

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